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Full text of "Romanische Forschungen"

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ROMANISCHE  FORSCflUlGEN 

ORGAN 

FÜR  ROMANISCHE  SPRACHEN  UNI)  MIHELLATEIN 
HERAUSGEGEBEK 

VON 


YII.  BAND. 


{Jf^^rH^i 


ERLANGEN 

V  u  r  I  a  K     von     Fr.    .1  ii  ii  ;r  c 
189a. 


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.....  .... 


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.... 


K.  h.  Hof-  und  üniv.-Hucbdruckc-rui  von  Fr.  Junge  (Junge  k  8ohn>  in  Krlangen. 


Inhalts  verzeichniss. 


Seit« 
Steinweg,  Carl,   Die   handschriftlichen   gestaltnngen   der  lateinischen  Naviii^tio 

Brendani 1 

Michaelis  de  Vasconcellos,  Carolina,  Der  „portiitpesische"  Infinitiv  ...  4i) 

— ,  Zur  Cibdäreal- Frage 128 

Teza,  E.,  Der  Candonero  von  Neapel 188 

Ullmann,  Karl,  Die  Appendix  Probi 145 

Foerster,  Wendelin,  Beitrag  zur  Textkritik  der  Appendix  Frobi 827 

Albrecht,   Dr.  Reinhard  Jonathan,   Die  Dresiiener   Handschrift   der  Erotica   des 

Tito  Vespasiano  Strozza 281 

Barth,  A.,  Laut-  nnd  Formenlehre  der  Waldensischen  (Gedichte 293 

Laachert,  Friedrich,  La  estoria  del  rey  Anemor  e  de  losaphat  e  de  Barlaaut  .  331 

Kirpitschnikow,  A.,  Eine  unbekannte  lateinische  Frosadichtnng 403 

Baist,  G.,  Bigot  und  bigote 407 

—  ,  Bigre 413 

—  ,  Farilado 418 

— ,  Casamatta 414 

Schaeffer,  Adolf,  Ein  unbekannter  altspanischer  Romancero 415 

Gräfenberg,  S. ,  Don  Juan  Manuel,  El  Libro  del  Canallero  et  del  Escndero  427 

Baist,  G.,  Don  Juan  Manuel,  La  Cronica  complida 551 

Lindner,  F.,  Die  Chanson  de  Roland  und  die  altenglische  Epik 557 


701  04- 


Die  handschriftlichen  Gestaltungen  der  lateinischen 
Navigatio  Brendani 

von 
Citri  Stcinueg. 


Vorliegende  arbeit  beschäftigt  sicli  mit  den  handschriften  der 
lateioischen  Navigatiu  Brendani,  jener  im  mittclalter  so  au5*eerordeDt- 
Hch  weit  verbreiteten  „Mönchs-Üdjssee".,  in  der  wir  von  den  abenteuern 
hören,  welche  der  hl,  Urendan  und  seine  begleiter  auf  dem  meere 
erlebten,  als  sie  sieben  jähre  lang  die  y,terra  reproraissionis  sanetorum" 
snchten.  Diese  lateinische  prosa  lag  bekanntlich  dem  kleriker  Bene- 
deit vor,  als  er  auf  befehl  der  königiu  Aaliz  von  England  sein  anglo- 
normanuisches  gedieht  abfasste,  und  ist  die  quelle  für  die  deutschen 
bearbeitungen  in  vers  und  prosa,  worllber  Schröder  in  der  einleitung 
seines  buches  ^Sanct  Braudan:  ein  lateinischer  und  drei  deutsche 
texte,  Erlangen  bei  Besold  1871",  eingehend  gehandelt  hat.  —  Wie 
hoch  wir  diese  quelle  bezUglich  ihres  alters  stellen  dürfen,  hat  Zimmer 
in  seinen  keltischen  beitragen  (Z.  f,  D.  A.  XXXIII  297ff.)  mit  grossem 
Scharfsinn  gezeigt.  Wennschon  sein  resaltat  ergiebt,  dass  über  die 
mitte  des  XI.  e.  nicht  hinausgegangen  werden  darf,  so  wird  doch  eine 
kritik  des  textes,  deren  älteste  von  uns  collationierte  handschrift  (M) 
aus  dem  X.  oder  anf'ang  des  XI.  s.  stammt,  einen  längeren  weg  der 
ttberliefening  wahrscheinlich  machen.  Davon  soll  der  dritte  teil  unserer 
arbeit  handeln.  —  Dass  der  bei  Hardy,  descriptive  catalogue  l,  l.o9 
aufgeführte  Vaticanus  217  nicht  in  das  IX.  s.  gehört,  ist  richtig  {d. 
Zimmer  1.  c.  p.  298),  aber  er  enthalt  überhaupt  keine  Navigatio  Bren- 
dani. Auf  eine  diesbezllgliche  anfrage  teilt  mir  das  konigl.  prenss. 
bist.  Institut  in  Rom  mit,  dass  nicht  voL  217,  sondern  vol.  481  der 
bibliothek  Reg.  Cbristinae  eine  vita  sancti  Brendani  abbati^  enthalte. 
Sie  stehe  fol.  28—42  des  genannten  codex,  der  aus  dem  Peter-Pauls- 
kloster in  Paderborn  stamme.  Diese  handschrift  durfte  in  die  zeit 
kurz  vor  1200  fallen,  da  sie  die  übliche  nach-karolingische  buchschritt 
zeige,  in  welcher  das  runde  s  noch  nicht  erscheint.  — 

Man  kann  nun  bei  der  unlast  von  handschriften  und  bei  ihrer 
«erstreuung  über  alle  länder  nicht  erwarten,  dass  im  folgenden  eine 
abgeschlossene  arbeit  beabsichtigt  werde.    Wir  beschränken  uns  viel- 

Romaalacho  Fonohuncen  VII.  ^ 


t1  Steinweg 


mehr  auf  das  ims  erreichbar  gewesene  material,  und  wollen  nur  eine 
grundlage  schaft'en  für  eine  weitere  bearbeituiig  und  zu  ihr  anregen. 

Als  herr  professor  Suehier  vorigen  herbst  in  Paris  weilte,  hatte 
er  die  grosse  Hehenswürdigkeit,  auf  der  dortigen  national -bibliothek 
neun  manuseripte  auf  ausgesuchte  stellen  hiu  zu  vergleichen.  Dafür 
sage  ich  ihm  liier  nochmals  meinen  herzh'chsten  dank.  Ebenso  dem 
oberbibliothekar  der  Berner  Universitätsbibliothek,  herrn  Dr.  Blöscb, 
welcher  dieselbe  liebenswürdigkeit  bezüglich  der  Berner  handschrift  hatte, 
uud  den  Verwaltungen  der  Berliner;,  Bonner,  Leipziger  und  Mlinchener 
bibliotheken  überhaupt  für  die  bereitwillige  Überlassung  der  manuscripte. 

Der  erste  teil  unserer  abhandlung  untersucht  das  Verhältnis  der 
collationierten  handschriften  und  stellt  ihr  fi  1  iations stemm a  anf,  der 
zweite  beschäftigt  sich  mit  der  altfranzösischen  prosaübeitragung, 
welche  wir  bei  Achille  Jubinal,  la  lögende  latine  de  S.  Brandaines, 
avee  une  tradoction  inedite  en  prose  et  en  poösie  romanes  d'apr&s  les 
mss.  de  la  biblioth6que  du  roi,  remontant  aux  XI.  XII.  et  XIII.  sifecles, 
Paris  1836,  p.  57  — 104  abgedruckt  finden,  der  dritte  mit  der  frage 
nach  der  gestaltung  des  archetypon. 

Bezüglich  der  ahklirzuugen  sei  noch  bemerkt,  dass  mit  -  der  ge- 
samte apparat  bei  Morau,  acta  Sancti  Brendani,  original  latin  docu- 
ments  connected  with  the  life  of  Saiot  Brendan,  patron  of  Kerry  and 
Clonfert  edit.  by  Right  Rev.  Patrik  F.  Morau,  D.  D.,  bischop  of  Os- 
sory,  Dublin  1872  p.  85  gemeint  ist.  Die  zahlen  ohne  klammern  be- 
zeichnen selten  und  Zeilen  des  Schröder'schen ,  die  in  runden  den 
Moran 'sehen,  die  in  eckigen  den  Jnbinarschen  text. 

Halle  im  Februar  1891. 

VERZEICHNIS  VON  HANDSCHRIFTEN  WELCHE  DIE  LATEINISCHE 

NAVIGATIO  BRENDANl  ENTHALTEN'). 

1«   Belgien. 


1 

BrOssel:  BibL  ßeg. 

9920-31 

XI 

f.  153'-166^ 

2 

w           n 

7672-74 

XIV 

membr.2'*  f.  69«- 

-77«. 

3 

ßibl.  DucumBurgnndiae 

1160 

XV 

' 

4 

r             n                  V 

8638 

XV 

5 

€€ut:  Bibl.  Pabl 

401 

,     XI 

membr. 

6 

Naair: 

31 

1 

1)  Leider  Hess  die  «laDgelhafte  bezeiclinung  eiuer  .anzatil  von  codd.  in  den 
kfttalogen  nivlit  Überall  genaue  au^abc  der  betreffenden  bibliotboksnummcr  und 
des  jaiirltunderts  tJer  handschrift  zu. 

Die  fettgedruckten  lanfcndcu  nummern  bezeichnen  die  gans!  oder  teilweiße 
bearbeiteten  manuscri^te,  welche  übcraicbtllch  pg.  6  zusammcngeBtullt  sind. 


Die  hnndschriftlichen  gestaltungren  der  lateinischen  Navigatio  BrendaDi      3 


II.    Deutschland*). 


7^B«rlii:  ms.  theol.  qnart 

8'B«ak:  bibl.  universit. 
9  Leipiig:  ßibl.  Paulin. 

10  Hflocheii:  S.  Mang.  10 

11  vier  fragniente^) 

12  Scheftl  139 

13  Windberg  48 

14  Aid.  77 

15  Uumberti  de  Enidit  Re 

ligiosor. 

16  Potting  426 

17  Mon.  Aug.  185 

18  Woirenböttel:  Heimst. 


142 

XIV  ; 

S  368 

XII      ' 

844 

xn    1 

17740 

X/XI    ' 

XI      , 

17139 

XIIJ 

22248 

XII'4 

2607 

XIII 

-     4724 

xin 

11726 

XV 

8485 

XV 

445 

XV 

membr.4«>f.ll8i»— 134«». 

cod.  reecr. 
■membr  8^ 

,      4«  f.  54-71. 

,      40  f.  1-32. 

,      2». 

,      20  f.  log«-— 174. 

,      2«  f.  70^—90^. 

,       2«  f.  1—15. 
Chart.  2«  f.  122—140. 

4"  f.197-197^ 
4*  f.  76^—92', 
4*  f.  284-295. 


1)  Die  Augsbarger  handBchriften  sind  nach  München  gekommen,  die  Strass- 
burgcr  1H70  beim  brande  verloren  gegangen. 

2)  Die  Milnchener  fragmente  bestehen  ati»  foigendeu  ßtUcken.* 

1.  Aus  zwei  zusammenbängonden  foliobtättern  (4  Seiten  zu  2G  zl.)  enthaltend: 
erstens  4,26  „Cur  me  interrogas"  bis  5,12  „ad  40  dies";  zweiten» 
die  fortsetzung  bis  <>,  4  ^finivit  ergo  sc«,  bren";  dritten«  das  fltttck  von 
12, 1  »dicens  Deus  cognitor  incognitoruni'*  bis  12.  2<i  „levavit  se  de  prora 
ilU  aviB  et".  Die  vierte  aeite  beginnt  mit  12, 2B  „volare  ad  alias*  und 
endigt  13,  19  mit  den  Worten   n^onaummatia  itaque  dlebus^. 

2.  Ans  einem  pergamentfetzen,  welcher  zweimal  zwölf  zeilen  entliält;  die 
linke  ecke  ist  abgerissen.  Die  erste  seite  enthält  7,  23  von  „enedixit  in- 
troitum"  bis  7, 35  „precepit  scs.  brendan",  die  zweite  8, 12  von  „dixit  pre- 
dictuB  vir"  bis  8,24  „iterum  dixit  scs". 

3.  Aus  einem  anderen  von  gleicber  grosse,  zu  zweimal  dreizehn  zeilen,  dessen 
erste  seite  7,36  von  „e  Video  enim  illum"  bis  8,12  „opus  dei  pcrfinitum* 
enthält,  die  iweite  8,  26  ,in  sinn  sno"  bis  9, 2   „hie  enim  habe»  bcumae". 

4.  Aus  einem  beschnittenen  stück  von  zweimal  siebzehn  zeilen.  (Durch  den 
Bchnitt  fielen  die  zeileuan fange  resp.  enden  fort.)  Es  blieb  auf  der  ersten 
Bette  9,  12  von  „die  nsque  in  pasoba"  bis  9,80  „quasi  domestica",  auf  der 
«weiten  lü,  4  von  ., . .  tra  et  dato  osculo  dixit"  bis  10,  20  „sicut  ibl  vise". 
(Die  letzton  fttnf  zeilen  sind  lückeuhaft.) 

Demnach  geben  diese  fragg.,  welche  herr  prof.  Sohum  in  das  XI.  s.  setzte 
der  Ordnung  nach  folgende  textstllcke:  4,26  —  6,4}  7,23  —  7,35;  7,36  —  8,24; 
8, 26  —  9, 2 ;  9, 12  —  9, 30 ;  10, 4  -  10, 20 ;  12, 1  -  13, 11*.  zusammen  188  zeilen. 


Ctrl  Steinweg 


in.    EMsland. 


2d^*rk:  Cath.Ebroiceii8i8.(?)l 
UiJm:  Brit.  Mus. 
Cott.  Tiber.  D.  HI 
„    Vespas.  A.  XIV 

n  n  B.  X 

Harl. 


Reg.  8  E  XVII 
Addit.  Br.  Mos. 
\%tit  Bodl.  Land.  Miscj 

ft  n  n 

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n  »  » 

34,1    Coli.  Balliol.  Oxon. 

35:        I,     Lincoln.  Oxon. 


275 


108 
3776 
3958 

6047 

44(545) 

173  (778) 

237(1013) 

315(1055) 

410 

226 

27 


XIV 


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XII 

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XIV 

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XIII 

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XV 
XIV 

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XV 

XII 

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xi/xn 


Imembr.  2«»  f.  46-58»». 


membr.2»  f.  107— 118. 

4»  f.  101»»  flf. 

8»  f.  lP-21. 

4»  f.  42—59»». 

4»  f.  67-75»». 

2«f.l03»»-121»». 

2»f.l28»»-138»». 
Ichart.  2«  f.  255-266»». 
membr.  4»  f.  27»»— 117. 


2«  f.229»»-244. 
40f.l65»»— 175^ 
4»  f.  40»»— 68»». 
2»  f.  72—86. 
4«f.l86»»-205»». 


IT.   Framkreicli. 


36 

ÜM^ :  S.  Ebnilfi  Uticens. 

1     125 

XI 

membr.  2®. 

37 

Canknd 

735 

xm 

n       4«. 

38 

1» 

744 

XV 

«      4«. 

39 

Gbrtret  (al.  1036. 7/D) 

51 

XIV 

„      2«f.l42'— 158' 

40 

GlenMit:  mon.  S.  Ulidii 

35 

41 

iij«i:  BibL  Divio  Benig- 

254 

niana 

42) 

Uta 

345 

xm 

membr.  2^. 

Mniiaaiwke  lütter. 

43     Mon.  B.  M.  d.  Becco 

128 

44    Bibl.  GtemetioenBis 

14 

iPuh:  Nat.  BibL 
4ft     olim  Golbert 

2444 

xm 

membr.  2*. 

46i!       „    Lud.  de  Tamy 

2845 

1    XTV 

n       4». 

^Ä       „    S.  Ifartial  Lemo- 

3784 

!    XI 

1 

.      2«. 

n               yicens. 

1 

«I 

«    PateaonB 

4887 

1   xn 

Die  hsndBchriftlichen  gestaltangen  der  lateinischen  Nayigatio  Brendani     5 


fiO 

51 

52 

58 

54 

55 

56 

51 

58 

59 

60  Ist 

61 


olim  S.  Hart.  Lemoy. 
„    Colbert. 

„    Baluz 
jj    Faurian 
„    Philiberti  d.  1.  mare 
„    Rog.deGaignieres 
Nat.  Bibl. 

I»        n 

Colbertina 
Bibl.  S.  Victoris 
Cemaii 
Departea.  Vir:  Bibl.  Vallis 
LncensiB. 


5137 

xm 

5284 

xm 

5348 

XIII 

5371 

XIII 

5572 

XI 

2333 

XV 

6041 

XIV 

12597 

XIII 

15076 

xn 

3610 

10284 

477 

membr.  2®. 
2». 
20. 
2«. 
4». 
2«. 
2«. 


n 
ft 
n 
n 
n 


T.   ItaUen. 


62  FUreii:  Lanr.  Med.  plat. 
1.362 


63 
64 


Biccard.  S.  HI 


65  Neapel:  Monte  Cassino 
eelUa^):  Vat.  Reg.  Christ. 
07     Sessoriana 

68  Vaticana  Patav. 

69  „        Reg.  Christ. 
70|    Vallicellan  VII 


17  N.35 

N.12 

XIII 

52 

152 

XV 

481 

XII 

114 

XI 

487 

1301 

xin 

membr. 

chartac.  4*^. 

membr.  2«  f.80-102f. 

„      40f.28-42«>. 

.      2». 


2\ 


Tl.   Oesterreich. 


71W!ei:  Palatina  [Nov.  689] 

72  „  [Eist.  eccl.  120] 

73  „  [Reo.  3330] 


477 
563 
2217 


XII 

XI 

XIV 


membr.  40f.  148*- 161»». 
„  40  f.  59b-112«. 
„      4«  f.  84»>-101». 


74{|Beni:  Bibl.  Universit. 


TU.   Schweiz. 

II     111     ||XII/XIII||  membr.  2«  f.  l*-12f. 


1)  Bezüglich  des  von  Hardy,  „desoript.  cat.  1. 159  angeführten  Vatican.217, 
welcher  unseren  tractat  enthalten  und  ans  dem  IX.  b.  stammen  soll,  vergl.  die 
einleitong. 


Carl  Steinweg 


sich  zuerst  jene  stelle  trübte.  Wir  wollen  sie  X  nennen.  Mit  jener 
Verderbnis  aber  verhält  es  sich  folgendermass^eü:  Die  niönche  sind  auf 
der  echafinsel  gelandet,  der  zweiten  ihrer  fahrt  9,  16,  und  ein  menscb, 
der  im  verlaufe  der  gescliichte  stets  der  procurator  genannt  wird, 
kommt  ihnen  mit  lebensmitteln  entgegen,  sieb  glücklich  preisend  sie 
versorgen  zu  dtlrfen.  Brendan  jedoch  nimmt  von  seiner  anrede  keinerlei 
notiz,  wendet  sich  vielmehr  zu  seinen  jUngern  und  sagt:  Seht,  da  hat 
uns  gott  einen  ort  angewiesen,  wo  wir  resurrectionem  feiern  kßnnen. 
Da  bedeutet  ihn  der  fremde,  dass  dem  nicht  so  wäre.  Sabbiit  würden 
sie  zwar  hier,  die  vigilien  und  missen  jedoch  morgen  auf  jener  insel 
iialten,  welche  sie  vor  sieb  sähen:  ..Pater,  hie  celebrabitis  istud  saba- 
tum  Hcra.,  vigilias  vero  et  missas  cras  in  illa  insula  quam  vos  videtis 
proposuit  vobis  Deus  celebrare  sue  resurrectionis  diem  (suam  resurrec- 
tionem).  Cum  bec  dixisset"  etc So  lesen  m  und  c  10, 6  ff.  —  Dass  vor 

„sue  resurrectionis  diem*'  etwas  ausgefallen  ist  scheint  klar.  Vielleicht 
die  Worte:  „in  alia  autem  insula";  denn  wollte  man  auch  „diem" 
Btreicben,  und  einige  mss.  thun  das,  so  liefe  dennoch  die  an  und  für 
sich  richtige  grammatische  construction  gegen  die  thatsache,  dass 
pfingsten  auf  der  vogelinsel  gefeiert  wird.  cf.  11,26.  Die  betreffende 
stelle  liefert  aber  auch  ein  weiteres  argument  die  ansrigc  zu  verdäch- 
tigen: man  landet  dort,  und  wiederum  sagt  Brendan  zu  seinen  ge- 
fährten:  ^Ecce  dominus  noster  Jhesus  Christus  uobis  dedit  locum  ad 
manendum  in  sua  resnrrcctione".  11,  26.  Nur  an  einer  von  beiden 
stellen  kann  dieser  ausruf  ursprünglich  sein  und  doch  wohl  nur  an 
der  zweiten,  auf  der  vogelinsel,  wo  in  Wahrheit  das  fest  begangen 
wird.  —  Scheinbar  richtig  verhält  sich  alles  bei  Jubinal  [13,  6],  also 
in  H  und  in  CFG  und  J.  Dort  lesen  wir  gleich  hinter  dem  besprochenen 
ausruf  des  hl.  paters:  ,,Cura  hec  dixisset,  cepit  obsequium  famulorum 
Dei  facere,  et  omnia  que  necessaria  erant  in  crastinum  preparare." 
Auch  diese  fassong  kann  nicht  original  sein,  denn  der  satz:  „eura  hec 
dixisset"  etc.  niuss  unter  allen  umständen  eine  aussage  über  den  pro- 
curator enthalten.  Niemals  wird  das  « obsequium  famulorum  Dei 
facere",  das  bedienen  der  brUder,  von  Brendan  gesagt,  das  ist  stets 
Sache  der  jünger,  resp.  des  procnrators.  Dann  aber  giebt  anch  hier 
der  umstand  den  ausschlag,  dass  diese  festtage  nicht  auf  der  insel  des 
procurators  gehalten  werden.  Wir  haben  eine  wirkliche  iHcke,  die 
sieh  erklären  lässt,  entweder  aus  einer  tiberschlagung,  veranlasst 
durch  dos  zweimalige  resurrectionem,  welches  sich  am  ende  des  ersten 
Satzes  und  des  ausgefallenen  findet,  oder  aucli  daraus,  <las8  der  sclireiber, 
die  verderbte  redaction  erkennend,  den  fraglichen  satz  ausliess  und 
damit  eine  scheinbare  conzinnität  erreichte.   Nur  in  ^<  X  Y  und  V  finden 


vstaltungeo  der  lateiiiisehen  Navigatio  Brendani     9 

chaden  zu  bessern,  ohne  daas  mit  dieeen  ver- 

bben  geriUgt  wUnle.  Der  corrector  der  MUnehener 

^icb  „ad"  über   „suam  resurreetionem",  K  liest: 

X    und    Y:    „et    suam   SADctam    resurrec- 

1a  quam  videds   proposuit  Deus    vor    celebrare 

prosate^t  keine  bessere  vorläge  hatte,  zeigt  die 

:as  pfcres,  vous   coleberr^'s   ehi,   che  saint  ^amedi, 

■  11  cele  isle  que  vous  v^'es  mamteiiant,     Diex  notts 

•'brer  sc  sainte  surrecxion",  wo  der  letzte  satz  ohne 

un  vorausgehenden  steht,  denn  Brendan  soll  ja  gerade 

r  feier  berichtet  werden. 

n   uns   nunmehr  den   einzelnen    handschriften    zu  und 

«^Icbe  von  ibnen  durch  gemeinsame  fehler,  lücken  oder 

't*  besondere  quellen  /urUekzuflihren  sind,  und  wie  »ich 

senen  quellen  zu  einander  verhalten. 


Me  familie  m,  die  mit  dem  kürzesten  schtuss,  mag  den 
hen.    Zu  ihr  gehören  die  handschriften  M  J  T  S,  U  V  Y  -/, 
ner  fragmente  /*  und  die    altfrz,  prosattbersetzung  /'     Sie 
folgenden  feldern  etc.  Uberein.    (Natürlich  geben  wir  von 
n  anzahl  diesbezüglicher  puncte  immer  nur  einige  wenige, 
TIS  besonders  charakteristisch  und  zum  nachweis  einer  za- 
-ehörigkeit  ausreichend  erschienen.) 
imernoc  atque  procurator^  statt  „mernocatus  procurator",  denn 
lernocatus  ist  der  procurator  pauperum  Christi  selbst, 
"fecerunt  nauiculam  levissime  costatam  ex  ilice",  wo  die  anderen 
faroilieu  „levissimam"  schreiben. 
,  i  wird  freiiom  als   masculiuiim  gebraucht:    „frenuni   quem"   und 
j     eine  zl.  weiter  ^illum  frenam".    In  T  und  M  ist  der  fehler  von 

zweiter  band  gebessert  worden. 
12  eilen  die  fratres  mit  ihren  ^naviculis"  zum  wasserschupfen  statt 
mit  den  vasculis^  welches  wort  in  S  durch  correctur  hergestellt 
wurde. 

17  thnt  m  des  guten  zuviel  wenn  ihre  rass.  schreiben:  „cum  hec 
intra  se  talia  loquerentur",  wo  die  anderen  sieh  mit  „hec"  be- 
gnügen. 

11  „evigilantibus  totam  noctem"  statt  ^et  vigilantibus  t.  n.** 

4  sind  die  eingeklammerten  worte  ausgefallen,  wodurch  der  sinn 


4 


'Utr    «»^«    ubkrff«twf41i*«i  3e*r^oTÖm  ict:  «et  tc  cnm  bk  (m^iir) 

ii«Mai  «uiviMMUtU'  i.Ai*v;i»t>itu^    v-rn-  iabore  nuuiiiiiiii  suimni  uiilBr 

r    >««4«»^f"     ¥'A-  \  iL  «UA  ^iiMrr  j^e^eL.  wei6<^  icL  nidit  S  mfifait 

!->(;«    i<i^^:*iß^i    «V«.  «(»(r^.  r4«iir  iiocli.  dH*  wuudt  BtelkzülieDfin 

bu^    i»tu«iiti;#'.     <;«:    M    vkueuu^  «um  «it^:   qood  flcib   mcnanhw 

■.  v;  •    <i^ 

o^iiit.  A*-  KU  t^tttM*»'  .44naiauiu*iüUiui^  outcT  dieBCD  baBdflcliriflcu,  wudi 

4. /^,.-. /<;,>•:;    >  v^   ^-^  A><»iii«4>!XH','fiM;tioii.  uaclj^ewieHeD .  und  es  irngt  «eh 

.. ..    .,yi*     /eKtf,4»-   *\n  ««U'«^f<;u  iiii»fc.  vuo  eiuauder  ab^reBchrieben  rand 

.  /  A.W  <u^  /'^«i«//«;f«*'/i.  i»j*)#äi«<t  «utterot  werden  können. 

{  4      i,^^    'd   4.nuiit<rJi>iirt    vorlade    für  J  und  T   ^r- 

„    , ..     ..A     />i-^4    4'u^     i*«xt<iiit<3iidf   Iticke .    welche   dnrob    den   ans- 

' .,,     -.//    v,«j|.»4.i  >ti4-.r  L^M.fUjUfifi    M    (ewibüben  fol.  34  nnd  35,   bei 

.  ,  K  I    ^^    ^,i ,   /f      y^'i,    yvu    iuiplere    bi«   peuteeoetee)   Teranlaast 

,;   ,>■■       ßi,ifU  M'  *f*4tat  in  H  m'A  den    worten:   ,Sed  in  die   do- 

/,  f(ffif:ffifif.U.t  ^ftfjittiillum  iM^u^  de  i»*ta  petra  nüde  potni  smnere 
.ff.  'i  tH  ffhhf  m^^M'*,  l/l*a  'Mi'  fttbrt  fort:  ^Transacto  iam  tem- 
^  /'  ''^1' hfh'tftih  i(thi^»futifr  .  .  .  ,  djxit  fcico.  brendano  .  .  -  Asoen- 
',  .J,wy  int\tm  h'tsiitt  tmtmm  uven  ,  .  .  ,  .  quasi  una  voce  dioebant** 
t->->h  tih  tfihh  VI//«  |i.|Ji:i(«li'u  vcibiim  iiuplere  ab,  denn  das  konnte 
'^  >  .'|//mI/i^  m1>' /•:«I*«<*  ImiIhij,  rMijfel  ttb'T  wf-itiT  nicbts  fehlen,  so 
/i>iJ  /ii/<J>  ^j.  /  ^.  lu/h:  /(iftJHHiiii'iilKUif?  die  lllc'ke  klar  und  deutlich. 
/  ij  i,/jjn  :h  ijuif^li'O  litti^i.ar  Idiei^lir- li>-(iiMl<'ri  Nidi  die  möncbe  auf  der 
Uh-t.i  »"'  I'j4ul>:  li/iW  >i\- üi  i  hu  ili  I  lUuliluMH  M'JiMT  li'bcnß^eBchichte.  Von 
i]uu  frnlti:\n  Ici  U«  h»i.  M.«lt.  H»"^^»'"»»,  MMi  MlliMwrniffHtcn  davon,  das« 
ili'i  |)M/run«loi  hl  I  iliiicii  Will-  \in  Miil  iliH'iii  iiinlc  tritt  er,  anfangs 
bliill  Wti,  itiif  uml  iiriiihl  ilit-  liniii.ii  iiii:|i  /«li  l'iilii't  nach  der  terra  re- 
pi-oiiiJHHioiiiH  iltniiii,  ivJilit'tMiil  liii'  uiiiiiii:(liiHi<ii  \l\^v\  ciiien  abschieds- 
viTH  Hiiif^cii.  Wir  NJiiil  tihtu  ui|ih)l/lirli  uiiC  ilio  vofcolinsel  versetzt 
Würden,  uiinilttellMir  hiih  iWr  Hrhibioiiiiig  M.  PhuIh  brnuiH. 

In  J  findet  nieh  dloHer  Jiliii*  UbcrKiuiK  initten  imf  der  seite.  Der 
Schreiber  aber  fühlte  ihn  und  «Ti^Unzte  \venif?nlrnH  duH  leicht  zu  con- 
jicierende  verbum  iroplere.  Duruuf  beginnt  er  eine  neue  zeile  mit 
demselben  grossen  T  am  randc  wie  M. 

In  T  merkte  ^pater  et  pastor  Gebhardos"  Überhaupt  nicht,  dass 
etwas  fehlte.  Er  schrieb,  ebenfalls  mitten  auf  der  seite,  ruhig  von 
„unde  potui  sumere  potum  et  vasculuni  meum  zu  „Transacto"  .... 
weiter,  als  ob  allis  in  bester  Ordnung  wäre,  Dass  diese  beiden  mss. 
auch  sonst  wörtlich  mit  M  übereinstimmen  ist  selbstverständlich.  Somit 
scheiden  J  und  T  aus  unserem  apparate  aus. 


handBchrJftlichen  geBtaltnngen  der  latemiBchen  NAvig&tto  Brendani 

§  5.  Auch  cod.  S  ißt  bei  einer  textcongtitution  nirgends 
heranzuziehen,  denn  ganz  abgesehen  davon,  das«  er  ein  fragment 
ist,  hat  er  durch  eigenmächtige  Verbesserungen,  welche  oft  geradezu 
Verböserungen  sind,  sich  entwertet.  In  diesen  Veränderungen  folgt 
ihm  keine  der  von  uns  behandelten  mss.,  und  das  beweist  zur  genüge 
ihre  Unabhängigkeit  von  S.  So  lesen  wir  in  ]\I  die  stelle  5, 12:  „nam 
flagranti  am  vestimentornm  abbatis  nostri  probavimus,  pene  usqae 
ad  XL  dies  tenebantur  boc  odore"  in  S:  „namque  per  flagrantiam 
vestimentornm  abbatis  nostri  „vera  esse  qne  dieis  probavimus  qnia 

^pene  usque  etc."  Weiter  verrät  auch  26, 19  diese  eigensinnige  ändo- 
rungslust.  Nicht  nur  wird  hinter  „tales  viderunf^  zum  besseren  ver- 
■tfindnis  „esse^  eingeschoben  und  abermals  hinter  ^sieut"  die  copula 
Jest"*,  sondern  auch  das  auf  den  ersten  blick  schwer  verständliche 
„civitas  in  gyrum"  nmgeändert  in  ,.civitas  facta  in  egyptum!''  (tales 
viderunt  esse  [sc.  genera  bestiarum  jacentes  super  arenam]  sicut  est 
civitas  facta  in  egyptnm.)  Ein  anderes  bezeichnendes  beispiel  von 
conjecturalkritik  ist  schon  bei  der  aufziihlung  der  familienfehlcr  unter 
ti,4  besprochen  worden.  Zu  alledem  kommt  noch  hinzu,  dass  in  S 
der  eatz  6, 1  von  „Nonne  parentes  nostros  dimisimus'^  bis  „in  manus 
tuas"  fehlt,  nicht  so  in  den  übrigen  handscbriften. 

Aus  M  direct  ist  S  nicht  abgeschrieben,  das  lehrt  der 
Augenschein:  5,  9  hörte  der  Schreiber  hinter  ,. vestimentornm  vestrorum" 
auf,  Hess  einen  räum  von  sieben  Zeilen  frei  und  fuhr  dann  mit  zeile  13 
fort:  „tenebantur  hoc  odore.  Illic  mansi  etc."  Zweifelsohne  war  seine 
vorläge  hier  entweder  lückenbaft  oder  unleserlich,  was  weder  in  M 
noch  in  einer  anderen  der  von  uns  verglichenen  handsehriftcn  der  fall 
ist.  —  Erst  eine  zweite  bedeutend  gröbere  band  flUlte  mit  weitliiufigcr 
ohrift  den  zu  reichlich  ausgesparten  räum.  Weitere  stellen  aus 
^denen  dies  einleuchtet  werden  wir  gleich  im  folgenden  abschnitt  be- 
kommen,  wo    vom    Verhältnis   der   mss.  M  S    und  fi   die  rede  sein 

80U. 


§  6.    Die   MUnchener    fragg.  /<    sind  nach    der   vorläge 
von  S  corrigiert. 

5, 1  steht  in  S  „ibidem  demorari",  in  fi  ursprünglich  der  infinit,  act. 
wie  in  M,  dann  corrigiert  in  „demorari^. 

5,7  lasen  anfänglich  ft  and  M:  ,,illuc  frequentatur  abba  raernoc*^. 
Durch  correctur  haben  wir  in  M:  ^illuc  trequenter  pergit  abbas 
mernoc",  die  lesart  von  S. 

5,11  schreibt  ^  vor  der  correctur:   „ubi  est  ille  paradysns  nescimus 


6 


Carl  Steinw«g 


VERZEICHNIS  UND  STEMMA  DER  BEARBEITETEN  HANDSCHRIFTEN. 

(DIo  mit  einem  stern  gekeonseiohneten  sind  yom  verf.  selbst  collationiert,  die 
mit  uinem  kreu>  vermerkten  auf  einige  punkte  hin  von  herrn  prof.  Sncliier,  die 
rund  eingeklammerten  sind  BurUckgeftlhrt,  die  eokig  eingeklammerten  noch  ge- 
nauer SU  untersuchen.) 


J 


1 
t 

4 

5 

U 
7 
8 
l> 
10 


Bibliotbek. 


N. 


Saecl     Sigl. 


MlliidiOQ   membr.  4«j!l7740i 


München 


n 

n 


Allfm.  Vrom. 


2«  1*2224» 
2«  17139, 

2*'  I 

2«; 4^87 1 
2»  5137 
2«  ö284| 
2«„12ö97i 


1 1   Mttncbcn  motnbr.  4«  2607 
15  Bern 


XIT 

xiiS 

XUi 

XI 

Xll 

XIII 

xin 

Xlll 


XIll 
4*  4724       XV 
4»  11726      XV 
4«  848Ö       XV     ; 
2«;  111   Xll/Xlll 


ir>  Loipiig         ^        4* 

17  Wolfonböttel  cart 

18  Berlin       membr  «• 

19  Paris  :b.d.r.  . 

21  . 


844 

445 

142 

2»  3784 

2»  5371 

15076 


22  Rom:   V«t   R,  Chr. 

membr  4*  481 

2:»  V 

24  l>ubHn^Uberkilken< 


2.N  Komlon:  Br  M.     4» 

Äi  l^iris:  N.  B,           2*  23;i3 

27  l\om:  Sessor.         2*  114 

2S  r»rtts*ehKRcr.mbr2^  7672 

2ii  INiris:  N\  R           2»  55T2 


XII 
XV 
XIV 
XI 
XIII 
XII 


xn 

IX 


2*  2444 
2»  XUS 


XII 
XII 
XI 
XIV 
XI 

xin 

XIII 


M* 


C 


V 
X 

J 


Bern. 


\n\  .■ 

W 

[D|t 
Zit 


cod.  correct 


frftgm. 
ü«gm. 


oeliersetEg. 


deeartat. 


Schröders  text. 

bei  Schröder  B. 

rescr.  &  decnrt. 

Moran. 


m 


\ 


Moran. 


XIII      [F| 


[G] 

m  Jub&Mor.text. 

Cf  Moran. 

0*  drocky  cf.  §  22 

rEJT  fragm.  Moran. 


\ 


;} 


% 


Die  handsvhriftlichen  gcstnltiingen  der  lateinischen  Navigatio  Brendani     7 


A. 
DAS  VERHÄLTNIS  PER  UNTERSUCHTEN  HANDSCHRIFTEN. 

§  1.  Drei  äiisaere  merkmale  lassen  das  vorliegende  material  gleich 
von  vornherein  in  drei  classen  zerfallen.  Diese  drei  merkmale  liefern 
die  scblussredactionen  unserer  erzählnng.  In  neun  handschriften  näm- 
lich und  in  der  altfrz.  prosallbcrsetzung  endigt  der  traetat  kurz  and 
bündig  mit  dem  satze:  ^accepta  benedietiooe  sanctus  brendanus  recto 
itinerc  ad  locora  suum  reversus  est"  j  der  zweck  der  fahrt  ist  erreicht, 
man  hat  das  land  der  verheissong  gesehen  und  kehrt  nach  hause  zn- 
rück.  —  Nicht  so  in  einer  anderen  grnppe.  Dort  wird  der  kUhne  See- 
fahrer nicht  so  schnell  entlassen,  wir  erfahren  erst,poch  von  »einer 
ankunft  zn  hause  und  von  seinem  tode.  So  lesen  hinter  „reversus  est" 
36,8  vierzehn  mss. :  ,,Fratrcs  autem  illum  gratulantissime  snsceperunt 
glorificantes  Deum  qui  tarn  amabilis  illos  noluit  patris  aspectibus  de- 
privari,  cujus  absentia  tarn  diu  fuerant  orbati.  Tunc  beatus  vir  pre- 
dictus,  karitati  eorum  congratulans,  narra\nt  omnia  qiie  accidisae  re- 
cordatus  est  in  via  quantaque  ei  Dominus  dignatns  est  miraculorum 
ostendere  portcnta.  Postremo  etiam  velocitatem  obitus  illius  certa 
attestacione  novit  seeundum  juveuis  predictum  in  terra  repromissionis 
sanctorura,  qnot  etiam  rei  probavit  eventus,  quia  cunctis  post  se  bene 
dispositis,  parvo  interjacento  teraporis  intervallo,  sacramentis  mnnitns 
divinis  inter  nianus  discipulorura  gloriose  migra\dt  ad  Deum,  cui  est 
honor  et  gloria  in  secula  seculonim.     Amen." 

Die  dritte  redaction  scheint  eine  verkflrzung  der  eben  angeführten 
zu  sein;  ihr  mustcr  haben  wir  bei  Jubinal  [53,  15]: 

„Quem  cum  fratres  vidissent,  glorificaverant  Deum  pro  recepto 
patrono.  quibus  enarravit  mirabilia  Dei,  que  audierat  et  viderat  Et 
postea  nonis  julii  dies  vite  sue  finivit  in  pace,  regnante  Domino  nostro 
Jiiesu  Christo,  cujus  regnura  et  imperium  sine  fine  permanet  in  secula 
seculorum.     Amen/' 

Letztere  fassung  findet  sich  in  fUnf  handschriften.  Nach  diesem 
kriterium  benennen  wir  drei  sich  ergebende  familien:  m,  c,  g,  je 
nachdem  ihr  schluss  einfach,  mehr  oder  weniger  erweitert  ist. 


§  JJ.  Eine  Verderbnis,  welche  sich,  wenn  auch  in  verschiedener 
form,  in  allen  von  uns  herangezogenen  handschriften  findet,  zeugt 
dafUr,  dass  keine  derselben  das  archetypon  ist,  nud  dass  wir  für  alle 
drei  familien    eine   gemeinsame  quelle  anzusetzen  haben,   in  welcher 


xw 


.mnwfZF^    ^iaurtm. 


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jHBBer  A  JSB€»  Anr  m*Mli«i  bot  Mck  D  F  X  ^  ^. 

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^^nrr^  iMMi    HOKPA/  aritoM«  wir  efew  WaMdcn  ^jndb  e 

m  ^«kili«  mit  d  h^t/fir^hneX  leiii  m«^    Dieae  ; 

^\rt\  (\\tf*h  frtl^^nrlp  pfviicle  gereebifertigt : 

i  u  i/.:...,  NfUt:  ^n«hij^  («periiDt  andiqoe  diflTandi  in tantsm''  »Utt 

ti^ont  no»  nndiqne  i.  U" 

4^W  f^MI  „fKin"  »frl«(ih«n  p<|nÄre  roe"  und  „interrogu^ 

(I,  Ift  Ifiit  \\nt\u\hnn  n^nie  rr/.Aliltinp^  brcndigt  and  kehrt  beim:   „ud 

^'  t(m   iJarinthü?«   perrexit-".     Hier    lesen   d  nnd 

mHiiir''  „Urftiifluna»'*. 

1^  11  litttK'M  NOR  i«ifip  KeiiidiiiHriuirMicbe  lUcke;  0  and  R  von  gleichem, 

N  Tori  ^fwnn  ^f«»m»*ro?ii  urnfnn^.    N  liest:  pCepernnt  statira  na- 

▼1|f» '  ''H«tn  iuMiiliim  Hiilto  ymno  prcdicto  vir  di  aramonebat 

»liH  .11«.."     lliiM-  JHt  (lii<  lllrkc  sofort  iUhlbar.   Es  fehlen 

tltr  tl^Uou«    hi  K)\\  Mlobt:  „crporuiii  Mtiitiiii  navigure  ad  aüam  in- 

*  HpprnpliMiiiUNHonf   tid  huMim  nbi   asceudere  de- 

'vi  i'uni   «ni«   iratribu»    icpit  cantarc  ympnum'^. 

tue  nnoh  fi^btt  titobtN  iu  OU,  denn  dase  die    Wanderer 

wUoro  auna  omisernnt".  wiederfanden, 

*'    M.K'-tHl  fti  -•>•••     Dasb  aber  auch  in  0  nnd 

I  AHfffti'l    fflnl  \\W  linche  ooMtHMtion ,  welche 

ll  ileM  MUffAll  T^^rderUt  wurtic.   Man  erwartet  in  Ober- 


Die  handschriftnchen  gcstaltungren  der  Ifttciniscben  Navigatio  Brendani     15 

einstimmiing  mit  dem  namerus  des  subjecta  „ceperunt  cantare". 
Das  zweimalige  „de  navi'^,  zeile  13  und  14,  wird  an  dem  Sprunge 
wohl  schuld  gewesen  sein. 
27, Ü    „ignorabant  de  qua  natura  factus  esset  conopeus'*  statt  „ma- 
teria",  oder  ,,creat«ra"  der  anderen  hdöchr, 

32,20  ^fontem  in  modum  puteoli  surgentis",  wo  die  übrigen  hdschr. 
„in  modum  patule  surgentem"  lesen. 

314, 14  giebt  unsere  tamilie  eine  falsche  zahl.  Nicht  sieben  jähre  haben 
die  f rs.  ihre  feste  gefeiert,  sondern  sechs ;  das  siebente  mal  soll 
erst  jetzt  eintreten. 


§  10.  Diese  puncte  mögen  genügen,  um  eine  enge  Zusammengehörig- 
keit der  besprochenen  handschriften  darzuthuu.  Was  die  einzelnen 
mimmern  angeht  nud  die  frage  ihrer  Abhängigkeit  von  einander,  so 
lässt  sich  erweisen,  dass  R  unmittelbare  quelle  fUr  0  gewesen 
ist.  Erstens  stimmen  beide  in  der  Orthographie  und  in  der  dnrch 
initialen  gekennzeichneten  kapiteleinteilung  durchaus  überein,  zweitens 
in  folgenden  fehlem  und  lüeken: 

10,29  „usque  dum   ad  portum  venirent''  (sc.  navis)  statt  ,,veniret". 
14,  3    ,4io8siti8  observare"  statt  ,,potesti8  servare". 
15,23  „mos  est  .  .  .  ducere  frs.  per  orationem",  wo  „mos  est  ...  da- 
cere  frs.  post  orationem^  stehen  sollte. 

20, 13  fehlt  in  beiden  das  stück  von  ^ecce  apparuit  iliis  cacabus"  bis 
„Tone  8C8,  pater"  incl. 

21,35  Uberprangen  beide  den  satz:  „Doraine  libera  servos  tuos  sicnt 
liberasti  David  de  manu  Golye  gygantis^,  wohl  weil  der  folgende 
satz  ebenso  anfing. 

84>2    „pansillam  aque",  rell.  pusillum,  paxillnm,  pauxillum  aque. 

Dass  R  nicht  aus  0  stammt,  beweisen: 
10,30,  wo  in  0  der  satz:  „Beus  Israel  ipse  dabit  virtiitem  et  fortitu- 
dinem  plebi  sue,  benedictus  Dens"  fehlt,   in  R  aber  nicht  und 
weiter 

20,26  in  O  das  stUck  von  ,,Bedenti  super  thronam"  bis  ,,ad  cornu  al- 
taris"  (zl.  29). 

NR  und  P  sind  von  einander  unabhängig. 
N  kann   nicht  R   zur  vorläge   gehabt   haben,    da  N  den 
satz:    „Domine  libera  servos  tuos  sicut   liberasti  David**  etc.  21,34, 


tri  Steinweg 


welcher  m  R  fehlt,   nicht  durch   coDJectnr  in    Uberem&timmnng   mit 
anderen  mss.  ergänzen  konnte. 

N  kann  auch  nicht  ans  P  geflossen  sein,  denn  dort  fehlt 
in  dem  satze  33,29:  ^Circa  hora  nonam''  etc.  erstens  ,^prandium  de 
mare  i.  e.",  zweitens:  ^ambulan»  snper  dnobns  posterioribus".  Aus 
demselben  gründe  kann  auch  11  nicht  ans  P  stammen. 

R  aber  auch  nicht  aus  N,  weil  dieses  ms.  bei  21,13  eine 
lUcke  hat  (es  fehlt  der  passus  zwischen  den  beiden  ^reversas  est  in 
locum  suum''  zeile  13  und  17),  welche  sich  in  R  nicht  findet.  Schliess-  M 
lieh  zeigt  die  schon  oben  sub.  20, 11  besprochene  lücke  im  ORN,  dass 
P  keine  von  ihnen  zur  vorläge  hatte.  In  P  findet  sich  die  bemerkung 
von  dem  wiedergefundenen  cacabus. 


I 

I 


I 


§  11.  Bei  einer  textconstitution  verdient  N  den  Vorzug  vor  R. 
P  ist  als  lUderlicbee  machwerk  Oberhaupt  nicht  zu  benutzen. 

N  ist,  wie  wir  schon  beim  obigen  vergleich  mit  0  und  R  gesehen 
haben,  viel  weniger  fehlerhaft  als  seine  geschwistcr,  wenngleich  die 
lUcke  bei  20, 12  inN  grüsser  als  in  OR  ist  und  21,13  sich  eine  andere 
findet,  wo  die  übrigen  nichts  missen,    cf  ende  §  10. 

P  ist   ein  von   fehlem   und   Iticken    strotzender   aiiszug   eines  zu 

unserer  familie  gehörigen  ms.    Dass  er  zu  d  gehurt  zeigt:  M 

5, 25,  wo  er  „Brandauus"    statt    „Barinthus"    schreibt.     Den   darauf 

folgenden  satz  beginnt  P  mit:    „Igitur  scs.  brandanus  perrexit 

de  omni  congregacione  sua"!  .  .    Schon  ■ 

4,  2ft  lässt  „indiges    aliquid  cibi  ant  potus  sive  vestimenti  XV  enim 

dies  fuisti  in  hac  insula  et  gustasti  de  cibo  autde  potu"  aufm, 

d  oder  AB,  in  denen  sich  dieser  satz  findet,  als  quellen  schliessen. 


Freilich  ist  hier  das  falsche  „unum  annum"  in  „XV  dies**   be- 


I 


richtigt,  aber  vor  gustasti  ;jnon"  ausgelassen. 

ft,  lÄ  beschränkt  „repleti  muwto^  statt  „multo*"  seine  herkunft  auf  m 
und  d  und  5, 25  schliesslich  auf  d.  —  Es  ist  unnötig  proben 
von  den  ungeheuerlichen  tehlern  zu  geben,  welche  sich  in  dieser 
handscliriit  fast  auf  jeder  seite  finden,  es  mag  genügen,  wenn 
wir  zeigen,  worum  es  dem  echreiber  ku  thun  war,  und  wie  sum- 
marisch er  mit  seiner  vorläge  wirtschaftete.  ■ 

21,  Ä  verkündet  der  redende  vogel  dem  hl.  Brendan  ort  und  zeit  der 
feste,  welche  er  zu  feiern  hätte.     P  schreibt:    ^in  dorso  belne  ■ 
celebratis  nativitutem  domini   (womit    er    auf  zl.  7  springt)  etl 
hec   dicens    avolavit".    (zl.  13.)     Nach    dieser   Vergewaltigung 


»ie  handgchriftlichen  gestaltungen  der  Inteiniadien  Navigatio  Brendani 

wird  das  abentener  mit  dem  meeruDgetttm  übergangen  wud  mit 
zl.  23an  22,22  angeknüpft  r  „Santus  vero  brand.  cum  suis  fratri- 
bns  iude  navigantes  veoeraot  ad  quaudam  maulam  in  quam 
fratres  descendeDtes  et  aquam  miuime  reperientes  metnm  testa- 
bantur.  QuibiiB  ipse  ait  Numqnid  'difficilius  est  dco  vobis  tri- 
baere  aqaum  qaam  victum?  Ite  contra  mariä  plagam  et  in- 
yenietis  fontem  Incidissimum  inde  mihi  gtipeudia  Rumite  secundum 
mensnram  (zJ.  26)  et  vobis  Signum  videbitis  (zl.  34)  in  quodam 
loco  cadaver  mortuum  coiusdam  immanissirae  belue  et  invenerunt 
omnia  sicut  vir  di  predestinavit" !  \z\.  36.)  — 
Trotz  der  wenigen  punete,  welche  mir  für  die  vergleichung  von  H 
ZDF  Verfügung  standen,  lässt  eich  dennoch  dieser  codex  mit  ziemlicher 
Sicherheit  unserer  familie  d  einreihen.  Zum  ersten  bat  er  gleifhen 
gchlnss^  dann  weist  uns  4,29:  „minm  annum  enim  es  in  hac  insula"  etc. 
anf  d,  m  und  A  B. 

m  kann  wegen  seiner  kürzeren  schlussredaction  nicht  in  betracbt 
kommen,  sodass  d  and  A  B  übrig  bleiben.  31, 6  endlich  verrät  der 
mit  0  und  li  gemeinschaftliche  fehler  „nrnbra  mortis"  statt  „nmbra 
noctis"  die  fam.  d  als  quelle. 


§  12.  Eine  weitere  familie  nennen  wir  1.  Sie  hat  ihren  haupt- 
vertreter  im  codex  Lipsiensis  und  zählt  sechs  glieder:  LWKZ0D;  die 
in  folgenden  pnncten  ihre  gemeinsame  abstamraung  zeigen. 

L4, 28  lesen    wir   in  1   ohne  jeden   zusatz   einfach   und   verständlich: 
„Sicut  illam  vides  modo  (sc  terram  repr.  scor.)  ita  ab  initio 
mundi  permansit:   dies  namqne  est   semper"  etc.     Alle  Übrigen 
-        familien   haben   hinter  „permansit^  grössere   oder   kleinere  zu- 
p       Sätze  fehlerhafter  natur. 
11,14  ist  scheinbar  alles  in  Ordnung,  wenn  wir  in  1  lesen:  „Cum  autem 

Inavigassent  jnxta  insularo  per  triduum  et  venissent  ad  snmmi- 
—^  tatem  illius  .  .  .  viderunt  ineulam  aliam"  etc.  Der  zusammen- 
K  gammenhang  aber  erfordert  hinter  rijuxta  insulam"  eine  nähere 
■  bestimmnng,  denn  die,  von  welcher  die  Schiffer  eben  kommen, 
■  war  ja  der  Jasconius  und  schwamm  weit  weg.  Folglich  fehlt 
I  hinter  insulam:  „uhi  erant  per  triduanum  antea",  was  auch  die 
B  übrigen  handschriften  geben. 
16,  Ä9  fehlt  „alia"  zwischen  „ante  duo"  und  „altaria",  denn  „Septem 
laminaria  habebat,  tria  ante  altare  qnod  erat  in  medio  et  bina 
ante  dno  alia  altaria^. 
22, 12  n^xspectatis"  statt  des  richtigen  futurum  exspectabitis. 

RoDuinlscho  ForachnDgcn   VII.  ^ 


hinweg 

82, 0    per  XL  annos  statt;  wie  es  heissen  mnss,  LX  a. 

ZA,  5    „vud(per)   XXX  annos",   wo   für    XXX   die   zahl    LX   stehen 

sollte. 
3S,  14  fehlt  das  yerbnm  novit  in  dem  satze  „velocitatem  obitus  illius 

certa  attestacione  novit". 


§  18.  Wie  verhalten  sich  nun  die  einzelnen  handschriften  der 
familie  1  wechselseitig?  —  Sie  sind  alle  unabhängig  von  einander, 
denn  dass  L  nicht  ans  W  stammen  kann  zeigt  vor  anderen 

8^11,  wo  der  satz:  „Similiter  inveniebant  de  potn  quantam  volebant" 
in  W  fehlt,  in  L  nicht.    Ferner  fehlt 

9,2    in  W  ein  satz  (En  frater  bis  sepultnre),  der  in  L  steht  nnd 
20,27  ein  dritter:  „Salns  Deo  nostro  sedenti  super  thronum  et  agno", 
den  L  ebensowenig  frei  erfinden  konnte  wie  die  3ö,  9  von  W 
ttbcrsprnngene  zeile. 

Aber  anch  W  ist  nicht  aus  L  abgeschrieben,  denn: 

4,27  fehlt  in  L  hinter  ^quid  me  interrogas":  „unde  sim*^  bis  „inter- 
rogas",  in  W  nicht.  Gleiche  ausfölle  in  L,  die  auf  gleiche  weise 
durch  die  Wiederkehr  derselben  worte  am  schluss  der  vorher- 
gehenden und  der  übersprungenen  stelle  etc.  veranlasst  wurden, 
finden  sich  13,5;  18,19;  19,24;  30,7.  Da  in  W  hier  nichts 
vennisst  wird,  muss  diese  handschrift  eine  andere  vorläge  ge- 
habt haben,  cf.  auch  21, 1.  Dass  sie  die  gleiche  war,  welche 
anch  L  benutzte,  lässt  sich  aus  der  genauen  Übereinstimmung 
von  vielen  fehlem  und  lUcken  schliessen,  die  beiden  band-* 
Schriften  gemein  sind.  Man  vergleiche  hierfür  die  ScbrOder'schen 
Varianten.  Im  Übrigen  erweist  sich  aber  L  als  die  bessere  band- 
Schrift,  so  dass  wir  bei  einer  recensio  ihr  den  vorrang  vor  W 
lassen  mUssen. 

Es  bleibt  von  den  genau  bestimmbaren   mss.  der  familie  l 

nur  noch  der  Berliner  codex  K  übrig.    Der  ihm  gewidmete 

abschnitt  wird  zur  genüge  zeigen,  dass  er  weder  quelle  für  L  oder 

W,  noch  für  irgend  ein  hier  untersuchtes  ms.  war  und  dass  er 

bcrhaupt  nicht  massgebend  sein  kann. 

Wie  P  ist  auch  K  ein  codex  decurtatus,  dem  es  nicht  darum  zu 

lu  war  seine  vorläge  genau  wiederzugeben,  sondern  zu  kürzen 

ea  nur  anging.    Dass  dem  so  ist  und  wir  es  keinesfalls  mit 

tr  literarischen  redaction  zu  thun  haben,  beweisen  stellen, 

deaen  der  Schreiber  den  zusammeuhuug  bei  der   kürznng 


Die  handschriftlicheu  pOBt«ltungen  der  lÄteiniscIjen  Niivigatio  Brendani     19 


Dicht  wahrte  nnd  wirkliche  Ittcken  aufkomnien  liess.  So  ist 
28,14  der  passns:  „Fratres  autem  interrogabant,  ciuisnain  esset 
ex  eis.  Qni  noluit  indicare"  in  K  aui<gelassen.  Dort  sagt  Bren- 
dan  seineu  genossen,  dass  einer  ihrer  brllder  auf  der  insel 
bleiben  würde,  welche  sie  vor  sich  sähen  und  fährt  fort:  „cum- 
que  perseverarent  interrogantes  quis  esset  dixit  Ulis;  Unus  illorum 
est  qui  subsecuti  sunt  nos  de  monasterio".  Vorher  ist  aber  in 
K  von  einem  fragen  noch  keine  rede  gewesen,  weshalb  denn 
nicht  wohl  mit  ..perseverarent  interrogantes"  fortgefahren  werden 
konnte.  Ferner  zeigt  Vergewaltigung  seiner  vorläge  27, 14  ft'., 
wo  in  K  zeile  17  bis  27  fehlen,  von  „Cum  intus"  bis  „vir  Dei", 
Man  befindet  sich  nämlich  vor  der  wunderbaren  süule  im  meer, 
und  Brendan  heisst  f*eine  jünger  eine  masche  des  von  ihr  herab- 
hängenden netzes  halten,  auf  dass  sie  hindurchfuhren  und  die 
wander  des  Herrn  schauten :  „at(jue  videamus  diligenter  magnalia 
creatoris  nostri^'  schreibt  K  und  fährt  mit  zl.  27  fort:  „Qnartn 
autem  die  invenerunt  calicem^*  .  .  Wir  erfahren  also,  weder 
dasß  der  aufforderung  des  paters  folge  geleistet  wird,  noch  ob 
man  überhaupt  Wunderdinge  erblickte,  sodass  auch  hier  das  ge- 
ftthl  einer  lücke  entsteht.  Noch  ein  solcher  beleg  mag  hier 
platz  finden: 
,  10  kündet  S.  Paul  den  Wanderern  ihre  weiteren  Schicksale :  vierzig 
tage  würden  sie  noch  umherfahren  und  inzwischen  die  festtage 
an  den  gewohnten  orten  feiern,  dann  aber  «las  gesuchte  land 
finden;  dort  weitere  vierzig  tage  verbringen  and  darauf  heim- 
kehren. Auf  diese  Weissagung  folgt  in  K  unmittelbar:  „Transactis 
autem  XL  diebus  .  .  cooperuit  eos  caligo  graiidis"  etc.  35,  10. 
Mit  einem  schlage  befinden  sich  also  die  frs.  vor  der  terra  re- 
promisaionis ,  ohne  dass  sie  abschied  vom  eremiten  Paul  ge- 
nommen hätten,  ohne  dass  uns  gesagt  wäre,  woher  der  procurator, 
den  sie  36, 3  entlassen  hatten,  kam.  — 

Zur  besseren  beurteilnng  geben  wir  nur  noch  einige  von 
den  grösseren  kürzungen.  Es  fehlen:  7,  6  —  8  von  reficie- 
bant  bis  navis,  11  —  2^)  von  cum  autem  bis  vexatorum, 
9,  32  —  35  von  illum  bis  fuerat,  16,  31 — 35  von  patene  bis 
similiter,  17,  10  —  16  der  gesang  des  paters,  18,8  —  11  von 
Brandan  bis  igne,  21,13 — 16  von  porro  bis  porro,  27,34  von 
quia  nuUum  bis  28,  7  aquilionem,  30,26  —  32  von  idcirco  bis 
mane,  31,  3 — 33  von  cum  autem  bis  nlulata,  also  die  ganze 
streitscene  zwischen  Brendan  und  den  daemonen  um  Judas, 
33,23—25  von  cum  bis  porro.  —  Natürlich  verknüpft  K  die  so 


miwciiuuidergeriisenen  fttelleo  iti  passender  weise,  so  dass  der 
IcMT  an  doi  meisten  kaum  einen  ausfall  merkt.  — 

9  14.    D«e»Dzar  familie  1  gehört  zeigt: 

U,  11«  wo  in  arcbet/pon  dieser  familie  „Alba  iiüvimus  quia  (((nod)  in 
fuadjwo  di  ipstium  niürubamini;  ubi  evi  ille  paradysus  nesci- 
mn^ttnä*  JBpatiam  morahamini"  itiurh  dort  unleserlich  gewesen 
■da,  deoft  W  mid  K  manheu  ^Hpatio  inariH'^  daraus  ^  A  und  D 
•picSoDi  marift''  (88,  a.  29),  was  keinen  sinn  giebt.  L  half  sich, 
{■den  e«  die  fraglichen  worte  auHlioss  und  als  verbum  vicarinm  : 
„folftia^  gebrancbte. 

10,6  folgt  Ü  der  redaction  von  1  und  liest:  „Pater  hie  celebrabitis 
«abbatum  icm.  miflHaH  craM  .  .  proposuit  vobis  deus  celebrare 
tue  reflorrectionis  diem*'. 

Auch  Z  und  ^  gehören  hierher,  denn: 

1, 16  IcHcn  beide  „iuxta  niontem  lapifüs'^,  was  nur  die  zu  1  gehörigen 

niuH.   iiaben.     K   liest  zwar   „apiflis",   das   aber   macht   keine 

andere  vorläge  nütig. 

Hiermit  wJire  das  von  uns  flelbst  bearbeitete  und  das  noch  mit 

einiger    wahrscheinHchkeit    unterzubringt'iide   materiul,    welches   wir 

fremder  collation  venlankeii,  7.»  ende.    Bevor  wir  uns  jedoch  mit  dem 

MorauHchen  apparat  befassen  soll  erst  nachgewiesen  werden,  wie  die 

fHr  dii^    drei    familie»    tu   d  und  1    im    vorhergehenden    erschlossenen 

(piellen  sich  /iieitiander  verhalten  nod  wie  weit  es  mliglieh  ist  sie  auf 

andere,  noch  weiter  rUckwlirts  liegende,  zu  führen. 

§  15.  1  und  d  weisen  durch  gemeinschaftliche  redactionen  ein- 
teloer  stellen,  in  denen  sie  sieh  von  den  übrigen  familien  unterscheiden 
und  durch  einige  gemeinschaftliehe  fohler  aut  ein  und  dieselbe  <iuelle, 
welche  wir  mit  klein  c  bezeiehnen.    So  finden  wir  in  beiden: 

15,17  „proficiseiuiini  obviara  veritati",  wo  die  anderen  ^obviam  veri- 
tatis**,  oder  „obviara  nobis"  lesen.  (Auch  A  B  F  lesen  wie  1  und 
d;  Über  diese  mss.  jedoch  cf.  §  18.) 

20,19ntalia  vidcbantar  (sc.  genera  bestiarum)  sicnt  civitas  in  g>Tom 
applicantes  eapita  ad  posteriora  jacendo"  in  d  und  1,  m  liest 
dafür  ^tales  viderunt  sicut  civitas  in  girum  adplicantes  eapita 
ad  pOBteriora  iacondo",  2^  ohne  talia  videbantar:  sicut  civitas 
in  «rvro  applicantes  eapita  in  posterioribuB". 


^ 


Die  handschriftlichen  gestaltimgen  der  lateinischen  Navigatio  Brendani    21 

27, 24  las  c:  ♦,super  iimbram  solis  et  calorem  poterant  sentire",  das 
beweisen  1  nnd  die  beste  bandschrift  vod  d:  N;  alle  übrigen 
lesen  statt  super;  „semper". 

27, 27  steht  in  d  und  1  (u.  B  F) :  „sie  per  quatuor  angnlos  predicte 
turris",  wo  die  anderen  vorher  noch  „per  quadridimni  operatus 
est  vir  dei"  haben  (wie  m  und  DFXJ&),  noch  andere  nur 
,.sicqne  per  quadr.  oper.  e.  v.  d/  (wie  CEGHU). 

28,  12  lesen  1  und  d:  „ventus  illuc  subtrahit  nos  recto  cursn.  Ergo**  etc. 

In  m  und  -^  steht  zwischen  cnrsu   und  Ergo    „circumdabatur 

(cirenmdabitur  enim)  illo  limite". 
31,8    findet    sich    in   d    und    1:    „tu    vero    abstulisti    nobis    cursum 

nostrum",  in  m:  „reddidisti  n.  nr.  mursum",  in  2:   „redde  nob. 

morsnm  nr." 

86,14  schliesslich  fehlt  in  dem  satze:  „veloeitatem  obitus  illiiis  certa 
attestatione  novit"  das  verbum.    [So  auch  in  AB.) 

§  16.  Hiermit  ist  die  notwendigkeit  der  dritten  gemeinsamen 
quelle  c  erwiesen.  Aber  auch  m  zeigt  beziehungen  zu  beiden  eben 
besprochenen  familien,  und  aus  folgenden  stellen  wird  hervorgehen, 
dass  wir  für  m  nnd  c  gleichfalls  eine  obere  handscbrift  construiren 
können,  die  y  beissen  möge. 

4,  l  wird  die  lebensweise  der  miinche  Memocs  geschildert  und  die 
erzählung  in  1  mit  dem  satze  geschlossen:  ,,Ac  post  comple- 
torium  sin^uli  in  suis  cellulis  usque  ad  gallorum  cantus  seu 
pnlsum  campane  permanserunt'^.  Darauffährt  der  sclireiber 
fort:  „Mihi  hie  pernoctanti  insularnque  totam  perambulanti 
meus  filiolus  duxit  me  ad  litus  naris''  etc.  Die  construction 
„mihi  pernoctanti  .  .  duxit  mc'  ist  ohne  sinn,  die  Verbindung 
„pernoctanti  insulamque  perambulanti"  im  höchsten  grade  un- 
wahrscheinlich, so  dass  zweifellos  eine  Verderbnis  vorliegt.  lud 
lesen  wir:  „frs.post  completorinm  in  suas  singulas  cellulas.  ..redi- 
bant.  Pernoctantibns  ibi  nobis  et  perambulantibus  totam 
insulam  mens  filioIuB  duxit  me  ad  litus  maris".  Hier  ist  der 
Sachverhalt  genau  ebenderselbe,  mir  haben  wir  im  ersten  satze 
ein  anderes  verbum:  ,.redibant*  statt  „permanserunt"  und  darauf 
f«)1gend  den  plural  des  abl.  abs.,  wo  in  1  der  singular  steht.  — 
m  liefert  uns  die  erklärung  dieser  Verderbnis  und  zeigt  ihren 
ansgangspunct.  Dort  ist  der  satz:  ,,frs.  post  completorium"  etc. 
ohne  verbum.  Hinter  „seu  pulsum  campane'^  steht  ein  strich- 
punct  und  dahinter  wird  mit  einer  majuskel  fortgefahren:  n^er- 


'/i  Karl  Steiswef 

uoctftut  ibi  DobU  et  perambokiitibiis  totam  ingnluii  et  mesn 
liliolttii  düxit  m»  ad  IHm  niAiii'' .  .  Die  fehleriuifte  Hrnrnng 
aueb  de«  xweiten  Mtsee  leacbtet  ein,  denn  ^pernoctant  nobis' 
Ut  Hiebt  eoogrueut  zu  „et  perambaltntibiis'',  man  mOsste  dem 
p«!*'  vor  perambalantiba«  und  Tor  meae  atreichen  und  hinter  ibi 
tfUrk  ioterpiiiigfiereii.  Aber  wir  kommen  aaf  andere  weise  sicherer 
an  die  wuriMl  diese«  ttbels :  In  y,  aaf  welches  exemplar  wir  m  d 
und  I  Rurtlekflibren  wollen,  verkannte  der  librarins  die  sagehGrig^ 
keit  von  „pernoetant  ibi**  snm  vorhergehenden  satze  nnd  fing 
damit  »inen  neoen  an.  m  merkte  das  nicht  nnd  blieb  deshalb 
ohne  verbum  im  ersten  satx.  d  ergftnste  „rediebant'*,  1  „perman- 
sernnt',  Aas  „pmoetant  ibi'*  las  1  dann  weiter  „pemoctanti* 
bdrans,  d  «.pemoetantibos'',  nnd  so  entstand  die  unsinnige  con- 
»truetion  la  „daxit  me*'.  Die  vorläge  von  y  aber  las:  „frs. 
poat  eompletoriom  in  suis  singulis  celluHs  .  .  .  pemoctant 
{pfi*\>>  pemoetahant  ibi,)  Nobis  autem  perambolantibas  totam 
insiiUiiii,  mmt  tiliat  daxit  me  ad  litas  maris". 

Vmm  dem  so  ht  beslitigt  ^:  denn  Jubinal  [2,9  a.]  schliesst 
A»m  vnttm  «all  mit  ^penKkefabanf  nnd  beginnt  den  folgmden 
wil)  ,D«m  ait««i  egA  el  üliola«  mens  perambalaremas  totam 
twsilaim  daxll  ip»e  me  ad  fitras  maris^  ete. 

\Aikeli  lüta^  AB  wini  dktiie  Terderhnis  (t)  tob  Moraa  «■• 

1^  H  t4^  Itaiiwllt«*  ta  dim:  ^ia  taanEm  habaima^  de  «aeaetate  ««or- 
ynMimU  lA  alt  al^  Ttdeffvwiar  iv^iMi  mwcrc«^  .1  aw>r{i\  E$  mnss 
nWt  >iVfM  mali«^  W«j:3)»k  ine  aiw^  «dße  ai>deiva  B«i$;.  leHcn. 
A»*%lx.    i^aL?a^ 

IQt  ^  Wm^rbfl  «e«»'  Jkn«  <dm   ^una&fixi   £w»f9Wtr^aA£t^  }fink:e  änv 

qn^  Wi^.  '/itoe  ilw«'  iuiwi  üh  iiuii\z  J«r-tniwdpnnlwa  -m^itn-.. 
Wiftf^miii  lau  :m^^  ^afmii^  tut  iruUiitinir  Bir  ai.  Sticrnditi»  öa 
^«^  <r  Htm  iü^n  üitbvr  nb^i  ^priiuc  }.  l-k  joeariMÜiiuii  iDttnm 
(iutiti^  ^  tmi  -wn  ^n  ^mu^  nliw  it  i«ica-*  iiiMthio,  miiu  itimptr 
■ma.  iuttit  ui  impäutitni  itiämim  iiur  üu  itisauiitir  «.'aanun  itt 
vfiHMfr  4C  ist  rouabot^  ii}h»}iio(r.    io  in  1.  m  iint  miwi   n  X'H 


>ie  liandschriftlichen  geataltungen  der  lateinischen  Navigatio  Brendani     23 

(129,  a.  183).  Der  znsatz  in  y  scheint  interpoliert  zu  seiu,  denn 
ttberall  wo  die  mönche  landen  und,  sei  es  auch  nur  quell- 
wasser  schöpfen  oder  sonHt  etwa*s  nehmen  wollen,  verbietet 
ihnen  ihr  pater  ansdrUcklich  „illieitam  rem"  zu  begehen.  Erst 
mUsse  der  befragt  werden,  der  das  land  inne  habe.  cf.  7,17; 
15,33  etc.  Im  anderen  falle  erfolgt  eine  eben  so  bestimmte 
aufforderung  zu  nehmen  und  zu  essen,  wie  18,  28;  22,  25; 
25,  25. 
Noch  eine  eigentUmlichkeit  von  y    sei  erwähnt:    oft   finden   wir 

dort  „ascendentes  de  navi"   statt   „descendentes   de  navi"*   cf.  11,  21; 

14, 36  etc.,  „dispendia   sumpsernnt"   für    „stipendia  s.^    11,28;  19,6; 

20, 14  etc. 

§  17.  Es  ist  nun  an  der  zeit,  dass  wir  uns  zur  bearteilnng 
|des  handschriftlichen  apparates  wenden,  welchen  Moran 
pg.  85  giebt.  Er  umfasst  in  alphabetischer  folge  die  mss.  A  bis  H. 
Dieser  apparat  ist  durchaus  unsicher  und  deshalb  mit  äusserster  vor- 
sieht zu  benutzen.  Vor  allen  dingen  wäre  es  doch  nötig  gewesen, 
dass  Moran  bei  seinem  ahdmck  sich  genau  an  Jubinal  gehalten  hätte. 
Das  geschieht  aber  keineswegs.  Wir  finden  bei  ihm  an  vielen  stellen 
einen  ganz  anderen  text  als  den,  welchen  er  hat  abdrucken  wollen. 
Wörter  werden  ergänzt  [(86,1)  virtutem  hinter  saltus  (119,221,  una 
hinter  menaura  etcj,  fehler  stillschweigend  verbessert  [(87,21)  occursu 
in  occasu(91;18),  der  accus,  ventum  in  dem  nom.  etc.],  ja  ganze  Sätze 
ausgelassen  und  andere  aufgenommen,  alles  ohne  eine  diesbezügliche 
anmerkung.  So  liest  Jubinal  |51, 12]  hinter  „Prospernm  iter  vestrum 
faciat"  —  pDeus  salutarium  nostrorum.  Reversi  sunt  autem  ad  in- 
sulara  procnratoris"*  .  .  Moran  (129,14)  dagegen  mit  einer  empfind- 
lichen lllcke  nur  „Prospernra  iter  vestrum  faciat  insnlam  proeuratoris*^ ! 
cf.  35,  6.  Gleich  in  der  folgenden  zeile  fügt  Moran  hinter:  ^Ibi 
Bumpseront  expendia  ad  usds  quadraginta  diemm^  einen  satz  ein, 
wel<?her  sich  bei  Jubinal  nicht  findet,  nämlich:  „Erat  autem  navigium 
illorum  contra  orientalem  plagam  quadraginta  dierum".  So  steht  auch 
der  satz  (112,11)  „Fratres  raagie  ac  magis  timebant*'  nicht  bei  Jubinal. 
Dieses  register  konnte  «m  ein  gutes  stUck  verlängert  werden,  es  mag 
aber  nur  noch  gesagt  sein,  dass  auch  die  Varianten  Jubinals  für  D 
and  E  bei  Moran  feblen,  und  dass  wir  dort  E  nicht  als  frg.  erkennen, 
Lwelches  schon  (125, 8  u.)  hinter  erat  aufhört.  —  Wie  steht  es  nun 
^aber  mit  der  Zuverlässigkeit  des  Jubinal'schen  textes  und  der  seiner 
Varianten?—  Schröder  pg. XVIIl  traut  ihnen  nicht,  und  dass  er  recht 
bat  zeigen,   um   nur  zwei  beispiele  anzuführen,   [21,3]  wo   „obviam 


Carl  Steinweg 

Bobis"  für  H  D  und  E  steht,  während  die  collation  des  herni  prof. 
iSuchier  für  D  und  E  ,,obviain  veritati'^  vermerkt  und  |24,  4],  wo  Ju- 
biirnl  auzugeben  uiiterlässt,  dass  D  und  E  den  satz;  ,,q«od  poBtea  rei 
gesie  probavit  eventus*^  nicht  haben.  Auch  diesen  nacliweis  verdanke 
ich  obengenannter  collation. 

Aus  all  diesen  gründen  ivird  es  gerechtfertigt  erscheinen^  wenn 
wir  argamenta  ex  silentio  nicht  beachten  und  nur  nach  einigen  uns 
sicher  acheinenden  anzeichen  einebestimmung  dieser  handschriften  vor- 
nehmen. Es  mU88  einer  Bpäteren  und  genaueren  collation  aufgespart 
bleiben  hier  das  endgiltig  richtige  festzustellen. 

§  18.  Bei  besprechung  der  quelle  y  haben  wir  an  einigen  puncten 
gelegenheit  gehabt  darauf  hinzuweisen,  dass  auch  die  handschriften 
AB,  resp.  ABF  mit  den  dort  für  y  charakteristischen  merkmalen 
tibereinstimmen,  cf.  §  16  sab  4,1^  5,15;  35,19.  Dies  allein  schon 
giebt  uns  das  recht  jene  drei  mss.  zum  zweige  y  zu  «teilen.  Wir  be- 
zeichnen sie  mit  f  und  wollen  im  folgenden  eine  nähere  bestimmung 
versuchen. 

Die  schlussredaction  von  f  weist  auf  c;    nur  F  macht  in  so  fern 
eine  ausnähme,  als  es  den  letzten  satz  36, 13  von  „Postremo"  an  fort- 
lässt.    Dass  aber  dieser  codex  ebenfalls  die  ausgedehnteste  fassung 
vor  sich  hatte»  zeigt  die  übereinstimmnug  im   vorhergehenden   satze. 
Weitere    beweise,    dass   f  zu   c   gehört   finden    sich    an    folgenden 
stellen : 
4,  S  soll  in  A  B  ^Pernoctantibus   autem  nobis  et  perambulantibns" 
stehen   (87,  a.  21).     Demnach   hätten  wir   hier   die   §  16   be- 
sprochene  Verderbnis  von   d.     Für  F    hat   Moran   nichts   au- 
gemerkt. 

18,86  lesen  fundl:  „irruit  sopor..  .  in  alios  quoque  duorum  dierum", 
gemäss  der  vorhergcgaDgenen  aussage,  dass  einige  zwei  becher 
von  dem  gefährlichen  wasser  tranken.  In  allen  übrigen  mss. 
ist  nur  von  einem  drei-  und  einem  eintägigen  schlaf  die  rede. 

(108,  a.  135.) 

27,17  stimmen  dl  und  AB  in  der  redaction  Uberein.    cf.  §  15  I.  c. 

20, 1  üammt  die  insula  fabrorum  in  d  1  f  „sicut  uuus  clibanus"  (121; 
a.  168),  in  den  anderen  „sicnt  onus  globus'^. 
Mit  Sicherheit  also  lässt  sieh  f  in  keiner  familie  nnterbringen,  wesB- 
halb  wir  diese  farailic  neben  d  und  1  für  sich  gesondert  bestehen  lassen. 
F  seheint  in  ihr  eine  eigene  Stellung  einzunehmen,  denn  an  einer  anzahl 
von  vermerkten  Varianten  ist  dieser  cod.  nicht  genannt.  So  soll  8, 84  nur 


Die  handachriftlichen  gestÄltungen  der  lateinischen  Navigatio  Brendarii     25 

ABwiey  „nt  aliquid  furti  violet  nostrura  iter''  liaben,  F  dagegen  mit 
den  übrigen  ^furto"*  lesen  (94,  a.  60),  9, 2Ö  nur  Aß  mity  öbereiastimmen 
in  dem  satze:  „fr«,  vero  festiDabant  secundutn  mandatum  viri  dei  ad 
gregem  qui  statim  acceperunt  de  grege^  (sc.  onam  ovem),  F  ohne  diesen 
passus  sein.  (95,  a.  69).  —  Der  gleiche  fall  knrz  vorher  nnd  kurz  nachher. 
cf.  9, 25  (95,  a.  68)  nnd  9,  33  (95,  a.  70).  —  In  anderen  17  Varianten 
gehen  A  B  und  F  zusammen  und  lesen  wie  y.  —  16, 8  ist  F  inter- 
poliert. Dort  erzählt  der  abt  der  familia  Ailbei,  unserem  Seefahrer, 
dass  diese  familie  bereits  achtzig  jähre,  seit  den  zeiten  de«  bl.  Patri- 
cias und  Ailbeus,  auf  der  Insel  banse.  F  schiebt  hinter  annos  folgen- 
den satz  ein:  ^Sanctissiraus  Patricius  archipontifex  tocius  Ilybernine 
erat  qui  eam  de  gentilitate  ad  fidera  convertit:  beatissimus  vero  Ail- 
beus archiepiscopus  provinchie  Mnmenfae  erat  quae  est  Hybcrniao 
quinta  pars".  Mit  „Et  ille  addidit''  wird  der  unterbrochene  gang  der 
erzählung  wieder  aufgenommen  (104,  a.  114  k 

§  19.  Hatte  nun  unser  text  im  jillgemeinen  in  den  zu  y  gebtirigcn 
familien  dieselbe  fassung,  8o  kommen  wir  jetzt  zu  eioem  anderen 
zweige  der  Überlieferung,  dessen  bauptvertreter  fttr  uns  cod.  H  bildet. 
Wir  werden  sehen,  wie  hier  nicht  nar  eine  grosse  anzahl  legarten  von  den 
bishergewohnten  durchaus  abweicht,  sondern  dass  auch  im  einzelnen 
erhebliehe  unterschiede  stattfinden. 

Diesen  neuen  zweig  nennen  wir  g  und  zählen  zu  ihm  die  sechs 
mss:  C  E  6  H  Q  Y.  E  istfragment;  es  fehlen  die  letzten  fünf  selten: 
32,11  ff.  hinter  tanta. 

Schon  §  1  haben  wir  auf  die  gemeinsame  schlnssredaction  dieser 
gruppe  g  hingewiesen,  welche  nicht  in  dem  masse  ausgedehnt  ist 
wie  in  y.  Fttr  C  und  G  werden  keine  Varianten  angegeben,  Q  schliesst 
hinter 

S6, 8  folgendennassen :  „pervcncrunt  ad  monasteriiim  snum.  Quem 
cum  frs.  vidissent  glorificaverunt  deum  pro  recepto.  Cum 
quibuB  loquebatur  mirabilia  dei  que  viderat  queque  audierat 
sicque  dormivit  in  scnectute  bona  et  appositus  est  ad  patres 
ßuos  per  omuia  benedictus  qui  vivit  et  regaat  in  secula  aecu- 
lorum  amen"*. 

Y:  „pervenit  ad  mona.?terium  suum.  Quem  cum  vidiseent  frs. 
glorificaveront  deum  pro  recepto  patrono.  Cam  quibiis  loquebatur 
mirabilia  dei  que  viderat  et  audierat  et  postea  dies  uite  suc 
finivit  in  pace  reguante  doniiuo  nostro  iheau  christo  cuius  regnum 
et  Imperium  pemianet  in  secula  secalorum  amen.  Igitur  venera- 


Bteinweg^ 

biÜB  brendanus  in  provincia  stagnile  rnnmenBium  regione  natns 

et  8ob  doetrina  evangelica et  in  sanctis  suis  dominmn 

glorificant  qtii  coiu  eterno  patre  et  spirito  saneto  vivit  et  regnat 
den«  in  secula  secwlorum  amen,'*  Der  letzte  satz  entspricht 
einem  in  H  auf  unseren  tractat  folgenden  abschnitt,  welcher 
^De  obitu  sancti  Brendani-'  überschrieben  ist.  cf.  (54 — 55»)  — 
Die  redaction  also  ist  dieselbe  wie  in  H. 


§  20.  Wir  liaben  jetzt  nachzuweisen,  wie  —  auch  abgesehen  von 
dieser  besonderen  schlussfassung  —unsere  fiamiüe  g  von  y  verschieden 
ist  und  welche  ihrer  handschriften  in  einem  engeren  verwandtschaft- 
lichen Verhältnis  stehen. 

4j  30  findet  sich  in  g  hinter  „noster  Jhesus  Christus  lux  ipsius  est^ 
ein  Zusatz  folgender  art:  ^et  nisi  homines  contra  Dei  prcceptnm 
egissent,  in  hac  terre  amenitatc  permansissent".  Quod  nos 
audieutes,  in  lacrimis  conversi  suraiu'*,  qoi  postquam  quievirnas"^ 
(sc.  confestim  inehoavimus  iter.)  (88,8 — 11)  [4,5— 7|.  Dass  wir 
hier  eine  Interpolation  vor  uns  haben  ist  handgreiflich. 

9j25  lesen  die  mss.  y:  „Perambulantes  autem  insulam  illam  inve- 
nerunt  diversos  greges  ovium**.  g  ohne  den  Vordersatz  ^peram- 
bulantes  autem  insulam  illam"  (95,8«.)  [12,11].  Einige  Zeilen 
weiter,  9, 28  hinter  „accipite  qiie  sunt  necessaria  ad  diem  festum 
de  grege",  haben  y  und  g  abermals  verschiedene  redaction. 
g  die  kürzere  und  bessere:  „Uli  autem  acceperunt  onam  ovem 
et  cum  ilhun  ligassent'*  etc.,  also  ohne  „frs  vero  festinabant 
secnndum  nmndatnm  viri  Dei  ad  gregem*,  was  wir  in  y 
lesen. 
II,  Ift  ist  vom  Jasconius  die  rede.  Sein  abgang  wird  in  y  mit  folgen- 
den Worten  beschrieben:  „porro  illa  insula  ferebatur  in  oceanum". 
In  g:  ,,porro  eadem  insubi  mer(<it  se  in  oceanum",  wo  das  fol- 
gende „.Jamqne  potuerant  ignem  ardentem  (sc,  cacabi)  ultra  duo 
videre  militiria*^  durch  „mersit  se"  als  falsch  erkannt  wird,  denn 
weno  der  Jasconios  untertauchte,  konnten  die  frs.  auch  das 
feuer  unter  dem  kochkessel,  den  sie  auf  seinen  rücken  gesetzt 
hatten,  nicht  mehr  sehen  (97,18  und  a.  85)  [14, 10u.|- 

21,24  wird  in  y  rrzählt,  wie  eines  tagea  ein  ungeheueres  seetier  das 
schifllcin  bedroht.  Die  Insassen  rufen  zu  Gott,  Brendan  aber 
jrpricht  ihnen  mut  ein  im  hinwcis  auf  den  Höchsten»  welcher 
stets  ihr  bescbützer  gewesen  wäre.  Als  nun  die  wogen,  welche 
der  riesenlisch  vor  sich  anschwellen  läset,  bis  an  den  bord  des 


►!e  hnndschriftlichen  gestalturgen  der  lateinischen  Navigatio  Brendani    27 


fahrzeng^es  steigen,  da  fleht  aacb  Brendae  mit  erhobenen  bänden 
um  hilfe.  In  g  lesen  wir  hier  arg  entstellt:  „Quadam  vero  die 
appamit . .  piscis  . .  ut  devoraret  illos.  Quod  cum  vidtssient  frs., 
clamaverwnt  ad  Dominum  dicentes:  „Domine,  qni  flnxisti  homi- 
nem,  libera  nos  fainulos  tuos."  At  patrem  autera  clainaverunt: 
„Pater,  succurre!  Pater  succurre!'*  Sanctus  autem  Brendanus 
oravit  Dominnm  dicens:  „Libera  nos  Domine  servos  tuos,  ne 
devoret  illos  bestia  illa'*.  Et  confortans  frs.  alt"  etc.,  womit 
der  text  wieder  in  Übereinstimmung  mit  y  kommt.  21, 29.  Zeile  32 
tritt  mit  den  Worten:  „nsque  ad  marginem  navis"  abermals  ein© 
andere  redaction  ein:  „veniens  qnoque  senex",  sehreibt  g,  ;,et 
ante  frs.  se  objidens  manibns  extensis  in  eelnm,  dixit".  Das 
weitere  stimmt  wieder  mit  y.  |3*),  8  ff.]  (111,  3  u.  tf.)  Auch  hier 
ändert  Morau  an  einigen  puntien  stillschweigend  den  oben  ge« 
gebenen  text  Jubinals. 

Verderbnis  beweist  vor  anderen  das  gebet  Brendnns: 
«Libera  nos  Domine  .  .  ne  devoret  illos  bestia  i8ta'*;  dann 
passt  es  schlecht  zur  Situation,  das»  der  ,,8eDex"  kommt, 
sich  vor  die  brttder  niederwirft  und  die  hJtnde  zum  himmel 
streckt,  im  augenblick  der  hucbsten  gefahr. 

22,  35  wird  der  fiscb,  welcher  nach  Brendans  voraussage  den  frb,  zur 
nahrang  kommen  soll,  in  g  näher  als  einer  bezeichnet,  ^qiii 
ereptQs  est  de  sagena  piseantium^.  [32,  4.]  (113,9  u.) 

26, 30  ff.  steht  das  greifabenteoer.  Sehr  anschaulieh  wird  in  y  ge- 
schildert, wie  ein  „griffa '  die  frs.  bedroht,  wie  jener  vogel,  welcher 
ihnen  frUchte  von  der  traubeninsel  brachte,  den  bedrängten  za 
hilfe  kommt,  dem  greif  idi  kämpfe  beide  äugen  aushackt  und 
den  fliehenden   schliesslich  tötet. 

Jubinal  liest  [37,7]  25,35:  „Venit  autem  quedam  avis 
obviam  griphe  rapidissimo  volatu,  et  ambiguo  eventu  bel- 
lando  confecta.  Tandem  evulsis  ejus  oculis,  «uperavit  atque 
interemit  eam,  et  cadaver  ejus  coram  fratribus  eeeidit  in  raare. 
Quod  videntes  fratrea  laudes  dederunt  Deo.  Avis  aiitem  victrix 
reversa  est  in  locom  suum".  Auch  hier  ist  eine  Verderbnis 
offenbar.  Abgesehen  davon,  dass  ein  unbestimmter  vogel  hilfe 
bringt,  haben  wir  in  dieser  redaction  zwei  ziisätze,  welche  sich 
in  y  nicht  finden;  erstens  einen  unverstandlichen:  „et  ambiguo 
eventu  bellando  confecta"  und  zweitens  den  anderen:  ,,Quod 
videntes  frs.  laudes  dederunt  Deo".  (117,6  u)  Für  Q  und  Y 
fehlt  mir  die  betreffende  collation.  — 


28 


Carl  Stein  weg 


2Ö,  2  liest  g:  „mare  estuavit  sicmt  iinos  eacabis  plenus  carbonibns, 
quando  bene  niinistratur  ab  igne".  Natürlich  muss  es  „caroibas" 
heissen,  wie  in  y,  deuii  was  ilie  kohlen  im  kochtopf  sollen  ist 
nicht  eiozusehcn.  [41,9  u,|  (121,16) 
80,21  erzählt  Judas  den  heiligen  mliniicni,  auf  welche  art  seine  pein 
in  der  höllo  unterbrochen  wird.  Er  beginnt  in  g  mit  den  worten: 
,.Ut  aiitem  seiatis  immeiisaui  Dei  piefatem,  narrabo  vobis  meum 
refrigcrinin.  Meum  antem  refrigeriiim  habeo  hic^  etc.  [44,5.] 
(123,22.)  Diese  Interpolation  findet  yich  in  y  nicht,  dass  wir 
es  aber  mit  einer  solchen  zu  thun  haben  zeigt  die  Wiederholung 
von  „meum  refrigeriiim/^. 

36, 2  finden  wir  in  g  abermals  eine  offenbare  ßilsehung.  Die  frp.  befinden 
Mich  auf  der  terra  reproraissionis  sanctorum,   und  der  jUngling, 
welcher  den   möncben   erscheint,   beschreibt   ihre  natnr.     Nach 
dem  .satze:  „Lux  enini  in  ea  indelicienter  lucet"  hat  g  folgende 
gegenrede   Brendans:    ..Tunc  dixit  Jnveui  aanctus  Brendanns: 
„[Dicas]  Domiue  pater.  si  ista  terra  nnqoam  revelabitur  homini- 
bii8?^  At  ipse  ait:  „Quando  altissimus  Creator  eubjungaverit  sibi 
omnes  gentes,  tunc  ejus  electis  omnibus,  declarabitur  ista  terra". 
Pöst  hec  autem,  pater  Br.,  benedictione  accepta  a  juvene,  cepit 
rcverti''  etc.    [53. 1  ff.]    (130,  12  n.)     Die  stelle  ist  unecht,  das 
beweist  sofort  die  unpassende  anrede  Brendans  an  den  juvenis 
mit  ,,Domine  pater".    Das  ganze  ist  eine  ungeschickte  Wieder- 
holung von  35,33:  „Post  mnlta  vero  tenipora,  declarabitur  ii^ta 
terra  sueccHHoribua  vcptris.  quando  chrintianorum  subvenieraar 
tribulacioni«.   [52,6  «.]  (130,17.) 
Somit  wÄre  g  als  ffpe'/ieller   zweig  gentlgpnd  kenntlich  gemacht 
und  auch  wohl  so,  dass  daraus  erhellt,  wie  wenig  vertrauenerweckend 
seine  lesarten  Bind.    Wir   werden   nun  zeigen,  welche  handschriften 
dieser  branche  sich  zu  kleineren  fainilien  vereinigen  lassen. 


§  !21.    Zunächst  erweisen  «loh  CC  und  II  an  der  für  alle  m88. 

charakteristischeD  steÜe  10.*8  als  ei  ie  »uclien  nUmlich 

dem  schaden   dadnrch  betreffenden   satx 

weglassen.    ''»•»rMi."-  <  •  ^ü.i.Iu'h  wie  CG  H 

verfährt,  t  S.  —   Wir 
bezeicli 

54,27  ^  '"<■•  bri'uler, 

I  II  inscl  man 

I  i^st  ihn  Brendan 


Die  handHchriftlichen  peataltungen  der  iSteinTScMT^Wftvigatio  IJrendani     29 

mit  den  Worten:  „Vade  ora  pro  nobis!'^  Darauf  folgt  in  y:  „Proti- 
nus  seeutus  est  duos  juvenes  ad  eornm  scolam".  und  die  sache  ist 
abgethan.  In  a  nicht  so  schnell.  Dort  lesen  wir  nach  „vade, 
ora  pro  nobis"  (35, 8J  noch  folgenden  passus :  j,Et  vale  dicens  ei, 
protinus  sequtus  est  dnos  juveoes  illos  ad  scolas  sanclorum;  ut 
autem  viderunt  illum  alii  saucti,  cantare  ceperunt  hunc  versi- 
cuIuDo:  ^Ecce  quam  bonum^S  ^^  post^  alta  voce  personuerunt: 
„Te  Deuni  laudamus'^;  et  cum  osculati  foissent  eum  omnes, 
sociatus  est  illis^.  Es  wird  also  zum  zweiten  und  dritten  male 
abschied  genommen.  Spätere  band  verUt  auch  das  hier  ab  de- 
ponens  gebrauchte  os^culnri,  welches  drei  Zeilen  weiter  oben  als 
verb  activ  gebraucht  wird. 
Weiter  gehen  G  und  II  zusammen,  in  sofern  als  beide  eine  inter- 
polation  zeigen  von  der  art  wie  wir  sie  §  18  sub  16,  8  besprochen 
haben: 

5,27  wühlt  sich  Brendan  die  gesellen  seiner  fahrt,  ^bis  Septem"; 
„inter  quos*',  fahren  G  und  H  fort,  „fuit  preclarissimus  ac  Deo 
dignus,  adolescens  Maeutus,  qui  a  Deo  ab  infantia  sua  est  elec- 
tus,  et  usque  ad  tinem  vite  sue  permaudt  in  Det  laudibus.  Quod 
si  quis  nosse  voUierit  perlegens  ejus  venerabilia  gesta  inveniet 
eius  Opera  prima  et  novis^ima  que  preclara  habentur".  |5,  2  u.] 
Moran  (89,  a.  33)  bemerkt  ausdrücklich^  dass  diese  Interpolation 
sich  in  H  nnd  G  findet 
Hiermit  ist  die  engste  Verwandtschaft  beider  bezeugt.  —  G  ist 
nicht  aus  H  abgeschrieben,  denn  22,23.  fiel  in  H  hinter  ,,Quibus 
ille  ait^  der  ganze  abschnitt  von  „Numquid  diftieilius  est  Deo"  bis 
Eom  zweiten  „qnibus  ille  alt",  zl.  33,  vielleicht  eben  wegen  dieser 
Wiederholung,  aus.  [32,  Ij  Moran  (113,7)  füllt  diese  lUcke  ohne  für 
II  etwas  anzumerken. 


§  2Ä.  Während  vorliegende  arbeit  bereits  im  drnck  war,  weist 
mich  herr  prof.  Suchier  auf  das  buch:  „Acta  sanctornm  Hiberniae  ex 
codice  Salmanticensi  nunc  primam  integre  edita  opera  Caroli  de  Smedt 
et  Joseph!  de  Bäcker  e  soc.  Jesn,  hagiographorum  Bollandianorum; 
audore  et  sumptus  largiente  Joanne  Patricio  Marchione  Bothae,  Edin- 
re-i  et  Londini  apud  Gul  Blackwood  et  filios.  1888.  Brugis  et  In- 
üesclöe,  de  Brouwer  et  socio»". 

if't  sich   auch  die  Navigatio  Brendaui  und   zwar  spalte 

0  schon  der  titel  sagt,  ist  sie  ein  abdruck  aus  dem  Sal- 

ijftzt  in  Brüssel)  dessen  foll.69«»  — 77«  sie  tlillt.    Besagter 

isii-  im  folgenden  <2>  nennen  wollen,  ist  ein  membruneas  in 


Carl  St«inweg 


kleinfolio,  welcher  io  der  praefatio  des  angeführten  buches  genau  be- 

Bebrieben  ut. 

0  gehört  dnrcbaus  za  g,  und  alles  was  über  diesen  zweig  nnd 
besonders  §  20  unserer  abhandlun^  Über  familie  a  gesagt  ist,  Iiat 
auch  fUr  den  Salmanticensis  volle  gtiltigkeit,  wenn  man  auf  einige 
unbedeutende  abweichungen  an  den  stellen  21, 15  und  25, 30  keine 
rttckfticbt  nimmt. 

Ü)  ist  aber  ein  wertloser  codex,  das  zeigt  schon  eine  flüchtige 
durchsieht.  Der  völligen  Verschiedenheit  des  anfangs  wegen  von  dem 
anderer  codd.,  lassen  wir  diesen  um  so  eher  folgen,  als  sich  oben  ge- 
nanntes buch  wohl  nicht  überall  finden  dürfte: 

„Incipit  vita  beati  Brandani  abbatis. 

1.  Fuit  vir  vite  venerabilis,  Brandanus  nomioe,  genere  Momoien- 
^fi$if  patre  vero  Finloga,  sed  fide  precipuus.  Hie  enira  erat  vir  raire 
sbftinentie  et  virtutibus  clarus;  trium  miliutn  fere  monachorum  pater 
fuit.  Ipsi  enim  in  via  apparuit  angelus  Domini,  diceus  ei:  Scribe  a 
me  verba  religionis  Dei.  Tunc  Brandanus  scripsit  ex  ore  angeli  sanc- 
tam  regalam  ecclesiasticam,  que  usque  hodie  manet. 

2.  In  codem  loco,  quo  angelus  ei  apparuit,  vidit  mortunm  juvenem 
subtrahi  ad  sepulcrum,  tristesque  pareutes  eja.*!.  Quibus  ille  ait:  Nolite 
flere,  sed  confidite  in  Christum,  qui  dedit  animam  et  dabit  salutem, 
Et  orante  eo,  statim  juvenis  resurrexit.  Et  parentes  valde  gavisi 
sunt,  et  oculi  omnium  intendebant  in  sanctum  Brandauum,  et  duxerunt 
eum  ad  regem  ilHus  regionia.  Et  dixit  ei  rex:  Si  vis  babitare  nobis- 
cum  in  terra  bac,  elige  tibi  locum  qaemcumque  vis,  et  dabitur  tibi. 
Brandanus  vero  noluit  ibi  mauere. 

3.  Sanctns  vero  Brandaous,  portans  secum  sanctam  regulam  ab 
angelo  scriptam,  reveraus  ad  episcopum,  Ercum  nomine,  recepit  ab  eo 
sacros  ordines.  Post  hec  vero  populus  magnus  congregatus  est  ad 
euiD,  relinquens  mundum  et  sua. 

4.  Audien«  autem  sanctus  Brandanus  verbum  ewangelii  dicentis: 
Qui  reliquerit  patrem  aut  matrem,  et  cetera,  centnplum  accipiet  et 
vitam  eternam  possidebit,  volens  autem  vir  Dei  pro  nimio  Christi 
amore  suos  parentes  et  suam  patriam  relinquere,  postnlavit  a  Domino 
ut  sibi  daret  terram  secretam  in  raari  ab  hominibus  scmotam.  Dor- 
micnti  autem  illi,  vox  facta  est  ei:  Brandane,  exaudita  est  postulatio 
tua  a  Domino.  Relinquens  ergo  populnm  suum,  letus  perrexit  in  mon- 
tem  queudam  provintie  sue,  et  conteraplato  mari  magno  vidit  insulam 
amenissimam  aptam  servis  Christi,  ibique  jejunans  per  triduum,  iterum- 
que  dormiens,  apparuit  ei  Dominus  in  visione  dtcens:  Ego  ero  adjutor 
tnuB,  et  insulam  desideratam  iuvenies. 


Die  handBcbriftlichen  gcstaltungen  der  lateintschcn  Navigatio  Brüiitlnni    31 


5.  Ibiqne  ergo  diutispime  flevit^  et  gratia»  agens  Deo  veiiit  ad  po- 
palam  suum  et  jufisit  fieri  tres  naves  raagnitudine  tri  um  remigiorum, 
cum  tribas  tegminibns  pellium  et  cum  virorum  nnmero  .xxx.**  Tune 
ganctus  Brandanus  snis  preeepit  in  nomine  sancte  Trinitatis  na^ra 
iDtrare.  Cumque  ille  solus  stetisset  in  litore  et  benedixisset  porJum, 
ecce  tres  fratres  sopervenerunt  de  suo  inonasterio  post  illum,  qui  sta- 
tim  steternnt  ante  pedes  ejus,  dicentes"  etc. 

Mit  dem  letzten  satze  erst  kommt  der  text  in  tlbereinstimmung 
mite, 25flF.  —  Ei*  fehlt  demnaeb  die  ganze  erzäblung  Barintbs,  die 
veranlassung  der  abenteuerlichen  Unternehmung  BreudanSj  die  auswabl 
der  reisegefährten  nnd  ibre  Vorbereitungen  zur  Wanderung,  Dann  lässt 
in  0  Brendan  drei  fahrzeuge  fllr  dreissig  leute  bauen,  während  doch 
im  weiteren  text  stets  nur  von  einem  scbifl'  die  rede  ist. 

Fol.  71  ■  des  ms.,  spalte  121  des  druckes,  wird  hinter  den  Worten: 
^cara  autem  beatus  Brandanus  et  ipse  cantasset  in  navi''  ein  neuer 
abschnitt,  der  fünfzehnte,  mit  den  wortcn  begonnen:  ^Erat  enim  in 
insnla  ecclesia  edificata  quadrata  tam  longitudine  quam  latitudiue*  ete.  — 
Sechs  druckseiten,  bei  Sebröder  10,  35  —  16,27,  fielen  dazwischen  aus, 
enthaltend  das  fortschwimmen  des  Jasconius,  die  erste  landung  auf 
der  vogelinael  and  die  begebnisse  daaelbst,  der  besuch  bei  der  familia 
Ailbei,  bis  zur  bescbreibung  der  kirche  durch  den  pater  jener  familie,  — 
Nach  dieser  grossen  llicke  bleibt  der  text,  bis  auf  die  gewohnten 
Varianten,  überspringungen  und  Interpolationen  zuHammenhäugend  und 
Bchliesst  wie  folgt: 

,,52.  Post  hec  Braudanus,  accepta  benedictione  a  juvene,  cepit  re- 
verti  via  qua  venerat  acceptis  fructibus  terre  illius  et  gemmie  in  mul- 
titndine.  Dimisso  qnoque  procuratore  8no  ascendit  Brandanus  uavem, 
transiens  per  ealigincm  qua  venerat.  Et  cum  pertrausissent  caliginem, 
vcnit  ad  insulam  delitiarum,  ubi  triduo  traxit  raoram.  Post  hec,  ac- 
cepta benedictione  a  patre  monasterii,  recto  itinere,  Deo  gubernaute, 
pervenerunt  ad  suum  monasterium.  Quod  cum  fatres  vidissent,  fratres 
glorificaveruut  Deum  propter  adveutum  patris-  Qui  cuncta  que  viderat, 
per  odinem  narraverat.    Finit.'' 

Dass  nicht  erst  der  chreiber  von  0  den  sonderbaren  anfang  ver- 
faeste,  zeigen  ausgeparte  stellen  seines  texte»,  wo  er  die  vorläge  nicht 
verstand  und  auslassungen  von  worten,  welche  erst  vom  corrector  am 
rande  nachgeholt  wurden.  —  Die  genesis  dieser  redaction  ist  unschwer 
einzusehen:  ihrem  Verfasser  lagen  zwei  grosse  fragmentstUcke  der  Na- 
'Tigatio  Brendaui  vor,  das  eine  6,25 — 10,35  (von  „Cumque  ille  solus 
stetisset"  bis  „cantasset  in  navi"),  das  andere  16,27  von  „Erat  enim 
in  insula  ecclesia"  bis  zum  schluss.    Den   fehlenden  anfang  ergänzte 


32 


Carl  Steinweg 


er  nacb  eigener  erlindang  und  erinnerung  oder  nach  einer  anderen 
Schrift  über  den  hl.  ßreodan^  den  ausfall  einer  ganzen  läge  hinter  10,35 
merkte  er  entweder  nicht  oder  wusste  ihn  nicht  zu  ersetzen. 

Aus  dem  was  wir  oben  über  Ö>  gesagt  haben  folgt,  dass  keine 
der  hier  besprochenen  mss,  weder  vorläge  noch  abschrift  von  fl>  ge- 
wesen ist.  Es  fragt  sich  also  nur  noch,  oh  0  in  den  unversehrten 
teilen  eine  gute  Überlieferung  bietet.  Nur  wenige  beraerkungen  sollen 
zeigen,  das«  dies  keineswegs  der  fall  ist  und  0  bei  einer  textherstelinng 
nicht  gebraucht  werden  kann: 

Die  allgcmeiBen  Verderbnisse  sind  auch  hier  zu  finden,  so  vor 
allen 

Ift,  6ff.:  „Pater,  hie  celebrabitia  istud  sabbatum  sanctum.  Vigilias 
vero  et  missas  proposuit  Dens  »t  in  illa  insula  quam  modo 
videtis  celebretie  etiam  suam  eanctam  resurrectionem."  (spalte  120 
des  druckes)  cf.  §  2. 

Ferner  Interpolationen  wie  in  y  und  g  nnd  von  diesen  ab- 
weichend wie: 

18,11  „At  senex  ait:  Legi,  Et  ille  dixit:  Si  sie,  habe  fidemDei  eem- 
per,  qnoniam  vigilantibus  n^qne  mane  datur  corona.  Sanctüs 
Brandanns  post  hec  petiit  licentiam  proHciscendi.  Gui  ait  senex: 
Non,  pater,  fiet  ita''  etc.  (spalte  124).  In  g  folgt  auf  Legi: 
„Quid  ad  bec?"  Et  vigilantibos  hiis  usque  mane,  sc.  ßr.  licen- 
tiam proliciscendi  petivit,  cui  pater:  „Non,  inquit  vir  sancte"  etc. 
|25,  IL] 

18, 16  schreibt    O    statt    ^insula    familie   Ailbei'' :     „Insnla    Faverie 
Albei«. 
Auch  sprachlich  ist  O  au  vielen  stellen   andere   gefärbt  als  die 

anderen  mss. ,  so  lesen  wir 

21, 18  ,,Terminatis  itaque  diebas"  (spalte  129)  statt  des  vulg.  „cod- 
snmatis  itaque  diebus". 

21, 26  ,,p08t  ilios  per  mare  reptans^  statt  „natans''  rell. 

21, 23  „expansis  manibns"  (sp.  130)  statt  „maaibns  extensis  in  celma" 
[30,3  U.J  etc. 


§  28.    Somit  wären  wir  am  ende  un*?pr 
ihr  rcHnltat  aber  haben  wir  gleich  ipi 
weggenommen,  nämlich,  dass  k< " 
das  archetypon  giebt.    In  bezu 
zweig  der  Überlieferung  (y)  vm 


^e  handschriftlichen  gcstaltungen  der  lateiniBchen  Navigatio  Brendani     33 

in  §  20  AT.  vorgebrachten  kein  zweifei  bestehen:  y  ist  die  bessere  Über- 
lieferung und  an  diesem  zweige  die  familie  ni  diejenige,  welche  bei 
einer  textcoDstitutiün  in  erster  linie  herangezogen  werden  muss.  Für 
m  giebt  codex  M  den  massgebenden  text,  an  den  stellen  aber,  welche 
die  Müncbener  frgg.  umfassen,  ef  pg.  3,  a.  2,  haben  diese  den  Vor- 
zug. Wo  uns  m  im  stich  lässt,  ist  aus  familie  d  codex  N,  resp. 
aas  familie  1  der  Lipsiensis  L  heranzuziehen,  —  Eine  genauere  be- 
stimmung  der  zu  g  gehörigeu  handschriften  war  nach  dem  verfügbaren 
Apparat  nicht  möglieh  gewesen.  Immerhin  wird  das  hier  zusammen- 
gestellte einer  späteren  bearbeitung  die  liauptkriterien  für  die  Unter- 
suchung an  die  band  geben  kennen.  Bei  dem  noch  übrigen  grossen 
Vorrat  von  handschriften  ist  die  mögliciikeit  das  origiualmanuscript 
zu  linden  verlockend  genug  bald  ein  weiteres  nachspüren  zu  ver- 
anstalten. 

Folgendes   stemma  soll    unser   ergebnis    nochmals    veranschau- 
lichen: 


":g 


m 


Das  heisst  also: 

1)  z,  das  original,  ist  noch  zu  ermitteln. 

2)  Aus  allen  untersuchten  handschriften  lässt  sich  eine  abgeleitete 
qaellc  x  construiren,  welche  die  allen  gemeinsame  Verderbnis  zuerst 
enthielt. 

3)  m  ond  c  sind  nicht  direct  aus  dieser  quelle  geflossen,  sondern 
aas  einer  mittleren  y,  deren  text  sich  aus  der  Übereinstimmung  von  m 
nod  c  ergiebt. 

4)  Verderbte  lesarten  in  y  sind  nicht  nach  g  zu  bessern. 

5)  Die  im  stemma  gerissenen  Knien  deuten  an,  dass  eine  genauere 
bestimmung  der  sie  verbindenden  farailien  noch  zu  erwarten  steht. 

Ronutlaeb«  Farwbnnc«'!]  VII.  3 


SteTnweg 


DIE  ALTFRANZÖSISCHE  PROSA  ÜBERSETZUNG. 

Der  hier  folgende  abBchnitt  soll  sich  mit  dem  altfran/^osiecbeii 
prosatext  beschäftigen,  welcher  bei  Jubinal  hinter  dem  lateinischen 
steht,  wo  er  pg.  57  bis  104  fasst.  Er  ist  eioe  übersetzuüg  der  lateini- 
schen vita  Brendani  und  ^De  Sains  Brandainne  le  moine"  Überschrieben. 
Wir  nennen  ihn  /'  und  wollen  untersuchen,  ob  er  die  stelle  einer 
lateinischen  handschrift  vertreten  kann  und  ob  einer  besseren  als  die- 
jenigen waren,  welche  uns  vorgelegen  haben.  Natürlich  werden  wir 
immer  berücksichtigen  mUsaen,  dass  ein  Übersetzer  kein  abschreiber 
ist  nnd  dass  er  an  verderbten  stellen  seiner  vorläge  genötigt  war  zu 
ändern,  wenn  er  überhaupt  verständlich  sein  wollte.  So  konnte  er, 
um  nur  ein  bei  spiel  anzuführen,  falls  ihm  4^  3  in  der  redaction  von  y, 
„mihi  hie  pernoctanti  insnlanique  totam  perambulanti  meus  filiolus 
duxit  me  ad  litus  maris"  vorlag,  nicht  gut  wörtlich  übersetzen.  Er 
muBste  selbständig  verfahren ,  und  so  lesen  wir  denn  im  afr^.  texte 
ganz  correct:  „Entrufes  qne  jou  et  mes  filleus  aliferaes  par  toute  Hsle, 
il  me  mena  au  rivage  de  le  raer"  etc,  [58, 12  u.j  Scheiden  unter  diesen 
umständen  auch  eine  anzahl  von  stellen  aus,  welche  für  unsere  Classi- 
fication bestimmend  und  charakteristisch  waren  ^  so  finden  sich  doch 
andere,  an  denen  wir  dem  Übersetzer  eine  mangelhafte  vorläge  nach- 
weisen können.  Ein  blick  z.  b.  auf  die  Übertragung  der  10,8  in  allen 
latein.  mag,  verderbten  steile  zeigt  sofort,  dass  die  vorläge  von  F 
Über  X  nicht  hinausgeht.  Wir  lesen  nämlich  [67,14]:  „Biausfils, 
nostre  sires  Jhösu-cris  nous  a  pourv^a  .1.  lia  ou  nous  poons  c616brer 
se  sainte  resurrexion."  A  cni  li  devant  dis  dist:  „Bians  peres,  vous 
ciil6br68  chi,  che  saint  samedi,  vägilles  et  messe  en  cele  isle  que  vous 
vees  maintenant.  Diex  nous  a  pourv6ut  de  cdlöbrer  se  sainte  surrecxion." 
Der  Übersetzer  half  sich,  indem  er  mit  „maintenant''  den  satz  schloss 
und  darauf  sagte;  „Diex  nous  a  pourveut  de  cel^brer  s,  s.  surr." 
Aber  das  „wo"  ist  hier  die  hauptsache  und  darf  unter  keinen  um- 
ständen fehlen,    et  §  2. 

4,20  ist  folgendermassen  wiedergegeben:  „As  tu  besoing  d'auchunc 
viande,  ne  de  boire  ne  de  vestir?  T«  as  est6  .1.  an  en  ceste 
isle,  et  n'as  goustc^  de  mile  viande,  ne  de  nul  boire".  [59,9  u.] 
Wir  haben  also  denselben  fehler  wie  in  d  m  und  A  B  (cf.  §  7) 
und  werden  die  vorläge  in  der  gruppe  y  zu  suchen  haben. 

5,27  führt  uns  auf  die  familie  m;  denn  in  T  „esliut  sains  Bran- 
dains  .VII .  des  frferes  de  se  congr<Sgatioa",  wie  auch  in  M  und 


Die  handflchriftlicheD  gestaltuugen  der  latciniscbcn  Navigatio  Brendani     35 


^t  nur  sieben  mönche  ausgewählt   werden   statt  „bis  Septem". 

[61,  7]  cf.  §  7. 
2S,  15  missen  wir  auch  in  F  den  notwendigen  satz:    „Qui  noluit  eis 

indicare^    [86, 12.]    (cf.  §  16  sub  num.) 
27,24  feblt  in  /^  dan  verbum  im  satze:  „et  adiöe  l'ombre  dou  soleil 

et   le    caurre,    dusqaes    ontre    Teure   de    nonne",     [92,  15  u.] 

Ebenso  in   m:    „et  semper  umbram  solis  et  calorem   poterant 

ultra  ita  usqne  horam   nonam",  wo  „seutire"   hinter  „poterant'* 

%n  ergänzen  ist 
Wir  übergehen  eine  anzabl  von  stellen^  an  denen  Fder  redaction 
von  m  folgt,  wie  28, 15;  30,21  etc.  nnd  erwähnen  nur  noch  den  ecbluss, 
welcher  auch  in  Tder  kürzeste  ist;  denn  der  Übersetzer  hört  auf  mit: 
„Quant  il  i  eurent  deniour«^^  par  trois  jora,  sains  Brandains  prist  se 
b^n^ichon,  et  retorna  arriere  se  voie  ä  sen  liu,  et  \h  fiua-il  les  jors  de 
ee  via  em  pais.  —  Amen.  —  Chi  d^fine  de  eains  Brandains  et  des  mer- 
▼eilles  k'il  trouva  en  le  mer  d'lrlande".    [104.] 

So  scheint  kein  zweifei,  dass  die  vorläge  von  F  in  der  familie  m 

zu  suchen  ist.  —  Gleichwohl  findet  sich  eine  noch  grössere  zahl  von 

beweisstellen ,  welche  für  eine    Zugehörigkeit  zum  andern  zweige  der 

Überlieferung  g  sprechen.    Wir  greifen  einige  heraus: 

11,5  lassen  die  frs.  alles  auf  den  Jasconius  gebrachte  im   stich  und 

werden  vom    hl.  Brendanus    eiligst  in  das   schifflein    gezogen; 

denn   die  vermeintliche  insel  fUngt  an    sich  zu  bewegen.    An 

dieser   stelle    hat  g  einen   zusatz^    der  sich   in  y  nicht  findet. 

r  übersetzt  ihn  mit:    „laissiferent  en  cele  isle  quanqu'il  avoieut 

aport6,  et  desloioient  le  nef  por  en  aler"*  [68,2  u.]  „re- 

iictis   omnibuB   delatis  in   insula   illa,   navim   solvernnt  ut 

abirent".    [14,  lü  u.] 
11,7    hat  y:  „scs.  brd.  narravit  fratribos,  quid  hoc  essef*.    r  (wie  g 

„ita  cepit  exponere):   „commancha  en  tel  mauifere  h  esposer" 

[69,2]. 
^10, 96  fr.  richtet  sich    F  nach    der   redaction  von    g,   —    y   nämlich 

liest  17,3:  „postulans  in  corde  suo  que  necesse  fiebant^,  g 

cibne  ^in  corde  suo''  [23, 15|  (105, 13  u ),  nnd  so  Übersetzt  auch 

F  (77,  12 1  „demandoit  chou  que  mestiers  li  estoit'*. 
17,28  lesen  alle  zu  y  gehörigen  msa:  „spiritum   qui  vagantur   per 

(circa)  bumanum  genus*',  g  aber:  „qui  necant  humanum  genua" 

resp.  qui  occist  humainne  lignie.    [78, 10.) 
26,22  finden   wir  in  y:   „ne  bcstie  andissent  et  levassent  se  ad  eos 

persequendos''.     In  g:    „ne  bestie  auditn   peregrino  ad  prose- 


Cari  9Uimwtg 


ICTTW  Dci  concitareatB*.  [38, 5.]  (118, 9.)  In  Tr 
„qie  Ics  bciles  par  re^tnioe  oie  ne  fusseat  csaMStos  4 
▼oerner*.  [90,2  a.] 
Hieraas  folgt  notwendig,  da»  rmn  weaigBlen  zwei  roriagen  be- 
mtzte,  eine  aas  dtr  famüie  m.  die  andere  wtim  iweige  g.  Kon  könnte 
wir  immer  noch  ftir  die  einzeben  »bellen  die  betreffende  Torlage,^ 
wenigstens  der  familie  nach,  mit  einiger  Sicherheit  feststelienj  fÄhrten 
■HS  nicht  folgende  poncte  anf  einen  misehcodei,  der  in  keiner  weise 
fttr  die  benrteilnng  onseres  handsehriftenmateriaLs  ron  wert  sein 
kann. 

fSytfttuU  r  dorch  ineinanderarbeiten  seiner  Torlagen  die  beste  and 
ktottste  darstellang  des  greifabenteners  erreicht.  Die  ver- 
daihm»  Ton  g  ist  rerschwnodeo;  denn  weder  der  satz:  ^et  am- 
bigno  eventn  bellando  confecta^,  noch  der  andere :  .Qnod  Tiden> 
tes  fr»,  landes  dedemnt  Deo"*  kommen  in  der  ttbersetznng  ror. 
[90,  1  ff.]  —  cf.  §  20  sub  25,  30.  —  Ebenso  fehlt  26,  1  —  3 
TOD  „Porro  griffa*^  bis  „interemit^,  was  j  hat,  nnd  in  gleicher 
wci»e  Torher  2b,  34—36  Ton  ^qoi  nos  defendit"  bis  ^fmctibns'^, 
an  welchen  stellen  F  sich  nach  g  richtete.  [37, 2  ff.]  (117,17.) 
Zar  beqaemen  vergleichnng  lassen  wir  hier  den  afrz.  text  dieser 
»teile  folgen:  „uns  ojsians  lor  apamt  qai  estoit  apitM^s  grifons 
et  voloit  encontre  iaus.  Qaant  li  frdre  Tenrent  Ten,  il  disoient 
ao  sant  pfere:  „Ciste  beste  est  venue  poar  nous  devoarer".  As 
qoels  il  dist:  „Li  homme  Dia  ne  noas  crem^>8  ja;  (mnss  heissen: 
As  quels  dist  li  homme  Diu:  ^Ne  vous  crem^s  jal-)  Dias  est 
nos  aidi^res,  qai  noas  desfendera  mayement  ä  ceste  fie ;  „mais 
cele  estendoit  ses  ongles  pour  prendre  les  siergans  Diu,  Dont 
vint  apriös  eis  oysiaus  qui  lor  avoit  aport^  devant  le  rain  4 
toat  le  fruit  encontre  le  grifon  par  crnel  volement,  et  se  com- 
batirent  ensamble  looghemeat,  et  neqaedenqaes  fa  ele  avenlie 
de  068  iex,  et  le  vainqui,  et  li  earoigne  devant  les  fr^res  chaY  en 
1©  mer.  Li  oysiaus  qai  avoit  l'autre  vaincue  retorna  en  sen  lia." 
[90, 1  ff.]  Hier  sei  einer  Iticke  gedacht,  welche  /'  dicht  hinter  der 
eben  zitierten  stelle  hat.  Man  liest  dort  gleich  nach  „en  sen 
lin"^  (zl.  13):  „En  Fisle  c^l^broient  les  maisnies  Albei  le  nativit6 
nostre  Signor"^,  also  ohne  vermittelnden  Übergang ;  denn  augen- 
blicklich befindet  man  sich  auf  dem  meer.  g  schreibt  hinter 
pin  locum  snum":  ^In  insula  vero  Ailbei  celebraverant  (fe8tam)J 
Domini/  |37,  lOu.j  (117,5  u.)  y:  „S.  Br.  cum  suis  nautoribas 
non  post  roultos  dies  viderant  insulam  predictam  familie  Ailbei 
ibique  celebravit  natalem  Domini  com  suis  fratribos.''   Es  mtlsste 


MchriftHchen  geBtaltungen  der  lateioischen  Navigatio  ßrendani     'X7 

also  wenigstens  heissen:  Ea  l'isle  d'Albei  c6!dbroient  avueo  sa 
maiHDie  etc. 
Es  wird  kaum  nötig  sein  weitere  belege  beizubnogen  für  die 
oniDöglicbkeit,  aus  der  altfranzösischen  prosattbersetznng  ein  klar  er- 
kennbares lateinisches  original  heranzuziehen.  Wir  wenden  ons  viel- 
mehr zum  dritten  teil  unserer  arbeit,  zu  der  frage:  wie  muss  das 
archetypon  unserer  erzählung  ausgesehen  haben  resp.  aussehen?  denn 
gerade  weil  das  noch  vorhandene,  bis  jetzt  noch  niclit  untersuchte  material 
uns  hoÖ'en  lilsst,  dass  es  noch  gefunden  werde,  wollen  wir  an  dieser 
frage  nicht  vorübergehen.  Zum  allerwenigsten  wird  ihre  beantwortuug 
einiges  licht  auf  die  art  der  cuniposition  in  so  früher  zeit  werfen. 


C. 

MUTMASSLICHE  GESTALTUNG  DES  ORIGINALS. 

Auch  hier  beschrlinken  wir  uns  auf  eine  kleine  anzahl  von  wich- 
tigeren stellen,  welche  als  interpoliert  oder  verderbt  nachgewiesen 
werden  sollen. 

Beim  durchlesen  der  erziililung  werden  wir  eine  Vorliebe  des 
Schriftstellers  t*Ur  voraussagungen  der  schickFale  unserer  helden 
nicht  verkennen.  Es  finden  sich  neun  solche  Weissagungen  in 
unserem  text:  1)  Die , des  procurators  auf  der  scbafinsel  10,6  —  8, 
2)  und  ^)  die  de>5  sprechenden  vogels  auf  der  insula  avium  12,22—2.5 
und  14,10—14.  4)  Die  des  abtes  auf  der  insula  Ailbey  17,112—36. 
5)  Die  abermalige  des  procurators  20,  5  ff.  6)  Des  vogels  20,35  —  21,13, 
7)  Die  Brendans  Über  den  eremiten  Paul  32,  4 — 7.  8)  Die  des  eremiten 
seihst  auf  dessen  insel  34,10—17  und  endlich  9)  die  des  jUnglings  auf 
der  terra  repromissionis  35,32—35.  Von  diesen  neun  Weissagungen 
bleiben  nur  fünf  als  echt  bestehen,  die  tibrigen,  nnmero  zwei, 
fünf,  sechs  und  sieben  <lUrfen  dem  archetypon  aus  folgenden  gründen 
nicht  zugemutet  werden: 

12,22  sind  die  prophetischen  werte  des  vogels,  welcher  dem  hl.  Bren- 
dan  das  mysterium  der  vogelinsel  offenbart,  eine  ungeschickte 
vorausnähme  der  prophezeiung  ebendesselben  tieres  weiter  unten 
14, 10.  Die  crstere  schliesst  fast  wörtlich  übereinstimmend  in 
allen  mss.  folgendcrniassen:  „Tu  autem  cum  tuis  fratribus  habe» 
unum  in  tuo  itinere  annum:  adhuo  restant  sex.  Ubi  hodie  cele- 
brasti(s)  pascha,  ibi  omni  anno  celcbrabi(ti)s  et  postea  invenies 
qne  proposuisti  in  corde  tuo,  id  est  terra m  repromissionis  sanc- 
torum^.    Dass  in  der  that  hier  nur  ein  vorlauter  Schreiber  zu 


Cari 


eoBStatieren  ist,  zei^  gxoz  deutlich  das  perfectum  celebrasti. 
DiMM  pae^t  Dnr  ao  der  zweiten  stelle  14, 10,  wo  die  fr«,  das 
fest  gefeiert  haben  and  zur  abfahrt  rfl^ten.  Dann  erst  erscheint 
der  Togel  mit  ^tem  gmod  aod  klndet  die  weiteren  Bchick- 
tale  der  fahrt  Hier  aber  woDte  wmb  ent  die  festta^  be- 
geben. — 
$,9bff.  befinden  sich  die  frs.  abermals  aaf  der  vogelin'^el  and  haben] 
fc&ta  paschalia  gefeiert.  Wie  gewöhnlich  kommt  der  procurator ' 
Ton  der  echafinsel  herüber  ood  bringt  lebensmittel  für  die 
Weiterreise.  Man  setzt  sich  zn  tische,  um  das  mahl  za  beginnen: 
„Cnmqae  residiesent  ad  mensam,  ecce  predicta  avis  resedit  in 
prora  naricale  exteneis  alis  strepitom  faciens  .  . .  Tone  vir  Dei 
noYit  qaia  Toloit  indicare  sibi  aüqoid:  ait  namqne  eadem 
aris"  etc.  Vergleichen  wir  hiermit  14,7,  „Dactis  omnibns  ad 
litus,  ecce  predicta  avis  cito  volato  venit  et  resedit  snper  pro- 
ram  navis.  At  yero  vir  Dei  agnovit  illam  qnod  aliqaid  eibi 
Tolait  indicare  Tnnc  hamana  voce  ait  predicta  aris'^  etc.,  eo 
mnss  die  fast  wörtliche  wiederholang  in  die  angen  fallen.  Am 
letztangeführten  orte  passt  es,  dass  der  vogel  anf  den  schiffs- 
rand  fliegt;  denn  dort  sind  die  frs.  om  das  schiff  beschäftigt, 
oben  jedoch  hat  man  es  längst  verlassen,  ist  auf  die  insel  ge- 
gangen pascha  za  feiern  and  sitzt  non  bei  tische.  So  mttsste 
denn  der  vogel  seine  rede  an  einem  orte  halten,  wo  diejenigen, 
för  welche  sie  bestimmt  ist,  nicht  weilen.  Auch  die  lästige 
wiederholaDg  von  „reeidissent-*  in  ^.regedit"  bald  danach,  ist 
durch  diese  einschiebang  aufgeklärt  Was  die  folgende  weis-l 
sagung  selbst  betrifft,  so  gilt  von  ihr  dasselbe  wie  von  dem 
vorausgehenden  passus,  sie  ist  als  unecht  zu  streichen.  20,35  — 
21, 13.  Der  vogel  meldet  einzig  was  er  bereits  bei  der  ersten 
landuDg  den  mönchen  verköndigte:  dass  sie  vier  festorte  au  vier 
Zeiten  haben  würden,  bis  sieben  jähre  um  wären.  Neu  ist  nur 
der  satz  21,7—10:  „Post  Septem  vero  anuos,  antecedentibus 
magna 8  ac  diversis  periclitacioDibus,  invenietis  terram  repr.  scor. 
quam  queritis,  et  ibi  habitabttis  quadraginta  diebus  et  postea 
reducet  vos  Deus  ad  tcrrani  uativitatis  vestre."  Dieser  satz  aber 
kann  hier  nicht  ursprünglich  sein,  das  wrd  die  nntersucbuDg  über 
34, 10—17  zeigen. 
Dieselben  grUude  sind  bei  der  Weissagung  vorher  20,  5  ff.  gel- 
tend zu  machen.  Er  selbst,  der  procurator  und  auch  der  vogel  hatten 
das  alles  Kchon  längst  gesagt.  Die  ausserordentlich  ungeschickte  Satz- 
verbindung, oder  besser  satzzusammenstellung,  lässt  zudem  überall  die 


Die  handBC'lmftlkhfn  pfcataltungen  der  latciiiiBchen  Navigatio  Drondani    39 


roben  nähte  fllhlen,  mit  welcheo  die  einzelnen  reminiHzenzeu  ein- 
'^igeflickt  sind.  Mae  lese  nur  20,8:  „Ego  visitabo  vos  dominica  altera. 
Et  ita  fecerunt,  oneravitqae  ipae  navim  panibus  .  .  .  quantum  poterant 
capere.  S.  Brd,  data  benedictione  aecendit  in  naT.im"  etc.  Auffallend 
and  znm  sonstigen  stil  nicht  passend  sind  auch  die  vielen  imperative 
hintereinander:  Proficiscimini ,  ascendite,  navigate,  asportate,  alle  in 
einem  satze.  — 

Es  bleibt  uns  noch  eine  solche  Weissagung  als  interpoliert  nachzu- 
weisen übrig,  die  des  hl.  Breudan  über  den  eremiten  Paulas  kurz  vor 
lessen  insel  Brendan  sagt  zu  seinen  gefährten  32,4—7:  „Modo  vide- 
"bitis  Paulnm  hereiuitam  si>intaleu]  in  bae  iosula  sine  ullo  viet«  cor- 
porali  commurantem  per  XL  aunos^  nam  XXX  annis  antea  sumpsit 
cibom  a  quadara  bestia''.  —  Erstens  stimmen  die  zahlen  nicht,  aber 
das  möchte  noch  kein  llbcrzeugender  beweis  für  die  unechtheit  sein, 
denn  bierin  herrscht  in  den  einzelnen  bandscbriften  um  so  mehr 
Verwirrung,  als  nachher  noch  neun  Zahlenangaben  in  bczng  auf  die- 
selbe Sache  gemacht  werden.  —  Statt  XL  muss  LX  stehen;  diese 
Ziffern  konnten  leicht  verlesen  werden,  ebenso  die  summe,  welche  das 
lebensalter  des  eremiten  angiebt. 

Um  diesen  punct  gleich  hier  klarzustellen,  sei  bemerkt,  dass  der 
ererait  neunzig  jähre  in  seiner  einsiedelei  lebte:  dreis^ig  in  victu 
piscium,  sechzig  in  victo  fontis;  vorhergegangene  fünfzig  verbrachte 
er  zu  hause,  im  kloster  St.  Patricii;  folglieh  zählte  er,  als  Brendan 
ihn  besuchte,  einhundert  und  \ierzig  jähre  (C  D  E  G  H  u.  N  rech- 
nen 150  aus.  Danach  ist  auch  Schröders  anmerkuug  pag.  47  sub  44 
zn  berichtigen.) 

Wir  kehren  zu  unserer  Weissagung  mit  einem  sicheren  kriterium 
seiner  unechtheit  zurück.  Hatte  Brendan  wirküch,  d.h.  im  original, 
seinen  brüdern  vorausgesagt  wie  der  eremit  auf  seiner  insel  lebte,  dann 
ist  33,  8  nicht  fttr  ursprünglich  zu  halten:  „s.  Brd,  interrogavit  illum 
(sc.  Paulum)  de  suo  adventu  aut"undo  esset  aut  quanto  tempore  susti- 
nuisset  ibi  talem  vitam''.  —  Dort  ist  ja  vollständig  vergessen,  was 
Brendan  eine  seite  vorher  wusste  und  aussprach!  Ferner  muss  gegen 
unsere  stelle  angeführt  werden,  dass,  während  Brendan  den  eremiten 
oben  mit  namen  nennt,  er  gleich  darauf,  zl.  16,  von  ihm  als  von  einer 
unbestimmten  person  spricht:  „viri  Dei  qui  commoratur  in  hoc  loco". 
Auch  33,  1  lesen  wir  in  y  Überall:  „Cui  alt  vir  Dei",  nur  in  g:  „Cui 
vir  Dei  Paalns  ait",  so  dass  wohl  anzunehmen  ist,  der  eigenuame  sei 
erst  später  eingeschwKrzt  worden. 

Nachdem  wir  diese  besprochenen  vier  Weissagungen  als  spurii 
ausgeschieden  haben,  wollen  wir  in  einem  kurzen  überblick  über  die 


ik  flof  ■Ainr  iMd  eobriD^co, 
i»  4«r  fiftcbbAmelMft  bis  m  den  vigffiflB  n 
4cs  iifM  UflÜMiu  Weiler  ak  aaf  fiew 
«nteeokt  iM  eeiiie  «rafan^up  seht  So  geeekidit  et  nek. 
Ihui  «benteiier  nh  dem  JaMonias  wird  GbeniUodcB  uad  aaf 
der  vnfgtl&mH  die  oeter-  ixod  pfinpitzeit  reriebl  Dort  iriid 
MUi  4m  ■erfjriinfrn  Hlf —14  die  zweite  aaskimit  tber  Are 
«tili»«  CiUrt  io  dtm  ugeflMleke,  wo  ne  sieh  xor  abreise  fertig 
IMlfcl»^  Itor  wwderr«^  Bit  Beotehfiefaer  fltiBBe  liegt  asf 
UMS  mMEm  bMd  nd  offenbatt  amen,  daas  ne  ah  oit  der 
^MtÜHtf  fftr  ftatintatem  donaiDi  noch  die  insala  familie  Ainiei 
(dMm  war  nftmlicb  da«  erste  jähr  ihrer  irrfabitca 
aber  im  folgenden  jabre  anf  eben  denselben  Tier 
dkcelben  rler  feste  feiern  wie  im  ersten  jähre. 

I    fi.    Hü  errtiebeo  die   fru.  die  familie  Ailbei,  deren  abt,  als 

|$f«i»daii  frai^^   ob  es   ihnen  bestimmt  sei  aaf  seiner  insel  zi 

M^tbfM^  vurwiihdert  mit  der  Gegenfrage  antwortet:    „Nonne  re- 

r«larfl  libi  Deu»  quo  te  oportet  facere  anteqnam  renires  boc 

§4  9''  '  "I'  tlber  das   Schicksal  der  noch   Übrigen  zwei 

Mflb(.'.  .  hrttder  glebt  er  eine  voraussage.  —   Bs  folgt 

dits  widderbriir  der  idnzrlfiiMi  feste  auf  dcu   bestimmten  inselo, 

die  boHclirrilHiriK  drr  iilinitriirr  und  wtinder  auf  dem  meer  und 

die  IniiduiiK  un  ciiiM*r  uvuvu  iiiHcl,  der  droiKelinteo,   welche  ein 

altttr  eianiedrl   bitreiti  nminziK.  jähre  bewohnt.    Dieser  ebrwISr- 

digo  mann   emtthlt  den    fmiulini  die  j^eHchichte   seines  lebens 

und  HcfilieHitt   mit  der  vrrkUitdiicuiiK'  des  eiide.s  ihrer  wallfahrt. 

Hojfolt  heim,   «aift  rr  H.  Hl      17  titid  iR'hnit  wasser  von  dieser 

wiiiideri|(iullif,  dfinn  n<udi   virrxiK  tage  habt  ihr  zu  fahren»  bis 

Ihr   MHldkitt  ütd.  dn  frlorn  wcrtla,   wo   ibr  v»  sechs  jähre  lang 

ir^fiMril  tmltt.     Al-dunu   wiM'drt   ilir  dtiH  gidobto    land    schauen 

und    boJnikt^hrt*ii  l)i«r    proonrntur    Uhrruimmt    jetzt    die 

^^^  imoh  der  tvirn   r«^|»roiuU»iünl».     Vierzig  tage  sind  sie 

**•'  „'♦  aU  ein  Hturher  nelud   «cUirt'  und  inaasseu  einhtlllt. 

^^  pltvtiliob  b>u«ditet  hollr  Klarheit»  und  das  Hchifl' steht  am  nfer 

<!••  aJebeu  Jahre  lang  g«i«iichleh  lande».  -     Weitere  vierzig  tage 


^e  handschriftlichen  gestaltungen  der  lateinischen  Navigatio  Breodani     41 


durchwandert  es  die  tapfere  schaar,  bis  ein  jUngling  ihnen  entgegen 
kommt,  sie  begrUsst  und  ihnen  eröflfnet,  warum  sie  dieses  laud 
80  lange  hätten  suchen  müssen:  Gott  wollte  euch  Beine  wnnder 
auf  dem  grossen  ozean  zeigen.  Jetzt  aber  ziehe  heim  Brendan, 
denn  der  tag  deines  lebens  neigt  sich  zu  ende,  auf  dass  du 
ruhest  bei  deinen  vätern.  Dieses  land  sollen  deine  nachfolger 
wiedererhalten,  wenn  die  zeit  dazugekommen  sein  wird  35,32. 
So  geben  jene  Weissagungen  eine  harmonische  Stufenfolge  vom 
procurator  an,  welcher  die  frs.  ober  das  nächetliegeode  ziel  der  reise 
aufklärt,  über  den  sprechenden  vogel,  der  die  orte  ihrer  feat-  und 
ruhetage  bestimmt  und  den  ercmiten,  dessen  voraussage  den  mönchen 
das  ende  der  fahrt  verheisst,  zum  jüngliug  der  terra  repromissionis, 
welcher  auf  das  letzte  ziel  jeder  Wanderung,  das  grab  deutet  und  den 
frommen  das  paradies  verheiast.  Nur  diese  art  der  entwicklung  darf 
unserem  autor  zugemutet  werden.  Wie  klar  aber  und  bilderreifh  er 
zu  schildern  verstand,  zeigt  die  augraaluug  der  abenteuer,  besonders  des- 
jenigen mit  den  seetieren  auf  dem  mecresgrunde  26, 13C 

Wir  wollen  nunmehr  einige  andere  stellen,  welche  nicht  mit  einander 
im  Zusammenhang  stehen  betrachten  und  zuerst  den  passus  8,19—22 
einer  prUfnng  unterwerfen. 

7f  24  finden  die  brtlder  zum  ersten  male  land.  Beim  aussteigen  be- 
fiehlt Brendan  seinen  begleitern  „ut  nihil  de  subpellectili  tuÜH- 
sent  de  navi  foras'*  zl.  26,  dann  ftihrt  sie  ein  hund  in  die  Stadt, 
wo  man  in  einem  grossen  saal  die  wände  mit  allerlei  gerät 
verziert  findet.  Brendan  warnt  seine  begleiter  davon  etwas  zu 
nehmen  und  setzt  sieh  mit  ihnen  zum  mahle,  welches  sie  von 
unbekannter  band  bereitet  finden.  (So  erklärt  sieh  auch  das  ge- 
heiss  nichts  aus  dem  schiffe  mitzuuehraen.)  Nachts  jedoch  ge- 
winnt der  teufel  macht  über  einen  von  den  drei  nachgekommenen 
brtldern,  so  dass  er  einen  silbernen  zäum  stiehlt.  Brendan  sieht 
es,  und  wir  lesen  8, 18  weiter:  „Jam  vero  mane  facto  cum  fr»,  ad 
opusDei  festinassent  et  iter  ogissent  ad  navim,  ecce  apparuit 
mensa  parata  sicnt  pridie :  ita  per  tres  dies  et  tres  noctes  preparavit 
Deus  prandium  servis  suis.  Post  hec  s.  Brd.  cum  suis  sociis  ce p i  t 
iter  agere  et  fratribus  dicere:  ,Videte  no  aliquia  ex  nohis 
aliquid  de  substancia  istiua  insule  tollat  secum".  —  Hier  ist  auf- 
fallend, dass  die  manche,  nachdem  sie  schon  den  weg  zum  fahr- 
zeug  zurückgelegt  hatten,  doch  wohl  um  abzusegeln,  auf  ein- 
mal noch  drei  tage  durch  den  wundertisch  aufgehalten  werden. 
Dann  aber  ist  es,  abgeselien  davon,  dass  der  dieb  drei  tage 
unentdeckt  bleibt,  unmöglich  zu  glauben,  der  Verfasser  hätte 


42 


Cmrl  StdAvef 


scbreibeo  wollen:  .per  tres  noctes'*  praeparaait  Dens  prandium 
seiris  suis,  nnd  scbliesslicb  muhs  au  der  Wiederholung  von 
„cam  .  .  iter  egisseot  ad  navim^  dnicb  den  anfaog  des  folgen- 
den Satzes:  ^Post  bec  .  .  cepit  iter  agere"  anstoss  genommen 
werden.  Damit  knüpft  eben  der  intcrpolator  an  das  „iter 
egissent  ad  navirn"^,  binter  dem  er  einsetzt,  wieder  an  und  ver- 
rät sich.  Im  nrteste  stand:  ^Jam  vero  mane  facto  cum  frs.  ad 
opus  Dei  festinassent  et  iter  egissent  ad  navirn  sc».  Brd  dtxit 
fratribos:  Videte"  etc. 

10|32  ist  der  satz:  „sciebat  enim  qoalis  erat  illa  insola,  settamen 
nolnit  illis  indicare,  ne  fuissent  perterriti-^  späteres  einschiebsei :j 
„lila  insalu-*  ist  der  Jasconias^  aaf  dem  die  jünger  Brenda 
ahnungslos  Übernachten,  während  er  selbst  im  fahrzeug  bleibt. 
Ist  es  nun  schon  merkwtirdig,  da^s  der  hl.  Brendan,  wenn  er 
die  wahre  beschaffenbeit  der  insel  kannte,  üeine  brUder  dorthin 
habe  aussteigen  lassen,  so  zeigt  der  satz  11, 10,  in  dem  er 
seinen  erschreckten  mönchen  das  wunder  erklärt,  die  stelle 
10,32  unzweifelhaft  als  untergeschoben.  „Kolite  expavescere*,^ 
sagt  er  11,9,  ..Dens  enira  mihi  hac  hora  per  visionem  reve- 
lavit  sacramentum  hnjus  rei^.  Hierin  ist  der  beweis  aus- 
gesprochen,  da<J8  Brendan  die  natur  der  insel  nicht  kannte, 
als  er  die  frs.  dort  landen  lies».  Wir  sehen  aber  auch  hier 
wieder,  wie  schon  vorher  7,  26  resp.  8,  6,  dass  der  Ver- 
fasser unseres  tractates  wohl  verstand,  was  er  sagte  zu  be- 
gründen. 

1Sj25— 29.    Als  die  frs.  zum  ersten   male  auf  der  rogelinsel   paseha 
feiern,  bringt  ihnen  der  procurator  speise   für  die  festtage  und 
warnt   sie   von  dem  wasser    der  cjuelle   zu    trinken,   an    deren 
rande  jener  wunderbare  mit  vögeln  besäte  bäum  steht:    „nolite 
bibere  de    isto  fonte^,   sagt  er  13, 25,   „fortis   namque  est  ad 
bibendnm.    Dicam  vobis  natnram  illius:  quisquis  ei  eo  biberit,! 
irrnit  super  eum  sopor  et  non  evigilat  donec  compleantur  XXIV i 
bore.    Dum  emauat  de  fönte,  habet  saporem  aque  et  oaturam'". 
Solch  eigentümliches  wasser   ist   öfter    erwähnt,   hauptsächlich 
aber  18,  32    auf  einer  besonderen   insel.     Daselbst  warnt  Bren- 
dan seine  geführten  zu  trinken,  „ne  gravius  vexentur  corpora". 
Die  warnUDg  wird  missachtet,  und  die  folgen  bleiben  nicht  ausii 
einige  werden  in  einen  dreitägigen,  andere  in  einen  zwei-,  noch 
andere  in  einen  eintägigen  schlaf  versenkt,  je  nach  der  anzahl 
becher,  welche  sie  getrunken  hatten.     Dort  ist  der  zusfimmen-i 
bang  klar  und  die  Wirkung  deutlieh,  hier  aber  finden  sich  wider- 


IHc  handBchriftUchen  gestaltungen  der  lateimacheu  Navigatio  Brcndani     43 


gprttclie  und  keine  Wirkung.  Die  stelle  ist  eben  nicht  am  platze 
und  mu88  für  eine  interpolatiou  augeBeben  werden.  Gleich 
einige  Zeilen  weiter  unten,  14, 2  zeigt  sieb  der  widersprach :  der 
procurator,  welcher  eben  noch  warnte,  beisst  jetzt  bei  der  ab- 
reise die  frs.  ihre  kannen  aus  jener  quelle  fllllen,  wae  auch  ge- 
schieht. 14,  7.  Ja,  abs  man  später  abermals  auf  die  vogel- 
insel  kommt,  fordert  auch  Brendaii  seine  begleiter  auf  wasser 
aus  der  quelle  mitzunehmen  21, 19  und  zum  dritten  male  der 
procurator  bei  der  letzten  erwiihnung  des  paradysii  avium  35,2, 
ohne  d&m  die  von  ihm  13, 25  angekündigte  gefahr  je  eingetreten 
wäre. 

20,  21—24  opfert  Brendau  auf  dem  Jasconius  (cf.  zl  18)  ein  lamm : 
,,Tuuc  scB.  Brd.  immolavit  agnum  immaciilatum  Deo  dieehntqne 
fratribws:  ^In  altero  anno  bic  celebravi  resnrrectionem  Do- 
mini, ita  volo  hoc  anno>'  Dieser  aatz  widerspricht  den  that- 
sachen  und  ist  nicht  ursprünglich.  Erstenw  Bieht  man  nirgends, 
auf  welche  wei«e  die  mönchc  zu  dem  Opferlamm  gekommen 
sein  sollten.  Dass  es  sich  auf  dem  Jasconias  befunden  hätte, 
ist  doch  nicht  anzii nehmen ,  und  dass  die  frs.  je  lebendes  vieh 
mit  sich  führten,  nie  gesagt.  Zweitens  hat  Brendan  ,in  altero 
anno'  dort  gar  nicht  resurrectionem  Domiui  gefeiert,  eondero, 
wie  immer,  auf  der  vogelinsel.  cf.  13, 31.  Drittens  ist  man  just 
auf  deoi  puncte  weiterzufahren ,  so  dass  von  einem  ^ita  volo" 
gar  keine  rede  sein  kann. 

SSy  14  muss  ^ipse  scs.  pater  predestinavit  illis  locum  ad  habitandum" 
gestrichen  werden,  denn  wenn  kurz  vorher  Brendan  befiehlt  das 
schiff  an's  land  zu  ziehen  und  einen  ort  zu  suchen,  wo  ihr  zeit 
stehen  könnte  (querite  locum  .  .  .  ubi  teutorium  vestrom  possit 
Stare),  so  wäre  dies  überflussig  gewesen,  wenn  er  ihnen  den 
platz  selbst  bestimmt  hätte.  Dann  ist  das  folgende:  ^Cum 
antem  feeissent  secundum  preeeptum"  nur  auf  das  geheiss  einen 
zeitplatz  zu  suclien,  nicht  aber  auf  das  davorstehende:  ,,pre- 
destinavit  illis  locum-*  .  .  .  beziehbar. 
I,  2S — 25  belinden  wir  uns  vor  dem  judasfelnen  und  Judas  vergleicht 
seine  quälen  an  diesem  orte  mit  denjenigen,  welche  er  in  der 
hülle  auszustehen  hätte.  Die  zeit  am  felsen  sei  dagegen  ein 
leben  im  paradiese  zu  nennen.  Dann  fährt  er  zl.  21  fort:  „Meum 
vero  refrigerium  habeo  hie  omni  die  dominico  a  vespera  ns4|ue 
ad  veaperam'^.  Dies  mochte  einem  mitleidigen  abschreibcr  zu 
wenig  vorgekommen  sein,  denn  er  setzte  hinzu:  ,.et  in 
nativitate  Domini  usque  in  epyphaniam  et  a  pascha  usque  in 


Ciirl  Steinwep 


peDtecosten  et  in  pnrificatioiie  Dei  genetricis  atque  assumptione", 
offenbar  in  erinneruug  an  die  vier  festorte  aus  den  besprochenen 
Weissagungen.  Bei  Jubinal  [44,  5— 6]  ist  diese  stelle  noch  er- 
weitert, wodurcb  die  fälscliung  noch  deutlicher  wird.  Dort  finden 
wir  die  aufzählung  der  erholungözciten  des  nnglHcklichen  Jndas 
mit  dem  satze  eingeleitet:  „üt  autem  sciatis  in]mens<am  Dei  pie- 
tatem,  narrabo  vobiö  mcura  refrigeriiim'*,  wozn  dann  das  fol- 
gende „meiim  antem  refrigeriura  habeo"  wenig  passt. 
81,14 — 52.  Jadas  hat  darcb  fürbitte  des  hl.  Brendan  erreicht,  dasa 
er  noch  die  nacht  hindnrch  ansserhalb  der  hölle  auf  dem  felsen 
zubringen  darf:  „Praeeipio  vobis  in  nomine  Domini  nostn  Jliesn 
Christi",  befiehlt  der  hl.  mann(2l.  12)  den  dämonen,  „ut  nihil  sibi 
mali  faciatis  usqne  mane".  Als  aber  ilie  nacht  vorüber  ist,  kehren 
die  bösen  geister  zurück  und  nehmen  die  arme  Sünderseele  mit 
sich:  „Transacta  itaque  illa  nocte,  cum  vir  Dei  cepisset  iter 
agere  (zl.  14)  reversi  t^aut  demones  levavernntque  infelicem 
anitnam  inter  illos  cum  magno  impetu  et  nlulatn"  (zl.  32)»  So 
muss  im  original  der  text  lauten,  die  dazwisehenliegenden  Zeilen 
aber»  15  —  32  von  ecce  bis  videre,  welche  eine  zankszene 
zwischen  Brendan  und  den  teufein  um  ihr  gegenseitiges  macht- 
gebiet enthalten,  sind  ohne  zweifei  spätere  mache.  Als  solche 
ofTenbart  sie  anfang  nud  ende.  Deranfang:  ^ecce  infinitia  mul- 
titudo  demonum  coopernit  faciem  abyssi  emittentes  diras  voces 
atque  dicentes>'  (zl.  15)  ist  eine  fast  wörtliche  Wiederholung  von 
zl,  3  u.  4.  (Ebenso  ist  zl.26;  „Preeipio  vobi;*"  etc.  eine  Wieder- 
holung von  zL  13.)  —  Zeile  30  ist  die  dialogi>artie  zu  ende, 
und  der  interpolator  musste  wieder  an  seine  vorläge  anknüpfen. 
Das  ist  immer  eine  gefährliche  saclie,  und  ancb  unser  librarius 
kommt  nicht  glatt  wieder  in  den  üuss  der  erzählung  hinein. 
Er  schlies^t  mit  den  worten:  „Et  ita  secuti  sunt  (sc.  demonea) 
eum  (sc.  Judam)  usque  dum  non  poterant  (sc.  frs )  Judam  videre". 
(zl.  31.)  Dahinter  steht  nun:  „Kcvcrsi  sunt  qnoque  demones 
levaveruntqne  infelicem  animam  inter  iitos"  .  .  .  Das  ist  wider- 
sinnig, denn  diese  beiden  dicht  neben  einander  stehenden  sätzo 
schliessen  sich  gegenseitig  aus.  Es  bleibt  eben  nur  die  eine 
erklärung,  dass  sowohl  der  interpolator,  als  auch  der  autor 
unseren  Judas  von  den  teufein  abholen  lassen,  g  [46,  2]  sucht 
Viier  zu  besHeru  und  in  den  Übergang  gcschick  zu  bringen,  es, 
gelingt  ihm  aber  unM,  denn  wenn  er  schreibt:  ^Et  ita  eum 
sunt  secuti  blasphemiis  insectantes,  donec  avelleretur  a  Juda. 
Demones  autem  reversi  levaverunt  i.  a"  .  .,  so  kann  „eum"  nur 


►ie  IjÄndschriftllchen  geataltungen  der  lateiniachen  Navigatto  Rrendani     45 


auf  Brendan  bezogen  werden,  den  die  teiifel  mit  schoiäluingen 
verfolgen,  bis  er  von  Jndas  losgerissen  wurde,  wäbreiid  docb 
umgekehrt  Judas  von  Brendan  losgerissen  wird.  Dann  bleibt 
auch  hier  die  Unmöglichkeit,  dass  Judas  zweimal  abgeholt 
wird. 
Zu  all  diesen  kriterien  kommen  noch  sprachliche  eigentUmlich- 
keiten  hinzu,  wie  in  zl.27:  „extollatis  (eum)  ampliua  crudatibus",  wo 
man  ftir  extollere  einen  anderen  ausdruck  erwarten  sollte.  Ferner 
„subjanxit-^  statt  ait  (zl.  25),  was  sonst  nie  in  diesem  sinne  gebraucht 
wird. 

84, 80—35.  Zum  letzten  male  sind  die  frs.  auf  dem  Jasconius  und 
diesmal  der  proenrator  mit  ihnen.  In  J^  haben  wir  nun  das  an- 
ziehende Schauspiel,  dass  der  walfisch  die  ganze  gesellschaf't 
nach  der  vogeliusel  trägt  und  sie  dort  unversehrt  absetzt. 
[50, 20)  „Finitaifue  missa ,  cepit  Jasconius  ire  viam  suam  oraui- 
bns  stantibus  in  ejus  dorso,  Tunc  euncti  fra.  clamaverunt  ad 
Dominum  dicentes:  „Exaudi  nos  Domine  Dens  noster."  Beatus 
vero  Brendanus  confortare  eos  cepit  dicens:  „Fratres,  quid  turba- 
miniV  Nolite  formidare  quia  nichil  nobis  erit  mali;  sed  adjutor 
imminet  itineris/*  Belua  autem  relicto  cursu  pervenit  usque  ad 
litus  insule  que  vocatur  Faradisus  aWum,  ibique  deposuit  omnes 
illesos,  qui  demorati  sunt  ibi  nsque  ad  octavas  PentecoBtes."  — 
Wäre  diese  fassung  vom  autor  beabsichtigt,  dann  hätte  er  höchst 
wahrscheinlich  nicht  „cepit  Ire  viam  suam"  geschrieben,  denn 
der  fisch  schwimmt  nicht  „viam  suam",  sondern  den  der  mönche. 
Auch  ist  der  trostgrund  Brendans:  „adjutor  imminet  itineris^ 
sonderbar.  „Deus  uoster  adjutor  est"  ist  die  gewöhnliche  fassung 
durch  den  ganzen  tractat.  Man  könnte  auch  fragen,  wo  blieb  das 
schiff,  als  der  Jasconius  die  schiffer  entführte?  —  Einige  Zeilen 
weiter  heisst  sie  der  procurator  wieder  einsteigen,  ohne  dass 
bemerkt  worden  wäre,  ihr  gefährt  sei  mit  ihnen  gekommen. 
Dann  wird  auch  der  abgang  des  Jasconius  von  der  vogelinsel 
mit  keiner  silbe  erwähnt,  während  eine  diesbezügliche  an- 
ils  an  ähnlichen  puncten  fehlt. 

M.  n  1  und  d  haben  wir  eine  durchaus  verderbte 
io,  welche  jedoch  auf  dieselbe  quelle  weist.  Es 
il  nur  der  satz,  dass  alle  frs.  auf  dem  rücken  des  Jas- 
u,  als  er  fortschwamm,  sondern  auch  die  bemerknng, 
" 'isendeu  wieder  absetzte:  das  Wundertier  nimmt 
.  auf  dem  rUcken  mit  sich  fort,  die  frs.  schreien  zu 
iidan  tröstet  sie  wie  in  ^\  dann  heisst  es  34,35; 


46 


Ciiil  Stöinweg 


„Recto  cursu  belua  pervenit  ad  litus  insnle  avium  ibiqae  de- 
morati  sunt  usqu©  ad  octabas  pentecostes."  Hier  ist  natürlich 
das  gescbrei  der  fe.  ganz  uobegrllndet,  denn  dass  der  Jasconius 
„finita  missa"  fortschwamm,  wussten.  die  brUder  bereits  aüS 
siebenjähriger  erfahrung  und  konnten  darüber  nicht  mehr  er- 
schreckt seiu.  Dass  er  sie  aber  mit  sich  entfuhrt  hätte,  ist 
nirgends  gesagt.  Der  satz:  „Recto  cursu  belua  pervenit  ad 
litus  insule  avium  ibique  deraorati  sant  u»que  ad  oetabae  pente- 
costes" ist  unverständlich,  denn  wo  steht  geschrieben,  dass  auch 
die  frs.  zur  insula  avium  kamen?  Somit  bleibt  nur  tlbrig,  diese 
ganze  sonderbare  fahrt  für  untergeschoben  zu  erklären,  „belua" 
k1.  35  in  „navis''  zu  ändern  und  zu  lesen:  „Finita  vero  missa 
cepit  JascouiUH  ire  in  viam  suam.  (zl  30,)  Recto  autem  cursu 
navis  pervenit  ad  litus  insule  avium  ibiqae  demorati  sunt  usque 
ad  octabas  pentecostes."  — 
Auch    die    altfrauzösische  Übersetzung    zeigt    dieselbe    interpola- 

tion    resp.  Verderbnis.    In   ihrer   redaction   folgt   sie   im  wesentlichen 

dl  - 

3Ö,6.  Die  Wanderer  haben  das  land  der  verheissung  gesehen,  beladen 
mit  seinen  schätzen  treten  sie  die  heimfahrt  an  und  segeln  durch 
den  nebel,  welcher  es  rings  umhüllt  Da,  wider  alles  erwarten 
landen  sie  nochmals  und  zwar  auf  der  insuia  deliciarum,  die 
während  der  ganzen  fahrt  sonst  nicht  erwähnt  wurde.  Drei 
tage  bleibt  man  dort.  Das  läutt  stracks  gegen  die  Weissagungen. 
34, 10  ff.  kUndet  der  eremit  mit  klaren  Worten,  dass  sie  nach  dem 
aufenthalt  auf  der  terra  repromissionis  heimfahren  sollen  und 
35,  30  nochmals  der  jttngling  dasselbe.  Ungebräuchlich  ist  auch 
im  text  „hopitium  peregeruuf*,  wozu  noch  kommt,  daas,  wessen 
hospitium  sie  genossen,  hier  ebensowenig  gesagt  ist,  wie  gleich 
darauf,  wessen  segen  sie  bei  der  abreise  (zl.  7)  empfingen. 
P  erklärt  zwar  pprocuratoris"  sc.  benedictiouem ,  aber  der 
war  schon  zl.  3  entlassen  und  wohnte  zndem  auf  der  schaf-, 
insel;  2"  hilft  sich  mit  „a  patro  monaöterU''.  '" 
destens  unklar,  da  einen  klostcr  nicht  erwHli 
auch  hier  wieder  eine  reminiszenv 
Mernocati;  von  der  sein  vir 
schichte  4,  33  den  brüdcni 
caliginem  ad  terram  deh 
hier  eingeschoben 
der  person  im  v— ' 
traufiierit^  (sc.  L 


Die  bandBchrtftlichen  geataltun^en  der  lateinischen  Navigatio  ßrendani    47 

ist  wieder  der  Singular  gebraucht:  „venit  ad  monasterium". 
Ebenso  in  m:  „Cum  pertransisset  venerunt  .  .  .  reversus  est". 
Eine  zweite  band  erst  stellte  in  M  den  plural  gleicbniässig  her, 
den  dann  y  beibehielt.  Im  nrtext  stand:  „Scs.  Brendanus 
cum  suis  fratribus  waviculani  asceiidit  et  cepit  navigare  per 
medium  caliginis.  Cum  autem  pertransisset ,  scs.  Brd.  recto 
itinerc  ad  locum  suum  reversus  est",  und  damit  schloss  die  er- 
zlCblnng. 

Die  erweiterungon  hinter  diesem  satze  entpuppen  sich  als  naeh- 
ahmungen  der  erzäldung  der  rti(ikkehr  Barinths  ans  dem  laude  der 
verbeissung  cf.  4,  34  ff.  Sie  können  am  allerwenigsten  ansprueh  auf 
originalitUt  machen.  (In  bezug  auf  die  art  der  scblussredactionen 
cf,  §  1.) 

Endlich  sei  noch  der  stelle  33,24  —  28  gedacht,  wo  der  eremit 
den  raönchcn  seine  aukuuft  auf  der  Insel,  welche  er  jetzt  bewohnt, 
erzählt.  Dort  wird  —  ebeu'-o  wie  bei  der  judasepisode  ein  wieder- 
holtes abfUbren  Judae  durch  die  demones  —  zwei  mal  kurz  hinter- 
einander erzählt,  dass  das  schiff,  welches  „Paulum"  auf  seine  inaei 
brachte,  dahin  zurückkehrt,  von  wo  ea  gekommen  war.  zl.  24  und 
zl.  26.  Hierbei  Uberlässt  es  der  eremit  zuerst  den  winden:  „dimisi 
navim  ubicumqne  yentus  voluisset  illam  jactare",  an  der  zweiten  stelle 
aber  stösst  er  es  mit  dem  fusse  in  das  meer  zurück ,  „nt  iret  unde 
venerat^'.  Das  ist  unmöglich.  Zudem  wird  bei  der  ersten  heim- 
sendung  zu  erwähnen  vergessen,  dass  er  land  gefunden  hatte,  und 
dies  hätte  doch  notwendig  erwähnt  werden  müssen.  Wir  lesen  nur, 
(zL  23)  wie  der  eremit  absegelt,  drei  tage  und  nachte  unterwegs  ist, 
^quibus  transactis  dimisit  navim  ubicumque  ventns  voluisset  illam  jac- 
tare". Folgt  nun  hierauf:  „Porro  septimo  die  aparuit  michi  ista  petra", 
80  ist  nicht  zu  verstehen,  wie  ihm  der  hl.  mann  ohne  schiff  hat  er- 
reichen können.  —  Die  beste  lesart  bietet  K:  „Mane  autem  inveui  ita 
»icnt  predictom  fuenit  mihi.  Septimo  namque  die  apparuit  bec  petra 
quam  statim  intravi  dimissa  navicula"  etc.  Über  K  jedoch  vergleiche 
§  13.  Alle  übrigen  mss.  sind  in  der  beschriebenen  weise  verderbt, 
ancb  die  afr.  prosallbersetzung  [101,  2], 

Zahlreiche  andere  stellen  mögen  unerwähnt  bleiben ,  wie  z.  b.  die 
^erweiterten  und  eingescbobenen  psalmenverse,  welche  an  den  boren 
roü  den  patres  gOHungen  werden.  Hier  bot  sich  natürlich  eine  präch- 
tige gelegenheit  das  original  zu  Überbieten  und  zu  verwässern.  An 
ihnen  kann  man  am  besten  sehen,  wie  lawinenartig  eine  solche  stelle 
unter  den  bänden  unberufener  abschreibcr  wächst.  Nur  ein  ganz 
kleines  beispiel  bierf\lr  sei  noch  erwähnt: 


4« 


C«rl  Steinweg 


11^,24  \entn  m  and  ^  nCiopit  cantare  mandatam   novam".     P  und  A' 
^ce|iit  cantare  mandatum  novom  do  vobis"^.   f  1:  „ceperunt  can- 
tare  anttphoniain   mandatam   noviim  do  vobia^.     d  B  gchliesB- 
lich:  „(ie])\t  cantare  mandatum  novom  do  vobis  nt  diligatis  in- 
ficeni". 
So  haben  wir  an  einer  reihe  von   beispielen    nachgewiesen,    in 
wolchcni   fnnuHO   die  originale   Überlieferung  getrübt  wurde.    Stammt 
nun  drr  Ultc»ti*  nuRerer  herangezogenen  Codices  aus  dem  ende  des  X. 
ndi^r  anlatig  de«  XI.  jalirhutiderts,   so  dllrfen  wir  nicht  anstehen  da« 
archetypon  mindostun»  ein  jalirliundert  weiter  hinaufzurUcken^  während 
weh'Uer  leit  et  gelegonhcit  fand  so  viel  moos  anzusetzen. 


Der  „portugiesische"  Infinitiv. 

Von 
Carolina  Michaelis  dt*  Vasconevllvs. 


Unlängst  erschienen: 
Wernekke;    Zur   Syntax    des    portugiesischen   Verbs.      Weimar    1885 
(XXlll  Programm  der  Realschule]  und 

Richard  Otto:    Der  portugiesiaclio  Infinitiv  bei  Caraöes  [Erlangen  und 
Leipzig  1889.    Sonderabdruck  aus  Romanische  forachungen  VI.  2.] 

Ich  habe  beide  freudig  begrüsat  als  wertvolle  Beiträge  zur  Ge- 
schichte der  portugiesischen  Syntax,  die  bis  heute,  gleicli  wie  die  port. 
Metrik,  von  der  Koraanistik  ausserordentlich  stiefmütterlich  behandelt 
worden  war. 

In  JulcB  Cornu's  ganz  vortrefflicher  Abhandlung  über  die  port. 
Sprache,  und  in  Adolpho  Coelho's  „Lingua  Portuguesa",  so  wie  in  den 
übrigen  zahlreichen  Studien  meines  gelehrten  Freundes  über  eeine 
Muttersprache,  sucht  man  leider  vergeblich  nach  einer  Darstellung  des 
Satz-  und  Versbaues,  obwohl  sie  doch  wahrlich  beide  über  das  eigent- 
liche innere  Sein  und  Leben  der  einzelnen  romanischen  Sprache 
mindestens  ebenso  wichtige,  wenn  nicht  wichtigere  und  tiefergreifende 
Aufklärungen  zu  geben  haben  als  Laut-  und  Wortlehre.  Und  gerade 
80  verächtlich  wie  von  diesen  beiden  tüchtigsten  unter  allen  neuen  port. 
Forschern  und  Kennern,  war  die  Satz-  und  Verslehre  auch  von  den 
hervorragendaten  alten  Grammatikern  behandelt  worden,  von  Fern;ro  de 
Oliveira  und  Joao  de  Barros;  und  deren  Nachfolger  haben  sie  einfach 
ganz  übersehen. 

In  den  gewöhnlichen,  praktischen  Zwecken  dienenden,  Schul-  und 
Lehrbüchern  fehlen  natürlich  die  unentbehrlichen  Kapitel  über  „Con- 
struc^fio"  nicht  vollständig;  doch  sind  dieselbeD  —  von  mancher  in- 
teressanten Einzelbeobachtung  abgesehen  —  für  die  moderne  Sprach- 
anachauung  vollkommen  untauglich,  JojTu  Ribeiro  nicht  ausgenommen, 
der  doch  in  den  Äbachnitten  über  Laut-  und  Formenlehre  auf  ziemlich 
haltbarer,   wiaaenschaftlicher  Grundlage  fusst.     Ein  oder  Formalismus 

Bomaaiacbc  Foraohungcn  VII.  A 


Carotins  Micba^lia  de  VascoDcello« 


und  Schematismtis  nnd  eine  höchst  spiDoee  Terniinologie  macht  sich 
da  überall,  auf  Kosteo  einfacher  Sachbetracbtuog,  geltend.  Vollkommen 
veraltete  Anschauungen  z.B.  über  die  our  in  der  Theorie  yorbandenen, 
keiner  Wirklichkeit  entaprechenden  Wahngebüde  der  ^Ellipsen"  und 
Zuaammenziehungen  treten  mit  dem  Ansprüche  auf  noch  ernst  ge- 
nommen und  wissenschaftlich  discutirt  zn  werden.  Von  historischer 
Entwickelung,  von  öprachvergleichung,  von  sorgsam  gesammelten  und 
klug  gesichteten  Materialien  -  Schätzen  keine  Spur. 

Bei  Diez  findet  sich  ja  selbstverständlich  viel  Zutreffendes,  be- 
sonders über  all  die  Fälle,  in  denen  das  Portugiesische  vom  iat.  Urbilde 
Dod  von  den  romanischen  Schwestersprachen  nichts  oder  nur  unwesentlich 
abweicht,  lieber  die  Eigenart  der  einzelnen  Sprache  aber  kann  un- 
möglich ausreichend  aufklären,  was  in  der  grundlegenden  Grammatik 
aller  zur  allgemeinen  Charakteristik  „des  Romanischen^  eben  ge- 
nügte. Karl  von  Reinhardstoettner  ist  selbständig  und  mutig  auf  den 
TOD  Diez  gezogenen  Bahnen  vorwärts  gegangen,  doch  auch  nicht  überall 
bis  ans  Endziel  vorgerückt. 

Jeder  wissenschaftliche  Beitrag  zur  port.  Syntax  muss  daher  will- 
kommen sein.  Für  denjenigen  aber,  welcher  den  seit  so  lange  brach- 
liegenden Boden  derselben  nun  einmal  zum  Felde  seiner  Tätigkeit  ge- 
wählt, lag  es  nahe  mit  den  Infinitivkonstructionen  zu  beginnen, 
wie  die  oben  genannten  Lusitanophilen  getan.  Denn  sie  sind  ohne 
Zweifei  die  interessantesten,  eigenartigsten,  wichtigsten,  geschmeidigsten, 
freiesten,  mannichfaltigstcn  Satzgebilde  der  romanischen  Sprachen  im 
Allgemeinen,  ganz  besonders  aber  der  westlichen  Idiome,  und  im 
Speciellen  wiederum  des  Portugiesischen,  das  hier  einen  oft  und  mit 
vollstem  Rechte  gepriesenen  Sonderzug  besitzt  und  umsichtig  verwertet, 
dessen  Genesis  noch  nicht  geschrieben  war. 

Die  grosse  Bedeutung  der  romanischen  oder  portugiesischen  In- 
finitivconstructionen ,  welche  es  möglich  machen  Gedankenteile,  die 
meist  in  Nebensatzform  wiedergegeben  werden,  mit  möglichster  Präg- 
nanz nnd  Kürze  dem  Hauptsatze  einzuverleiben,  haben  die  ältesten 
port.  Grammatiker  dunkel  geahnt.  Sie  denken  wohl  an  den  flectirten 
Infinitiv  und  seine  umfassenden  Functionen  wenn  sie  äussern:  todulas 
outras  nmis  partes  (seil, :  do  verho)  que  os  laiinos  fem ,  sopn'mos  ou  jtelo 
inßnitivo  d  imita^äo  dos  gregos^)  ou  por  circunloquio*).  Oder:  E 
por  eile  (seil.:  pelo  itifinttivo)  suprhnos  alguns  defeitos  da  nossa  Imgua^ 
gem%  und:  nem  aempre  he  viriude  seguir  as proporgoes  da  arte^  mos  . . . 

1)  Cfr.  Diez  Ol  253. 

2)  Barros,  Grammatioa  da  liogua  portugnesa,  ed.  1735  p.  127. 

3)  Ibid.  p,  140. 


I 


Der  »portngieaiBcho*'  Itifinitiv 


51 


usarem  (JCalgilas  suas  propriedades  em  particulaf  as  a/remosenia  {seil.: 
as  linguagms)  *).  —  Ausdrücklich  aber  behandeln  sio  ihn  nicht;  ja  sie 
nennen  ihn  nicht  einmal  bei  Namen.  — 

Die  beiden  deutcjchen  Homaniaten,  deren  Namen  und  Werke  am 
Anfang  genannt  eind,  sind  die  ersten,  welche  die  port.  Neuacbopfung 
aufmerksamer  betrachtet  haben. 

Herr  Director  Weroekke  ging  mit  seiner  kleinen,  nur  20  Seiten 
einnehmenden  Programmarbeit  voran.  Herr  Richard  Otto  folgte  mit 
einer  Studie  von  IW  Seiten  über  den  port.  Infinitiv  bei  Camoes.  Beide 
haben  aber  den  sogenannten  persönlichen  —  flectirten  —  veränder- 
lichen —  sein  Subject  in  sich  aelber  tragenden  —  Infinitiv,  diese  merk» 
würdige  und  glückliche  Errungenschaft  der  Portugiesen,  auf  die  ich 
eben  hindeutete,  zum  Kern-  und  Schwerpunkt  ihrer  Arbeiten  gemacht. 
Und  nur  mit  diesem  Teile  der  beiden  Arbeiten  will  ich  mich  be- 
Bchäftigen.  — 

Eine  vollständige  Monographie  über  den  Infinifo  oder  Inthntivo 
pessoal  — ,  wie  die  Portugiesen  denselben  streng  sachgemäss,  im  Gegen- 
satz zum  gewöhnlichen ,  all  und  jeder  Persönlichkeit  entbehrenden  In- 
ßnito  oder  Infinitivü  \impeiisoal\  nennen  —  giebt  jedoch  weder  der  eine 
noch  der  andere.  Der  persönliche  Infinitiv  war  eben  nicht  der  einzige 
Gegenstand  ihrer  Forschung. 

Herr  Director  Wornekke  hat  einfach  aus  verschiedenen  modernen 
Schriftstellern  eine  nicht  unbedeutende  Zahl  von  Muster-  oder  Beispicla- 
eätzen  gesammelt  —  ungefähr  60  — ,  diese,  je  nach  Art  und  Character 
des  „Nebensatzes",  in  welchem  der  Infinitiv  abkürzend  auftritt,  in  Sub- 

LJects^  Objects,  Attributiv,  Temporal,  Cauaal,  Dual^  Modal,   Concessiv 

'und  Conditionalsätze  geordnet  und  zum  Schlüsse  seine  Ansicht  über 
den  Ursprung  des  Infinifivo  pessoal  kurz  mitgeteilt,  die  von  Diez  her- 
rührende Erklärung  (von  welcher  weiter  unten  die  Rede  sein  wird)  als 
unbefriedigend  verwerfend. 

Richard   Otto  hat   sich  ein  zeitlich  noch    beschränkteres   Sprach- 

k gebiet  gewählt,  dies  aber  aufs  Gründlichste  mit  sehr  viel  Fleias,  Um- 
sicht und  Liebe  ausgebeutet,  hunderte  von  Beispielen  wörtlich  aus- 
schreibend,    auf  weitere  Hunderte  von  Parallellatellcn  mit  Zahlen  hin- 

l^weisend  und  somit  alle  erledigend,  welche  überhaupt  in  seinem 
Gehege  vorkommen.  Dass  er  zu  diesem  seinem  ersten  An-  und  Eingriff 
in  die  Syntax  des  Portugiesischen  gerade  die  Gosamratworke  des 
Loeiadensängers  gewählt,  zeugt  von  gesundem  Urteil  und  praktischem 
&rfblick.    Ein,   höchst    brauchbares    Kapitel   zur  künftigen    Mono- 


1)  Oliveira,  Grainmatica  da  lingaagem  portDgu«za,  ed.  1871  p.  118. 


52 


Carolina  MicbaiJlia  de  Vascoacellos 


graphie  über  den  port  Inßnitiv  iat  damit  geliefert,  aber  eben  nur  eines, 
und  eicht  das  wesentlichste. 

Die  klassische  Sprache  der  Ronaisaancezoit,  und  noch  dazu  die 
eines  Dichters  liefert  nicht  das  Material,  mit  dem  die  Geschichte 
irgend  einer  Spracheracheinung  konstruirt  werden  kann.  Nur  Schmuck 
und  KronungSBtücke  kann  man  daraus  schnitzen.  Und  diese  kommen 
erst  zu  ihrem  vollen  Rechte,  wenn  der  eigentliche  Bau  echon  vollendet 
dasteht,  Den  Stoff  zu  diesem  aber  hat  man  erst  wenn  drei  weitere 
Gebietestrecken  in  ähnlich  eingebender  Weise  durchackert  sind:  die 
tiefliegenden  Terrains  welche  die  ältesten,  dem  IG.  Jahrhundert  voraus- 
gehenden Perioden  port.  Sprache  und  Litteratur  umfassen;  die  welche 
alle  nachfolgenden  Perioden  in  sich  begreifen ;  und  drittens  und  wesent- 
lichst die,  welche  von  der  lebendigen  Volkasp  rech  spräche  und  ihren 
gebuchten  und  verbrieften  Aeusserungeu  in  Sprichwort,  Lied,  Romanze, 
Märchen  ausgemacht  werden.  In  allen  dreien  aber  muss  Prosa,  nicht 
Poesie  das  Hauptkontingent  stellen.  Die  Dichterspraclic  scheut  —  be- 
sonders im  Süden  —  alle  öbergrosae  Klarheit,  die  für  Plumpheit  gilt; 
und  metrische  Nute  zwingen  nur  all  zu  häufig,  Endungen  abzuwerfen 
oder  anzufügen^). 

Die  dritte  Sprachschicht  haben  Wernekke  und  Otto  nicht  einmal 
in  Gedanken  berührt.  Die  Wichtigkeit  der  ersten  vorkennen  sie  nicht 
und  beklagen  es,  die  alten  Sprachdenkmäler  nur  ungenügend  benutzt 
zu  haben.  Es  ist  natürlich,  dasa  beide  sich  achmeichclriy  die  Heran- 
ziehung derselben  würde  Beweismatcrial  für  die  Richtigkeit  ihrer 
Deutungen  liefern  und  es  ihnen  ermöglichen  zu  zeigen,  dasa  der  In- 
Jinif/m  i>es60al  tatsächlich  in  der  von  ihnen  ersonneneu  Weise  ent- 
standen ist. 

Dass  diese  Hoffnung  eine  trügerische  ist,  wird  der  Leser  später 
Beben.    Die  KJage  ist  aber  dennoch  gerecht. 

Es  ist  ein  Mangel  beider  Arbeiten  dass  kein  Rückblick  auf  das 
Altport,  geworfen  wird.  Beim  Fehlen  alter  Vorarbeiten  ist  das  aber 
natürlich  vollauf  zu  entschuldigen.  Die  Stellung,  besonders  des  Re- 
naissancedichters  (Jamöes,  von  dem  man  »priori  annimmt  und  annehmen 
muss,  dass  er  seinen  klassischen  Vorbildern  nicht  nur  viel  vom  Inhalte 
seiner  Dichtung  und  ihrer  Form,  sondern  auch  von  Stil  und  Sprache 
angeglichen  hat,  sie  kann  erst  durch  gewissenhaftes  Studium  der  Rede- 
weise seiner  Altvordern  ins  recht©  Licht  gerückt  werden.  Erst  der 
Vergleich  kann  lehren  ob  CamOes,  oder  ob  Ferroira,  Miranda,  ßernardes, 


1)  Eclatante  Beispiele,  von  denen  später  die  Rede  sein  wird,  liefern  die 
Luaiadeo  V,  15  und  I  87. 


)er  «portugieaische"  iDfinitiv 


53 


oder  jeder  Beliebige  andere  „Quinhentista",  wirklich  etwas,  und  was  er 
deno  eigentlich  den  kiaesischen  Idealen  an  lateinischen  oder  lateinein» 
den  Konstruktionen  abgeborgt;  und  welche  von  den  Keimen^  die  er 
auB  Latium  nach  Portugal  zu  verpflanzen  gesucht,  sich  als  lebene-  und 
zeugungakräftig  erwiesen ;  ob  und  welche  hingegen  nur  in  der  toten 
Buchsprachc  ein  kümmerliches  Dasein  gefristet  haben  um  schnell  dahin 
zu  sterben^). 

Natürlich  erkennt  Kichard  Otto  das  an.  Er  selbst  erklärt  „die 
Aufgabe,  die  Syntax  eines  Schriftstellers  wie  Camöea  zu  erforschen,  sei 
erst  dann  als  gelöst  zu  betrachten,  wenn  es  gelungen  festzustellen  was 
derselbe  an  Eigentümlichkeiten  den  klassischen,  resp,  den  ital.  Vorbildern 
verdankt,  und  was  andererseits  alt  überlieferter  d.  h,  nationaler  J^prach- 
gebrauch  ist."  Er  giebt  also  zu,  dass  die  Entscheidung  über  die  von 
ihm  aufgeworfenen  Prägen  heute  noch  nicht  in  seiner  Hand  liegt. 

Trotzdem  aber  hat  er  es  unternommen  abzuurteilen,  hat  dabei,  im 
Gefolge  berühmter  Muster,  fortwährend  nach  latein.  Urbildern  der 
camontantschen  Satzgefüge  ausgeschaut^  statt  zunächst  einfach  den  Tat- 
bestand zu  vorzeichnen.     Viele  werde«  ihm  dafür  dankbar  sein. 

Weil  er  aber  mit  solcher  Voreingenommenheit  an  seine  Arbeit  ge- 
gangen Ist,  im  blinden  Glauben  an  das  sattsam  wiederholte  Dogma 
Ferdinand  Wolfs  von  der  absoluten  Unselbständigkeit  und  Nachahraungs- 
sucht  der  port.  Li  tteratur{zu  dessen  Verbreitung  übrigens  auch  moderne 
Portugiesen  mehr  als  gut  ist  beigetragen  haben) »  ja,  weil  er  dasselbe 
sogar,  ganz  ungerechtfertigter  Weise,  noch  verallgemeinert  und  auf  die 
port.  Sprache  und  im  Speciellen  auf  ihre  S^Titax  übertragt,  sucht  er 
bei  Cararies  fortwährend  syntaktische  Latinismen.  Und  wer  sucht,  der 
findet  bekanntliob. 

So  entdeckt  Otto  z.  B.  bei  dem  port.  Dichter  einen  Accusativus 
cum  infinit ivo,  oligleich  und  trotzdem  ein  solcher,  wie  er  zugeben  muas, 
der  Vulgärsprache  und  dem  Style  der  Volksdichtung  abgeht.  Wenn 
der  Dichter  sagt: 

E  descobrr  seu  pae  ser  homicida 

oder:  Que  muito  mrlhor  i  perdcr-se  a  vida 

oder:  Que  niais  nie  pesa  !<er  esfa  vida  cousa  fäo  pequena 

oder:  Sente  fer  chegnda  a  hora 
so  soll  er  das  jeweilige  Nomen  —  8e%t  puc  —  a  vida  —  esla   vida  — 
a  hora  —  als  Accusatlv  fühlen.   Wenn  derselbe  Dichter  aber  im  All- 


1)  Der  Dichter  Ferreira  behandelt  in  seinen  Versen  häufig  würtechUeaeeode 
Nasaloilbun  gerade  so  wie  reinvokaliflche.  Das  bat  man  fiir  künstliche  Impor- 
latian  aus  latciu.  Üklitern  gehülteii»  während  dio  allport.  Dichtun^jen  und  das 
Vulkalied  den  gleichen  Zug  zeigen. 


Carotioa  MicbaSlis  de  VMConcellos 


tagsumgange  mit  gewohnlioben  Sterblichen  die  gleichen  Gedanken  in 
Bchlichterj  gang  und  geber  Prosa  äussert,  soll  er  die  Nomina  als  das 
was  sie  wirklich  siod,  als  Snbjecte  des  abhängigen  unbestimmten  Ver< 
bums  d.  h.  also  ata  N  o  ra  i  n a  t  i  v  e  empfinden  I  Diese  Empfindung  aber  soll 
noch  kräftiger  sein,  wenn  er  als  Stellvertreter  der  Nomina  Pronomina 
anzuwenden  bat,  —  Das  eine  Mal  reducirte  er  also  den  casus  auf  das 

Paradigma 

Video  fe  —  venire 

d.  b.  er  empfände  das  Nomen  als  unmittelbares  Object  des  transitiven 
Zeitwortes. 

Das  andere  Mal  reducirte   er  seinen  8atz  auf  unklassiscbes ,  bar- 

barischea 

i?ideo  venire  tu 

d.h.,  wie  schon  gesagt  ward,  er  empfände  das  Nomen  als  Subject  des 
Infinitivs. 

Die  Botschaft  hör  ich  wohl^  allein  .  .  .  mir  fehlt  der  Glaube! 

Es  ist  das  der  Hauptvorwurf,  den  ich  der  Arbeit  mache. 

Auch  gefällt  es  mir  nicht  ganz,  dasa  und  wie  der  Autor  zwei 
Fragen  mit  einander  verquickt,  von  denen  jede  eine  besondere  Behand- 
lang verlangte.  Dass  nach  Beantwortung  jeder  einzelnen  sehr  wohl 
eine  Verbindung  beider  zu  Stande  gebracht  werden  kann,  soll  nicht 
geleugnet  werden.  Bei  Otto  aber  wird  keine  klar  und  übersichtlich 
behandelt  und  endgültig  entschieden,  weil  ihr  eben  diese  getrennte  Be< 
handlung  nicht  zu  Teil  wird. 

Die  erste  Frage  lautet:  Wie  verhielt  Camöea  sich  zu  den  klassischen 
Vorbildern  und  wie  zum  Volksbranche?  Auch  wo  man  ausschliesslich 
den  Satzbau  im  Auge  hat^  wird  die  Antwort,  so  weit  ich  beurteilen 
kann,  gerade  ebenso  ausfallen,  wie  wenn  man  den  Vokabelschatz  oder 
den  Stil  und  Geist  seiner  Dichtungen  im  Sinne  hat: 

Im  klassischen  Kunstepos  nämlich  sind  Wortschatz  und  Gedanken- 
prägung klassisch;  und  klassisch  sind  sie  auch  in  seinem  Parnaseef  d.h. 
in  den  höchstfliegenden,  gedankenreichsten  seiner  lyrischen  Gattungen: 
in  der  Canzone,  Ode,  Terzine,  Oktave  und  zum  Teil  auch  der  Idylle. 
Da  diesen  aber  das  Wasser  ital.  QueJlstrome  reichlich  Äuströrate,  sind  sie 
ea  bereita  weniger  als  in  den  latiniairenden  Lusiaden.  In  den 
Prosabriefen  hingegen,  in  den  Komödien,  und  ira  Liederbuche  spricht 
der  Dichter  die  echte,  rechte,  kernige  Volkssprache,  welche  die  älteren 
port.  Sänger  vor  ihm  gebrauchten. 

Zeigt  sich  daa  aber  auch  im  Satzbau?  Das  grosse  Übergewicht 
des  poetischen  Teils  seiner  Werke  über  den  prosaischen  erschwert 
einigermassen  die  Entscheidung.    Doch  liegt  die  Antwort  darauf  in  der 


Der  „portiigieflische"  lofioitiv 


55 


I 
I 


Antwort  auf  die  zweite  Frage:  nach  dem  Ursprung  des  persönlichen 
InfiDlÜTg. 

Ist  derselbe  nämlich  aus  lat.  Samen  aufgeschossen,  sind  die  port. 
InfinitivkonstructioDeD  nichts  als  erkünatelte  Nachahmungen  und  Um- 
gestaltungen klaasiäch  lateiniscber  Redeweisen,  von  Gelehrten  und 
„em  BigDo  de  latim''  geboreaeo  Übersetzern  ausgeheckt,  so  werden 
auch  bei  Oamoes  viel  viel  mehr  solcher  Infinitivkonstructionen  als  bei 
seinen  Vorgängern  vorkommen,  und  besonders  werden  seine  klassicirenden 
Werke  von  solchen  latinisirenden  Wendungen  strotzen. 

Ist  der  Infinitiv  hingegen  im  Schoosse  des  Volkes  entstanden  und 
gross  geworden,  bat  er  sich  aus  niedrigen  Regionen  in  die  Höhen  der 
Dichtersprache  hinaufgearbeitet,  von  der  plebr  mfinia  zu  den  doctotrSy 
80  wird  der  Dichter  vielmehr  bemüht  sein,  seine  übermässige,  wilde 
tind  bunte  Verwendung  einzudämmen ;  so  werden  auch  seine  achlichteren, 
▼on  Vülksgeist  und  Volkswitz  durchdrungenen  Werke  reicher  an  9ub- 
jektdintinitiven  sein  als  jene  vorgenannten. 

Auf  diese  Frage  nun  nach  dem  gelehrten  oder  volkstümlichen  Ur- 
Bprung  des  Inßnitwo  jiessoal  findet  Otto  meines  Erachtens  die  rechte 
Antwort.  Trotz  mannichfaohor  gedrehter  und  gedrechselter  Vorversuche, 
die  peninsularen  lofiniiivkouatruktionen  aus  lat.  Vorbildern  zu  gewinnen, 
aie  aus  dem  Samen  des  latein.  Äcc.  cum  inf.  zu  züchten,  gieht  Otto 
schliesslich  doch  zu,  dass  die  port.,  durch  prägnante  Knappheit  und 
Klarheit  hervorragende  Auadrucksweise  etwas  ganz  öpontanes,  Indi- 
vidoelles,  kurz  eine  Schöpfung  ist. 

Das  Bemühen  vorgezeichnete,  ja  arg  ausgetretene  Fährten  nicht 
zu  verlassen;  die  Furcht  der  Pietätloaigkeit  gegen  Altmeister  Diez  ge- 
ziehen zu  werden,  falls  er  dessen  Auffassung  ofiFen  bekämpfte,  sie  ganz 
beseitigte  und  von  Frischem  begönne;  vor  allem  aber  auch  die  Un- 
kenntniss  der  älteren  Dokumente  haben  Otto  offenbar  auch  hier  daran 
gehindert,  die  volle  Wahrheit  zu  sehen  und  die  letzten  Consequenzen 
aus  seiner  Entdeckung  zu  ziehen. 

Eine  derselben  hätte  denn  auch  in  der  Erkonntnisa  bestanden, 
dass  ein  wesentlicher  Unterschied  zwischen  der  Syntax  des  Camöes  und 
der  seiner  Vorgänger  einerseits ^  und  der  Syntax  des  Epos  und  der 
Beiner  sonstigen  Werke  andererseits,  nicht  besteht  —  NB.  was  die 
lofinitivkonstructionen  betrifft  — ;  dass  Camoes  sich  allüberall  als  echter 
und  rechter  Sohn  seines  Vaterlandes  gehabt,  und  als  genialer  Künstler 
von  Gottes  Gnaden  allem  Unnatürlichen,  Manicrirten  abhold  ist^);  dass 


1)  Was  andere  Portugiesen    und  Spanier  lange  vor  Caiurieg  an   laK^iueladau 
Sitseu    verbruchea    habeo    (Mustorbeispiele   to    den    Pruseo    des    Rudriguez  del 


56 


Carolina  Blichaclie  de  Vasconcellos 


er  aber  gerade  darum  die  nationalen,  etwas  wild  barbarisch  ins  Krau 
Bchieäeonden  Subjekteitifinitive  und  einige  andere  unklasaiscbe  Infinitiv*^ 
Verwendungen  nach  Möglichkeit  vermeidet,  weil  aie  ihm  gehäuft  zu 
urwüchsig  schienen;  dass  also  die  unleugbare  Reinheit  und  Schonfl 
seines  Satzbaues ,  besonders  im  Epos,  in  der  Bevorzugung,  aber' 
nicht  Alleinherrschaft  allgemein  romanischer,  altererbter  Latinis- 
men, und  in  der  Ein d Timm ung,  aber  nicht  Verbannung  apeciell 
peninsularer  oder  gar  ausschliesslich  port. ,  vom  Volke  geschaffener 
Idiotismen  besteht  —  keineswegs  aber  in  der  Herübernahme  von 
Ungewohntem ,  Nichtvolkstümlichem, 

AuB  Ottos  EinzelbemerkuDgen  kann  man  das  nicht  folgern.  Sie 
sind  nirgends  zu  einem  Gesammturtei)  zusammcngefasst,  und  wider- 
sprechen einander  mehrfach:  Ganz  richtig  wird  z.  B.  in  §§  2—0  darauf 
aufmerksam  gemacht,  dasa  der  unlatoiniBche,  freie,  substantivische  Ge- 
brauch des  Infinitivs  dem  Lusiadendicbter  nicht  behagto;  dass  der  ein* 
fach  substantivische  und  der  mit  subjectivem  Genitiv  im  Epos  äusserst 
selten  (in  den  italianisirenden  Sonetten  dagegen  sehr  häufig),  der  rec- 
tionsfähige  in  beiden  Werken  nie,  und  der  flectirte  substantivische  in 
den  Geaaramtwcrken  überhaupt  nur  ein  einziges  Mal  vorkommt.  Hin- 
gegen werden  in  den  Paragraphen  55 — 60  über  den  vermeintlichen  acc. 
cum.  inf.  die  sonderbaren  Irrlehren  verbreitet,  auf  die  ich  schon  auf- 
merksam machte.  Was  in  Wirklichkeit  guter  alter 8ubjoctsinfinitiv  d.h. 
nom.  cum.  inf.  ist,  wird  künstlich  zu  einem,  im  Bewusstsein  des  Re- 
naissancodichters  vorhandenen  acc.  cum.  inf.  verwandelt. 

Darauf  habe  ich  noch  zurückzukommen. 

Zunächst  ein  Wort  Über  die  Anordnung,  welche  Otto  seinem  reich- 
haltigen Stoffe  gegeben. 

Er  beginnt,  im  Anst'hluss  an  Dicz,  mit  dem  reimen  Infinitiv;  geht 
zum  Infinitiv  mit  Präposition  über;  und  behandelt  zuletzt  getrennt  den 
Infinitiv  mit  iSubject. 

Zwei  Einteilungsprincipien  gehen  also  neben  einander  her:  ein  for- 
males, äuBserliches,  und  eines,  welches  die  Function,  die  innere  Be- 
deutung, das  Wesen  des  tefn2)0  infinito  in  Betracht  zieht.  In  den 
übrigen  romanischen  Sprachen  ist  das  nicht  von  Unheil,  wühl  aber  in 
derjenigen,   welche  für   den  Infinitiv  mit  Suhjcct  eben  einen  mßuit'tvo 

PadroQ)  werde  Ich  vi<^Ueicht  später  einmal  zeigen.  Ironisirte  doch  schon  der 
wackere  JoJlo  de  Barro«,  trot«  seiner  vernünftigen,  aufricljtigeo  ßegeiaterting  für 
das  MutterlateiD,  all  die  Sjtracbverdeiber,  welche  dem  Port.  Sätze  abzwingen  „«»» 
Itnifuaytm  rrtorcida  e  föra  du  commum"  wie  z.B.:  Ihi  rtos  nentiOr  aiiuellu  äqual 
0  mundo  »üo  pode  dar  paz  —  Vdtta  de  Lübon  eadea  miäe  ha  mtses  seit  qM 
$<m  abitante  —   OA  grimm  divinos  acquired  terra  triumpkos! 


Der  „portHgieeiache"  Infinitiv 


57 


conjifgado  besitzt.  Die  Folge  dieser  Zwittrigkeit  ist,  dass  die  wirklich- 
unpersönlichen  InfinitiTsätze  zwar  nur  je  einmal,  in  Abschnitt  I  oder  IT, 
die  persönlichen  aber  sämnitlich  zwei  Mal  angeführt  werden  naüssten, 
ond  dass  viele  es  tatsächlich  werden.  Zahlreiche  Falle  von  persön- 
lichem Infinitiv,  bald  mit,  bald  ohne  Verweis  auf  den  nachfolgenden 
Teil,  kommen  bald  erkannt,  bald  unerkannt,  bereits  in  den  beiden 
ersten  Abschnitten  vor  (da  jeglicher  persönliche  Infinitiv  doch  auch  nur 
entweder  rein  oder  präpositionell  auftreten  kann);  und  im  dritten  (der 
eben  doch  auch  nichts  anderes  als  Infinitive  mit  oder  ohne  Präposition 
enthalten  kann),  wiederholt  sich  vieles  von  dem  was  der  Leser  bereits 
kennen  gelernt  —  zwei,  drei,  ja  viermal,  oder  noch  öfter. 

Ordnete  man  A)  Der  unpersönliche  Infinitiv,  B)  Der  per- 
eön liebe  und   teilte  jeden   der   beiden   Abschnitte   und  ihrer   Unter- 
abteilungen hinwiederum  in  zwei  Gebiete:  1)  das  des  reinen  und  2)  das 
des  Infinitives  mit  Fräposition  Vi;  oder  aber  ginge   man  von  der  Zwei- 
teilung in  A;  Reinen ,  B)  Fräpositionelleu  Infinitiv  aus  und  be- 
handelte innerhalb  beider  mit  sammt  all  ihren  Einzelklassen  stets  zuerst 
iden  unpersönlichen  (1),   dann  den  persönlichen  (2),  getrennt  und  nach 
einander^  so,  scheint  mir,  könnte  nmn  die  etwas  unbequemere ^  ver- 
wirrenden Wiederholungen    vermeiden   und   könnte  obenhin    noch   mit 
•  ungleich  grösserer  Klarheit  zeigen,  welche  Satzbildungen    niemals   den 
persönlichen,  sondern   ausschliesslich  den    unpersönlichen  Infinitiv  zu- 
lassen.   Zunächst  bei  Camr.es.    Ob  sie  ihn  überhaujit  nicht  dulden  noch 
geduldet  haben;    ob   nicht  jeder  Satz  mit  unpersönlichem  Infiuitiv  in 
»einen  mit  persönlichem  umgewandelt  werden  kann,  und  ferner  ob  nicht 
Igewisse  Verwendungsarfen  von  Cam<"''eä  nur  zufällig  nicht  gebraucht,  oder 
|aber  absichtlich  umgangen  worden  sind,  das  bliebe  natürlich  auch  so  un- 
'  entschieden,  solange  nur  Otto'a  Gebietsteil  oder  überhaupt  nur  tatsäch- 
^lich  »US  Druckwerken  ausgezogene  iSätze  behandelt  werden. 

In  einer  allgemeinen,  die  Gesammtspracbe  umfassenden  Arbeit 
aber  würde  auf  diese  Weise  klargestellt  werden,  ob  e»  Infinitivkon»truc- 
tionen  giebt,  welche  niemals  den  pers.  Infiuitiv  zulassen,  und  ob  und 
welche  ihn  nur  als  Ausnahme,  und  ob  und  welche  ihn  stets  zulassen. 

Die  Theorie  über  den  persönlichen  Infinitiv,  die  Hypothesen  über 
den  Ursprung  seiner  Flcction,  dieser  8pecialeigenlümlichkeit  des  Port., 
könnte  den  Stoflfsammlungen  nachgeschickt,  oder  könnte  ihnen  auch 
allenfalls  vorangestellt  worden"). 

Otto  fügt  dieselbe  dem  dritten  Abschnitte  ein  —  dem  Infinitiv 
mit  Subjeot,  auf  den  er  vorher  des  öfteren  vorweisen  musste.  Mit  Recht, 

1)  In  Abschnitt  III  ht  diese  Soiidt^rung  durchgeHihrt. 

2)  Ich  habe  noch  vieles  gegen  Otto's  EiBteiluDgapriocipieu  —  doch  d&rf  ich 


Carolina  Hicha@]iB  de  Vasconcellos 

wenn  man  einmal  seinen  Standpunkt  eingenommen  und  seine  Dreiteilung 
angenommen  hat.  Davon  später.  Zunächst  ist  es  nötig,  die  Meinungen 
seiner  Vorgänger  kennen  zu  lernen,  der  wenigen  die  überhaupt  ver- 
sucht haben,  das  Wesen  des  Jnfinito  pessoal  zu  erkennen.  Ich  beginne 
mit  Diez. 


I. 

Auch  Diez  erklärte  den  flectirten  Infinitiv  im  Zusammenhange  mit 
dem  Infinitiv  mit  Subjeot,  und  zwar  innerhalb  desjenigen  Abschnittes, 
welchen  er  Nora,  cum  Inf  betitelt.  Er  hat  damit,  wie  gar  nicht 
anders  zu  erwarten,  das  Richtige  gestreift,  und  sah  wohl  den  wahren 
Sachverhalt  ein.  —  Die  Art  und  Weise  aber,  wie  er  den  Nom.  cum 
Inf.  entstehen  lässt,  ist  verfehlt  und  unannehmbar.  Er  operirt  auf 
falscher  Basis. 

Diez  geht  nämlich  vom  mehrfachen  Satze  aus  und  meint,  derselbe 
sei  zu  einem  einfachen  zusammengezogen  worden. 

Doch  fügt  er  vorsichtig  ein  zweifelndes  vielleicht  ein. 

Und  zwar  soll  diese  Contraction  oder  Zurückführung  allmählich 
vor  sich  gegangen  sein.  An  drei  Beispielen,  zwei  spanischen  und  einem 
span.-port.,  erläutert  er  seine  Ansicht  in  überaus  knapper,  bündiger 
Form.  Man  muas,  hier  wie  so  oft,  Diez'  Worte  auseinanderfalten,  will 
man  ihren  vollen  Inhalt  und  dessen  Haltbarkeit  oder  Unhaltbarkcit  er- 
kennen.    Ich  hoffe  nichts  unterzulegen,  wenn  ich  auslege  wie  folgt. 

Diez  sagt: 

1)  Qtte  lo  digo  yo  no  os  o/enda  sei  (vielleicht)  Vorstufe  zu  El  de- 
cirlo  tfo  no  os  ofenda. 

2)  Lo  hice  sin  que  lo  supo  ninguno  Vorstufe  zu  lo  hice  sin  saberlo 
ninguno. 

3)  Basta  que  somos  dominantes  Vorstufe  zum  port.  basia  sermos 
dominantes. 

Dazu  bemerke  ich,  dass  alle  diese  drei  „Vorstufen"  künstlich  kon- 
struirte,  unmögliche  Satze  sind.  Die  abhangigen  Sätze,  durch  welche 
man,  in  die  Breite  gehend,  die  Infinitivkonatruktionen  ersetzen  könnte, 
würden  im  Span,  wie  im  Port,  im  Conjunctive  stehen, 

Que  yo  lo  diga  (od.  dijese\  port.  dissesse)  no  os  o/eftda. 
Lo  hice  sin  que  algnien  lo  sttpiese. 
Basta  que  seamos  (port.  sejamos)  dominantes. 
Der  Sinn  natürlich  wird  durch  solche  Uinmodelung  der  Form  auch 
umgemodelt;  es  giebt  eben  keine  rein  formale  Omprägung  von  Sätzen; 

erat  später  darauf  ziirückkuiumen,  wenn  der  Leser  meine  Theorie  und  den  Grad 
ihrer  Abweicboog  von  Otto's  Auffassung  kennt. 


ffPcntiiiieBiacbe''  lofiDitiv 


59 


^ 


jede  Veränderung  in  ihrem  Ban  ist  zugleich  eine  Veränderung  ihres 
Inhalts.  Aus  dem  Gebiete  strenger  Wirklichkeit,  in  welchem  die  In- 
finitivkonatructionen  standen,  gehen  sie  in  das  blosser  Möglichkeit  über, 
sobald  die  starrere  Selbständigkeit  des  verbum  infinitum  gebrochen  wird. 

Aber  nehmen  wir  zunächst  mit  Diez  an,  seine  Beispielasitze  hinkten 
nicht.  Spanier  und  Portugiesen  sprächen  so  wie  der  Meister  will.  Wie 
kann  dann  aus  dem  mehrfachen  Satze  der  einfache  hervorgeben?  All- 
mählich lautet  die  Antwort.  Allmahlich  setzt  sich  mindestens  aus 
zwei  Schritten  zusammen.  Der  erste  derselben  soll,  und  konnte  nur, 
im  Wegfall  des  bindenden  que  bestehen.  An  solchem  Wegfall  nimmt 
die  graue  Theorie  keinen  Anstoss.  Ist  denn  nicht,  bei  indirekter  Hede, 
gue  des  öfteren  ganz  entbehrlich')?  kann  es  nicht  bei  gewissen  Conjunc- 
tionen  beliebig  sein  oder  nicht  sein?  Kommen  ja  doch,  in  alter  und 
io  neuer  Zeit,  Sätze  vor  wie:  Permitia-me  Ihe  diga.  —  Cuidas  pedes 
m$rci.  —  Todos  h  ruegan  amanse  su  cmeldad  y  su  porfia.  —  Se  dem 
^ttisetse  . .  nie  fezessedes  emenda  ,  .  do  mal  que  nü  fazedes.  —  Mmidou 
disfesM,  —  Vetido  trabalhavam  em  väo,  —  Vos  estais  iingindo  o  näo 
causastes  (Camöes,  Soneto  208).  — 

Streichen  wir  also  quel  Es  entstehen  demnach  die  Sätze:  Lo  digo  yo 
no  OS  o/enda!  Lo  hice  sin  lo  supo  ningmw!    Basta  somos  dominantes f 

Und  solche  Mythologeme  werden  für  möglich,  ja  für  zeitweilig  üb- 
lieh  erklärt!  — 

Der  zweite  Schritt  auf  dem  Wege  allmählicher  Omgeataltung  müsste 
dann  die  Verdrängung  des  verbum  änitum  durch  das  verbum  inßnitum 
sein,  wobei  übrigens  das  hispanische  Pronomen  einen  Sprung  machte. 
Aus  lo  digo  yo  soll  dezirlo  t/o  geworden  sein;  aus  sin  lo  supo  ninfjuno  hin- 
gegen sin  saherlo  nlngunOf  aus  somos  dominantes  .......  ja  was  denn 

eigentlich  ?  ser  dominantes  ?  sirmos  dominantes  ?  ser  n6s  dominantes  ?  Dieses 
Ubergangsstadium  bleibt  im  vollsten  Dunkel.  Oesagt  ist  nur,  am  Ende 
der  Metamorphosen  sei  statt  sotnos  eben  sermos  vorhanden  gewesen. 
Die  Personalflection  -mos  soll  aus  somos  hervorgeholt  und  an  den  In- 
finitiv angehängt,  auf  ihn  übertragen  sein.  Wüsste  ich  es  nur  erst,  wie 
man  eben  diesen  Infinitiv  ser  herbeigeschafiTt  hat,  so  wollte  ich  auch 
diesen  letzten  Ubertragungsschritt  gutheissen!  — 

So  viel  mir  bekannt  ist,  ward  nur  ein  Einwand  gegen  Dlez' 
Verwandlungstheorie  erhoben.  Doch  ist  es  ein  rein  ausserlicher, 
nichtiger,  des  Meisters  nicht  recht  würdig.  Director  Wernekke  hat  ihn 
gemacht  und  Richard  Otto  hat  ihn  für  zutreffend  erklärt  —  leider!  — 


gemacni 

^H  1)  Nach  anperBÖnlicbcD  (?)  und  üacb  Bilfsverben  sentiendi  ei  declarandi.  lAnn 

^H  beaehte,  dass  diese  der  Kegel  nach  den  iDdoitiv,  und  zwar  den  reincQ,  regieren. 


60 


Carolina  Mtcha'diB  de  Vascoocellos 


Zugegeben,  sagen  oeide,  aus  somos  könne  sermos  werden,  so  bliebe 
doch  noch  hasta  'icrem  aus  has/u  qtie  süo  zu  erklärenl  Was  heissk 
das?  Ich  verstehe  ea  ganz  und  gar  nicht. 

Erstens  raasste,  wer  überhaupt  in  dieser  Weise  folgert,  nicht  eine 
einzelne  P^irsonalform  erwähnen,  sondern  klarlegen,  dass  dabei  die 
ganze  Serie,  der  zwei  Mal  droi  Personen  zu  erklären  übrig  bliebe. 
Wie  ward. 

hasta  que  sou  zu  basta  eu  ser? 

basta  qne  es  zu  basta  tu  ser  es? 

basta  que  S  zu  basta  eile  ser? 

basta  que  sot?ios  zu  basta  nös  sermos? 

bmta  que  sois  zu  basfa  v6s  strde^? 

basta  qne  süo  zu  basta  eUes  serem? 
Immer  das  Unmögliche  zugegeben ,   daea  Satze  mit  dem  lodicariv" 
nach  basta  und    ähnlichem   iiaufig  genug    ausgesprochen  worden  seien 
um  überhaupt  eine  Entwickelung  durchzumachen  —  denn  zum  Werden 
gell  ort  Leben. 

Und  nicht  nur  dieses  Präsens  Indicativi,  auch  alle  zeitlich  ver- 
änderten Sätze  wie  bastava,  basfou,  basfaria  que  eu  Josse,  verlangten 
eine  besondere  Krwähnung  Auch  wäre  es  eine  mühselige  Aufgabe 
darzulegen,  wie  man  bei  so  breiter  Grundhige  gerade  zur  Abstraction 
der  rein  persönlichen  Flectionsendungen  kam. 

Die  Voraussetzung  für  die  Hichtigkeit  der  Diez'schen  Hypothese 
wäre  eine  Nivellirung  aller  Formen  und  Zeiten  von  ser  und,  wie  dieses 
einen,  eo  alier  übrigen  Verben  kraft  der  Analogie. 

Zweitens  vergessen  Wernekke  und  Otto  ganzlich,  was  der  weisere 
Diez  gewiss  nicht  übersehen,  dass  die  alte  Sprache,  neben  dem  formell 
kurzen  und  inhaltlich  abgeblassten  stim  es  est,  auch  noch  andere  zu 
üülfszeitwiJrtern  erniedrigte  Wrba  besaas,  von  denen  eines  die  Lücken  in 
den  UonjugfltionstaboUen  von  esec  ausfüllte.  Ich  denke  natürlich  an  sedeo, 
Hd4St  8*t^«<^).     ^^r  ist  nicht   «*5e[rt|  soudttrn  sedere\  se  ist   sedfi;  sede 


1)  Sülcbor  Uülfszeitwörter  besass  das  Altport.^  aasser  futbere  und  e«««,  noch 

Inf:  «*n«r«j  als  Subatjtut  von  haben;  and  als  Vertreter  von  sein  —  das  Vierblatt 

f  ir€  «eUere  Jactie,  also:  stehen  geben  sitzen  liegen  —  alle  möglieben 

(ioncD,  in  denen  der  menschliche  Körper  handelnd  auftreten  kann,    üj/a,  siia, 

*a,  jazia  cuidando  bedeuteten  urspriloglicb  genau  was  sie  sagen:    er  ging, 

stand,  lag  und  sann,   später  werden  sie  dem  englischen  Progressivuoi  /  was 

^ing  glelcbgcatcllt.   Doch  erhielten  sich  lange  uocb  Keale  und  Spuren  der  alten 

«It,  besooilera  b^\jazer,  t>  und  Acrr,    Hier  einige  Beispiel©  für  «er  aus  dem 

}Qudte$  qut  »eem  aa  mesa  do  Santo  Oraal  (110);  o  paa^  hu  niam  aag 

)l  ora  stede  e  folgade  (122);  Ora  seede  (135);  «iVa  em  sua  cadcira  101). 


Der  »porfugieslBche"  Infinitiv 

sedete]  »endo  sedendo]  seja  sedeam  etc.  Dementsprechend  lautete  das  aUe 
Praacns:  scjo  sce^'  i<ee  Sfemos  seedes  i^eein.  Und  nicht  aus  basta  somox  und 
basttt  iföo  wären  basla  s  e  r  m  o  s ,  basfa  strem  herzuleiten ;  sondern  aus  basta 
seernoif,  basta  seem  wären  basta  seernms  und  basta  setrem  zu  gewinnen.  Hätte 
Ülez,  wie  also  angemeasoner  gewesen  wäre,  im  alten  Stile,  ein,  freilich 
immer  noch  falsches,  unreelles  bat^ta  que  seemos  dominantes  geschrieben; 
oder  hätte  er,  statt  dieses  Verbs,  irgend  ein  sogenanntes  regelmässiges, 
schwaches  Zeitwort  gewählt  z.  B.  basta  que  louvatnos,  und  daraus  basta 
touvarmos  entwickelt,  »o  hätte  seine  Verwandlungstheorie  für  manche 
Ohren  bestechend  genug  geklungen,  und  aus  den  kritischen  Wäldern 
hätte  sich  vielleicht  gar  keine  Stimme  vernehmen  lassen.  Beachten 
und  bekämpfen  die  Gegner  ja  doch  nur  Lautbestaud  und  Lautwandel! 

Im  Grunde  ist  das  freilich  gleichgülMg;  Seennos  &ub  seemoSf  iaurifr- 
mos  aus  louvatnos  ist  gerade  so  unmöglich  ,  wie  scrmos  aus  somos  und 
seretn  aus  sdo.  Der  ganze  Disput  ist  bodenlos,  erstens  weil,  wie  wieder- 
holt gesagt  ist,  deutsch  gedachte  Sätze,  wie  basta  que  somos  domi- 
nantes auf  der  Halbinsel  nie  existiert  haben  können,  und  zweitens,  weil 
das  persönliche  verbum  infioitum  aus  keiner  Form  des  verbum  finilum 
entstanden  sein  kann  —  weder  aus  dem  Präsens,  welches  Diez  gewählt; 
noch  aus  dem  nicht  vorhandenen  Conjunctiv  Imperfecti,  welchen  Wcr- 
nekko  erfunden;  noch  aus  dem  tatsächlich  vorhandenen,  lautlich  in 
vielen  seiner  Formen  mir  allen  Formen  des  persönlichen  Infinitivs  über- 
einstimmenden Conjunctiv  Futuri. 

Um  einen  einfachen  Satz  zu  erklären,  muss  man  von  einem  ein- 
fachen Satze  ausgehen;  um  den  personlichon  Infinitiv  zu  verstehen,  vom 
unpersönlichen.  Um  zu  basta  sermoti  zu  gelangen,  muss  mau  bei  bu.sta 
ser  PoBto  fassen,  wie  bald  geschehen  soll. 

Doch  jetzt  erst  zur  zweiten  Hypothese  über  den  Ursprung  des  In- 
finäivo  pessoal. 


II, 
Herr  Director  Wernekke  hat  versucht  die  von  ihm  als  unhaltbar 
verworfene  Ansicht  von  Diez  durch  eine  neue  zu  ersetzen.  Sein  Ver- 
liren  ist  jedoch  ein  mechanisches  und  seine  Hypothese  eben  so  un- 
aehmbar  wie  die,  welche  er  bekämpft.  Ich  deutete  echon  an,  daes 
er  nur  die  äussere  Form  des  Infinitivs  im  Auge  hat,  und  versucht 
Beinen  Lautbestand  zu  gewinnen,  ohne  auf  den  geistigen  Wert  zu 
achten. 

DasB  aus   somos   lautlich   nie  und  nimmer  sermoSf  aus  aäo  niohfc 
set'em  gewonnen  werden  kann,  ist  der  Ausgangspunkt  eeines  AngriflFs. 


62 


Carolina  Michaelis  de  VascoDcellos 


Er  sDcht  also  ans  den  port.  Verbaltabetlen  diejenigen  Formen  beraus, 
welche  lautlich  am  besten  zum  infiniUuo  coyijuffado  paaaen,  und  6ndet 
da  natürlich,  beim  ersten  Blicke  auf  das  erste  beste  Paradigma  des 
ersten  besten  regelmässigen  Verbs  in  irgend  welcher  Grammatik,  den 
Conjunctiv  Futuri,  diesen  brauchbaren,  lebenskräftigen  peninsularen 
Spross  des  lat.  futurum  exactum,  welcher  die  Functionen  dieser  Zeit 
und  zugleich  die  des  verlorenen  oder  mit  ihm  verschmolzenen  lat,  conj. 
fut.  übernommen  hat,  der  ja  beinahe  gleich  lautete.  Hier  wie  da  haben 
wir  die  £ndungen: 

1.  sing.:  ar  er  ir 

2.  „      ares  eres  ires 

3.  „      ar  er  ir 

1.  plur.:  annoH  ermos  irmo» 

2.  „       ard^  erdes  irdes 

3.  „       arcm  crem  /'rem 

Sollte  dieser  conj.  futuri  der  persönliche  Infinitiv  sein?  Bei  näherer 
Untersuchung  der  Kechenprobe  auf  das  schon  gelöst  scheinende  Exempel 
erkennt  Wernekke,  dass  die  herrliche  lautliche  Übereinstimmung  nicht 
immer  vorhanden  ist.  Denn  da  der  port.  conj.  fut,  (oder,  wie  ich  lieber 
sagte,  das  port.  fut.  ex.)  durchaus,  wie  im  Lat,  vom  Perfect. ,  und 
nicht  vom  Präsensstamme  herkommt,  eo  muss  sein  Lautbestand  von 
dem  des  Infinitivs  bei  allen  sogenannten  unregelmäasigen  starken  Zeit- 
wörtern mit  besonderem  Perfectstamme  abweichen.  So  steht  z.  B.  neben 
dem  Infinitiv  hav-er  das  Fut.  ex.  houver\  neben  sab- er  soub-er^ 
neben  queser  quiz-er-,  neben  ter  tiv-er  etc. 

Hierbei  paasirt  Wernekke  eine  kleine  Menschlichkeit.  Erfreut  über 
«eine  neue  Entdeckung,  die  ihn  vor  einem  Fehltritt  bewahrt,  wirft  er 
Diez  und  von  Reinhardstoettner  vor,  dass  sie  beide  die  wahre  Sachlage 
verkannt  und  den  infinito  pessoal  falschlich  für  einen  Doppelgänger  des 
conj.  fut.  ausgegeben  hätten  ohne  auf  die  eben  genannten  zahlreichen 
Aasnahmen  Rücksicht  zu  nehmen^).  In  Wirklichkeit  ist  das  nur  von 
Reinhardstoettner  widerfahren,  nicht  aber  Diez.  Dieser  sagt  ganz  aus- 
rüoklich  (II  187),  die  verbale  Flexi«!  des  Infinitivs  falle  ganz 


p,  19  Anm.  «Dass  diese  Änderang  des  Statnioes  nötig  ist,  (natürlich 
bei  starken  Verben  bemerkbar)  bat  nicht  nur  Diez  tiber»ehen,  sondern 
wieder  Reinhardstoettner,  welcher  in  seiner  Gramm,  der  port,  Sprache 
flectarten  Infinitiv  sagt,  dass  „seine  Form  gleich  ist  mit  der  des 
d  dazu  unter  anderen  Beispielen  ans  Las.  X,  142  anführt:  Ätequi, 
UMtudido  V09  i  saherdcs  o«  fututm  feitos  ^  ohne  zu  bedenken,  daas 
e  Coi\}aQct}vform  »aubtrdt»  lautet*. 


Der  ^portugiesische"  Ißfinitiv 


63 


mit  der  des  Futurs  (conj.)  zuaammen;  und  ferner:  in  schwaclieii 
Vorben  unterscheide  er  sich  auch  durch  die  hücn  Form 
nicht.  Und  das  zu  bewahrheiten  stelli  er  neben  oder  gegen  einander 
den  lußnito  pessoai:  ter  tires  ter  fennos  ferdes  termi  und  den  starken 
conj,  fut, :  fiver  tiveres  ft'ver  fivermos  tivcrdes  tivernn.  Ausserdem  bemerkt 
er  noch  einmal  (II 188),  in  etwaä  unbeäiimmter  Fassung,  die  1.  u.  3.  pers. 
des  conj.  fut.  sei  „gewöhnlich  dem  Infinitiv  gleich".  Wohl  aufgemerkt: 
^gewöhnlich**,  folglich  nicht  immer);  die  verbale  Flexi on^  nicht 
der  Stamm;  die  schwachen  Verben,  also  nicht  die  starken.  Üiez' 
Lakonismus  ist  für  fluchtige  Leser^  wie  wir  es  alle  bisweilen  sind,  sehr 
oft  irreführend. 

Damit  vergleiche  man  auch  das  Spiegelbild  bei  Monaci-d'Ovidio  im 
Manualetto  (p.  34):  „Uo  peculiare  tratto  del  portoghese  6  che  la  voce 
deir  infinito  ha  le  sue  flessioni  personali  come  foeee  voce  finita,  e  si 
dice  ter  leres  etc.  Le  flessioni  son  le  stesse  del  futuro  congiuntivo 
tio9r\  e  nei  verbi  deboli  dove  anche  le  parti  radicali  sono  eguali,  ve- 
dremo  coincidere  da  tutto  le  due  vooi." 

Ein  Misverständniss  dürfte  also  eigentlich  nicht  müglich  sein.  Die 
Parenthese  ist  damit  geschlossen,  und  wir  gehen  mit  unserer  Aueeinander- 
setzung weiter.  — 

Mit  dem  conj,  fut.  ist  also  nichts  anzufangen,  nach  Wernekke's 
Meinung,  und  auch  nach  meiner  nicht.  Doch  liegen  Materialien  vor, 
die  mich  lange  und  stark  in  Versuchung  geführt  haben,  den  fehlenden 
inneren  „trait  d'union"  zwischen  inf.  pcss.  und  conj.  fut.  zu  suchen. 

Erstens:  Das  Volk  bildet  bisweilen  ein  konditionales  Flusquam- 
perfectum  vom  Präsens  —  statt  vom  Perfectstarame  und  sagt  für  kouvera 
}  havera.  Es  hatte  also  in  unleugbarer  Analogie  auch  für  houver  ein 
haver,  für  houvfsse  ein  fmcfsse  schaffen  können.  Dann  wäre  theoretisch 
die  vollständige  äussere  Gleichheit  zwiscbon  Inf.  pcss.  und  conj.  fut. 
erreicht  *). 

Zweitens;  Gewisse  Conjunctioncn  regieren,  wenn  sie  einen  gegen- 
wärtigen oder  vergangenen  Tatbestand  aussagen^  den  ind.  perf. ;  wenn 


1)  Beispiele  liefern:  Azevedo,  Romaneeiro  da  Madeira;  Romero,  CsntOB 
Populäres  do  Brazi!  und  Dinarte's  loDooeucia.  Z.  B.  m' havera  negar  (Az. 
p.  279);  meu  reino  te  havfra  dar  (Rom.  I  14);  eu  havera  de  comprar  ib.  231; 
tu  euidavas  que  haveras  ser  meu  amor  ib.  232;  o  que  havera  de  ser!  p.  233 
quem  havera  de  dizer  ib.  110.  —  Weitere  Beispiele  auf  p.  101,  127,  148,  167, 
172,  210,  235,  264  des  hUbachen  braail.  Romaoe.  —  Mich  interessiren  besonders 
^Kaiotra^  ser  and  havera  de  ser  als  Parallelen  zu  der  bekannten  peninaularen  Los- 
lösuDg  von  hei  haa  ha,  h[av]ia  hiavjias  aus  dem  Fatoram  und  Cond.,  bei  denen 
beliebig  reiner  und  präpositioüeller  Infinitiv  stehen  dürfte  und  noch  darf. 


Carolina  Miobai^lia  de  Vaaconceltoa 


sie  auf  Zukünftiges  hindeuten,  dagegen  das  fut  ex.  So  besonders  de- 
pois,  sCf  quandü,  nieiiles,  iantoque,  desf/ite. —  Despois  (pie  fullarom  := 
nachdem  sie  gesprochen  hatten ;  depois  rpie  sairom  =  nachdem  sie  heraus- 
gegangen waren.  (Qraal,  pa^isim).  Aber  mentes  viver  =  solange  er 
leben  wird;  desque  te  parfires  =  sobald  Du  aufgebrochen  sein  wirst, 
(Gr.  3);  tanfo  qur  tu  ht  cfirgares  =  sobald  Du  dort  angekommen  sein 
wirst  (ib.) ;  se  elles  fallecerem  (95)  =  wenn  sie  gestorben  sein  werden ; 
ae  0  rogares  (49),  se  vos  crccrdes  (56)  etc. 

Nach  einigen  von  diesen  Conjuoctionen  nun  linden  wir  statt  que 
mit  dem  fut.  ex.  oft  de  mit  dem  pera.  Infinitiv,  und  in  diesen  Fällen 
ist  die  lautliche  Uebereinstimmung  zwischen  beiden,  wenn  ea  sich  zu- 
fällig um  regelmässige  Verben  handelt,  eine  absolute.  Die  einzige 
Ummodelung  bestände  dann  ira  Auatauacho  von  que  mit  de  (resp.  a). 
Ich  denke  aa  Fälle,  wie  depois  que  abrinnos  os  olhos  (Boav.  I  250;  aus 
d.  J.  1422),  das  also  mit  einem  einzigen  Schritte  in  depoh  de  abrir- 
mos  OS  olhos  verkehrt  wäre;  an  di-pois  que  iodo  fen  mal  andar  dizendo 
ao  povo,  bmcarlloetf  morte  (Graal  94)  wo  gleichfalls  depois  de  (jedoch 
mit  zugefügtem  Subjects  Me)  erhiubt  wäre;  an  ca  depois  que  se  ora 
partirem  dinj u i  {Gir.  18),  wo  wieder  de  einfach  an  Stelle  von  que  treten 
konnte  M-  Ja  für  das  heutige  Sprachgefühl  ist  diese  Substitution  gleich- 
sam PHicht  und  Bcdürfaiss.  Lippen,  welche  solch  depois  que  aus- 
sprechen sollten,  würden  wahrscheinlich  ungewollt  depois  de  hervor- 
bringen^}. 

Drittens:  Im  apanischen  Futurum  exactum  hat  sich  das üexivische 
«durchgängig  erhalten  [are  ares  ure  aremos  areis  arcu]\  nur  die  1.  ps. 
8g.  hatte  Anfangs  das  latein.  o;  ähnlich  wie  das  starke  Ferfect  das 
lat.  i.  Im  Port,  ist  es  früher  abgeworfen  worden,  als  im  Span.,  doch 
sind  Spuren  seiner  Existenz  nachweiaüch.  Ich  meine  nicht  das  flüchtige 
ftchwa  das  heute  noch  zwischen  r  und  m  hörbar  ist,  aondern  ittterarisch 
gebuchte  Beispiele,  mit  e  zwischen  r  und  m.    Im    16.  Jabrh.  schreibt 

1)  Sehr  eigeatUmlich  berUhrt  der  oooj.  fat.  in  folgeodem  Satse  ma9  por  deo$ 
vos  rogo  que  tos  non  desconfortanies  (Graal).  Man  ist  versucht,  ohne  Weiteres 
gut  fUr  eioen  Druckfehler  zu  erklären,  und  de  an  seine  Stelle  zu  schieben.  Doch 
würde  man  irren.  Die  consocutio  temporum  erheischt  den  conj.  praes.,  und  diesen 
seiift  auch  der  weitere  Verlauf  des  Satzes:  e  que  ajaes  doo  de  vos  e  twm  caUdts 
tosso  gram  dampno.  —  Desconfortardoi  für  desconjorttdes  ist  also  ein  lapsos 
pennae,  der  vom  ürscbreiber,  vom  AbflohreU»er  oder  vom  Drucksetzer  herrühren 
kann.  Erklärlich,  weil  unmittelbar  vorher  die  Worte  stehen:  noux  vos  ha  prol  de 
vollo  di:er  nem  a  elU  de  voi  desconfortardes. 

2)  Man  vergleiche  noch  das  kamonianlacbe  E  depois  de  cantarem  zs  nach- 
dem sie  gesungen  haben  werden;  nicht  nachdem  sie  sangen,  denn  et  fol^t 
das  Kuturnm :  faräo. 


Der  „portugieBiacbe"  Intioitiv 


eir> 


s.  B.  Fernno  d'Oliveira,  Gram.  p.  U8  nooh  se  a  quisiremos  conaeguir. 
Denaselbea  tocloson  e  duq  bin  ich  auch  als  Teil  des  inßnito  pessoal 
begegnet.  —  Ein  Schriftstaller  dea  16,  .lahrh.,  der  Maler  Francisco 
d'Ollanda,  schreibt  gewohnheitsmässig  amäreMos,  (juereremos,  uejftircmoa:, 
für  amarmos,  querennos,  »enünnos.  Und  auch  anderwärts  kommen,  vom 
12.  bi»  16  Jahrb.,  vereinzelte  Fälle  vor. 
Ich  citire  ein  halbes  Dutzend  davon: 

1)  Consirantes  mais  e  milhor  cn  saude  das  alntas  ca  en  engano  e 
prof  das  cousaii  tetuporaes  seremof^  consegutdores.  (Port  Mon.  Hiat., 
Leges  p.  46S).  —  Aus  einer  barbarisch  lateineluden  port  Übersetzung 
(14  S.),  einoB  lat    Uokumentea  (12  b.)*). 

2)  U-  3)  Pora  quäl  causa  foi  a  uos  necessario  tomdremos  a  ello 
e/asiremos  merce  de  seua  bees  u  quem  «os  uptazia.  (öousa,  Hiat. 
Gen.,  Provas.  II  p.  145).  —  Aus  einem  Aktenstück  von  1455. 

4)  He  tarn  proprio  n6s  ddremos  o  acento  na  ultima.  (Ferniio  d*01i- 
'  veira,  Grammatica  p.  61). 

5J  For  HÜo  erraren  täo  certa  certesa  comohe  murmurdremo»  todos 
huna  dos  outros  naa  costas.  (J.  Ferreira  de  Vasconcellos,  Ulysipo  p.  207.) 

6)  u.  7)  Pols  sumente  fios  M  dada  Para  ganh&remos  nella  o  que 
aabemos.  — 

Que  0  mais  cerio  que  temos  He  nada  tiremos  certo  Ca  na  terra.  — 
(Camnes!  Carta  cm  proöa.  —  V.  Zeitschrift  VIII  p.  445  n,  488). 

Viertens  könnte  ich  noch  eine  gewieso  Tendenz  des  brasilianisch 
Igeförbten  Port,  anführen,  welche  Coelho  entdeckt  hat,  wenn  ich  an 
dieselbe  nur  glaubte:  die  Tendenz  nämlich,  die  Flectionen  sowohl  dea 
persönlichen  Infinitivs  wie  auch  des  fut.  ex  ,  aber  weiter  keiner  Verbal- 
forui,  zu  unterdrücken:  u  tendeiicia  do  Brazileiro  de  supprimir  a  ßexao 
do  infinito  e  do  futuro  do  subjuncttiio. 

Aus  bloss  zwei  Belegstellen  folgert  der  sonst  so  überaus  vorsichtige 
and  gründliche  Forscher  auf  das  Bestehen  solcher  Tendenz,  aus  der 
Phrase  mode  de  nöa  andar  statt  por  amor  de  uds  andarmos  oder  de 
modo  a  nds  andarmos  [afim  de-,  para)  und  aus  V6s  tiver  für  v6s  tiverdes. 

Dazu  bemerke  ich  zuvörderst,  dass  ich,  trotz  eifrigsten  Suchens  und 
leidlicher  Kenntniss  brasil.  Litteratur,  noch  keinen  zweiten  Fall  ge- 
funden, der  dazu  führen  könnt©  wirklich  eine  solche  „Tendenz'*  zu  doku- 
mentiren.    Beide  Beispiele  sind  Einzelfälle. 


2)  Interesannt,  dass  hier,  wo  ea  sieb  tatsächlich  darum  bandelte  einen  latein. 
ÄCC,  cum  Inf.  wiederzugeben:  meditantea  maius  et  meUujf  in  animnrufn  salute 
quam  in  caducaruvi  rerum  adquisitionem  lucrum  no$  esse  consecuturos^  der  acc. 
im  Fort,  fehlt,  oder  sich  im  Infinitive  versteckt. 

BoRianUcbü  Funcbungun  VII.  g 


Carolina  HichaiSlia  de  Vasconceüos 


Das  erste  ist  ein  intereseanter  Caaua^  welcher  zeigte  daes  sich  auch 
die  Volkspoesie  sprachliche  Licenzen  erlaubt;  oder  es  handelt  sich  um 
einen  Fall  von  Atavismus.  Als  beides  kauo  man  die  Erscheinung  auf- 
fassen dass,  dem  heutigen  Sprachgebrauch  entgegen,  als  Sabject  des 
Infinitivs  ein  Pron.  1.  ps.  pl.  (nös)  figurirt,  mit  welchem  sein  ab- 
hängiger Infinitiv  {(indar)  nicht  in  orgaDischen  Zusammenhang  gebracht 
ist  —  ünperaönlieher  Infinitiv  an  Stelle  des  persönlichen! 

Quando  passares  for  mim, 

bota  a  vista  pelo  chao, 

m6de  nos  andar  de  amores, 

0  mundo  dizer  que  ndo  (Sylvio  Romero,  Cant.  Pop.  I  190) 
Das  zweite  Beispiel  ist  ganz  anders  aufzufassen: 

Nas  filhas  que  v6s  tiver, 

botai  narne  cotno  a  mim, 

and:  nos  filhos  que  r6s  tivery 

botai  tiome  como  a  ti  (ib.  I  p.  7)*) 
M&D  vergleiche  damit  die  folgenden  Verse,  die  leichtlich  in  noch 
stattlicheren  Legionen  aufmarschiron  könnten. 

Rom.  II  97     Oh  bella!  porque  me  matas  [tu] 
€  a  vida  me  estaes  dando?  [oosj 
II  96     Vinde  cd  meu  limdo  doce,  fvosj 

nüo  descubras  meu  segredo.  [tu] 

1  279    Dizei-me  como  passaste  (tos -^  tu] 
08  dias  que  nao  m«  vi  sie.  [tu] 

II  6       Di(ja-me  como  passastes  /t'oc^ -|- uo«/ 

0  tempo  que  näo  me  v  ist  es.  [ms] 
II  131  Si/ores  a  Braga,  trazei-me  uma  fita.  [tu  +  t}osJ 
II  118  Äjudai-mej  cofnpanheiro,  fvos] 

que  eu  tambem  te  qjudarei.  [tu] 
II  12    Encostae-te  em  meus  bra^os.  [dos -\- tu] 
II  34    Encostai'te  no  meu  peito.  [vos-^-tu] 
II  116  Fallai-me  dontle  estds.  [vos-\-tu] 
!I  105  Tu  näo  vi  est  es.  [tu -^  vosj 
II  261  Fassai  por  mim,  näo  me  /alles,  [vos  -|-  tu] 
II  8ü     Vinde  ca,  meu  cravo  tVouro,  [von] 

a  tua  vista  me  aleyra.  [tu] 


|y  Ulk  v«nr«lM  auf  weitere  Beispiele  bei  Romero  I  263,  261.  2M,  233. 130,  129 
>.  W,  12,  10,  6.  5,  205.  -   IQ  Braga's  Bora.  II  97,  96,  98.  90;   Arch. 

Mi.  miUm  podHa  pattar  e  fallares. 


Der  „portugiesiache"  Infinitiv 


67 


U  71 


II  49 

11  48 
II  45 


Rom.  II  86     Vinde  ca,  meu  cravo  d'duro  [ooaj 
eu  ie  quero  perguntar  [tu] 
se  me  queres  bein  ainda,  [tu] 
No  domingo  veja  os  moros,  [vocij 
olhai  bem  para  a  fekäo,  [twsj 
e  depois  nüo  te  arrependaSj  [tu] 
mdinha  do  cora^ao, 
Coragfio  urriha,  arriba!  [tu] 
orule  ndo  puder,  descanga/  [vüc^-\-tu] 
Dizeime  se  tens  um  cigarro  [vos  -\~  tu] 
Menina  da  saia  brayica, 
que  fazeis  no  teu  quinkd  [vos-\~tu]. 
EraichtUch  wird  daraus  nur,  dasB  dae  port,  Volk,  jenseits  (aber  auch 
diesseits)  des  Oceans,  Anstoss  nimmt  ao  den  mehrfachen  Aaredeformeo  der 
gebildeten  Sprache,  und  dieselben  bunt  in  ganz  unkünstlerischer  Weise 
durcheinander  mischt.    Tu  2.  pa.  ag,;  vos  2.  ps.  pl.;  voc^  3.  ps.  sg.  gelten 
für  ungefähr   gleichwertig    und   werden    in   einem    Atem    an    ein    und 
dieselbe  Person  gerichtet.    In  Coelho'a  8atze  ward  v6s  für  roce  gehalten 
und  daher  mit  dem  Verb  in  3.  ps.  sg.  koDstruirt. 

Häufiger  als  diese  Verwechslung  von  von  und  vocii  ist,  wie  die 
Beispiele  zeigen,  die  Gleichstellung  der  beiden  zweiten  Personen, 
oicht  was  die  Pronomina,  sondern  was  die  Verbformen  betrifft.  7\t 
Lviestes  steht  schon  unter  den  obigen  Beispielen.  Dazu  kommen  fu  pu- 
^zestes  Romeroir24:  tußzestetf  ib.  49;  fu  dcsfes  ib.  49  u.38;  tujurastes^b; 
viestes  105;  tu  amastes  ib.  50;  tu  visies  ib.  50.  Da  s  das  characteristische 
Kennzeichen  aller  2.  Personen  der  Einzahl  istj  mitAusnahme  desPer- 
fectums,  so  lag  es  nahe  auch  in  diesem  Perfectum  die  Analogie  walten 
zu  lassen;  und  die  Anbildungen  tu  amastes j  tu  vendesteSy  tu  partistes 
hätten  sich  vermutlich  sogar  Bürgerrecht  in  der  Schriftsprache  er- 
worben, wenn  sie  nicht,  unglücklicherweise,  mit  der  2.  pl.  zusammen- 
(fielen  1). 

Im  Imperative  ist  der  Wirrwarr  nicht  weniger   gross.     Ich  weisa 

knicht  recht  ob  es   das  Trachten   nach   den    regelrechten    ä- Bildungen, 

foder  ob  es  nur  die  Vorliebe  für  vollere  Formen,  oder  ob  es  der  Wunsch 

ist,  affirmativen  und  negativen  Befehl,  Jussiv  und  Probibitiv  einander 

anzugleichen;  jedenfalls    aber  zeigt  die  Volkssprache,  —  in  Brasilien 

stärker  als  im  Mutterlande  —  die  Neigung  statt  diz  zu  sagen   digas 


1)  Wie  häufig  sieb  die  port.  Scbuljageud  diesen  „Fehler"  zu  Schulden  kommen 
ISsst,  QDd  wie  auverstäadlich  dte  Ituperativ  -  Btldungen  Kindern  (und  FremdcD) 
sind,  das  wissen  die  hiesigen  Lehrer  aus  ihrea  Examenerfabruogea. 


68 


Carolina  Micha'dHg  de  Vasconccllos 


Rom.  n  23;  statt  vem  venhas  I  148;    statt  üe  v^'as  I  37;    statt  vede 
vejais  I  37;  statt  dizede  difjtds.    Dafür  dass   besooders   der  Äuegleich, 
erstrebt  wird^   spricht  die  Tatsache,   dass    auch  das    umgekehrte  Ver- . 
fahren  ÄnweDdung  fand:    nao  diz  statt  näo  digas\   nuo  dal   für  n^o 
deis  I  2.03;  näo  tem  für  mlo  tenhai^U93 ;  nno  tomai  für  näo  tonieis  I  p.5. — 

Der  Leser  sage  seihet  ob  mein  erstens^  mein  zweitens  und  mein 
drittens  mit  ihren  Belegstellen  nicht  verlocken  könnea  den  Inf.  pess. 
mit  dem  conj.  fut.  zu  ideotificleren,  und  dem  Einwände,  dass  ja  in  allen 
drei  Abschnitten  der  Gleichklaog  zwischen  beiden  nur  an  schwachea  i 
Verben  hafte  ^  mit  der  abwehrenden  Bemerkung  zu  begegnen:  diese* 
schwachen  Verben  seien  der  Ausgangspunkt  der  Umbildung  gewesen, 
die  starken  dann  durch  Analogie  in  die  gleiche  Bahn  eingelenkt  worden? 

Aber  ich  lasse  mich  dennoch  nicht  verführen. 

Jener  Qleichklang  ist  ein  wertloses  Accidena;  er  hat  vielteicfat  dem 
flectirten  Infinitiv  schnellen  Eingang  verschafft,  ja  die  Sprache  sogar  zu 
seiner  Schöpfung  prädisponirt.  Das  Unmögliche  aber  hat  er  nicht  mög- 
lich gemacht,  dass  ein  verbum  linitum,  mir  nichts  Dir  nichts,  zum  in- 
finitum  werden  könnte.  —  Der  conj.  fut.  hat  nichts  Wcnentliches  mit 
dem  inf.  pess.  zu  tun. 

Wenn  ich  aber^  trotz  aller  angeführten  Scheinbeweise  im  conj.  fut. 
nicht  den  Urquell  des  inf.  pess.  sehe,  wie  viel  weniger  kann  ich  es  io 
Wernekkes  rein  hypothetischem  conj.  imperfecti,  der  in  Wahrheit  die 
romanische  Sprachporiode  nicht  erlebt  hat! 

Die  Sirene  des  Gleichklangs  hat  Wernekke  ein  Trug-  und  Zauber- 
lied vorgesungen  des  lohalts,  dass  das  lat.  imp.  coo).,  welches  ja  stetig 
vom  Präsensstamme  herkommt^  dem  Port,  hätte  Formen  vererben 
können,  welche  ausnahmslos,  sowohl  in  starken  wie  in  schwachen! 
Verben,  genau  so  geklungen  hätten  wie  heute  der  inf.  pess.  klingt. 
amarem  amares  etc.  wäre  zu  anutrfej  amares  aniar[ej  amarfejmos 
amarfejdes  amarem  geworden;  quaererem  zu  querer [ej;  audirem  zu 
oucir/ej  etc. 

Das  kann  Niemand  leugnen.  Und  auch  Rieh.  Otto's  Einwand  da- 
gegen^) ist  ein  Schlag  ins  Leere:  seermos  und  serem  wären  gerade  so 
regelrechte  Nachkommen  von  sederemus  und  sederent  wie  alle  anderen 


1)  „Der  Einwurf,  tait  dem  Verf.  seinem  VorgiEnger  Diez  begegnet,  dass.  wenn 
die  Erklärung  nämlich  von  hasta  eennon  dofninantt«  aus  basta  que  ttomos  domi- 
nante*  zuget^ebeo  werden  kann,  ooub  immer  basta  gerem  aas  basta  que  säo  zu 
erklären  Übrig  bleibe,  trifft  ihn  »elber.  Wenn  ha  r  er  mos  aus  habere  mu9 
richtig  abgeleitet  ist,  woraus  ist  dann  aber  termos  and  tierem  her* 
«ttlelieor 


Der  «portagietlflobe"  lofioitiv 


69 


Imperfecta  Cooj. !  Nein,  lautlich  steht  dieser  Gleichstellung  kein 
Hindernisa  im  Wege.  Im  Übrigen  aber  fehlen  alle  Requisite.  Es  fehlt 
besonders  all  und  jeder  Beweis  dafür,  daas  der  lat.  conj.  imp>  im  Port, 
oder  sonst  irgendwo  in  romanischen  Landen,  Spuren  einstiger  Existenz 
auröckgelassen.  Warum  er  schwinden  musste,  brauche  ich  nicht  darzu- 
legen«    Es  genügt  auf  Dicz,  Grammatik  I  118  u.  122  zu  verweisen. 

Wir  stehen  also  nicht  auf  dem  Boden  solider  Wirklichkeit,  wenn 
wir  von  einem  port,  conj.  imperf,  reden;  auch  nicht  angesichts  von 
Wernekkes  Beispielsätzen.  Die,  welche  er  vorbringt  um  seine  Meinung 
zu  illustriren,  sind  Pbantaeiegeschöpfe,  wie  es  die  von  Diez  gebotenen 
Proben  waren.  Wie  jene  lassen  sie  die  consecutio  temporum  unbeach- 
tet: vom  Perfectura  soll  ein  Imperfecttim  abhängen.  Wie  jene  müssen 
sie  erst  die  Conjunction  q^te  einbüssen  um  zu  Intinitivkonstructionen  zu 
werden.  Und  wie  bei  jenen  soll  vermittelst  dieses  blossen  </««- Verlustes 
aus  einer  bestimmten,  Zeitliches,  Modales  und  Persönliches  aus- 
'drückenden  Form  des  Verbs  ein  zwar  noch  persönlicher,  aber  alles 
Zeitlichen  und  Modalen  baarer  Infinitiv  geworden  sein! 

Wir  lesen:  ^V»"3o  poderam  persuadir-  te  a  que  Jurarcs,  statt  a  que 
fjurasse»!  Era  nielhor  que  irdes,  statt  yMc/ossct/e.'*  (alt pg.)  ♦)!  —  Parti  que 
0  accttsaretrif  statt  accusassem.  —  Antes  de  que  toinarem,  statt  que  io- 
mas$em  oder  qt4i'  tomarum.  Das  heisst:  Wernekke  hat  tout  court  In- 
finitivsätze (aus  der  altport.  Evangelienbearbeitung?)  herausgesucht 
und  ihnen  das  que  nachträglich  eingeflickt,  um  es  dann  vom  Leser  wieder 
kausstoBsen  zu  lassen. 

Disaohhig  t/ew».y,  die  Niemand  überzeugen, 

Richard  Otto  ist  denn  auch  ebenso  ungläubig  wie  ich  selbst.  Er 
fühlt  und  behauptet,  das»  Wegfall  und  Wiedercinschub  von  que  Un- 
möglichkeiten wären.  IJüd  er  würde  das  Gleiche,  Diez' Hypothese  gegen- 
über, gefühlt  und  behauptet  haben,  wenn  die  Pietät  gegen  den  Meister, 
v/ie  ich  schon  andeutete,  ihm  nicht  hier  die  Hände  gebunden  und  die 
Augen  V erschlösse Q  hätte. 

Immerhin  gesteht  er  vorsichtig:  Diez'  Hypothese  scheine  ihm  nicht 
sehr  zwingend;  es  sei  ihm  nichts  aufgestossen  was  dieselbe  zu  stützen 
geeignet  sei;  der  Tranaformatiocsapparat  sei  schwerfallig;  ja  er  giebt 
sogar  zu,  dass  der  Meister  hier,  aber  auch  nur  hier,  ein  gewisses  Miss- 
^  trauen  gegen  den  Genius  der  Sprache  bekunde  und  sich  ängstlich  be- 
mühe ein  lat  Urbild  zur  port  Infinitivkonstruction  zu  finden. 


1)  Era  mßlhor  que  irdes  kommt  wirklich  vor,  ducb  nicht  im  Sione  des  Ver- 
ters.    £•  würde  bedeuten:   Es  wäre  be^er  als  dass  ibr  ginget.    Besser  als 
dies  ODd  das  {que  für  ca  =:  quant)  war  euer  Geben. 


70 


Carolina  Micha'ölis  de  VaacoooelloB 


Eho  ich  XU  Otto'8  personlicher  Meinung  übergehe,  erledige  ich  ncKjh 
einige  Einzelheiten,  welche  Bexug  auf  Wernekkea  Sätze  haben. 

a)  In  dem  Satze  con/onne  a  cojisciencia  Iho  dictar  kann  diciar  nur 
fut.  ex.  sein;  denn  schlichtee  covforme  ist  Conjunction  [=  conto]  und  nicht 
PrMpoßition.  Wernekke  ersetze  das  regelmässige  V^erb  durch  ein  unregel- 
mriHsiges;  oder  die  3.  ps.  sg.  durch  die  1.  pl  und  er  wird  das  einsehen. 
Conformt  V.  E.  quizer  und  nicht  querer J  con/orme  quizernios  und  nimmer- 
mehr qufrermon! 

b)  Der  8atx  aus  dem  Leal  Conselheiro:    vemos  que  per-a  Igreja 
sett  äefeio  que  certos  meses  sein  special  caso  de  necessydade  nom  enire\ 
$90  mart  ist  unbedingt  falsch:  das  erste  que  an  dieser  Stelle  ist  Schreib- 
odwr  Druckfehler.  —    Das  gleiche  gilt  von  dem  Passus  aus   dem   Foro 
do  QraT^To:  Xo^^tume  he  que:  de  porcos  ou  doveihas  ou  de  cahras  que 
Mudarem  not  vym»  äorem  /nm  almude  do  vyvio  de  diOf  e  de  noyie  darem . 
dma  tämmU»,  —  Das  übliche  fonnelhafto  Coeiume  he  que  entacblüpfte 
dtn  Kopisten,  der  es  in  alten  Charten  hundertfach  gebraucht  sah,  auch 
da,  wo  (\isfutne  hf  genügen  sollte.    Costume  he  que  darem  ist  ondenk- , 
bar  «eil  das  Torbum  tinitum  darem  nicht  existiert,    Co^htme  hr  que 

\em  mJiafte  es  heisaen,  wenn  der  Nebensatz  gebildet  werden  soll. 

Solebe  syntaktische  Schnitzer  —  UeransfaUen  aus  der  beabsachtig- 

ten   (^onstruetioo  —  kommen  im  Oespriehe  Tor,  doeh  als  Utptm^  von 

Spreeber  und  H5rer  sofort  empfunden  und  berichtigt    Aach  in  VoOe»- 

Badern  und  in    arcbaisireodeo  Werken  wird   derartiges  bisweilen   ver-l 

ewitTi.    Sia  bieCaa  a.  B.  Doppel-^nt  nad  se  und  mez 

(^»em  dl£t  fwp  e  mmor  q/me  tuiia 

e  eerto  qme  numea  oaMMi. 

«dar  EUb  penm  que  ru  fite  durum, 

•dar  E  onfo  re»  fM  «•  e  anmieero  9e  jMViia  (Qraal  103) 

oder  Ot  eei  certm  pre  ee  e  i'Sjami  für  oem4  de  «ftn  aMrtif«.  (tb.) — 

Die  Zweckwidrigkeit  and  Uabraacbbarkeit  »afaher  Pildwafttia  riditet 

a»d  Tsnkhtat  sie  }edoeb. 

e)  I>er  taraaiartielia  coaj.  ianp.  ia  KeUtivsataaa  ist  eia 
Seher  loBaiciT.   Amek  Imt  — ishe  na«  mämk  dia  Pnba  «ad  Terwandle 
dia  8i^nlanilw  ia  HwaMtoa,  V« 
Bi  iMBÜa  iidk  «a:   TMba  MM 


DaaliflMM«da 
liier,  ab« 
igebeagte  TaMti«,  dia  • 
Dia  iMli— 


saek 


Der  „portiigiesiBche'*  lofioitiv 


71 


Warum  auch  nicht?  wenn  das  Gegenteil  —  Au  sein  and  erschmelzen  des 
infinitum  zum  fiDitum  —  für  eine  Tatsache  gilt! 


m. 

Bichard  Otto's  Ansicht  über  den  veränderlichen  Infinitiv  knüpft 
an  die  von  Diez  vertretene  wieder  an,  insofern  sie  vom  Infinitiv  mit  Sub- 
ject  ausgeht  und  dieStructur:  Nominativus  cum  infinitivo  neont, 
Sie  entfernt  sich  davon,  indem  sie  die  flectirten  port.  Formen  für  freie 
Umschopfungen  des  unperRÖniichen  Infinitivs,  und  nicht  für  Umge- 
staltuDgen  gewisser  Formen  des  verbum  fioitum  erklärt;  und  zweitens 
dadurch,  dass  sie  vom  einfachen  Satze  mit  Infinitiv  und  nicht  von  einem 
mehrfachen  ausgeht,  um  zur  persönlichen  Infinitivkonstruction  zu  gelangen. 

Da«  sind  zwei  grosse  Vorzüge.  Kraft  derselben  steht  Otto'a  An- 
sicht auf  dem  Boden  der  Wirklichkeit  und  Natürlichkeit.  8ie  spricht 
daher,  wenn  nicht  alles  täuscht,  die  Wahrheit.  Doch  wird  diese 
Wahrheit  nicht  mit  voller  Klarheit  auch  glaubwürdig,  plausibel  und 
anschaulich  gemacht.  Der  Verfasser  wird  es  mir  hoffentlich  nicht  übel 
nehmen,  wenn  ich,  statt  bloss  zu  referiren,  versuche,  seine  Meinung  nach 
meiner  Art  zu  interpretiren  —  seiner  Hypothese  im  Grossen  und 
Ganzen  zustimmend,  vieles  bestätigend  was  er  bloss  vermutet,  manches 
aber  auch  bestreitend  und  ändernd. 

Der  flectirte  port.  Infioitiv  ist  eine  Abart  des  allgemeinromanischen 
persönlichen  [oder  aubjectiven]  aber  unflectirten,  welchen  Üiez  mit  dem 
Titel  Nom  cum  inf.  belegt  hat.  —  Zuerst  muss  also  das  Werden  dieses 
Nom.  cum  inf.  klargelegt  werden.  — 

Otto  behauptet  richtig  aber  kurz :  die  von  Diez  als  Muster  gebotenen 
drei  spanischen  Sätze  seien  romanische  Neubildungen  und  zwar  seien 
sie  stets  Infinitivsätze  gewesen  und  geblieben.  Sehen  wir  also  diese 
Sätze  noch  einmal  au: 

1.  El  dcvirlo  [tjoj  uo  os  qfenda. 

2.  Lo  hice  sin  sabcrlo  [mnyuno]. 

3.  Basia  serfmosj  dominantes, 
Sie  sind  Frohen  für  die  wesentlichsten  drei  Verwendungsarten  des 

persönlichen  Infinitivs,  denen  sich  alle  übrigen  unterordnen  lassen. 

1)  Substantivirt,  bald  mit  Artikel,  bald  ohne  denselben;  und  stets 
Qoabhangig.  — 

2)  In  Abhängigkeit  von  anderen  Verben,  die  meist  Impersonalien 
sind;  bald  rein,  bald  präpositionell  {dt,  a,cm). 

3)  Als  Ersatz  für  Final,  Kausal,  Temporalsätze  und  Aehnliches,  mit 
Prfiposition^  gleichfalls   in  Abhängigkeit  von  einem  Regierenden.  — 


72  Carolina  Hioha'älis  de  Vasconoellos 

Dass  ich  die  BeispieUs&tze  von  nun  an  meist  ins  PortngieBiBche 
Übertrage,  wird  man  gutheissen. 

1)  DizSlo  n'io  vos  ofenda  =  Dieses  Reden  beleidige 
Kuoh  nicht;  oder  möge,  darf,  soll  Euch  nicht  beleidigen. 
Das  Hubject  des  verbum  infinitum  bleibt  hier  unausgedrückt;  wie  so  un- 
endlich oft,  in  allen  möglichen  Satsarten  aller  Sprachen,  der  Hörer 
hat  CS  aus  dem  Zusammenhange  des  Satxes  mit  anderen  vorher- 
gegangenen oder  nachfolgerden  S&tEcn  zu  entnehmen.  Der  Infinitiv 
ist  oder  scheint  wenigstens  unpersönlich.  Es  kann  jedoch  vorkommen, 
dass  dorn  Sprecher  daran  liegt,  das  Subject  der  Infinitivst&tigkeit  deut- 
lich ausRudrflckcn.  Erst  nachdem  er  in  gewohnter  Weise  begonnen 
und  schon  ths^h  gesprochen  hat,  fallt  ihm  die  Notwendigkeit  oder 
NütRlichkeit  dieser  exacten  Bestimmung  des  Subjeetes  ein.  Er  schickt 
0«  daher  nach.  Und  dis^Jo  —  eu  ist  da!  oder  diz^o  tu,  tue,  eila,  nös, 
ri\»y  f//fÄ,  r»//rt^,  Maruiy  Franciscü;  Maria  e  Francisco;  os  dous  —  etc. 
Span.  /FJ/  dt>drh  yo  >*  ^'  saher  jfO  que  .  .  d  decirio  tu  . .  el  desmajfarse 
/V^fOÄrt.  —  Ual.  /)/»7o  fV)  oder  TatYr  tu,  cgli,  noi,  rot,  essi,  V  amieo.  — 
Der  deutsche  wQrde  ein  Possessivpronomen  cu  seinen  substantivirten 
Wib  hinr.ttfagen:  Dies  —  mein  — Reden:  der  Engländer  8«n  „verbal 
nonn**  anwenden,  das,  wie  Wemekke  ganz  nchdg  bemerkt,  ein  ebenso 
vorzügliches  Instrument  ist  wie  dor  infmlto  pessoaii  der  Etomane  kann 
7.U  «leinem  verbalen  Infinitiv  ^der  ein  Objoc*  regieren  darf)  nur  das  per- 
sönliche Förwort  im  Nominativ  oder  ein  Substantiv  ak  Subject  stellen. 

2  Lo  l'icf  .*?>/  i-nhtrlo  =  er  tat  es  ohne  Wissen  (und 
Wollen^.  —  Xiomand  frjurt :  ohne  wessen  Wissen *'  — Warum ?  Weil  «n 
sojoher  pr&positionoj'er  Infiniriv  oicortlich  berfirs  ein  persönlicher  ist 
ob  auch  seine  Persönlichkeit  eine  versrcfkrc.  stets  wechselnde,  weil  je- 
weilig von  der  Personlichkoir  dos  H«ur>t*nhiecjes  abbängi|re  ist.  Das 
«weite  Subjeci  ist  ein  Spioxrclhild  des  ersron,  das  Verhältniss  also 
in  gewissem  Sinne  ein  icf-cxi vos.  l.o  l.ct  ^»^  >ahtrlo  beisst  = 
CT  tat  CS  ohne  fcin  Wissen  7.^  l.zo  >/»'  f^ahrrit'  =  ich  tat  es 
ohi;c  mcir  Wissen  l,t  h,c,>',  .< .  /  .<^//^  ^ /r' =  Do  tatest  es  ohne 
Orin  Wissen  erc.  \hi  nin/ufüpujc  öcj-  Personalpronomens  wäre 
iihorHüssig.  Sie  wird  unerlassiu-h  sor«ftir.  Arn-  Snl>iec'  des  vorhum  infinitum 
ein  anderos  \»x  alf  ri»f  des  vorhun-.  finuurri: 

Span.    Ir   /'    ///Cf    an    ^nhr-'i    •■    oä.  s  ».    it    f    fsnh''} 
odn:      E    u    in-'    >v>.  sr/^.' •/*    //«    oci.  s/*    v    antn-i'ii- 
Italien    <>n:r^.  <np<"'i  rn-vw 

Altport.  El'   Tic.   f:ixi    ^rtti  <    sti^r-    f-l't  ■ 


Der  „portttgiesiache"  Infinitiv 


73 


Die  Geburt  des  persönlichen  Infinitivs  geht  hier  genau  so  vor  sich 
wie  in  1.  Der  Subjectanominativ  wird  hier  wie  dort  f.gloich8am  er- 
klärend^ beigefügt.     (Diez  III  251.) 

3)  Basta  ser  dominanti'  =  Herrachen  genügt  oder  es  ge- 
nügt 7U  herrschen.  Prägnanter  noch  wäre :  cumpre  andar ;  e  mclhor 
donnir.  —  Subject  und  Prädicat  «ind  unperfiöolich  und  unbestimmt. 
Nur  ein  gramraatischeß,  kein  logiecheß  Personalsubject  ist  da.  Soll  nun 
AUS  „es  genügt  dass  man  herrsche''  ein  bestimmterer,  persönlicher  Satz 
werden  i  soll  der  unbekannte  Jemand,  um  den  es  sich  handelt;  benannt 
werden,  so  greifen  die  peninsularon  und  extrapeninsularen  Schrift- 
sprachen meist  zu  zwei  Auskunftemitteln:  entweder  zum  mehrfachen 
Satze,  bei  welchem  der  Infinitiv  im  Nebensatze  als  abhängiges  verbum 
finitum  und  daher  im  Koujunctiv  auftritt:  basta  que  eile  domine ;  cum- 
pre  que  mtdemos'y  i  melhor  que  durmamos.  Oder  aber,  es  wird  das 
Subject  durch  ein  im  iJativ  i^oder  Acc.)  stehendes  Pronomen  ausgedvöckt. 
Basia-mc  dominnr  (od  ser  dominante)  ^esgenügtmirzu  herrschen; 
eumpre-nos  andar  =  esgeziemt  uns  zu  gehen;  ^  tne  melhor  oder 
^  melhor  para  nii  dorniir  =  es  ist  mir  oder  fUr  mich  besser  zu 
schlafen  (cfr.  oben   he  proprio  a  ti6i<  daremos  o  accenio  na  ultima]. 

Das  Volk  aber  hilft  sich,  hier  zu  Lande,  anders  und  bündiger. 

iGerade  wie  in  1  und  2.  —  Jemand  äussert:  cumpre  andar  ....  Eine 

IPause;  und  blitzschnell,   gedankenschnell,  fällt  dem  Sprecherein,  dass 

Ija  nur  eine  Person  oder  dass  wenige  ganz  bestimmte  Personen  zu  goben 

haben,  und  erweiternd  fügt  er  den  Namen  derselben,  im  Sing,  oder Plur  ,  als 

nomen  oder  pronomen,  hinzu.  —    Cumpre  andar  eu ;  cumpre  andar  tUy 

eile,  elkty  mäs,  vos^  ellcs,  eltas;   Anna;  Francisco;  Anna  e  Francisco; 

nos808  irmäos  etc. 

Der  Gleichklang  zwischen  cumpre  nos  andar  \ij\^  cumprt  andar -n6s 
bat  vielleicht  dazu  bfigetragen  dem  nom.  cum  inf.  Geltung  auch  in  der 
Schriftsprache  zu  verschaflFen  ^). 

Jedenfalls  aber  ist  aus  solchen  einfachen  Sätzen  und  aus  so  un- 
gelenker „fehlerhafter"  Zufalls-  und  Notbehelfs -Konstruction  der 
knappe  klare  persönliche  Infinitiv  erwachsen:  der  Nom.  cum  Inf.  Ihn 
kennen  Italien^  Spanien  und  Portugal,  doch  benutzte  ihn  das  dritte 
Land  ungleich  eifriger  als  es  die  beiden  anderen  taten  und  tun 

Der  Weg  bis  zum  Nom.  cum.  Inf.  muss  zurückgelegt  worden  sein 
l^he  sich  die  südlichen  romances  zu  scharf  geschiedenen  Sondersprachen 


1)  Der  alte  Dativ  lautete  nöa  and  v6s,   ntcht  rtu«,  vug\  d.  h.  er  tönte  ver- 
schieden vom  Acc;  aber  genau  so  wie  Nom.  und  Acc.  des  pron.  abaol.!  — 


74 


Carolina  MichacHa  de  Vasconcelloa 


ausbildeten  —  wie  die  Übereinstimmung  der  drei  Schwestern  zeigt. 
Der  Nom.  cum,  Inf.  war  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  schon  vulgär- 
lateioisch. 


IV, 

Die  Originalität  des  Port,  beginnt  erst  da  wo  dieser  persönliche 
Infinitiv  sich  zum  flectirten  ausbildet,  wo  ein  kühner  Neuerer  auf 
die  geniale  Idee  kam  diesen  persönlichen  Infinitiv  in  organischen 
Zusammenhang  mit  seinem  Subjecte  zu  bringen  und  ihm,  zu  diesem 
Behuf,  diejenigen  Flexionsendungen  anzuhängen,  welche  sich  aus 
den  Conjugationen  als  blosse,  reine,  abstracto  Personalendungen, 
ohne  Rücksicht  auf  Zeitliches  und  Modales  und  auf  Stärke  oder  Schwäche 
oder  Art  der  Beugungen  {ar  er  ir)  gewinnen  licssen. 

Wann  und  wie  ist  man  dazu  gekommen  diese  Endungen  loszulösen 
und  an  den  Infinitiv  zu  fügen? 

Diez  nahm  an,  wie  oben  gezeigt  ward,  bei  Gelegenheit  der  Ver- 
wandlung des  mehrfachen  in  den  einfachen  Satz  habe  man  jeweilig  aus 
der  Form  desjenigen  verbum  linitum^  welches  der  abhängige  Teil  des 
mehrfachen  Satzes  enthielt,  die  Flection  abgezogen  und  auf  den  In> 
finitiv  übertragen^).  Diese  Flection  aber  falle  mit  der  des  conj.  fut. 
zusammen  (s.  o.  p.  62).  —  Von-Keinhardstoettner  betont  diese  Gleich- 
heit zwischen  Infinitiv  und  Conj.  Fut,  noch  ausdrücklicher  —  und  e« 
ist  heute  Sitte  zu  behaupten,  der  Infinitiv  sei  geradezu  mit  den  Personal- 
endungen  des  conj.  fut.  versehen  worden  (Groeber,  Grundriss  p.  243). 

Wernekke  fasste,  wie  ich  nachwies,  die  gebeugten  Nennformen 
als  lautlich  unveränderte,  nur  in  ihren  Functionen  umgewandelter  For- 
men des  verbum  finitum  auf.  Er  brauchte  sich  also  die  Frage  nach 
ihrem  körperlichen  Wenlen  nicht  zu  stellen. 

Kichard  Otto  trifft  hier  abermals  das  Rechte,  doch  macht  er  sich 
auch  hier  nicht  vollkommen  verständlich. 

Er  bemerkt  richtig,  dass  der  Portugiese  ganz  besonderes  Gewicht 
iuf  die  Flectionsendungen  legt;  dass  in  seiner  Sprache  dieselben  ge- 
ofigen  um  ganz  allein  die  Personen  zu  bezeichnen^);  ja  dass  sogar 


1)  Wollte  er  wirkUoh   durch  die  getroffene  Wahl,  durch   das  Beispiel  btista 
*§rmo»  äomiftanUs  bekunden,  dass  tnan  beim  Aual»ilduu  des  infinito  pt«soal  mit 
r  1.  pl.  begönnet)?  So  halte  er  auch  hier  glücklich  und  fein  das  Etecbte  geahnt, 
b  iIa\oo  »(liiier.    [Abschoiit  V.] 

\)  Die  Uanier  Jedes   nnoUtze  Fürwort   zu    vermeiden,    und   die   Persoual- 
(€B  alleJD   sprechen  su  lassen,   kommt  nattirlich   besoodera  bei  solchen 


Der  „portagiesiBche"  Infinitiv 


75 


die  GegenBätzlichkelt  verschiedeoer  Personen  klipp  und  klar  mit  ihrer 
Hülfe  oharacterisirt  werden  kann,  wie  z.  B.  in  dem  Berculano'schen: 
j,reciiseif  instou". 

Als  Gegenstück  zu  diesem  litterarischen  Beispiele,  welches  Wer- 
Dokke  vorführt,  will  ich  zunächst  ein  noch  viel  prägnanteres  Volks- 
tum lieh  es,  eine  brasilianische  fy«rt(M<  einfügen,  deren  vier  Achtsilbler 
aus  zwei  Mal  sechs  Worten  aufgebaut  sind.  —  Die  letzten  zwei  Mal  drei 
antworten  den  ersten.  Jede  Gruppe  oder  Zeile  aber  besteht  nur  aus 
drei  Verbformen;  in  der  Mitte  steht  die  1.  sg. ;  die  2.  u.  1.  Person  p!. 
stehen  am  Ein-  und  Ausgang  der  Zeilen,  den  Posten  von  Zeile  zu  Zeile 
tauschend.  Alle  Formen  aber  gehören  zwei  Perfectis  erster  Conju- 
gation  an,  und  treten  auf,  ohne  Hinzufügung  etwelchen  Fürwortes. 

JurasteSf  Juret,  Jurdmos, 

Jurdmos,  jurei,  jurasies, 

QuebrasieSy  quebrei,  quebrdmos, 

quebrdmos,  quebreij  quebrastes. 
Du  schwurst,   ich  schwur,    wir  beide  schwuren;   Du  brachst 
Dein   Wort,    ich    brach   es,    wir   beide   haben    es   gebrochen 
^(19  Worte  für  6!). 

Otto  erkennt  und  bemerkt  ferner,  dass  die  Nominative  der  prono- 
mina  personalia  daher  in  der  Schriftsprache  das  Verb  nur  dann  be- 
gleiten, wenn  die  Person  oder  ihr  Geschlecht  xur  Vermeidung  von 
Dunkelheiten  und  Misverständnissen  besonders  deutlich  herausgestrichen 
werden  soll,  oder  —  füge  ich  hinzu  —  in  affectiver  Rede,  wie  im  Latei- 
nischen, oder  wenn  euphonische  Kücksichten  hinter  einer  satzschliessen- 
den  Tonsilbe  noch  ein  die  Härte  des  02:ytonon  milderndes  Enklytikon 
erheischen.   Mün  wird  stets  fragen:  Que ßz  eu?  Que/ez  eile?  aber  man 


Schriftstelleni  vor,  welche  KeiiDer  des  Sprachbaues  sind.  Das  Volk  und  das 
Altport.  —  das  ja  reioe  Volkssprache  ist  —  geht  im  Grossen  und  Ganzen  recht 
verscbwenileriscb  mit  den  persönlicbtin  FlirwörterQ  um;  beBondere  mit  denen 
3.  PorBon  (doch  ist  amcb  eu  sehr  beliebt]  da  die  ^li/U'" a'itzc  Iq  der  Bchlichteo 
£rzählUDg  die  bäutigsteD  sind  und  zugleieb  diiejeni^eii,  welche  zu  den  meisten 
LJUisverständoiaflen  Anlas»  geben.  Der  oaive  VolksmauQ  aber  vermeint,  mit  dem 
rbloaseti  eile  alle  Nebel  liebten  zu  kütinen.  Im  Mührcben  finden  sich  dazu  reeht 
ergötzliche  Beispiele.  Ich  greife  ans  Coelbo'»  Cunt.  Pop.  pag.  52  das  folgende: 
^E  elU  di^ae  Ute  ee  die  queria  vir  com  eile'*  Soll  beissea:  e  MammaHaburra 
düee  a  Tombapinheiros  se  queria  vir  com  eile.  Oder  „  O  ferreiro  apoxtou  conw 
eile  näo  pegava  na  espada;  se  eile  jtegasse  na  espada,  o  ferreiro  devia  dar  a 
eile  seis  contos  de  reis,  e  ne  eile  näo  pegasse  dar  Ifte  hia  o  Mammanaburra  outroa 
Utntos"  (ib.).  Oder  aus  dem  Graal :  „e  el  oute  delle  doo  como  devia  e  tl  nom  ho 
descobrir  a  nenhüu  de  seus  vasalloa'*  (p.  56). 


76  Carolina  MichaSlis  de  Vasconoellos 

kann  sich  begnügen  mit  que  fazes?  gue  fixestes?  Die  erste  Eventualität 
zu  vermeidender  Zweideutigkeit  tritt  z.  B.  immer  ein,  wenn  die  Verb- 
form es  nicht  gestattet  die  1.  u.  3.  ps.  sg.  von  einander  zu  unterscheiden 
(was  vorkommen  muss,  weil  ja  diesen  beiden,  und  nur  ihnen,  das 
Merkzeichen  der  reinen  Persönlichkeit  oft  abgeht).  Es  ist  der 
Kall  im: 

praes.  conj.:  ame  venda  parta; 

imp.  indic:  amava  vendia  partia; 

imp.  conj.:    amasse  vendesse  partisse; 

oonj.  fut.:      amar  vender  partir; 

cond.:  amaria  venderia  partiria; 

plusq.:  amara  vendera  partira 

und  im  Perfectum  vieler  (nicht  alier)  starken  Verben: 

quiz  disse  coube  houve  Jouve  prouve  soube  trouxe. 

Auch  hier  biete  ich  ein  Volksliedohen,  das  gerade  so  ad  hoc  ge- 
macht scheint  wie  das  oben  angeführte^).    Es  lautet: 

Eu  queria  —  ella  queria, 

eu  pedia  —  ella  näo  dava, 

eu  chegava  —  ella  fug ia, 

eu/ugia  —  ella  chorava!  (Romero  II  31.) 

Aus  diesem  hohen  Werte  nun,  welchen  der  Portugiese  den  Fleotions- 
silbon  beilegt,  aus  ihrer  vollen  pronominalen  Geltung,  erklärt  es  Otto 
sich  und  seinen  Lesern,  dass  und  wie  das  Volk  dazu  kommen  konnte, 
die  reinen  Flexioneisilben  vom  Wortkörper  loszutrennen,  ja  sie  als  Ge- 
schöpfe zu  betrachten,  die  halbwegs  auf  eigenen  Füssen  zu  stehen  ver- 
möchten, wenn  freilich  auch  nur  angelehnt  an  einen  Stärkeren. 

Er  hätte  zur  Illustration  hinzufügen  können  dass  man  ja  auch  noch 
heute,  wie  vor  6tH)  Jahren,  im  Futurum  und  Conditionalis  die  Flexionen 
ei  ds  a  emos  eh  no  und  ia  ias  ia  iamos  ieis  iam  vom  Stamme 
trennt;  dass  man  gern  vom  Advorb  das  noch  immer  als  Substantiv 
empfundene  mrnfr  loslöst;  dass  man  vom  Participium  die  Endung  udo 
nimmt,  von  gewissen  Ordinalzahlen  das  Suffix  ovo,,  vom  Diminutivum 
das  verzärtelnde  itihoi  vom  Augmentativum  das  vergröbernde  r7o;  vom 
Superlativum  sein  klangvolles  isshno  und  diesen  Endungen  selbständigen 


V  Die  Schnt't«pr.iche  hfiU  stren)(  fost  .im  Unterschiede  von  tive  teve-,  estit>e 
e.^tfrc  ri:  fc,  pmir  fMiu<k;  pu:  po: ;  /mi  /<>»:  t).<i9  Volk,  die  Kinder,  und  Fremde 
0|;Alisiron  Auch  hior  mit  f^iUoklioliem  Cileichmut  --  etWAtge  Misverstiuidnisse  durch 
boigetügtcs  c«  und  rllf  unsch.'idiich  lUAchend. 


Der  „portagieaiaclje"  Infinitiv 


Wert  und  Wirkungskreis  zuerteilt.  Ist  die  Bedeutung  dieser  und  vieler 
t anderer  volltönender  Suffixe  doch  so  lebendig  im  Volksbewusstsein, 
fdasB  unaufhörlich  in  freier  fiitjcher  Weise  durch  Ableitung,  mit  ihrer 
Hülfe,  den  einzelnen  Wortfamilien  neuer  Zuwachs  geschaffen  wird. 

Man  wende  nicht  ein,  die  Formeln  an  die  icli  denke,  udo  e  miudo ; 
de  mui  boa  mente;  em  primeira  mente ;  de  nova  nuttfe;  tres  aoos;  tantos 
inJto»;  um  nariz  narkissimo ,  passissimo  etc.  seien  vulgäre,  plebejische 
und  illegitime  Fehl-  oder  Misgcburten.  Ich  will  ja  gerade j,  dasa  der 
Leser  emplSnde,  dass  auch  die  flectirten  Infinitivformen  solche  vulgäre, 
^illegitime,  durchaus  volkstümliche  Produkte  nind,  die  zufällig  gut  ge- 
rieten und  zweckdienlich,  lebenskräftig  und  schön  und  daher  auch  hof- 
fähig waren ! 

Als  allgemeine,  abstracte,  reine,  persönliche  Flectionsendungen 
konnte  man  natürlich  nur  die  in  jeglichem  Tempus  und  in  allen  Modis 
wiederkehrenden  Endungen  betrachten.  Es  sind  für  die  zweite  Person 
der  Einzahl :  s  [resp.  esj,  für  die  1.  2.  3.  der  Mehrzahl  mos  des  m  [rcsp,  cm], 
Dts  und  nicht  es^  denn  der  flectirte  InfiDitiv  war  um  12i)0  schon  tix 
und  fertig,  die  verkürzte  Wiedergabe  des  iatein.  fts  aber  öng  erst  im 
15.  Jahrhundert  an  üblich  zu  werden  (1410). 

Wie  lebendig  das  Gefühl  von  der  Bedeutung  dieses  s  und  dieses 
^mos  und  des  und  m  war,  hätte  gleichfalls  an  hübschen  und  wenig  be- 
kannten Erscheinungen  demonstrirt  werden  können. 

In  Fällen  z.  B.  wo  eine  drohende  Beteuerung  wie  kas  de  vir!  = 
Du  sollst  kommen!  durch  nachgeschickte  Wiederholung  des  has 
de  =  Du  sollst!  noch  einmal  bekräftigt  wird,  spricht  das  originelle 
Volk  ganz  unbefangen  für  ha  ad  f:  futdeSf  mit  allerliebster  Metathesis ! 
So  unentbehrlich  und  notwendig  scheint  ihm  dies  s  bei  Bezeichnung 
der  2  Person  der  Einzahl.  — 

So  notwendig  dass  auch  im  Perfectum  für  tu  /oste  quiseste  andante 
das  hybride  fosfes  quizestes  andastes  eintrat ,  das  ich  schon  oben  an- 
führte  als  ich  vom  Ineinandermischen  der  beiden  zweiten  Personen 
in  der  Anrede  sprach,    (sg.  -f-  p!.) 

iSo  notwendig  gehört  zur  3.  Person  der  Mehrzahl  das  m,  daas  auch 
häo  de  zu  huodem!  handem!  ward.  Genügte  ja  auch  dem  Spanier  im 
starken  Perfect  ein  blosses  n  —  da  das  Zeitliche  durch  die  8tamm- 
veränderuug  schon  genügend  bezeichnet  war.  Cupon  pudon  sirpon  für 
cupieron  pudteron  supieron.  Sagte  doch  auch  der  spanische  Jude  estavan 
rca  a  morirsen  für  morir  -  se  und  blancos  para  segarsen! 

Und  so  notwendig  dienten  des  im  Indicativ  und  Konjunctiv,  und  de 
im  Imperativ,  der  2.  P.  pl.  zum  Merkmal,  dass  dem  modernen  ai  (dessen 
intervokalisches    d    geschwunden    ist)    zum    Überflüsse    noch    einmal 


78 


Carolioa  Micha'dlis  de  VasoooceUos 


ein  de  angefügt  wird.     Statt  olhfti  (ociäate)  bort   man  olhaidel  aleo 
gleichsam  oculaßjeie  undßcaide!  nnd  buscaide^)\ 


V. 

Nach  dem  Aiisgangepunkte  der  Bewegung  forschend  —  denn  von 
einem  Punkte  musa  diese,  wie  jede  Bewegung,  ausgegangen  sein  — 
äussert  Rieh.  Otto  die  Meinung,  die  Sprache  habe  mit  der  llerübernahme 
der  zweikonsonatitigeo  »Suffixe  begonnen. 

Recht  wohl!  ich  bin  durchaus  gleicher  Ansicht  —  die  sich  natur- 
lich historischer  Beweisführung  entzieht,  wie  alles  was  den  flectirten, 
vor  öchriftausbildung  der  Sprache  geschaffenen  Infinitiv  betrifft.  Meine 
Gründe  aber  aiud  andere.  Sie  gehen  über  den  einzigen  von  Otto  an- 
genommenen Grund  hinaue.  Ihm  genügt  nämlich  zur  Erklärung  der  Er- 
scheinung der  grössere  Körperumfang,  welcher  mos  und  des  vor  s  [resp.  I 
es]  und  m  [resp.  em\  auszeichnet.  Ich  beginne  überhaupt  nur  mit  -ntos"), 
nicht  mit  mos  und  des,  und  nicht  um  seines  Vollklanges  willen,  sondern 
wegen  seines  Anklanges  an  nös. 

In  Sätzen,  in  welchen  der  beim  Infinitiv  stehende  Nominativ  ein 
persönliches  Fürwort  war,  musaten  diese  Fürwörter  den  Gedanken 
an  die  persönlichen  Flectionsendungen,  welche  sie  zu  begleiten  pflegen, 
in  ihr  Schlepptau  nehmen:  n6s  weckte  den  Gedanken  an  mos,  v6s  den 
Gedanken  an  des,  elles  ella^'i  den  Gedanken  an  frjm;  tu  den  Gedanken 
an  fe/s.  Nur  eu  und  elie  ella  weckten  keinen  derartigen  Widerhall!  — 
Ganz  besonders  leicht  und  schnell  musste  diese  Ueminiscenz  bei  n69\ 
wach  werden,  um  des  Reimklanges  willen  der  zwischen  -mos  und  nos 
besteht. 

Dazu  kommt,  dass  das  tonreichste  unter  den  persönlichen  Für- 
wörtern auch  seiner  vielfachen  Bedeutung  und  Verwendung  willen  am 
häufigsten  ans  Ohr  trifft:  nos  kehrt  nicht  nur  in  allen  vier  Fällen  der 
absoluten  Form,  sondern  auch  in  allen  vier  der  kotijunktivon  wieder. 
Dasselbe  freilich  gilt  auch  von  t?t>.f.  Doch  waltet  nur  bei  nos  der  schwer- 
wiegende Umstand  des  Reimanklanges  an  -mos  vor,  und  noch  etwas 
anderes  daraus  Erwachsenes.  Der  Keimklang  ist  nämlich  zum  voll- 
.ommenen  Gleichklang  geworden. 

Mos  ward  auf  der  Halbinsel  ein  selbstständiges,  aelbstätiges  Wort, 

er  Ersatzmann  für  das  absolute  vös  und  konjunktives   nos;  als 

accenttragendes  tn6s,  als  letzteres  dumpferes  mns,  in  deutlicher 

»ema  de  Alf.  XI  l^Wfincayde!  das  jedoch  möglicberweise  anders  alal 

hklang  XU  bciirletlen  ist. 
WaUl  des  Boiaptcles  hasta  sermos  dominantes  schliesae  ich,  dast 
eseo  Ist,  oder  wäre^  meiner  Auffaasuog  beizustimmen. 


Der  „portugiesische"  Infiaitiv 


Abhängigkeit  von  n6s  und  nos  (i.  e.  nus).  Entstanden  waren  beide 
Formen,  wie  gesagt,  in  Folge  der  auffallenden  Ähnlichkeit,  welche  dem 
Fürwort  und  der  entsprechenden  Flectionaendung  eigneten.  Man  mochte 
beide  tatsächlich  mit  einander  verwechseln  und  sie  für  eins  ansehen. 

Neben  mos  und  mus  entwickelten  sich  dann  musolrm  und  niueso. 

Schon  im  13.  Jahrh.  in  Verbindung  mit  dem  Verbura  nachweis- 
lich —  im  apan.  sercir-mos-le  und  plaze-tnos  — ,  findet  sich  diese  Analogie- 
bildung im  16.  saec.  im  Judeospianischen,  im  Bauernjargon,  welchen  Tirso 
de  Molina  und  Valdivielso  und  Cervante«  ihren  vi/lanos  und  yallegos  in 
den  Mund  legen  und  im  19.  im  lebendigen  Aragonesiachen.  — 

Man  suche  die  Beispiele  in  der  Rivadeneira'schen  Tirso-Ausgabe  auf 

'p.  115,  121,  207,  536  [mos];   p.  205  u.  209   für  mneso-,  in  Valdivielso's 

Roroancero  mos  auf  p.  46,  318,  325,  338^    mueso  auf  p.  12,  14,  33,  46, 

320;    mosofros  auf  p.  14;    in  D.  Quix.  IT   cap.  10  e  dexenmos  kacer  el 

nueso;  in  den  modernen  Cuentos  Aragoneses  p.  34  Como  no  mus  tnaten 

mosotrosf 

Im  Portugiesiacben  kann  ich  mos  für  noa  zwar  noch  nicht  nach- 
weisen: nur  aus  dem  Munde  einer  transmontanischen  Bäuerin  [Maria 
Fina  aus  UrrosI  horte  ich  mdmlti'fnos  o  dinheiro  für  manda-nos  o  dinheiro, 
schicke  uns  das  Qeld^).  Üa  aber  die  Schöpfung  des  fiectirteu  Jn- 
finitivs  vor  1200  liegt,  würde  es  wenig  ausmachen,  wenn  Belbstäodigea 
mos  heute  im  Portug.  nicht  nachweisbar  sein  sollte.  Mos  hatte  und  hat 
eben  auf  portug.  Boden  gelernt  eine  andere  Rolle  zu  spielen:  es  hat 
dem  flectirten  Infinitiv  den  Lebensatem  eingehaucht,  und  dabei  seine 
kurzlebige  Selbständigkeit  verloren. 

Elle  tinha  vontade  de  andarmo»  denke  ich  mir  entstanden  aus  eile 
ft*»Aa  vontade  de  andar  mdsj  für  de  andar  n6a.  Cumpre  andannos  aue 
cumpre  andar- mos,  für  andar -nos,  das  seinerseits,  wie  ich  erwähnte, 
dem  Klange  nach  wenig  verschieden  ist  von  cumpre -nos  andar.  — 
\nos  dat.,  alt  nös,  heute  /«««.) 

Was  also  anfangs  wirklich  PeraoDalpronomeD  gewesen,  ward  später 
für  die  8ufti.xendung  genommen,  für  diejenige  Verbalflexion,  kraft  derer 
io  allen  Zeiten  aller  Verben  aller  drei  Conjugationen,  vom  ersten  Werden 
des  portugiesischen  Roraaoce  an  bis  auf  den  heutigen  Tag,  die  1.  Person 
der  Mehrzahl  characlerisirt  worden  ist. 

In  andannos  wäre  mos  also  in  gewissem  Sinne  beides:  Personal- 
pronomen und  gleichzeitig  blexionssilbe.  Eine  flinzufügung  von  tws 
wäre  somit  ein  Pleonasmus,  reiner  Luxus.    Und  soviel  ich  übersehen 


1)  Dass  gerade  die  Provinz  Tras-os-UoDtes  eioe  Fundgrube  fUr  Archaismen 
iatf  habe  ich  oft  gesagt. 


Carolina  Michaelis  de  Vasconcelloa 


kann,  kommt  sie  auch  nicht  vor.  In  meiner  Beiepielaammlung  ist  kein 
einziger  Fall  von  altem  nös  andamws^  oder  ähnlichem.  Ich  darf  hier 
an  das  brasilianische  mode  nos  andar  eriooern!  (Möglich  und  wirklich 
ist  solche  Doppelung  in  der  Folgezeit  selbstveratändlich,)  Bei  des  [e]in 
[e\3  sind  vös  und  elfeA  und  tti  hingegen  keineswegs  Pleonasmen  und  . 
Tautologien,  [y^ös  faierdes,  ti'i  ires  sind  sehr  häufig;  die  3.  Pers.  pl. 
eiles  andarem  ist  viel  seltener.)  Überflussig  waren  hier  anfangs  viel- 
mehr die  Flectionaendungen,  und  diese,  nicht  aber  die  Pronomina 
durften  fehlen:  erst  später  Hess  man  die  letzteren  gelegentlich  fort. 
Der  Diener,  der  im  Gefolge  seines  Herrn  aufgetreten  war,  lernte  es, 
nllein  und  stellvertretend  zu  handeln;  der  Herr  ward  zur  blossen 
Mariooette,  zum  Schaustück,  d.h.:  die  Pronomina  wurden  beim  flectirten 
Infioitiv  gerade  so  entbehrlich  wie  sie  es  beim  verbum  finitum  schon 
waren.  Nur  die  1.  u.  3.  Person,  in  der  Einzahl,  erforderten,  wie  im 
verbum  finitum  oft  (s.  ob.),  so  im  inßnifo  pes.waf  immer  die  Fürwörter 
eu  und  eile  cHa  —  weil  ihnen  jedes  besondere  characterisirende  Flexiona- 
zeicfaen  mangelt  (s.  ob.)! 

Kommen  Ausnahmen  vor  (V\,  so  doch  wohl  nur  im  Verse  als  dich- 
terische Licenz,  wo  eu  und  eile  Silbenhäufung  herbeiführen  würden,  in 
Fällen  wo  Zweideutigkeit  nii'ht  zu  befürchten  ist.    - 

Die  Paradigmen  des  flectirten  persönlichen  Infinitivs  lauteten  daher 
früher  und  lauten  heute,  der  Theorie  und  dem  tatsächlichen  Sprach- 
gebrauche gemäss,  wie  folgt: 

Einst:  oejratYar  eu  Jetzt:  agarrar  eu  od.  eu  agarrar 


agarrar{t's)  tu 
agarrar  eile 
agarrartnos  od.  n6s 
agarrar{dfs)  v6s 
agarrar(fm)  elles 


agarrares  {(u)  od.  [tu)  agarrares 
agarrar  eile  od.  eile  agarrar 
agarrartnos  [nös]  od.  [nos]  agarrarmo 
agarrardes  {v6s)  od.  {v6s)  agarrar 
agarrar  ein  {eilen)  od.  { elles)  agarrarem? 
Die  rutide  Parenthese  ()  bedeutet,  dass  das  darin  Enthaltene  fehlen 
konnte  oder  kann  und  auch  oft  gefehlt  hat  und  fehlt;   die  eckige  [], 
daaa  das  davon  Umschlossene   fast  immer  fehlt  und  eigentlich   fehlen 
mnaate  und  müsste. 

let  das  Zeitwort  reflexiv  (passiv),  so  lautet  seine  gebeugte  Nennform : 
agarrar -nie  eu  oder    tu  agarrar -tue 

agarrares 'te  {tu)  [tu)  agarrares -te 

agarrar 'Se  eile  eile  agarrar -se 

agarrarmo -nos  \n6s]  [nös]  agarrarmo -nos 


agarrarde-vos  {v^*s) 
agarrarem-se  {elles) 


{v6s)  agarrarde-vos 
[elles)  agarrarem  •  w. 


»entsprechend  die  Infinitive  der  «r-  und  jV- Konjugation. 


Der  n portugiesische'^  luüriitiv 


81 


WaDD  das  Subjectspronomen  vorangeht  und  wann  es  nachfolgt, 
läset  sieb  eicht  in  Regeln  faasen.  Seme  Stellung  ist  heute  frei,  wie 
bekanntlich  auch  beim  verbum  finitum  die  der  koDJunctiven  Fürwörter, 
Wohlklangs»  und  Deutlichkeitsrücksichteo  bestimmen  dieselbe.  Doch 
scheint  der  Vortritt  der  Pronomina  üblicher,  aus  Analogie  zum  verbum 
finitum,  Eu  agarro^  folglich  ru  agarntr'^).  Ursprünglich  aber  rausa, 
wenn  meine  Darstellung  richtig  ist,  ihr  Platz  hinter  dem  Infinitiv   ge- 


1)  Die  Stellung  der  Fürwörter  beim  Verbum  ist  für  Fremde  ein  sehr  heikler 
Punkt,  heikipr  noch  als  die  Anredeformen  und  die  ImperativkonstrnktioofD,  weil 
diese  von  Regeln  der  Grainmalik  und  Logik  beherrBoht  sind,  während  jene  Kunst  und 
Geschiuackssache  ist.  Ausländer,  welche  einer  Sprache  vüllkommeD  mäcbtig 
sind,  Verstössen  doch  noch  gegen  ihre  SehönbeitsnormeQ.  Ich  berufe  mich  auf 
die  GrammA;ik  von  Otto  Prevost  und  auf  port.  Schreibübungen  Freund  Schucbardls 
und  Storcks,  und  auf  dte  Besonderheiten  des  Bra^jiHianischeD,  welche,  was  die  Stellung 
der  Pronomina  betrifit,  hiichat  eigentümlich  aind.  ÖpoUverse  auf  die  braailianische 
Bede  weise,  welche  der  Wahrbeit  zum  VerwechsBln  ähnlich  seben^  hörte  ich  noch 
beute  und  darin  die  Redeosarten:  ai  nno  ha  {cafe)^  se  faz  eile  (»'.  i  se  nao  ha  od. 
houver  ca/e,  faztr  -  st  -  ha).  —  Nno  vcnde  -  se.    PoLv  si  faz  aqui.  —  Me  näodeito 

i«em  tomar  cafe.  —  Vamoff  tomar  eile—  Der  hervorstehendste  Zug  iat^  dass  der 
Brasilianer  das  Pronomen  konjunktivnm  vierten  und  dritten  Falles,  besonders  seine 
Stumpfesten,  nur  aus  C'uns.  +  e  besteheuden  Formen,  dem  Verbnm  finitum  wie  infini- 
tum  vuranstellt,  viel  mehr  als  das»  dem  gleichen  Hange  folgende  festländische  Volk. 
Mao  suche  inKomero's  CantosI280,  264,253  me  dae-y  69  me  diffct;  72  me  tnatando; 
278  me  cotihece;  65  me  perdoar;  II  5  me  tiegeuite;  33  tu  me  posestes;  49  tu  me 
fixestes  i  50  tu  in^  vistes,  me  amasies;  61  me  deixou,  me  tirou,  me  chamou  (LOO, 
101)  »>e  tratoH ;  97  me  estaen  dando]  106  tue  di^nieste  \  225  mc  assentei,  126  me  levae, 
129  me  deitar;  I  382  te  don;  283  te  mandei;  278  te  chegam  a  vct\  II  12^>  venho 
tepedir;  86  te  ver;  II  44  te  amar;  104  te  ßquci  querendo  bem;  76  te  hei  de  buscari 
70  t€  vou  contati  te  ir  vüitar,  por  ie  amar,  67  eu  t€  estou  namorandoi  63  te 
ndo  vejo\  l2b7toda  a  vida  te  amando,  nunca  pude  te  apanhar-,  1279  se  molhou; 
278  sc  aUgra,  se  alegram]  236  se  abra^ando;  U  115  se  apartar;  72  se  eriundo; 
*e  despedindo-  30  se  requebrando;  1  161  quizer  se  entregar;  l  162  häo  de  se 
ttcabar;  211  jwde  se  regalar;  11  123  Ihe  pedir.  Man  lasse  »ich  durch  daa  ge- 
druckte me  nicht  irre  führen.  Gesprochen  wird  mi  ti  si  Ihi:  die  lautliche  Stärkung 
aber  stellt,  auch  dem  Werte  nach,  die  konjuuk.iveu  Formen  den  absoluten  gleich 
und  bringt  ihre  Tonerhöbung  und  Umstellung  hervor.  Mi  ti  si  Ihi  sind  mihi  tibi 
tibi  Uli  (a.  n.)  und  es  ist  die  Vorliebe  fUr  das  Klangvollere,  Kräftigere,  die  solche 
Entwickeluog  begünstigt  bat.  — 

Andererseits  bewahrt  das  Pronomen  seine  enklitische  Form  (mete  se  Ihe)  weoo 

ein  Adverb  in  unmittelbarer  Nähe  des  Zeitwortes  den  Ton  trägt:  quem  vai-se  emborn 

(U  lö),  jd  acabou-se  (l  36),  que  acnbou-se  II  (65),  näo  posso-lhe  acudir  II  19. 

Dass  auch  amartc  quercrte  (11  113),  darei-te  (l  167;,  dizei-me  (I  279)  vor- 

ll kommen,  ist  selbstverständlich. 

BatnanUctitt  Porsubuogeu  Vit.  ß 


Carolina  Michaölfe  de  ya8coacel)o& 


wegen  sein.  Das  allein  will  der  Vorzug  andeuten,  den  ich  agarrar-eu 
vor  eu  agarrur  gegeben  habe:  hißtorische  Präcedenz. 

Flexionsendungen  besitzen,  wie  man  sieht,  nur  vier  Formen  von 
eecha:  die  l.  der  Einzahl;  und  die  1.,  2.,  3.  der  Mehrzahl.  Nicht  vor- 
handen sind  BIG  für  die  1.  u,  3,  Person  singularis.  Von  allen  sechs  ist 
aber  die  dritte  die  raeiefgebrauchte.  Solange  der  Infinitiv  dritter 
Person  in  Begleitung  des  Peraonalpronomena  auftritt,  ist  an  seiner  Per- 
Bönlichkeit  nimmer  zu  zweifeln.  Von  dem  Augenblicke  an  aber,  wo 
nicht  dieser  Stellvertreter,  nicht  das  Yicesubject,  sondern  der  wirk- 
liche Principal  des  Hauses,  dasSubJect  „Substantiv^,  seine  Uerrscber- 
rechte  im  Infinitivsatz  ausübt,  unterscheidet  sich  der  iujitu'to  pessoal 
dritter  (u,  erster)  Person  äusserlich  gar  eicht  vom  itißniio  impessoal. 
Die  Sprache  blieb  hier  notgedrungen  beim  schlichten  Nora,  cum  Inf. 
stehen. 

Im  Grunde  aber  sind  die  einschlägigen  Beispiele  doch  darum  nicht 
anders  zu  beurteilen  als  die,  welche  wirklich  tiectirten  Intinitiv  zur 
Schau  stellen.  Die  Persönlichkeit  des  Infinitirs  1.  und  3.  Person  sg. 
zu  leugnen,  käme  dem  seltsamen  Unterfangen  gleich,  bei  Adjectiven  und 
Participien  die  männliche  Form  für  unvcräadort  und  unveränderlich  zu 
erklären,  nur  weil  wir  gewohnt  sind  gerade  diese  als  Grundform  und 
Nonn  aufzufassen.  Concordanz  ist  vorhanden  so  gut  in  o  homein  fraco 
wie  in  a  mulher  fraca  ^  so  gut  in  para  eu  sahir,  para  die  mhir  wie  m 
para  elles  suluretn,  para  os  homens  sahirem. 

Richard  Otto  ordnet  denn  auch  die  persönlichen  Infinitive  dritter 
Person  Einzahl  der  Überschrift  unter:  Der  Nominativ  wird  vom 
Substantiv  gebildet  und  lässt  diesen  Abschnitt  1  mit  zwei  anderen: 
Der  Nominativ  wird  vom  Pronomen  gebildet  und  den  No- 
minativ bildet  die  Fleetionseodung  ein  Kapitel  ausmacheD: 
nämlich  B)  Subject  im  Nominativ. 

Trotz  dieser  theoretischen  Anerkennung  der  Persönlichkeit  des  In- 
finitivs 3.  Person,  schliesst  er  jedoch  practisch  viele  Beispiele  davon  aus, 
die  meiner  Ansicht  nach  persönlich  sind. 

Ich  denke  z.  B.  an  die  folgenden  zehn,  die  in  den  erwähnten 
Kapitelteilen  fehlen  [und  an  einige  seiner  Acc.  cum  Inf.-Sätze;  cfr.  p.  53 
und  66]. 

Näo  foi  pouco  aprazivel  a  F.  tratar'Se  esta  materia  vigiando. 

(§  8.) 

E  direito  guardar-se  ü  lei  (§  8) 
j^  muito  malfeito  amar  hörnern  deste  geiio  {§  8) 
Näo  consetUe  estar  quieta  a  terra  (§  12) 
Mal  consenie  mondar-ae  o  novü  trigo  (§  12) 


Der  „portugieaiBcbe"  Tnfioilir 

jRotna  nunca  consentio  ennobrecer-se  alguem  (§  12) 
0  meu  mal  netn  ounr-se  me  conrnnte"^)  (§  12) 
Espanta  crescer  tanto  o  crocodilo  (§26) 
Näo  basta  consetitir  tneu  pensamento  (§  10) 
Que  0  mundo  pareceu  ser  destruido  (§  10). 
Daas  in  den   ersten  dreien  dem  Infinitiv   ein  Nomitmriv  beigefügt 
ist,   wird   erwähnt,    epäter  aber  wird   an  der  betreffenden  Stelle  nicht 
rückwärts  gewiesen  und   das  ßeiapiel  herangezogen.  —  In  den  folgen- 
den Sätzen  sollen  die  Subatantive  Objecto  d.  h.  Äccusative  sein,  logiech 
der  Infinitiv   aber  Prädicat   des  Objectes    (das  also  Subject   deeseJben 
wäre)!  —  Die  letzten  drei  werden  gar  nicht  kommentirt!  —  Kurz  die 
Peraönlichkeit  des    unflecttrbarcn  Infinitives  3.  Persoo   bleibt  Otto 
und  seinem  Leser  oft  unklar. 


VL 

Unter  den  verschiedenen  Bezeichnungen  des  port.  nom.  cum.  inf. 
sind  di©  im  Deutschen  üblichen,  wohl  von  Diez  erfundenen  (?),  und  von 
Otto  und  Wernekke  gebrauchten,  meiner  Meinung  nach,  nicht  ganz 
massgebend.  Flectirter  Infinitiv  und  auch  konjugirter  oder  ge- 
beugter kann  zu  der  Auffassung  führen  als  nähmen  die  1.  u.  3.  Pers. 
sing. —  die  acheiobar  unfloctirten  Formen —  eine  Ausnahmeatellung 
ein.  Veränderlich  ist  zu  wenig  charakteristisch,  da  es  die  Art  der 
Veränderung  nicht  bezeichnet.  Subjecti  ver  oder  Subjectsinfinitiv  geht 
auch  nicht  an,  denn  dieser  Ausdruck  dient  häufig  dazu  die  Function 
des  Infinitivs  im  Satze  anzugeben');  peraonlicher  scheint  mir  das 
Beste.  Doch  ist  diese  Frage  eine  ganz  unwesentliche.  Wesentlich 
ist  es  aber  jedenfalls,  in  einer  Definition  des  inßniio  pessoal  von  der 
1.  und  3.  Person  sg.  nicht  abzusehen. 

Diejenige,  welche  Otto  giebt,  ist  sonst  ziemlich  zutreffend.  Sie 
lautet  (NB.  in  etwas  ungelenkem  Deutsch): 

„Der  flectirte  Infinitiv  im  Portugiesischen  ist  die- 
jenige Form   des  Nominativs  mit  dem  Infinitiv,  in   der  das 


1)  Formell  k.^nn  hörnern  in  diesena  Satze  Subject  oderObject  sein.  Ein  Freund 
unzweidmuig^r  Klarheit  wUrde  dem  öbj.  durcb  a  prägnaotere  Form  gegebeo  haben. 
Der  Dichter  Cacoües  aber  unterlässt  das,  im  Vertrauen  auf  die  aufklärende  Wirkung 
des  Zusaiu  meu  hange. 

2)  Ein  SubjectB-  oder  subjectiver  Infinitiv  ist  der,  welcher  im  Satze  Sabjects» 
stelle  einnimmt  wie  in  errare  humanum  e^t,  im  Binbltck  aut'den  Objecta-  oder  ob« 
jeotiven;  tddea  venire,  und  auf  den  adverbiellen,  prSposilioaelleD,  fUr  den  es 
kein  lateinisches  InJinitivbeispiel  giebt  (ad  JMbitanäum). 

6* 


[Carolina  Michaelis  de  VasconeeHoB 

denn  Nominativ  bildende  personliobe  Fürwort  auf  die  be- 
scheidenste und  kürzeste  Art  durch  die  im  Portugiesischen 
vollen  pronomioalen  Wert  besitzende  Suffixendung  des 
Verbs  vertreten  ist." 

Worin  ich  abweiche,  zeige  noch  eiDmal  eine  kurze  Rekapitulation 
meiner  Ansicht: 

Das  Portugiesische  besass  schon  als  romance,  gemeinsam  mit  dem 
Spaniaehen  und  Italieniachen,  einen  Nom.  cum  Inf.  —  Das  Altitalien, 
begünstigte  diese  Construction  weit  weniger  als  die  peninsularen  Sprachen 
[weil  es  einen  Acc.  cum  inf.  kannte,  der  im  Aliprov.  und  Altfrz.  die 
einzige  Form  ausmachte,  in  welcher  der  Infinitiv  mit  Subject  auftrat]. 
Unter  jenen  aber  waren  es  die  westlichen,  die  port.-gallizischen 
Dialeo te,  welche  ihn  am  eifrigsten  gepflegt  haben. 

Der  als  Hubject  fungirende  Nominativ  kann  im  Port,  auf  vierfache 
Weise  bezeichnet  werden. 

Erstens,  und  gleichwie  im  Italien.,  und  Span.,  durch  ein  Substantiv. 
Zweitens  durch  sein  stellvertretendes  pera.  Pronomen  im  Nomina- 
tiv: eu  tu  eilt'  ella  nös  vos  eltes  ellas,  das  schlicht  hintenangesetzt  ward.i 

Drittens  durften  noch  zu  den  persönlichen  Fürwörtern  und  zu  den 
^Substantiven  die  Verbalsuftixe  \e]s  fNOs  des  \e]m  hinzutreten,  und  das 
schon  ausschliesslich  im  Portugiesiecb-Gallizischen,  und  nur  sporadisch 
in  einigen  spau.  Grenzdialekten '). 

Viertens  und  letztens,  was  hier  auch  spätestens  bedeutet,  durften 
diese  Suffixendungen,  welche  vollen  pronominalen  Wert  erhielten,  genau 
wie  alle  öbrigon  mit  Flexionsendungen  versehenen  Zeiten  des  Verbum 
tiniium,  ihr  Personalpronomen  als  überflüssig  fallen  lassen.  Die  wahren 
alten  Subjekte  tu  n6s  v6s  elles  blieben  somit  versteckt:  die  dienen- 
den Anhängsel  hatten  sich  zu  herrschenden  Repräsentanten  aufge- 
aohwungen. 

Um  eine  blosse  Substitution  der  persönlichen  Für- 
wörter durch  die  verbalen  Flexionsendungen  handelt  ea 
•ich  also  nicht:  aus  3  und  4  darf  man  nicht  Ha  Stadium 
machen.  Noch  viel  weniger  aber  darf  man  behaupten,  die  Setzung 
dos  iVonomena  sei  ein  „  gann  lecitdirer  Pleonasmus!    (Otto  §  54.) 


1)  Waram  nicht  wenigsten!:  in  welcher  das? 

2)  l>as  Jttde&spaniacl)  ist  ttbertuapt  tiemlich  reich  an  LiuitaDismen.  —  Ob 
iaa  AoMbM,  der  Adel  der  pott.  Jaden  ihoeD  ein  litterarUcheft  Übergewicht  über 
d(«  apao.  gaby  - 


Der  „portufpesiacbc**  Infinitiv 


85 


vn. 

Die  einmal  geschaffenen  flectirten  Infinitivformen  griffen  von  ihrem 
UreprungBgebiete  aua  erobernd  um  sich.  —  Anfangs  nur  in  Sätzen  be- 
'  nnitt,  in  denen  verbum  finitum  und  verbum  infinitum  ein  verschiedenes 
'Subject  hatten,  —  öosta  tu  vires  —  receio  morrermos  —  und  zwar 
wenn  die  gunz  specielle  Nennung  des  Bonst  unbestimmt  bleibenden, 
innerhalb  des  Satzes  nicht  genannten  Infinitif^subjectes  wünschenswert 
schien,  wurden  sie  später  auch  da  verwertet  wo  nur  die  erneute,  wieder- 
holte Bezeichnung  des  im  Satze  bereits  genannten,  der  Entfernung 
halber  aber  schon  etwas  in  Vergesisenhcit  geratenen  Subjectes  zur 
Klärung  d.  h.  zur  Verschönerung  der  Rede  beitragen  sollte'). 

Es  trat  dann,  in  Folge  des  häufigen  Gebrauches  des  flectirten  In- 
finitivs das  Gefühl  ein  von  einer  obligatorischen,  vom  Sprachgeisto  ge- 
forderten Konkordanz  zwischen  dem  Infinitiv  und  seinem  jeweiligen 
Subject');  und  der  inßnito  pesaoal  drängte  sich  selbst  da  ein  wo  die 
Person^  welche  Träger  des  Infinitivbegriffes  ist,  schon  und  zwar  in  ganz 
unmittelbarster  Nähe,  und  daher  absolut  klur  und  unzweideutig,  aus- 
gedrückt war,  es  sei  durch  ein  Substantiv  (11;  es  sei  durch  ein  Pro- 
nomen (2);  es  sei  durch  das  in  der  Flectionsendung  des  verbum  finitum 
schlummernde  personliche  Fürwort  (3};  und  auch  da  wo  verbum  finitum 
und  infinitum  nur  ein  und  dasselbe  Hubjoct  haben  (3  u.  4)  und  eigent- 
lich nur  einen  zusammenhängenden  Begriff  ausmachen. 

1.  Vimos  tres  homens  cahirem 

2.  Vimolos  morrerem 

3.  Fomos  comenno8 

4.  Podeis  comerdes. 

Satze  wie  die  letztgenannten,  die  nicht  von  mir  erfunden  sondern 
gefunden  sind,  tragen  den  Stempel  volkstümlich- drastischer  Grob- 
heit noch  an  der  Stirn.  Sie  werden  von  Schriftstellern  und  gebildeten 
Sprechern   vermieden,    welche  auf   adäquaten   Ausdruck  etwas   geben. 


t)  Geoannt  vor  dem  Infinitiv©,  ehe  dieser  auageaprooheti  wird,  entweder  als 
Mominative  d.  h.  Subjecte:  bcm  poderas  tu  riren;  oder  als  Accus,  oder  ObJHCte: 
eu  näo  as  vejo  levarem  täo  loa  vida;  als  Dative  oder  iodirecte  Objecte:  praX'te  vires. 

2)  In  mir  ist  das  Gefühl  fUr  diese  Konkordaaz  derartig  auagobildet,  dass 
spanische  Sätze  wie  eu  gmn  hiciuw.entnran^^^a  tcner  tu  tnl  eredad  mich  geradezu 
onaogenelim  wie  etwas  Sprachwidriges  berühren.  Teuere»  drangt  sich  auf  die 
Lippen.  Und  schriebe  ich  heute  noch  spaniacb,  so  würde  ich  gewiaa  dieselbou 
Fehler  begehen,  die  so  viele  spanisch  dichtende  Purtugiesen  sich  dadurch  zu 
Schulden  kommen  lieaaen,  dass  sie  am  flectirten  Infinitiv  featbieltec.  (Gil  Viceote.) 

3)  Mao  vgl.  die  Beispiele  im  Anhange. 


86 


Carolina  Michaella  de  Vaaconcellos 


Sie  kommen  nie  bei  Kunetdichtera ,  wohl  aber  in  der  Volkspoesie  vor, 
oder  bei  Schriftatellern,  welche  die  Sprache  des  Volkes  kennzeichnen 
wollen  und  sie  absichtlich  nachahmen,  d.  b.  also  im  Drama  und  Roman 
{Hercttlano;  Diniz,) 


VIII. 

Die  Frage  danach,  warum  nur  das  Portugiesische,  und  nicht  auch 
das  Spanische  und  das  Ital.,  flectirte  Infinitivformen  besitzen,  wirft  Otto 
auf,  überall  bestrebt  den  Sachen  auf  den  Grund  zu  sehen,  und  die  Ant- 
wort lautet,  die  weniger  gewichtigen  vokaUach  auslautenden  Flectionen  des 
ItaHenischen  hätten  diese  Sprache  daran  gehindert,  jene  zu  schaffen. 

Für  die  1,  u.  2.  Person  pl.  existiren  zwar  durchgangige  Endungen, 
mo  und  te^  doch  wäre  ie^  weil  zweideutig,  untauglich  gewesen;  für  die 
3.  pl.  ist  no  nicht  in  allen  Zeiten  massgebend  M  und  ebensowenig  ist 
es  i  für  die  2.  sg.     Es  fehlen  somit  die  Vorbedingungen. 

Für  das  Spanische  aber  gilt  diese  Begründung  doch  nicht.  Seine 
Suffixe  (.9  mos  des  xmA  n)  entsprechen  genau  den  port. :  oder  vielmehr 
sie  entsprachen  ihnen  zur  Zeit  der  Entstehung  des  flectirten  Infinitivs. 
Seither  ist  des  zu  es  und  s  geworden.  Dies  Verstummen  des  intervokalischen 
rf,  das  tatsächlich  in  Spanien  früher  eintrat  als  in  Portugal,  wird  von 
Otto  als  alleiniger  Grund  für  die  Nichtexistenz  des  inßnito  pessoal  im 
Kastilianischen  angeführt.  Mit  Unrecht,  da  das  Verstummen  auch  dort 
lange  nach  der  Neu s ch ö pfu ng  —  mehr  als  zwei  Jahrhunderte  später  — 
eintrat»). 


1)  No  Ist  jedenfalls  die  vorwiegende  Endung  imd  wird  als  Persooalendung 
fmpfnndea .  wie  ihre  iiitereasante  und  verwandte  Übertragung  auf  die  FUrwJJrter 
a.  Pcraon  pl.  bezeugt :  rglino  (Ueno. 

2)  Auch  über  die  sporadische  Bewahrung  dieses  des  im  Port  teilt  Otto 
ÜDzntreicbcniiea  mit.  Ich  verweise  aui  Coelho,  Tbeoria  26—31 :  Questüe«  303—312 
und  Comu  §  193.  Das  \nu  t  —  port.  d  —  besteht  beute  nicht  allein  nach  n  — 
in  viruifn  Undcs  pondes  sondc«  —  und  r  —  in  allen  conj.  tut.  aller  achwaehen 
rad   elarkoQ  Verben   —  louvardes  morrerdta   stntirde»  houverdev.    Eis  hat  sich 

4t  twiscbfkn  Vokalen  in  einigen  Zeitwörtern  erbalten:  ide  id€g\  riderides; 
teJcMi  cride  crcdeg;  sede  und  radt^  (Azevedo  p.  83) ;  wie  man  sieht  In  solchen, 
Htamn  durch  Aufefall  eines   anderen  stanimbaften  c2,  bis  auf  einen   oder 
^ute  «UDAmmeni^esch rümpft  w.*ir 

llixtschcn   stehen  beute   nucb  bdde  Formen ,  die  vollere  and  die  redu- 

und  <1«,  tdes  und  is^  ides  und  ür  gleichberechtigt  neben  einander.  — 

will  ich  hier  noch,  dass  dem  port.  Baaer  die  Abweichung  der  2.  pL 


Der  „portugiesische"  iotinitiv 


87 


Ich  versucbc,  mir  den  Bpeciellen  und  auffallenden  Unterschied  der 
beiden  peninäularen  iSpracbea  aus  dem  allgemeinen  Gegeneatze  zu  er* 
klären,  in  dem  ich  aio  zu  einander  stehen  sehe.  —  Er  besteht,  in 
Wortbildung,  Satzbau,  Verslehre,  Stil  (auch  auf  andern,  nichtsprach- 
lichen Gebieten)  —  in  der  groaseren  Volkstümlichkeit,  Freiheit  oder  sagen 
wir  Willkür  und  dialektischen  Vulgarität,  Undiscipünirtheit  und  Ur- 
wüchsigkoit  des  Portugiesischen,  das  maximeque  a  provincia  oder  a 
cultu  atque  humanitate  provinciae  abest.  —  Ferner  aber  hinderte  im 
Spanischen  die  Existenz  eines  alten,  früh  verblichenen  acc.  cum  inf.  und 
die  ihm  eigentümliche,  prägnante,  präpositionello  Accusativform  (a)  an 
der  weiteren  Ausgestaltung  des  nom.  cum  iof. 
Das  Span.:  Veo  venir  a  mis  atnigos 
ersetzt  das  Port.:  Vejo  os  meus  amigos  virem. 
Trotzdem  vermute  ich,  dass  auch  das  ajjanieche  Volk,  vor  grauen 
I  Jahren,  Keime  des  persönlichen  Infinitivs  beseßsen,  dass  aber  die  Ge> 
Ibildctea  sie  geknickt  haben. 

Die  noch  vorhandenen  Reste  sind  gleich  null.     Ich  kenne: 

a)  Zwei  Beinpiele  aus  dem  leonesisch  gefärbten,  also  nach  Westen 
weisenden  Alexanderliede  Berceo's.  Daa  eine  hat  Gessner  schon  früher 
hervorgehoben   in  seiner  Programmarbeit  über  das  Leonesische.     Das 

Lfindere  ist,  so  viel  ich  weiss,  noch  nirgends  erwähnt  worden. 
1742  Por  matiiren  al  hon  Uey  ßzloron  ermandat 
1767  En  gre&gares  connosco  tu  non  y  gannas  nada. 

b)  Die  beiden  von  Baist  citirten  jüdischspanischen  Formeln,  auf 
die  ich  schon  oben  hinwies:  mon'rsen  für  morirse  (pg.  morrcrem-sc)  cfr. 
hfiodein)  und  stgarseu  für  segarse.  — 

c)  Dass  im  Aragonesischen  und  dass  in  der  Comedia  Doleria,  von 
Pedro  Hurtado  de  la  Vega,  Spuren  des  flectirten  Infinitivs  zu  finden 
eind,  ist  mir  nur  von  Hörensagen  bekannt  (aus  Baist'a  „Spanischer 
Sprache"  in  Gröber's  Grundriss,  §  80).  — 

Das  Gallizische,  das  den  infinito  pessoal  seit  ältester  Zeit  besitzt, 
zählt  zum  port.  Sprachgebiet. 


IX. 
Daran  knöpfe  ich  noch  eine  Bemerkung,  die  mich  zum  Anfang  dieser 
Arbeit  zurückführt,   Wernekke  und   U.  Otto  beklagen  es,  dass  sie  die 

des  conj.  fot.  vom  üblichen  Schema  oJeht  gefällt.    Er  spricht  louvdreis  morrireis 
teniireis  föreis  tiir  Jouvardes  morrtrdes  aentirdta  fordes. 

Auf  der  Insel  Madeira  ist  das  alta  swAdta  iodtts  nondts  noch  heute  vertreten 
durch  toideg  (Azevedo  pag.  120:  pot  qutm  »Qidcs!)\  auf  den  Azureu  durch  tiondes 
(Braga  Arch.  Agor.  p.  16,  98,  99  and  öfter). 


as 


olioa  Michaelis  d«  Vatcovcelkw 


UlmtBn  Sprachdokumente  nichts  oder  nicht  aDsreichend,  darcbforscht 
babeo,  beconders  der  enit«re  hofft,  dieselben  würden  Beweisin aterial 
flÜr  setoe  Hypothese  Tom  Conjunctiv  imperf.  liefern.  Ich  deutete  schon 
AO  ttod  wiederhole  noch  einmal  ausdrücklich ,  dass  dem  nicht  eo  ist. 
Die  Ursprünge  des  flectirten  Infinitivs  und  seine  Entwicklungsatadien  sind 
auf  historischem  Wege  nicht  zu  entdecken.  Dicz  citirt  aus  der  Espaiia 
Hagrada^  vol.  XU,  eine  gallizische  Charta  von  1207,  welche  die  Infinitiv- 
oonstruction  para  Miircn  e  entraren  bietet,  und  äussert  mehr  als  ein- 
mal (II  187,  III  2f»r)/,  lakonisch  wie  immer,  aber  doch  bestimmt,  daae 
^scbon  dio  üUesten  portug.  Sprachdokumente  den  flectirten  Infinitiv 
kannton''. 

An  der  Wahrheit  dieser  Behauptung  kann  auch  das  eingehendste 
ätuditim  dos  Altport,  nicht  rüttein.  Recht  umfangreiche  Materialien, 
die  ich  allm&hlicb  gebammelt  habe,  aus,  schon  alter,  Vorliebe  für  die 
ori)(itmlrt  port,  Neuschöpfung,  die  ich  zu  verstehen  strebte,  beweisen 
hundertfach,  daH»  schon  im  13.  und  14.  eaec.  der  hifinito  pessoal  alle 
wesentlichen  Funktionen  ausübte,  die  ihm  heute  obliegen,  ja  sogar  noch 
andere,  weitere,  an  deren  Keckheit  und  Romantik  man  später  Misfallen 
fand,  und  dio  man  darum  eindämmte  oder  ganz  verwarf.  Im  Anhang 
biete  ich  eine  Auslese  aus  meiner  Ernte,  und  füge  zu  einigen  auf- 
fillligon  Beispielen  noch  einzelne  Betrachtungen  und  Interpretationen 
hinzu. 

Wir  müssen  uns  also  mit  Hypothesen  über  die  Genesis  des  infiniio 
j^essoni  begnügen.  Das  Einzige  was  uns  zu  tun  übrig  bleibt,  ist  nach 
▼erwandton  Bildungen  /u  fahnden,  das  Verfahren  der  lebendigen  Sprech- 
sprtche,  die  Syntax  der  Volksmundarten  zu  beobachten,  und  immer 
mehr  Bewoiae  dafSr  sa  suchen,  dass  das  Bewusstsein  oder  Gefühl  vom 
Worte,  vom  Inhalt  und  von  der  Function  gewisser  Wortbildangs- 
•  lomonte  klar  und  stark  genug  im  Volke  lebte  und  lebt,  um  zu  neuen 
tpODtAnon  Bildungen  den  Anlass  zu  geben. 

Jo  mehr  nach  die^or  Richtung  geleistet  wird,  um  so  glaublicher 
wird  ee  auch  uns  „Schrift gelehrten"  werden ,  dass  die  volkstümliche 
Aiii&ssQng  von  der  Bedeutung  der  Verbalflexionen,  cur  Bezeichnung 
der  penSnUchen  Betiehuogen  am  Infinitive,  also  tum  iujinito  pestoal 
Ahrcn:  und  dtM  dieeer,  in  tiefen  Niederungen  entatandea,  aich  dennoch 
itt  die  U^ho  niMteo  IminUw 

fiini^  SeherlMa  tu  dieeem  vichtigcn  Schatae  hebe  ich  hier  and 
iaderwirte  aehon  be^geatenert,  am  die  Schaffenskraft  uodSdiaffensfrendig- 
kell  d«r  pentowileifiB  Spnehes  ai  beweiaeo. 


Der  ^portuglesiathe'  Infiokiv 


X. 

Wer  vom  port.  Nom.  cum  inf.  spricht,  mues  sich  die  Frage  stellen 
und  beantworten,  ob  das  Port,  einen  Acc.  cum  inf.  besitzt.  Diez  und 
Otto  antworten  —  zögernd  —  ja.  Ich  antworte  —  gleichfalls  zögernd  — 
nein!  —  Die  Scheidung,  welche  Otto  innerhail  der  kamonianischen 
Subjektsinfinitive  vornimmt,  überzeugt  mich  nicht.  Sie  scheint  mir  er- 
künstelt, ein  Produkt  dreier  ungesunder  Elemente:  der  ängstlichen 
Pietät  gegen  die  Buchstaben  —  nicht  gegen  den  Forsrherernst  —  des 
Meisters;  der  Voreingenommenheit  gegen  die  nationale  Eigenart  des 
romanischen,  und  speciell  des  port.  Renaiseancedichters  und  für  seine 
felsenfeste  Latinitat;  und  drittens  des  schiefen  Urteils  über  den  inßnito 
pessoal  dritter  Person  sing.,  der  manchmal  für  unflectirt  und  unpersön- 
lich ausgegeben  wird. 

Was  der  Renaissancedichter  über  die  grammatischen  Constructionen 
seiner  Muttersprache  und  das  Verhaltniss  dieser  Constructionen  zu 
ähnlichen  latein.  Gebilden  gedacht  haben  mag,  ist  interessant  zu  er- 
gründen; doch  für  die  Beantwortung  der  Frage,  ob  das  Portugiesische 
den  acc.  cum  inf.  besitzt  und  vom  Lat.  ererbt  hat,  ist  es  unwesentlich. 
Ebenso  unwesentlich  sind  aber  auch  die  zum  grössteo  Teile  noch  selt- 
sam byzantinischen  Ansichten  neuerer  port.  Grammatiker  über  die  gleiche 
Frage.  Darauf  allein  kommt  es  an,  festzustellen  was  und  wie  das  grosse 
ganze,   gelehrte  und  lateinlose,  Volk  wirklich  denkt  und  empfindet.  — 

Dass  gerade  nach  Formeln,  welche  im  Lateinischen  einen  acc.  cum 
inf.  regieren  würden;  dass  nach  parece^  S  manifesto,  ßca  declarndOy 
basta,  importitf  e  nteihor,  ^  certOy  6  j  ossivel ,  <?  im2)0ssivc! ,  S  escumdoy 
doe-me^  pe^a-me  etc.  im  Port,  der  Subjectsinfinitiv  folgt,  giebt  ab- 
solut keinen  Grund  und  Anlass  dazu,  sein  Nomen  für  einen  Acc.  zu 
■  erklären.    Es  ist  ein  Nominativ. 

Äusserlich  unterscheiden  sich  ja  freilich  in  den  westromanischen 
Landern  der  Acc.  und  derKom.  der  Sabshnllra  nicht.  Das  Substantiv 
kann  also  in  Infinitivsätzen  kein  Zeugniss  ablegen,  weder  fü  r  noch  wider. 
Beim  Pronomen  personale  jedfich  sind  zwei  grammatische  Formen  vor- 
handen. Zwar  nicht  in  allen  Personen ;  ja  von  sechsen  haben  nur  zwei 
streng  und  klar  unterschiedene  Subjects-  und  Objectsformen.  Doch  ge- 
^BÜgen  diese  zwei,  die  1.  und  2  Person  sg.  mit  den  Nominativen 
und  tu  und  den  Accusativen  mim  und  ti,  zur  Entscheidung  der  Frage. 
Begleiten  mm  und  ti  den  Subjectsinfinitiv,  so  haben  wir  es  mit  dem 
^ftcc.  cum  inf.  zu  tun.  Wonicht,  nicht.  Man  sagt  nun  aber:  Basta  ser 
^feliz  oder  Basta  eu  &cr  feUz  und  Basta  ires  tu  oder  tu  ires\  aber  nicht 
mim  ser  füiz  oder  basta  ii  seres  feliz. 


Carolina  MichaSlia  de  Vaaconoetba 

DementBprei"hend  möaeen  wir  auch  in  basta  ir  eile  oder  ella;  basfa 
irmos  n/js;  basia  irdes  v6s;  bü&ia  irem  elli'S  (alt  dh»)  oder  eUas  auch 
Nominative  erkennen,  obwohl  eile  ella  hos  v6a  elles  ellas  gleichzeitig 
Accusative  bezeichncD. 

Wer  aber  auf  banta  alle  Pronomina  im  Nominativ  folgen  läset,  der 
empfindet  sicherlich  auch  in  den  Sätzen  husta  rir  Francisco;  basta 
virem  tres  de  vosses,  und  alao  auch  im  kamonianiaehen  basta  estnr 
ent  rös  minha  esperan^a  6\&  SahstButive  FranciscOt  tres,  minha  esperan^a 
als  Nominative,  d.h.  als  öubjecte  von  vir  iire?ti  und  estar^). 

Und  wie  bei  basUt^  bo  ist  m  bei  allen  übrigen  unperaönlichen 
Verben»  von  denen,  laut  R.  Otto,  ein  acc.  cum.  inf,  abhängen  soll,  und 
bei  den  einBchlagigen,  ser  oder  andere  Hülfszeitworter  begleitenden  Ad- 
jectiven  und  Subetantiven.  Weder  da  wo  das  Nomen  traneitiFum  ao- 
geblicb  das  Object  des  verbum  finitum  sein  soll  (g  56),  noch  da  wo 
das  Nomen,  obwohl  tatsächlich  Hubject  des  Infinitivs,  doch  wieder  nach 
Otto's  Aoeicht,  als  Accusativ  gefühlt  wird,  d.  h.  nach  Hülfaverben*) 
des  Sagena,  Denkens,  Püblens,  kann  es  sich  um  einen  solchen  bandeln. 
Nach  Otto's  eigenen  Grundsätzen  nicht,  denn  er  er  klart  ja  den  darauf 
folgenden  flectirten  Infinitiv  doch  für  einen  nom.  cum  inf,! 

In  vielen  der  Sätze,  welche  er  für  Accus  ativsätze  ausgiebt,  könnte, 
nein,  müsste  der  flectirte  Infinitiv  d.  h.  also  müaste  der  Nom.  cum 
inf.  stehen,  träten  sie  nur  statt  im  Singular  im  Plural  auf^). 


1)  Otto  weisB  das  aacb  ganz  gut,  wilt  es  hier  aber  nicht  recht  haben.  — 
Z.  B,  Näo  basia  consentir  meu  pensamento  steht  an  (§  10)  der  nchtigeo  Stelle 
unter  deo  SubjectsinfiaitiveDi  Näo  basta  estar  em  vi>s  tnitiha  paciencia 
□  IchL  — 

2)  Alle  Zeitwörter,  welche  erst  mit  dem  iboen  unentbehrlicbcn  infioitum  bq- 
sammen  eiaeo  VoübegrifT  bildeu,  dessen  weaentlichater  Teil  eben  der  laliaitiv  und 
nicht  das  verbum  finitutn  ist,  daa  nur  dazu  dient  die  im  lufinitiv  zum  Ausdruck 
gebrachte  Tat  in  modaler  Weise  zu  diflferemireB,  dieVerba  des  Wdoschetis  also, 
wie  des  FUrchtena,  Leraens»  Helfens,  Sagen»,  Versprechens,  Scbwörens,  Uacheoa, 
Laiiens,  Nicbtlaasens  etc.  sind  tm  gewissen  Sinne  auxiliar. 

Von  determino,  concedo,  eoßro,  defendo,  tolho,  cuido,  creio,  vedo,  julgo^  juro 
ir  oder  näo  ir  kann  man  gerade  ao  leicht  and  scbnell  zu  deUrmino  näo  ire*^ 
juro  näo  irmos  kommen  wie  von  bofita  dizelo  oder  «i»  lo  aaber,  alguien, 

3)  Servirdes-vos  tTocciipar-me  näo  foi  senäo  asas  dar  -  me  heateht,  laut  §11, 
aus  einem  Sitbjectatntinrtiv  und  einem  Infinitiv  als  Prädtcatsnomen ;  in  Ur  Solina 
em  Duriano  o  inUnto  und  in  levar  me-a  Icnha  o  vento  haben  wir  bingegen  eineol 
Äccusativ  cum  Inf,  zu  anchen;  etc.!  —  Könnte  ich  mit  Ilerrn  Otto  über  seine 
Arbeit  miindlicb  verhandeln,  ich  Mtte  noch  so  manche  Bemerkaog  daran  za 
kotlpfen. 


Der  „portugiesische"  Infinitiv 


91 


Hier  die  Probe  zu  einigen  wenigen.  Vereis  o  mar  roxo  tomar-se 
amarello.  Otto  denkt:  video  aei  ein  transitives  Verb,  deeaen  unmittel- 
bares Object  im  Acc.  Btehe;  durch  ecfalichten  Hinzutritt  eines  Infinitivs 
sei  dann  plötzlioh  der  aoc.  cum  inf.  herbeigezaubert:  video -U;  video - 
te  -  venire ;   video  te  -  venire.  ■=- 

Ich  denke:  video  verwandle  sich  in  dem  Äugenblicke,  wo  der 
machtige  Infinitiv  neben  ihn  trete,  in  ein  einfaches  HülfBverbum, 
das  gar  nichts  mehr  vom  Regieren  verstehe  =  t'infeo  venire  \  deaeen  In- 
finitiv aber  ein  Subject  haben  müsse:  video  venire -tu. 

Oder,  auf  den  kamonianischen  Satz  angewandt:  vereis  tomar-se 
amarello  —  o  mar  roxo,  und  nicht  vereis  o  tnar  roxo  —  tornar-se 
narello. 

Der  Infinitiv  3.  Person  sg.  scheint  nur  unflectirt;  dass  er  es  nicht 
ist,  beweist  sein  Plural:  vereis  os  mares  roxos  tomarem-se  amarellos. 

Ale  zweites  Beispiel  diene:  mandara  estar  quieto  o  batet.  Der 
Plural  würde  lauten:  Mandara  estarem  (juietos  os  hateis.  Der  Plural 
der  Adjective  erbittet  oder  erheischt  hier  wie  dort  den  Plural  des  In- 
finitivs. 

Dass  Cam'ies  ihm  denselben  des  öfteren  verweigert  —  nicht  aar 
wenn  und  weil  der  fünffüssige  Jambus  dann  und  wann  solche  Kürze 
verlangt,  sondern  auch  aus  tbeoretiseher  Antipathie  gegen  allzugebaurte 
Verwendung  des  infinifo  pessoal^  besonders  in  Fällen  wo  die  Un Persön- 
lichkeit desselben  keine  Zweideutigkeit  veranlasst,  aei  noch  einmal 
flüchtig  angedeutet. 

Auch  andere  Schriftgelehrte  folgen  seinen  Spuren. 

Seinen  und  ihren  Glauben  an  einen  port.  Nachhall  des  lat.  acc. 
cum  inf.  will  ich  ja  überhaupt  nicht  leugnen.  Es  handelt  sich  um 
Wahrheit  und  Richtigkeit  dieses  Glaubens. 


1)  Z.  6.  in  Finge  os  fne^48  pensamenios  näo  s<r  eridoe  und  dem  vieleitierten 
andar  Ihe  08  caes  oa  dentes  amogtrando,  das  Diez  in  249  für  einen  acc.  Cum 
inf.  auagieht,    (S.  u.) 

Doch  nicht  immer,  unter  Otto's  Acc.  cum  Inf.-Sätzen  steht  z.  B.  aas  Lue.  VI  84 
vem  reprexentanda  comsigo  os  ehmentos  terem  guerra  t  wo  doch  der  verffnderte 
persönliche  Inünitiv  seine  Auffassung  von  ehmentos  als  Accuaativ  rundweg  über 
den  IlAufeo  wirft  1  —  Und  es  könnten  daselbst  noch  stehen:  Hern  ttmaa  tu  dos 
altgres  acrem;  Vejaia  eaquecerein-ae  Gregoa  e  Romanon  und  Vtrao  oa  doua 
nantea  miaeros  ßcartm ,  wenn  Otto  sie  auch  ganz  verschiedenen  Gesetzen  und 
Regeln  unterordnet  (§  56  u.  61).  Ich  sehe  in  ihnen  allen  den  Nominativ  cum  Inf., 
^dessen  Subject  ein  Substantiv  im  Plural  ausoiacbt,  welche«,  nach  den  Geschmacka- 
egeln  port.  Concordanz,  auch  sein  vcrbuin  infinitum  gern  im  PJuralkleide  sieht. 


tri 


Cirulioa  MichaSlts  de  Vueoaeelloa 


XI. 

D»  et  mir  our  auf  diese  Wahrheit  und  Gerechtigkeit  ankomint, 
liefere  ich  im  Fiilf^enden  selber  einige  Einwände  gegen  meine  Dar- 
■ti^lliing  und  AuffsHBung  vom  Niehtvorbandoneein  des  lat.  acc.  cum  inf. 
im  PortMgieaiaRlu'M ,  —  Einw&ödo  welche  ich ,  sorgsam  forschend  und 
■ainiiH^liid,  utjH  (iititi)  archaischen  Denkmälern  uod  aus  der  lebendigen 
tili  uurh  iillmtjiliHdboii  Küdowcise  des  rauheren  und  roheren  Volkes 
herauf  dttHtillirt<%  donon  ich  aber  natürlich  sogleich  die  Giftspitze 
iili/,tiliruciion   hoffo. 

Ich  bohuuptßlo  Hoobon,  dßr  Portugiese  denke  und  sage  basla  eu  aer 
felis,  und  habe  vor  Zeiten  gednoht  und  gesugt:  hasta  ser  tu /eliz.  Die 
Vcrcirttngung  dor  hrt/ton,  «ffoctiveo  .Satzform  und  Wortstellung  durch 
dio  logJHtihe,  in  gewöhnlicher  Hedo  üblicho,  sei  eine  positive  Aoalogie- 
biiJnng;  vor  wie  noch  scheino  und  sei  eu  aber  ein  Nominativ. 

Wio  »bor,  wenn  daneben  nun  doch  Infinitivconstructionen  mit  mim 
und  ti  niichweiobar  wären  P  wenn  das  Volk  auch  basta  mim  ser  /eliz? 
odor  fHira  mim  r/rin«ar  sagte?  Nach  dem  üblichen  Schema  der  Gramma- 
tiker ist  mit»  der  regelrechte  Aocusativ  des  Nominative  eu  and  nichts 
alt  Aoeuaativ.  Sie  decliniren  eu,  de  mim,  a  mim^  mim;  tUy  de  ii,  a  ti, 
h'i  '  dt  si,  ii  .«t.  si.  Durch  die  Existenz  von  mim-  und  /i- Sätzen  wäre 
doch  wohl  der  Fortbestand  des  lat.  acc.  cum  inf.  im  Port  erwiesen? 

Auf  die  oreto  meiner  Fragen  antworte  ich,  dass  mim  nnd  fi- 
lafioitivaätift  UUaäohlioh  forkommen,  obgleich  ich  eben   ihre  Existeox, 

Auf  die  iweit«  aber,  daae  mi[m]  und  ti  and  si  vnprünglidi  keines- 
Wfft  Acvttsadti»  wmrMi;  weder  formetl.  denn  sie  repriaeoltreo  iaL  wukil 
iiid  siii;  Boeli  fonetioQeU,  denn  sie  treten  noeli  im  Akport,   m 
Ml  vo   der  pereteHohe  InfiBitiv  eine  Henige  SchopAug  war, 
latlM  ttid  eftkÜÜMli  oder  proklitiaeb.  aU  Dative  aaf  (bea.  ak  OaÜr^j 
im  Fmaa  mU«  deik  Aea.  der  Sänke  ia  mi^o^  m-»,  «u-ai»  mi-m) 
w  uarsM  tü^eaeaiae  an  oeui  MMOeitt  aaanaiiMBMB  Aeei 
VMA  ealbaliBd^  «mI  ioatnweiid.  so  lietaa  me.   ia  fcwdk 
SMai^»  aadi  ia  Bi«|eilaiig  vaa  db  aad  a.  aba  wie  irilittfr 
Mebt  decüaiite  KoMaa  aaT,  ani  Kam.  Qca.  Dat.  mmi  Ana.    Dte  ba-j 
evaapw  oaevasa  wwi  iMmauaanwa«   < 
T^  4aehila  ami  deakt.  «ve  aMt» 

saa4ii^aab«a«^  4»adh^.  «M^a^a»drfc,dbed<«i«^«*  {fULl 
•^  «*Mkf .   «at  «ad  tea  m4^  wm]  «ai  Mbea  sib  ad»*)  db»  < 


i>.i!h.fl 


Der  „portugieBiache"  Infinitiv 

o  elhf  elle\  flla,  cCella^  a  ella,  ella\  elles&to.f  ellas  etc.]  getrost  und  un- 
benommen auch  eu,  d'eUf  a  ew,  eu  und  tu,  de  tu,  a  tu,  tu  —  stellen ;  er- 
fand dazu  und  daneben  aber  noch  die  Reihe  mim,  de  mim,  a  mim,  mim; 
Hf  de  ti,  a  ti,  ti  und  ^  de  si  a  si  si  sowie  <'om,  iem,  por,  para,  em,  sobre 
mim  ti  si  eile  ella  nos^  v6s  e/les  ellas. 

Auf  die  dritte  Frage  entgegne  ich,  dass  seJlbet  durch  die  bia  heute 
von  mir  aufgefundenen  Intinitivsätze  mit  mim  der  Fortbestand  des  lat. 
acc.  cum  ini.  nicht  gesichert  \^t\  und  dass  dieselben  eine  ganz  andere 
Auslegung  zulassen.  Sic  gehören  in  das  Kapitel  von  dem  Widerwillen, 
welchen  das  Volk  vor  den  bistomch  entwickelten,  dem  Foods  nach 
ererbten,  nur  der  Form  nach  romanisirten  unvollständigen  Doppelreihen 
der  absoluten  und  konjunktiven  Pronomina  mit  ihren  zahlreichen  Durch- 
kreuzungen hat,  wie  vor  allem  Isoliiten,  Regelwidrigen,  dessen  Berech- 
tigung ihm  unverständlich  bleibt.  Zwar  kämpfen  um  die  l.u.  2.  Stelle 
(sing.)  ja  immer  noch^  nach  5  Jahrhunderten,  die  zwei  verschiedenen 
'Reihen,  doch  sind  sie  wenigstens  vollständig  und  einheitlich  gemacht. 
Zwar  stehen  noch  neben  den  betonten  Formen,  und  werden  vermutlich  noch 
unabsehbar  lange  als  unersetzliche  Kerntruppen,  die  tonlosen  Enklitika 
and  Prokiitika  me  te  sc  o  a  os  a^  nus  vus  und  Ihe  Ihes  leben.  Dennoch 
tftber  bleibt  die  von  mir  erwähnte  Neigung  unverkennbar,  eine  einzige 
vollständige  und  regelmäBsige  Kette  von  persönlichen  Fürwörtern 
zu  schmieden,  die  zur  8ubstan(ivdeclination  passe  und  stimme,  Nom. 
und  Acc.  gar  nicht  unterscheide  und  Gen.  und  Dat.  nur  durch  de  und  a 
kennzeichne.  Die  tonlosen  Formen  finden  jedenfalls  keine  Stelle  im  ord- 
nungsmässigen  Schema.     Sie  bleiben  und  mnd  isolirte  Vokabeln. 

E»  liesse  sich  viel  Neues  Ungesagtes  über  Form  und  Function  der 
Personalpronomina  im  Altport,  und   in  den    Vulgärdialecten   mitteilen. 
LiDoch  muss  hier  Weniges,  Wesentliches  genügen. 

Mindestens  zweier  Formen  für  die  Personalia  konnte  auch  das 
Port,  nicht  entraten.  Der  Subjects-  und  Objectskasua  musaten  unter- 
schieden werden.  Musste  doch  die  Sprache  wo  sie  verloren  gingen, 
wie  beim  Substantivura,  nach  Ersatzmitteln  suchen  (Frz.:  Wortstellung; 
Span.  Port.,  präpos.  Accusativ).  Die  alte  Sprache,  besass  jedoch  nicht 
nur  zwei,  sondern  für  alle  Personen,  deren  drei,  und  die  neue  Sprache 
konnte  sie  für  eine  (die  3.  Person  sg.)  nicht  fehlen  lassen  —  da  hier 
CoUiöionen  zwischen  Sach-  und  Person alobject  drohten.  Selbst  die  Spanier 
haben  und  behalten  ihr  selo  gelo  aus  ike  - 16). 


II  137,  I  216,  178,  46;  die  Orthographie  d^elle  o  Ut  la  verwerfen.!    Darin  ist  de 
illo,  de  illa  noch  deutlich  zu  erkenneD. 


Cu'olina  Micba'^tis  de  Vanconcello« 


Sie  ent^precben  sehr  genau  dem  Lat:  eu  mi  me;  tu  ti  te;  ^  si  se; 
eile  Ihe  ello  (lo  o);  ella  Ute  ella  {la  a);  nos  nös  miS]  vos  r6s  vus]  elles 
Ihes  etlos  {los  os)\  ellas  Ihas  ellas  {las  as)^).  —  Den  Sachgenitiv  er- 
setzte hn  =  inde. 

Alle  drei  Satzteile  —  Subject,  indirectes  und  directes  Object  — 
kÖDoen  euu  im  Satze  eine  Hau|jt-  oder  Nebenrolle  spielen.  Im  ersten 
Falle  ruht  auf  ihneD  der  Hauptton  oder  wenigstens  ein  Ton;  im 
zweiten  sind  sie  tonlos,  unselbaländig,  en-  oder  proklitisch. 

Tonträger  aber  können  nur  Worte  von  einer  gewissen  LautfQlle 
sein.  Das  in,  je  me  te  se  le^  das  port,  me  te  se  o  a  nus  tnts  os  as 
sind  dazu  oicht  geeignet,  wohl  aber  eu  tu  eile  ella  nds  v6s  eil  es  ellos, — 
Wie  im  Frz.  moi  toi  soi  tut  eux,  im  Ital.  lui  leif  so  kam  im  Port,  fni 
ti  si  nös  von  dazu,  zunächst  me  te  se  nus  vus  zu  vertreten  und  zu  ver- 
stärken wo  sie  als  wichtige  Satzglieder  durch  den  Satzaccent  bezeichnet 
werden  sollten.  Von  den  latein.  Vorbildern  hatten  nur  die  zu  ille  ge- 
hörigen aus  flieh  selbst  heraus  die  nötigen  Doppelformen  —  eine  be- 
tonte und  eine  unbetonte  —  geboren:  el  oder  eile  und  lo{o);  ella  und 
la  a;  elles  und  los  o.<;  ellas  und  las  as.  Alle  übrigen  griffen  1)  zu  den 
ihnen  entbehrlichen  klangreicheren  Dativgebilden  mihi  tibi  siöi  nohis 
vobiSf  als  zu  dem  Rohstoff,  aus  dem  sich  betonte  Formen  für  alle 
Bedürfnisse  und  Gelegenheiten  modeln  liessen;  oder  2)  sie  benutzten 
die  Nominative,  welche  dann,  wie  die  Dative,  mi  ti  si  nds  v6s  durch 
Hinzufügen  der  Präpositionen  de  und  a  nach  Massgabe  der  Substantiva 
declinirC  wurden;  oder  3]  ward  zu  den  latein.  Acc.,  wenn  es  sioh 
um  Betonung  ebendieaer  Accuaative  handelte,  der  echte  und  rechte 
Dativ  hinzugesetzt,  mit  begleitendem  a,  um  ja  das  VerhältnisH  recht 
prägnant  zu  machen. 

So  entstehen  die  oben  schon  erwähnten  Doppelreihen  eu,  d'eu,  a 
eu,  eu;  niini,  de  mim,  a  mim,  mim  und  ausserdem  me  a  mim;  te  a  ii\ 
ae  a  si;  \l\o  a  eile;  \l\aa  ella;  nus  a  n6s\  vus  a  vds;  [/Jos  a  elles;  [l\a8 
a  ella». 

Der  heute  sogenannten  absoluten  Accusative  mim  ti  si  eile 
ella  nos  v6s  elles  ellas  aber  bediente  sich  der  Portugiese  sehr  oft  wo 
jetzt  in  der  ächriftsprache:  a)  die  tonlosen  pron,  conj.  genügen,  in 
unmittelbarer  Nähe  des  Verbs;  b)  wo  heute  die  Doppelungen  angewendet 
werden  würden.  Und  das  Volk  tut  noch  jetzt  das  Gleiche,  wählt  aber 
mit  Vorliebe  die  prägnanten  präpositionellen  Accusativformen  a  mim  — 
a  ti  —  a  eile  —  a  elloj  ohne  jedoch  die   präpoeitionslosen  (also  mim 


1)  Da  im  FemiDiDiim  Aoc.  UDd  Nom.  gleicblauteod  waren,  mag  die  VerkUrxuDg 
des  Enklitikums  hier  begonnen  habeo.  — 


Der  „portugiesische"  Infinitiv 


95 


ti  eile  ella)  ganz  zu  verschmähen.     Mi  als  Nominativ,  eu  als  Accueativ 
.  flind  selten,  fehlen  aber  auch  nicht  ganz. 
Man  sehe: 

A.    Mim, 

I.    Mi  Min  Mim  als  Aecusativ. 

1)  Vor  dem  Verb: 
Ajuda  19, 14  em  quäl  coita  min  faz  soffrer. 

52, 7     deu8  non  quer  que  min  queirades  creer 

2)  Nach  dem  Verb: 
Graal  128       mais  quero  que  mates  min 
Ajuda  52,  lo  demmo  min  porque  me  desamades 

158,7     e  mens  amitjoft  perden  m>, 
50,  2  3  perdt  rei  des  y  deus,  mia  senhor,  e  o  seu  ben,  e  mi 
Vat.  106         maldezi  mi 

3)  Zwischen  Uülfsverb  und  Verb: 
Ajuda  49,  22  mais  dTia  ren  ei  ora  grau  pavor, 

desque  a  uir  este  conselhadory 

de  non  poder  mi  nen  si  conselhar. 

II.    Mi  mim  als  Nominativ. 

Ajada  41,27  por  tal  cuif  aver  come  mi 
Qraal  141       vos  eodes  melhor  cavaleiro  e  mais  ardido  ca  m  i  m 
Das  Volk  sagt  heute  noch  aller  Orten  comamim  für  como  eu;  und 
/6ra  mim  steht  neben  /ora  eu  (Oraal  85). 

III.    Eu  als  Äccusattv. 

Zunächst  erinnere  loh  an  das  aragonesisch-katalaniache  con  yo,  das 
der  Kastilianer  in  iSpottversen  dem  Provincialen  höhnend  zusingt  (s.  u. 
o  ^m);  para  casarte  con  yo  [Gallardo  Ensaio  Kr.  1322J;  erwähne  das 
vulgarport.  canti!  und  cant'ei/  canfeu!  =  was  mich  betrifft  (für 
schriftoiäüsiges  —  ijuanto  a  mim]',  um  zum  dritten  aus  den  brasiliani- 
schen Volksliedern,  welche 'Romero  gesammelt  hat  (II  103),  den  Satz 

auszuschreiben: 

Maria  tu  ndo  desprezes 

eu  por  ser  pobre  e  näo  ter! 

IV.    A  eu  für  me  a  mim,  also  als  Dativ. 
steht  bei  Rom.  II  63:  nuo  quer  bem  a  eu. 


96  Carolina  Micha'älis  de  Vasoonoellos 

V.    A  mim  als  Accusativ. 

Ajuda  31, 11  a  min  non  sei  guardar 
Rom.  III 112  como  a  mim  tem  perseguido!  (s.  ob.). 
Bei  machen  mit  doppeltem  PeraonalaccusatiT : 

Ajuda  30,2  7  ca  assi  o  faz  a  min  perder  Amor  =    So  macht 
ihn  —  Gott  Amor  (nom.)  — -  mich  verlieren. 
41;  3     essafaz  a  mim  deus  amar  =  Diese  macht  Gott  (nom.) 
mich  lieben. 

VI.    A  mim  als  Dativ. 

Ajuda  23,  22  se  quiaess'  ela  perdoar  a  min 
26, 7  non  volo  quis'  el  a  min  dar 
51,14  e  faz  a  vos  a  min  gran  mal  fazer  =   er  macht, 

dass  ihr  mir  leides  tut. 
31, 5    tod!  esf  a  mi  aven. 

Vn.    Mi  a  mi,  mi  a  min  als  Doppeldativ. 

Ajuda  43, 18  Se  m'est  a  mi  podes^  escaescer 
49, 17  mi  a  min  mal  ven 
31, 11  non  mi  d  (=  ha  a)  min  prol. 
Wir  kommen  zum  Vornehmlichsten : 

Vni.    Mim  beim  Infinitive. 

Rom.  I  173  und  II  63  para  mim  dangar 
Dinarte,  Innoc.  p.  195  a  mSzinha  tinha  alguma  hervapara  mim 
tomar; 
ib.  246  mandou  ordem  para  mim  marchar 
ib.  246  para  mim  afalha-la  [febre] 
Rom.  II  261  Subi  ao  ceo  n'uma  linha 
e  desci  por  um  retroz 
pra  buscar  a  salvagao 
para  mim  vos  dar  a  vos. 
Hier  hätten  wir  also  fünf  Beispiele  eihes  Acc.  cum  inf.!    Doch  ist 
es  noch  der  lat.P  Hat  diese  durch  und  durch  vulgäre  port.  Misbildung 
irgend  welche  Ähnlichkeit  mit  dem  klassischen  Erbstück?    Wohl  nicht 
einmal  für  die  aller  voreingenommensten  Augen!  — 

Dass  mim  auch  vereinzelt  als  Nominativ  vorkommt  —  und  somit 
mindestens  Zweifel  und  Schwanken  möglich  wäre  (s.  U),  will  ich  nicht 
anführen  —  denn  hier  handelt  es  sich,  meinem  Gefühle  nach,  nicht  um 


Der  „port»({ie8t8ohe"  Infinitiv 


97 


den  Subjects-  sondern  um  den  Objectsfal),  —  wohl  aber  dass  in  allen 
fünf  Fällen  der  Infinitiv  ein  präpoßitiooeller  ist,  und  zwar  immer  der 
gleiche,  der  verbreitetste  von  allen,  der  Zweck-Iniinitiv  mit  dem  penio- 
Bularen  para,  das  übrigens  auch  eine  bemerkenswerte  Neubildung  ist.  — 

Fara  erscheint  so  oft  in  Begleitung  von  mim  ti  si^  dass  es  dem 
Volke  falsch  und  verwerflich  schien,  nun  auch  einmal  para  eu  zu  sagen 
(cfr.  cotnamim).  Es  hielt  also  das  Pronomen  für  abhängig  von  der 
Präposition,  und  koostructiv  fehldenkeod  sagte  ea:  para  mim  —  tornar\ 
para  mim  —  marchar,  anstatt  para  —  eu  tomar^  para  —  eu  marchar. 
Jedenfalls  also,  wenn  auch  kein  acc.  cum  inf. ,  so  doch  ein  hübscher 
Fall  von  syntaktischer  Attraction  —  und  ein  interessantes  Oegenstüok 
zu  Video  —  te  venire  aus  video  (e  —  v€Hire\ 

Noch  ist  also  nichts  da,  was  für  die  Existenz  des  port.  acc.  cum 
inf.  epräcbe. 

Doch  sehen  wir  uns  weiter  um,  zunächst  im  Gebiete  der  2.  Pers.  sg. 

B,  TL 

Die  Ausbeute  ist  gering,  doch  nicht  bedeutungtilos.  Dag  akspanische 
a  tu  \yo  a  tu  adoro],  das  vor  drei  Jahrhunderten  von  Cervantes  an 
den  Pranger  gestellt  ward  [d  solo  tu],  aber  trotzdem  im  Aragonesischen 
weiterlebte*),  wo  wir  por  tü^  und  con  tu  und  te  a  tu  finden;  und  das 
in  Galtizien  ganz  allgemein  übliche  ti  für  /w;  und  zum  Schlüsse  brasi- 
lianisches prägnantes  accusatives  d  ti  für  te  ist  alles  was  ich  zu  bieten 
vermag. 

Eom.  II  94  mos  a  ti  por  sympathla 
hei  de  amar  aU  morrer. 
n  97  podesse  eu  ßrme  adorar 
86  a  tif  a  mais  ninguem. 

C.  8i. 

Üben  schon  figurirt  das  einzige  mir  gegenwärtige  Beispiel  für  si 
als  Objectskasus. 

Aj.  49  sa  e»  .  .  gran  pavor  de  non  poder  mi  nen  si  consclhnr.  — 

D.    Elle  EUa  EUea  Ellas, 
I.   AU  Accdsative. 

Graal  102  nom  nos  ama  deos  como  eile 
ib.     96  ataa  qm  a  mafmse  ou  elia  eile  (oder  sie  ihn) 


1)  Cuentos  Arag.  p,67  y  por  tu  que  U  tiaroti,  —  ib. 60  te  lo  diria  a  t«t.  — 
ib.  64  no  me  caso  con  tu. 

RoBMUUcbe  ForBctiuugLn  VU.  7 


98  Carolina  Micha'öli»  de  Vasooocello» 

ßomerolö    eu  conhe<;o  eile 

II  68    as  rnoscas  pescaram  eile 
Innoc.    80    estou  acordando  eile 

246    nao  deixa  eile  ir  paradiafüe.  — 
Aj.  100, 7     ar  fez  ela  morrer 

100, 1 3  ca  hen  soo  sabedor  d^aver  gran  coita  pois  non  vir  ela 

102,2  8  se  «Ort  for  a  logar  u  veja  ela 

102,2  8  &e  non  vir  ela 
Gxaal  123     matareif  ella  primeiro 
103     E  Galvam  saluou  ella 
Doc.  Ebor.  p.  38  «  fodoUos  confrade»  calladamente  ou^am  ella 
Vat.  10  catarei  ela 

21    vi  ela 
Rom.  I  5    voH  acordar  eil  es 
Doo.  Ebor.  p.  38  dittjfua  elles  a  concordia 
Rom,  I  5    mi  d^  ellas 

n.    A  eile  a  ella  a  elles  ata  Dativ. 

Aj.  30,7  quanf  a  ela  prouguer 
Rom.  I  5  me  pm  a  lavar  a  eile 
Doc. Ebor.  p. 38  m  seja  tarn  omado  quefa^a  mal  nnnfor^a  a  elles, 

III.    0  eile  als  verdoppelter  Accusativ. 
Graal  53    vijeram  scndeiros  .  .  qtte  o  demrrnurom  eile 

lY.    Lhe  für  o. 

Rom.  I  5    hvei'lhe  pelas  mäos 

I  5    eu  lhe  Irouxe  pelas  mäos 
I  276    ett  lhe  posso  sustentar 
l  280    que  o  seretio  lhe  ammpanha 
1  280  u.  113     quando  uma  mo^a  lhe  engana 
n  ö    qm  lhe  väo  accontpanhundo. 

£<     VÖ8  als  Äcc.  (an  Stelle  von  vos  =  vus). 

Aj,  27, 1  desejand'  en  vös,  mia  smhor  seguramente  worrerei 

16,6  ctndei  t^ds,  mia  senhor  a  veer 

17,24  u  v6s  vi  ir 

43,6  iolhe  me  v^ 

45, 9  ßlei  v6s  por  senhor 

75, 1  deus  mi  aguisou  de  vös  veer 

Vat,  108  hu  non  vyr  v6s. 


Der  ^porlugleäitcbe^  lofioitiv 


99 


I 


F.    A  Vo8  als  prägnanter  Acc. 

Aj.  21,14   e  /az  a  v6s  a  min  ff  ran  mal  fazer. 
Als  Dativ:  27, 21    eu  ial  que  a  v6fi  pf'QHgHess'hi.  — 

Betrachtet  man  die  braaüianiachen  Beispiele  getrennt,  so  erinnert 
das  bunte  Durcheinanderrütteln  und  -schütteln  der  konjuoctiven  und 
absoluten  Pronomina  eineraeita,  und  andererseits  das  der  Acc.  und  Nom, 
an  da«  bekannte  Neger port.  und  an  die  port.  KinderBprache,  die  aogern 
mit  einer  einzigen  Zeitform,  dem  Infinitive,  und  einer  einzigen  Pronominal- 
foraif  dem  Nominative,  operiren.  Uad  mich  als  Deutsche  erinnert  ea  dann 
auch  noch  an  jene  verpÖoten  heiklen  Verwechselungen  von  mir  und  mich, 
und  dir  und  dich,  und  ihn  und  ihm,  und  ihr  und  sie,  vor  welchen 
die  Berliner  Schulzeit  einen  tiefwurzelnden  Abscheu  eiogcimpft  hat.  — 
Bringt  man  sie  jedoch,  wie  nötig,  in  nähere  Beziehung  zu  den  altport. 
Pronominalkonstructionen ,  wie  ich  hier  getan,  so  erkennt  man  darin 
die  Liebe  des  Volkes  für  die  volltönenderen  Lautkorper  und  die  fasa- 
bareren  Beziehungen,  und  sein  Bestreben,  das  komplicirte  Gebäude  der 
Pronominaldekiination  zu  vereinfachen. 

Kein  einziger  der  Satze  aber  zwingt  dazu^  oder  erlaubt  es  auch  nar^ 
an  einen  port.  acc.  cum  inf.  zu  glauben. 


xn. 


^B  Zum  Schlüsse  noch  einige  Rleinigkeiten:  Bemerkungen  über  Richard 

H     Otto'a  Arbeit,  die  jedoch  nichts,  oder  wenig,  mit  der  Theorie  vom 
^m     port.  Infinitiv  zu  tun  haben. 

H  über  das  unscfadoe  Fehlen  des  port.  //7^)  und  über  die  sehr  zahl- 

reichen Druckfehler,  die,  trotz  gewiss  mühseliger  und  sorgsamer  Durch- 
eicht, in  den  vielen  Hunderten  port  Beweiszeilen  stehen  geblieben  atnd, 
^—      welche  der  Studie  über  den  Infinitiv  zur  Folie  dienen,  darf  man  billiger- 
^m     weise  nichts  Tadelndes  sagen.    Man  muss  vielmehr  die  Fehlcrlosigkeit 
^B     in   den  Zahlenangaben   bewundern.     Die   völlig  überflüssigen  fünf- 
^^     hundert  Kommatas   nach    allen  Stellenangaben,    belächelt  man   heiter; 
besonders  als  zopfigen  Luxus  nach  der  Schleife  j!  Die  fragmentarische 
oder  zu   stark   isolirte  Mitteilung   mancher  Sätze   und  Satzteile  zwingt 
öfter  als  notig  dazu,   in  den  Quellwerken  nachzuschlagen.    Nicht  Jeder 
aber  wird  sich  so  gern  wie  ich  wieder  und  wieder  in  Versuchung  führen 
lassen,  seine  Zeit  dem  Dichter  zu  widmen. 


1)  Oft  macht  das  Fehlen  des  id  den  Sinn  recht  unklar:  0  nao  (in  §  it)  hielt 
ioh  lange  fUr  Druckfehler  atatt  a  nao,  bis  ich  merkte,  das«  o  ndo  gemeint  ist. 


im 


Carolina  Micba'^li«  de  Vaaconccllos 


Verbeeaert  und  ernst  genommen  werden  muas  hingegen:  in  §  32 
acodir  statt  acitdir]  resurjar  für  resurgir'^  in  §  33  desp/ir-se  für  dhpor-se; 
und  ponhar-se  für  por  (!);  in  §  34  compeller  und  differer  für  compellir 
und  di/erir;  in  §  44  f^^js^o  für  ensejo.  Natürlich  müssen  aus  dem 
Worterverzeichnisfl  die  gleichen  Irrtümer  aiisgeraärzt  werden.  In  §  13 
(p.  31b)  hat  sich  V(}r  =  aehen,  also  vidertf  an  Stelle  von  vir  =:  kommen, 
also  venire,  eingescblicben.  Ich  weiss  es  aus  Erfahrung,  wie  schwer  ee 
dem  Fremden  wird,  sich  einzuprägen,  dass  die  3.  Person  sg.  des  Per- 
fectums  von  vir  nicht  viu  sondern  vcu  oder  vrio,  die  entsprechende  von 
ver  hingegen  nicht  vat  sondern  viu  lautet  [einmal  Stamm  veti  mit  dem 
Suffix  u  der  schwachen  Perfecta,  das  andere  Mal  Stamm  vid  mit  dem- 
selben  Suffix)').  Nur  um  R.  Otto  und  anderen  jungen  Freunden  des 
Port,  diesen  Stein  des  AnstosBes  aus  dem  Wege  zu  räumen,  mache  ich 
auf  ihn  aufmerksam. 

Leiohter  wäre  es  gewesen,  die  Vermischung  und  Verwechselung  von 
andar  mit  />•,  und  von  ir  mit  ser  zu  vermeiden,  und  ferner  die  von  iV 
und  haver.  Die  Formen  vä  vno  vcU  vas  etc.,  welche  der  Verfasser  mehr- 
fach —  z.  B.  in  §  19  und  32  —  zu  andar  rechnet,  gehören  im  Port 
doch  zu  ir.  Andar  ist  ein  vollständiges  durchweg  regelmässiges 
Bchwaches  Zeitwort  1.  Conjugation.  In  §  24  und  3ö  (p.  336  und  356) 
bleibt  es  in  Wahr-  und  Wirklichkeit  zum  mindesten  unentschieden,  ob 
in  hia  a  dizer  ein  abreviirtes  havia  steckt,  wie  Otto  meint,  oder  nicht 
vielmehr  altmodisch  koatümirtes  /a,  d.  h.  das  Imperf.  von  ir  ^=  gehen. 
Ich  bin  unbedingt  dieser  letzten  Ansicht.  Die  noch  heute  allgemein 
übliche  Formel  —  o  quc  eu  ia[a]  dizer  was  ich  sagen  wollte,  was 
ich  nämlich  im  Begriffe  war  zu  sagea^  und  nicht  waa  ich  zu 
sagen  hatte  {ce  quejallai  dire),  fasst  wohl  kein  einziger  Portugiese 
anders  auf  als  ich  es  tue.  —  In  §  20  (p.  331)  muss  foi  a  socorrer  und 
noch  viel  mehr  das  reflexive /o/ ♦  se  a  jazer  queixumes  fraglos  als  er 
ging,  aufgefasst  werden.  Gin  reflexives  ser-se  ist  unbekannt,  — 
wenigstens  in  regierender  Stellung^).    Das  lat.  Perfectum  von  esse  ist 


I 


1)  Ad  der  bezeichoeten  Stelle  ist  die  VerweohseJuDg  freilich  etwas  krass  und 
die  AusleguDg  sonderbar  genug,  fn :  veio  a  de^ir  e  roubar  o  pobre  povo  and  pedra 
que  veio  a  ser  cabei'a  do  canto  soll  der  nicht  direct  von  vir  abhängige  InfiniHv  einen 
Temporalsatz  vortreten!  and  am  daii  plausibel  kq  macbea  wird  auf  ao  an- 
trat (bei  Weroekke p.  17)  verwiesen!  wäbreod  beide  Fälle  in  Wahrbeit  in  §  32  neben 
vieram  a  conquutar  and  vird  a  ser  stehen  mUssten,  unter  der  Rubrik:  „Der  Inf. 
mit  a,  an  Stelle  des  latein.  Supinuma  auf  um  oder  des  Gerundiums  mit  ad  beim 
intraofl.  Verbum  der  Bewegung  zur  Bezeichnung  des  Zieles.'' 

2)  Nur  wo  es  simples  Sein  bezeichnet,  —  ohne  Verbum  im  Gefulge  —kennt 
es  die  Spreohsprache:  Eu  tne  «o«  Dona  Giralda.  —  Yo  m'era  mora  moraima. 


Der  BportagieÄiBobe'  Infinitiv 


101 


im  Port,  tatsächlich  Perf.  yon  //•  geworden.  Die  „Absch wachung  des 
Sinnes'^  in  den  auf  p.  330  auflgeBchriobeoen  Textatellen,  existirt  nur  im 
BewuBstaein  des  Verfassers.  Selbst  in  onJe  forüo  parar  ist  sie  nicht 
vollständig. 

Da  die  kastil.  geschriebenen  Gedichte  von  Caraöes  sonst  in  der 
ganzen  Arbeit  unberücksichtigt  gobtieben  sind  —  was  ich  billige  — , 
fallt  in  §  26  (p.  339)  der  vereinzelte  span.  Satz  auf:  De  tio  tenerlas  tu 
me  cofisolaras. 

Gans  unverständlich  ist  mir  die  Bemerkung  über  ser  a  (§  35 
p.  35Ö  —  cfr.  §  20),  Ser  a  vir  oder  überhaupt  ser  a,  als  Progres- 
sivum,  ist  ein  Unding,  das  nie  und  nimmer  vorgekommen  sein  kann, 
wenigstens  nachdem  die  Bedeutung  sitzen  sich  zu  sein  abge- 
schwächt  hatte.  Qtie  serä  quando  a  vir  heisst  doch:  was  wird  ge- 
schehen wenn  ich  sie  erblicke  (oder  erblickt  haben  werde). 
Ä  ist  Objectsfall  des  enklitischen  Fürworts  weibl.  Geschlechtes ;  vir  der 
conj.  fut.  von  ver,  und  beide  hängen  von  der  Conjunktion  quumh  a\ 
aber  nicht  von  serd.  Sollten  auch  hier  vir  und  ver  sich  im  Gedäcbtnias 
des  Verfassers  gemischt  und  ihn  zum  Straucheln  gebracht  haben? 
que  virä  a  ser?  was  wird  geschehen!'  was  wird  daraus 
werden?  wae  wird  kommen,  zu  sein?  (§  32)*). 

Unter  den  Beispielen  für  reinen  Infinitiv  alfe  Subject  nach  Im- 
personalien (§10),  also  neben  Fallen  wie  custa-me  ßcar  s6siuhOf  steht 
eu  nüo  sei  cerfo  a  que  ponha  7Hosfrarde$-tne  a  triaga.  —  Ponha  aber 
ist  doch  nicht  unpersönlich  —  sondern  l.Ps.  sg.  des  praes.  conj.  von  pfV, 
Die  dritte,  wenn  unpersönlich,  müaste  reflexiv  auftreten  —  a  que  se 
ponha  =  wem  oder  welchem  Umstand  man  es  zuschreiben 
muBs.    Tatsächlich    heisst   es    :=   wem    icb   es    zuschreiben    soll. 


1)  Id  dem  Satzgefüge  «c  me  isto  o  ceo  concede  t  o  vosso  petto  digna  empreza 
tomar  dt  eer  cantada  wird  tomar  als  ein  vom  Verbum  des  Laaseos  abhängiger 
Infiniliv  aufgefaast.  Otto  veratebt:  wenn  der  Himmel  tiod  Eure  Brust  mir 
erlauben  eine  beaicgeuawerte  Tat  za  unteroehmen.  Das  wäre  Se  o 
ceo  e  0  votso  petto  mc  conctdem  [eu\  tomar  empreza  digna  dt  ser  cantada.  Das 
ist  jedoch  falacli,  grammatisch  und  logisch  gleich  aomögücb.  Wir  haben  das  Ge- 
fiige  auseinander  zu  nehmen  und  zu  verstehen:  1)  se  me  üto  o  ceo  comrf<J«=BO 
der  Bimmel  mir  erlaubt  und  2)  t  tt  o  vosso  petto  tomar  empreza  etc.:  und  so 
Euer  Herz  unternimmt  eine  (iedeswQrdrge  Tat.  Auch  Otto  iässt  sich  also  noch 
durch  den  zufälligen  Gleicbklaog  von  Infinitiv  und  Conj.  fut.  täuschen. 

Eine  Präposition  antes  mit  reinem  Infinitive  ist  mir  anbekannr.  Antes  vencer 
heisst:  lieber  siegen.  In  dem  Lusiadensatze:  deixou  antes  vencer  da  morte 
a  vida  (§  53)  hängt  vencer  vom  Hülfszeitworte  deixar  ab  und  antes  fungirt  als 
das  ebengenannte  Adverbium:  Lieber  Hess  er  sein  Leben  vom  Tode  be- 


102 


Carolina  Michnelia  de  VascoDceUos 


Ponha  ist  also  tranBitiv.  Der  nachfolgende  reine  iDfinitiv  iat  ob- 
jectiver  Natur  und  bekuudet  seine  Verbalnatur  wiederum  dadurch,  dasa 
er  Beiuerseits  das  Object  triaga  regiert  Ich  weisa  nicht  womit  R.  Otto 
eigentlich  ponha  verwechselt  (das  auch  im  alphabetischen  Wörtcrver- 
zeichnies  als  unpers.  auftritt)  und  was  er  sich  unter  pmihar  deukt! 
Altes  punhar  =  pugnare  =  sich  bemühen,  wäre  doch  auch 
personlich  und  tranüitir.  För  bedeutet  soviel  wie  attribuir  ^  zu- 
schreiben. Also:  „loh  weiss  nicht  welchem  Umstände  ich  es 
zuschreiben  soll,  dass  Ihr  mir  das  Gegengift  zeiget.'' 

Die  Einordnung  noch  vieler  Fälle  erweckt  mir  Befremden,  selbst 
unter  der  Voraussetzung,  dass  ich  mich  zeitweilig  ganz  in  den  Ideen- 
gang des  Sammlers  hineinversetze.  In  dem  Satzfragment :  a  desespe- 
rCgao  .  ,  de  Jd  nos  näo  fornar  a  ver  [%  63)*)  ist  nos  so  viel  wie  nus 
und  nicht  n/)fij  also  nimmermehr  ein  Pronomen  im  Nominativ,  sondern 
ein  Äccusativ,  das  Object  von  tomar  a  ver.  Dafür,  dass  nicht  der  flec- 
tirto  Infinitiv  steht,  dass  also  das  Infinitivsubject  versteckt  bleibt,  oder 
genauer  gesagt  im  fernliegenden  Anfang  des  Satzes  zu  suchen  ist,  musa 
man  wohl  die  vorgeschriebeoe  Silbenzahl  des  Verses  verantwortlich 
machen.  In  schlichter  Prosa  würde  es  unbedingt  heissen:  o  medo  de 
näo  nos  tornarem  a  ver^). 

Ä  ceu  estd  segitra  de  vo$  nüo  vir  ein  pintura  soll  gleichfalls  ein 
Subjectspronomen  euthalten.  Vos  (alt  v6s,  modern  vus,  weil  die 
Sprache  Dativ  und  Acc.  einander  gleich  gemacht  hat)  ist  Dativ,  und 
steht  für  a  voSy  para  vös:  „Euer  Abendbrot  kommt  sicherlich 
nicht  gemalt  zu  Euch".  In  beiden  Fällen  haben  verbum  fijiitum 
und  infinitum  ein  und  dasselbe  Subject. 

Dasselbe  ist  der  Fall  in  por  nada  me ßcar  ^  weil  nichts  giir 
verbleib't.    Oder  ist  hier  mit  dem  ProDomen  im  Nominativ  das  un- 


B legen.  Hfichstena  kAnn  man  den  Infinitiv  also  abhängig  von  deixar  ante» 
nennen,  dieae  Synooymformel  zu  querer  mais  (^  prefenr  vor-zleheo)  aU  einen 
erweiterten  Verbalbegriff  fassend. 

1)  Soll  beisaen  [eUa»]  accrescentavam  a  dcjicspera^äo  e  o  frio  medo  de  etc, 

2)  Ich  finde,  dass  das  Fehlen  der  Flexiunsendung  den  Sinn  bier  geradezu  ver- 
dunkelt Diese  Versnot  war  z.  B.  auch  bestimmend  in:  manda  os  diligentes  mi- 
ni$tro8  amostrar  as  armaduras;  in  ellas  promettem,  vendo  os  tnares  largo»,  de 
ser  no  Olympo  estrellüs^  denn  die  Entfernung  vom  regierenden  Verbum  würde 
in  der  Umgangsproaa  serem  berbeiflihreD ;  in :  emquatito  [acL  elles]  se  detem  {de- 
teem)  em  Inglaterra  aU  tomar  d  doce  e  chara  terra;  in  ßnge  o^f  mens  sentimen- 
tor  ndo  ser  crido«;  in  noia..os  soJdados . ,  passar-se  ao  poito  perigono  e  dura; 
in  foram  sentidos  vir-se  da  ct'dade,  wo  freilich  daa  unmittelbar  vor&nstehende  re- 
gierende Verbum  eetiticndi  schon  zweifach  das  Zeichen  der  Pluralität  seines  Sub- 
jectes  an  sieb  trägt. 


Der  „portugieaisclie'*  Itifloitiv 


103 


beetimmte  nada  gemeint P  wie  in  den  unmittelbar  folgenden  Belegstellen 
ja  auch  aquillo  und  esse  Subjectspronomina  genannt  sindy  Wahr- 
flcbeinlich!  Ich  würde  sie  freilich  für  Subetantiva  aneeben  und  in 
§  61  anfuhren. 

Der  Nominativ  soll  ^vom  Subject  gebildet  aein"  in  „sew  ter  contra- 
di^öo  setnpre  porfio^  r=und  ohne  Gegnerschaft  erheb  ich  Streit, 
oder  wörtlich :  ich  erhebe  Streit  ohne  Gegnerschaft  zu  haben. 
Verbum  ßnitum  und  infinitum  haben  auch  hier  ein  und  dasselbe  Sub- 
ject: ich.  Eh  porßo  sem  eu  ter  contradiräo  cfr,  ital.  io  dissi  io  aver 
trovato.  —  Es  bleibt  jedoch,  nach  port.  Manier,  verborgen,  da  das 
Endungs-o  von  j^or/io  ganz  unzweideutiges  über  die  regierende  Person 
aussagt.  CmUradi^Tio  ist  als  Object  von  ttr  und  demnach  als  Accu- 
sativ  aufzufassen.  Ein  Nominativ  wäre  vorbanden,  wenn  man  ter 
darcb  unpersooliobea  haoer  ersetzte  {ha  und  ha  y  ^=  es  giebt;  //  y  a). 

Ein  aco  cum  inf.  soll  ferner  stecken  in:  E  conto  quem  descoti/ia  ter 
' tm  tat  Sorte  mudanra  .  .  ,/  Gewiss;  mudanca  ist  ein  Accusativ,  doch 
ist  derselbe  abhängig  von  t^r^  dessen  Object  er  ausmacht:  „Und  wie 
wer  daran  zweifelt,  in  solchem  Loose  Wandel  zu  erleben 
(§  56).  Fast  scheint  es,  als  glaubte  Herr  Otto  an  eine  unpersönliche 
Verwendung  von  trnerr^  kraft  absoluter  Gleichstellung  von  ttr  und 
haver.  Im  Brasilianischen  ist  sie  tatsächlich  vollzogen;  da  kann  man 
bereits  sagen:  tem  yenie  qne  diz  =  es  giebt  Menschen  die  da 
sagen.  Im  Port,  jedoch  nicht.  Und  ebensowenig,  oder  noch  viel 
weniger,  war  diese  Gleichstellung  zur  Zeit  des  Camöes  vorhanden.  Es 
giebt,  heisst  nach  alter  Manier  ha  y^). 

Ättribulr  wird  in  §  25  den  Verben  beigesellt,  welche  einen  anderen, 
mxide  eingeleiteten  Infinitiv  als  Object  bei  sich  haben ^),  ausserdem  aber 


1)  Id  [die]  me  consentiu  faUar-lhe  =  er  gestattete  mir  zo  ihm  zu 
reden  (§  12),  ist  me  nicht  Object,  also  Dicht  Accuaativ,  wie  Otto  voraus- 
setst,  sondern  Dativ,  and  fallar  somit  peraöoHcber  lofinitiv,  dessen  Subject  eu 
nicht  ausgesprochen  wird,  weil  me  und  Ihe  das  Verhältoiss  der  Peraonen  sa 
einander  Über  jeden  Zweifel  erheben.  —  Elle  [me]  conaentiu  fallar  eu  —  Elle 
[te]  contentiu  fallares  —  Elle  [Ihe]  consentiu  fallar  —  Elle  [nos]  coneetUiu  fal- 
lartnog  —  Elle  [vos]  consentiu  fallardes  —  Elle  [Ikes]  consentiu  fallarem.  —  Das- 
selbe gilt  von  d«D  mantjar- Salzen.  Äfandar ^=  schicken  hat  [selteo]  einfachen 
Objectsaccuaativ  oder  (häufig)  Accusativ  der  Sache  und  Dativ  der  Person. 
itfandar=  befehlen  (wie  ordenar),  um  das  es  sloh  handelt,  immer  den  Dativ 
der  Person  mit  fol^.  lof.  näo  me  manJa«  contar  e^tranha  historia  uud  maHdas'tn« 
Umvar  doe  meue  a  gloria.  Substitution  des  Proo.  t  P.  durch  das  3.  liefert  die 
Probe. 

2)  Aach  atrever  bat  entweder  reinen  Infinitiv  oder  die  PräpositioD  a  bei  sieb. 


104 


Carolioa  MicbaSKs  de  VMcoDcelTo« 


noch  einen  Dativ  der  Person.  Daa  etimmt  nicht  —  Man  kann  allen- 
falls  sagen:  eu  te  prometiOf  juro,  orde7io,  reprehendo^  nofißco  de  vir  — 
obwohl  heute  üblicher  wäre  prometto  e  juro  vir;  ordeno  que  venhas; 
reprekendo-fe  por  vires  —  aber  niemals  eu  te  attribuo  de  vires  sondern 
bloss  vires  oder  o  vires.  Im  kamoniani sehen  Beispiel  que  m'attribua  a 
toberba  de  ser  um'  aguia  nova  ist  a  i^oberba  directes  Object  von  attri- 
buirj  an  welches  de  ser  als  gerundivischer  Genitiv  eng  geknüpft  ist. 
A  soberba  de  ser  gehört  in  §  29  unter  die  Rubrik:  ^Der  Infinitiv  mit 
hängt  als  Genitiv  von  einem  Nomen  ab.** 

In  d^m-lhe  mais  navegar  (§  18)  ist  nichts  ausgefallen!  weder  a 
not\ide\  Der  Infinitiv  ist  reines  Object,  gerade  wie  in  dS-me  päo;  oder 
wie  in  deixem-tw  navegar;  permittam-lhe  imvegar ;  soj'ram-lhe,  eon- 
cedam-lhe  navegar  etc.  Denn  dar  =  geben  bedeutet  me  permiftir 
soffrer  conceder  auch  erlaubeo,  zulassen.  Cfr.  quem  me  dSraf  = 
Hesse  man  mich  nur!  wenn  ich  nur  dürfte! 

Was  den  Unterschied  zwischen  por  und  para  [protad)  betrifft,  so 
lässt  es  sich  historisch  nachweisen,  dasa  der  Unterschied  zwischen 
vager  Absicht  {por)  und  bestimmtem  Endzweck  (i><ira)  ur- 
sprünglich nicht  vorhanden  war. 

Erst  ziemlich  spät,  durch  die  reinigende  Sprachtätigkeit  der  huma- 
nistisch gebildeten  QuinhentistaSf  ward  er,  geschickt  und  praktisch ,  er- 
funden zum  Nutzen  und  Heil  der  Sprache.  Anfangs  überwog  das  ein- 
fache por  und  verstärktes  por-a  trat  selten  ein;  zu  pora  pera  para 
zusammengefügt,  begann  es  erst  gegen  Ende  des  XIV.  Jahrb.  das  Ge- 
biet der  Finalsätze  für  sich  zu  erobera,  in  dem  es  heute  herrscht,  wenn 
auch  immer  noch  nicht  ganz  allein  und  unumschränkt^). 

Noch  maDcherlei  Hesse  sich  natürlich  sagen ,  doch  sei  es  endlich 
genug.  Ich  furchte  den  Lesern,  ich  meine  den  drei  Lesern  auf  die  ich 
rechne,  sei  es  längst  zu  viel  Als  Anhang  biete  ich  ihnen,  den  deutschen 
Freunden  und  Bewunderern  des  portugiesischen  Inßnito  pessoai^  den 
Herren  Carl  von  Reinbardstoettner,  Director  Wernekke  uod  Richard 
Otto  eine  kleine  ausgewählte  Sammlung  alter  schriftmäsaiger,  und  neuer 
volkstümlicher  Beispielsätze,  zur  EiofiigUDg  in  ihre  Studienmappen,  aus 
denen  heraus  mir  so  viel  Anregung  geworden  ist.  Hätten  sie  mich  nicht 
zum  Widerspruche  gereizt,  ich  hätte  diese  Seiten  nicht  geschrieben. 


1)  Hit  Statmeo  hört  man  in  §  17,  dass  jurar  mcht  nur  mit  reinem  fnfinitiv 
UDd  mit  dt  goDdero  aucb  mit  a  kooBtruirt  wird;  da  aber  auf  zwei  Stelleo  aus- 
drUcktich  bingewiesen  wird,  beb&It  mao  sein  Urteil  oocti  in  petto.  Da«  StatiDeo 
aber  wäcbat,  wenn  toan  weiter  unteu  dea  BeispielBstellen  begegnet  (§31),  und  da 
klipp  und  klar  gedruckt  liest:  jwra   de  näo  celebrar  und  juram  de  banhar. 


Der  «portugiesische"  Infinitiv 


XIII. 

Vorausschicken  musB  ich  —  damit  man  in  den  folgenden  Seiten 
nicht  suche  was  ich  weder  gewillt  noch  im  Stande  bin  zu  geben  — 
dass  ich  nur  Fragmentarisches,  von  Ungefähr  Erbeutetes  biete,  —  die 
Resultate  gelegentlichen,  nicht  systematischen  Sammeins.  Das  voll- 
ständige  Schema  aller  mögliehen  Verwendungsarten  des  persönlichen 
Infinitivs  beabsichtige  ich  nicht  aufzustellen,  sondern  die  Liste  des  ehe- 
dem Üblichsten,  in  alten  Zeiten  und  im  Volksmunde  Beliebtesten,  auf 
auf  das  man  lesend  und  lauschend  am  häufigsten  stosst.  Den  status 
quo  des  Altportugiesischen  und  der  vulgären  Sprecbapracfae 
überschaut  man  so  jedenfalls  am  besten,  und  gewinnt  damit  einen  Rück- 
blick auf  die  Entwickelungsphasen,  das  Werden  des  ganzen  persön- 
lichen Infinitivs  bis  fast  binab  zu  den  Anfängen:  den  ^Müttern'^, 

Die  Anordnung  des  Stoffes  hat  mir  nicht  geringe  Verlegenheit  be- 
reitet. Das  Einfachste  war  es,  hier  wo  es  sich  um  Illustrationen  z\i 
Diez-Wernekke  -  Otto  handelt,  im  Anschlüsse  an  die  drei  oben  auf- 
gestellten Diez'scheo  Musterbeispiele,  nach  der  auch  för  den  un- 
persönlichen Infinitiv  hergebrachten  Weise,  zuerst  den  substanti vir- 
teu,  dann  den  reinen  Infinitiv  und  zuletzt  den  präposition eilen 
zu  behandeln.  Doc-b  ist  es  nicht  auch  das  ßeste.  Besonders  scheint 
mir  treue  Nachfolge  der  Ordnung  Otto's  unaDgemessen,  da  er  pers. 
und  unpers.  neben  einander  bebandelt  und  daher  das  Allgemeine, 
Theoretische,  Logische  über  die  Verwendungsarten  schon  erledigt  hat, 
ehe  er  zum  speciell  portugiesischen  Gebiete  kommt^  in  welchem  er  nun 
vermeint,  ein  mehr  grammatisches,  äusserliches,  mechanisches,  prak- 
tisches Einteiiungsprincip  walten  lassen  zu  dürfen. 

Ich  hätte  mancherlei  einzuwenden:  Warum  z.  B  mit  der  8ub- 
stantivirung  des  Infinitivs  beginnen,  da  sie,  ohne  Zweifel,  eine  der 
jüngsten,  vielleicht  die  jüngste  Phase  seiner  Entwickelung  darstellt? 
Im  Altport,  sind  kaum  Spuren  eines  persönlichen  substantivirten  In- 
finitivs zu  entdecken  (vielleicht  auch  keine  des  unpers.).  Ich  wenigstens 
kann  kein  einziges  archaisches  Beispiel  anführen,  auch  aus  der  Vulgär- 
^«prache  nicht,  die  ihm  abhold  ist  (mit  einziger  Ausnahme  des  tempo- 
*ralen  ao^),  das  eine  verschiedene  Auffassung  zulässt).  üistorisch  ist 
es  also  unrichtig,  mit  diesem  Neuling  zu  beginnen. 


1)  In  den  TemporÄUrafiDttiveD  haftet  -o  an  der  PräpositioB  a  (manchmal  auch 

ao  em  (nö)  und  com).  So  werden  TemporalBÜtze  von  den  konditionalen  mit  einfachem 

ttnterechieden:    ao  ouvirem  =  al«   sie   hörten,   a  ouvirem  =  falls  sie 

rliören.  —   ao  trangpormos  -=  als  wir  Überschritten,  a  tran»pormos  = 

falls  wir  Ubersohreiten.  —  ao  chegares  a  tua  casa  =   sobald  Du 


^06 


Carolina  Hichaelia  de  VaaconceUoB 


Die  BegrifFo  BubBtaQtivirt  und  persönlich  flchliesBen  einander 
principiell  aus.  Einen  peraonlichen  d.  b.  verbalen  und  zu  gleicher 
Zeit  im  vollen  Sinne  des  Wortes  eubstantivischen  Infinitiv  kann  es  nicht 
geben ^  höchstens  einen  artikulirten.  Der  Artikel  o  wird  heute 
tatsächlich  oft  genug  gewiesen  {a.  u.)  persönlichen  Infinitivconatructionen 
Torgeacboben^  selbst  solcheD,  in  denen  die  Rectionatäbigkeit  d.  h.  die 
Verbalnatur  dea  infinito  sich  durch  directe  und  indirecte  Ergänzungen 
und  adverbielle  Zusätze  bekundet.  Man  darf  ala  möglich  und  zulässig 
die  folgenden,  oder  andere  ähnliche,  Reihen  aufstellen,  (welche  in 
den  Grammatiken  nicht  fehlen  sollten): 


Artikniirter  InflnitiT. 


Ä.   ünerweitert. 
1.  Activ.  2,  Passiv. 

0  ir  eti  0  ser  eu  amado  (a) 

0  ires  {tu)  o  seres  {tu)  amado  (a) 

0  ir  elh  od.  o  ser  eile  amado  od.  elia 

ella  amada 

0  irmos  (nds)  o  sermos  (nös)  amados  [as) 

0  iräes  {v6s)  o  serdes  (vös)  amados  {as) 

0  irem  {eUes)  o  aerem  elles  amados  od. 
ellas  amadas 

B.    Erweitert. 


3.  Reflexiv  (oft  auch   mit 
passiver  Bedeutung). 

0  despedir-me  {eu) 
0  despedires  -  te  {tu) 
0  despedir  -  se  (eile  od.  ella) 
0  despedirmo-nos  {n6s) 
0  despedirdes-vos  {v6s) 
0  despedtrem-se  {elles  od. 
ellas). 


0  disparar  eu  uma  espingarda 
o  huscares  fortuna 
0  queixar-se  Maurtcio  da  sua  sorte 
0  sermos  agora  tdo  malquistos  d'elles 
o  terdes  que  deplorar  uma  tal  des- 

ffrat^a 
0  Urem  oa  mew  males  por  ti 


0  näo  querer  eu  tal  encarga 
0  bem  aventurares  tu 
0  nunca  acabar  eile  a  sua  tarefa 
0  muito  imaginarmas  em  este  acon- 

tecimento 
o  morrerdes  a  tempo 
0  terem  por  certo  tal  acontecimento. 


nach  Haui«  kommst;   a  ckegare»  =  für  den  Fall,  dass  Du  überhaupt 

ankommst.  —  UDpersönltcbea  al  ist  bekaontlich  im  Spautachea  sehr  ttblicb.  — 
Temporal:     Ao  tranpormos  pequfna  sehe,  tomei-a  nos  bra^M 

0»  Israditaa  ao  ouvirem  a  prop&sta  empalUdeceram, 
Äo  che  gar  es  a  tua  etwa,  saberds  o  que  houve 
ConditloDal;  a  8tr[em]  vtrdade[s\  —  so  ea  Wabrhdt  ist. 

a  ver%ficar[tm\se  tsita  boatos  —  ao  es  Tatsache  wird.  — 

so  diese  Gerüchte  siob  bewahrheiten. 


Der  „portiigiesiBche"  rnfiQitiv 


107 


Oder  0  ouvirem-se  cousas  como  estas;  o  demittirem-no  do  seu  cargo; 
esbulharem '  no  de  todas  as  merces;  [aconselha]  o  fazermos  guerra  ao8 
088OS  inimigos;  \faz  mal\  o  cogitarmos  s()  nosfracon;  [im'pozera  a  Moda\ 
0  valerem  esses  titulos  um  conto  de  reis;  [reputo  hidigno]  o  acobertur- 
mos  favoritismos ;  o  pediretn  ciucO'reis  a  quem  passa^).  —  Der  Zu- 
satz oder  die  Bio  wegnähme  des  Artikels  aber  äadert  nichts  an  ihrem 
Character:  er  ist  ein  äusserlicber^  meist  ganz  entbehrlicher  Putz,  die 
wertlose  Krone  eines  Parvenüs  —  und  das  Volk  wirft  das  prätentiöse 
0  fast  immer  als  überflüssig  über  Bord^).  Nie  macht  die  blosse  Arti- 
kulirung  zum  wahren  Nenner:  invariabel  was  Geschlecht  und  Zahl 
betrifft,  wie  so  viele  andere  Invaliden  und  Petrefactea  aus  der  Haupt- 
worterklasse,  kann  der  artikulirte  Infinitir  höchstens  den  bestimmten 
Artikel  mit  dem  unbestimmten  oder  demonstrativen  vertauschen.  Ein 
Possessivum,  Adjeotiva«  aubjective  oder  objective  Genetive  duldet  er  nicht 
als  VervollBtändiger  seiner  Bedeutung.  Sobald  er  durch  derartige  At- 
tribute  seinen  substantivischen  Character  dokumentiren  will,  büsst  er 
notgedrungen  das  Zeichen  der  Persönlichkeit  ein:  o  buscares  fortuna 
aber  o  teu  buscar  foriuna ;  und  nie  o  tm  buscares  fortuna;  ao  passar- 
mos  0  Letheio  aber  ao  passar  do  Letheio;  o  pareceres /also  aber  e»te 
teu  falso  parecer;  o  camtnhannos  vagarosamente  aber  o  nosso  mnnso 
caminhar ;  o  dizertnoa  aber  nicht  o  dizerestno;  um  espalhar  susplros 
viios  ao  vento  aber  noch  nicht  um  cspalhares.  Auch  dahin  kann  und 
wird  es  vereinzelt  kommen !  Denn  an  Stillstand  ist  nicht  zu  denken  — 
doch  traue  ich  dem  zweckwidrigen  Zwitter  wenig  Lebenskraft  zu*). 

Und  weiter  wende  ich  gegen  obbesagte  Dreiteilung  ein,  dass  der 
sogenannte  eubstantivirte  Infinitiv  zum  reinen  und  präpositionellen  in 
gar  keinem  greifbaren  Verhältnisse,  weder  der  Entwickelung  noch 
des  Gegensatzes    steht;    denn   sowohl    der  reine   wie  aueh  der  präpo- 


1)  Kein  TagesbUtt,  in  dem  solche  Weodnngen  oicht  vorkämen:  besonders  der 
moderne,  reatistiacbe,  nach  Neuem  and  öoerwartetem  hascheode  Proaastil  bevorzugt 
solche  Bildungen.  Das  Zeitwort  als  das  lebendigste  modelationsfähigste  Sprachgut 
mass  ja  auch  Subst&ntiva,  Adjectiva  (in  ante  ente  inte),  Adverbien,  Präpositionen 
Qod  Coojuoktionen  liefern. 

2)  Der  unpersijnlicbe  ist  in  der  Volksspracbe  hingegen  häufig  und  fuogirt 
all  Hauptwort:    0  vir  d  fönte  de  noite  Nunca  fez  mal  a  ninguem. 

Que  do  ver  nascem  cuidados. 

3)  Wahrhafte  echte  Substaniive  werden  eigentlich  nur  diejenigen  InfinitivCi 
welche  ihre  V'erbalnatur  ganz  verloren  faaben  (Belsp. :  manjares)  oder  wenigstens 
ihre  Bedeutung  Terändern,  sobald  aie  als  Substantive  auftreten  {vivtr  andar  ter 
haver).  Nur  diese  haben  Plurale,  werden  dekiioirti  mit  Adjectiven  etc.  versehen  — 
kurz  haben  Teil  an  allen  Vorrechten  des  Hauptwortes. 


tOB 


Carolina  Micbaelis  de  Vasooncellos 


■liMielle  (a  em  com  setn  etc.)M  kann  substantivirt ,  oder,  nach  meiner 
Tanmnologie,  artikulirt  werden;  will  sagen  der  artikalirte  kann  die 
PooctioD  jener  beiden  ausüben;  er  kann  Subjecte-  und  Objectsdienste 
tan  (ond  tit  sie  sehr  oft,  wie  ja  meist  der  reine)^  doch  kann  er  auch 
io  Attributs-  und  Adverbssätzen  figoriren  (wie  meist  der  präpositionelle). 

Und  fernerhin  ist  selbst  der  Unterschied  zwischen  reinem  und  prä- 
positionellem  Infinitiv  oft  ein  rein  äusserlicher  und  keineswegs  wesent- 
lich: denn  sehr  viele  Worte  und  Formeln  regieren  im  Portugiesischen 
gerade  so  gut  reinen  wie  präpositionellen  Infinitiv.  So  achwanken  z.  B. 
swiioheu  reinem  und  dem  de  (oder  a)  Infinitive  alle  diejenigen  verba 
»entiendi  im  weitesten  Sinne,  von  denen  abstracte  Substantive  her- 
rflhren,  welche  zur  ßegrifTsvervolbtändigung  eines  Hauptworts  im  Geni- 
tiv, oder  eines  (irc-Infin.,  oder  Gen.  Qerund.,  bedürfen  (s.  u.).  Warum 
von  einander  reissen  rfesf/'or  ver  und  desejar  ds  ver\  btiscar  escapar  und 
bwtcar  dt  «^capar ;  ir  ver  und  ir  a  ver;  cuidar  salvar-se;  duvidar  can- 
»et/uir;  encw^ar  dizer ;  jurar ,  ordenar,  omar,  dever,  presumiTy  preten- 
der,  procurar  vir  etc.  von  denselben  Zeitwortern  mit  folgendem  <ic*)P 

Mir  scheint  es  wichtiger  und  richtiger,  statt  dieser  äusseren,  ja 
doch  von  «tVinpr  Function  abhangigen  Gestalt  des  Infinitivs,  die  Func- 
tion und  Bedeutung  selbst  zu  beachten;  nicht  die  Grammatik  sondern 
die  Logik  walten  zu  lassen. 

loh  beginne  daher  mit  demjenigen  Infinitive,  der  als  Alleinherrscher 
im  Hatio  regiert«  d.  h.  der  nicht  von  einem  ausgesprochenen,  sondern 
von  einem  unterdriickton  verbum  fioitum  abhängt,  d.  h.  mit  dem  Infinitiv 
«Im  Befehl  und  Ausruf;  gehe  zu  seiner  Tätigkeit  als  Herrscher,  als 
Hulijoi^t  oder  Prftdicatsnomen ;  von  da  zur  passiveren  Objectsrolle  über, 
um  ihn  ipftter  al«  Teil  eines  zusammengesetzten  NominalbegrifiTes  zu 
faiaen,  und  zum  Schlüsse  seine  Hauptfunction  im  abhängigen  Adverbial* 
«atxe  diirnh  Heispiolo  zu  beleuchten.  — 

In  iillen  Vorwendungsarten,  wo  er  in  Doppelgestalt  auftritt,   be> 
IHtlllH  leb  luerst  don    reinen,    dann    den    präpositionollen,    und  zwar 
IlM^llA  ifth  FAUo  mit  unartikulirtem  denen  mit  artikulirtem  vorauf,  wo 
Mf  Qh(*rhaupt  flbor  solche  verfuge.    Das  nachträglich  aufgestellte  Schema 
^%9U  aliif  wie  folgt: 
A    lier  Infinitiv  mit  Imperativbedeutung  (rein): 
ller  Inflnitiv  als  Ausruf: 
ft)  rein 
b)  prApositionell  {d^) 


U  ? »' 


<  um  0  manifiarem-lhe  as  mäos 

nam  0  mfrffurm  ■  Ihe  a  razäo  na»  trevde  da  ignoraneia 
o  »ttiiTtcarregarem-nos  d'impostos. 
I  bat  fUnfiiobo  Mal  De'Iolioitive  den  reiDen  ergänzend  anflicken  müssen. 


IJef  „portugieBWche"  Itjünitiv 

B.  Als  Subject  oder  Subjectssatz  uod  Prädicatsnomen: 

a)  rein:  |unartiku!irt 
lartikulirt 

b)  präpoa.  [de). 

C.  Als  Object  oder  Objectaeatz: 

a)  rein:  lunartikulirt 

vartikuMrt 

b)  präpos.  [de), 

D.  Als  Attributssatz  (a)  oder  als  ErgäDzungsglied  von  Subatantiv-  und 

Adjectiv begriffen  {de). 

E.  Als  Adverb  oder  Adverbssatz :  präposit.  (em,  por,  para^  a  meos  de), 

A. 

Der  Infinitiv  mit  Imperativbedeatung,  die  in  affirmativer  Form  jubbIt 
oder  permittiv,  in  negativer  aber  prohibitiv  ist,  virar  in  allen  Zeiten  auf 
der  Halbioäel  sehr  beliebt.  Das  Poema  de  Alonso  XI  allein  liefert 
anderthalb  Dutzend  Beispiele  (203,  436,  148%  1524,  1529,  1531,  1536, 
1537,  1556,  1558,  1559,  1679,  1694,  1695, 1708,  1757,  2097,  2123).  Und 
das  Volk  begünstigt  ihn  heute  noch.  Deixar!  ora  deixälo!  hört  man 
alle  Tage:  loh  erinnere  nur  an  das  peniosulare  Volksliedchen :  arder 
cora^'uo  arder,  gue  eu  ndo  posso  valer!  oder  spaniacb  Ärder  corazon 
arder  que  yo  no  os  puedo  valcrf 

Dass  auch  der  persönliche  Infinitiv  dieselbe  Rolle  gespielt  hat,  ist 
neu.  Weder  Otto  noch  Wernekke  führen  es  an.  Ich  finde  z.  ß.  im  alten 
Stadtrechte  von  Evora  (v.  J.  1267)  die  folgenden  Bestimmungen: 

1.  Et  todo«  e^tes  jurados  non  aeertm  malados  aliosi 

2.  Et  »e  y provaa  ouver  da  uma  parte  ou  da  outra,  ficar  pdas  provas  e  non 

vif  rem  ao  juramento ! 

3.  Et  sc  omerem  provas  dercytas  da  uma  parte  ou  da  outra,  va lerem  e  non 

veirem   a   iuramento   da    cruz    [Ineditoa  V  p.  330  uad  Ooc  d'Evora 

P.17]. 
Ganz  nahe  damit  verwandt  ist  der  bekanntere  Infinitiv  als  Ausruf, 
von  welchem  Otto  aus  den  Werken  des  Luaiadensängers  ein  Beispiel 
bietet  und  zwar  ein  unpersönliches,  reines,  während  Wernekke  viele 
moderne  gesammelt  bat.  Die  alte  Sprache  liebt  auch  diese  lebendige 
affective  Auadrucksweise,  und  ebenso  die  Volksepraohe.  Ich  finde  in 
meinen  Auszügen : 

mit  reinem  Infinitiv: 

4.  Per  huum  pao  averem  de  venctr!  (Liob.  p.  189)  =  Durch  eia  Holz  zu  siegen! 

5.  Ter  eu  sido  a  culpada!  (pop.) 

6.  Aäo  ter  cu  adivinhadol  (pop.) 


HO 


Carolina  HicbaSliai  de  Vascooceltos 


mit  präposHionellem  (de  und  a): 

7.  Orandes  maravilfuis  de  köes  guardarem  cervo!  (Graal  60) 

8.  Tanta  maa  Ventura  de  dous  hontens  se  matarem  c<ym  euas  mäos!  (ib.  58) 

9.  Eu  a  amar-te  e  a  querer -te.  Tu  a  fuffire»  de  mim  (pop.) 

10.  E  eile  a  fallar,  a  fallar  /  (pop.) 

11.  Vös  a  rirdes  e  eile  a  chorar!  (pop.) 

12.  Tantos  hello*  olhoa  a  choraremf  (pop.) 

Wollten  wir  den  unterdrückten  ScfamerzeoBseufzer  oder  Freudenruf 
als  Einleitung  zu  obigen  AuBBerungen  ergänzen,  so  kämen  wir  für  4 — 6 
durch  qu€  penu  S^  que  mamvtlha  S  zu  Subjectssätzen»  In  7  und  8  fehlte 
überhaupt  nur  das  hemmende  S,  geradeso  wie  auch  in  den  angeführ- 
ten ImperativBätzen  die  hergebrachte  Formel  S  lei,  S  costume  ale  leisee 
Echo  auB  der  Ferne  herüber  hallt.  —  Für  9  —  12  erinnere  ich  an  lat. 
sunt  {es  est)  qui,  dem  im  Port,  ö  -  Infinitive  entsprechen  (s.  u.)  und  er- 
gänze eiS'tne,  eilo  oder  altport.  aque-tne  ^  ecce  me! 

B. 

Der  Infinitiv  als  logisches  Subject  oder  Prädicatsnomen  wird  heute 
gerade  wie  vor  5  Jahrhunderten  viel  benützt  nach:  sein,  ach  ei  neu, 
gelten  für f  gehalten  werden  für. 

1)  Nach  Bein,  bleiben,  echeinen  mit  Adjectiven  oder  Parti- 
cipien:  S  oder  parece  betHj  o  methor,  necessario  od,  desttecessario,  pre- 
ciaOf  possivel  od.  impossivel;  i  od.  ßca  de/eso,  prohibidOy  permitiido;  l 
admoestado'y  i  certo^  incerto,  duvidosoy  provavel,  pouco  provavel;  agra- 
davelj  desagradavel  j  contrario,  Justo,  injitsto,  raro,  vulgär^  bonito,  feiOj 
notavel  (oder  para  notar)y  esfranho  [de  oder  para  eMranhary  adnUrar), 
escusado,  lUilj  inutilf  bastante,  sufficiente  etc.  urgente. 
Rein: 

13.  Trovas  253,  10  muiV  i  &em  saberen  que  moiro 

14.  Pop.    era  melhor  morrermos 

15.  Prova«  11  455  pora  quäl  causa  foi  a  nos  necessario  tomaremos  a 
ello  e  faseremos  merce  de  seus  htes  a  quem  nos  aprazia  (cfr.  oben 
p.  65). 

16.  Foi  necessario  darem-lJie  um  traio  de  cordas 

17.  E  preciso  darmos  confessor  ao  inquisidor 

18.  Agora  i  preciso  separarmonos 

19.  Era  impossivel  triumpharem  as  auas  ideias 

20.  Genesia  167  He  defeeo  disermos  ,  .  . 

21.  ib.      167  He  admoesiado  confessarmos  .  .  . 

22.  Pareceu  lern  a  todos  tornarem  a  voltar 

PräpoBitionell: 

23.  Graal  40  Stria  bem  de  tornardes  dUd 

24.  Vat.  94  Se  vus  gravU  de  tos  eu  henquerer 


Der  »portitgieflisobe"  Infinitiv 


111 


25.  Vat.  133  De  m  faxtrdta  tos  senhor  ben  ou  mal,  toä'  est'  en  vos  i. 

26.  Linh.  242  Nom  era  direito^)  de  o  tirarem  da  ordern. 

2)  Nach  seff  haver^  estatf  semelhar,  parecer  mit  SubstAntiven,  die  be* 
grifTlich  mit  den  obigen  Adjectiven  verwandt  sind:  S  costumej  moda,  leiy 
honra,  ac^flo,  feito^  consequenciaf  resultado,  de  necessidade,  cousa;  prolf 
mester,  danOj  maravilha,  aborrecimeftto,  prazimento,  mesuj'a^  guiiOf  ven- 
turOf  consdhOf  horOf  tempOy  causa,  razon,  direito,  pesar. 

Rein: 

27.  Linh.  136  8eu  feito  deles  era  averem  mäos  e  Ungua 

28.  Oraal  19  Mayor  honra  nos  8eria[morrermo8  aqui]  ea  demorrer- 

mos  alhur 

29.  MoQum,  477  Propeaante»  mayor  e  milhor  couea  »eer  pensarmos  en 
tta  eaude  das  almas  como  no  guanhament  das  cousas  do  mundo 
seguirmos  o  guanho. 

30.  Vat.  82  Ca  pardeus  mal  vus  per  esti  senhor  de  matardes  mim. 

PrSpoa.: 

31.  Oraal  58  Nom  vos  ha  prol  de  vollo  dizer  nem  a  eile  (Ihe  haprol)  de  vos 

desconfortardes 

32.  ib.  31  Nom  vos  he  prol  de  me  tal  rogo  rogardes 

33.  Vat.  94  Nom  mi  ha  prol  de  vola  eu  dizer 

34.  VaL  94  Non  m^i  mester  d'eu  viver  mais 

35.  Vat  47  Ca  m^i  mui  mester  de  mha  dar  el 

36.  Vat.  51  Que  m'i  mui  mester  de  mha  dar  el 

37.  ib.  184  Ca  non  ha  mester  de  tal  vida  avermos  de  passar 

38.  ib.  149  De  mi  valerdea  era  vtui  mester 

39.  ib.  122  Ca  se  vus  fosse  ou  prez  ou  loor 

de  me  matardes  seria  razon 

40.  ib.  198  E  de  colherdes  razon  seria 

da  falsidade  que  semeastes 

41.  ib.  194  De  morrerdes  por  mi  gram  dereif  i 

42.  ib.    57  Gram  dereito  per  e  de  mi  quererdes  mal  de  cora^om 

43.  ib.  278  £  i  cousa  mais  guisada  de  dizerdes 

44.  ib.  149  De  tni  valerdes  seria^  senhor,  mesura 

45.  Graal  2  Serd  vossa  honra  de  o  fazerdes 

46.  Gen.  102i?ra  a  eles  grande  avorrecimento  de  aeertm  mortas  estas 

animcdha» 
AI.  Vat  81  Pois  que  Wi  d*eu  tiver  aqui  pesar 

48.  Graal  2  Seria  gram  dapno  .  .  .  de  nom  seerdes  hoo  cavaleiro 

49.  Vat.  110  Mays  gram  maravilha   tenho  eu  que  i  de    mi  vir  de  vos  mal 

(cfr.  Nr.  7  und  8) 
60.  Graal  60  Semelha-vos  hooeonselho  de  tolherdes  vosso  corafäo  a  aquel 
cavaleiro 


1}  Direito  kann  Adj.  oder  Subst.  eein.  —   In  Sats  41  a.  42  ist  ea  Sabat.  — 


112 


4t  Ym 


47  Seja  tm  »tu  pratimtmto  de  ««  «f r««  fm  mm  «■  fm  \ 
««  «M«  »ermfo 

2r2.  VaL  194  Aow  <  »enguita  de  j»ar  aii  aorrer  fvc»  asy  6<a  «•>  e»f « 
a«M  partcer 

3)  Nft£h    ImperaonaUea:   pareee^   loMta,   aeonUf,   mctwif 
mfattia-rntj  pem-nu,  jiraz-mt,  doe^  pena,  e$i/mda,  taiwwtka, 
importüf  cumprf,  mais  voL,  detfe,  resuUa,  cA«ya  ete. 

Rein  (im  AJtport.  «e](«o): 
S8,  GruU  1&  El  rei  a  quem  präg  averde$  Imgar 
54.  EoffM.  2  Praza-te  attres  euidado  d'esta  tuu  mtmi 
&5.  OfMl  47  Jfaii  val  [que  o  leixede»  t]  mm  hirdes  ttalffttm  Imgmr  o  — iw» 
&6    Volkit.   Parece  ettartt  me  ehamamdo 
57'        «        Pareceu  bem  a  todoa  tornarem 

58.  •        Parecia-lhes  ja  verem  ante  si  ot  inimigoi 

59.  •        ^do  battava  lanfarem  ao  mar  muita  faxenda 

60.  fl        Aeonteeeo  irem  dar  ob  trabalhadores  com  uns  fardo» 

61.  n         0  que  vos  pot»a  »ucceder  i  acordardes  tarde 
%'i'        n        Rtttava-lhei  attaearem  0  pofo 

63.  n        Ä«  ^  enfaMtia  eu  quererte 
Prftpot.: 

64.  Vat  294,4  Foi  Ja  »aton  que  vua  prasia  d^oirdes  Mta»  «n  mifaiar 

65.  ür&al  132  Begnto  mjm  tu  que  te  praz  de   me   chamaree  para  o  t» 

nervico 

66.  ib.  9  Ä  de<ut  aprastria  de  eilet  entrarem  no  lugar  dellea 

67.  ib.  9  <^tu  te  prouve  de  tatUo  viver  eu 

68.  Vat  147  Ä  quem  prae  d'eu  morrer 
60.  AJ.  26»  U  Poi»  vuif  pras  d'eu  morrer 

70.  Gon.  21  ^M«  me  aproveita  de  me  prometeres  terra 

71.  (Iraal  ^  No  me  chal  d^atendermoe  hum  pauco 

72.  Trova«  G7  Gram  easom  atria  ja  agora  ae   em  praaer  rus  caesse  dij 

quererdea  prtnder  doo  de  mi 

73.  Vat  138  Poi»  vua  nunca  no  coragon  entrou  de  mim  faeerdea  »enKor 
aenöH  mal 

u  Vat.  165  Que  vua  non  pea  de  vua  el  ben  querer 
ikj.  270, 1&  Maia  val  de  mi  guarirdea  de  mort 

4)  Nach  Zoitwörtorn  welche  Synonyma  unperBÖolicher  Formeln  sind. 
!.  Gen.  21  ^m«  me  aproveita  de  me  prometeres  terra. 

c. 

•^ino  Objooteinfinitiv  kommt  vor  1 )  nach  Hülfazeitwortern 

1  und  Köununa  und  nach  den  überaus  zahlreichen,  uneigeot- 

tdiens  und  Laesens,  Denkens,   Empfindens;  Wünschens, 

9ÜB  für,  oder  etweloher  Sinnes-,  Qeistee-  oder  QefühU* 


Der  ^pr^rtugieBische^  Infiiiitiv 


113 


tStigkeit,  schliesslich  auch  des  Gehens  als  eines  Erstrebens  einer 
Richtung,  einea  Zieles.  Da  jedoch  ein  unmittelbar  gebundenes  Hülfazeit- 
wort  mit  seinem  Zeitwort  oft  nur  einen  Begriff  ausmacht,  dessen  Persön- 
lichkeit durch  das  verbum  finitura  klargestellt  wird,  so  ist  nieisthin  kein 
Grund  vorhanden,  aueh  noch  am  infinitum  diese  Bezeichnung  zu  wieder- 
holen V).  Bei  gleichem  Subjec^te,  —und  das  ist  der  häufigere  Fall  —  nur  da 
wo  beide,  fin.  und  inf.,  von  einander  getrennt  und  entfernt  werden,  ist 
bisweilen  Wiederholung  des  Hubjectes  kraft  der  Flectionsendung  an- 
gebracht.    Das  Volk  das  alles  Prägnante  liebt,   begünstigt  sie.  — 

77*  Volksrom.:    Bern  puderas  tu,  oh  Moiro, 
oh  Motto  da  Moiraria, 
comeres  de  melhor  pdo  .  .  . 
beberes  de  melhor  vinho  .  .  . 
dormire«  em  melhor  cama. 

78.  Volksrom.;    Queres  tu  oh  Geritteido 
tomnres  amor  comigo^) 

79.  Volksinand :  Tu  bcm  podias,  oh  Adelaide,  vires  inais  de  pres^a. 
«  Fodei«  pasaar  e  fallares  (s.  o.  p.  65) 

80.  p  Qu  er  eis  antes  ser  tonados  ou  entrar  des  na  revolui'äo? 

81.  Or&al24  Ca  mai8  querriam  viver  de  connuum  ca  se  partirem') 

82.  Trova8  219,  S  Receei  saheren  mi-o 

83.  Uaviam  receiado  nunca  mai«  voltar  ri  patria  e  nuttca  mai« 
avistarem  o  ceu  de  Portugal*). 

84.  MoD.  510  Nös  Keys  que  esta  carta  seer  feyta  [oder  estas  cartas  teertm 
feytas]  eucowmendamo», 

85.  M OD.  508  Esta  i  a  carta  de  foro  a  quäl  encomendey  seer  feyta  eu 
Sancho  oder  estas  säo  as  cartas  que  seerem  feytas  encomendey  etc    — 

86.  Mon.  471   Mandey   se<:r  feyta    esta   carta   oder  seerem  feytas  estas 
cartas*). 


1)  Einen  Begriff  bilden  &uch  die  tmpereoQalia  mit  ihrem  Iiifioitiv,  doch 
fehlt  da  eben  die  Bezeicbnuog  der  Peraonlichkeit  —  und  es  ist  begretflkh  warniu 
sie  80  gern  den  pers.  Infinitiv  zu  sieh  nehmen 

2)  Neben  und  für  tomar  ainores  comiyo. 

3)  Hit  diesen  Fällen  vergleiche  man  das  iitlerarische  promcttes  ndo  assasst- 
nares  (J.  Diniz.},  das  einzige  einschlägige  Beispiel,  welches  die  iDtiuittv/reunüe 
erwähnen.  Fehlte  die  trennende  Verneinung,  so  würde  die  ßuchsprache  den  ver> 
änderten  Infinitiv  nicht  anwenden. 

4)  Tranaitiva  treten  leichter  in  den  inf.  pessoal  a,]»  Intransitivs.  Das  begleitende 
Object  treibt  dahin,  zur  Vermeidung  von  Hisverständnissen^  das  Subject  zu  be- 
Mlohnen. 

5)  Das  lat.  Original,  von  port.  denkenden  Klerikern  verfasst,  lautet  praecepi 
ßeri  istam  caitam.    Also  ein  acc.  cum  tnf.    Und  whs  für  einer! 

BoBAnUcbc  Foracbaugca  VII.  g 


114 


Carolina  Micha^lia  de  Vaseoncellos 


87.  Won.  399  Consirantes  maii  e  milhor  en  saude  das  almas  ca  en  engano  eprol 
das  cousas  temporaen  seremoa  conseguidores  (a.  o.  p.  65)*) 

86.  Gra&l  14  A  ty  convem  que  punhes  sempre  antreas  outras  cousas  aeeres 
partido  de  torpidade 

89.  Mährcbeo:  Matou  as  ßlhas  julgando  serew  elles  que  matava, 

90.  Volkslied:  Malhaja  quem  inventou 
No  mar  andarem  navios 

91.  n  Eu  näo  vejo  as  easadas  Levarem  täo  boa  vida 

92.  „  D'aqui  d'onde  estou  bem  vejo  Estarem  me  offendendo. 

93.  n  Tinham  ido  d  grande  eschola  militar  iniciarem-se  nos  se- 
gredos  da  guerra. 

2)  Nach  zusammengesetzten  verbalen  Ausdrücken  wie  halten  ^r: 
ter  por  betn,  por  razom,  por  melkor  sorte,  z.  B.  in : 

93^.  Bei  por  tndhor  aorte  acabarem  em  terra  as  vidas  que  comerem-nos  os 
peixes  do  mar. 

Wie  man  steht,  liefert  die  wirklich  alte  Sprache  verhältnissmäsBig 
wenige  Beispiele  für  den  reinen  Infinitiv.  Wie  vor  die  Sei ns- Formeln 
setzt  sie  auch,  mit  erklärlicher  Vorliebe,  vor  die  Habens- Formeln  das 
genitiviache  de,  in  bewusster  oder  unbewusster  Erinnerung  an  die  ab- 
etracten  Substantiva  gleichen  Stammes,  welche  neben  fast  allen  Verben 
der  Sinnes-  und  Geistestütigkeit  hergehen,  und  zur  Ergänzung  eines  ob- 
jectiven  oder  aubjectiven  Genitives  bedürfen  (lat.  ^en.  fferufiditH) :  Timor 
oder  metus  dei  d.h.  femor  de  deus;  darum  tetnor  oder  medo  oder  pavor 
de  caliir  und  darum  auch:  haver  pavor  temor  medo  receio  de  cahir  — 
und  femer  oder  recear  de  cahir,  — 

Die  moderne  Schriftsprache  hingegen  findet  keinen  Gefallen  an  diesem 
de:  sie  bevorzugt  ganz  auffallig  den  reinen  Infinitiv  in  Subjects-  wie 
Objectsaätzen.  Um  aber  das  oft  harte  und  unschöne  Aufeinander stossen 
von  Verb  und  Verb  zu  vermeiden,  artikulirt  sie  den  persönlichen  In- 
finitiv»  wo  immer  es  nur  angehen  wilP). 

Fast  fiberall  wo  früher  altmodisch  de  stand,  Hesse  sich  heute  statt 
seiner  das  o  des  Artikels  einschieben.  Der  Leser  mache  freundlichst  den 
Versuch,  in  den  folgenden  Sätzen,  wie  ich  ihn  beispielsweise  mache  in: 

Seria  ff  ran  dano  de  nom  seerdes  bom  cavaUeiro,  das  heute  heissen 
dürfte:    Seria  gran  dano  o  nom  serdes  b.  c. 

1)  Der  Bchon  früher  citirte  lat.  Paralleltext^  der  nur  cum  grano  salis  als  Original 
betrachtet  werden  darf,  lautet:  Meditantes  maius  et  tneliits  [etise]  in  animarum 
«alute  quam  in  caducarum  rerum  adquiHtionem  lucrum  nos  esse  consecuturos. 

2)  S.  o.  p.  107.  —    Dazu  geflelleo  eich  Fälle  wie: 
Permitte  aas  fugitivos  o  passarem  para  o  noeso  lado. 
SidicuUsava  o  demittirem-no  de  seu  cargo. 
Takez  tivesse  em  mira  o  estabelecer  um  a  rea  de  Propaganda. 
Fazia-o  tambem  sorrir  o  esbulharem -  no  de  todas  as  merces. 


Der  „portugieaisclio"  Infinitiv  1  Jf) 

Vat  128  Que  nunca  teveates  por  lern  de  nunca  mi  fazerdea  htm. 
Aj.  20, 19£  tenh*  aqueato  por  melhor  Den  »offrcr  cuita 
Aj.  141  Por  deus  tiede  por  razon 

de  tU8  querer  de  mi  doer  (sie) 

ou  de  me  leixardes  morrer 

ou  de  me  quererdes  valer. 
Oraal    57  Assi  vos  meta  el  em  cora^om  de  vos  eu  nom  sque^er. 

98,  Liob.  186  Poede  em  vossos  corafo'is  de  usardes  do  que  usarom 

aqueles  donde  vUdes 

99.  Graal  116  E  por  ende  vos  louvaria  de  ficardea. 

100.  Vat.  6  O  tneu  senhor  deus  mi  guisou  de  simpr'  eu  ja  cojfta  sofrer. 

101.  Vat,  190  Guisade  de  nos  irmos 

102.  Aj.  55,14  Deufi  Ihes  aguisou  de  vulhes  mostrar  ou  d'oi're»  devosfalar 
103   Vat.  107  Poin  que  vus  deus  amigo  quer  guisar  d'irdes  a  terra  iVu  ^ 

mha  senhor. 

104.  Vat.  200  Por  deus  punh ade  de  veerdes  meu  amig! 

105.  Aj.  7,  lö  e  quitou-me  {sc.  Deus)  por  setnpre  . . .  de  nunca  en  saher  . .. 

que  x*e  prazer 

106.  Aj.  19,81  log'  averian  a  querer  mui  mais  sa  morte  c'atender  de  vi- 

veren  tan  sensabor 

107.  Aj.  40,10  guardara  m'in  de  vos  viirdea 

108.  Aj.  153,18  e  conven  mi  a  guardar  de  mi-o  saberdes 

109.  Liob.  286  estes  ßdalgos  desejavatn  muito  de  cobrarem  a  villa 

110.  Vat.  149  De  mi  valerdes  deus  non  mi  perdon 

111.  Vat.  200  De  o  veerdes  gradecer  volo  ei 

112.  Vat  194  De  vus  por  mi  Amor  assi  amar  nunca  vus  d'esto  bon  gradodarei 

113.  Aj. 258,6  Ü«ce«i  de  vos  casaren 

114.  Vat.  47   Como  m*eu  receey  de  vos  casaren 

115.  Vat,  47  D'aquesf  hei  eu  pavor  de  vos  casaren 

116.  Gen.  51   Ouve  temor  de  me  tomares  tuas  filhas 
Gen.  30  E  Ysac  ouve  temor  de  Ihe  tomarem  Rebeca  aua  molher  e  o 

matarem 
^118.  Graal  32  Filharom  conselho  de  se  partirem. 


D. 

Infinitiv  mit  de  abhängig  1)  von  Adjectiven: 

119.  Vat.  179  Son  mui  ben  quitos  os  meus  olhos  de  nunca  veeren  prastr 

120.  Vat.  914  Sey  aevupre  acordado  de  seeres  partido  de  loucura 

2)  von  Substantiven  [oft schon  ab  Vertreter  eines  Adverbialsatzes]'): 


1)  SoboQ  oben  fanden  wir  den  d«>IafiDitiv  io  Abbängigkeit  von  Verb  + 
Sahst.,  d.h.  von  verbalen  Formeln  (p.  111).  Unten  finden  wir  ihn  wieder  in  Ab- 
häogigkeit  von  Präposition  -\-  Subst.,  d.  h.  von  präpos.  Ausdrücken.  Dieselben 
Sabstantiva  kehren  in  allen  Satzarten  wieder:  E  oder  parece  occasiäo  de  partirea. 
Tinham  occasiäo  de  nos  dizerem  ....  Por  (oder  na)  occasiäo  de  elles  chegartm, 

8* 


IIG 


Cftrolina  Hichaeüa  de  Vaaconcellos 


121.  EüfroB.  4  Porim  te  fige  totnar  äff  am  de  viires 
122   Vat.  219,7  De  tn^entenderen  avta  pavor 

123.  Gen.  250  Bora  i  ja  de  hos  levantarmoa 

124.  Graal  10  €a  ja  tempo  era  de  comerem 

125.  Tendei  o  direito  de  me  pedtrdes  o  que  quisesseis 

126.  A  tonne nia  foy  a  total  causa  de  an  mais  dtllas  se  perderem 

127.  Linb  223  Hä  poder  e  privtlegio  de  citarem  outros  a  easa  de  El  Hey 

128.  Volkslied:  E  tempo  de  se  juntarem  Nosso»  ternos  eora^o^t 

129.  ,  E  tempo  de  se  juntarem  aquelles  douß  nainoradoA 
130           n  Q^*^  *^*  fo*  o  eausador  de  meus  olhog  »crem  Hos 

131.  Chegamos  ä  conclusäo  de   nö6  persuadirmos    trän«' 
plantados  a  algum  posio  de  mudas 

132.  OrAal  56  El  nom-no  ousou  a  de»cohrir  a  nerthnum  de  seue  vasaUos  com 

medo  de  Iho  teer  ein  por  covardice. 

133.  Gen.  29  E  dizia  por  sua  molher  Sara  que  cra  ma  irmäa  com  temor 

de  Iha  tomarem  os  da  terra 

134.  Volkslied :  £m  segredo  te  diria  0  motivo  de  eu  penar 

135.  Combinaremos  n  modo  de  receheres  as  armoi 

136.  Jnspiraram  reeeios  ao  vtandante  de  Ihe  sobrevirem  maus 
encontros. 

137.  Näo  vejo  eenäo  um  meto  de  n06  livrarmo» 

138.  0  terror  de  nog  perdermos  me  tem  transido  o  coracäo 

139.  Quero poupar-vo9  ador  de presenciardes  a  minhaprisäo*), 
3)  Infinitiv  mit  a  (als  Vertreter  von  Relativsätzen  ^:=  lat,  est  qui)^ 

cfr.  oben  pag.  115.  Ich  bin  nicht  im  Stande  Parallelen  zu  bieten  zum 
modernen  vozes  a  rcspotiderem ;  luqriMas  a  baihirem;  i  o  merciciro  e  o 
padeiro  a  envenenarem  o  povo  \  e  o  rei  e  o  ministro  a  saitccionarem  eatas 
extorsors;  uma  descomponenda  a  dar ;  foi  todo  o  mundo  a  cumpn'men- 
tar  0  feUznrdo ;  viu  banqueirosa  escamotearem  o  estado;  aprimeira  causa 
a  faztr  4  meias  a  compor ;  pontos  a  dar;  prrmios  a  concedrr  —  doch 
kann  ich  auch  nicht  behaupten^  das9  die  archaische  Sprache  nichts 
AehoUches  bietet. 


Ala  Übergang  zu  den  präpos.  Adverbialinfinitiven  können  diejenigen 
Formeln  dienen,  in  welchen  die  alte  Sprache  ^r  anwendet,  während  heut- 
tuUge  die  Prftpositionon  etn  oder  por  zur  Bezeichnung  der  Causalität  oder 

1}  CiV.   {Eoitemo»)  O  perigo  de  coneedermos  Uberdade  de  cuUo  e  «immk» 
4UM  agente-8  ingUjt*. 
{Nao  incorramof»)  0  risco  dt  no»  damnarmos. 
{K)  a  reff  do»  len^og  enxugarem  as  camarinkat  de  iunr. 
(l\mKamot)«pr§mi$99dt9trem  ^  tsiaÜHat de ac^o uns oradcre» 

Aprt»mt4m  m  hffpothtst  dt  totttirmot  etdo, 

JT  occatiio  de  tu  cMt0r. 

t^  n#  di»  d'tu  cke§ur  a  CiMra. 


er  nporttigiesische«  InfiDiiiv 


117 


Modalität  eiotreten  —  meist  nach  Phrasen  die  sich  aus  Zeit-  und  Haupt- 
wort zusammensetzen. 

140.  Vat.  i09  E  creedes  que  haverei  prazer  de  me  mntardes 

141.  Vat.  200  De  o  veerdes  gram  prarer  hei  i 

142.  Vat.  144  Que  prazer  kavedes,  senhor,  de  mi  fazerdes  mal  porhen? 

143.  Vat.  122  Tenho  que  mi  fariades  gran  ben  de  mi  diserdea  quantomal 

mi  ven 

144.  Vat.  131  Dt  me  matarden  faredes  meu  ben 

145.  Aj.  295,13  Como  von  quiscrdes  Sera  de  me  faeerdes  mal  e  bem 
446.  Vat   149  De  mi  valerdea,  smhor,  nulha  ren  non  erradea 

147.  Vat.  122  AnV  erradea  muyto  per  höa  fe  de  me  matardes 

148.  Vau  165  Ca  de  vu«  el  amar  de  coraiüOj   non  vefeu  ren  de  que  voa  hi 

peffades.  - 

149.  Vat.  914  Non  eniendes  que  fax  es  hi  cor  dura  dHres  aaai  eniw\'ar 

150.  Vat.  114  Ca  d^eu  falar  en  mi  fazerdea  ben  |  comofalo,fagU  mengua 

de  aen. 

151.  Graal  5  Ca  muyto  Jora  a  festa  maia  pobre  .  .  .  d*ellea  hi  nom  aearem 

152.  Vat.  194  De  morrerdes  por  mi  non  vos  dev'eu  bon  grado  poer 

153.  Linti.  22S  Filhava  embargo  de  Ihi  diserem  que  casava  antea  do  anno. 


Daran  liossen   sich  dann  die  zahlreichen  präpositioneilen  Formeln 

anknüpfen,   mit   denen  die  Tagesspraehc  so  gerne  Temporal-,  Modal-, 

Final'  und  Condilionalsätze   einleitet,    weil   auch  in   ihnen   die   ältere 

Kection  der  verwerteten  Substantive  noch  fühlbar  bleibt,  böte  nur  das 

Altportugiesiache  die  entsprechenden  Matorinlien.    Doch  sind  mir  niemals 

Construcrionen   mit   persönlichem  Infinitiv   begegnet   im  Gefolge  von  a 

Jim  de;  ä  hora  de;  a  custa  de;  a  oder  sob  pretexto  de;  a  trocu\  a  pe- 

z*tr  de\    a  (lontos  de.,  com  inten^üo  de;  com  respeito  a;    com  pemiissäo 

de\  ein  lugar  de\  em  vez  de;  em  higa>'  de\    em  termos  de:  de  modo  a; 

Sorte  a;    no  intiüto  de\   na  hypothese  de;    no  dia  d€\   no   acto  de; 

^osfa  a  prent issa  de  und  por  ot-casiao  de  eu  chegar-^  de  tu  chegareS]    de 

eile   chegar;    de  nüs  rhegarmos;    de  vos  chegardes\    de  dies  chegartm; 

do  hörnern  chegar;   dos  homens  chegarent.   —    Nur  ein  vereinzeltes  a 

meos  de  mit  concessivem  Sinne  kann  ich  anführen: 

154.  Lmb.  2.H0  A  meon  de  tornarem  a  este  amor  e  amizade. 

Auch  die  zusammengesetzten  Präpositionen  antes  de,  despois  d«f 
forn  de,  acerca  de  fehlen;  ja  selbst  Adverbialsätze  mit  den  einfachen 
PrSpositioneo  a,  ao,  no,  com,aem,  alS,  sobre^),  visto^  salvo  kommen  kaum 

11  Schre  im  Sinne  von  aUm  de  ist  an  der  Tagesordnung:  «öftre  arruinarem  uma 
empreza ,  itnpoztram  ä  Mala  o  vaierem  e#*e*  titulos  um  conto  de  reis.  —  »obre  o 
adjndicar  o  contractu  d  parccrin,  Jizeram  viais  o  scguinte.  —  ttobre  pedirem  a  aua 
demi^säo  au  mini^lro^  ttimaram  ainda  em  ir  ver  matar  o  reu  —  fiodo  ich  auf  eiosr 
Spalte  eioea  Tageblattes. 


118 


Carolina  Micbaelis  de  Vasconceltoa 


yor.    Em  begegnet   dann   tiod  wann.     Beliebt  und  aehr  gebräuchlich 
Bind  nur  die  Kausal-  und  Pinahätze  mit  por  und  para. 

Mm, 

155.  Vat  114  Ca  d^eu  falar  en  mi  fazerdes  ben  Como  falo  fa^i  wi«- 

gua  de  seit 

156.  Vat.  188  Cativo  sodea  em  eu  viver  con  quen  vivo 

157-  Aj.  263,22  Not*  me  leixedes  eacaecer  en  vie  Ihe  non  deffendtrdee 
158.  Aj.  273,4  Fazedea  hon  Ben  en  me  leixardea  en  poder  cTamor 
169.  Aj.  52,8  EvoSfSenhOTj  non  sei  que  i  peri^ades  en  guarirdea  voas^ame 
que  malades 

160.  Or&&\  2i  Em  vös  emmentardea  vosso padre  nom  avedea  hi  vergonha 
nenhua. 

Peru, 

161.  Linh,  188  Ca  tempo  averedes  pera  fithardea  vingnnca 

162.  Lmh.  186  Qiteriam   entrar  pela  costa  das    montanhaa  pera  darem 
na  faga 

163.  Graal  94  Forom  para  alla  para  pousare»^ 

164.  Gr.ial  6    Foram  a  eile  para  veerem  o  que  era 

165.  Genesis  cap.  37  E  eahirom  tiqueles    cinqtte  reis  pera  lidarem  com 
08  outroa  quatro 

166.  ib.  69  Aguiaavam  suas  doas  pera  darem  a  Jostp 

167.  ib.  90  Este  he  o  tno<;o  que   nos  Dens   mostrou  que  matasaemos  pera 
nom  avermoa  temor  daqui  em  deante. 

168.  ib,  97  Nöa  iremoa  per  andadura  de  trea  diaa  eno  deeerto  pera  aaeri- 
ficarmos  ao  N.  8. 

169.  ib.  28  E  derom  a  beter  vinJto  a  Lot  aeu  padre  pera  amolentarem  c 
temptrarem  a  sua  tristeza 

170.  Boftv.  l  2hi  Andern oa  . .    oa  caminhos  de  Deus  pera  aeermoa  dignoa 
d€  veer  aquel  Senhor 

171.  Vat.  25  Qu^O'Vua  en  diier  como  fa<:adc8 
para  aempre  fazerdelo  pior 

172.  D.  Daarte  Foate  na  da  entre  espitihoa 
para  mais  brilharea  tta  terra. 

17S»  Gen.  27  E  pera  »mn  uaarem  daquel  pecado  se  ficarom  depoia  vitca. 
^74.  LInh.  185  Ordenhou  estas  duas  aazes  de  cöinÄ« />tfrrt  a  fenderem 
^üftr.  4  Por^m  te  ßge  tomar  affam   df  innres   am    pera   comprires   o 
meu  detejo 

5n.  94  Enviar-  tS'hey  a  el  üei  I'araö  pera    tu  adurtrea  o  mtu 
poboo  do  Egito 

95  Que  te  enviei  pera  oa  livrarea  da  afßi^om 
'^\  Letem  earroa  daqui  do  Egyio  pera  trägerem  as  mothtres 
Fax  deitar  oa  cameloa  pera  folgarem 
>ttc«  vus  foy  aqui  trager  Pa ra  m'irdes  destorvar 
90«    acolheo  N.  S,  por    voa   enviar  pellaa  terraa    atranKaa 
aserdea  aa  gravea  aventuraa  e  por  faetrdea  conhocer  etc. 


Der  „portu^eaieiche''  lofinitiv 


119 


182.  Gen.  99  Nom  .  .  .  quisae  Uixar  o  poboo  de  Israel^)  pera  irem  sacri- 

fiear  a  Dens 

183.  Graal  132  Quü  espertar  ncnhuu  pera  Ihe  non  enienderem  que  .  .  . 

184.  Gen. 26  Trage  -noa  acafora  esaes homSa  que  aUl aom  pera  oa  conhecertnos 

185.  Mon.  411  E  a  voa  meus  homena  e  vaaaaloa  e  criadoa  pera  a  morardes 

por  derecto  derdamento  a  dey 

186.  VolkBlied  Quem  me  dera  ser  eapelho  Pra  verea  tua  fortnoaura 

187.  „  Oh  que  lindo  luar  faz  Tara  irmoa  da  mofäa 

188.  Lieb.  185  A  sa  natura  he  de  def ender  oa  que  alä  tatam  e  pera  aairem 

de  lä  a  Udar  quando  comprir 

189.  Mon,  327  Pera  Beeren  todoa  iguaea  eno  dereyto  poa  el  Rey  .  .  . 

190.  Linh.  185  E  fec  a  az  do  cural  pera  refreacar  aa  gentea  aa  Ude;   e  pera 

ae  colherem  hi  oa  mal  chagadoa;  e  pera  aairem  todoa  a  lidar 
juntamcnte,  ae  compriaae;  e  os  que  perdeaaem  oa  cavaloa  pera 
hi  cob rarem 

191.  Conto  54  eile  tocou  a  campainha  para  o  guindarem 

192.  n       „    tocou  a  campainha  para  oa  outroa  o  ii-arem  para  cima 

193.  Linh   230  deram-ae  fe  pera  ae  non  faseren  mal  huu*^  aoa  outroa 


208. 


Pf}r. 

Graal  1 1 9  Que uie  leva m  a  estas  montanhas perto  daqui por  me  matarem 

Graal  90  Nom  naaceatea  aenam  por  fazerdea  maaa  aventuraa 

ib.  28  Leixadea  a  eaaa  del  Bei  por  irdes  aas  terra«  atranhaa 

ib.  7    Ja  alla    aom  muitoa  cavaleiroa  da  voaaa   cotnpanha  por  veerem 

maravilha 
Ib.  1 3  JFo ravi  todoa  com  ellea  por  veerein  que  poderia  aer 
ib.    1    Veem  por  voa  veeram 

ib.  63  Depots  que  comerom  sairom  porfolgarem 
Vat.  274  Nom  voa  idea  ond'  ei  prazer  por  nom  falardea  ecmigo 
Linh.  284  oa  fidalgoa  portugueaea  hiam  a  Caatella  muitaa  vezea  por 

ae  provarem  pelos  corpos 
Linh.  277  er  rar  am  dando  Ihea  maoa  conaelhoa  por  tirarem  del  mercee 
Graal  119  Queriam-no  meter  em  hüu  inato  .  .  .  pelo  matarem 
Graal  138  Chegaredea  d  casa  do  Ret/  Peacador  por  averdea  o  aaniomanjar 

do  8.  Graal 
Vat.  290  Levade-me  voac'amigo  Por  nom  leixardea  mit  bemtalhada 
Volkslied  Oa  teus  olhoa  negros  negroa 

aäo  gentioa  da  Guini: 

de  Guini  por  aerem  pretoa 

gentioa  por  näo  terem  fe.  — 
„         Aa  arvorea  por  aerem  arvorea 

»entern  golpe«  gtte  Ihc  däo 


1)  Der  Intioitiv  der  sich  auf  ein  Collectivura  zurttckbesieht,  tritt  hier  wie  de« 
öfteren  in  den  Plural. 


Carulina  Michaelis  de  Vasconcello« 

209.  Volkalied  Ate  as  area  do  campo 
suüpiram,  de  mim  tem  dor 
por  verem  a  crueldade 
com  que  me  tratas  Amor. 

210.  Graal  117  As»i  convidou  N.  S.  todoUos    companheirös    da   Tawla 
Redonda  por  veerem  as  matavilha*  do  S.  Graal 

211.  Graat  10  Ca  por  al  nom  fie  eu  viir  tanta  gentt  aa  minha  carte  senam 

por  veerem  as  maravilhas  que  averram  a  essa  me^a. 

212.  Graal  85  Nom  voUo  digo  por  me  hi  ajudardes 

213-  ib.  100  Tolherom  aos  cavallos  os  freios  e  aa  seUas  por  paacerem. 

214.  V»t.  272  Düed  amigo  em  que  vo8  mereei  por  nom  quererdes  comigo 

viver 

215.  Gr.  28  E pella  nom  entenderem  tomou  se  aa  Kua  camara. 

216.  Gr,  8&  Ca  nom  queria  que  nenhüu  de  casa  de  Rey  Artur  ho  hi  aehasse 

por  nom  saberem  o  que  eile  fezera 

217.  Graal  20   Esta  espada  trouve   eu    aqui  peUo   conhocerdes  e  pello 

faitfdes  aqui  ficar 

218.  Vat.  274  Ca  d'aqui  o  poss'eu  guimr,  mais  por  mi  faeerdeg  pesar 

219.  Linh.  231   [Escrevi    esie   livro]   por    os    nobres  fidalgos    saberem 

gram  parte  dos  linhagtns 

220.  Linli.  278  Este  Rey  deixou  emxempro  pera  os  reys  uverem  boos  con- 

selheiros 

221.  Linh.  185  Este  ordinhnmento  fazem  os  cavaleiros  do  espital  .  .por  se 

colherem  hy  os  cavaleiros 

222.  Graal  Ante  veeo  na  mais  vil  besta  qve  pode  por  prenderem  ende  delle 
dend- ali-dtitnte  os  ricos  e  ospobres  fa^anha  domildade. 


Daas  in  den  alten  Texten  trotz  der  Üblichkeit  dea  pors.  Inf.  recht 
oft  der  unpers.  da  steht,  wo  er  heute  kaum  zuläsaig  wäre,  will  ich  nicht 
unerwähnt  lassen  (cfr.  Nr.  96): 

Vat.  107  E  poys  que  vos  deua  aguisa  d'ir  hi  =^  de  irdes 
Boav  55  Non  convem  a  nvs  de  nos  en\ugentar  com   as  gentes  :=  de  fioa 
«nfugentarmos 
62  v*u  ali  OS  anjos  asi  como  aprestes pera  o  def  ender  =:  pera  o  de/en- 
*erem 
ttarom-s«  os  outros  ßlhos  pera  con/ortar  seu  padre^) 


dbmaelc  entscheidet  heute  nur  ia  den  Fälleo  wo  Eicheit  des  Subject« 

il»  wie  in  diesem  Betspie).    Der  eine  zieht  vor  zu  eagen;  ao  negociar  o 

»lowatns  drviam  lembrar-se  de  que  etc.;    oder  ja   lh«s  e  possivel 

ICO  sem  pisar  territorio  e^trangciro;  coftservavam  estes  a  liberdade 

rudtif  armao;  mas  tinham  o«  ouirots  o  direito  de  apreserUar'S« 

Der  andere  eagt  ao  negociarem :  sem  pisarem ;  d(  utilisarem ; 


I)er  sPortugiesiflche"  InBnitiv 


121 


tb.  31  entregou  Abimelee  aquel  pofo  a  Abraani  que  Ihe  aviam  tomado  oa  setis 
aervos  pera  dar  de  bever  aos  rjados  eno  desertö  (denn  diejenigen  welche 
das  Vieh  tränken  solleD,  sind  doch  wohl  die  Sklaven?  tur  Vermeidung 
von  Zweideutigkeit  wäre  der  Plural  des  Inf.  hier  notwendig). 

TÄnh,  187  Estavam  folgadoa  pera  prender  as  crhtäo». 


Hat  man  eine  umfaDgrcichere  Sammlung  mit  maDnigfaltigeren 
Exemplaren  vor  sich,  eo  muss  man  die  Fälle  echarf  von  einander  son- 
dern, in  welchen  daa  Subject  des  Infinitivs  (das  vorher  unbekannt 
und  ungenannt  war  und  vom  Subjecte  des  regierenden  ßmtum  ver« 
schieden  ist),  bezeichnet  wird: 

a)  dnrch  ein  Pronomen  [1)  1.  Fers,  sg.:  t«,  2)  3.  Pera.  sg. :  e/le  elia] 

h)  durch  ein  Substantiv  (3.  Pers.  sg.] 

c)  durch  die  blosse  Fleetionsendung  [es -mos- des -em] 

d)  durch  Pronomen  und  Flectionsendung  [-es  tu ;  -mos  nos;  -des  vos; 
€7)1  elles] 

e)  durch  Substantiv  und  Flectionsendung  \em  oa  Äome/w]'). 

Und  diese  fünf  Möglichkeiten  müssen  als  geschlossene  Gruppe  (T)  der- 
jenigen (II)  gegenübergestellt  werden,  die  alle  die  nicht  minder  häufigen 
Fälle  umfasst,  in  welchen  das  Subject  des  Infinitivs  kein  anderes  als  das 
Yorangehende,  durch  Substantiv,  oder  offenen,  oder  versteckten  Stellver- 

1)    La)  -eu.  Siehe  Beiapiel  5.  6.  9.  24.  33.  47.  61.  67.  68.  69.  97.  t56.  - 
•tUe:  10-  11.  35.  3fi.  74.  148. 

b)  49.  84.  85.  86.  112.  —   52  ganzer  Salz. 

c)  -w:  56.  70.  76.  116.  135.  186.  -  -mos-.  14.  17  18.  20.  21.  29.  37. 
71.  87.  101.  123.  137.  138.  187.  -  -des:  23.  31  38.  40  41.  42.  43, 
44.  48.  53.  75.  108.  110.  111.  140.  l41.  145.  155.  217.  218.  —-««•:  2. 
3  4.  13.  16.  26.  59.  82.  92.  93»»,  113.  lU.  115  117.  122.  124.  153. 
154.  188.  189.  191.  215.  216. 

d)  -M  tu:  9.  —  -dea  vos:  11.  55.  107.  —  -em  ella:  66.  89.  151. 

e)  1.  7.  8.  12.  19.  60.  90.  91.  99.  128.  129  13o.  133.  136.  190.  192. 
193.  219.  220.  221.  222.  —   126.  190  gauxtr  Satz. 

11.  et*:  95.  134. 150.  —  -eilet  10. 11.  -  -es:  77.  78  79.  120.  149.  172. 
175.  —  -mos:  131.  167.  168.  170.  —  -des-  80.  94.  96.  98-  99.  125. 
142.  143.  144.  146.  147.  157.  158.  159.  160.  161,  171.  195  196  201. 
205.206.  —  em:  81.  82.  83.  88.  93.  96.  98-  104.  106  109  118-  119. 
127.  149.  162.  163.  164.  165.  166.  169.  171.  173.  193.  194.  197.  198. 
199.  200.  202.  203.  204.  207.  208.  209. 
in.  a)  -m:  121.  175.  176  177.  -  -des:  180.  181-  -em:  174.  178. 179.  210; 
182.  183.  211. 

b)  euiSS.  34. 100. 105.  —  -e«:  54.  65. was:  15. 28. 184.  —  -des:  25. 

30.  32.  39  50.  61.  64.  72.  73.  103. 139. 152. 185. 212.  214 ;  poss.  45.  — 
em:  46.  58.  62. 102.  132.  213  j  poas.  oder  indef.  27.  51  188,  214;  57. 


L^fliroUna  MicbaSlls  de  Vasconcclloa 


treter  bezeichnete  Subject  des  regierenden  Zeitwortes  ist,  dennoch  aber 
erneuter  Ausdruclc  deseelben  kraft  der  Flectioosendung  vorliegt.  Als  dritte 
Gruppe  (III)  würden  die  Beispiele  figuriren,  in  welchen  das  Subject  des 
Infinitivs  das  schon  vorgenannte  Object  des  regierenden  Zeitwortes  ist 
[a)  directes  oder  b)  indirectes]  und  sich  auf  dasselbe  (Für-  oder 
Hauptwort)  zurückbezieht. 

Abgetrennt  konnten  überdies  noch  die  Fälle  werden,  in  welchen 
UmstelluDg  eingetreten,  d.h.  in  denen  das  Nomen  oder  Pronomen»  auf 
welche  die  Infinitive  mit  ihren  FlexionsenduDgen  (z.  B.  173  und  25) 
weisen  durch  dichterische  Licenz,  die  bekanotlich  ins  Reich  der  bewegten 
Prosa  kräftig  hinübergreift,  erst  hinten  nachgeschickt  werden.  — 

Mit  Ottos  früher  schon  berührter,  und  als  äusserlich  zurückgewiesener 
Dreiteilung,  deckt  sich  die  hier  vorgeschlagene  nicht:  er  ordnet  alle 
Fälle  pereonlicheo  Infinitivs,  ganz  unbekümmert  am  seine  Function  im 
Satze  oder  Satzgefüge  als  Subject,  Object,  Attribut  oder  Adverb  und 
um  Art  und  Character  des  regierenden  /initum,  in  drei  Armeekorps, 
deren  Unterschiedlichkeit  allein  darin  besteht,  dass  die  einen  als  No- 
minativ ein  Substantiv,  die  anderen  ein  Pronomen,  und  die  dritten  die 
blosse  Flectionsendung  bei  sich  fuhren.  Meine  Falle  d)  und  e)  werden 
als  Ausnahme  zu  1,  d.  h.  als  überflüssige  Pleonasmen  nur  beiläufig  er- 
wähnt. Wäre  es  da,  wenn  es  sich  eben  nur  um  praktische  Sichtung 
und  Schichtung  handelt,  nicht  brauchbarer  und  aufklärender  gewesen, 
in  sechs  Manipeln  die  Ich -du- er- wir-ih  r -sie- Beispiele  zusammen 
zu  stellen?  Geschteht  es  ja  doch  von  selbst  (nur  leider  ohne  dass  Otto 
es  anmerkte),  dass  unter  1.  als  Regel  nur  Fälle  dritter  Person  Singularis, 
unter  2,  nur  solche  erster  Person  öingularis,  unter  3.  freilich  solche 
zweiter  Singularis  und  1.,  2.,  3.  Pluralis  vorkommen. 

Was  aus  meiner  ßeispieluammlung  hervorgeht  ist  a)  dass  Otto  und 
Wernekke  das  Thema  noch  nickt  erschöpft  haben;  b)  wie  ganz  unzu- 
länglich die  schlichten  Gebrauchsregeln  der  Grammatiken  sind,,  die  den 
Einheimischen  und  Fremden  nichts  anderes  lehren,  als  dass  er  den  In- 
finitiv unveränderlich  (also  unpersönlich)  halten  solle,  wenn  das  Subject 
des  „Satzes"  zugleich  Subject  des  Infinitivs  sei,  veränderlich  aber  wenü 
der  Infinitiv  ein  anderes  Subject  habe  als  das  des  „Hauptsatzes'*!!  — 


Zur  Cibdareal- Frage. 

Von 
Carotlna  MlehaMls  de  Vasoonecllus. 


Herr  Prot  Emil  Gesaner  hat  vor  einem  LuBtrum  in  einer  dankens- 
werten Prograramarbeit")  versucht,  der  Echtheit  des  Centon  Episto- 
lario,  welche  früher  bekanntlich  mit  bibliographiichen  Argumenten  und 
Baohlicben  Gründen  schon  mehrfachst  kräftiglich  angefochten  worden 
war,  nun  auch  mit  sprachlichen  Waffen  auf  den  Leib  zu  rücken.  Er 
stellt  in  seiner  Arbeit  geschickt  und  sorgaara  alles  zusammen  was  immer 
ihm  an  der  Orthographie,  der  Formenlehre,  der  Wortbildung  und  im 
Satzbau,  —  leider  nicht  auch  was  ihm  im  Wörterschatze  —  des  Brief- 
stellers auffällig  und  befremdend  erscheint,  und  legt  dabei  ganz  bo< 
sonderen  Nachdruck  einerseits  auf  einige  Anachronismen^  und  andrer- 
seits auf  gewisse  kleine  Genialitäten  „so  höchst  bedenklicher  Art, 
dass  sie  trotz  aller  Sympathie  für  den  geistreichen  Boocalaureus  dazu 
Bwingen  ernster  mit  ihm  ins  Gericht  zu  gehen". 

und  Resultat  dieser  erneuten  gründlichen  Nierenprüfung  ist  für 
den  Arzt  und  Richter  die,  vom  unbekannten  oder  zweifelhaften  Autor 
des  Dialogo  de  las  lenguas,  von  Ticknor  und  Quintana  auf  anderem 
Wege  gewounene  Gewiseheit,  dasa  der  Centon  die  kühne  Fälschung 
eines  gewandten  aber  gewissenlosen  Stilisten  aus  dem  Anfang  des 
XVII.  Jahrhunderts  ist  —  der  ßlüthezeit  der  Fälschungen,  (welcher 
auch  der  port.  Polyhistor  und  Camdesbetrüger  FariaeSouaa  entsprossen 
ist),  und  dass  jenem,  trotz  echter  und  rechter  Kenntniss  des  AUspanischen 
und  im  Speciellen  der  Sprache  und  Geschichte  des  15.  Jahrhunderts» 
verschiedene  Menschlichkeiten  begegnet  sind,  die  es  möglich  machen, 
ihn  zu  entlarven. 

Das  Material  zur  Untersuchung  lieferte,  wie  Rechtens  ist,  die  be- 
rfiohtigte  Editio  princeps  mit  dem  Datum  1499.  Gessnor  hat  dieselbe 
mit  dem  Abdruck  von  1790  (der  sich   auf  die  2.  Ausgabe  von  1776 

1)  Berlia,  College  Fraocais  1885. 


m 


Carolina  Michaelis  de  Vaaconcellos 


gründet)  und  mit  dem  Rivadeneyra-Texte  (Bd.  XIII  der  Biblioteca) 
verglichen,  und  dabei  erkannt,  das«  die  späteren  Herausgeber,  bona  fide, 
gewisse  »prachlicbe  und  orthographische  Extravaganzen  beseitigt  haben, 
gleich  als  wären  aie  eitel  Ürurk fehler.  Dass  aber  trotzdem  auch  ihre 
also  gereinigten  „Briefe"  des  Absonderlichen  noch  genug  bieten,  hebt 
er  ausdrücklich  hervor,  und  operirt  besonders  mit  den  allen  Ausgaben 
angehörigen  Eigenheiten.  — 

Dies  Absonderliche  und  diese  Kigenheiten  sollen  ihre  Quelle  in 
des  Pseudo-Quflttrocentiaten  zwar  umfassender  aber  dennoch  aicht  ein- 
wandfreier Such-  und  Sprachkenntniss  haben.  Wie  er  Daten  und 
Ereignisse  falsch  angiebt,  d.  b.  an  dere  als  andere  glaubwürdige  Quellen, 
80  soll  er  aufh  als  Schriftsteller  dann  und  wann  aus  der  Rolle  fallen: 
einmal  dadurch,  dass  er  in  dem  Bestreben,  die  künstliche  Patina  des 
Altertümlichen  über  seine  natürliche  Rede  nuszubreiten,  allzuweit  geht, 
Formen  erfindend  welche  dem  Ofiste  der  »Sprache  widerstreben  —  die 
eogenannten  Genialitäten.  Ein  ander  Mal  dadurch,  dass  er  nicht 
weit  genug  rückwärts  greift,  und  ohne  Wissen  und  Willen  jüngere 
Bildungen,  die  erst  dem  16.  Jahrh,  angehören,  in  die  ältere  Sprach- 
epoche  verlegt,—  A  nachroniamen  producirend,  wie  das  eben  Fälschern 
60  zu  gehen  pflegt. 

Hat  Professor  Gessner  Recht?  beweist  er  was  er  beweisen  will? 

Ich  beabsichtige  nicht,  das  Endergebniss  seiner  Untersuchung  — 
das  Factum  der  ünechtheit  -  an  und  für  sich  anzufechten*).  Es 
kann  richtig  sein,  auch  wenn  einzelne  sprachliche  Nachweise  ganz  mis- 
glückt  sind.  Was  ich  aussprechen  will,  ist  nur  dass  0  's  Beweisführung, 
so  interessant  und  lehrreich  sie  auch  ist,  doch  mehrfachst  hinkt. 

Mit  der  Zergliederung  der  .Sprache  eines  Autors,  der  im  Verdachte 
der  Fälschung  steht,  ist  es  immer  eine  heikle  Bache.  Voreingenommen- 
heit ist  ein  Vergrösserungsglas.     Lesen  wir  nicht  alle  das  Französiscb 


1  ;•  lob  moBs  miL'h  jeglicher  Parteinahme  Über  Echtheit  oder  Uoeehtheit  des 

^>D(OD  suDHchst  eDthaltdo,  weil  ich  tielbstäDdi^  noch  zu  keinem  völlig  sicheren 

''■aifls  gekommen   bio ;  wns  nber  von  Andereu  bis   beute   vorgebracht  ward, 

noch  nicht.    Mancboa  spriofat  flir  Fälsrbung.    Anderes  ist  noch  zum  Aus- 

«"ingea.     Ist  ducb  nucd  nicht   einmal   tostgestcitt  worden,   seit  wann  der 

der  8p*Ti.  Li(t>'ra(iir  eine  Rolle  stielt,  d  h  wer  ihn  zum  ersten  M«l  er- 

"«lohen  Bibliotheken  die  ersten  pxeuiplare  der  Ed.  1490  auftauchten. 

\9  Bibliothek  ihn  nicht  besessen,  Argotn  de  Molitia  ihn   niclit 

lenklich.  —  Doch  erinner«  man  sich  an  die,  für  viele  so  un* 

ek'he  y.  B.  <\\a  Amadis- Frage  genommen  hat,  seit  der  Gan* 

mi  flas  Leonorcta-Liedchen  als  Werk  eines  Lobeira  offenbarte. 

I  von  Braunfels  fiel  mitsammt  ihren  GoroUarien. 


Zur  Cibdüreal  -  Frage 


125 


eines  ScbriftatellerB,  welcher  deutschen  oder  italien.  Namen  trägt,  mit 
einem  gewiesen  Miastrauen?  und  nehmen  Anstoss  an  Idiotismen,  über 
die  wir  uns  keine  Skrupel  machen  worden,  wenn  wir  ihnen  bei 
verbürgt-autochthonen  Franzosen  begegneten?  Die  Entscheidung  darüber, 
ob  eine  einzelne  Wortform  oder  Sntzkonatruction  möglich  oder  unmög- 
lich, erlaubt  oder  unerlaubt,  zulässig  oder  unzulässig  ist,  oder  es  zu 
einer  bestimmten  Zeit  war;  ob  der  und  jener  Autor  diesen  oder  jenen 
„Sprachfehler^'  gemacht  haben  kann,  wird  selbstverständlich  manches- 
mal leicht,  manches  andere  Mal  aber  auch  recht  schwierig,  oder  über- 
haupt gar  nicht  zn  treffen  sein. 

Im  vorliegenden  Falle  gehört  jedenfalls  ein  gut  Teil  Mut,  oder 
richtiger  die  vollkommen  naive  Keckheit  des  Kurzsichtigen  dazu,  um 
ein  behauptendes  ja  oder  nein  auf  Grund  der  bloss  sprachlichen  fn- 
dicien  zu  fällen. 

Ohne  z.  B.  die  ablehnende  Haltung  von  Amador  de  los  Kios,  Tick- 
nor  gegenüber,  irgendwie  gutheissen  zu  wollen;  weitentfernt  davon  sein 
Spötteln  über  don  Fremdländer  zu  billigen,  der  es  sich  anmasst,  über 
Echtheit  oder  Unechtheit  spanischer  Schriftstücke  abzuurteilen ,  gebe 
ich,  durch  eigene  Erfahrung  gewitzigt,  doch  zu,  dass  der  gelehrteste 
Fremde,  solange  ihm  vornehmlich  die  tote  ßucbsprache  vertraut  ist, 
solange  er  nur  die  in  gewissem  Sinne  starren,  klassischen  Satzungen 
als  berechtigt  ansieht,  allzu  geneigt  ist,  und  geneigt  sein  muss,  vielerlei 
für  unerhört  und  sprachwidrig  zu  erklären  was  die  lebendige  Volks- 
sprache freiherrlich  aus  sich  herausgeschaffen  hat,  unbekümmert  um 
Rechte  und  Gesetze,  in  dem  Spielräume  den  sie  für  ihren  Willen  (oder 
sagen  wir  für  ihre  Willkür)  in  Anspruch  nimmt. 

Dies  kleine  Misgeschick  ist  Herrn  Gessner  widerfahren:  die  Ab- 
sicht, den  Beweis  der  ünecbtheit  zu  erbringen,  hat  ihn  allzu  raistrauisch 
gegen  den  Angeklagten,  der  Umgang  mit  den  dogmenreichen  Sprach- 
gesetzbüchern ihn  zu  strenggläubig  gemacht.  Dinge,  die  er  für  un- 
möglich erklärt,  sind  factisch  geschehen. 

Der  frische  ßaccalaureus,  der  so  schlank  von  der  Leber  weg 
plaudert,  ohne  ein  anderes  LeBepuhlikum  als  den  jeweilig  Angeredeten 
im  Auge  zu  haben,  (gleichviel  ob  wir  darunter  den  unbekannten,  durch 
Hofgunst  des  15.  Jahrh.  aus  dem  Dunkel  der  Masse  hervorgezogenen 
Arzt  Fernan  Gomez  verstehen,  oder  einen  geborenen  Grafen  de  la  Roca, 
der  sich  im  17.  Jahrh.,  mit  oder  ohne  Hintergedanken,  mit  Chatter- 
tonschen  Kunststückchen  befasste)  er  hat,  wie  ich  zeigen  werde,  in  den 
Briefen  des  Centon  wahr  und  wahrhaftig  manche  rein  volkstümliche 
und  gar  nicht  hofgemässe  Worte,  Formeln  und  Constructionen  an- 
gewandt, in  viel  reichcrem  Masse  noch  als  Gcssners  Arbeit  es  vermuten 


12ß 


Carolina  Michaelia  de.  VaaconcelloB 


läeat.  Ea  aiod  Vulgarismen  oder  Pro vinziali amen,  jedenfalls  aber  Bil- 
dungen, denen  die  eigentliche  Schriftsprache  gemeinhin  epröde  den 
Rücken  kehrt.  — 

Wie  nun,  wenn  die  Sonderbarkeiten  aeiner  Sprech  weise  Idiotismen 
seines  Mutterdialectes  wären?  wenn  z.  B.  die  anstoseerregende  populär- 
phonetiBche  und  nicht  litterariech  -  etyraologiscbe  Schreibung  ciftdä  de 
Burgos  auf  dem  Titelblatte  gerade  im  Zunamen  des  Autors  wurzelte, 
durch  welchen  ja  sein  Geburtsort  angegeben  wird?  d.  h.  wenn  eie  aus 
der  alten  Mancbahauptstadt  Cihdärreal  herataramteP  Ohne  deren  Sonder- 
mundart zu  kennen ,  sollte  man^  meines  ErachtenSf  das  Endurteil  über 
die  Sprache  des  Centon  überhaupt  nicht  fallen. 

Viele  der  Eigentümlichkeiten,  welche  Gessner  hervorhebt,  diz  für 
dize\  ßz  für  fize  und  ^20;  ech/i  für  echad\  fa^a  im  faga\  far  und /on 
neben  faer  her  hazer]  vedo  veda  veder^^  mit  erhaltenem  interrocalischem 
-df  wozu  sich  vada  gesellt;  andi  neben  andHve\  veniH  neben  vendre 
und  venri  etc.  gehören  zwar  der  archaisch en  Sprache  an,  sind  aber 
auch  heute  noch  an  den  verschiedeDsten  Stellen  der  Halbinsel  durchaus 
yolksüblich.  Will  sagen,  sie  haben  sich  eben  erhalten;  sie  exiatirten 
wie  im  13.,  14.  so  auch  im  15,,  16.  und  17,  gerade  wie  im  19.  Jahrh. 
Die  Möglichkeit,  daae  der  Verfasser  des  Centon  sie  also  der  Sprech- 
sprache  seiner  Zeit  entnommen,  läsat  sich  absolut  nicht  beatreiten. 

Manches  freilich  bleibt  auch  mir  bedenklich.  Zu  mancher  For- 
mel —  en  dentro  y  enfiterOy  —  de  muy  aina  —  de  en  adelante  — 
sohra  de  —  /aafa  de  —  para  a  —  kann  ich  keine  Parallelen  liefern. 
Die  Erhaltung  des  intervokaliachen  f^in  veder^)  und  veda  will  wenigstens 
nicht  recht  zur  Tilgung  des  auslautend  gewordenen,  ursprünglich  auch 
interrokalischen  d  in  echd  ciudd  passen,  und  noch  weniger  zu  fuescis. 
Überhaupt  ist  es  diese  letztgenannte  Form  welche  nächst  ca,  von  dem 
gleich  die  liede  sein  soll,  in  meinen  Augen  am  schwersten  ins  Ge- 
wicht fällt. 

Sie  scheint  in  der  ersten  Hälfte  des  15.  Jahrhunderts  (1429)  ver- 
früht. Darüber  hilft  selbst  die  Doppelbetrachtung  nicht  hinfort,  1)  dass 
in /uesf'dfis ,  und  seines  Gleichen,  d.h.  zwischen  gleichen  Vokalen,  die 
Media  am  allerfrühesten  verstummen  rausste;  und  2)  dass  ja  alle  Ent- 
wicklungsstufen, ehe  sie  von  der  Schriftsprache  sanctionirt  werden,  im 
Munde  recht  zahlreicher  Glieder  der  Nation  gang  und  gäbe  sein  müssen, 
BO  dasa  sich  sehr  wohl  versprengte  Vorposten,  wie  später  isolirte  Nach- 


1)  Im  14.  Jahrb.  war  sie  000h  gaos  üblich:  Berceo  keoat  nur  Formen  mit  d. 
viedo  Mil.  225;  veden  Mil.  32;  vedienäo  ib.  383;  t'ieda  Loor  89.  90;  veder  ib.  96; 
viditron  Mil.  383;  vedie  Dom.  392;  vido  ib.  398;  vidien[t]  ib.  565.  — 


Zur  CJbdAreal  -  Frage 


127 


zügler,  über  die  eigeotlicbe  Area  einer  Lautentwickelung  hinaus  ver- 
loren haben  können. 

Die  heillose  Verwirrung,  welche  der  Briefsteller  zwischen  ca  {qua 
und  quam)  und  que  angerichtet  hat,  ist  noch  schwerer  zu  erklären.  Oft 
ist  im  13.,  14.  u.  15.  Jahrh.  im  Einzelnen  ca  für  das  (etymologisch  und 
functionell)  ursprünglich  davon  getrennte  que  eingetreten,  —  in  solchen 
Fällen  wo  die  Functionen  beider  einander  ähnlich  sehen.  Doch  hat 
tatsächlich  —  so  weit  —  ich  blicke  kein  einziger  Text  die  entschiedene 
Bevorzugung  des  allmählich  durch  ijue  ganz  verdrängten,  oder  selber  zu 
«/»<«' abgestumpften  ca  so  weit  getrieben  wie  der  Centon,  der  es  sogar 
an  Stelle  des  Relativpronomens  und  des  konsecutiven  qxe  treten  läset. 
Ist  eine  so  schroffe  und  so  beispiellose  Stellungnahme  eines  Autors 
denkbar?  und  noch  dazu  eines  Autors,  der  sich  sonst  an  Sprachgesetz 
und  Regelzwang  eben  nicht  ängstlich  bindet?  Oder  können  auch  hier 
Diaiektstudien  die  aufklärende  Antwort  geben?  F^alscho  systematische 
Verballhornung  des  OrigiDalmaDUscriptea  durch  einen  Kopisten  oder 
Drucker  ist  unwahrscheinlich.  Sollte  das  Manuscript  von  1429  que  und 
qua  =:  ca  wirklich  durch  ein  und  dieselbe  Abreviatur  (q?)  bezeichnet 
und  Seine  Verwerter  im  Jahre  1499  ein  für  alle  Mal  das  altmodiaohe 
ca  als  Auflösung  des  Zeichens  benutzt  haben? 

Über  jegliche  der  von  Oessner  sonst  angeführten  Laut-  oder  Wort- 
Unregelmässigkeiten  licsse  sich  ein  Kapitel  schreiben.  Ich  unterlasse 
es,  weil  es  doch  zu  keinem  Resultat  führt,  und  weil  Gcsener  die  meisten 
der  fraglichen  Formen  gar  nicht  für  absolut  unzuläaeig  erklärt,  sondern 
sie  nur  misbilligt  und  ihre  Existenzberechtigung  vom  Standpunkte  des- 
jenigen Kastilianischen  anzweifelt,  welches  die  bekannteren  Litteratur- 
werke  des  15.  Jahrh.  in  Prosabriefen  an  hohe  und  höchste  Herren  bieten. 
Meine  Einwunde  hätten  also  nur  Wert,  wenn  sie  aus  höfischen  Prosaisten 
des  15.  Jahrb.  stammten.    Solche  aber  kann  ich  nicht  bieten^).    Darum 


I 


1)  Eins  darf  jedoch  nicht  anberlichttgt  bleiben.  Geasoer  kennt  die  altspan. 
Formeln  debuena  mtetUe;  de  hoa  mente\  de  tnala  miente  und  das  port,  de  tnd  mente; 
ja  ihm  iBt  de  nova  mente  aus  dem  von  mir  verÖffeDtlicbten  WeibDacbtssptel  nicht 
enlgaogen,  und  doch  erklärt  er  das  spanische  de  nueva  mente  bei  Cibdi'ireal  für 
fa«t  »Derbürt!  —  Das  begreife  wer*»  vermag!  —  Ich  begottge  mich  damit,  auf 
einige  weitere  Fälle  auftnerkaam  zu  machen,  in  denen  mente  aelbatändig  auf- 
tritt: de  muij  huena  mien/f  Chronica«  I  p. 78  u.  184  ;  muy  de  buena  miente 
ib.  p,  86;  de  buena  miente  ib.  p.  79  und  Alf.  XI  430.  533.  1012.  154ö;  cm 
primeira  mente  Livros  de  Linh,  175;  de  ^ana  mente  (=  »atn  et  sauf.) 
Provincia  1889  Nr.  26;  de  nova  tnente  Rom.  Agor.  52;  de  tüo  boa  mente 
Gaoc.  Pop.  106;  a  maa  mente  Docam.  d'Evora  49.  — 

Zu  tanmientra  stelle  ich  tamalavez  tameömente  tamwe«* 


Zar  f'ibdj'ireal   Frage 


120 


I 


I 
I 


I 


als  man  gemeinhin  annimmt.  Geaener  aber  schliesst  daraus,  der  Casus 
piirjuuh  erHcheine  unter  einem  ganz  anderen  Lichte  als  ploguulo,  sinte- 
mal und  alldieweil  die  alte  Sprache  neben  oivir  noch  ein  „allerdings 
auffallendes'^  t;/8^w/r  als  vollständiges  schwaoheaVerbum  gekannt 
habe! 

Als  ob  dem  vollfitandigen  Verbgebilde  viaquir  'nicht  erat  eine  un- 
vollständige Einzelhüdung,  visqtiiö  oder  visquido,  vorausgegangen  sein 
raüsste!  und  als  ob  die  sogenannten  vollständigen  Verba  überhaupt 
anderswo  als  auf  dem  Papiere  exiätierten!  — 

Mir  und  jedem  Unparteiischen  erscheinen  beide  Fälle  in  durchaus 
gleichem  Lichte.  Die  Vulgärsprecher  der  Halbinsel,  deren  Originalität 
noch  immer  unterschützt  wird  —  so  dass  man  z.  B.  an  die  spontane 
volkstümliche  Zeugung  des  persönlichen  Infinitivs  nicht  glauben  will  — 
haben,  nicht  etwa  in  wenigen  bestimmt  und  eng  begrenzten  Üialecten, 
sondern  aller  Orten,  wo  sie  frei  und  fessellos  walten,  die  ganz  begreif- 
liche Gewohnheit,  jegliche  Zeitform  als  selbständiges  Ganze,  als  Wesen 
für  sich  anzusehen,  und  nicht  als  blosses  abhängiges  Glied  und  TeilstQck 
eines  solchen.  Coitadmhos!  Conjugationstabellen  kennen  sie  nichts  die 
Armen!  und  haben  daher  nur  ein  unklares  und  besonders  ein  höchst 
unvollständiges  Bild  vom  Verbalbau  im  Kopfe*).  Besonders  entgeht 
ihnen  die  Zusammengehörigkeit  solcher  Formen,  in  denen  der  Stamm 
verschiedene  Gestalt  annimmt,  wie^  in  der  Geschichte  der  Wortbildung, 
die  Analogieschöpfungen  es  hundertfach  beweisen. 

Sie  entspringen  dem  bekannton  Bestreben,  Einheit  herzustellen: 
Einheit  und  Unveränderlichkeit  der  Wurzel  innerhalb  der  verschiedenen 
Zeiten  eines  Verbums:  Einheit  der  Endungen  innerhalb  aller  Zeitwörter 
eine  Klasse.  Nur  irrt  man,  wenn  man  meint,  die  Sprache  erreiche  ihren 
Zweck  bloss  vermittelst  schlichter  Ausmärzung  der  isolirten  starken 
Perfecta  und  Participien,  und  Ersatzeinfügung  schwacher  Formen  nach 
dem  üblichen  Schema:  nach  dem  Muster  von  lüaci  für  plague  piuffUf 
und  eacrtvido  dizido  an  Stelle  von  rsei'ipto  dich).  Auch  in  der  oben 
angedeuteten  Weise  wird  verfahren:  die  isolirten  starken  Participien 
und  Perfecte  und  Präseosatämme  werden  zu  sporadischen  Weiter- 
bildungen, mittelst  Anfügung  der  schwachen  Endungen,  benutzt.  Weil 
aber  dies  Verfahren  viel  seltner  Anwendung  findet,  ist  es  weniger  be- 
kannt, und  darum  erscheint  es  barbarischer. 


i)  Ich  habe  z.  B.  beiurrkf,  dass  wenige  port.  Menschenkinder  so  recht  im 
Stande  sind,  sich  die  scbematische  Jmperativkonjiigation  der  Gramwatiken  mit 
ihren  .Sprüngen  vom  Imperativ  in  den  Conjuactiv  einzuprägen,  und  dasa  die 
2,  Pers  aller  Verben  ein  Schmerzenskind  der  armen  Examinanden  sind. 

Itnm&utacbt'  Foruibuuifpn  VII.  l^ 


130 


Carolina  Mkhai'lia  de  Vaaconeelloa 


Die  Angleichung  an  die  numerisch  so  nngeheucr  viel  zahlreicheren 
Participien  II.  und  III.  Konjugaton  in  ido.  und  die  Perfecta  in  h  ist  der 
gewöhnlichere,  regelrechter©  Processi.  Die  Sprache  geht  auf  dieser  Bahn 
stetig  vorwärts.  Zu  den,  aeit  Jahrhuuderten  anerkannten  schwachen  port. 
Participien  von  ahrir  acefider  alendcr  bfuzrr  c'nKjir  cohnr  ralhcr  convr 
cozi'r  eleger  erigir  exiinguir  frlgir  imjtnmir  hn^olver  morrcr  nancer 
omittir  oprimir  prender  surgir  suspender  tingir  tolher  bietet  die  Volka- 
Bprache  der  Schriftsprache  als  Zukunft&gut  ?..  B.  escn-vido  (sp.  cscribido) 
dizido  ndo  pouido  rf&pondidO}  so  verachtet  sie  auch  heute  noch 
Bind»). 

Alle  fünf  leben  im  span.  und  port.  Volksmund:  wer  hier  wie  dort 
mit  den  „Kindern  der  Erde"  verkehrt,  kann  eich  davon  ohne  Mühe 
überzeugen.  Schriftlich  fixirt  konstatire  ich:  a)  Vido  als  Erbgut  des 
14.,  15.  u.  Iti.  Jahrhunderts  aus  Berceo's  Dom.  398,  aus  der  Conq.  de 
UUr.  477  und  aus  Valdivielso's  Romancero  p,  11  u.  319;  h)  escnwido 
und  fscrihido  (daa  heute  in  der  Keimformel  Indo  e  vscribido^  Udo  e 
escrevido^  ^lese-  und  Bchreibekundig''  ==  „belesen  und  beschrieben"  sehr 
beliebt  und  vielgebraucht  ist)  aus  Valdiviclso  p,  326  und  den  aktuellen 
CueQtoaAragonese8p.70;  c) nupo» dido folgere m an  aus /«  rrnpöndida 
für/d  re^pu^.v/a  im  Romancero  Zamorano  p.  282;  ^)  ponido^  das  im 
Port,  aus  lautlichen  Gründen  fehlen  muas^  aus  einem  kastil.  Volks- 
liedchen bei  Lafuente  I  p.  370''). 


1)  Ändereraeits  aber  bildete  daa  port.  Volk  auch  einige  aetie  volUöneode  starke 
Participien,  natürlich  nur  ADalogieen  zu  audereo  bereits  varbandeneo :  zum  alten 
comesto  (daa  nur  iJO<^h  im  Sprichwort  sein  Leben  fristet,'  püo  comesto^  cotnpanhia 
desfeitä)  schuf  der  Beirao  das  Part.  beheBto^  um  eine  Reiuiforrael  mehr  zu  be- 
sitzen ^  zum  litterariscbeu  iHsto  stettte  im  g^lekben  Bestreben  der  Portuense  das 
seltene  ouvidOf  neben  dem  noch  havisfo  und  compristo  für  hatido  und  cmnprtdn 
ans  Tageslicht  wollen,  —  Wie  man  siebt,  begünstigt  also  das  Volk  die  Participien  mit 
8t.  —  Visto  hat,  nebenbeigesagt,  In  meinea  Aug^eo  nicbts  mit  dem  iterativ  xnsitare 
zu  tUQ;  aiHstar  ging  nicht  voran,  sondern  entwickelte  sich  erst  aus  vUto.  Dies 
entAtand  nuerat  als  Anlehnung  und  Reim  zu  quisto  in  den  Formeln  hem  visto 
malvi»toSL\&  Antwort  auf  han  quidtu  utalquido  —  die  ihreraeits  auf  lat.  quaesitua 
fUr  quae^itas  weisen.  Uraprönglich  waren  ab  Participien  von  querer  und  rcr 
qtiüito  und  viso  vorbandenen:  quinio  glich  sieb  dann  riWfo,  und  viso  i^licb  aich 
quüo  an  (Canc.  de  Baena  Nr.  18  u.  6),  so  dasa  zeitweilig  die  Doppelformeo  vi«o 
quiao  und  t>igto  quüto  nebeneinander  hergingen.  Zuletzt  aber  mussteo  quiso  und 
DISO  den  atärkeren  FormeD  roit  at  das  Feld  räumen.  — 

2)  Solange  poer  lebte,  war  poido  mOglicb,  doch  kollidirte  es  gefährlich  mit 
poido  puido  von  puir  puUre.  — 


ar  Gf  bdAreal  -  Wage 

El  cencerro  de  la  vaca 
de  tu  madrc  qric  estii  cn  gloria 
lo  traigo  ponido  al  cucllo 
por  tenerle  c»i  la  mcmmia. 
Eine  zweite  Beweis -Coiila  folgt  weiter  unten  (Laf.  I  p.  365). 

Von  dar  bildet  der  Aragooeae,  nach  Muster  aller  übrigen  Zeit- 
wörter I.  Konjugation,  für  dieron  die  Form  daron  (Cuentos  p.  C7). 

Die  seltnere  Verwertung  starker  Starame  stellen  nachfolgonde  Bei- 
spiele ausser  Zweifel: 

Von  ou^o,  lat.  audio  =  ich  höre  leitet  der  Galltzier  den  In- 
finitiv ourav  otizar  ab,  womit  man  das  port.  ter  hoofi  onraa  vergleiche  =: 
ein  gutesGehör  haben.  Von /.v;/'o  folgert  der  gemeine  Portugiese  auf 
das  amüsante  vejar.  Ow:ar  und  vejar  sind  vollwichtiger  als  vet-  und 
oh'  {ou\v\ir). 

Nach  dem  Rufe  isca  {hi.sca)^  mit  dem  man  in  Gallizien  die  Flübner 
aus  verbotenen  Paradiesen  scheucht^),  vom  \&t  exiat  also,  formte  man 
isca>'  =  *■«/»"  fortgehen.  —  Besser  ist  es  ein  isco  =  exeo  als  Aus- 
gangspunkt anzusetzen;  beim  Ausgange  von  isca  hätte  iscar  wohl  eher 
den  Sion  fortscheuchen  angenommen. 

Aüi  fago  d'tgo  und  trago  etc.  weisen  die  Infinitive  faguer  diguer 
traguer  und  ahnliche  andere  in  Gallizien  sehr  beliebte. 

Das  vuigärport.  nuo  mv  iihtso  ^  ich  irr  mich  nicht  ent- 
stammt dem  Gedanken  an  das  starke  Partieip  Uluno  und  an  das  Haupt- 
wort Ulusäo. 

Zu  venho  lat.  venia  gesellt  sich  gall  renken  (peuen  z.B.  Rosalia  3.) 
und  port, /e«A<?m  tenem  für  fem,  denn  so,  zweisilbig,  spricht  man  in 
Tras-os-Montes;  besonders  in  Romanzen,  deren  ursprünglich  aaturische 
Zeilen  tientm  enthalten.  — 

Das  starke  Participium /nVo.  von  welchem,  nach  xahlreioben  und 
allbekannten  Vorbildern,  das  Participialverbum  f/itar  geformt  wird,  er- 
scheint im  gall.  Schwesterdialect  zur  dritten  Conjugation  geschlagen, 
der  ja  Jr/gir  angehört,  und  so  entstehen  fritir  und  fntiäo. 

Das  starke  visqui  visco  modelte,  wie  schon  gesagt  ward,  bereits 
das  älteste  dokuraentirte  Spanisch  zu  schwachem  v  atiul  visfjuiö  um. 

Daneben  kann  ich  noch  als  heutigen  Tages  vorhanden  quisi/j  von 
tjuis,  pmi6  von  ptis^  frifjw  von  /rt{/",  und  zweifelnd,  als  altes  Schaustück, 
imdt'o  von  pud  aufweisen.  Eins  und  zwei  ertönen  in  einem  aragonesischen 
äciielmenliedcben: 


i)  Ein  Kinderreim  lautet:    Hisca  d'ahi  |  galinlia  maldiia!  hisca  d*ahi  \  non 
mat€l-a  pita!  Hieca  d^ahi  \  galinha  ladrotM,  hisca  d'ahi  |  pra  eas  de  tua  donal 

9* 


132  CaroHu  MiobaSlit  de  VaMonoellM 

y  f»  «uub«  NO  fVMtö/ 

ioMKeo  lo  «cwjNntf/  (LaftieBte). 
Dm  dritte  in  einem  ihnliehen  Sohengedicht,  weichet  beginat:  Itr  «rate 
9i«r  t0  itnft  (ib.).  Den  vierten  Zwitter  liefert  Bereeo  [Diei  11 184  diwekt 
ptidUf  doeh  bietet  der  Text  podi^.  Er  sieht  jenen  BUdnagen  je  «ehr 
ihnlieh,  doeh  kann  einÜMhe,  aehwaehe  Abldtnng  von  Infinitiv  poier 
nicht  flir  nnmSgtieh  erUirt  werden.  — 

Vom  Perfeotun  tmbe  [teve  neben  Hve  für  Ptvn  =  f€mmi\  geitnte*  der 
Anigoneae  daa  nnbeaaatmndet  kniairende  Impetfeefaim  Im6mw^ 


1)  lokbiaairaichtgawUardarifter.obtaMmlBp 
peifeel«B  iat  Im  entea  FUle  wire  aa  Stelle  dea  PriEKsaiMaaeB  dar  FatfeBt- 
•Um  getretea,  aad  ea  gehfiito  Uather.  AadereafidU  baadelte  ea  aiek  aar  ■■ 
Se<fixveita«Mha^.  Daa  Beiapiel,  «elehea  ich  aehwan  aaf  «äaB  iiilauiJBi  kaaa. 
liaat  Zweifel  aa:  Jp0almrom  do«  Armfemgttt  «  e&mer  ceramt  jr  dinff  da  «m  fw 
M  hähim  Umfmio  io$  hmetM,  pregmmti  el  nbro:  pmet  f«r  lat  taAimmf  <-  Imhmm 
wie  Upmwm  wina  beid«  hier  a^eta«ekt;  das  ktttere  wft«  aekr  ia  Geiabe  der 
PeaiwBlarea.  Bei  Gektceabeit  der  hibaehen  ToladtaaÜebea  Fteiaetm  tmcm  küM 
dusM  ^pe»  ^MM  «nom  fn^^  —  Diea,  Gr.  11  ISI;  Dialap  p^  Ms  ISEaa  317: 
S£  de  Knada  lt2,SU:  i51,4«0;  ULMS  a.  Mi  —  aebea  weiehea  aBgBffher- 
weiae  aach  mpoK  capm  emxee  teusos  «mcm  dsaeoii  mmmsem  liuKiiidiiii  oadaadi 
beatabea  ~  habe  iek  eoboa  frfiber  der  S5g:1idikeit  fedaelit,  daaa  aaeh  an  vei^ 
ktaaet  PlaaqaaaperfecatBB  exiatiit  bähen  ktene;  fadSeb  war  ieh  an  XaeÜd 
darfiber  oh  es  ftfCMUi  oder  tvriam  lautere.  Eine  Sfiraebe,  weksbe  statt  /«rtero« 
rvron  fonate,  voa  der  dritten  Penon  Sin^alaru  two  anageheDd  and  deraelbsB 
knrx  (nnd  aeihr  gaVi  das  Plnnüaeielien  n  utifigeDd .  aBch  AnJocie  der  Friaeaa- 
hildang  tupo  tmnoi»  wie  am«  amtm.  fpüerr  fmierrti,  timt  timem)  bitte  f&r  tiaweiw 
aacb  «vf*aH  eiatrerea  laaaen  kfianea,  olme  i^h^^wiAt  daranC  daaa  iw  noaqaaa- 
perfecmat  ja  soboa  die  SiaifnlarfonDeii  dreinibig  waren,  nad  daaa  eben  aar  m 
der  3  Per«.  P\  der  rntereohied  cwiecbei)  Perf.  n.  Pioeq.  bloaB  in  om  aad  um  "iag. 
tvro  typtstf  tun  turtwof  twruitrf  tuTieron:  turiera  tuvienu  tmoiera  tmviefumm 
tutHtfrr.^  tvr.rroh).  TvriatL.  mit  erhaltenem  t,  bUeibe als Piwq  aehwer  ventiad- 
lieh  —  als  Imperfenrua  nicht.  -  r»enn  an  Ansfall  des  tontrafreodea  er  [tmn[er^'\ 
ist  «'ohl  kaom  so  denken.  —  Ein^treten  ist  er  freilich  tataublieh  im  Aragtmeaiapbmi 
in  qummi  für  quir.^t  usw.äi':  tttqiuo  fia  »igiucrf. :  guioffsBi  qmertt.  quia  für  gwiera. 
Doch  bandelt  es  sich  irewias  nichi  um  einfarbe  lAnteDtwidselnag.  Man  qniidit 
nämlich  mit  h<»chst  eigen&rtif^  AeconTi-ersebiehiiiig  quw  qtu»  quit  nad  dem  eat- 
sprechend  wohl  anch  tttqutt..  Ob  man  etwa  halbbewnsA  quio  quitt-  quid  eiBaObig 
maehtf-  nnd  nach  m  r^  i  ummodelte '-  oder  rief  das  attverbttr^  quüt  pon.  fmie 
fbr  qu^rrrt-  erst  die  hurleski^n  quui  and  quu  und  qum  barvorl'  oder  gab  aa  ataa 
dir  Betonnnf;  n  Air  u  *  Man  A'ergipichr  puf  für  vue^.  das  vennmlioh  doeh  dardi 
imf,  tiindnrrbgiug  pon.  itof.«  .  und  stelle  7b  quu  nocii  das  aatarisobe  eiaaübige 
tu  =  urn'  und  pui  =  putfif  so  wie  die  verkfimen  pon_  laiperative  /maridoj 
.»a-tn.    ruVlo  .  die  freilich  anders  anfsoftueaii  aind. 


Ztir  Gibdäreal  -  Frage 


133 


daher  stammt  dae  hierher  gehörige,  länget  bekannte  tov-mtdo  neben  ten- 

,  iendo. 

Zu  dem  regelrechten  Vertreter  des  lat.  cupioy  also  zu  qtiepu,  gesellt 
der  Aragonese  die  Analogiebildungen  quepea  und  (juepe  an  Stelle  vou 
caiies  cabe,  gieich  als  gäbe  es  einon  Infinitiv  queper.  Und  es  sieht 
wirklich  so  aus,  als  träte  queper  neben  vis  uir;  denn  folgerichtig,  ob 
auch  noch  so  „sprechwidrig"  hat  er  zum  Participium  ijuepido  geführt. 
Es  ist  der  Mühe  wert  das  folgende  beweiskräftige  Anekdötehen  zu 
citiren :  A*jui  yo  no  qiiepo!  —  Redios!  tlicf  <jue  no  quepe! 
puts  i/o  bien  he  qttlplflo- 

Nach  diesen  Proben,  zu  denen  ich  noch  vulgarport.  saibido  hinzu- 
füge —  t*  roma  Haibifhi  —  von  xaibo  =  Kopia  =  ich  weiss,  kann 
ich  wohl  die  Haupttreffer  ausspielen,  welche  die  Echthüit  von  Cibdareals 
ploguido  ausser  Frage  stellen. 

Es  sind  die  Participien  qnesido  vom  starken  i*erfecta  quis,  und 
sitpio  i.  e.  sapido  von  .sw/f.  Die  Existenz  des  ersteren  ist  dreifach  ver- 
bürgt. Erstens  heisst  es  im  gelehrten  Dialoge  de  las  lenguas  (p.  66 
der  od.  1873):  Cual  fenetft  por  tmjor  deciVf  querido  6  quesido?  Yo 
nuncajamas  rscribo  quesido  sino  querido,  jtorqur  tienr  dr  i/urrer. — 
Zweitens  bedient  sich,  trotz  der  Erörterung  des  gelehrten  Humanisten, 
der  Dichter  8ä  de  Miranda  der  fraglichen  Form:  Ntmra  han  <jUfsido 
cO)if<tfjo  lUrarnu'  (112,  .i 4. i  der  Ed.  Michaßlis).  —  Und  drittens  finde  ich 
sie  in  der  altberühmten  Lararomanze  Ay  Dioa  que  buen  caballero,  die 
8cit  1550  zahllose  Male  gedruckt  worden  ist:  iihic  e.^  aqucsto ,  Dotla 
Lambru,  qniett  (r  ha  quesido  euojar  tWolf  I  p.  68).  Qinftitfo  ist  also 
schriftgemäss  gewesen,  und  es  ist  nicht  schwer  zu  sagen,  weshalbV  Weil 
die  in  volkstümlicher  Weise  vom  Perfectstamm  gebildete  Participialfurra 
zufällig  mit  dem  klassiscb-lat. ,  im  Vulgärlatein  aber  verlorenen  quae- 
sHum  zusammenfällt  Existirten  nicht  nup'ffio  ploguido  —  und  saibido 
fritido  —  ijiu'pido  —  man  könnte  an  Erhaltung  von  quaesHu?n  glauben. 
Wie  die  Dinge  aber  liegen,  halte  ich  meine  Deutung  für  realistischer. 
|8.  0.  p.  130  die  Anm.  über  quiso  und  quisto,  die  ältesten  Participien 

I  von  qaenr.] 

Supi[d]o  stammt  aus  einem  aragonesischen  Schelmen -Volksliede, 
dem  ich  schon  den  Beleg  für  trnß  und  ponild\o  verdanke: 

La  cinta  que  te  truji 

xi  yo  lo  jucra  sttpio 

en  em  endinn  cintura 

HO  te  la  jueras  ponio  (Lafuente  I  p.  365). 

Wunderbar  und  unbegreiflich  erscheinen  mir  diese  Bildungen  jeden- 
falls nicht:   wunderbar  ist  es  höchstens,   dass  es  mir  überhaupt  ge- 


134 


Carolina  Michaelis  de  Vaacuncelloa 


lungen  ist,  gedruckte  Bewüiae  für  ihre  Existenz  zu aammen zufinden,  denn 
ihr  Wirkungskreis  ist  heute  noch,  und  bleibt  wahrscheinlich  für  immer, 
ein  aehr  niedriger  und  enger.  — 

II.   J^n  pos  8uya. 

Carta  67,  *s  Los  cabalhron  dfilante,  S  eti  poa  mya  los  otros  ginetes 
&  loa  peones  empues. 

Zuvorderst  bekenne  ich  friink  und  frei,  dass  mir  diese  Conatruction 
niemals  Bedenken  erregt  hat,  wie  früher  p/of/nido^  nocb  je  mein  Sprach- 
gefühl irgendwie  verletzt  hat.  Ich  habe  sie  immer  für  einen  kecken 
aber  keineswegs  nnschöneti  Vulgarismus  angesehen,  und  bin  noch  heute, 
trotz  Geseners  Einwand,  der  Meinung,  dass  en  pos  suf/a^  tuya,  miiiy  nmstra, 
vueMra  und  en  pos  dd,  della,  deilos,  dellaSy  gleichwie  ploguido  und 
seinesgleichen,  besonders  in  pikaresken  Strassenlicdern,  in  dialektischen 
Litteralurproben,  und  in  der  real  istisch- gefärbten  Sprarbo  der  Posse  und 
etwa  des  modernen  Romans,  seinen  Platz  hat.  Bei  genauem  Suchen 
würde  man  ihn  schon  tinden. 

Es  handelt  steh  um  Erhöhung  einer  Präposition  zum  Substantive. 
Das  Gegenstück,  Erniedrigung  von  Substantiven  zu  Präpositionen  hat 
ja  nichts  Befremdendes»  man  denke  an  hazkt  (dial.  haza)  an  cara  und 
cardo,  an  caho  und  cabef  an  jj^  und  ähnlichcüV).  Auch  Ableitungen  von 
Verhältniswörtern  sind  vorhanden:  trascirüf  diantetra,  avautal,  delantal. 
In  beiden  Fällen  gehen  Bildungen  wie  ao  mtu  p6  und  p^  de  mim; 
rabo  d'dk'  und  o  sen  raöo,  4  mhiha  rabcint,  a  par  dellc,  also  Possessiv- 
und  Präpositlonalkonstructionen,  als  vollkommen  gleichberechtigt  neben- 
einander her. 

Ueberlegt  man  sich,  mit  welcher  Freiheit  das  Portugiesische  In- 
variabilia  z.  B.  sogar  blosse  Suffixe  wie  das,  Adjeotiven  eignende, 
Augraentativum  und  Pejoralivum  ?^//o^  die,  Substantiven  zugehörigen, 
doch  auch  auf  Pronomina  und  Verben  (!)  angewandten  Diminutiv-  und 
Augmentativßilben  -üo  -ots  -inho  ■zinho'^],  wie  es  ferner  avo  zeitweilig 
adjectiviren  und  substantiviren  kann;  erinnert  man  sich  an  die  Be- 
handlung  ganzer  Sfitze  und  Satzteile  als  wären  sie  Hauptwörter  {diztpits 
pens^ques  dixemea  mamoia  oislo  pcsamc  quehaceres  bknteceo  hazmereir 


1)  Cara  aqui,  cara  alli, 
Cara  alb\  cara  aculhn  t.  B.  bei  Siinäo  Machadn   und  Quevedo;  pc  vitilfaebst' 

im  Borcittbischen ;  rabo  im  groben  rurtu^iesisch. 

2)  Id  der  fanülifireii  Sprache  aind  Zärtlichkeitaausdrllcke  wie  hijito  mittQ  \ 
üblich  (besondera  Im  Andalusiscbeti).    Der  Rrüailianer  sulieot  sich  ni  ^ '     *' 
(Sie-cheo!)    uma:inha   und  fotzitdto   estotiztnho    cHnsinho  qucrsii 
Crtdinho!  ein  aaofterea  credol  bort  ninn  auch  hier  su  Lande  alD 


Zur  Cibdäreal  -  Frage 

nonadaa  nones  etc.];  au  der  Loalöaung  der  Flectionsendung  der  1.  Person 
Plnralis  imos)  vom  Verbura,  und  UmstempeluDg  derselben  zum  Personal- 
pronomen; an  die  Stellung,  welche  das  trennbare  Präfix  rr  [und  ver- 
doppelt arrr\  und  ar  und  per  in  der  alten  Sprache  gespielt  haben:  an 
hudes  für  //r/y  de  und  htwirw  für  häv  de;  und  zieht  man  überdies  die 
auBschliesslich  reflexive  Bedeutung  des  adjectivischen  Pogseasivpronoraena 
3.  Person  in  Betracht,  dem  auf  der  Ilalbinsel  der  Genitiv  des  Personal- 
pronomens  so  scharf  gegenübersteht  dasa^ffw  sna:  8n  *'«//ü  nie  mit  d'elle 
d'eVa  d'ellcs  d'eflas  dfl  dvUu  dälos  dt'lhts  auszutauschen  sind,  so  wird 
man  auch  der  Erhöhung  von  pos  zum  zeitweiligen  Substantiv  nicht  so 
schroff  wie  Prof.  Gessner  ein  gebieterisches  Halt!  zurufen. 

Alle  zusammengesetzten  Präpositionen  mit  folgendem  de  könnten, 
meinem  Gefühle  nach,  das  gleiche  Schicksal  haben.  Eu  />os  de  dfos; 
en  contra  de  dlos;  en  pro  de  ellos  ermöglichen,  oder  bedingen  fast,  für 
diejenigen  Fälle  wo  das  Vorhältnies  ein  reflexives  ist,  dio  Verwand- 
lung zu  ni  jjos  sHifO  oder  suya\  en  pro  suya  oder  siiyo',  en  contra  >:wio 
oder  Buyu. 

Die  Oeschlechtsbefitimmung  muss  in  solchen  Fällen  eine  willkür- 
liche sein:  pro  wie  timfru  sind  im  Spanischen  und  Portugiesischen  bald 
männlich,  bald  weiblich.  Der  Spanier  gebraucht  seit  Jahrhunderten 
Tag  für  Tag  die  Wendungen  6'/  pro  ij  et  contra  ^  sagt  aber  auch  bis- 
weilen el  pro  y  ia  contra  (Celestina  XXI).  Weibliches  pro  spricht  er  in 
tnaht  prft  nif  hicUse  nb.  IX),  lnunu  jiro  te  hiigu  ;  hictlo  jwr  ruestra  pro 
(Homanc.  Wolf,  68») :  neuerdings  überwiegt  überhaupt  das  Femininum  in 
Schriftwerken^  vermutlich  weil  die  Oelehrtt'Ti  an  die  humoristische  Ab- 
leitung  von  prole  Nachkommenschaft  glaubten').  Auch  die 
Portugiesen  rufen  aU  Prosit!  lioa  prol  te  fu^af  In  alteren  Denkmälern 
ist  das  MaHCulinum  vorherrschend,  wenn  es  nicht  ausschliesslich  herrscht: 
Ich  kenne  z.  B.  a  neu  prol  (Prestes  :^^^2);  mens  pncati^o»  t  meux  proes 


1)  loh  trenDe  es  Belbstveratändlich  ganz  eotschiedcD  daroo,  uud  betrachte  es 
entschieden  als  alte  Präposition.    Form  und  Bedeutung  verlangen  es.  Von 

ehkommeoschaft  bis  zu  Nutzen,  Vorteil  ist  der  .Sprung  denn  doch 
etwas  heftig  1  Und  im  Spanischen  ist  eine  Form  jtrol  mit  l  nicht  uncfaweic-bar:  nur 
pro,  und  ganz  vereinzelt  auch  willkommeoea  pröd^  das  von  Gelehrten  aus  prodeitse 
erscltluttsen  scheint,  als  Plural  nur  jnörtt;  im  Port.  Hgurirt  zwar  neben  ^iö  auch 
prol,  doch  i*t  pro  dio  gute  alte  unendlich  oft  lumulzte  Form;  und  das  «päter  an- 
gefügte t  entstammt  nlli-r  Wahrscheinlichkeit  oarh  der  ott  bekundeten  Antipathie 
des  Westen«  gegen  betonte  Auslautsvocalc  [et  periU  ncWn  pcrian  für  perü;  Ber- 
xebul,  Noel,  Andrei],  es  kann  .iber  auch  einem  verk<«hrten  Kücksoblusse  Hua 
d«n  Plurnl  prues  das  Dasein  d.-iukeu.  Man  adilos»  von  proei*  auf  prol  wie  von 
sote  foes  caraco€*  auf  «oi  rol  caracol. 


im 


Caruliua  MicbaSlis  de  Vascoacelba 


(ib.  349);  ospn'fs  eos  confras;  os  proes  e  percalQos'^  os  contras  da  vdhice; 
bvm  pro  Ihe  faca;  dar  os  prolfaras  und  altapan.  el  ff  ran  pr6  (Chron.  I 
p.  209).  —  Unbestimmt  bleibt  dae  Geschlecht  in  su  pro  |refl  /a  Reimt 
mtendiö  que  n<yit  era  .««  pr6\  (ib.  122.  142.  304.  u.  568);  su  pro  del 
(ib.  148)^  a  m  i>r6  (127);  sin  pro  (428);  teuer  pro  (135);  guardar 
pr/i  {\21)\  fullur  su  pro  (304);  dos  proes  (309).  Prägnantes  pro  sufjo 
ffir  SU  pro  kann  ich  niclit  nachweisen,  doch  ergiebt  eich  folgerichtig 
eins  aus  dem  anderen,  wie  aus  port.  mm  pro  oder  rneus  pr6es  gleich- 
falls Phrasen  wie  etn  mnt  hu  Sfu  hosso  rosso  pro  und  tm  pro  (ftfie 
d*ella  d'fifcs  d'ellas  folgen  mu asten.  Das  Gesetz  der  schiefen  Ebene 
gilt  auch  hier.  Fht  mi  pr6  hat  in  seinem  Gefoljje  r«  mi  c<>ntra\  tm 
mfu  contra.  Aus  eu  pos  rf'  t-lloH  durfte  wenigstens  en  pos  suifo  oder 
sitya  werden.  —  Auch  im  port  ao  depois,  ö  depots  ist  depois  ein  Sub- 
Btantiv  geworden^)»  — 

Zu  guterletzt  kommen  mir  zwei  Stellen  ins  Gehege,  welche  be- 
weisen, daas  ich  dem  Wilde  auf  der  rechten  Fährte  gefolgt  bin. 

Die  erste  gehört  Duran  an,  dem  Niemand  Kenntniss  seines  castellatw 
absprechen  wird.  Derselbe  mues  tu  pofi  smja  für  korrektes  Spanisch 
gehalten  haben.  Denn  auch  er  verwendet  die  Formel  im  Mährlein  vom 
französischen  Eönigskind«^ ,  das  er  mit  grossem  Geschick  aus  alten 
Kindheitserinnerungen  und  handschriftlichen  B>agmenten  in  archaischenti 
Romanzenatyle  rekonstruirt  hat.  Doch  behandelt  er  pos  als  Masculinum, 
und  beweist  damit;  dass  er  nicht  etwa,  wie  man  vermuten  könnte, 
Cihdarcal  nachschreibt.  Im  Romancero  1  Nr.  313  p.  171  sagt  er: 
en  po8  tut/o  ir  he,  pantor^ 
en  poH  tuijo  habre  de  ir 

und  lässt  der  Wendung  ruhig  ihren  Platz  neben: 

ya  se  va  en  pott  del  vUlano 
und  renid  vos  ett  pos  de  mi 

Doch  Zweifel  süchtige  können  Anstoss  nehmen  an  einem  Citate  aus 
einer  Fälschung,  so  unschuldig  sie  auch  sei;  und  eine,  ob  auch  un- 
schuldige  Fälschung  ist  die  Infantina  nun  einmal. 

Die  zweite  Stelle  aber  ist  echt:  ich  entnehme  sie  dem  berühmten 
asturischen  Romanschriftsteller  Pereda.  Er  benutzt  in  seiner  reizenden, 
in  Santander  spielenden,  an  Dialektwendungen  reichen  Sotileza  die 
Formel  en  voufra  tuija  (p.  412,  Madrid  1885). 

Damit  will  ich  meinerseits  meine  Aufgabe  für  beendet  er- 
klären. 


I)  Die  MäfarcheDersäbler  verbiudea  ihre  Sätze  durch  diesen  in  seiner  stetOD 
Wiederholung  unachönen  Zwiekel. 


Zur  Gibdäreal- Frage 


137 


Ich  habe  bewiesen,  wenn  auch  auT  Grund  ganz  dürftiger  nur  boi- 
lauflg  gesammelter  Materialien,  daaa  phijuida  und  en  pos  smja  keine 
aus  dem  Haupte  Cibdareals  entsprungenen  WiJIkürbildungen^  sondern 
von  demselben  auf  dem  Boden  der  lebendigen  VulkBsprache  gepflückte 
Vulgarismen  sind,  deren  Aufnahme  in  die  Schriftsprache  nur  Sache  des 
Geschmacks  und  der  Upportunität  iat. 

Ob  man  aus  dieeem  Nachweis  aber  den  Schlusa  ziehen  darf,  dass 
der  Centon  echt  iat?  oder  ganz  im  Gegenteil  den  anderen,  daas  nur 
ein  Fälscher  künstlich  und  abäicbtlich  beim  Fabriciren  von  Dokumenten 
derartige  „Genialitäten"  in  sein  Manuscript  einschwärzen  konnte?  Das 
bleibe  dahingestellt.  Der  eine  wird  dieser,  der  andere  jener  Meinung 
aein.  — 

Hat  der  Graf  de  la  Koea  den  Centon  erfunden,  so  niuss  man  ihn 
für  einen  Mann  von  gutem  Geschmack  und  klarem  Verstände  halten: 
denn  der  Centon  ist  frei  von  jener  verräterischen  Häufung  absonder- 
licher Archaismen,  welche  andere  Fälschungen  zur  Schau  tragen,  z.  B, 
die  abschreckende  port.  Ca n^MO  deGongalo  Hermingues,  die  des 
EgasMoniz,  und  das  Cavalragment,  und  wie  sei  bat  die  ehrlich  und  ab- 
sichtlich den  Volkston  anschlagenden  Schäferlieder  gewisser  Kunstdiehter 
(Padilla  im  Romanceru  de  Zamora)  sie  darbieten.  Nur  gelegentlich 
wie  die  wahre  Volkspoesie  und  die  echten  alten  Dokumente  flechten 
die  spanlBchün  Briefe  eine  drastische  keckere  Formt-I  ein.  — 

Porto,  März  1889.    —     Leva,  August  1890. 


Der  Cancionero  von  Neapel  *). 

Yoo 
E.  Teza. 


thberMkrIfteii. 

I.  (1)  EBtaoeias  de  ml  senora  la  daquesa 

dona  Artemisa. 

II.  (2^)  Cancion  de  angalan  a  nnanave 

doode  86  embaroö  sa  d.«  por  Lope 
de  Vega. 

IIL  (3)  Redondillas  de  an  galan  a  tma 
dama  consUnte,  por  Agoilar. 

IV.  (4v)  Romanee  de  an  galan  qae  se 

le  moriö  an  dama,  por  don  Guil- 
len  de  Castro. 

V.  (6v)Soneto  de  un  galan  qae  esperaaa 

la  nocbe  para  ver  sa  dama,  por 
don  Gaillen  de  Gastro. 

VI.  (7)  Decimas  de  an  galan  ausente  i 

^eloso,  por  doo  Gaillen  de  Castro. 

VII.  (8)  Carta  eo  ter^etos  de  nn  aasente 

por  ana  desgrayia  a  un  amigo 
soyo,  por  don  Gaillen  de  Castro. 

VIII.  (llv)  Qaintillas  de  un  galan  de 
senganado  y  quejoso,   por  don 
Gaillen  de  Castro. 

IX.  (12'')  Letrilla  de  barlas  de  don  Luis 

de  Gongora. 


liiedenutflMce« 

So  yo  la  qae  en  el  campo  mas  florido. 

Maldito   el   qae   Imbenfö  qae   el  mar 
sin  dneflo. 

CieloB  de  estellas  sembrados. 

DMeada  maerte  mia. 


Apenas  llega  la  luciente  aarora. 

Despues  qae  dej6  de  ver. 

Como  podrä,  senor,  mi  mano  osada. 

Escape  de  las  prisiones. 

Buela  pensamiento  y  diles. 


1)  Herr  Professur  E.Teza  in  Padua  gibt  hier  auf  meinen  Wansch  ein  genaues 
Inhaltsverzeichnis  desCaucionerü  von  Neapel,  wofür  ich  ihm  auch  an  dieser 
Stelle  bestens  danke.  Weiteres  über  diese  wichtige  Handschrift  bringen  die  Schriften, 
welche  ich  io  der  Satzprobe  fUr  die  Herren  Mitarbeiter  des  Kritischen  Jahres- 
berichts über  die  Fortschritte  der  Romanischen  Philologie  (Sonder> 
.-ibdrnc'k  aus  dem  I.  Kand  des  Jahresberichts)  besprochen  habe. 

Dresden.  Karl  Vollnailer. 


Der  CancioDero  von  Neapel 


139 


X.  (13  v)  Novenas  de  nn  galan  aosente 

que  faö  amado  y  en  aus.«  fuö 
oluidado,  por  Mathias  de  Estrad  a. 

XI.  (14  v)  Soneto  de  an  galan  qae  raega 

consolado,  por  el  licenciado  Soto. 

XII.  (15)  Redondillas  de  nn  galan  que 

beoi6  el  agaa  que  le  sobrö  a  su 
dama,  por  don  Francisco  de  la 
Caena. 

XIII.  (16)  Octaua  rima  al  tiempo,  por 
Gaspar  de  Agnilar. 

XIV.  (17  V)  Cancion  de  an  aflijido  au- 
sente,  por  don  Guillen  de  Castro. 

XV.  (18)  Letrilla  de  barlas,  por  Linan. 

XVI.  (19 V)  Romance  de  an  galan  des- 
oriuiendo  an  jardin,  por  Lope  de 
Vega. 

XVII.  (21)  Soneto  de  an  galan  qae  uido 
a  SU  dama  puestas  unas  cal^as 
ayules  con  ligas  sobre  unos  cba- 
pines  de  plata,  por  don  Luis  de 
Gongora. 

XVIII.  (21 V)  Denimas  de  un  galan  ena- 
morado  y  confuso,  por  Mathias 
de  Estrada. 

XIX.  (22)  Tercetos  de  un  galan  que  se 

fuä  aflixido  por  la  muerte  de  su 
dama,  y  escriue  a  un  amigo  suyo 
en  auseuQia,  por  don  Guillen  de 
Gastro. 

XX.  (24 V)  Quartillas  a  una  dama  que 

estaua  a  la  muerte,  por  el  ligen- 
giado  Martinez  de  Jacn. 

XXI.  (26)  Octaua  rima  contra  la  espe- 

ran9a,  por  Miguel  Veneito. 

XXU.  (27)  Folias  por  Jhoseph  de  Lesaca. 

XXIII.  (28)  Romance  de  un  pastor 
enamorado,  sin  autor. 

XXIV.  (29»)  Soneto  a  la  noche,  por 
Lope  de  Vega. 

XXV.  (30)  Romance  de  un  galan  aflizido, 
po[r]  Jhoseph  de  Lesaca. 


Enfermo  del  mal  de  ausen^ia. 

Cauellos  que  en  color  uenyeis  al  oro. 
la  yo  e  pagado  tu  agrauio. 

Caduco  tiempo  que  la  culpa  tiencs. 
Mas  negra  que  mi  suerto. 

Para  que  a  Pelayo. 

En  uu  jardin  Zelia  bermosa. 

Yo  bi  sobre  dos  piernas  plateadas. 

No  descansce  mi  dolor. 

Por  que  en  mi  alma  la  rra^on  te  a  hccho. 

Hermosa  Nise  que  estas. 

Quien  de  goyar  un  bien  tiene  esperan^. 

Mis  penas  pare^en. 
Desdora  la  noche  fria. 

Noche  fabricadora  de  embelecus 
Lagrimas  salid  aprisa. 


^H             ^^^^^ 

re«i                    ^^^^^^^^^^^^^^^H 

^^^B         XXVI.  (31)  Sonetu  de  la  fuer^a  de  la 

Es  la  priaioD  im  eo^endidu  fuegu.        ^^1 

^^^^^^^               prision  en  los   amigos  mayores. 

^^M 

^^^^^B             por            de  Vega. 

^H 

^^^^^    XXVIf    (31 V)  QuintitLis  a  ona  maorte 

Pur  sf^r  cosa  tan  prouada.                   ^^H 

^^^^^^^             de    distal   que  Ikuaua  una  dama 

^^1 

^^^^^^b           pordix,|y]  pordon  Frao.coVillaaova. 

^H 

^^^^^^^    XXYIII.   (32)    Cjin^ion     de    uo    gaUn 

De  üras  laves  betlas.                           ^^H 

^^^^^^^               pidicndo    fauures    HtijldoB,     por 

^^1 

^^^^^^b             Jhoseph  de  Leaaca. 

^H 

^^^^^^    XXrX.  (331  Octaua   rima  a  uoa  dama 

Si  qui<  ij  uio  uuoa  caiielloa  pare^tdoe.  ^^B 

^^^^^^^               qiie  eo  uoa  rtitermedad  le  coi- 

^J 

^^^^^^H             taron  los  cabeltos,  por  donGuitten 

^^H 

^^^^^'^            de  Ctistro. 

^H 

^^^^^^    XXX.  (34)  Quart tllati  de  un  galao  que 

Lloren  laa  desdicbaa  miaa.                   ^^H 

^^^^^H              86  quexa  de  aus  ojos,  pur  Mathi:i3 

^^1 

^^^^^^             de  Estrada. 

^^ 

^^^^^^    XXXI.  (3&)  Soneto   a  uu  espejü ,    pur 

En  eae  criatal  puro  y  transparente.      ^^1 

^^^^^^H              Gaapar  de  A^utlar. 

^H 

^^^^^    XXXII.  (35  V)  Dialogo  eu  quintilhu  enrrtj 

(6a.)  Aseguraudome  uoy.                   ^^H 

^^^^^^               ua  galao  y  una  dama  vmbu^ada  eu 

^^H 

^^^^^^H             UD  Barao,  pur  dou  G  uillen  de  Cdstrü. 

^H 

^         XXXIll.  (39)  äoiietu  a  una  dama  que 

Es  la  eaperanga  tina  dudosa  auerte.         ■ 

^^^^^^^               diä  una  eapcran^a  iargi^,  por  dua 

^^J 

^^^^^H              Beroabe  de  Baltierra. 

^^1 

^^^r^  XXXIV.  (39'')  Folioä. 

Por  amorea  raadre.                                     V 

^^^H           XXXV.  (41)  Siiueto  de  quatru  lengtias 

Hella  pianta  gentil  oe  le  cut  froode.         1 

^^^^L^^               al  caaaaiietito  de  dooa  Chaterioa 

J 

^^^^^^L              Caaantllaa,      por      Gaapar      de 

^^1 

^^^^^^F             Ägullar. 

^H 

^^^^^^    XXXVI.  (4 1 V)    Caiif tuD    de    un    gataa 

Eq  est»  carcel  dura.                            ^^M 

^^^^^^H              quexoao  de  ta  car^eh    no  se  le 

^^M 

^^^^^^1              saue 

^B 

^^^^^^     XXX VII.  (42  V)  Soneto  a  ta  canoni<;agion 

La  uerde  yedra  &1  uerde  tronco  aaida. 

^^^^^^H               de  el  eanoto  Frai  Diego  de  Atcala,, 

^^^^^^V               por  Lope  de  Vega. 

^^^^^^     XXXVIII.  (43)  Souetu  a  la  canoDi^-a^run 

^in  que  cotttraste  la  umtidad  profunda. 

^^^H^^              del  s.to  Frai  Di.<>  deÄlcala,  por 

^^^^^^B                Laper^io  Leonardo. 

^ 

^^^H          XXXIX.  (43^)  RoDiaaue  de   un  galan 

Perdooa  bella  ofendida.                     ^^H 

^^^H                     CBCQBaDdofl«    ooD   au  dama,  por 

^^1 

^^^H                     don  Guillea  de  Castro. 

^H 

^^^^^^^    XU  (44)  Outaaa  rimu  adbirtiendo  comu 

El  galan  oluidado  y  oleadido.            ^^H 

^^^^^^L              sea  de  oeogar  an  galan  de  una 

1 

Der  Cancionero  von  Neapel 


141 


dama  mndable,  por  don  GuilleD 
de  Castro. 

XLI.  (45)  Carta  en  quartillas  de  uoa 
dama  a  su  galan  ausenfe  por 
una  desgra^ia,  por  don  Gnilleo 
de  Castro. 

XLII.  (46  v)  Romance  de  un  galan  satis- 
fecho  de  gelosso,  por  Lope  de 
Vega. 

XLni.  (47  v)  Decimas  de  un  galan  cor- 
rido  de  aaer  amado  a  una  dama 
qae  le  oluidana,  por  Lope  de 
Vega. 

XLIY.  (48"")  Romance  de  un  galan 
preso  por  causa  de  su  d.»  por 
don  Guillen  de  Castro. 

XLV.  (49  V)  Qaintillas  de  un  galan  que 
una  pariente  le  dexana  por  pobre 
y  se  cassana  con  un  rico,  por 
don  Guillen  de  Castro. 

XLVI.  (52)  Romance  de  un  galan  de- 
sesperado,  no  se  le  saue  antor. 

XLVII.  (53  v)  Decimas  de  un  galan  olui- 
dado,  por  Gon^alo  Rodriguez. 

XLVIII.  (ö5^)  Romanze  a  los  quellos 
reformados,  por  Lope  de  Vega. 

XLIX.  (58)  Soneto  al  tnmnlo  del  rey 
nnestro  senor  don  Phelfpe,  en 
boca  de  un  ualenton  y  un  sol- 
dado,  por  Qeruantes. 

L.  (58  v)  Soneto  retratando  la  corte, 
por  Luis  de  Gongora. 

LL  (59)  Soneto  a  la  esperan^a,  por 
mi^er  Artieda. 

LIL  (59  ▼)  Decimas  de  un  galan  de- 
senganado,  por  Luper^io  Leo- 
nardo. 

Lm.  (61)  Cancion  de  un  galan  que  se 
despide  de  su  dama,  por  Lope 
de  Vega. 

LIV.  (62  ▼)  Quintillas  a  nnas  damas  que 
hiyieron  una  ^eruatana  de  una 
cafla  y  se  hablanan  por  ella  de 


LisenQia  imbio  a  pedirte. 

Descansad  sospechas  mias. 
Quando  me  acuerdo  de  ti. 

Salid  ardientes  suspiros. 
Amor  pues  pago  tributo. 

Acanö  ya  de  llegar. 

Que  demonio  me  atormenta. 

No  sobre  el  cuello  cortado. 

Boto  a  Dios  que  me  espanta  esta  gran- 
de^a. 

Grandes  mas  que  elefantes  y  mas  que 
abadas. 

Que  gloria  siente  y  bienabenturan^a. 
Bien  pensara  quien  me  oyere. 

La  nerde  primanera. 

Bien  beo  que  seiialais. 


142 


E.  Teza 


ona   oeotana  a   otra,    por    don 
Gaiilen  de  Castro. 

LV.  (fö)  Romanee  a  don  Alonso  Peres 
de  Gozmao ,  el  boen  alcayde  de 
Tarifa,  a  quien  amenazaaan  los 
moros  con  qae  degollarian  nn 
bijo  snyo  qae  aoian  captiuado  y 
el  les  arroxö  un  padal  con  que  le 
degollasen;  por  don  Migael  Ri- 
bellas. 

LVI.  (67)  Folia«. 

LVII.  (68)  Octaaa  rima  al  estado  de 
las  almas  de  purgatorio,  por 
Oaspar  de  Agailar. 

LVIII.  (69)  Qoartillas  a  an  pastor  aiexo 
caaado  con  ana  ^agala  mo^a, 
por  el  canonigo  Tarrega. 

LIX.  (71 V)  Olosa  a  los  aersos  sigaien- 
tes,  por  don  Migael  de  Ribellas. 

LX.  (?3v)  Cangion  de  ana  dama  a  la 
honra,  por  Vincente  de  Espinel. 

LXI.  (74)  Romanee  de  un  galan  a  ana 
dama  qae  se  le  muriö,  por  don 
Bemabo  de  Balterra. 

LXII.  (7f)v)  Letrilla. 

LXIII.  (76 V)  Cantellanas  de  una  dama 
quo  8U  galan  lo  diö  un  papel 
donüe  il  tenia  esoriptos  snspecca- 
doH  peiisando  darlo  un  billete, 
por  Miguel  Vunoito. 

LXIV.  (7!)^)  Soiieto  a  una  dama  cniel, 
por  el  ductor  (Jaiai. 

LXV.  (80)  Sunutu  contra  las  pliimas, 
por  don  (luillun  Kelui». 

LXVl.  (80^)  Dccimas  de  un  giilan  quo 
euamor«)  de  una  dama  quo  can- 
taua  auisadu  de  que  so  ena- 
moraria  si  la  uieso  y  oyesBO,  por 
dun  Miguel  Ribellas. 

KXVH.  (82 V)  Redondillas  do  un  galan 
quo  saliö  desterrado  pur  causa 
de  Hu  dama,  por  Lopo  do 
Vega. 


A  la  sobernia  anwnafa. 


Alamos  del  prado. 

Si  al  que  pretende  gloria  cono^ida. 

Estrangero  mayoral. 

Si  el  contento  me  entriste^e. 
Sobre  la  blan9a[«ür]  frente. 
Salid  lagrimas  del  alma. 

AI  caao  de  los  ados  mil. 
Ta  piensas  con  el  papel. 


No  eres  nieue  que  fueras  derretida. 
Yo  soy  aquella  qae  mi  antigno  offi^o. 
Crei  que  al  rayo  imbisible. 

Filis  las  desdichas  mias. 


Der  Cancionero  von  Neapel 


143 


LXVm.  (85  ▼)  Letrilla. 

LXIX.  (Se^^)  Caatellanas  de  un  galan 
que  se  miraiia  a  un  espejo  por 
que  paregia  a  su  dama,  por  Migael 
Veneito. 

LXX.  (89  V)  Letrilla. 

LXXI.  (90  V)  Soneto  a  una  nida  des- 
compaesta,  por  don  Gaspar  Mer- 
cader. 

LXXII.  (91)  Soneto  de  un  galan  a  una 
dama  de  quien  andaua  quezoso, 
por  don  Migael  Riuellas. 

LXXIII.  (91 V)  Decimas  de  an  galan 
olnidado,  por  Lope  de  Vega. 

LXXIV.  (93)  Octaua  rima  contra  los 
lisonjeros,  por  Jusepe  de  Le- 
saca. 

LXXV.  (94)  Romanze  a  una  oueua  uuy 
escura,  por  Migael  de  Qeruantes. 

LXXVI.  (95  ▼)  Qaintillas  de  un  galan 
que  tenia  el  pensamiento  en  alto 
lugar,  por  Gaspar  de  Agailar. 

LXXVII.  (97)  Letrilla. 

LXXVIII.  (98  V)  Romance. 

LXXIX.  (103)  Octaua  rima  a  an  caual- 
lero  que  pregant6  como  podia 
uengarse  de  una  dama  mndable 
sin  dezarla,  por  Miguel  Veneito. 

LXXX.  (104)  Glosa  de  una  monja  qae 
no  se  dize  su  nombre  a  los  uersos 
siguientes. 

LXXXI.  (105^)  Decimas  de  un  galan  a 
la  muerte  de  an  amigo  suyo,  por 
Mathias  de  Estrada. 

LXXXII.  (107)  Letrilla. 

LXXXIIL  (108)  Romance  de  un  galan 
a  una  dama  cruel  y  crmosa,  por 
don  Guillen  Beluis. 

LXXX  IV.  (109  ▼)  Castellanas  a  una  dama 
qae  uiendose  con  su  galan  finziö 
an  desmayo  por  no  defenderse, 
por  Migael  Veneito. 


A  la  uilla  voy. 

El  cristal  de  mis  antojos. 


Por  la  calle  abaxo. 

Busco  paz  y  roantengo  eterna  guerra. 

Si  boy  ni  se  tras  ti  por  qae  te  dexo. 

A  quien  contarö  mis  quexas. 
El  qae  lisonjas  en  el  pecho  cria. 

Yaze  donde  el  aol  se  pone. 
Diuino  imposible  mio. 

Pensamiento  no  aoleis. 
Mormurauan  los  ro^ines. 
Consejos  pides  en  llorar  desecho. 

De  aestros  ojos  ^entellas. 

Como  dire  mis  enojos. 

Ya  no  soy  quien  ser  solia. 
De  tu  diuina  hermosnra. 

Dichoso  premio  mere^e. 


144 


E.  Teza 


LXXXV.  (112)  Soneto  de  an  galan  ena- 
morado  arrepentido  de  estarlo, 
por  Bartolone  Joan  Leonardo. 

LXXXVJ.  (112'')  Soneto  a  la  muerte 
de  do0  nietos  de  el  maestro  de 
Monteaa,  por  el  miamo. 

LXXXYII.  (113)  Soneto  de  an  galan  a 
nna  dama  qne  Ic  pidiö  an  soneto, 
por  el  dnque  de  Osnna. 

LXXXVIII.  (113  ^)  Cangion  de  an  galan 
aasente,  por  Lope  de  Vega. 

LXXXIX.  (114)  Decimas  de  an  galan 
aborre^ido,  por  Vicente  de  Espinel. 

XC.  (116)  Castellanas  a  nna  dama  qae 
an  cohete  le  qnemö  las  ligas, 
por  Miguel  Yeneito. 

XCI.  (120  ▼)  Letrilla  de  burlas,  por  don 
Luis  de  Gongora. 

XCn.  (121)  Romance  de  an  amante  y 
quexoso,  por  don  Gaspar  Mercader. 

XCni.  (122)  Redondillas  de  an  galan 
qne  el  se  entiende,  por  Lnpergio 
Leonardo. 

XCIV.  (123)  Gangfon  escriuiendo  y 
aconsejando  a  an  amigo,  por 
Bartolome  Joan  Leonardo. 

XCV  (127)  Romance,  por  don  Luis  de 
Gongora. 

XCVI  (129  V)  Castellanas  a  un  galan  que 
por  mirar  su  dama  errö  una 
dan^a,  por  Miguel  Yeneito. 

XCYIL  (132)  Soneto  de  una  pastora 
qnexosa,  por  Lope  de  Yega. 

XCYIII.  (132  V)  Soneto  de  un  galan 
ausente  al  tiem[p]o,  por  don 
Gallien  de  Castro. 

XCIX.  (133)  Soneto  de  un  galan  ausente, 
por  Lope  de  Yega. 

C  (133  V)  Soneto  de  an  melancolico  de 
an  soeno,  por  don  Gnillen  de 
Castro. 


Lleu6  tras  si  los  pampanos  octabre. 

0  dulQes  prendas  por  mezor  perdidas. 

Pedis  reyna  un  soneto  ya  le  hago. 

En  esta  larga  ausengia. 

No  ay  bien  qne  de  el  mal  me  gaarde. 

LIega  an  ardiente  papel. 

[Mancano  dne  carte]. 

En  las  orillas  del  mar. 
Pasan  mil  casos  por  mi. 

Quien  biue  con  pruden^ia. 

Tendiendo  sus  blancos  paflos. 
Pues  tan  conformes  nos  ucmos. 

Marchitas  plantas  ramas  frntas  rosas. 
Por  que  no  pasas  tiempo  que  tan  snelto. 

Dul^e  atrenido  pensamiento  loco. 
No  me  dexes  en  manos  del  cuidado. 


LAUS  DEO.  MATHIAS  DÜQOE  DE  ESTRADA  LO  ESCRIÜIO. 


Die  Appendix  Frobi. 

Von 
Karl  UllHann. 


flanpts&ohlioh  benutzte  Werke. 

Schlich ardt,  Der  Vokalismas  des  VolgärlateiDS,  3  Bde.,  Leipzig  1866—68. 
Seelmann,  Die  Aassprache  des  Latein,  Heilbronn  1885. 
Gröber,  VnlgSrlateinisehe  Substrate  romanischer  Wörter,  Arch.  f.  latein. 
Lex.  I— Vn,  Leipaig  1884—1890. 


Brambach,  Die  Neugestaltung  der  lateinischen  Orthographie,  Leipzig  1868. 

Corssen,  Ober  Aussprache,  Vokalismus  und  Betonung  der  lateinischen 
Sprache,  2.  Aufl.,  2  Bände,  Leipzig  1868  und  1870. 

Stolz,  Lateinische  Grammatik,  im  Handbuch  der  klassischen  Altertums- 
wissenschaft hg.  von  Iwan  von  Müller,  Band  II,  erste  Auflage,  Nörd- 
lingenl885;  zweite  Auflage,  Mttnchen  1890. 

Vanicek,  Etymologisches  Wörterbuch  der  lateinischen  Sprache,  erste  Auf- 
lage, Leipzig  1874;  sweite  Auflage,  Leipzig  1881. 

Georges,  Tjexicon  der  lateinischen  Wortformen,  2.  Auflage,  Leipzig  1890. 

Dies,  Grammatik  der  romanischen  Sprachen,  drei  Bände,  dritte  Auflage, 

Bonn  1871. 
Gröber,  Grnndriss  der  romanischen  Philologie,  Strassburg  1886. 
Mejer-Lttbke,   Grammatik    der  romanischen    Sprachen,    I.  Romanische 

Lautlehre,  Leipzig  1890. 
Meyer-Lttbke,  Italienische  Grammatik,  Leipzig  1890. 
Pirandello,  Laute  und  Lautentwicklung  der  Mundart  von  Girgenti,  Bonner 

Diasertation,  Halle  1891. 
HoroBi,   Vocalismo  del    dialetto   leccese,  Arch.  Glottol.  IV,   117  —  144, 

Rom  1874. 

BoBumiaebe  FonehanKen  YII.  in 


146 


Ksri  Unana 


D 'O  V  i  d  i « ,  F«act>ea  dd  dtaktt»  di 

Barn  1674. 
8e«rbo,  8(ri  dialecu*  Ckkbro,  FWess  1886u 
8«TiBi,  U  dMktto  di  TmM,  FUrcBs  1881. 


Arck.GI 


.IV,  14S— 11 


Dies,  Etyologiidbet  WSrterVvdb  der  ranaaMclMB  SprM^ea,  viette 

gäbe,  Booa  1878. 
Cftiz,  Soidi  di  etimolo^  tuliMw  e  ronaaz«,  1S78l 
KSrtiog,  L«leiaMeli*mDaimcbes  Wörterbvda,  Paderbora  1880L 


8psDO,  Woeahmlmno  »«rdo-iüJwao  e  itaHano -sarde,  Cftglian  IShl. 
MoriiWmto,  Naoro  DixioBario  SicUiaao-iuJiaBo,  Palcra«  1&76. 
Mittral,  Diettooiwir«  proTea^l  -  franst,  Aix  en  Proveace  o.  J> 
Godefrojr,  DioUonoaire  de  FancieBoe  Usgae  fraa^aaae,  €  Bde.,  Pam  1889. 


Die  Appendix  Probi  ist  erhalten  in  dem  Wiener  Codex  Xr.  17, 
cioer  aos  Bobbio  stammendeo  Uandschrift.  Sie  trägt  ihren  Namen,  veil 
ne  im  Anhang  zur  ars  minor,  als  deren  Verfaaser  Probas  genannt  wird, 
aufgezeichnet  ist  Mit  den  Werken,  die  dem  Probas  zageeehrieben 
werden,  wurde  sie  aach  veröffentlicht,  zum  ersten  Mal  in  den  analect« 
grammatica  v^on  Endlicher  und  Giehenfeld,  darnach  abgedruckt  Ton 
Keil  im  vierten  Band  des  corpus  grammaticoram^).  —  Die  Appendix 
besteht  aus  vier  grösseren  Teilen  und  einem  kleinen  fünften.  Die  beiden 
ersten  und  der  fünfte  sind  Zusammenstellungen  grammatisch  zusammen- 
gehöriger Wörter,  ein  Verzeichnis  von  nomina  generis  masculini  numeri 
semper  pturalis  und  anderes  der  Art.  Sie  sind  unzweifelhaft  aus  einer 
ansffibrlicberen  Vorlage  ausgezogen.  Den  vierten  Teil  bildet  eine  Samm- 
tung  von  difcrimioa.  Der  dritte  —  anal,  gramm.  413  bis  416^  Keil  IV, 
197,  if  bis  199,17  --  kann  nach  dem  Beispiel  der  Schriften  „de  ortho- 
graphia"  als  Orthographie  bezeichnet  werden.  Der  wissenschaftliche 
Begriff  der  Orthographie  ging,  wie  es  scheint  allgemein  in  der  national- 
römischen  Grammatik,  über  den  der  Rechtschreibung  hinaus.  Et  um- 
fasste  die  Lehre  von  der  Aussprache,  in  der  die  Scheidung  anerkannter 
Doppelformcn  der  höheren  und  die  Zurückweisung  mundartlicher  Eigen - 
tümlichkeitcD  der  vulgären  Redeweise  ihrerseits  ihre  Stelle  hatten.  Es 
liegt  kein  Qnind  vor,  eine  Mischung  der  verschiedenen  Elemente  erst 
den  erhaltenen  jüngeren  Erzeugnissen  zuzuschreiben. 

Die  orthographia  der  Appendix  des  Probus  zeichnet  sich  durch 
zwei  Dinge  vor  den  verwandten   Schriften   aus:    Zunächst   durch  die 


I 


1)  Ein  Teil  lit  von  PauI  Meyer  ad  die  Spitze  des  Bectieit  d'aoeieoi  textes 
bas-tütiofl,  fraogais  et  proveu^aux  gestellt  worden. 


Die  Appendix  Probt 


14^ 


Kürze  ihrer  Ausdrucksweise.  Alle  Bemerkungen,  etwa  zweihundert  an 
der  Zahl,  erscheinen  unter  der  Form  setiatus  non  siHufus.  Hierin 
kommen  ihr  nur  wenige  Schriften  nabe^  die  aus  volbtändigeren 
Vorlagen  ausgezogen  sind  und  durch  erzwungene  Kurze  nützlich  sein 
sollen,  80  die  orthographia,  die  unter  dem  Namen  des  Caper  er 
halten  ist,  die  Glossen  des  Placidus.  Dasselbe  Verhältnis  wird  da- 
durch für  die  ortho«;raphia  dee  Prohus  naheg«legt.  Sodann  zeigt  der 
dritte  Teil  der  Appendix  eine  unbefangenere  Aufnahme  vulgärer  VVort- 
formen,  als  man  gemeiniglich  in  der  nationalen  Schulgrammatik  an- 
trifft. Für  viele  und  bedeutende  Voraussetzungen  der  romanischen 
Grammatik  und  des  romanischen  Wörterbuchs  bietet  sie  gute,  für 
einige  die  einzigen  lateinischen  Belege. 

Die  Appendix  wird  deshalb  von  den  Romanisten  seit  langer  Zeit 
geschätzt.  Schon  Diez  fährt  gelegentlich  Ihr  Zeugnis  an,  um  romanische 
Formen  schlechthin  als  schon  lateinisch  aufzuweisen,  »o  ital,  noaco  an 
noscum,  pg.  conaco  an  seoriscus  der  Appendix.  In  demselben  Sinn  ist 
auch  von  Späteren  das  Material  vielfach  herangezogen  werden.  Be« 
sonders  häutig  begegnet  man  dem  Namen  der  Appendix  noch  in  dem 
neuesten  Compondium,  dem  Grundriss  Gröbers.  Schwierigkeiten  ver- 
schiedener Art  stellten  sich  heraus,  sobald  es  galt,  die  Gesamtheit  der 
Formen  um  ihrer  selbst  willen  einheitlich  aufzufassen,  also  zu  einem 
vollständigen  Verständnis  des  ganzen  Textes  zu  gelangen,  Schuchardt 
konnte  sich,  dem  statistischen  Charakter  seines  umfangreichen  Werkes 
entsprechend,  meistens  damit  begnügen,  jedes  Wortbild  nach  dem 
Buchstaben  einfach  an  der  gehörigen  Stelle  zu  verzeichnen.  Die 
Schwierigkeiten,  auf  die  jedoch  auch  er  traf,  äussern  sich,  nicht  weniger 
zugleich  seine  tief  eingehende  Beschäftigung  mit  der  Appendix,  in  ge- 
legentlicher Kritik  der  Überlieferung,  Berücksichtigung  des  Gesamt- 
charakters, Ergänzung  der  Lücken.  Die  sorgfältige  Rekonstruktion  der 
lautlichen  Grundlagen  in  Seelmanns  Buch  musste  umgekehrt  auch  das 
umfassende  Verständnis  einer  der  Hauptquellen  fördern.  Nicht  weniges 
entzog  sich  aber  gerade  bei  ihm.  durch  die  Beschränkung  auf  ein  kon- 
densierteres Material,  dem  Zusammenhang.  So  ist  der  Verfasser  S.  229 
aufrichtig  genug,  der  Vollständigkeit  Rechnung  zu  tragen  und,  ohne 
den  Übergang  gr.  €v  :  o  anderweitig  belegen  zu  können,  bloss  festzu- 
stellen:  „Bei  einem  griechischen  Lehnwort  verbessert  Prob.  app.  K  IV, 
199,  «  ertneni'itmttfa  tion  eroiinotnafa'^. 

Von  den  Latinisten  hob  Brambach  einen  ausgewählten  Teil  des 
Materials  heraus.  Er  sah  in  der  Appendix  eine  orthographische 
Äusserung  der  frühesten  Kaiserzeit  und  suchte  aus  den  getadelten 
Formen  den   archaischen  Spracbzustand   des  ersten  Jahrhunderts  n.  C. 


^(^  A^^^u^^^^^f^^     I^^^Ia  tt^^^g^^^^^Ä^  ^^M  ^^^B 


n\m  w%n  «b»  fMMite  ■wftfciift  Ar  di«  Wit 

4)«  Avi^«ulls  mU  ikfm  formmuätäfm  f  lokafiiiereB.  Cm  m  hShme 
/  '»ftMM  4im  M  4it  BtWiMmft  der  Gftii^  SeüeOt  werden. 

/  anfftf  li«Kto  ror.    L«Aglieh  «uf  Ornsd  dei  in  demWort- 

MUäi*,  VMm  AiJ«4lrwi:k  kommenden  Ideeakreisea  gelangt  Gastoo  PAri«*) 

Mi    (|«fii    Kr^Mbniii,    «lin    Appendix    eei    afrikaoiscben    UrmpniBgi, 

ittj^AllVM  ii|>r«Mh)U:liA  (JrOndfl,  d««    Fehion  gewiiter    «piter  Laotiber- 

iMfiK«,    htf\Umn\m   Ihn,    oin    hob«»  Alter,    als  Grenze  das  finde  de« 

iliifi  «UhihtiiMltiiU,   Nri/.ii«tiL7,<in.     Nicht   wescntiich  Neues  bringt  Sittl 

'lini';,     AikJi  für   die  ZaiihoMlimmung  gewinnt  or  aus  dem  Wortachatz 

dait  AiihaU,  da»  die  A|ip0ndiA  fOr  Ilutden  gescbriebeo  sei. 


Kapitel  1. 

Hur  XtiwiitiiiiH^tiliuiitf  d(^r  Ap|H^tidtx  mit  dor  nationalen  Orammatik. 

KhiM  uriiinrii  l'Viigo  iKMljirl'  /.iinilchst  der  tlrörterung.  Den  beiden 
»iilntit  gituurMiloii  AuMführuK^tui  lirgt  diu  unauRgosprüchene  Ansicht  zn- 
gruiMJi^  diiim  diu  all  foliiiuliuft  vurh(«Nfl<^rti>n  Formen  in  ihrer  Gesamtheit 
•in  elnhuidioho«  Diuikmul  der  latoiniurhon  Volkssprache  ausmachen. 
Nooh  niohri  vott  gruMor  Hudeutung  ist  es^  das«  öittl  in  den  einleitenden 


I)  Vul   u.  1.  M.  a?  und  8.  81. 

9)  t^a^r  t.  Milaaget  KmIm  S.  M7  ff. 

%\  1%  Ws  \|i|teuat\  rruUL  Aivh    r  tat.  \m.  I88d  8.  M7f. 


Die  Appendix  Probi 


149 


Worten  seine  Bereitwilligkeit  kundgiebt,  die  Appendix  als  eine  zeit- 
lich und  örtlich  bestimmte  Quelle  de»  Volkslatein»  zu  be- 
handeln. Dagegen  aber  hatle  er  an  einer  früheren  Stelle '^)  sich  wörtlich 
80  geäussert:  „Die  Appendix  Probi  ist  nicht  ein  Antibarbarus  für  eine 
bestimmte  Provinz^  sondern  eine  fleissi^e  Sammlung  aus  den  Abschnitten 
verschiedener  Grammatiker.^'  Möglicherweise  hat  sich  Sittl  in  der 
Zwischenzeit  irgendwo  auch  mit  dieser  seiner  eignen  Anmerkung  aus- 
einandergesetzt. Hier  mochte  ich  sie  als  ein  Zeugnis  gelten  lassen, 
dass  der  unmittelbare  Eindruck,  den  die  Appendix  macht,  kein  einheit- 
licher ist.  Es  erregt  billig  einige  Verwunderung,  wenn  in  der  Be- 
richtigung mundartlicher  Eigentümlichkeiten  gleicher  Zeit  und  Örtlich- 
keit  197,2  0  wasclus,  schon  197,2  9  ma.^cel  als  die  getadelte  Form  auftritt, 
wenn  unter  den  Ausdrücken  der  alltäglichen  Verkehrssprache,  stahulmn, 
calda,  cufiellum  ein  grammatischer  Terminus  wie  hermeneuma  figuriert. 
1.  Die  Appendix  und  die  instituta  artium^).  Eine  vollständig 
andere  Richtung  hätten  der  speziellen  Beschäftigung  mit  der  Appendix 
einige  nebensächliche  Beobachtungen  Steupa^)  aus  früheren  Jahren  geben 
können,  wenn  sie  an  ihrer  Stelle  auf  mehr  Beachtung  hatten  rechnen 
dürfen.  Über  die  Verbindung  der  Appendix  mit  den  instituta  artium 
und  dem  überkommenen  Namen  des  AuttKrs  derselben  hat  man  sich 
von  vorneherein  hinweggesetzt.  Auch  ist  bemerkenswert,  dass  der 
erste  Teil  der  discrimina,  die  das  vierte  Stück  der  Appendix  bilden, 
zum  zweiten  Mal  in  dem  Codex  Montepessulanus  H06  enthalten  ist  und 
hier  den  Namen  der  discrimina  des  Probus  ausdrücklich  führt.  Dazu 
bringt  Keil  für  eine  der  im  Bobbienser  Codex  allein  überlieferten  Unter- 
scheidungen —  neutrum  und  neutrale 201, 15;  s.  die  Anmerkung  dazu  — 
zwei  Zeugnisse  bei,  die  beide  Probus  als  Urheber  nennen.  Hteup  war 
also  berechtigt  sich  umzusehen^  ob  inhaltlich  ein  Zusammenhang  zwischen 
der  Appendix "'  und  ihrer  Umgebung  stattfindet,  welchem  zufolge  auch 
der  Orthographie  der  Name  des  Probus  zukommt  Ich  wiederhole  in 
einer  übersichtlicheren  Form  seine  Aufstellung  der  zugleich  in  der 
Appendix'^  und  den  instituta  artium  angetroffenen  Correkturen. 


Appendix. 
mus  non  aus  197,  a  s 


instituta   artium. 

quaeriiur  qua  de  causa  hie  avus  tion 
hie  aus  dicatur.  Folgt  ein  analogischer 
Grund.  107,2  9 


1)  Sittl,  die  lokalen  Verschiedenheiten  der  lateinftcben  Sprache,  S.  35  a. 

2)  So  wurde  von  Keil  die  ars  iniDior  gcDauot. 

3)  Steup,  de  Probis  grammaticis,  Jena  1871  S.  170  f. 


^^^^^ITiO                                               K»ri  üllmann                               ^^^^^^^^H 

^m           miles  non  milex  ebenda 

guaeritur  qua  de  causa  miles  per  s  non       ■ 

per  X  scribaiur  .  .  .  12ß,  3  6                           H 

^^^^       (sobrii/-^^  uti'i  siihfr  ebenda 

q.  q,  d.  f.  hie  sobrius   iioti  hie  sober  dica-  ^^M 

tur  .  .  .  126,  2i                                        ^^1 

^            masculus  nmi  mascd  197,2» 

,  ,  ,  q.  q.  d,  c    hie  nmacnlua  et   non  hie  ~ 

mascel  dicatnr  .  .  .  102,  la 

^H           ßffiiius  non  ßgel  ebenda 

q.  g.  d.  c.  hie  ßgulaa  et  höh  hie  ßgel  dica- 

tur  .  ,  .   130,  11 

^H             barbarus  non  harbar  197,  3« 

q.  q.  d   n.  hic  barbaru^  et  non  htc  bnrbur 

dicatitr  .  .      Hi2,  H 

^1            idehii  non  pieps  199,  a 

»/.  7.  d.  c.  jdebs  per  b  et  mm  per  p  scri^ 

batur  .  .  ,  126,  1 

^^^^       lahiius  non  lapsus  199,  11 

q.  q.  d.  r.  labstis  per  b  et  nun  per  p  Ut- 

feram  scrtbafur  .  .  .   126,  e                        ^^^ 

^^^^        tefer  non  Mnts  198.  au 

.  .  .  q.  q.  d.  c.  hie  teter  non  tetrus  dica-  ^^H 

tur        .  59,  37.                                          ^^ 

^^^V              Unter  dieee  Identitäten  mischt  Steup  einige  Anklänge:                     ^^| 

^M           cocleare  non  cocUarium  198, « 

guaeritur  hoc  ioreular  an   hoc  torculare       ■ 

facere  debeat  .  .  .  124,  29                         ^^H 

^^^B        Adon  non  Ädonius  199, 1» 

declinatio  Adonis\-  Adon  etc    121,  as.         ^^H 

^^^V               Steup  schlieset  hier,  der  Verfasser  habe  höchst  wahrscheinlich  die        1 

^m             ars   des  Probus   benutzt.     Weiter  seien   dann  in   der  Appendix   einige        ■ 

^1             Dinge  besprochen,  deren  Behandlung  sich  Probus  ausdröcklicb  für  seine        ■ 

^H             Orthographie  vorbehalte.                                                                                        ■ 

^^^        apevuimn  rton  specfum  l^l^io 

119,  lü  ...  mtit  nomina,  gnae  u  litteram        ■ 

^^^H          und  viele  ähalicheCorrek- 

1      omittant.  ut  puia  seculum  et  seclum  et        1 

^^^B 

cetera  tülia  .      ,   monefnus  ut  quae  vel        m 

quot  sint  nomiiia  quae  haec  facere  pos-        ■ 

sintj  hoc  in   orfhographia  competenter        1 

trariare  deheamus.                                   ^^H 

^^^^^^        Zuweilen  werden  durchaus  ähnliche  Dinge  behandelt:                      ^^J 

^^^^        vacua  non  vaqua  197,  2  s 

quaeritur  qmi  de  causa  sccui  et  non  sequi        M 

dicatur  ...  183,  1«                                        ■ 

^^^^        vacui  noft  vw/ui  ebenda 

'/.  q-dj:.  acut  et  non  oqui  dicatur, . .  183, 20        ■ 

^^^^        trklinium  non  trklmn  19s,  -i  7 

guaeritur  .  .   .  hoc  solstitiu  an  hoc  sotsti- _^^M 

tium  facere  debeat  .  .  ,  124,  s.               ^^| 

^                    Steup  fasBt  nach  allem   sein  Urteil  dahin   zusammen,    Jiunc  irac-       ■ 

^m              tatmn  excerptum  ensi-  cum  ex  arte  Pi'obi  tum   ex  dinpuiatione  de  ortho-       1 

^^^         qrupJiia^.                                                                                                           ^^H 

k "■"""'"■"""  1 

Die  Appendix  Probi 


151 


«7t«  non  eeus  197,  so 


ccxfus  non  cocus  ebenda 
coqiii  non  roci  ebenda 
coquens  non  cocens  ebenda 


acre  non  actum  197,  si 


jrtnujier  mulier  non  paupera 
intdier  ebenda 


q.  q.  d.  c.  (qus  per  q,  H  noti  per  c  litte- 
ratn  scrihatur  .  ,  ,  108,  se 

q.  q.  d.  e.  coqus  per  q  et  non  per  c  lit- 
teram  Hcrihatur  .  .  .  126,  a  9 

.  .  .  nunc  cum  dtraf  Terentius  .  .  .  coqui 
farlores  .  .  .  ebenda 

q,  q.  rf.  c.  coquo  et  non  coco  dicatur  .  .  . 
182,21 

.  ,  .  q.  si  haec  .  .  .  nomina  (auf  «r,  wie 
acer  64, »)  in  genera  neutra  transeant 
.  .  .  qua  liftera  deheant  terniinari;  uti- 
que  e  .  .  .  uf  pufa  hie  vi  haec  acer, 
hoc  acte  64,  18;  ahnliih  92,2» 

.  .  ,  hie  el  haec  pattptr  quod  tfeneris 
communis  pronuntiatur  82,  32 

.  .  .  litatritui  rua  de  causa  Vtrgiltus 
pauperque.  domus  tt  non  pauptra  domus 
pronuntiaril  .  .  .  82,  3  8. 

i^^in  zufatligeu  Zusammcotrefieo  ist  aelbstverständUch  ausgeechIo88en. 
Die  Endung  -d  gleich  lat.  -ulm  wird  nicht  nur  in  der  Appendix*'"  und 
in  den  instituta  artium  in  keinetn  dritten  Beispiel  erwähnt,  sondern  die 
gesamte  übrige  nationale  Grammatik  bringt  ausser  dem  bekannten 
fameP  1  auch  nicht  einen  Pall  zur  Sprache.  Zudem  sind  die  meisten 
der  ausgesonderten  Bemerkungen  in  der  Appendix  in  einer  nahezu 
geschlossenen  Gruppe  197,  a«-. 11  vßreinigt.  Das  könnte  in  etwa  für 
die  Auffassung  Steups  sprechen,  dem  Verfasser  hätten  die  instituta 
artium  vorgelegen.  Aber  auch  in  den  inatituta  artium  finden  sich  ge- 
rade die  beweiskräftigsten  Identitäten  in  mehreren  Stellen  ähnlichen 
regellosen  Charakters,  wie  ihn  die  Appendix  aufweist,  vereinigt.  Haupt- 
sächlich die  groBste  S.  123 — 1;U)  kommt  in  Betracht.  Sie  bildet  den  Ab- 
schlusB  der  systematischen  Besprechung  der  Nomina  und  folgt  auf  die 
Stelle  118,  119,  120,  die  echoo  von  Steup  herangezogen,  aber  nicht 
genug  gewürdigt  worden  ist,  Uier  findet  sich  eine  Aufzählung  dessen, 
was  in  der  Orthographie  behandelt  werden  soll.  Darauf  folgen  Ein- 
teilungen der  Substantiva:  in  lebende  Wesen  und  Dinge,  Eigennamen 
und  Gattungsnamen  und  anderes  der  Art.  Das  Gan/.e  ist  höchst  flüchtig 
hingeworfen,  zunächst  weil  es  nur  die  Andeutung  von  dem  ist,  was  die 
Vorlage  ausfuhrlich  enthielt,  sodann  vit-lleicht  weil  der  Verfasser  wirk- 


1)  Paul  ex  Fest.  87,  s.    Darnach  berichtete  Verrius  F'lacciu,  dass  die  alten 
Osker  famel  sagten.    Die  Stelle  bei  Nonlna,  1 10,  g  hat  famul  mit  spexifisch  latefn.  a. 


K»rl  üllmiDO 

lieh  vorhat,  bei  einer  spSteren  BearbeituDg  ausfübrliclier  zu  sein.  An 
dritter  Stelle  folgt  in  deraelben  flüchtigen  Weise  eioe  Auseinander- 
Setzung  über  Homonyma  und  Synonyma  —  und  merkwürdig,  wie  die 
Appendix"^  ab  die  Ausfübrung  dea  orthographiBcben  Verweises  119^it 
angeeebee  werden  kann,  ao  erecheint  der  vierte  Teil,  die  diacrimina,  ala  die 
Verfolgung  der  bier  gegebenen  Grandlagen.  Eina  der  Beispiele,  foedus 
in  doppelter  Bedeutung  120, 12,  i4,  kehrt  in  der  Appendix'^  203, 27  aua- 
gefübrt  wieder*).  Ea  folgt  in  dem  bunten  Gang  der  instituta  artium 
die  Deklination  einiger  Nomina.  Nicht  nur  Adon,  auch  Herculea  und 
Bonex  taueben  in  der  Appendix '^'^  wieder  auf.  Den  Scbluaa  bilden  ge- 
schloflsen  und  in  groaeer  Menge  die  Bemerkungen,  auf  welche  die  Be- 
trachtung ausging:  Ert^rterungen,  die  mit  der  Einleitung  qitaeriiur  qua 
de  caiisa  schulmSesig  zugestutzt  sind,  vielfach  Vergilglosaen ,  die  also 
am  eheaten  den  Verdacht  fremder  Herkunft  und  höheren  Altere  erregen. 
Hier  liegt  ea  besondera  nahe,  verarbeitetefl  Material  der  grammatischen 
Hinteilasaenschaft  dea  Berytiera  Probus  zu  vermuten.  Gegen  Ende 
130,  15  ff.  werden  ohne  Hinzufügung  einer  Erklärung  /pw«r  und  fernen 
abgewandelt,  deren  vielfach  anzutreffende  Besprechung  wenigetena  bia 
auf  Caper  zurückverfolgt  werden  kann^).  Dasselbe  Material  iat  nuii 
auch;,  vereinzelt  oder  zu  kleineren  Gruppen  vereinigt,  vorher  und  nachher 
zu  erkennen^  und  gerade  mit  diesen  schlechter  verarbeiteten  Beatand- 
teilen hat  die  Appendix '^'^  die  meisten  Berührungen.  Ich  bin  weit  ent- 
fernt,  zu  behaupten:  Daa  ist  Probus,  sondern  ich  glaube  darin  am 
ehesten  die  Vorlage  des  Compilators  der  instituta  artium  zu  er- 
kennen. 

Die  Annahme  Steupa,  der  Verfasser  der  Appendix  habe  die  instituta 
artium  benutzt^  ist  ebenso  abzulehnen  wie  die  naheliegende  Auffaasung, 
dass  der  gleiche  Cumpilator  in  beiden  dieselben  Zusätze  gemacht  hat. 
Es  bleibt  zur  Erklärung  der  Übereinatimmung  nur  die  dritte  Möglich- 
keit: Beide  Compilatoreu  benutzen  dieselbe  Vorlage.  Der  Beweis,  dasa 
die  Appendix  wirklich  aus  einer  dem  Berytier  Probus  zeitlich  näher- 
stehenden  Quelle  schöpft,  wird  geliefert  werden,  wenn  sich  bei  der 
Verfolgung  des  Materials  alte  Elemente  aufweisen  lassen,  die  naob- 
weialich  unmittelbar  oder  über  Caper  auf  Probus  zurückgebracht  werden 
können. 


1)  Wie  sich  ferner  trotz  der  angeblichen  BescbränkaD]^  in  dea  matituta  artium 
solche  DiogQ  finden,  die  in  die  ortbographia  gehören,  so  auch  vor  und  hinter  der 
angezogenen  Stelle  diacriminA.  Z.B.  kehren  wieder:  Basntg  und  bassus  t.  a.  115,  2a  i 
App  rv  203,  9;  Visus  als  u-  und  o-Staium  i.  a.  115,  21;  142.  33;  App.r?  203,  «. 

2)  Gottfried  Keil,  de  Flavio  Capro  grammatico.    Dm.  Halle  1889.   Seit«  U. 


Die  Appendix  ProbJ 


153 


Die  Appendix  und  die  catholica  des  Probüs.    Aqb  den  catbo- 
\K.  IV,  3  ff.)  ißt  ausser  einer  BeBtätigung   für  paupera  16,  ii  nur 
berüchtigte  Etymologie  a-^jes  26,  i?  ff.  heranzuziehen.    Appendix"^ 
198,  14  apes  non  apis. 

Die  Appendix  und  die  excerpta  de  nomine  des  Probua 
IV  207  ff.)«  Probi  de  nomine  excerpta  geben  eine  Bestätigung  für 
Jhtscel  211,  la ;  für  aober  213, 9 :  ebrius  dicitur  noti  eher  sicut  e  contrario 
pcifur  aobrius  non  sober.  Auch  die  instituta  artium  haben  ebrius,  eher 
lor),  4 :  App."^  ist  allein  unvollständig. 

4      Die    Appendix™    und     die    Appendix i.     Appendix i    ecbreibt 
~195,  i  vacuus  per  duas  u  litieras  discretas,  195,  a  equs  und  co<jm  per  q 
mn  per  c  litteram. 

5.  Die  Appendix  und  die  orthographia  des  Caper.  Dass  Caper 
den  Berytier  benutzt  hat,  erhellt  aus  einer  Stelle  des  Julius  Romanus 
hei  Cbarisiua  K.  I,  118,  i,  nach  der  Caper  seinen  Vorgänger  selbat  ge- 
nannt hat.  Ferner  wird  Probus  in  Verbindung  mit  Caper  häufig  von 
Prtscian  citiert.  Priscian  aber  hatte  als  unmittelbare  Quelle  meistens 
die  Sohriften  Capers,  und  diesen  entnahm  er  auch  die  Nennungen  des 
Probus  (Keil  Gr.  lat.  IV,  xvin;  VIT,  89|.  Somit  ist  anzunehmen,  dass 
Caper  seinen  Vorgänger  reichlich  ausgeschrieben  hat.  Unter  dem 
Namen  des  Caper  sind  zwei  Schriften  erhalten:  de  orthographia  {K.  VII, 
i^2ff.)  und  de  verbia  dubiis  (K.  VII,  107  ff  ).  Ein  Grundstock  alter  Ge- 
»hrsamkeit  ist  in  beiden  vorhanden,  und  es  liegt  kein  Anlass  vor,  sie 
dem  Autor,  dessen  Namen  die  Schriften  tragen,  abzusprechen.  Bei  der 
gesamten  Verfolgung  des  Inhalts  der  Appendix,  wie  sie  hier  angestellt 
wird,  hat  man  sich  zu  vergegenwärtigen,  in  welcher  Verdünnung  das 
Material  beider  Gelehrten  auf  uns  gekommen  ist.  In  dieser  Erwägung 
wird  man  der  folgenden  Zusammenstellung  die  Beweiskraft  nicht  versagen. 
Zunächst  ßndet  eine  genauere  Entsprechung:  paupir  muUer  non 
paupera  mulier  nach  Caper  9ö,  2  pauper  vir  et  mulier  dicendnm  non 
paupera  nmlier.  Ferner  spricht  Caper  94, «  von  einer  an  alogischen 
Flexion  von  acer  nach  der  zweiten  Deklination.  —  Es  ist  oben  schon 
gesagt,  dass  die  durch  die  Übereinstimmung  mit  den  instituta  artium 
insgesonderten  Teile  eine  nahezu  geschlossene  Gruppe  bilden^  197,28*3t. 
'Hier  ist  bisher  nicht  nachgewiesen:  lanius  non  ianeo.  Die  Bemerkung 
erhält  durch  Caper  die  Berechtigung  an  ihrer  Stelle:  104,  *  hie  lanius 
nomen  est,  verbutn  autem  laiiio;  dixerunt  tarnen  veferes  et  lanio  in  nomine^)^ 


1)  In  vielen  FSIteo  beruht  die  Verwunderung  der  Grauimatiker  über  »b- 
weichende  Formen  der  Alten  wenifier  auf  der  Merkwürdigkeit  der  Fonneu  aelbst 
all  auf  dem  ZasammeDtrelSeQ  mit  vulgären  Formeo  ilirer  Zeit. 


•Im  B«Mtri(iii>K  «rcbaivtiBcher  Art,  wie  sie  deo  Altes,  Caper  ebeoMwobl 
wto  ProlNM  Mitapncbt.  -  E»  kommt  ferner  hinzu:  App.  196,«  tertuM 
tum  UrtUM  c=  C*ap«r  1 1%  i  termm  non  turtum.  Probas  selbst  besohlf- 
t\gt0  sich  mit  dem  vb.  tergeo.  Da«  geht  aos  eath.  34,  it;  98, st; 
PfiMisn  K  II,  48.^  t»;  528,  »;  Diomedes  K.  I,  367.  t  herTor.  Bier 
handolt  <?•  «ich  abemll  um  die  Pr&sensformen  tergOf  tergeo  sowie  um 
das  Piirfektum  tergi.  Das  Supinuin  tersum  wird  von  Priscian  487,»; 
ly/ß,  T  berührt;  lertutu  wird  von  Noniua  179,  4  M.  besprochen.  Die  Er- 
Artorung  int  mit  andorc'n,  die«  Paul  .Schmidt')  zusammengestellt  hat,  un- 
mittelbar «uf  Probus  nurück/ufGhron.  —  Weiterhin  bietet  zu  App.™ 
I'JH,  I  •  J'iimen  ftun  Jamiti  Cö[»(t  ](».'),  i»  saeva  fames  non  famis  dicendum. 
huNN  dio  Ftymalogifi  a-(>e»  unbodlonklich  bis  tiuf  Probus  zurückgeführt 
werdtiii  kann,  bowoist  dio  entsprechende  von  vulpes  gleich  volipea,  die 
ihr  iiii^htn  niiohgiübt,  und  die  Varro,  I.  K  V,  IUI  schon  von  seinem 
LithriT  Ai'linH  rdhmt.  ('aprr  112,4  wiederholt  sie;  App.  198»  n  be- 
ttMlint  «tiofi  mit.  vitiprs  nun  vulpis.  —  Die  Vergleichong  bloss  ähnlicher 
Diii^M)  glHutto  ich  mir  j«pan«it  ^u  können.  Nur  ein  Beispiel  mochte  ich 
nnruttroii,  wvW  ch  ho  rocht  ihm  I!iiwiuh  für  di*ri  Zusnmmenhsng  mancher 
St<«]l)Mi  dor  inMtikitH  nrtiiim  und  der  AppiMidix  giebt.  Es  lassen  sich 
nflmlirh  pnni^orKl  /UHamnionfUgc>n. 


V«k\H^r  IHi,  7  »uiH  itn't  tu  I  08t- 

tioHf ,   in   dlmöhdionf'  intui 

t'tttuJt,  «lOM.  utiptiiitttH  pUtiWt, 


instituta  arlium  74,  s  interdum  [inveniun- 
tni-  liomina  quav)  in  positione  et  de- 
minulitmr  fnntum  [sinl  constitula)  ut 
ptita  cams,   catuluS]  | 

Appendix"'  198,  t  catulm  non  catellns. 
(>.  Dio  Apprndix  und  das  (ünf/ohnte  Capitel  des  Charisius. 
Von  Caper  gohen  vorschiedono  Ciängo  dor  Überlieferung  ans.  Ein  Ab- 
iohnill  dos  Charisiuii,  das  Capitol  XV,  de  extremitatibus  nominum  (K.  1^ 
ftO— \U^  il  el  du'orsi»  quaestionibus  ^93,  »-112>  verdankt  viel  den 
Schriften  Caper«.  Cber  das  genauere  Verh&ltnis  steht  nichts  fest.  Osann 
und  Christ  nahmt»»  dirt*kte  Entlehnung  an'),  v.  Morawski')  spricht 
•Ml  für  ein««  vermittelnde  Quelle  au»,  wagt  aber  keine  Bestimmung. 
IM«  exakte  Untersuchung  von  Bülte*)  kann  lABerhaib  ihrer  engen 
QfvaaM  nur  die  Vorarbeit  tur  weiteren  Forsehang  biMen.  Keil  «iD 
In  allfMiiaine«  inüg)ieh»t  viel  über  Romana»  herleiten  Für  das  fSsf* 
•vlkutM  (*aiiit*d  r«»u^bt  die  CVnstruktion  nieht  aus,     Daa  giebt  er  aeihai 


I)  ike  M«M  ManNM  aaMoH^tw 

t>  Keil  er  lai.  Va  «i 

D  dst«^  XI.  X»9. 

A)  rw«k«^  J«ki%^  IST  S.  «1  C 


Ul»^  tdüs  3. 153  C 


Die  Appendix  Probi 


155 


ZU  (I,  xLvn).     Jedenfalla  besteht  die  Thateache,   daas  vieles  auf  Caper 
zurückgeht. 

Zunächst  begegnen  wir  auch  hier  dem  Thema  eber,  soher.  Es  ist 
ioteressant  zu  sebeo,  was  iDzwigcbeu  aus  der  Besprechung  geworden  ist. 

[83;  in  heber  et  kebriacus  ne  dixeris;  brta  enim  est.  vas  vinarlum,  unde 
hehrius  et  hehria  dicHur,  hehriosusque  et  hehriosn  . .  .  cut  contrarinrn  est. 
sobriuSf  quod  nomen  comparari  non  debcf  .  .  .  Die  Vereinigung  ver- 
Bchiedeoer  Dinge  ist  jedoch  als  ursprünglich  zu  nehmen.  Nämlich 
ausser  den  schon  angeführten  Htellen  der  inatituta  artium  findet  sich 
hier  im  Zusammenhang  auch  inst.  art.  62,  12  ff.  drts  Verbot,  sobrius  zu 

l  steigern,  wieder,  ferner  dürfte  hier  der  Ausgangspunkt  für  das  discrimen 
ebrius  und  ebriostis  App.  "^  199,  24  zu  sehen  sein.  —  Auch  Charisius 
bildet  82,  22  fem.  acni  n.  acrtmi  nach  der  Analogie,  doch  ist  es  besser, 
das  Ohr  nicht  xu  beleidigen.  —  Eine  zweite  Bestätigung  findet  sich  für 
lanio:  75,  20  laniit^  dicitur,  ut  Terentim  .  ,  .  et  Saltustiua  .  .  .  ionio 
Qutetn  (juasi  deminutio  est  lanli.    Die  Erläuterung  sieht  der  Capers  nicht 

-sehr  ähnlich.  Der  8inn  wird  überhaupt  oret  klar,  wenn  man  sich  er- 
innert, daee  -one  wirklich  auch  romanisch  zur  Deminution  verwandt 
wird.  Die  drei  hier  zusammengebrachten  Stellen  sind  jedoch  die  ein- 
zigen Grammatikernotizen  über  das  Nebonverhältnis  von  lanins  und 
lanio. 

Es  kommt  hinzu;  Apj»  "'  198,  19  gfis  non  gitr  =^  Char.  90,  3  ißh'i^ 
nOfninat/vus  est  hie  glis  non  (jlir,  ut  quidant  vo/unf,  nam  Vurro  .  .  .  et 
Cato  .  ,  ,  ferner  App.*"  198,  i«  alium  non  aleum ;  198,2  dolium  non 
doieum^)  =  Char.  70,2?  .  .  dolium,  alium  .  .  .  sie  enim  dici  debent, 
non,  ut  alii  diserti  dfcimt,  aleum  per  e  et  doUum. 

Aus  dem  Capitol  XVII  ,,de  analogia,  ut  ait  Romanus*,  entnehme 
ich  nur  eine  Bestätigung  für  glir.  131,  i«  glis  Varro  .  .  .  et  Caio  .  .  . 
quidam  enim  hie  glir,  httius  gllria  putanf  ih'vi. 

7.  Die  Appendix  und  das  fünfte  und  sechste  Buch  Prisetans. 
Bei  Priscian  kommt  von  den  Büchern,  die  sieh  mit  den  Nomina  be- 
fassen, der  erste  Teil  des  fünften  Buches  «de  generibus"  in  Betracht^). 
Der  Abschnitt  schlieast  mit  den  Worten:  supra  dictorum  tarnen  nominum 
usus  et  apud  Cuprum  et  apud  Probum  de  dubiis  generibus  invenis*). 
Eine  direkte  Entsprechung  kann  ich  nur  für  paupera  anführen:  152,  8 
pauper  cuius  femininum  in  a  quoque  vrtusfisshni  proferebant  .  .  .  Plau- 
tus  .  ,  .  Termtius  .  ,  .    Aus  gleicher  Quelle  oder  aber  aus  einer  nah 


1)  Cod.  uDigekehrt  t  non  i;  er  deutet  die  VerbesseruDg  selbst  an. 

2)  Gottfried  Keil,  a.  a.  0.  S.  43. 

3)  K.  U,  171. 


15« 


Eari 


Terwandten  schöpft  das 


!  Badi  .de  DomtBAtrro  et 


genidro  casi 

(K.  11^  194  ff ).  Hier  fod««  mth  ror  allem  die  oft  aagezogene  Stelle 
212,  n  in  e  duo  tumi  gmtri*  m€täri,  lae  ,  ,  ,  et  oUtc  .  .  .  inceniuntur 
tffmem  quidam  teitrum  füam  kaec  aUex  ftmimino  ytnert  protulitae,  quod 
Cttper  ctUndit  de  dubüs  gtneribut,  Verrium  Flacxitm  potuine  kane 
aUeeem  dicens.    Dam  App  ™  199,  u  oUee  non  aUrx, 

8.  Die  Appeodix  aod  das  Bobbieaser  Fra^nieot  de  nomine  et 
pronomine.  Sehliesatich  ULatt  «ich  f&r  die  Vorlage  der  Appendix  eine 
Stelle  rekonstruieren,  aus  der  198, «  orbis  wm  orbt  Btairail  Bei  Priscian 
beisst  es  VII,  320,  s  i  in  obs  femmina  laUna  ka&e  seobt  httius  scohis  ei 
scrola  huius  »erobh  [sie  alii,  sed  Probut  nominaHcum  protulit  simiiem 
genttico).  Dazu  stimmt  denn  catb.  20,  s  wo  »crobts  unter  den  Wortern 
auf  -bis  steht.  Eine  Erörterung  wird  vermisst  Anders  das  Bobbienser 
Fragment  de  nomine  et  prooomiae,  welches  ebenfalls  im  cod.  Vind.  17 
enthalten  ist  und  seinem  Wesen  nach  zu  der  Gelehrsamkeit,  die  den 
Namen  des  Probns  trägt,  passt.  Hier  wird  K.  V,  56.  2»  hinter  trcUts^ 
plebSy  nrlts  auch  scrobs  auf  -bs  genannt.  Dann  heisst  es  weiter:  et 
uuiversa  haec  qncUtuor  eruni  gupradicta  quamcis  quidam  his  adnumerani 
nubs,  corbs,  orbs,  id  est  absurde  meo  itidicioio,  cum  tanta  auctorum  ad' 
versentur  exempla  quibus  hie  corbis  et  hie  orbis  et  haec  nubes  legimnSt 
nam  de  scohis  nominativo  dubitatur  an  haec  scobs  et  non  magis  haec 
scobis  habeat  twmifiatintm  snum. 

9.  Das  Wortmaterial  der  Appendix.  Die  Verwandtschaft  der 
Appendix  mit  den  angezogenen  Grammatiken  reicht  weiter.  Dass  sie 
steh  überhaupt  vielfach  an  eine  Formenlehre  anlehnt  —  Formenlehre 
im  Sinne  der  Zeit,  in  der  die  Endungen  das  Prinzip  der  Betrachtung 
bilden,  das  Geschlecht  und  die  Ableitung  des  Femininums  eine  Haupt- 
rolle spielen  —  geht  schon  aus  der  Anordnung  im  grossen  ganzen 
hervor:  meistens  Nomina,  die  zudem  vorzuglich  auf  die  Endung  bin 
korrigiert  werden,  gegen  Ende  einige  versprengte  Verbatformen,  am 
Schluss  Advtrbien  in  grösserer  Zahl  Wo  sich  die  Verbesserung  auf 
die  Endung  eratreekt,  kann  man  sagen,  der  Verfasser  habe  in  der  Vor- 
lage die  Anregung  gefunden.  So  erwähne  ich ,  dass  die  Correkturen 
-en  non  -ex  an  Wörtern  vorkommen,  die  in  der  systematischen  Be- 
sprechung der  Endung  -es  aufgeführt  werden:  anea  Cath  Prise,  locupies 
Cath.  t'har.  PriBc,  poples  Prise.  Die  zahlreichen  Wörter  auf  -er  ge- 
hören, soweit  ich  sehe,  alle  zum  Material:  unser  und  passer  finden  sich 
Cath.  16,  3  0  wie  App.  198^3  3  zusammen,  die  auf  es,  obses^  reses,  deses 
werden  wegen  ihrer  von  der  gewohnlichen  abweichenden  Genitivform 
beüprochen.  Die  weiblichen  «-Stämme:  anus^  nunis,  socrus  stehen 
App.*  193,  a«;  Prise.  V,  16H,  7  zusammen.     Die  analogiscbe  Feminin- 


Die  Appendix  Probi 


157 


P 
^ 


m  ioeera  wird  ausBerdem  Prise.  VI,  233, 4  verworfen.  App.^  198,  a*; 
199,  i  verbessert  Nurus  iion  tturaf  socrits  non  socra^  anus  nmi  anicla. 
Daran  schlieBst  aich  neptis  non  nepticla.  Die  Bilduog  tieplis  zu  nepos 
wird  aHgeTneia  diskutiert:  inst.  art.  9(),  3«:  cath.  26.  ai  etc.  Die  Glieder 
der  Gruppe  -es  non  -is  App."^  198,  12  ff,  begegnen  zahlreich:  rmbis 
wird  inst.  art.  74,35,  Caper  105, 1,  clades  Caper  ebenda  als  numeris 
commune  bezeichnet;  fames,  tahes,  idebes  werden  als  früher  der  «-De- 
klination folgend  charakteriaiert.  Nur  im  Zusammenhang  mit  solcher 
Gelehrsamkeit  ist  es  zu  erklären,  dass  die  Appendix  überhaupt  eine 
Form  jUbes  und  ein  Wort  tabes  kennt.  Aus  dem  Wortschatz  der  App." 
möchte  ich  cracli,  parentaiia  als  Pluralia  tantum ,  Adonis ,  umhilicm 
cum  accentu  producio  für  den  Zusammenhang  anführen.  Voa  den 
wenigen  Verbalformen  figuriert  vapiäo  inst.  art.  156,  S7;  lö8,  a»,  auch 
im  achten  und  achtzehnten  Buch  Prisoiane  als  Aotivum  mit  passiver 
Bedeatung. 

Eine  auffallende  Erscheinung  Badet  so  ihre  Erklärung.  Die  Appen- 
dix zeigt  eine  Zahl  bemerkenswerter  Genusforroen.  Die  Übereinstimmung 
des  Wortschatzes  gerade  mit  dem  fünfteo  Buch  Priscians,  überhaupt 
mit  denjenigen  ßestaodteitcn  der  angezogenen  Schriften,  welche  auf  die 
Bücher  de  dubiia  generibus  des  Caper  und  auch  Probus  (V  Pris- 
cian  171,1«)  zurückgehen,  reicht  am  weitesten.  Hier  ist  auch  das  dritte 
Kapitel  des  Nonius:  de  insdiscretis  generibus  heranzuziehen,  das  voll- 
ständig aus  Caper  herübergenommen  sein  solP).  Ausser  anuSf  nurtis, 
socrus,  neptis  wird  die  Präge  aiictor  oder  nuctrix  als  Femininum,  die 
Bildung  dracaena  zu  draco  abgehandelt,  auctor  und  draco  kehren  in 
dem  Wortmaterial  der  Appendix  wieder.  Ebenso  zahlreiche  Worter 
mit  Doppelformen:  sibiius,  ba/fem  u.  a.  ra. 

Nonäus  bespricht  III,  227,  14  die  Formen  tonitrus  und  ionitru.  Die- 
selbe  Form  tonitru  kennen  App."  194,  i ;  Char.  XV,  65,  art;  auch  36,  1; 
146,  10 ;  exe.  Char.  554, 31;  Prise.  VI,  210,5;  262,4;  263,2«;  dann 
die  Schrift  de  idiomatibus  generum  K.  IV,  584,  4«,  die  zwischen  unserem 
Kreis  und  der  Glossenschreibung  vermittelt;  und  Serg.  expl,  in  Don. 
K.  IV,  541,  a 3;  in  einer  Stelle,  die  entweder  den  excerpta  de  nomine 
oder  ihrer  Vorlage  entnommen  ist');  zum  Scbluss  Labb.  gloss.  185  (b). 
In  der  Litteratur  existiert  ein  nom.  sg.  tonitru  nicht.  Man  kann  sagen, 
er  ist  auf  einen  bestimmten  Kreis  der  Grammatik  beschränkt.    Er  mag 


1)  Gottfried  Keil,  a.  a.  0.  S.  45. 

2)  Sie  reicht  bis  543,  7 ;  maa  vergleiche  nur  die  NotenaDgabeD  Keils  uod 
I.  B«  die  wörtliche  ÜbereiasttmiuuDg  mit  den  exe.  de  oomine:  ebriiu  dicimue 
(exo.  de  nom.  dicitur)  non  ther^  eieut  e  contrario  sobrius  non  sober. 


15R 


Karl  UllmaDn 


volkstümlich  gewesen  sein.  Pur  dieOrammatik  muss  er  durch  Analogie 
aus  dem  plur.  tonitrun  erschlosBeD  worden  sein.  App."^  198,32  be* 
teiligt  eich  mit  fonitru  höh  topoiru. 

Eine  merkmUrdige  Genusforra  ist  cuUeUum  App.^"  197,2  4,  von 
Georges  L.  d.  1.  W.  nur  Labb.  gloss.  46  (b)  belegt.  Dazu  ist  jedoch 
zu  stellen:  culter  und  cultellus  als  m.  bei  Nonius  III,  195,  14  M.  Die 
neutrale  Form  wird  nicht  genannt,  aber  stillschweigend  bekämpft  ctil- 
tellum  wird  auadrücklioh  getadelt  von  Serv,  Verg.  Aen.  VI,  248,  das- 
Belbe  Thema  gestreift  für  cultrum  bei  Serg.  expl.  in  Don.  542,  1»  in 
der  oben  charakterisierten  Stelle.  -  trihulac  fordert  Non.  228,  a?  als 
fem.;  App.*"  199,  9  hat  trihula  als  fem.  sg.  (?)  —  Andere  auffallende 
Formen  sind  myrta,  tijmum  199,  ß,  7  beide  gegen  App.°  195,  r,  1*; 
Prise.  V,  162,  a;  dann  dauern  198,  30.  — 

Priscian.  V,  170)  2  bringt  unter  den  Wörtern,  welche  die  Alten  als 
ID.  und  n.  gekannt  haben:  globus ,  'jiwd  etiam  hoc  glomus  dicitur,  ije- 
neris  neutri,  App.  ^"  198,8  ghbm  non  glomm,  —  adeps  haben  die 
Alten  als  m  und  fem.  gebraucht.  Prise.  V,  1<)8,  is;  169,«.  An  der 
let/.teren  Stelle  wird  die  Nebenform  adrpes  erwähnt,  wiederholt  321,  1». 
Diese  Nebenform  ist  ausserdem  nur  de  idiom  gen.  K.  IV,  578,  a«  zu 
belegen.     App.  "*  199, 3  hat  adipes  non  alipes. 

Die  Appendix  hat  197, 32  die  Correktur  carcer  non  carcere.  Die 
handschriftliehe  Ursprünglichkeit  und  thatsächiiche  Existenz  einer  Form 
carcere  steht  und  fällt  mit  der  Möglichkeit,  dass  das  Wort  im  Latei- 
nischen n.  sein  kann  (Corasen  II,  2431.  Dass  es  so  ist,  erklärt  Prise. 
lol,  1«  et  hoc  carcer  quidam  protu/eninfj  quos  non  sequimur.  Eine 
Handschrift  hat  sogar  et  hoc  carcrri.  Es  ist  nicht  die  beste.  Ein 
glücklicher  Zufall  hat  den  ursprünglichen  Zustand  kenntlich  erhalten. 

Eigentlich  »achlicher  Zusammenhang  kommt  nur  für  die  zuletzt  an- 
geführte Bemerkung  in  Betracht.  Manchmal  ist  Ja  der  Verdacht  nicht 
abzuweisen,  dans  die  Appendix  ursprünglich  auch  auf  eine  Correktur 
der  Endung  in  weiterem  Umfang  ausgieng,  also  verbesserte:  tonitrun 
non  tonilru  u.  a.  An  dieser  Stelle  genügt  die  Thatsache,  dass  be- 
sonders viel  von  dem  Wortraaterial  der  Bücher  de  dubiis  generibus  an* 
anzutreffen  ist. 

lü.  Die  fremden  Bestandteile  in  der  Appendix.  Von  den  aus- 
gesonderten Elementen  haben  eine  weitere  Verbreitung  und  deshalb 
ein  höheres  -\lter:  paupcray  acrunty  nober^  lam'o,  glir,  terfns,  aJlcx.  Da- 
gegen sind  masrel,figely  barbar,  tetrus,  orbs  auf  die  Bobbienser  Schriften 
beschränkt  Von  diesen  Bemerkungen  behandeln  sieben  allein  die 
Deklinatioosvokale  nach  Liquiden.  Die  Appendix  hat  ein  einziges  neues 
Beispiel:  198,  2«  uper  non  apnis     Da  die  Bemerkung  unmittelbar  hinter 


Die  Appendix  Probi 


159 


tettr  non  tttnis  steht,  dürfeD  wir  annehmen,  dasa  auch  sie  aue  der  Vor- 
lage stammt  Die  meisten  Correkturen  sind  in  den  Zeilen  197,2  7  0". 
vereinigt.  Die  instituta  artiiini  zeigen  sie  zerstreut;  so  dürfen  wir  auch 
darin  einen  Beweis  aeben,  daas  die  Appendix  nicht  die  instituta  artium 
benutzt.  Seiner  Natur  nach  pasat  auch  carcer  non  carceie^  unmittelbar 
hinter  der  Gruppe  der  Entlehnungen,  vortreflriich  zu  der  Art  der  Be- 
richtigung —  ein  Moment  mehr  für  die  ürsprünglichkeit  derCorrektur. 

Den  Tadel  der  Formen  milex,  aus,  ecus,  cocus,  coci,  cocens,  caqua, 
vaqtü,  plepSy  lapsus,  aleum,  dofefofi  würden  wir  nach  unserem  Gefühl  in 
die  Orthographie  verweisen.  Bei  allen  kommt  jedoch  die  Endung  in 
Frage  —  auch  iapsus  im  Verhältnis  zu  fator  konnte  so  aufgefaast 
sein  —  sie  sind  also  ebensowohl  in  einer  Besprechung  der  Endungen 
untergebracht.  Fünf  von  ihnen  tadeln  das  Fehlen  von  r  und  u.  Die 
Beschränkung  jedoch,  vor  «,  nach  (■.  f/_,  selbst  in  dem  allgemein  üb- 
lichen cocerv,  lässt  die  Kritik  ala  eine  vorwiegend  orthographische  er- 
scheinen.  Die  Apperdix  hat  eine  Reihe  eigener  Beispiel*?,  aber  die  Ab- 
wesenheit jeder  Beschränkung  zeigt,  daea  es  sich  um  die  Zurückweisung 
einer  weit  durchgreifenderen,  sprachlichen  Tendenz  handelt.  Eine  ge- 
naue Scheidung  ist  nicht  möglich. 

Für  die  Correktur  bs  twn  pn  erscheint  ein  neues  Beispiel  ccleps 
und  dieses  zweimal  198,  4  ;  199,  *.  Ea  darf  wohl  mit  jileps  und  lapsus 
der  Vorlage  überwiesen  werden,  denn  es  figuriert  als  der  gewöhnliche 
Vertreter  für  die  etymologische  Schreibung  allgemein,  ao  Prise.  K.  11, 
31,  to;  Ter.  Scaur.  K.  VII,  14,  v;  21,  »;  Cassiod.   K.  VII,  157,  i   u.  a.  m. 

In  der  Correktur  -itwt  non  -exm  zeigt  App  "'  neu:  lileum  und 
osteum,  jenes  198,  i«  hinter  aleum ,  dieses  198,  s  hinter  celeps.  Beide 
dürfen  gleichfalls  der  Vorlage  zugeschrieben  werden. 

Kein  Kriterium  giebt  es  für  die  übrigen  Verbesserungen  -f.«  non 
-ex:  poplex,  locitplex  199,  4,  5;  an'ejc  198,  2*,  die  sich  an  das  milex  der 
instituta  artium  anlehnen.  Insgemein  wird  die  Viererzahl  angestrebt. 
Wo  also  die  Quelle  nicht  genügenden  Vorrat  bot,  greift  die  eigene 
Tätigkeit  des  Verfassers  ein. 

11.  Die  Appendi.x  und  die  orthographia  des  Probue.  Bis  hierhin 
darf  das  Ergebnis  befriedigend  genannt  werden.  Bestandteile  der 
Formenlehre,  die  nicht  zur  Natur  der  Schrift  passen  wollen,  haben 
Ihre  Erklärung  gefunden,  ebenso  alle  diejenigen  Bestandteile  der  Ortho- 
graphie —  im  eigentlichen  Sinn  — »  die  in  einem  beaondern  Capitel 
der  Lehre  von  den  Endungen  untergebracht  werden  mögen.  Schwieriger 
gestaltet  sich  die  notwendige  Behandlung  der  Krage,  ob  auch  solche 
Dinge  in  der  Appendix  enthalten  sind,  die  unbedingt  einer  älteren  ortho- 
graphia entnommen   sein  müssen.     Die  Correktur  darf  sich   nicht  un- 


Karl  UlImaDD 


K 


mittelbar  aaf  die  EndQng  richten,  und  der  Zusammenhaog  mit  der 
anderweitigen  Überüerorung  mu8e  zwingend  die  Annahme  höheren  Altera 
fordern. 

Oaaa  der  Compilator  der    instituta  artium  eine  Orthographie   vor 

Ich  hatte,  ist  fflr  mich  ebenso  unzweifelhaft  wie  für  Steup.  Folgendes 
iet  da«  Verzeichnis  der  Dinge,  welche  er  118,  119  als  in  die  Ortho- 
graphie gehörig,  zutammenstellt.     sunt  fiomina  quae 

1.  nominatim  caau  numeri  singu^ 


h 


lans  r  ultimum  et  in  s  convertant 
%  0  in  au 
8.  au  m  0 
A,  i  in  « 
>.  I  in  u 
in  u 
«  in  0 
8.  u  in  oe 

I.  e  Uitera  plus  scribantur 
0.  u  plus 

11.  0  plus 

12.  u  litteram  omitfant 


uf  pula  color  et  colos 
lotus  et  lautus 
cauda  et  coda 
malivolus  et  nialevolus 
mancipium  et  mancupium 
capiendtm  et  capiundus 
adversus  et  adrorsus 
murorum  et  moerotum^) 
Urnen  et  leime» 
equs  et  equus 
qum  et  quom 
seculum  et  seclum. 


Die  kindliche  AuBdrucksweise  mag  man  auf  die  Rechnung  des 
lompilatort)  setzen.  Die  Beispiele  sind  auenahmlos  vortrefflich  und 
in  ihrer  (iosamthoit  einem  Zeitgonoason  Diokletiana  nicht  zuzutrauen. 
K»  wilre  natürlich  zwecklos),  wollte  man  nach  Steupe  Vorgang  den  Versuch 
machen,  die  Verbesserungen  der  Appendix  nach  Möglichkeit  in  den 
aufgestellten  Rubriken  uriterzubringun.  Das  Material  musa  seiner  Natur 
nach  tu  den  Beispielen  der  zwölf  Reihen  passen.  Zunächst  fehlen 
ArchaiDmen  wie  C)  8i  9)  11)  ganz.  Ausgeschlossen  sind  ferner  1)  10). 
Die  Correkturen  >  iwn  u  der  Appendix,  ebenso  auns  non  auncla  weisen 
mit  &)  2)  3)  nicht  die  nötige  Verwandtschaft  auf*).  Wir  können  ferner 
nicht  umhin,  von  der  Natur  der  zwölf  Beispiele  auf  die  Natur  der  ganzen 
Bchrift  SU  sohlioasen,  die  dem  Verfasser  der  instituta  artium  vorlag^  ^ 
und  dann  macht  schon  der  Wegfall  so  vieler  Dinge  es  bedenklich,  mit ' 
Steop  eine  Verbindung  dieser  Orthographie  und  der  Appendix"'  aozo- 
Dehiaeo.     Eis  bleiben  noch:   4i  —  hier  bietet  sich  allem  delirvs  non 


1)  AutiArk-tuI    «Ht    -ler    TuMiiH      !>    ^uwvvjt    voo   dem   monorwm  bei   ?erg.^ 
aar   ndgiri  e«^    arohatook»  val^«  auch  hochUieiA.  Kebea- 


Die  Appendix  Probi 


161 


delerus  App.^  198,  19  ala  eioigermasiBea  entsprechend  ^),  ferner  7)  —  hier 
nur  tecur  non  iocur  198,  la;  und  11)  —  mit  einer  ausserordentlich 
grossen  Zahl  von  Berichtigungen.  C'"^'ulHm  non  C<"*V«w.  Nur  dem 
letzten  ZusammentrelTen  könnte  eine  aussergewöhnliche  Bedeutung  zu- 
gesprochen werden,  denn  —  es  ist  eine  merkwürdige  Thatsache  —  die 
gesarate  nationale  Grammatik  schweigt  im  übrigen  die  ailiäglichen  und 
ungezählten  Formen  ohne  entwickelten  Mittel  vokal  vor  /-.Suffix  ein- 
mütig tot.  delirus  und  delerus  aber  kehren  bei  Caper  und  Charisius  XV 
wieder.  Caper  109,»  delirare  et  delerare  dno  tov  ItiQ^Jy.  Charisius  XV, 
76,  i  A  delirare  a  lira  aratri  durtu  ap;  eilattir,  potent  tarnen  delerus  and 
%ov  ifjQog  compositum  videri.  Als  Quelle  giebt  Velius  Longua  K-  VII^ 
73,  2  Varro  an:  sie  enim  delirus  placef  Varroni  non  delerus;  non  eninif 
vt  quidam  exislimant,  a  graeco  tracta  vox  est,  naqa  to  Xjiqtlv,  sed  a 
lira  .  .  .  Berücksichtigt  man  nun  noch  die  Stellung  der  Bemerkung  in 
der  Appendix:  hinter  ahum,  Uhmn,  glir,  so  wird  man  sie  unbedingt 
der  Vorlage  zuschreiben.  Es  bleibt  aber  der  Zweifel,  ob  sie  in  einer 
besonderen  Orthographie  untergebracht  werden  mu»8. 

Die  ßesprechung  der  Nebenform  iocur  findet  sich  vollständig  ent- 
eprechend  nirgends  wieder.  Wohl  kann  man  sagen,  dasa  die  Erwähnung 
eines  kombinierten  Stammes  iocin  -  auf  unseren  Kreis  beschränkt  ist. 
Priscian  VI,  238,  xo  iecur  iecoris  vel  iocineris  qui  genetious  videtur  a 
nominativo  iocinus  venire  qui  in  usu  non  est.  Unmittelbar  vorher  werden 
femuT  und  fenien  besprochen,  die  allgemein  als  von  Caper  in  die  Gram- 
matik eingeführt  gelten.  Mit  gutem  Recht  ist  von  Ritschl  an  einer 
identischen  Stelle  bei  Char.  XV,  86,  n  iocineris  statt  iecineris  gelesen 
worden.  Hier  folgt  unmittelbar /«'r/iwr  und  feinen.  Dazu  ist  auch  sonst 
Char.  48,  20;  30,  iä;  exe    Char.  546,  s  zu  stellen. 

Erweislich  ist  nach  den  Andeutungen  der  instituta  artium  die  Be- 
hauptung nicht  dasB  die  Appendix^"  Bestandtetle  derselben  orthographia 
enthalte.  Immer  bleibt  der  Parallelismus  auffallend:  Formen-  und 
Genuslehre  des  Nomens,  Andeutung  einer  Orthographie,  Andeutung  von 
Homonymen  und  Synonymen,  Grammatik  des  Verbums  in  den  instituta 
artium.  Genau  so  folgen  sieb  Appendix'"",  Appendix"^  Appen- 
dix'^  und  das  Bruchstück  Appendix^  mit  demselben  Inhalt.  Bei  der 
Bchraalen  Kenntnis  von  den  Bestandteilen  jener  Orthographie  wäre 
man  also  auf  Vermutungen  angewiesen,  wenn  man  ihr  Bestandteile  der 
Appendix  überweisen  wollte.  Nehmen  wir  also  an,  dass  die  Appen- 
dix^ an  ihrer  Stelle^   nach  dem  Vorbild   der  Reihenfolge,   welche  die 


1)  Nicht  gerade  zu  malivolus,  malevolus  passend,  wühl  aber  tur  Natur  der 
Beispiele  im  ailgeaifiDeD, 

BomMiiacb*  F«ri«bao(ea  VII.  l\ 


fm 


Karl  Dllmjuin 


VorUge  bot,  in  Befriedifj^ng  eines  eropfnodenen  eigenen  Bedürfnisses 
•Ifl  Orthographie  ron    beabsichtigter  Eigenart  zusammengestellt    wor* 

12«  Die  ortbo^raphischen  Bestandteile  der  Appendix.  Ebenso 
urifaftNbar  iat  der  ZiiHammenhang  des  Materials  mit  der  anderweitigen 
orthographischen  Überlieferung.  Die  Abhängigkeitsverhältnisse  sind  zu 
wfnig  klargewfellt,  der  Vorrat  an  Weisheit  ist  zu  beschränkt  und  die  Ver- 
breitung (iRMhfttb  KU  allgt^moin ,  als  daas  ich  mehr  wie  den  Zusammen» 
hang  ftufw<nÄ<in  kfinnte.  In  rein  orthographischen  Dingen  wiederholt 
■ich  d«»  frübi^ro  Vurhultiiis.  Die  typiachen  Beispiele  teilt  die  Appendix 
mit  der  (jborlii'forung:  in  der  Verbesserung  s  non  ns  fonnonsus  198,»; 
der  7'adel  der  8cbreibung  findet  sich  bei  Caper95,  is,  bei  den  meisten 
Ürthogruphon  de»  siebenten  Bandes,  8erv,  Verg.  Aen.  und  noch  anderen. 
M(in  wird  ihm  die  StUt/e  einor  älteren  Autorität  nicht  absprechen  können. 
Es  wäre  sonst  unfehlbar  das  Ende  gewesen,  dass  umgekehrt  n  in  der 
Ausupracho  wieder  durchgedrungen  wäre,  wie  es  bei  'ensis  geschehen 
ist.  loh  miiNH  über  auHdrucklich  den  Verdacht  ablehnen,  als  ob  ich 
AUS  der  Übnreiniitimtnung  der  Appendix  und  der  Orthographie  Capers 
in  orlhii^'rii(ihiMcliiui  Dingen  einen  bestimmten  Schluss  ziehen  wollte. 
Ebenso  gilt  mchU-n  als  stehendes  Beispiel  für  die  Anwendung  oder 
IJuterdrückung  de»  h,  Caper  109,  2  Cochlea  sine  h,  App.'"  196,  «  Cochlea 
Hon  cocl«a.  Die  Entscheidung  fällt  zwar  anders  aus.  Einmal  ist  aber 
bei  h  auf  die  Appendix  überhaupt  kein  Verlass.  Entscheidend  dürfte 
B«in,  dass  eochieare  folgt,  wie  bei  Vel.  Long.  69,  la.  Die  Correkturen 
vir  Hon  pyr  eto.  198«  io  geben  weniger  auf  die  Schreibung  als  auf  die 
Aussprache,  vir  nennen  bei  der  häufigen  Besprechung  derselben  Er- 
•cboinung  Velius  Longus,  IViscian  und  andere.  Priscian  führt  auch 
rirgc  an. 

Riarmit  ist  der  Zusammenhang  der  Appendix  mit  der  Ortho* 
graphischen  Überlieferung  erschöpft,  zugleich  aber  sind  die  ala 
•igentlich  orthographisch  anzusehenden  Bestandteile  der  Appendix 
anagaaoadtri.  Ba  ist  nichts  Eigentümliches;  es  sind  die  gewdhDiicfaeii 
G«f«MlftB^  d«a  6e.hulunterricht8,  und  aus  den  Übungen  deaselbaa 
nig«i  «w  ibreo  Weg  unmittelbar  in  die  Appendix  gefunden  habeo. 
Wenigstens  Ussi  sich  aia  beatimmter  ZiBitiBaienhang  mit  einer  rekon- 
irtnmrbttreo  Vorlag«  wie   bei   den  EIb^mH»  der  ForBedelire  niebt 


13.,  Der  Rect  and  die  nationale  Grammatik.  Die  VoUitiiidjg- 
kek  rerlaagt  die  PeelaiaUstg  deeeelben  Ergebniseea  fftr  die  Bacftfu«B9«i 
dee  Beate«  mit  der  MOioMde«  Grammauk.  Aaeeer  4dmm  iai  Iblgeo- 
dea  ?«cMidiaia  m^cb:  Ap|>.™  196»  it  Cosvrra  mm  ttmutmu-    Eine 


Die  Appendix  Probi 


I6ä 


Entecheidung  für  camara  fallt©  Verrius  Flaccua  nach  dem  Bericht  des 
ChariBius  XV,  58,  ss,  wozu  Paul.  ex.  Fest.  43,  i7  stimmt.  Der  zeit- 
liche unterschied  mag  für  die  Verschiedenheit  der  Beßtimmung  in  erster 
Linie  geltend  gemacht  werden.  Ein  polemischer  Oegeneatz  Capers  zu 
Verrius  Flaccua  wurde  aber  auch  bei  aliex  berichtet.  Es  kann  also 
nichts  dagegen  gesagt  werden,  wenn  man  scboD  für  die  Vorlage  der 
Appendix  nach  der  Angabe  des  Charisius  eine  ähnliche  Polemik  an- 
oehmen  will. 

Auch  die  vorhergehende  Form  teilt  die  Appendix  mit  Verrius 
Flaccus:  oricla.  Festus  182,  i&  tadelt  un'cufa  als  rustik  für  aun's. 
ciuaca  verlangt  Marius  Victorinus  K.  VI,  25,  »  g^gen  cloaca;  App.  198>» 
egen  clavaca;  aißlare  charakterisiert  Nonius  XII,  531,2  als  gemein; 
App.  199,3  sibitus  noti  sifilus.  bipennis  ist  nach  Quintilian  I,  4,  la; 
Priacian  V,  160,  ♦;  Isidor  Orr.  XIX,  19,  ti  korrekt;  App.  199,  <j  bipennis 
non  hipinnis,  menetrix  erklärt  Nonius  423,  is  a  tnanendo\  App.  198,  a» 
mereirix  non  mene\i]m-  Ich  kann  mich  hier  nicht  auf  ein  sicher- 
gestelltes System  der  Überlieferung  stützen  und  halte  es  nicht  für 
meine  Sache,  auf  Grund  der  Appendix  Kückachlüsse  zu  machen,  Nur 
Probus  selbst  darf  uns  auch  hier  nicht  fehlen.  Nach  dem  Vorgang  von 
Lfiertz  führt  Schmidt  direkt  auf  ihn  zurück*):  Nonius  114,  ai  gruunire 
^dicuntar  porci  quod  eorum  proprium  i^ocis  est.  grundire  bei  Varro  . . . 
Cicero  .  .  .  Laberius  .  .  .  Dazu  465,  i  yrundire  cum  sit  p'oprie  suunip 
ut  Laberius  .  .  .  Claudius  .  .  .  Caecilius  .  .  .  und  Diomedes  383,  21 
grunnit  porcus  dicimus,  veieres  grundire  dicebant,  ut  sit  instans  grundio 
Caecilius  .  .  .  Claudius  .  .  .  Die  Appendix  schreibt  dagegen  vor: 
199,  la  gnmdio  non  grunnio.  Von  anderer  Seite  ist  ohne  Beziehung  auf 
die  Grammatiketstellen  aus  sachlichen  Gründen  vorgeschlagen  worden^ 
die  Bemerkong  der  Appendix  umzustellen.  So  würde  volle  Überein- 
stimmung herrschen.  Aber  romanisch  lebt  auch  grundio  fort,  und  die 
Appendix  selbst  tadelt  ca/oj(?/a.  Die  Besprechung  in  der  Appendix  mag 
'also  durch  die  alte  Bestimmung  des  Probus  angeregt  sein;  der  Vetfasiser 
der  Appendix  oder  derjenige  der  Vorlage  kann  immernoch  seine  eigene 
Meinung  vortragen. 

Kapitel  2. 

Baa  Eigentum  der  Ap)»6ndix. 

Es  waren  Ansichten  zutage  getreten,  welche  die  Appendix  gern  als 
die  spontane  Äusserung  einer  entlegenen  Mundart  aufgefasst  hätten. 


\)  achmidi  a.A.  0.  8.151. 


U 


i(M 


Karl 


IInmi  Uffttwr  «tr  4m  Kaebweia  gAottn,  dsM  och  die  Appendix 
MMMMfM  •{■•B  iaeegriereodeo  Beitaodteil  der  optionalen 
Orftmmatfk  bildet  —  weoigateoi  mit  einer  nach weiabareo  Zahl  toq 
Baoi^fkHOgan.  E>>ünto  ooiweodig  aber  ist  bei  dem  Umfang  der  Über- 
IMWlOf  4m  ZagoAtÜndnit,  das«  diese  Bemerknogen  in  der  grösseren 
Zahl  ooU'her  Verbeaverungcn  enthalten  sind,  deren  Zasamnienhang  mit 
d4tr  HRhulgrnmmatik  nii;ht  nachweisbar  ist  and  für  durchaus  nnwahr- 
acheinlich  gehalten  werden  musB.  Ein  gewisses  eigenes  Interesse 
wird  man  dem  Verfasser  auch  fQr  die  Aufnahme  der  entlehnten  Ele- 
fi^i•nU^  tmUi  durchweg  abiiprechen.  Das,  was  als  sein  unmittelbares 
Ki^/ihtunt  Übrig  bb'ibt,  ImI  eine  fant  einheitliche  Zurückweisung  auch 
der  gröbsten  miindurllicliun  Fehler,  wie  man  sie  in  der  römischen 
timmmuük  tmhi  «in  Htidür«*»*  Mul  »ntrifft.  Nachdem  in  ihr  früh  die  He- 
(liiifiiiiiHd  diir  Schule  diu  IU*rrMchart  gewonnen  hatten,  fanden  neben 
anttikJiiinUui  I>o]»iii.<>lformen  der  höheron  Redeweise  Abweichungen  der 
lliiij<uiij<n»(irMrln",  archaiin'hür  oder  vulgärer  Art,  nur  insoweit  Beachtung 
ttln  niti  lt«i  tb«n  ÜubilJoten  Geltung  behalten  oder  gewonnen  hatten. 
Dur  VtiiTuNSMr  der  Afppndix,  dorn  wir  Formen  wie  noscnmf  amtellum, 
ctavnvH  iilloiri  vurdtiiik*ni,  niusato  andere  als  die  gewöhnlichen  Interessen 
den  S(d)u1untt»rrit'htB  vcifolKcn. 

Mk  dio  Alt  Hoiiior  Zwet^ko  ist  schon  die  Weise,  in  der  er  die  Ent- 
IhIhmhi^i'H  vorarbt^itet,  von  Boüeichnung.  Cochlea  non  codia  198,  «  ist 
obiui  r.iiHiiinnirngt^Htcllt  mit  d(Mi  Vorschriften  bei  Caper  und  Velius  Umgua 
dio  Mioh  (duMifHllH  b(ndi>  mit  di>r  Krugo  beschäftigen,  ob  h  zu  schreiben 
aoK  Wir  wollen  davon  abüohon,  das«  die  Erweiterung  der  Correktur 
auf  don  Vokal  d»*r  IMniihiiua  dor  Boniorkung  erst  ihren  Platz  in  dem 
]l^U«anuntMihMng  dor  t^ttdU«  giobt.  Aber  es  folgt  wie  bei  Velius  Longua 
ntcimrt  (NUN  eocltm'ium).  Dürfen  wir  überhaupt  annehmen,  dass  die 
Kordnung  doa  A  in  rochtnt  ursprünglich  ist,  so  ist  dem  Verfasser  die 
orihographiscbe  Pruge  im  folgenden  Wort  gleichgültig  geworden.  Dia 
llauplaache  i»t  ihm  hier  die  Berichtigung  des  SufHiea,  die  kein  anderer 
Urammatikor  giebt*).  Sie  erh&lt  ihre  KrUuterttiig  doreh  daa  romaniacbe 
Wi>rterburh,  indeiii  %i<eik  dl«  ^tadoUi»  Form  auf  italienischem  Boden, 
din&u  fra  pr.  apao.,  bia  htalt  g«h«lt»ii  bat  lamio  tadeln  Caper  und 
Cliariaiia.  D«r  VecftMOC  d«<r  AppMidix  acbreib«  197,  ss  lamtOf  fugt  alao 
«a  4»»  ArehAiaaiM  dw  Siiivag,  der  (Ür  Uui  raglaidi  ein  Vulgartsraaa 
iMk  r«)f4rM  #  4f  HiiiuHisa  kima.  Üi«  e<y«nlOfiai«rende  Schretbung  ; 
J^mmm  vit4  «l«t  aa  «cht  SiMk«  yeteMl.  Di«  Appendix  aekradü  { 
i iuhI  v«rb«««Mt  dMMl  iidiliKMlMliii  m«  ^.  ia  diewm  WoH 


U  Aisla  A99^rt  ^^tt  mtfü  «•  r%m 


Die  Appendii  Probi 


165 


wie  in  andpren.  Mariua  Victorinus  tadelt  cloaca,  die  hochiHteinieche 
Nebenform,  der  VerfaBser  der  Appendix  claraca,  die  Porm  der  Vulgär- 
sprache. Festua  echreibt  oricnh  bedächtig  mit  hochlat.  u;  die  Appen- 
dix räumt  jede  HilckBicht  beiseite  und  nennt  oricla,  wie  es  leibhaftig 
lexistierte. 

Bei  der  Reurteilung  des  Restes  also,  der  auf  den  Anteil  des  Ver- 
fassers enlfällt,  niüssen  wir  von  jeder  Vorstellung,  die  wir  von  der 
Thätipfiteit  der  nationalen  Grammatiker  haben,  absehen.  Wo  das  Ro- 
manische eine  Vulgärform  bestätigt,  nehmen  wir  sie  gern  an.  Aber  der 
Verfasser  geht  tiefer  hinab.  Formen  vulgären  Charakters,  denen  das 
Romanische  widerspricht,  stammen  aus  der  Pöbelsprache ^  in  der  sich 
Reste  der  eingeborenen  Mundart  wiederfinden  mögt*«.  Nur  so  erklären 
sich  ein  orilegit<m  und  cunhilitm.  Wie  es  bei  letzterem  möglich  ist, 
bleibt  uns  dann  nur  übrig,  etwa  den  zugrunde  liegenden  Spracbzug  auf 
einem  beschränkten  romaoiscben  Gebiet  aufzuweisen. 


Kapitel  3. 
Bfe  AnordnuDg. 

Auch  in  der  ausserordentlichen  Regellosigkeit  der  Anordnung  machen 
sich  zwei  Züge  bemerkbar^  welche  der  doppelten  Herkunft  der  Elemente 
entsprechen.  Sprachlich  zusammengehörige  Groppen  streiten  mit  solchen, 
welche  durch  die  Bedeutung  verbunden  werden.  Daneben  äussert  sich 
ein  auffallender  dualistischer  Zug,  der  am  ehesten  auf  ursprüng- 
liche p:iarwei8e  Aufzeichnung  zurückzuführen  sein  dürfte.  So  stehen 
nebeneinander,    gleichzeitig   in    Nähe    der  Bedeutung    und    der   Laut- 

erscbeinung: 

198,  5  calda,  frtgda 

198,  .10  aittor,  autoritas 

198, 3  3  ansar,  pasear  u.  a. 
in  Verwandtschaft  der  Bedeutung: 

197,  22  Calcostegis,  Septizonium 

197,  S2  brabeunif  pancarptis 

198, 1  Btfzacenus,  Capsensis  u.  a. 
in  Gleichheit  der  Lauterscheinung: 

197,  jo   veclüs^  viclus 

197,  21  angluh,  iuglns 

197,  2  8  mascel,  figel  u.  a. 
Ausdrücke  des  Bauwesens,  weiterhin  die  gewöhnlichen  Erzeugnisse 
der   technisihen    Produktion   verleihen  dem   Anfang  seinen  Charakter. 
Sie    werden    unterbrochen    von    der    grossen    grammatischen    Gruppe 


166 


Karl  Ullm&nn 


C^^^ulum  non  O^lmn  197,  20-21,  die  jedoch  von  dem  in  die  Bedeutung«- 
aphäre  hineinfallenden  speculum  eingeleitet  wird.  Es  folgen  197,  »7-31 
die  Entlehnungen  in  grosserer  Gescliloasenhßir,  in  deren  Bereich  allein 
itivenclus  hinter  laneo  nicht  genau  ent*>prechend  nachgewiesen  werden 
kann.  Dem  Verfasser  lag  vielleicht  der  Ideengang  vom  Metzger  über 
eeiD  Rind  zum  Ochsen  nicht  fern.  Vier  Wörter  schlieseen  sich  an, 
welche  in  ihrem  gedrängten  Zusammensein  einigen  Zweifel  an  dem  von 
Sittl  angesetzten  Heidentum  der  Appendix  übrig  lassen:  brabeum  und 
pancarpus,  die  beide  erst  in  der  christlichen  Litteratur  auftauchen,  der 
Eigenname  TheophtluSf  der  zwar,  wie  8ittl  versichert,  auch  von  Heiden 
angenommen  werden  mochte,  aber  im  Zusammenhang  der  Stelle  den 
chrisllichen  Eindruck  nur  eihöhen  kann,  und  der  Terminus  des  Mönch- 
lebens  monophagium.  Einigen  Abbruch  wird  wenigstens  die  unten 
vorgenommene  Beseitigung  des  letzten  Ausdrucks  thnn.  Der  grossere 
er»to  Teil  von  198  ist  beherrscht  von  der  Correktur  e  non  1  und  um- 
gekehrt, anfangs  vielfach  im  Hiatus.  Es  iässt  sich  nicht  behaupten, 
dass  die  Gruppe  ursprünglich  geschlossen  war.  Jedenfalls  ist  sie  am 
meisten  mit  anderen  Eleraenfen  durchsetzt.  Hervorzuheben  wären 
198,11,12  drei  weitere  Ausdrücke  der  Architektur:  camera ,  peyma, 
cloaca^  donen  sich  in  der  Lücke  ein  vierter  angeschlossen  haben  mochte. 
In  beinahe  ununterbrochener  Reihenfolge  tritt  wieder  198,  12-17  die 
grammatische  Gruppe  -es  non  -is  hervor.  Weiterhin  sind  bemerkens- 
wert: die  vier  v/c/  198,  14^2»;  vier  Naturerscheinungen  198,32,  33  näm- 
lich ierrimotium  .  .  .  scoriscus,  toftotm,  weibliche  Verwandtachaftsnamen 
198,3  4;  199,  1;  nämlich  novarca,  nura,  socm ,  nepficla,  anicla.  Die 
Schlusszeilen  der  Nomina  bis  199, 12  weisen  im  grossen  durch  die  Be- 
deutung auf  die  erste  Halbseite  zurück,  wie  sich  denn  {musium  vel) 
mwivum  no7i  museum,  am  wahrscheinlichsten  in  der  Bedeutung  ^.Mosaik'', 
an  beiden  Stellen  findet.  Ausserdem  glaubt  man  ein  gewisses  Interesse 
an  Tagesereignissen,  Festlichkeilen  (parentatta,  Febrttanus,  Eobigo  (^)y 
mit  Umzügen  und  Opfern  zu  bemerken.  Die  genauere  Auffassung  ge- 
lingt vielleicht  einem  kundigeren  Blick.  Daas  nobiscum  und  vohiscum 
199,  lÄ  zu  Recht  unter  den  Adverbien  stehen,  zeigt  Cbarisius  188,  29. 

Hier  und  da  sind  Spuren  gestörten  Zusammenhangs  bemerkbar, 
die  berechtigen  konnten,  auf  Interpolation  zu  scbliessen.  So  werden 
beispielweise  198,  17,  i»  dracco  und  acqua,  199,  2  rim  und  paar  duroli 
je  eine  dazwischenetehende  Bemerkung  unterbrochen.  In  solchen  einzetnea 
Fällen  mag  wirre  Aufz  ichnung  in  der  Vorlage  dem  Copisten  die  Er- 
kennung der  Reihenfolge  erschwert  haben.  Im  allgemeinen  Iässt  sich 
die  Möglichkeit  eines  ursprünglichen  System»  der  Anordnung  nicht  be- 
bauptoo. 


Die  Appendix  Probl  ^^^^f  167 

Kapitel  4. 

Heimat  und  Eutstebttiigszeit. 

Eigentum  des  Verfassers  sind  unzweifelhaft  alle  Namen,  auf  welche 
Paris  die  Bestimmung  der  Lokalität  gründet.  £a  sind  hauptsächlich  die 
Correkturen : 

197, 2  ^  calcostegi's  non  calcosteis 

septizonium  non  septidionium^). 
198,  1     Byzacenui  non  Bizacinus 

Capsensis  non  Capsesis'^) 
198,  i  4  vicocapfti'8  A/ricae  von  vieocaput  Afrieae 

vicostahuli  procortsnlis  non  vicotabulu  proconsulis 

mcocastronnn  non  vicorastrae 

vicostrobili  non  ticotrobili 
Allerdings  kann  Fans  behaupten,  das«  vor  ihm  niemand  versucht 
hat^  die  Appendix  zu  lokalisieren.  Wer  aber  vor  ihm  vieocaput  Afrieae 
und  septizonium  antraf,  dessen  Urteil  war  besJiramt.  Nimmt  doch  auch 
Jordan  auf  Grund  dieser  beiden  stadtrömiachen  Namon  die  übrigen, 
sonst  nicht  bezeugten  vici  als  Strassenblocks  in  die  Topographie  der 
Stadt  Kora  auf).  Hiermit  war  denn  der  Beurtheilang  der  sprachlichen 
Eigentümlichkeiten  der  Appendix  iu  keiner  Weise  eine  Beschränkung 
gesetzt.  Bei  dem  bisher  wenig  umgrenzten  Charakter  der  römiaohen 
Gemeinsprache  stand  es  noch  immer  frei,  die  Herkunft  ihrer  Formen 
auf  bestimmte  Gebiete  zu  lokalisieren.  Anders  sobald  der  sprachlichen 
Betrachtung  Afrika  als  Grundtage  gegeben  wurde.  Den  gefährlichen 
Abweg  eröffnet  Sittl,  wenn  er  beginnt,  mit  Punismen  zu  operieren  — 
allerdings  beschränkt  er  sich  auf  eine  Wortform,  Ädonius  für  Adon,  bei 
deren  Kritik  ich  mich  eines  eignen  Urteils  enthalten  muss*).  Dagegen 
kann  ich  nach  eingehender  Betrachtung  des  Textes  annehmen,  daas 
Adonius  in  der  Sprache  der  Appendix  identisch  ist  mit  dem  sonst  als 
Substantiv  vorkommenden  Adoneus^).  Die  guten  anderweitigen  Belege 
für  diese  Form  schliesseo  einen  auf  die  Appendix  beschränkten,  der 
Appendix  eigentümlichen  Punismus  aus. 


1)  Codex  eeptidonium,  s.  u.  S.  176. 

2)  Die  Bemerkung  ist  von  Paris  305,  a.  4  so  Dnaofecbtbar  richtig  hergestellt 
worden. 

3)  He  Rossi,  Bullett.  dclla  Conim.  arcb.  di  Roma  1889  8.  360—362  geht,  ohne 
oeae  Tbataacben  beizubriDgen ,  auf  die  afrikaoiache  Herkunft  der  Appendix  ein 
und  beaorragt  die  Streicbang  der  Hrei  vici  bei  Jordan. 

4)  8.  darüber  ForceDiini,  OoomasticoD  unter  Adonis. 

5)  Vgl.  teloniutn^  brabium. 


166 


Karl  üllranDn 


Die  Annahme  eioer  io  einfluBereichen  BeBtimmung  würde  eine  ob> 
jektiv©  8|>rachliche  Pröfung  beeinträchtigt  haben.  Die  bindende  Ver- 
pUicbtung  kann  ihr  nur  dann  innewohnen,  wenn  die  Beweisführung 
„de  Vordre  externe^  von  zwingender  Notwendigkeit  ist.  Zunächet  aber 
wird  l'aris  mehr  wie  grosse  Wahrscheinlichkeit  für  Beinen  Schlues: 
afrikaniBche  Namen,  also  afrikanische  Lokalität,  nicht  in  Anspruch 
nehmen.  Zu  der  Zeit,  in  welche  virn  ihm  Belbst  die  Appendix  gesetzt 
wird,  war  Afrika,  namentlich  durch  seine  Produkte,  dem  Gesichtskreis 
d»>r  Körner  so  nahe  gerückt,  das»  einige  afrikanische  Namen  im  römi- 
schen Tagesgespräch  nicht  sonderlich  auffallen  können.  Dass  es  nur 
afrikanische  Namen  sind,  die  erscheinen,  mochte  ich  aus  der  grossen 
0*'ltu(ig  afrikanischen  Wesens  unter  der  Regierung  des  Kaisers  Severua 
begreifen,  der  mit  Vorliebe  die  Beziehungen  zur  afrikanischen  Eieimat 
und  »u  dem  früheren  Amtsbezirk  pflegte. 

In  der  That  scheint  es  mir,  dass  sich  in  den  zahlreichen  Aus- 
drücken des  Bauwesens  das  Tagesinteresse  für  die  groasartige  Bau- 
thäligkeit  8|)iegeit,  die  sich  in  den  friedlichen  Jahren  dieses  Kaisers  io 
Rom  entfaltete.  Paris  selbst  lokalisiert  in  Rom,  im  Gebiet  des  Caelius^ 
den  Ticus  rapitis  Africae  zusamt  seiner  falschen  Namensform.  Er  giebt 
auch  der  Vermutung  Beckers  Recht,  wonach  der  Name  des  Häuser- 
blocks auf  den  Kaiser  Öeverus  surückgeht').  Gr  nennt  ferner  im  Be- 
sirk  desselben  das  pacdagogium  a  caput  Africae,  in  welchem  Frej- 
geUiBseoe  für  den  Dienst  des  kaiserliehen  Hauses  herangebildet  wurden. 
Das  Scpticonium  wurde  von  Severus,  nicht  gerade  entfernt  vom  Gebiet 
de«  Caelius,  am  Palalin  im  Jahre  203  erbaut^).  Auch  den  vicaa 
Ctatroruro  deutet  Paris  als  den  Complex  der  castra  peregrina.  Nach 
toioeoi  Kincug  in  Rom  löste  der  neue  Kaiser  die  Prätorianertruppe  auf, 
brach  mit  dem  alten  Vorrecht  der  Italiker  und  setzte  eine  neue  EUite- 
tnipp«  aus  bewährten  Soldaten  aller  Legionen  und  Rekrutieruogsbetirke 
Btiaaniroeo.  Damals  sahen  die  erschreckten  Römer  znm  ersten  Mal 
Barbaren  aus  allen  (Tegenden  der  Welt  sich  in  ihren  Strassen  als  die 
Barren  geberden.  Vermutlich  kam  auch  auf  diese  Weise  manoker 
Bjaacenus  und  Capsensis  in  die  Hauptstadt  —  unter  mancheB  aaderaa 
Afrikanern,  die  aUgemeio  ihrem  Landsmann  auf  dem  Thron  die  höchste 
Terehnini:  Znr  Unterbraigwig  der  Benen  Truppe  baute  Seren»  ^ 

•ehr  wahr-  \\  erst  selbst  die  eeatrm  peregrine  101  den  OMliaiL 

Aostoss  nimmt  Paris  zum  ersten  Mal  ond  eigeotlieh  aUeia  an  dem 
ntattoMi  procmsiMs.    Ea  kann  sieh  nur  wa  den  MenteO  eiDes  Pro- 


l>&»Ma.t. 
'iM«lBe.rto 


8.7. 


Die  Appendix  Probi 


169 


konsule  bandela,  der  in  der  Stadt,  die  eine  Strasse  nach  ihm  benennt, 
■einen  ständigeQ  Aufenthalt  bat.  In  Born  aber  gab  es  nie  dauernd 
einen  Prokonsul.  Darauf  ist  zu  bemerken,  daes  gerade  Septiniius  Se- 
verus  dem  prokonsulariachen  Titel  ausaerordentlich  hohen  Wert  bei- 
niasa.  Er  war  der  erste  Kaiaer  der  ihn  auch  bei  seinem  ständigen 
Aufenthalt  in  Rom  nie  ablegte^). 

Auf  die  zahlreichen  Wasserbauten  im  wasserreichen  Südosten  geht 
vor  allem  aquaeducius  non  aquiducfus  197^  2«.  Man  halte  dazu  terrae' 
motus  rion  terrimotium  198,  32.  Jordan  bespricht  die  Form  Hermes 
VII,  367.  Er  lehnt  dort  mit  Recht  die  gewöhnliche  lautliche  Erklärung, 
den  lautlichen  Übergang  ae  :  e:  i,  mit  Hilcksicht  auf  das  frühe  Auf- 
Ltreten  ab.  Nun  findet  sich  auch  auf  dem  Capitolinischen  Stadtplan, 
'der  nach  Jordan,  Forma  urbis  Romae  S.  7,  zwiachen  203  und  211  aus- 
gearbeitet istf  ein  aqueductium  bezeichnet.  Unter  diesem  aqueductium 
ist  der  aquae  Claudiae  ductus,  auch  auf  dem  Caeliue,  Terstanden,  der 
damals  neu  und  allgemein  bekannt  war,  deshalb  keiner  näheren  Be- 
zeichnung bedurfte^).  Das  ^  will  Jordan  selbstverständlich  ebensowenig 
für  eine  frühe  Entwicklung  des  Diphthongen  halten;  er  sieht  darin  den 
gewöhnlichen  Ersatz  des  unbetonten  /.  Sind  in  dieser  Weise  die  Form 
des  Stadtplans  und  die  der  Appendix  bezüglich  des  Mittelvokals  identi- 
fiziert, so  kann  ich  es  bei  der  Kenntnis  der  mangelbafteo  Überlieferung 
wohl  unternehmen,  die  Möglichkeit  eines  ursprünglichen  aquiducthim 
auch  für  die  Appendix,  entsprechend  ihrem  terrimotium  und  dem  aque- 
ductium dee  Stadtplans,  stark  zu  betonen.  Der  Copist  bat  hier  zwischen 
korrekter  und  getadelter  Form  uniformiert,  wie  er  gröber  uniformiert, 
indem  er  Fchreibt:  gi/rits  non  ffi/rus^)  und  vieles  andere.  Aber  auch 
ohne  das  tindet  sich  für  diese  Form  ein  Zeugnis  wieder  aus  der  Re- 
gierungszeit des  Sererus^  aus  Rom  und  sogar  vom  Caelius.  acqua,  calda^ 
frigda^  clavacay  das  letzte  hinter  cammara,  peuma  scheinen  nicht 
weniger  sicher  auf  die  Thermen-  und  Canalbauten  im  Südosten  hiozu- 
veisen  *). 


\)  0.  Richrer  io  Iwan  MUJIer's  Handbuch  III,  705.  Cealemeer,  esaai  sur  la 
vie  et  le  r^gne  de  Septime  S6vöre,  8.  302.  Der  Kaiaer  war  juriatiBch  durch- 
gebildet, and  verband  mit  dem  Titel  ataatsrechtÜche  Absiebten. 

2)  Jordan,  Topographie  der  Stadt  Rom  1,  1,  475  a.  Forma  urbi»  Romae  S.  7, 
Vieloaebr  wird  man  e-igen  kdanea,  das«  aquaednctium  der  populäre  Ci|j;enDame 
der  neuen  Wa«eerleitung  war. 

3)  1^7,  «T. 

4)  Über  die  Verbindung  der  Septijonia  mit  WaBserleitungen ,  speziell  des 
Septizoniums  des  Kaisers  8ev«rus  mit  dem  »quae  Claudiae  dactua  haadell  BillieD, 
Das  Septizonium  des  Septimitus  Severus  S.  33  f. 


170 


Karl  üttmanD 


Auch  Hercules  vor  cotumna  Bowie  Marsyiis  deutet  Sittl  auf  Erfeng- 
nisee  der  Bildhauerkunst  (S.  557  a.  3).  Einen  zweifelhaften  Tempel  des 
Hercules  victor  mit  Standbild  auf  dem  CaelJus  verzeichnet  0.  Richter , 
in  Iwan  Müllers  Handbuch  III,  298.  Calcostegis  neben  septizoniu 
kann  ich  ebensowenig  wie  Paris  io  Rom  nachweisen,  er  auch  nur  ver- 
mutuDgaweise  nach  Carthago  verlegen.  \^on  diesen  beiden  kann  teloneum 
in  der  ersten  Zeile  nicht  getrennt  werden.  Der  Zusammenhang  ist 
durch  die  Einfügung  der  grammatischen  Gruppe  gestört  worden.  Das 
Wort  findet  sich  zwar  nach  Sittl  vor  401  nur  bei  Afrikanern.  Es  hat 
aber  romanische  Fortsetzungen,  die  auf  den  guten,  echt  lateinischen 
Lautwandel  des  gr.  e  vor  ^  zu  o  Bchlieseen  lassen.  Die  Appendix  mag  uns 
ein  Zeugnis  sein,  dass  das  Wurt  wiiklich  älter  auf  weiterem  romani- 
schem Boden  ist.  Zölle  wurden  zur  Zeit  dea  Severua  in  der  Hauptstadt 
eicherlich  erhoben,  und  ein  Zollhaus  dürfte  am  Eingang  der  via  Appia 
nicht  übel  angebracht  gewesen  sein. 

um  mit  der  ersten  Wortform  zu  schliessen,  porphyreticum  marmor 
fton  purpuretkum  marmor  —  Jordan  bespricht  Topogr.  I,  1 ,  4^)8  a.  28 
den  Namen  der  Säulenhalle  des  Trajan.  Sie  wird  bezeichnet:  port/cu» 
porphtfreika  bei  Vopisc.  Prob.  2;  poriicus  purpuretka  Orelli  2832  = 
Bull,  crist.  1874,  5o.  Die  Identität  beider  habe  Hübner  de  s.  p.  q.  r. 
actis  13*)  erkannt.  Dazu  entnehme  ich  aus  Georges  LAAV^.purpuriticus 
bei  Gruter  128,  j.  Die  Inschrift  ist  in  Rom  auf  dem  Caelius  gefunden 
worden.  Sie  stammt  aus  dem  Ende  der  Regierungszeit  des  Antoninus 
Pius.  Der  Name  dea  Gegenstandes  porphyrites  zusamt  der  zugehörigen 
griechischen  Adjektivableilung  kam  mit  der  Sache  erst  in  der  Kaiser- 
leit  nach  Rom.  Die  latinisierte  Korm  purpureiicns  kann  somit  nur 
jüngere  Analogiebildung  nach  dem  alteingosessonen  purpurn  sein.  Sie 
zeugt  nichtsdestoweniger  von  echt  volkstümlicher  Aneignungskraft  und 
ist  deshalb  am  ehesten  auf  alttatoinischem  Boden  zu  vermuten.  Sie  ist 
zweimal  in  Rom  aufzuweisen.  Es  liegt  Grund  vor,  auch  die  dritte  Über- 
lieferung dahin  zu  verlegen.  Fatalistisch  sieht  es  aus,  dasa  auch  hier 
wieder  eine  Spur  auf  den  Caelius  führt. 

Mathematisch  gewiss  wird  eine  Beweisführung  mit  dergleichen 
Elementen  selten  sein.  Ich  hätte  es  deshalb  unterlassen,  dem  Resultat 
einer  unbeeinflussten  sprachlichen  Untersuchung  zuvorzukommen.  Aber 
ich  muss  gestehen,  das»  auch  sie  mich  bedenklich  in  den  Süden 
Italiens  geführt  hat.  Wo  die  romanische  Entwicklung  einen  Rück> 
BchlusB  gestattet  und  wo  die  lateinische  Wissenschaft  eine  Lokalisierung 
möglich  macht;  da  bietet  sich  vor  allem  das  ehemals  oskische  Einflusa- 


1)  =  Fleekeisen  Jahrbb.  3.  Suppteme&tbaDd  569. 


Die  Appeadix  Probi 


gebiet  dar,  entBchiedener  als  es  dem  bisher  angenommenen  Anteil  des 
kampaoiBchen  Bauerndialekts  an  der  römischen  Umgangssprache  ent- 
spricht. Es  wäre  mir  alao  vorgeworfen  worden:  Afrikanische  Lokalität 
und  südlicher  Sprachzustand  ergeben  ohne  Widerspruch  afrikanischen 
Dialekt.  Demgegenüber  glaube  ich  durch  die  Hervorhebung  der  römischen 
Beziehungen  wenigstens  die  volle  Freiheit  der  römischen  Um- 
gangssprachOf  damit  das  Gebiet  des  Qesamtromanischen 
wiedererlangt  zu  haben. 

Dem  Romanisten  käme  auch  ein  frühes  Zeugnis  südlichen  Sprach- 
charakters für  den  stadtrömiscben  Dialekt  und  den  der  weiteren  Um- 
gebung gelegen.  Denn  der  heutige  Zustand  ist  erst  im  Mittelalter 
durch  die  Einwanderung  einer  zahlreichen  toskanischen  Bevölkerung 
hervorgebracht  worden.  Die  ältesten  Dnokmäler  zeigen  eine  grössere 
Verwandtschaft  mit  dem  tSüditalienischen,  insbesondere  dem  Neapoli- 
tanischen *J. 

Eine  dritte  Äusserung  wird  vielleicht  die  Gründe  der  einen  oder 
der  anderen  Lokalisierung  gegen  einander  abwägen.  Ich  meine,  nach 
allem,  was  hier  über  die  Appendix,  ihren  Verfasser  und  sein  Arbeiten 
gesagt  ist,  gehört  kein  grosses  Spiel  der  Phantasie  mehr  dazu,  sich 
ein  Bild  von  der  Entstehung  der  Srhrift  zu  machen.  Ich  möchte  in 
der  That  Paris  zum  Teil  beim  Wort  nehmen  und  bin  geneigt  „ä  re- 
garder  ce  texte  comme  compone  ä  Borne  et  par  im  paedagogus  du  Caput 
Africae  pour  Vusage  de  sea  discipies,  ä  PSpoque  imperiale'*^).  Nur  dürfte 
eher  die  Arbeit  eines  Schülers  vorliegen,  eines  echten  kampanischen 
Bauernsobnes,  dem  über  der  Unterweisung  in  den  Bchulgemassen  Fein- 
heiten der  Aussprache,  Formenlehre  und  Orthographie  die  viel  bemerk- 
bari^ren  Fehler  seines  Dialekts  auf  die  Seele  fielen,  und  der  deshalb  an 
die  Exzerpte  aus  seinen  Schulbüchern  die  für  ihn  wirbtigere  Kritik 
Beiner  eigenen  Sprachfehler  ansrhliesst.  Auch  die  Zeilbestimmung  — 
bei  Paris  avant  la  ßn  du  iroisihne  siicle  —  hat  durch  die  Beziehungen 
sor  Zeit  des  Septimius  Severus  ein  bestimmterea  Gepräge  erhalten.  So 
gering  der  Sprachschatz  des  Capitolinischen  Stadtplans  ist^  um  so  auf- 
fallender ist  die  Übereinstimmung  in  zwei  ferneren  Lauterscbeinungen, 
von  denen  unten  die  Rede  sein  wird.  Man  kann  unbedenklich  beide 
Denkmäler  für  gleichzeitig  erklären. 


1)  Gütige  Hittetlung  des  Herrn  Profeaaor  Foerster. 

2)  Paria  a.  ».  0.  S.  303  f. 


lUi^ 


i72 


Karl  üllrotiTia 


Kapitel  5. 
Die  Überlieferung. 

Die  Überlieferung  der  Appendix  ißt  mangelhaft,  die  einzige  Hand- 
echrift  echlecht  geechrieben,  Bcbleeht  erhalten;  die  alte  Lesung  Eod- 
lichera,  auf  der  auch  der  Abdruck  Keils  beruht,  bedarf  der  Berichtigung 
dringend.  Noch  in  einem  der  letzten  Hefte  der  Wiener  Studien  M  be- 
schäftigt sich  eine  Miacelle  Rudolf  Beere  mit  dem  Zustand  des  Codex 
und  dem  Abdruck.  An  einigen  Stichproben  weist  er  die  Notwendigkeit 
einer  neuen  handschriftlichen  Collation  nach.  Leider  hat  er  sie  nicht  dem 
für  die  Wissenschaft  wertvollen,  dritten  Teil  der  Appendix  entnommen; 
einer  oder  der  andere  Aufschluas  wäre  sonst  wohl  schon  gegeben  worden. 

In  ihrer  abgebrochenen  F'orm  waren  die  zweihundert  Correkinren, 
die  sieb  zudem  vielfach  auf  einen  Buchstaben  zuspitzten,  späteren  Ent- 
stellungen unter  den  Händen  der  vermittelnden  Personen  vielfach  aus- 
gesetzt- Ein  Beispiel  für  die  mannigfachen  Zweifel  bietet  gleich  die  zweite 
Bemerkung.  Die  Wiener  Ausgabe  druckt  ^e/omw/«  non  teloneum  Aus  der 
entstellten  Notenangabe  entnimmt  Keil  die  Passung  telonium  non  toto- 
neum.  Herr  Professor  Foerster  hat  die  ersten  Zeilen  mit  der  Hand- 
schrift verglichen.  Er  halte  die  Geneigtheit^  mir  mitzutbeilen,  dass  er 
in  beiden  Fällen  o  liest.  Die  Correktur  gr.  ttof  =.  i{v)um  non  eum 
erhält  durch  zwei  nahe  Verbesserungen  eine  Stütze.  Ein  böswilliger 
Copist.  der  die  Verbesserung  erweitert,  also  seine  eigene  Weisheit  hin- 
zuthut^  —  Endlichere  Auffassung  —  ist  nach  dem  thatRächlichen  Zu» 
stand  der  Handschrift  ausgeschlossen.  Es  bleibt  die  Frage:  Gehört 
das  0  in  beiden  Fällen  dem  Copisten,  oder  hat  er  es  im  ersten  Teil 
uniformierend  eingeführt?  Ich  bin  geneigt,  die  zweite  Möglichkeit  gelten 
zu  lassen,  kehre  also  auf  einem  Umweg  zu  Keils  Auffassung  zurück. 

Die  Harmlosigkeit  dos  Copiaten  stellt  sich  bei  der  Betrachtung  der 
Schreibung  v  =  b  heraus.  Einseitig  in  der  korrekten*)  Form  ange- 
wandt, während  die  getadelte')  keine  Gelegenheit  gab,  findet  sie  sich 
in  1)  glovus  non  glomiiS]  2)  noviscum  n&n  noscunt'^  ebenso  einseitig  m 
a),  wo  b)  die  Möglichkeit  bot,  in  3i  plevis  non  plebls-,  4)  toleravilis  jion 
tulerabith-  beiderseitig  nur  5)  brauium  non  braueian;  einseitig  in  b),  so 
daea  eine  beabsichtigte  Correktur  erscheint,  nur  6)  baculus  non  uaclus. 
Wer  6j  zuliebe  eine  Vorbesserung  b  non  t«,  somit  den  Übergang  h  :  v 
in  der  Sprache  der  Appendix  ansetzen  wollte,  müsste  zur  Beschaffung 


1)  XII,  327  f. 
)  Sie  wird  iro  Folgeodeo  mit  a  gekenneeicboet  werden. 
Bie  wird  durch  b  charakterisiert  werden, 


Die  Appendix  Probi 


173 


weiteren  Materiala  io  5)  üniformierung,  —  so  Paria  308  a.  2  —  io  3),  4) 
Vertauachung  durch  den  Copiaten  behaupten  und  wäre  noch  immer  ge- 
zwungen, für  1),  2)  Schreiberwillkür  einzuräumen.  Mit  Recht  haben 
daher  die  Herausgeber  alles,  auch  6)  in  seiner  verführerischen  Form 
übereinätimmend  aufgegeben.  Üie  Erkenntnis  ht  nicht  überall  so  leicht. 
In  der  Beurteilung  des  faet  durchaus  fehlenden  k  gehen  die  Ansichten 
weit  auseinander.  Keil  verzichtet  auf  jede  Kritik  und  kehrt  %a  dem 
buchstabengetreuen  Abdruck  der  Handschrift  zurück.  Ich  weiss  nichts 
besseres  zu  thun.  Ein  gegenständliches,  entscheidendes  Urteil  ist  un- 
möglich. Die  Erklärung  soll  daher  im  Zusammenhang  der  lautlichen 
Erörterung  an  ihrer  Stelle  gegeben  werden.  Beiderseitige  Verderbnis 
ist  nach  den  Gewohnheiten  des  Copisten  anzunehmen  in  marmur  197^  i» 
und  gegen  Paul  Meyer  in  numquit  199,  i4.  Einseitiges,  uniforraieren- 
des  Verfahren,  daa  aus  der  Gedankenlosigkeit  des  Copisten  entspringt, 
überwiegt.  Vorwärts  wirkend  finden  wir  es  in  gt/rtis  non  gyrm  197^37; 
vicostrobili  non  vieostrotili  198,  as;  vinea  non  vinea  198,  a.  Die 
beiden  letzten  sind  nachträglich  berichtigt.  Rückwärts  wirkende  An- 
gleichung  ist  häufiger:  phbt'a  nou  jtk'bis  19S,  13;  imßmenatfis  non  im- 
ßmenatus  198,  «i;  dazu  gehört  auch  tolonium  non  toloneum  mit  0, 
rechne  ich  ferner  fasseo/us  non  fassiolus  198,  2«  mit  doppeltem  s. 
Endlich  ist  das  u  in  tundco  non  detundo  199,  i  hierherzuziehen.  Der 
Codex  vertauscht  zwar  u  und  0  vielfach,  aber  doch  in  meist  erkenn- 
barer Beschränkung.  So  erscheint  fast  ausnahmlos  it.  nomerus,  correrCy 
häufig  assimiliert  osrotor,  torcoiarf  singolormn  u.  dergl.  Eine  Neigung^ 
roro.  u  vor  nd  zu  schreiben,  tritt  nirgends  hervor.  Im  Gegenteil  findet 
sich  viermal  und  häufiger  die  Schreibung  fferondium.  Ich  stelle  also 
auch  hier  die  Fassung  her:  tondeo  non  detundo. 

Die  Schreibung  i  •=^  v  wird  von  den  Herausgebern  aufgegeben 
in  '^porphireticum  197,  i».  Auch  sonst  fordert  der  Text  nicht  ein  ein- 
ziges Mal  if  sondern  nur  schulgcrechtea  tj  für  gr.  v.  Endlicher  war 
aldo  im  Recht,  wenn  er  198,  20  '*ctamj/s  für  überliefertes  clamis,  die 
gewöhnliche  Form  der  Uandacbriften,  einsetzte.  Ihm  folgt  Paris  3U8  a,  2; 
entgegen  sind  Keil,  Scbuchardt  11,263.   Die  Correktury  non  i  wird  geübt: 

1)  gyrus  non  [girus)  197,21 

2)  Bgzacenus  non  Bizacinns  198,  i 

3)  Capsesys  non  Capsesis  198,  2 

4)  amygdala  non  amiddola  198,2  6 

5)  {dyseniericiis)  non  di8entericusl9S^2» 
4)  Keil  giebt  irrtUmlich  °amicdala  als  Lesart.  Endlicher  hat  amycdala. 

3)  ist  von  Paris  305  a.  4  mit  Recht  als  sinnlos  aufgegeben  und  zu 
**Capsen8is  emendiert  worden.    Die  Ergänzung    *5),  die  von  Endlicher 


174 


Rarl  tJllmAOD 


berrfihrt,  konnte  ohne  gewaltsame  Änderung  nicht  anders  ausfallen.  Der 
Codex  hat  1)  aU  ffyruit  non  gyriis.  gurus  ist  im  Lateinischen  zur  Ge- 
oflgo  bßxeugt.  Ocorgos  mochto  mit  Haupt  ojiubc.  3^  sa«  für  diese  Stelle 
der  A|ipendix  wie  für  Apieiu»  die  Schreibung  goerm  annehmen.  Sie 
int  »wi'imiil  loi  Nonius  bch-gti  20,  a«  und  189,  «a.  Erklärungaversuche 
wurden  angestellt  ron  Schuchardt  II ^  278,  Corssen  I,  710;  die  älteste 
und  oinfachsto  Auffassung  ist  auch  heute  noch  nicht  ausgeschlossen. 
Das  Wort  hatte  ü  und  machte  einen  altertümlichen  Eindruck,  man 
schrieb  also  o«  =  ü  wie  in  inurua.  Die  beiden  Wörter  haben  ein  so 
gleiche«  Äussere,  dass  es  üfacrfiüsaig  ist,  nach  einer  anderen  Begründung 
zu  BUcht'U.  Das  Komjin.  weist  hingegen  nur  &u(  girus,  wonach  die  alte 
Berichtigung  der  Correktur  zutrefTend  wäre.  Einen  recht  überzeugenden 
Eindruck  macht  jedoch  keine  einzige  der  drei  bisher  besprochenen  Be- 
merkungen, lo  2)  und  4)^  die  allein  üborliL^fcrt  sind,  ist  g  non  i  neben 
den  anderweitigen  Verbesserungen  wenigstens  überflüssig.  Zudem 
schreibt  das  Edikt  Dioklotians  amugdala.  Da  aber  daa  Rom.  wieder  aus- 
nahtiilos  i  aufweist,  so  fehlt  einem  auch  hier  die  Berechtigung,  das  t 
rundwog  als  Eigentum  des  Verfassers  abzulehnen.  Nur  mit  geringem 
Vertrauen  kann  ich  znm  Schluss  die  Möglichkeit  einer  ursprünglichen 
Berichtigung  g  non  i  Übrig  lassen. 

öcbon  twoimal  war  eine  Erwägung  nicht  zu  umgehen,  dass  be- 
tondors  die  Correkturen  der  Endungen  demselben  uniformierenden  Ver- 
fahren tum  Opfer  gefallen  sind:  bei  ^aquiducUts  neben  Herrimotiitni  — 
oin  ofHiductium  wäre  um  so  willkommeuer,  als  von  ductium  zahlreiche 
romanische  Weiterbildungen  vorhanden  sind,  s.  Diez  E.  W.  L  docciar« — 
dann  könnte  ich  hier  die  ganze  Reihe  der  oben  S.  157  f.  zusammen- 
gestellten Wörter  mit  einer  vom  Uochlat.  abweichenden  Oenusendung 
«ioderholen.  Vereinzeltes  kommt  hinzu.  198,  «  findet  sich  die  Reihe 
cocleare  non  cocüatium,  paieareuni  non  paJian'um^  primipitaris  non 
primijuiarius.  Mit  Hfinden  zu  greifen  ist  auch  an  zweiter  Stelle  ein 
fmimrt  non  paliarium,  Unzweifidhaft  stellt  ptas/a  199,  t  das  gr.  nlaar^q 
vor.  Die  inhalUiobe  Verwandschaft  der  Schlus-Hstelle  mit  den  ersten 
Zeilen  iat  oben  festgestellt.  Die  Gesamtheit  der  an  beiden  Stellen 
sieh  findenden  bautechnischen  Ausdrücke  macht  den  Bildhauer  un- 
verkeenkMir.  Die  Correktur  UateC  phsta  non  hlatia.  Peris  906  a.  8 
setJt  ao  ptMN$  non  Mento«  Die  UÜiiieitrte  Eedvng  irt  ia  dtem  Wo 
nicht  zan  tweilM  Mal  tv  bekgea;  aie  iat  wie  ia  noai-fo,  jMt-to  voll«' 
ttUadig  korrekt  Wir  entnehmen  der  Appendix  auch  ohne  Emendation, 
das»  die  UafoniMMg  volkataaüieh  lebeadig  gebliebeB  war. 

Am  199,  ts  tümttmkiliftu  tum  mdahUäm  glaobe  ich  entnekaiea  it' 
kteaeo,  daaa  der  Verl^Mar  kochlü.  tJmbilihn  eberhaopi  nidit  keaat 


Die  Appendix  E^obi 


175 


Nach  eeinein  ganzen  Verfahren  ist  man  zu  der  Annahme  berechtigt, 
dass  ihm  die  aebriftgemagse  Form  wenigetena  nicht  immer  gegenwärtig 
ist.  Bei  Emendationen  der  letzten  Art  läuft  man  daher  immer  Gefahr, 
nicht  den  Fehler  des  Copi^iten  gut  zu  machen,  sondern  den  Verfasser 
zu  iiorrigieren.  Eine  bestimmte  Grenze  giebt  e»  nicht.  Die  Möglichkeit« 
dasa  die  Appendix  ursprünglich  Berichiigungen^der  Wortausgänge  io 
grösserer  Zahl  enthielt,  soll  an  dieser  Stelle  nochmals  ausgesprochen 
werden.  Mit  Bestimmtheit  zu  emendieren,  hielt  ich  mich  in  keinem 
Fall  berechtigt. 

Besonders  da,  wo  an  einem  Work  mehrere  Verbesserungen  geübt 
werden,  haben  viele  mit  Vorliebe  einen  Teil  dem  Copisten  überwiesen. 
Gerade  im  Hinblick  darauf  wurde  oben  das  Verfahren  des  Verfassers 
festgestellt^  die  entlehnten  Correkturen  durch  die  Einführung  einer 
zweiten  Fehlerhaftigkeit  zu  erweitern.  Zum  Nachweis  diente  unter 
anderem  auch  formuHmn.  Es  mag  hier  genauer  bemerkt  werden,  dasa 
überhaupt  u  für  g  in  der  Handachrift  nicht  sonderlich  häufig  eintritt, 
wie  es  der  Heimat  des  Copisteo  nicht  anders  entspricht.  Von  mehreren 
eklatanten  Beispielen,  »o/urma,  fast  regelmässig  nuscere^  abgesehen, 
können  die  meisten  Schreibungen,  numen  für  nomerij  in  Suffixen  us  für 
OSj  ur  für  or,  als  Verwechslungen  bezeichnet  werden ;  -usus  statt  -osus 
ist  nicht  zu  beobachten.  Im  Gegenteil  findet  sich  die  volle  Form  for- 
monsHS  Anal.  Or.  382")*).  Eher  konnte  sobrius  non  suber  Bedenken 
erregen^  weil  der  Codex  ein  anderes  Mal  subrius  bietet.  Anal.  439'^}. 
Der  Gesichtspunkt  dürfte  kaum  ausreiuhen.  Nimmt  man  das  mehr- 
fache vor-  und  nebentonige  i<  =  o  in  die  Betrachtung  auf,  so  ist  ea 
unzweifelhaft,  dasa  die  Sprache  der  Appendix  die  süditalienische  Wand- 
lung  des  o  in  verhältnismässig  grossem  Umfang  vordeutet. 

Eine  Entscheidung  ist  schwieriger  bei  vapuio  non  baplo  199,  14. 
Die  Nomina  mit  fehlendem  Mittelvokal  sind  gut  bezeugte,  meistens 
archaische  und  auch  aus  dem  Romanischen  rekonstruierbare  Vulgär- 
formen. In  das  Verzeichnis  die  einzige  syncopierte  Verbalform,  für  die 
kein  anderes  Zeugnis  spricht,  aufzunehmen,  kann  man  Bedenken  tragen. 
Zudem  bietet  der  Codex  auch  Anal.  384*")  vaplo.  Die  Syncope  musa 
somit  als  zweifelhaft  für  die  Sprache  der  Appendix  angesehen  werden^ 
eine  Stütze  erhält  dadurch   die  Correktur  v  non  b  in  demselben  Wort. 

Der  Schreiber  vernachlässigt  auslautendes  m,  fügt  es  auch  oft  hinzu, 
wo  es  keine  Stelle  hat.  Die  Appendix  tadelt  das  Fehlen  in  einer  An- 
zahl Adverbien.  Unter  den  Substantiven  ist  cannelam  197,  34  von  dem 
angehängten  Zierrat  zu  befreien;  für  Hriclinu  198, 27  fehlt  ein  besonderer 

1)  Keil  ist  in  der  Angabe  der  Leaarten  nicht  voIlstSodig,  sie  sind  daher  durch- 
gängig  Dach  der  Wiener  Au«gat>e  citiert. 


176 


Karl  tJUmann 


Anhattepunkt.  Eben  deshalb  muea  die  Überlieferung  voll  beibehalten 
werden;  in  vicotabuiu  198,2  5  iet  dasselbe  vollends  als  unabweisbare 
Notwendigkeit  geboten,  weil  hier,  in  des  Verfassers  eigenslem  Eigentum, 
in  volkstümlich  zugeschnittenen  ätrassennamen,  einfach  jede  Kritik 
aufhört. 

Der  Codex  unterdrückt  gern  unbetontes  «und  i  im  Hiatus.  So  weist 
Appendix^"  selbst  auf:  aexfquaey  '^/assoius.  Letzteres  ist  nachtraglich 
berichtigt,  treibst  betonter  iiiaiusvokal  fehlt  zuweilen,  so  in  ^poUoy  nach-' 
träglich  zu  poeUa  verbessert.  Das  Fehlen  des  Hiatusvokala  ist  aber  auch 
als  getadelter  Sprachfehler  anzunehmen,  unzweifelhaft  in  ^IriclinuV^^f  11^ 
wahrscheinlich  in  Hnninomaia  199,  «.  Dagegen  glaube  ich,  dass  der 
Copist  ein  i  hinter  <i  ausgelassen  bat  in  heptidoniuml^lj^t.  Ich  setze 
also  an  scptizonium  non  septidionium  *).  Ausgelassen  war  1  und  ist 
nachträglich  an  der  falschen  Steile  hinzugefügt  worden  in:  ^Izofilus  198, 1. 
Ich  lese  mit  Schuchardt  I,  153,  441  Theoßlus  non  Zio/ilus.  Paris  setzt! 
308  a.  2  botruus  non  bufrio  an.  Der  Codex  hat  ^butro.  Ich  habe  mich 
nicht  überzeugt,  dass  eine  Änderung  nötig  ist. 

frigida  non  fricda  198,  s;  digif»s  non  diciiwi  198,  lo  sind  so  lange 
gedreht  und  gewendet  worden,  bis  sie  schliesslich  eine  schöne  Harmonie 
bildeten.  Schuchardt  nahm  II,  413  ^dictiia  an,  und  darnach  Georges, 
L.  d.  I.  W.  ^frictus.  —  Der  Codex  zeigt  den  Hang,  vor  Consonan- 
ten  den  stimmhaften  Verschlusslaut  durch  den  stimmlosen  tu  er- 
setzen. So  schreibt  er  Puplius,  soprius^  in  der  Appendix  selbst  ^tripla, 
das  er  aber  nachträglich  gutmacht  Ganz  besonders  macht  sich  der 
Zug  in  der  Gutturalreibe  bemerkbar,  denn  hier  begegnet  er  sich  mit 
einer  allgemeinen  Schreibung  c  für  g,  die  ich  nicht  aus  nachlässiger 
Schreibweise  herleiten  kann,  sondern  dem  Einfluss  der  vom  Copisten 
benutzten  alten  Vorlage  zuschreiben  muss.  So  findet  sich  iptdicef, 
abnecabcU,  greco,  synzycias^  intecroSy  Clicerium,  Die  Appendix 
bietet  in  den  ersten  Teilen  efficies,  carcara  (gleich  gargara)^  ßecfna, 
docfna.  Von  den  Uerau^gebein  konnte  korrigiert  werden:  Himicdala 
196,  9t.  Vielleicht,  nicht  notwendig  fällt  hierunter  auch  das  zweite  c 
▼on  eracU  199,  u.  In  derselben  Gestalt  findet  sich  das  Wort  nämlich 
App.^  195,  as  als  Pluraletantum,  ist  also  unverkennbar  identisch  mit  dem 
tragii  des  Leydener  Donat  (K  IV,  376,  «•).  Als  ein  solches  c  ist  das  von 
fricda  einfach  zu  beseitigen  *).  —  dicitus  halte  ich  gegen  Schuchardt 
voll    aufrecht     Cr  meint,  die  Verwandlung  des  ^  in   c  wäre  zwischen 

1)  NaohtrSglicb  sehe  icb,  dass  dieselbe  Auffassung  flcbon  Rossi,  Ballet  deU&^ 
Conitti.  ÄTcb.  dl  Roma  1889  8.  361  a.  1 ,  geüussert  hat. 

2)  Dem  Roms&isten  tbot  das  leid,  denn  sard.  /nttu  erklärt  sich  aus  eioer 
sjacopierten  Form  fncdus  vortrefflich,    Kaoh  dsa  gewOhnlicheD   AssiiDilatioo»- 


Die  Appendix  Probi 


177 


Vokalen  unmöglich.  Damit  mag  er  Recht  haben,  dennoch  kann  ich 
nicht  glauben,  dass  der  Copiat  vierundzwanzig  Formen  mit  fehlenden 
Mittelvükalen ')  unbedenklich  passieren  läsat»  an  dem  einzigen  dictus  An- 
atand genommen  hätte.  Das  Verhältnia  ist  vielmehr  umgekehrt;  dicUus  ist 
archaisch,  digifus  die  umgewandelte  Form.  Die  sprachliche  Erörterung 
gehört  nicht  hierhin. 

Einige  Einzelheiten  der  Kritik  werden  an  der  passenden  »Stelle  im 
Zusammenhang  der  sprachlichen  Betrachtung  vorgebracht  werden» 
Gegenüber  den  mancherl*^i  Doufungsversuchen,  die  an  die  Appendix 
herangetreten  sind,  war  eine  bestimmte  Stellungnahme  zur  Über- 
lieferung notwendig.  Mein  Verhalten  ist  durch  die  bisherigen  Aus- 
führungen gekennzeichnet:  Coiiservatives  Festhalten  am  Buchstabentext, 
ein  Abweichen  eht»r  in  der  Richtung,  dass  dem  Copistcn  die  Unter- 
drückung einer  überlieferten  als  die  wirkungsvolle  Einführung  einer  eige- 
nen Correktur  zugetraut  wird. 

Ein  grösserer  Anteil  des  Copisten  muss  nur  für  die  Beurteilung  einiger 
Bemerkungen  angenommen  weiden,  die  mehr  den  Charakter  einer  syno- 
nymen Scheidung  als  einer  lautlichen  oder  formalen  Berichtigung  zeigen. 
Es  fragt  sich,  wie  weit  überhaupt  homonyme  oder  synonyme  Bestandteile 
in  der  Appendix  vorhanden  sind.  Auf  der  Grenze  zwischen  beiden  und 
dazu  der  lautlichen  Berichtigung  steht  (jlobus  uon  glomm  198j  h  ^).  Eine 
Verwechslung  ist  auegeschlosaen  bei  (uHyes  höh  aliftes  199,3,  ein  Miss- 
verständnis möglich  he'i  daucu^  non  druucns  l^S,  so.  Canncla  non  caniu- 
nm  197,  a*  scheint  die  fehlerhaften  Bestandteile  «weier  verschiedenen 
Bemerkungen  zu  vereinigen.  Im  ersten  Wort  sieht  Sittl  vermutlich  richtig 
den  Überrest  von  candela  non  caunela.  Mit  canianHn  ist  nichts  anzufangen. 
Endlicher  vermutet  wenig  passend  runinm  non  canianua.  Ursprünglich 
einheitlich  war  dagegen  die  Bemerkung  homfafjium  non  monofugium  198,  i. 
Schon  Endlicher  stellt  in  der  Note  die  Frage  nach  ofitfxxxtof^)     niono- 


gesetzen  wäre  Hir  die  Artikulationsstclle  des  resultierendeo  Doppelkoosonaoten 
der  zweite,  für  die  LStironilosigkeU  der  eraie  Beatatulteil  eotscheidend  gewesen.— 
Vielleiclu  möchte  jemand  gnneigt  sein,  in  den  ererbten  Schreibfebleru  des  Codex 
und  den  getadelten  Sprachfehlern  der  Appendix  ein  Abbild  desselben  Spracb- 
zuatandes  zu  sehen.  Es  läast  aioh  Ja  nichts  dagegen  sagen,  wenn  man  den  Ur- 
kodex  in  zeitliche  und  urtlichiß  Übereitistimnning  mit  der  Abfassung  der  Appendix 
bringt.  Die  uns  zn  (Jebote  stehend' u  Mittel  der  Kritik  reiclien  tum  Nachwels 
nicht  aus.    fricda  iät  demnach  als  blosser  Schreibfehler  anzusehen. 

1)  S.  die  Tabelle  unten  S.  197  f. 

2)  Synonym  z.  B.  Olose.  Plac.  ed.  Deuerling  .s.  48. 

3)  lob  habe  ein  Recht,  miob  so  auszudrUoken ,  weil  ich  unabhängig  auf  die- 
selbe Yermutang  gekommen  war. 

Uotnaiilai  hr   lf'orsiliuiig«-t>   Vit.  ^^ 


178 


Karl  Ullmano 


/agium  Btand  dem  Copisten  als  Terminus  des  Elosterlebeos  nahe.  Es 
muBs  zufltAodo  gekommen  sein  durch  Verdoppelung  dee  uon^  Bei  es  nno, 
da88  schon  die  Vorlago  sie  bot^  oder  dass  der  Copist  doppelt  bs  oder, 
wofür  anderoH  apricht;  beim  Diktat  doppelt  auffasste^).  In  hom/agittm 
mit  iinorgntitschem  h  aber  hat  er  im  Gegensatz  etwas  von  6iaov  aUo 
„ZiiHaramouiJHScn'^  empfunden.  Üie  sprafhliche  Fehlerhaftigkeit  roasB 
einer  irrtümlichen  Auffassung  entgegengekommen  sein.  Also  wäre  viel- 
loicht  anzusetzen :  owj'iuium  non  omf agium  oder  om/acium  non  ofacium. 
Vielleicht  war  beides  vereinigt. 

i߻n  non  cracli  199,  12  ist  von  Schuchardt  1,  161  a.  behandelt 
worden,  Er  nimmt  als  Grundlage  graciuU  und  konstruiert  eine  doppelte 
Entwioklungsreihe :  yraduti  —  gradli  —  gragli ;  andrerseits  gradidi  — 
g^radli  —  gralli  ( —  ylari).  Heolmann  schliesst  sich  349  an.  Es  wäre 
also  fdr  dio  erste,  die  volkstümliche  Entwicklungsreihe  ein  Übergang 
dl :  gl  analog  // ;  cl  nnzusotzon,  für  den  kein  anderes  Zeugnis  spricht*). 
In  der  anderen  Koibo  ist  das  Umapriogen  der  Liquiden  gralli  :  glari 
fflr  die  Sprache  der  Appendix  nicht  wahrscheinlich  gemacht;  noch 
weniger  kann  dio  Fürin.  wio  doch  die  weitaus  meisten  '»Formen  wirk- 
lich korrekt  sind,  schnftlateiniseh  nachgewiesen  werden.  —  gldfi  ist 
überhaupt  nicht  ursprünglich.  Dio  ursprüngliche  Fassung  scheint  darunter 
hervor.  Endlicher  notiert  grutu-  auf.  Nehmen  wir  an,  das  i  von  glari 
gohüre  2um  alten  Üostand,  ferner  Endlicher  habe  /  für  c  verlesen,  was 
auch  dann  mßglioh  wäre,  wenn  nicht  eine  solche  Verwirrung  herrschte,  so 
ergiobt  sich  gracu'i  non  cracli,  d.  h.  gruculi  non  gracli.  Das  erste  ^c  =  g 
und  auch  wohl  das  zweite  goburton  schon  der  Vorlage  an').  Auch  der 
Cüpi^t  dos  Loydener  Üonat  fand  das  erste  vor.  Er  verstand  das  Wort 
obonsowonig  wie  unser  Copiat  und  verlas  tragli.  Wie  gragidus  unter 
dio  IMurrtliutantura  geriet,  zeigt  deutlich  Varro  1. 1.  V,76.  Nachdem  schon 
oinigo  Vogclnamon  in  Singularform  behandelt  sind,  fahrt  er  fort:  Menäa 
quod  mtra^  id  e^i  sola  t^lilat;  contra  ab  co  graguli  quod  gregatitn,,.. 
Was  den  Copist  bewogen  hat,  graculi  abzubrechen,  weiss  ich  nicht. 
Ich  kann  nur  feststoUon,  dass  er  zum  Schluss  mit  einer  gewaltigen 
Hast  schreibt.  Auch  daas  der  Codex  wirklich  gtan  bietet,  ist  stark  zu 
bezweifeln,  loh  glaube,  der  Copist  wollte  gandi  einsetzen.  Das  / 
stebl  überhaupt  nicht  da,  und  dio  Endung  ist  dieselbe  wie  die   von 


1)  V««!oppcUiDgcn  im  Codex:  Anal.  Or.  275"),  293*),  298«*),  326"),  381"), 
$38»«),  845  •).  349»'). 

2)  Dk  Etymologie  mimU  la  r^gla  bei  Griiber  V.  129  ist  selbst  viel  so  an- 
fMblbar,  als  dass  sie  bealilig«iid  aagetührt  wenieb  kOonte. 

3)  S.  o.  8.  170;  e«  ist  bekannt«  dass  graguU*  and  fftüiemU»  vorkonimeo. 


Die  Appendix  Probt 


nr^ 


gractUi.  Ein  Blick  auf  die  Handschrift  würde  vielleicht  jede  noch  so 
schone  Vermutung  fiberflüaaig  machen. 

198,  12  facles  nun  facs  in  der  Gruppo  -es  non  -is.  Da  die  Mehr- 
zahl der  Correktnren  -es  non  -is  entlehnt  ist,  so  konnte  man  versucht 
sein,  wie  plebes  von  plebis  ein  /aces  non  facia  anzusetzen.  Der  Unter- 
schied  ist,  dass  plrhes  wirklich  in  der  »Sprache  lange  fortlebte,  wahrend 
wir  von  faces  überhaupt  nur  durch  FestussTM  Kunde  haben :  face>t  anfitjui 
dicebanf  ut  ßdes.  Auch  die  doppelte  Entstellung  der  Handschrift  wird  so 
nicht  erklärt.  —  Schuchardt  nimmt  n,444  da^  faces  des  Verrius  Flaccua  als 
archaische  Form  von  J'aneSf  interpretiert  also  Festus :  faccs  antif/ui  dice- 
hont  sine  i  ut  fides.  H,  402  hält  er  dazu  die  Syncopo  aufrecht,  nimmt 
[also  im  ganzen  an  facies  [non  faces)  non  fax.  —  An  "facies  kann 
nicht  emendiert  werden.  Für  Vacs-  geben  die  romani»chen  Sprachen 
keinen  Aufschlues.  Ausnahmlos  leben  facies  und  facin.  Wohl  aber  ist 
es  autfallend,  dass  sowohl  sard.  wie  südital.  das  Wort  nicht  volkstüm- 
lich entwickelt  ist.  In  beiden  stammt /acc/«  aus  dem  Schriftitalienischen. 
Dieser  Umstand  und  die  gelehrte  Umgebung  fuhren  einen  darauf,  die  Er- 
klärung nicht  in  der  späten  Entwicklung,  sondern  in  der  früheren  Geschichte 
des  Wortes  zu  suchen.  Man  könnte  noch  das  bi/ax  C.  Gl.  n,30,  25;  54, « 
(Herausgeber  di/rax,  Lesarten  di/ax,  hifax)  heranziehen.  Hätte  der  Ver- 
fasser eine  von  ihm  gesprochene  Form  bezeichnen  wollen,  so  hätte  er 
fax  mit  .r  geschrieben,  und  der  Codex  hat  es  für  :r  nie.  Die  Schreibung 
weist  vielmehr  darauf  hin,  dass  der  Copist  einen  Bnchstaben  ausgelassen 
hat,  und  da  liegt  wieder  2',  das  auch  ausserhalb  des  Hiats  zuweilen  ver- 
misst  wird,  am  nächsten.     Es  ist  also  anzunehmen /ac/es  twn  facis^). 

ziziber  non  zizii>er  199,  8.  Entweder  wir  haben  ziziphnm  vor  uns. 
Dann  wäre  anzusetzen  zizifum  non  ziztpum.  Der  Copist  fand  in  seiner 
Vorlage  für    die  Endung   eine   AbkQrzung    und    übersetzte  sie  falsch. 


k 


1)  Zur  Erklärung  bat  man  freien  SpicIraaiQ.  Man  kann  altlat.  Coatraktioii  von 
ie  vermuten ,  man  kann  sogar  dar.in  erinDern ,  dass  der  Domin.  facicB  überhaupt 
nicht  berechtigt,  dass  or  erst  nach  den  cass.  obl.  gebildet  ist  (Brugmaon,  Grdr. 
ir,  2,  527).  Zuiu  Schluas  darf  ich  auch  sober  für  sobriua  ins  Gedächtnis  rufen. 
Hier  bindert  das  i  nicht,  dass  das  Wort  wie  die  auf  -ru  ebne  ableitendes  7  Suffix 
behandelt  wird;  ebenso  stände  fad*  neben  «m^i.s.  —  Nachträglich  werde  Ich 
darauf  aufmerksam  gemacht,  dasa  von  Biicheler  Rh.  Mus.  46,  235  u.  236  ebenso 
geändert  wird.  Ich  freue  mich  über  das  ZuaammentrefTen  um  so  mehr,  als  ich 
hauptsächlich  durch  die  Beobachtung  des  Schreibgebraucbs  zu  der  Emend.ition 
gelangt  bin.  Biicheler  fügt  im  Zusammenhang  der  sachlichen  Besprechung 
gleich  ein  Beispiel  hinzu.  Es  bleibt  also  bei  seiner  Erklärung  der  Contraktion 
von  ie. 

12  • 


180 


Karl  Unmann 


Wahracheinltcher  ist,  wir  haben  wirklich  ziziber  =  zingiber{i)y  zim- 
pil/er{t}y  zfiiziöer^)  vor  uns.  Die  Cörrektur  b  non  p  erklärt  sich  dann 
schwerlich  aus  p  =:  gr./Ü  wie  in  Canopus,  tnmnpus.  Das/»  wäre  eher  anuto- 
giach  zu  junipents  eingetreten?  die  casa.  obl.  haben  eine  der  Einwirkung 
entgegenkommende  Form,  zudem  ist  das  Wort  rom.  ü-Stamni,  z.  B.  ital. 
zettzovero.  Das  Fehlen  des  h  wäre  dann  am  ehesten  in  beiden  Fällen 
dem  Copisten  zuzuschreiben.  Wenigstens  bewahren  alle  romanischen 
Sprachen  das  n,  Will  man  trotzdem  eine  Correktur  zinziber  uon  ziziper 
halten^  so  könnte  es  sich  um  die  Herateilung  einer  Reduplikation  echt 
volketümlichen  Charaktera  handeln,  die  zu  dem  ababalsawum  und  über- 
haupt zu  der  konsonantischen  Asmmilation  der  Appendix  passt.  RinflusB 
von  ziziphnm  wirkte  mit.  Umgekehrt  darf  man  daran  erinnern,  dasB 
mgr.  ^/»"^Kjrov,  %\q,  nzinztUa,  s&rä.  zinztda  u.a.  it.- mundartliche  Formen 
ein  n  unter  dem  Eintiuss  von  zhtzibcy  angenommen  haben. 

Auch  für  nrrtif  non  necyiec  199,  14  weiss  ich  keine  andere  Erklärung 
als  Assimilation  der  beiden  Bestandteile.  Man  könnte  auf  umgekehrte 
Schreibung  für  rem.  verstummtes  c  verfallen.  Es  fehlt  aber  jede  Mög- 
lichkeit, das  Verstummen  für  die  Zeit  der  Appendix  wahrscheinlich  za 
machen.  Halten  wir  uns  gegenwärtig  ^  daas  der  Verfasser  aus  den 
untersten  Strömungen  der  Sprachentwicklung  schöpfen  kann ,  und  wir 
werden  uns  auch  über  eine  Entstellung  wie  mcttec,  die  an  die  ürvor* 
gange  der  Sprache  erinnert,  nicht  gar  zu  sehr  wundern. 

Von  den  Ergänzungen  unvollständiger  Bemerkungen  nehme  ich  auf: 

1)  {dysentericus)  non  disenierkns  198,  it 

2)  {opohahamum)  non  ababalmmum  19s, -20 

3)  {meretjrix  uon  meHf{f\iis  19s,  a« 

4)  [pusinnm)  non  pisinnus  198,  as 

5)  obscs  nofi  (obsf»)  198,  44 
1)  und  2)  rühren  von  Endlicher  her;  3)  von  Bücheier,  Jahrb.  105, 

113;  4),  5)  von  Schuchardt  I,  448;   11»  201.    4)  ist  jedoch   nicht  un- 
anfechtbar; 8.  darüber  unten  8.  189. 
Abgelehnt  sind: 

B)  {pertica)  non  persica  198,2  8 

7)  {AmmaedaraA  non  ametra  198,  ai 
6)  rührt  von  Brambach  276  her.  Die  romanischen  Sprachen  gehen 
alle  auf  persim  zurück.  Ferner  weist  die  ömgebung  mit  amtjgdalaj 
faseof-HSf  (iaucum  darauf  hin,  dasa  auch  in  persica  die  Frucht  zu  sehen 
ist.  Wenn  die  Correktur  nicht  auf  die  Endung  ausging,  wäre  mit 
starker  Änderung  nach  dem  Romanischen  anzusetzen  persica  non  pessica. 


i)  Die  beiden  ersten  Formen  bei  Georges,  dfe  letzte  bei  Du  Cange. 


r 


le  Appendix  Probi 


181 


7)  ist  von  I^aris  305  a.  5  io  seinem  Sinn  gedeutet  worden.  Es  ist  aber 
zu  erwögen,  dase  weder  Byzacium  noch  Cait&a  genannt  werden,  wohl 
ein  hi/z<iceniis  und  Cnpsensis,  deren  persönliche  Rekanntschaft  man  nicht 
in  Afrika  zu  machen  brauchte.  8ittl,  A.  f.  1.  L.  557  a.  3,  will  lieber 
amita  iton  ameint  oder  anit(t  höh  anetra  annehmen.  Die  letzte  Er- 
gänzung ist  die  beste.  Doch  bedarf  es  zunächst  einer  Nachprüfung  der 
Handschrift. 

Von  der  Umstellung  der  Bemerkungen,  einem  in  der  Textherstellung 
der  Glossen  bekannten  Principe  kann  auch  in  der  Appendix  unbedenk- 
lich Gebrauch  gemacht  werden.  Einige  frühere  MissgrifiTe,  ao  bei  Meyer 
lapsiis  Hon  iahsHs,  bei  Schuchardt  l ,  150  ierfus  non  tersus  sind  jedoch 
eine  Warnung  für  uns,  dem  Verfasser  unser  Urteil  zu  häufig  zuzutrauen. 
Nur  zum  Schluss  arbeitet  er  mit  einer  gewaltigen  Hast  und  werden 
Spuren  einer  nachträglichen  Durchsicht  seltener.  So  fordern  un- 
bedingt die  ßerichtigUDg: 

1)  199,  ;i    J'rusirum  tum  fmstum 

2)  199, 9     iunipirus  non  iuniptrus 

3)  199,  1 1  ofUegium  non  orologtum 

4)  199.  t  3  tinthiw:i(/uin  non  (intivabulum 
1)  ist  vorgeschlagen  von  Schuchardt  1,  20:    Jordan,  krit.  Beitr.  71, 

2)  nach  der  Andeutung  des  Codex,  sowie  3),  4)  von  Endlicher. 

Früher  findet  sich  nur: 

Ti)  198,  i  dolcum  non  doUum 
nach  der  Andeutung  des  Codex  umgestellt  von  Endlicher. 

Abgelehnt  sind  als  unbefriedigend  oder  unnötig: 

6)  199,  --.     lobigo  non  rubujo 

7)  199,  1 1   ostiae  non  hostiat 

8)  lii9,  li*  tjrnndio  non  grunnio 
7»  rührt  von  Endlicher  her;  6),  81  stammen  von  Meyer. 


Kapitel   6. 
1>ie  Sprache  der  Appendix. 

Das  sechste  Kapitel  behandelt  die  sprachlichen  Erscheinungen  rein 
sachlich.  Es  kann  als  selbständig  angesehen  werden.  —  Ich  hielt  es 
fHr  notwendig,  das  anderweitige  Vorkommen  der  Formen,  soweit  es  zur 
Charakterisierung  der  Appendix  beiträgt,  aufzuweisen.  Die  meisten  Be- 
lege konnten  den  bekannten  Materialiensammlungen  von  Schuchardt, 
Corssen,  .Seelmann,  Uoorges  entnommen  werden.  Zuweilen,  holfentlich 
nicht  zu  häußg  mag  der  Vermerk  der  früheren  Verwendung  einer  ein^ 


182 


Karl  Ullmano 


zolnen  Form  unterblieben  »ein,  oder  wird  die  direkte  Quelle  vermisat 
werdeo.  Jedenfalls  sind  die  Stellonangaben  in  möglicliBter  Vollständig- 
keit nachgeprüft,  Ergänzungen  aus  den  neuesten  VeröffeDtlichungen 
hinzugefügt  wordeu. 

I.    Vokali8iitii8. 

e  uon  tt;  a  non  c. 

1)  norerca  non  novarat  198^3* 

2)  parentalia  non  paranUdia  199,  « 

3)  anser  non  ansar  198,  la  und  sa 

4)  passer  non  passar  198,  aa 

5)  Camera  uon  cammara  198,  ii 

6)  cithara  non  eifern  197,5  6 
Belege  sind   vorhanden   für  3)  atisare  C.  J.  L.  V  7906*),    4)  J.  R. 

N.7160;  C.J.  L.  VI,2698i  Itala  (Ashb.)  Lev.  n,s-,  (Taur.)  Matth,  10/29 
und  31;  (Cantabr.)  Luc.  11,  150.  5)  C.  J.  L,  III,  456;  VI,  3714; 
VIII,  9316;  Bull,  della  Comm.  arch.  di  Roma  1886,  368;  Varro  r.  r. 
1,52, 2  u.a.  Hdschrr.  —  Daa  Romanische  fördert  als  vulgarlat.  Grundlage: 
4)  nach  span.  pajaro,  pg.  passarOf  siciL  lecc.  brind.  [lassaru]  dazu  it. 
passaretta,  aprOY.  passarefta  (aus  demltalP),  ma\\.  passarin,  passarera, 
campob.  pasmrielii-,  neap.  pasmrüilo,  jiasmrinido ,  kors.  passarella] 
wohingegen  prov.  passero,  passerat,  parrat  etc.  (g.  Mistral),  mail.  passera 
und  Ableitungen  entlehnt  sind.  5)  span.  pg.  rum.  camara^  sie,  neap. 
cammara,  wohingegen  achriftital.  camera  und  die  anderen  romanischen 
Fortsetzungen  auf  hochlat.  crmitra  zurückgehen  (Gröber,  Substrate  1,540). 
6)  rum.  ee/erUf  \L  afvra,  cctra;  apr.  snira,  katal.  cifra  prov.  citro,  wo- 
hingegen apan.  pg.  citaray  guitarra  und  andere  romanische  Formen  auf 
gelehrtem  r'ifanr  oder  gar  cltdra  beruhen. 

Das  Romanische  weist  den  Übergang  von  unbetontem  e  vor  r  und 
gedecktem  Nasal  zu  a  vereinzelt  auf  dem  ganzen  Gebiet,  mit  Ausecfaluss  des 
Kumänischen,  auf.  Die  lateinischen  Belege  kommen  einer  süditalienischen 
Lokalisation  in  vorromaniseher  Zeit  entgegen. 

Der  Einfluss  derselben  konsonantischen  Umgebung  ist  für  die  fünf 
Beispiele  der  Appendix  zu  augenscheinlich,  als  dass  man  der  einfachen 
Leugnung  bei  Coraeen  II,  374  Wert  beizulegen  hat.  Corssen  ist  von 
seiner  sprachgoschichtlichen  Theorie  des  lateinischen  Übergangs  a  :  e 
so  beherrscht,  dass  er  glaubt,  für  keine  Zeit  und  Gegend  die  um- 
gekehrte Entwicklung  zugeben  zu  dtjrfen.     Andererseits  lehnt  er  ein 


i)  Die  Form  ist  im  grammatischen  Index  nicht  vermerkt.   Das  CiUt  verdanke 
ich  Herrn  Geheimrat  BUcheler. 


Die  Appendix  Probi 


183 


etymologisches  VerhäUnis  ab.  Er  begnügt  sich  also  aüch  für  1)  mit 
asaimilatorischem  EiofluBS  des  benachbarten  a  (II,  372  ff.  und  II,  62). 
Ein  Botcher  EinfluBs  kann  ihm  nach  latoinischen  und  romanischen 
Assimilationegesetzen  nur  für  archaische  oder  volkstümliche  Betonung 
ndcerca^)  zugegeben  werden.  Einfluaa  des  haupttonigen  a  in  2),  3), 
4),  5)  ist  jedoch  festzuhalten.  Ea  kommen  eben  mehrere  günstige  Be- 
dingungen zusammen.  Den  Beweis  giebt  eine  Gegenüberstellung  von 
5)  und  6),  über  deren  Verschiedenheit  sich  Seelmann  174  wundert. 
Beide  mit  gr.  a  vor  dem  gleichen  Ausgang  -ra  sind,  nachdem  sie  den 
Ton  auf  die  Stammsilbe  genommen  haben,  In  gleicher  Weise  der 
lateinischen  Schwächung  des  unbetonten  a  :  e  ausgesetzt,  clfera  erfährt 
sie;  cammara  durch  den  Einfluas  des  a  der  Tonsilbe  hält  a  auch  in 
der  Pänultima  fest.  Die  Appendix  zeigt  diesen  vokalharmonischen  Zug, 
der  nach  dem  Romanischen  gleichfalls  als  ein  Zeichen  südlichen  Sprach- 
charakters angesehen  Tverdon  kann,  vielfach.  Hier  wie  in  anderen 
Fällen  äussert  er  sich,  indem  er  den  etymologischen  Laut  schützt.  Von 
den  lateinischen  Beispielen  fordert  wenigstens  novarca  zur  Annahme 
eines  etymologischen  Elementes  heraus*). 

Romanisch  leben  1),  2),  3)  nicht  fort.  Die  süditalieniachen  Mund- 
arten, namentlich  die  sicil.,  fordern  a  als  Vokal  der  Paouttima  vor  r 
und  in  Assimilation  Kura  haupttonigen  a  strenge,  die  nördlichen,  unter 
ihnen  die  mail.  weniger  konsequent,  das  Tosk.  verlangt  gerade  um- 
gekehrt €.  Das  Span,  zeigt  den  Übergang  mit  Regelmfissigkeit  vor- 
tonig vor  gedecktem  /*.  Es  bestimmt  4)  als  Grundlage  der  romanischen 
Entwickelung  wie  5).  Für  6)  ist  das  Rum.  entscbetdend.  Es  wandelt 
ausnahmlos  t  der  Pänultima  zu  u,  nie  a  zu  r;  cckra  muss  also  aus  vlat. 
eitera  stammen  (Meyer- Lübke,  R.  G.  362).  Auf  weitere  Ausdehnung 
von  vlat.  (zugleich  arch.?)  ani  ^  eni  weist  z.  B.  das  Piemontesiache,, 
dem  selbständig  die  Verwandlung  nicht  zugeschrieben  werden  kann. 

e  non  T^  i  non  €. 

Byzacenus  non  Bizacimis  198,  i 
Schon  im  Lat.  zeigt   sich  vielfach  Schwanken  zwischen  t  und  e  in  Ab- 
leitungen vor  dem  Suftix  -no.     Etymologische  Beziehungen  und  mund- 
artliche Verschiedenheiten  der  Suffixbildung,  besonders  in  Eigennamen, 


1)  DafUr  spricht  auch  ov  nicht  ü  der  ersten  Silbe. 

2)  Ich  weiss  nicht,  wie  weit,  in  neuerer  Zeit,  sich  BUcheler  interpretieren 
la«aen  will,  wuno  er  zur  [llualration  der  umbrisehen  Furui  ocar  (Gm.  oaer)  hin- 
zufügt: «IC  volgwi  laimurn  amar  non  anaer  et  novarca  (Umbrica  S.  179). 


184  Karl  ÜDmaBa 

sind  die  ünacheo.  Im  Rom.  setit  sieh  die  Entwiekelmig  i :  i  nidit  nur 
in  Völkernamen  wie  SaraeiHO  und  dnreh  Aufnahme  dea  grieehiachen  Jota- 
siamas  wie  in  Messina,  amoscino  fort,  sondern  gewinnt  über  den  Aus- 
gang ^enum  im  allgemeinen  die  Herrschaft.  Ein  Toransgehendea  c  ist 
durch  seine  Verwandlung  znr  Palatalis  förderlich.  Es  kann  aber  nnr 
Znfall  sein,  dass  das  Beispiel  der  Appendix  ein  c  aufweist  Die 
Schreibungen  execiae,  coeens,  dicitus  der  Appendix  seigen,  dass  c  Ver- 
schlusslaut ist. 

efeminatus  höh  imßmtnahts  19B,  ii 

Das  folgende  m  ist  nach  romanischem  Gesetz  der  Entwicklung 
ungünstig.  Um  so  mehr  Gewicht  muss  auf  die  ursprüngliche  Linge 
des  e  gelegt  werden.  Der  rortonige  Vokal  wurde  noch  geschlossener, 
schliesslich  zu  /.  Vielleicht  aber  darf  man  aus  der  Ableitung  ein^m^iui 
herananehmen  mit  i  =  j  entsprechend  süditaL  fimmema.  ßwnmina. 

ermeneumata  höh  erminomaia  199,  • 

Es  liegt  zwar  gr.  ^  Tor;  aber  einmal  ist  ebensowenig,  wie  daa 
haupttonige  o  ^  r  gr.  entwickelt  sein  kann,  gr.  Jotaiismus  Torhanden. 
Dann  sind  die  g&ntliche  Tonlosigkeit  —  Stellung  zwischen  Haupt-  und 
Nebenton  —  und  das  folgende  n  der  Entwickelung  so  günstig,  dass 
auch  hier  Ton  sfidital  /  aus  unbetontem  e  gesprochen  werden  darf.  Es 
ist  sogar  nicht  ausgeschlossen,  dass  der  Verfasser  rar  Demonstration 
des  I  den  Plural  genommen  hat. 

1)  delirus  non  delerus  196.  t« 

2^  Sirena  höh  Serena  199,  lo 

3<  dimidiu."  ncn  demidius  198,  2  t 

4)  -übt  non  -übe  199.  i« 

5    tt'foniutn  non  toloneum  197.  i» 

6^  brabium  non  brabeum  197.  s^ 

7    jmvW-'m  r^i\  mitsirnm  non  »iustTtim  197,  *r :  199,  t« 

Belege :  1 '  Nekannte  Nebenform.  Sehnchardc  II,  75:  Georges  L  d. 
1  W.  3  .hme^Uiif  C  J.L.VII,  140;  X.  3428;  hdschrl  ans  Schnchardt 
II.  11:  Are.  1  Grom.  '2i.i6.  :  v  4  nach  Corssen  1.  7So:  Or.  732  65  n.  6^ : 
4S<>ö  späc  :  J.  X.  56*j7:  nach  Jordan  kr.  Beitr.  2t>5  io  dem  Bericht  de« 
N'onius  Da'u«  aus  der  Zeil  des  Antooinus  Pius  .^C.J.  L.  VOI.  2738>. 
."'  ,  «»  .  T  gangbare  Formen:  5i  verlangen  Gloss.  Plao.  Si>,  i*.  Tielleicht 
Beda-2^»"J. :..—  Pas  Romani.«che  hat  2  frz.>T.i».  pr  .«^Wm.^w-h  wenn  es 
wirklich  von  >.'H.j  kommen  soll  .  nach  Schuchardc  II.  9C»  auch  it.  Mirena, 
i»g  «•r"i.  pr.  »"'Wi    neben  gelehrtem >'-f/i<i',  %,tn. seroine.    Die  Formen 


Die  Appendix  Probi 


1Ö5 


I 


trafen   rait  lat.  sefenua    zusammen.     4)   frz.  demi  pr.  demiccJi„   demiey^ 
demie,  je  einmal  apr.  und  pr.  dhneis,  dhnei. 

Man  mag  die  einzelnen  Formen  anders  auffassen,  die  bunte  Zu- 
ftmmensleUung  taJeln.  «Sie  ist  beabsichtigt:  In  samtltchea  Wörtern 
liegt  der  altlat.  durch  ri  bezeichnete  Mittellaut  oder  gr.  et  zu  Grunde, 
und  es  ist  kein  Zweifel,  dass  hier  der  Gegensatz  zwischen  dem  schrift- 
gemässen  /  und  dem  bäuerischen  e.  welchea  dem  alten  Laut  näher  bleibt, 
zum  Ausdruck  kommt.  In  1),  2l  wird  e  begünstigt  durch  folgendes  r, 
in  3)  gestüzt  durch  die  Verwecbslung  mit  <lt-,  in  4)  gestärkt  durch  die 
Schwächung  auslautender  Vokale.  Aber  auch  6),  7),  8)  weit^en  die 
ältere  LatinisitMungeweise  zurück,  die  noch  im  ersteD  Jahrhundert  n  C. 
übUcb  war.  Zugleich  wird  wohl  ein  Gegensatz  der  Betonung  aus- 
gedrückt. Zutreffend  schreibt  die  Forma  urbis  Romae  noch  Seraj  uetim 
und  Adonaea» 

l  uuu  e ;  C  Iloil  I. 

hnaffo  non  miuyo  199. 2 

Das    Komanische    wrist    vlat.  em  ■=  hochlat.  im   hIü    Uegol    nach. 

(Grober»  Grdr.  361).     Man  sehe  die  gio.-Hse  Reihe  von  Belegen  für  dan 

stammverwandte  imitari  bei  Öchucbardt  II,  20     Nur  ajir.  image.  npr.  es- 

matfi',  beide  neben  gelehrtem  Image,  zeigen  volkstümliche  Entwicklung. 

senatus  ttoti  sittatus  198,  & 

Belege:  C.  J.  L.  I,  206,  135;  VIll,  1052ä  Günstig  ist  das  latei- 
nische Verwandtschaftsverhältnis  zwischen  /und«,  von  l'orssen  11, 258 ff. 
im  weitesten  umfang  bogründor.  F^s  bleibt  bestehen ,  wenn  auch  das 
Material  einer  Sichtung  bedarf.  —  In  der  Erhöhung  e :  i  begegnen  sich 
die  inachriftlicheu  Belege  seit  früher  Zeit  mit  dem  romaniechem  Zu- 
stand auf  süditalienischem  Boden.  Für  ahiatus  nimmt  auch  Corssen 
süditalieniechfi  Lokaliaation  vor;  genauer  noch  verweist  er  die  Form  auf 
die  Mundart  von  Ih/aclea,  Bedauerlich  ist»  dass  die  Appendix  keine 
weiteren  Beispiele  bietet.  Am  nächsten  kommt  C'aper  mit  ^>/«ar*o  93,  a  5 
indaiu  KX).  23. 

Dieselbe  konnex! vc  LautbeeintlussuDg  kommt  in  Betracht  bei: 

/npemiis  non  bipttiuin  199,  « 
Anders  nach  der  Auseinandersetzung  Corssens  11^270.  Darnach 
gehört  bfiieiui'ts  „v.weiflüglig'  zu  penna ,  bipinnis  ^zweischneidig'^,  als 
Substantiv  „Axf*  zu  pinua.  Die  allgemeine  Verwechslung  und  das  er- 
haltene grammatikalische  (Jefühl  für  die  Verschiedenheit  der  Grund- 
wörter bekunde  Caper,  wenn  er  scheide:  pümas  muronun.,  ptnnas 
avium  dicimus.  Mit  der  Richtigstellung  der  Composita  beschäftigt  sich 
Quintilian  F,  4.  12.     Ich  entnehme  auch  nach  Coraaens  Erläuterung  nur 


18G 


Rarl  Ullmann 


das  eine,  dass  er  bipennis  „Axt''  fordert;  ebenso  Isidor  XIX,  19,  ii; 
auch  Priacian  zeigt  durch  seine  Bemerkung  V,  160,  *  (dazu  VII,  339, 7 ), 
daes  er  bipennis  als  alleinige  Form  der  Umgangssprache  anerkennt. 
Nach  Corasen  hat  sich  biphinis  mit  etymologisch  berechtigtem  Vocal 
daneben  gehalten.  —  Dem  Romanisten  genügt  auch  nach  dieser  Er- 
klärung die  Analogie:  Romanisch  wird  ixnna  von  pinnn  verdrängt; 
80  zeigt  die  Appendix  bipinnis  für   allgemein  übliches  bipennis. 

Das  Wort  ist  nicht  volkstumlich  entwickelt.  Vielleicht  aber  hat 
man  in  it.  bipetme  mit  e  (Grober,  Grdr.  541)  nicht  ausnahmsweise  f  = 
lat.  e  zu  sehen,  sondern  ^  als  die  Entwickelung  von  /  aufzufassen. 

effeminaius  non  iuifimenatus  198,  ai 

Anlautend  /  =  «■  durch  Vertauschung  der  Vorsilben,  s.  u.  8.  210  fiEl 
Das  €  der  Pänultima  \n  femena  ist  archaisch,  vulgär  und  romanisch., 
Liier  den  archaischen  Charakter  des  -mcuo  =  gr.  -pefo  s.  z.  B.  Cora- 
sen n,  40.  Inschriftlich  C.  J.  L  X,  8249^  handschrl.  Belege  aus  später 
Zeit  Schuchardt  U,  23.  Daselbst  romanische  Formen:  pg. /cm^'a,  pr. 
J'emena  etc.,  lecc.  yii«m-»'na,  campob.  Mumene,  &\air,  femena.  Eine  Aus- 
sage über  die  Verbindung  der  drei  Zeitstufon  ist  selbstverständlich  un- 
möglich. 

iuniperus  non  iitnipims  199,  *» 

Belege:  Cato  r.  r.  122;  Varro  r.  r.  8, « ;  hdschrl  spätere  bei  Schuchardt 
1,411.  —  Nach  Vanicek  8. 159  enthält  der  zweite  Bestandteil  die  y  par 
„gebären**,  die  sonst  nur  bis  per  entwickelt  ist:  pnerpera,  cipera  u.a. 
In  der  Pänultima  vor  r  ist  auch  e  der  regelmässige  Vokal  (Stolz  267). 
Zur  Erklärung  des  itmipirttn  der  Appendix  ist  also  ausser  der  all- 
gemeinen Erhöhung  von  unbetontem  c  Assimilation  an  den  Tonvokal 
heranzuziehen.    Die  Form  kennzeichnet  sich  nach  den  Belegen  als  rustik. 

-  es  nOH  -  is  198, 12-17 
1)  dies  non  alis;  2)  cauies  non  cautis;  3)  pUbes  non  plebis]  4)vaies\ 
non  raÜS]    5)  tabfs  non  tabis;   6)  apes  non  apis\   7)  nuben  non  nubis^'^ 
S)suboi€s  non  ^^uboOs;  9)  vulpes  non  vulpü-,  10)  palumbes  non  paiuMAU; 
11)  lues  non  luis ;  12)  deses  non  desis;   13)  reset  non  rttis;  14)  vepr€9 
non  vepris;  15)  famea  non  famii-^  16)  cladtM  non  eladis;  17)  Syries  non' 
Sifrti»\  18)  aedes  non  aedis;  19)  senes  non  senis,  20)  proits  non  prolis-, 
(21  00^9  non  obm  198,  ss). 

Ein  gut  Teil  ist  Qrammatikertradttion.   Die  geringschätzige  Meiniragi 
von    dem    bunten   Durcheinander   bei   Corssen  1,  279   teile   ich    nidiL 
Schon  nach  seinen  eigenen  ^nsetzungen  bilden  den  Kern  alte  Wörter 
aof  is  mit  frähentwiekelten  und  gut  bezeugten  Nebenformen  auf  is.   Es 


Il^^ppcudis  Probi 


187 


sind  nach  Corssen  II,  275  ff.:  2),  i),  5),  7),  8),  9),  11),  16),  20).  Auch 
fames  und  phbes  pasBen  nach  I,  281  gut  in  die  Gesellschaft,  paitnnhes 
ist  zu  unsicher f  als  daas  man  einem  Grammatiker  nicht  anheimstellen 
könnte,  ea  ffir  richtig  zu  ertdären  (Corssen  H,  231).  Ebenso  ist  aedes 
zu  gut  belegt,  als  dass  man  die  Form  der  Appendix  als  Plural  ansehen 
müsste  (Corssen  II,  229  a.).  Alle  Formen  werden  von  der  heutigen 
Wissenschaft  mit  e,  teils  stammhaftem,  teils  suffixalem,  teils  =  i  vor  s 
(in  aedes)  angesetzt.  Mit  apr.'i  hat  es  die  eigne  Bewandtnis:  die  ver- 
kehrte Etymologie  konnte  erst  an  eine  vorhandene  Nebenform  apes  an- 
knüpfen (CorsHen  II,  230). 

Mehr  als  die  Hälfte  der  Bemerkungen  übt  somit  eine  berechtigte  Kritik. 
Zieht  man  die  grosse  Menge  der  Nomina  mit  dem  Ausgang  h  und  erst 
andere  Wortarten  in  Erwägung,  so  wird  man  darin  keinen  Zufall  sehen 
wollen.  Die  Tradition  ist  an  dieser  Stelle  nicht  zu  verkennen.  In  dem  Rest 
heben  sich  1),  12);  13)  ab.  Sie  haben  das  gemeinsam,  dass  etymologisches 
e  vor  Dental  -\-  nominativischem  s  geblieben,  in  der  offenen  JSilbe  der 
cass.  obl.  2U  /  geworden  ist  Dazu  ergänzt  Schuchardt  I,  448  vermut- 
lich richtig  21)  ^obsii^.  Er  sieht  in  allen  vier  Fällen  etymologisches  < 
erhalten  (I,  447).  Für  1)  wäre  ea  möglich.  Die  billigste  Erklärung  ist 
Analogie  nach  den  dreisilbigen  Formen.  Auch  die  übrigen  Bemerkungen 
geben  nach  meiner  Meinung  keinen  Anhalt  für  die  Annahme  einer  weit- 
gehenden Schwächung  der  Endungen.  Sijrfes  non  Sijt'tis  beruht  auf 
einer  Verkennung  des  Plurals;  cepri»  stellt  einen  zu  repres  gebildeten 
nomin.  sg.  vor;  aenes  non  senis  ist  kaum  ursprünglich.  supelUx  und 
settex  werden  in  den  Grammatiken  bei  der  Besprechung  der  Endung 
-ex  genannt,  ihrer  abweichenden  Flexion  wegen  überall  zusammen.  Sie 
eind  beide  in  die  Gruppe  der  Wörter  mit  -es  hineingeraten.  supcUex 
non  superlex  198,  la  hat  eicht  dadurch  gelitten.  Die  Fassung  stnes 
non  smis  scheint  durch  gewaltsame  Angleichung  an  die  Umgebung  ent- 
standen zu  sein.  Es  ist  zu  vermuten  sem'x  non  senes  oder  nou  senia. 
Aber  auch  im  andern  Fall  hat  man  seties  nicht  unbedingt  als  plur.  an- 
zusehen (Corssen  11.229  a.,  Brambach  147).  Der  Text  kennt  -t-s  ^ -ex, 
also  ist  ein  nora.  sg.  sene^  nicht  ausgeschlossen.  Nur  einem  Verfasser 
von  der  Art,  wie  ich  ihn  oben  angenommen  habe,  könnte  es  allerdings 
einfallen,  sich  mit  der  Controverso  senes  oder  senis  (nach  den  cass.  obl. 
vgl.  pecflniSf  (/ruis)  zu  beschäftigen. 

Schon  die  Qoschlossenheit  der  Gruppe  ist  für  mich  ein  Zeichen, 
dass  der  Verfasser  derAppendix  wenig  Anteil  an  der  Zusammenstellung 
hat.  Einen  weitgehenden  Verfall  der  Endungen  kann  ich  für  seine 
Sprache  nicht  daraus  entnehmen. 


18{< 


Karl  niiuaon 


r  non  i ;   i   nm\  c. 

1)  cittea  non  mniu  198, » 

2)  cavt'd  nou  caria  198,  s 
3|  bratfea  non  braitia   198,  » 

4)  cochiea  non  coclia  198,  • 

5)  lancm  tum  lancia  198,  8 

6)  so/eo  «on  solia  198.  lo 

7)  calceus  wo»  caicius  198,  lo 

8)  /i««'«  Mon  ^i«»a  198,  i« 

9)  baiteus  non  baltius  198,  2.i 

10)  lintfum  non  tintium  198,  .-»t 

11)  Tkeoßus  »OH  Ziofilus  198,  i 

12)  cocleare  non  cocliarium  198, « 

13)  palearium  non  paliarium  198,  t 

14)  faseolus  non  fassiolus  198,  i« 
Reiche  Sammlungen  von  Belegen  bei  Corssen  II,  346;  Schuchardt 

I,  424 ff.  Hier  nur  die  früheaten  und  überhaupt  vorhandenen:  li  Or,  3261 
(75  n  C);  Orut.  200,  2  (77  n.  C).  2)  Garrucci  Builel.  Nap.  1859  p.  182 
(Georges).      4i    Eid.    Diocl.   6,  i»      5)    Labb.    gloss.   103  d.      14)   Ed. 

Diocl.    1,  51  ;   6,  3j. 

e  und  t  unbetont  im  liiatus  fallen  in  demselben  Laut  des  sptran- 
tischen  i  zusammen.  Die  volle  Spirans./ entwickelt  sich  nach  den  bis- 
herigen Zeugnissen  erst  ira  Verlauf  des  dritten  Jahrhunderts.  Da  aber 
die  Verwechslungen  auch  in  der  früheren  Latinität  wenigstens  auf  eine 
schwache  konsonantische  Funktion  deuten,  so  liegt  kein  AnlasB  vor, 
den  Widerspruch  zwischen  dem  Alter  der  Appendix  und  dem  Umfang, 
in  welchem  sie  die  Lauterscheinung  aufweist,  anders  zu  beseitigen  als 
durch  die  Aufgabe  der  bisherigen  zu  späten  Fixierung *).  —  Diejenigen 
Konsonanten  treten  in  den  Beispielen  hervor,  hinter  denen  die  durch- 
geführte Entwicklung  des  Romanischen  am  ehesten  vlat.7  anzeigt  ^Meyer- 
Lübk©  J.  G.  94^,  nämlich  /  in  vier,  n  in  zwei,  t  in  drei,  c  in  zwei  Fällen. 

15)  dolium  non  doleum  198,  1 

16)  ostiwH  non  osieum  198,  » 

17)  alium  non  oleum  198,  m 

18)  litium  non  lileum  198, 1» 
19 1  lanius  non  kineo  197,^» 

Geurgea    L.   d    1.  W.  nennt    16)  archaisch,    Belog   Acta   fr.  Arv. 
COFV,  28    und  30    Henzen.     15),    17)    vulgär;     Ed.    Diocl.  6,  n; 


I)  Vgl.  dazu  Gröber,  A.  f  1.  L.  t.  220. 


Die  Appendix  Probi 


I 


Apic.  9,  443  u.  a.  Kalend.  vet.  bei  Or.  11  p.381 ;  Varro  r.  r.  1, 13, 16  K  etc. 
19)  enthalt  den  vollen  Gegenaatx  der  Vokalgruppen  -/«  und  -to.  Hier 
kann  man  Corssen  11,  343  Kecht  j^eben ,  wenn  er  von  volkatfimlicher 
Angleichung  der  Miatusvokale  spricht.  Unglaublich  erscheint  sie  bei  den 
übrigen  r.  Das  Voikstümüche  ist  in  der  Ap[;endix  i  ^^  e;  es  wird  in 
vierzehn  Correkturen  zurückgewiesen  Die  entgegengesetzte  Brscbeinitog 
kann  man  bei  vereinzeltem  Vorkomraen  als  umgekehrte  Schreibweise 
abfinden.  Aüerdinga  sind  einige  Schreibungen,  wie  osftum,  doleum  so 
gut  belegt,  daaa  man  geneigt  ist,  mehr  durin  zu  sehen;  hinter  der  ortho- 
graphischen Hartnäckigkeit  steht  vielleicht  wirklich  archaisches  e,  das 
in  diesen  Källen  durch  besondere  Umstände  früh  und  allgemein  ku  / 
wurde. 


Der  Mittellaut  xwisehen  i  und  n. 

1)  crisfa  uon  crysia  197,  ?« 

2)  vir  HÖH  vyr  198,  i« 

3)  virgo  nun  vyrgo  198,  ^o 
4|  tirga  non  cyrga  198,  20 

Belege:  2)  byris  C.  J.  L.  VI,  3722  a.  3)  Kabr.  !,  308.  Verzeich- 
nisse bei  Beelmann  2(>f>:  .Scfmrhardt  II,  221. 

Die  Zeugnisse  für  die  Wirkung  de3  //»haltigen  v  auf  die  Klang- 
farbe des  folgenden  /  sind  die  besten,  die  lieleg*',  darunter  Schreibungen 
mit  u\  rttr,  curgo,  die  zahlreichsten.  Die  Äusserungen  der  Orammatiker 
sind  von  Schuchardt  11,  219  ff  zusaramengeatellt.  Priscian  XII,  465,  15 
bezeichnet  scharf  und  genau  neben  dem  konnexiven  Kinfluss  der  La- 
bialis auch  den  Anteil  des  folgenden  r.  Er  weist  ferner  auf  die  Ähn- 
lichkeit des  gr.  i>  hin,  dessen  lateinische  Vortretung  in  der  Appendix 
zur  Bezeichnung  gewählt  i»t.  Für  die  Art  der  konnexiven  Beein- 
flussung in  li  giebt  auch  Seelmaon  197  keine  Erklärung. 

Der  vokalharmonische  Zug  der  Appendix  tritt  hier  hervor,  indem 
er  abweichend  vom  Hochlateiniechen  zugunsten  von  <  und  u  je  nach 
dem  haupttonigen  Vokal  entscheidet. 

5)  hitumai  non  btttumtH  199,  7 

6)  umbilkus  non  Imbilicus  198,  « 

7)  numquid  non  mimqutd  199,  ü 

8)  p{u8in]nu3  non  pist'nnus  198,  2» 

6)  ist  anzusetzen  für  weite  romanische  Gebiete:  logud.  imbiligu 
pg.  embigo.  Die  französischen  Formen  behandelt  Foerster  in  dem  Artikel 
volanUer$  Z,  f.  r.  Ph.  XIII,  533  ff.  auf  S.  038.    Hier  trifft  die  vlat.  Form 


Karl  [ItlmsMi 

zUBammcn  mit  dem  Übergang  von  unbet.  o  vor  Nas&len  tu  e,  a.  Zahl- 
reiche 08t-  und  südfrz.  Mundarten  mit  himhciUot,  ambreuille ,  embourail 
u.a.,  sowie  siebzehn  provenzalische  Patoisforraen,  die  sich  bei  Mistral  an 
embouriffo  anschliesseD,  dazu  apr.  embovignl  u.  a.  sprechen  dafür.  Über 
piem.  amhur'i,  wald.  amburilh  gelangt  auch  Foerster  auf  ein  schon  vlat. 
embilicus^).  —  Die  Betonung  nnrnquid  wird  von  Seclmann  3s  ohne 
Beziehung  auf  lautliche  Gestaltung  nur  beispielsweise  als  möglich  hin- 
gestellt. Sie  erhält  durch  die  Bemerkung  der  Appendix,  der  sich  die 
Schreibungen  bei  Schuchardt  II,  206  anachlieasen,  den  Anspruch  auf 
allgemeine  Geltung  im  Vlat.  —  Dazu  vermutete  Schuchardt  II,  201 
p{usin)nu8  non  pisinnus.  Corssen  II,  365  stimmte  bei.  Eine  gleiche 
Auffassung  verrät  Is.  Orr.  X,  231  pisinnm  a  pusimte  dicfu-'^.  Leider 
kann  Schuchardt  für  die  angesetzte  "Form  nur  Eigennamen  bei- 
bringen. Es  bleibt  also  die  zweite  Möglichkeit  pitinnus  non  pisinnus 
offen  2}. 

Auch  ein  o  der  Umgebung  hat  die  Fähigkeit,  den  Laut  zu  aasi- 
milteren. 

9)  tonitru  non  fonotru  198, 23 

Dazu  stellt  Seelmann  202  oppodum  C.  J,  L.  I,  200»  ei.  Ich  füge 
ferner  hinzu  optomo  C.  J.  L.  II,  4291^  monomentum  C.  J.  L.  VI,  2888; 
XIV,  416,  523,  864.  Bullet,  della  comm.  arcb.  di  Roma  1880  S.  137; 
1887,  43, 

Alle  haben  gemeinsam :  hochlat.  i  oder  u  erscheint  als  0,  assimiliert 
an  den  Vokal  der  haupt-  oder  nebentonigon  Bilbe.  In  der  Auffassung 
wird  ein  Unterschied  gemacht,  oppodum  erklärt  schon  Corsaen  11,  10 
mit  etymologischem  o<tf,  das  erst  später  zu  u  wurde.  Dasselbe  Ver- 
hältnis besteht  für  opfowKSf  mmmwentum .  —  Zur  Erklärung  von  tonttru 
gegen  fon-o-,  ton-att  hat  man  bisher  das  a\te  fouen  genutzt.  Seitdem 
aber  feststeht,  dass  nicht  eine  Suftixbildung ,  sondern  ein  Compositum 
vorliegt,  kann  auch  nicht  einmal  mehr  von  analogischem  1  nach  (tffojiitmn 
die  Rede  sein.    In  toHotm  liegt  vielmehr  das  archaische  0  eines  alten 


1)  Daa  von  Schuchardt  xnebraQals  angeführte  arab,  Lehnwort  imhlig  (oaeb 
AldretQ;  .Schachard t  11,  206)  mag  hiiizukommeo.  Nor  konetatierend  erwähne 
ich  altir.  imhliu.     Ich  kann  die  Übereinstimmung  nicht  beurteilen. 

2)  Nachträglich  tinde  ich  oincD  Beleg  für  pusinna--  Bull,  deila  Comm.  arch.  dl 
Roma  1B88,  37.  Die  Stelle  zeigt  das  Wort  augenacheinlich  als  Appellativ  und  dürfte 
somit  nir  die  Uicbtigkeit  der  Ergänzung:  SchtichardU  ent8cbeide>i.  Das  dabei- 
stehende Adjektiv  mistrina,  für  den  RomaniateD  ein  ioteressantes  Zeugnis,  fttbrtj 
ia  chriatliche  Zelt  und  Verhältnisse. 


>ie  App«ndix  Probi 


191 


o-Stammca  vor,  das  sich  erst  nachträglich  in  der  gowohnltchen  Weise 
in  der  Compositionefuge  umgeetaltete,  in  der  Appendix  noch  durch 
den  EinfluBS  des  haupttonigen  o  festgehaltea  erscheint.  Somit  etiramt 
das  0  der  Appendix  durch  den  archaischen  Charakter  zu  den  übrigen 
0  =  t,  u. 

Jede  andere  Erklärung  als  einfaches  Schwanken  fehlt  einst- 
weilen für 

9)  corusctts  non  scoriscus  198,  s  2 

belegt  von  Ronach  Jahrb.  für  rom.  und  engl.  Phil.  XIV,  178  im  Cant. 
Ev.  Math.  24/27;  dazu  Schuchardt  II,  207  conjscis  Ver.  Aen.  XII,  701; 
erhalten  io  pg.  corisco,  coriscar. 

Gr.  V  ißt  in  alter  Zeit  als  m  übernommen  worden,  die  Griechen  Unter- 
italiens,  welche  einen  grossen  Teil  der  Lehnwörter  geliefert  haben, 
sprachen  nur  «;  vlat.  w  blieb  erhalten,  nachdem  die  Schule  zu  Ciceros  Zeit 
angefangen  hatte,  tj  zu  schreiben,  w  zu  sprechen,  u  ging  vielfach  in  das 
Rom.  über,  während  das  Hochlat.  1  =  u  übermittelte.  In  einer  jüngeren 
Schicht  von  Lehnwörtern  nahm  auch  das  Vlat.  hocblat.  i  auf.  So  übt 
die  Appendix  die  Correkturen: 


y  non  u. 

10)  iymum  non  ttimum  199,  • 

11)  myrta  non  murta  199,  7 

12)  Marsyoi*  non  Marauas  197, 2  4 
13 1  clamys  non  dämm  198, 20 

denen  sich  noch  anreihen  mag: 

14)  porphynticum  .  .non  pur  pur  et  kam . ,  197,  i« 

Belege:  11)  zahlreich:  Cato  r.  r.  125;  Varro  1.  l  5,  110  (Georges 
L.  d.  1.  W.)  aber  nur  handachriftlich.  12)  C.  J.  L.  II  558;  zahlreich 
in  Handöchrr.  z.  B.  Plin.  21,  h  und  »;  16, 2*0  D  (Georges,  L.  d.  1.  W.); 
nach  Jordan,  kr,  Beitr.  53  auf  alten  Bronzen;  ephem.  o^jigr.  V,255(  Africa). 
14)  8.  oben  S.  170. —  Romanisch  leben  fort;  10)  eüdsard.  ^Mm&t<;  lecc. 
tumu,  tumani\  span.  tomillo;  pg.  tomilho.  11)  span.  pg.  aard.  apr.  muria 
pr,  murfo,  murfro]  katal.  nutrfa]  ital.  niortdla\  lecc.  murtet/t/a;  neap. 
murteUa ;  kalabr.  morli<jda,  Komanische  Formen  mit  *  und  y  sind  ge- 
lehrte Neubildungen. 

\  uott  i. 
8.  0.  8. 173  f. 

Von  den  Formen  sind  amigdcda  und  girua  allgemein  romanisob« 


192 


Karl  Dil  mann 


o  nun  u. 

1)  sobrifus  uon  siibrr  197,  2  8 

2)  formosus  non  fovmunsus  198,  » 

3)  botrum  von  butro  198,  32 

4)  tondt'O  non  detundo  199,  1 

5)  robiijo  non  rubigo  199»  s 
(>)  formica  non  fuitnica  197, 1 7 
7)  folerabilis  non  tn/erabfits  199,  jö 

(8)  porphyreticwn , .  non  purputrticum  . .  197, 1 » | 
Belöge:  für  3)  Bi4fno  C.  J.  L.  II,  668.  4)  Fasti  rust.  C.  J.  L.  I 
pag.  358  oben  col.  5,  10;  unten  col.  5,  m.  ö)  Quint.  10,  1,30  und 
spätere,  vgl.  Georges  L.  d.  I.  VV.  —  Komaniach  sind:  2)  daa  Suffix  -mo 
südital.  entwickelt.  3)  sard.  budrone ,  butroni.  Dagegen  wird  die  von 
Diez  E.  W.  angesetzte  Familie  bourgcon  U  c  mit  prov.  boudre  ira  Nach- 
trag nur  mit  zweifelhafter  Kichtigkeit  auf  butrio  zurückgebracht. 
4)  allgcnieiD  mit  o  =  hochlat.  ö  oder  </.  Das  bardische  entscheidet 
mit  u:  t lindere f  dazu  sie.  tunniri.  ö)  mit  0  nach  Gröber  Vll,  26 
span.  ruhin.  Alle  anderen  Formen  mit  «,  so  prov,  rnvi,  frz.  rouillc 
leitet  er  anders  ab.  iJi  allgemein  mit  u  und  </  =  vort.  0.  a&rd.  fof'nii ff a, 
aicii.  neap./iinrtiV«/a,  lecc. /urw/ra  etc 

Auch  diese  Zusammenstellung  enthält  verschiedene  Elemente.  Sie 
ist  nötig  wegen  des  schroffen  Gegensatzes  zu  der  Correktur  /  non  e. 
Vortonig  0=0  kann  hinzugenommen  werden,  weil  einheitlich  derselbe 
Sprach/.ug  hervortritt.  1),  2)  haben  schriftlat.  ö,  3).  8),  vlat.  o  =  gr.  0*), 
41  hat  vlat.  ;/  oder  Bchon  «  vor  nd  nach  allgemeiner  Regel.  5)  wurde 
von  Meyer  herumgestellt  —  mit  Unrecht;  o  für  altes  ou  kann  aU 
archaisch -rustik  gelten,  robiyo  ist  ein  Auedruck  des  Landlebens,  des- 
halb dringt  hier  die  gewöhnliche  schriftlat.  Weiterentwicklung  zu  u 
nicht  durch.  Die  sudliche  Mundart  der  Appendix  setzt  die  Entwicklung 
fort,  (i)  ist  wie  forma  u.  a.  mit  ö  vor  rm  anzunehmen.  7)  hat  eine 
besondere  Stellang,  tul-  steht  lat.  noben  toi-,  sei  es  überhaupt  als  ver- 
schiedener Verbalstamm,  sei  es  infolge  sehr  früher  Entwicklung  in  un- 
betonter Stellung  Das  tuleratnlh  der  Appendix  muss  zu  abstttlas  bei 
Plautus,  attulfxt  bei  Pncuvius,  lat.  opituhu«  gestellt  werden.  Die  Form 
mag  also  höheres  Alter  und  Zusammenbang  mit  der  allgemeinen  Ent- 
wicklung der  Wur/el  beanspruchen.  Sie  traf  in  der  Sprache  der  Appendix 
mit  der  Vocalwandlung  0  :  u  zusammen  und  erhielt  dadurch  eine  Stütze. 
Das  Rom,  zeigt,  abgesehen  von  dem  neufrz.  Vorgang,  eine  ent- 
sprechende, unbeschränkte  Entwicklung  von  vorton.  und  hauptton.  {>  zu 
u  nur  auf  eödit.  Boden. 


I)  Vgl.  die  Entwicklang  %'Oo  ßo^gth;. 


Die  Appendix  FrutM 


198 


u  non  0. 

1)  columna  non  colomna  197,  «s 

2)  turtna  non  forma  198,  4,  i8 

3)  puella  noH  poella  198,  2» 

4)  cotuber  twn  colober  199,  i 

Belege;  1)  C.  J.  L.  I,  1307  «us  republ.  Zeit;  IX,  4875  u.  a.  späte. 
(4)  Mor.  1144,3;  hdschrL  Schucherdt  II,  143,  4)  allgemein  jomaniBch 
colqbrüy  3)  aic.  lecc.  kal.  culonna,  dagegen  eard.  colunna, 

0  ist  in  allen  vier  Fällen  archaisch,  o  in  zweien  roraaniach.  Für 
ein  Y\at.  colomna  tritt  Morosi,  Arch.  Glottol.  IV,  135,  ein  auf  Grund  des 
lecc.  und  sonstigen  HÜdit.  rulonna  sowie  des  schriftit.  colonna  neben  ciw- 
tunno,  alunuo^};  Flechia,  Arch.  GIotiol.11,390,  betont  die  offene  Aussprache 
des  Vocals  im  sie.  culonna,  die  auch  sonst  beobachtet  wird:  darüber 
handelt  auch  Grober  Grdr.  516.  Das  Sardiecho  verhindert  nicht,  ein 
Büdit.  erbaltenea  cotonna  anzunehmen  und  arch.  vlat.  rom.  o  in  direkte 
Verbindung  zu  setzen.  Die  Erklärung  liegt  wieder  in  dem  Einflusa  des 
Tonvokals.  Man  nehme  4)  hinzu.  Das  Homanische  schreibt  o  in  colobra 
dera  EinflusB  des  gedeckten  Labials  zu.  Die  Erklärung  reicht  für  das 
Rom.  aus,  verbindert  aber  nicht,  auch  ein  vlat.  colober  mit  erhaltenem 
0  der  Pänultiraa  anzusetzen.  Dieselbe  Betonung  ist  archaisch  für 
cM-o-mna.  das  am  ehesten  als  Sekundärbildung  zu  col-o-men  zu 
fassen  ist.  o  blieb  fest  bis  zur  Tonverschiebung  und  behauptete  sich 
später.  —  Zur  Erklärung  von  poella  reicht  Assimilation  der  Hiatus- 
vokale aus,  wie  bei  laneo.  Das  Romanische  gicbt  keinen  Aufschiuss.  — 
Nur  2)  turma  non  forma  f^llt  gegm  die  Gesamtheit  der  übrigen  Correk- 
taren  von  u  und  o  in  merkwürdiger  Weise  ab  Namentlich  kann  es 
dem  furmica  direkt  widersprechend  genannt  werden.  Archaisches  o 
lässt  sich  nicht  begründen,  und  romanisches  o  =  u  widerapricht  dem 
Text.  Es  sind  zwei  Möglichkeiten:  Entweder  liegt  umgekehrte  Schreib- 
weise, wenn  man  will,  auch  Sprechweise  vor.  Man  sprach  südJt.  nurma, 
furma;  so  schrieb  oder  sprach  man  auch  in  falscher  Analogie  umgekehrt 
forma  nach /o/*ma,  norma  der  Schriftsprache.  Oder  aber  die  Correktnr 
ist  entlehnt.  Dafür  spricht  das  erste  Vorkommen  198,  «  in  Verbindung 
mit  cfleps,  welches  später  gleichfalls  wiederholt  wird  und  seinerseits  mit 
einiger  Gewissheit  als  Eigentum  der  Vorlage  bezeichnet  werden  konnte'), 


1)  Li'txteres  Argument  ist  nicht  siicbbaltii^.  da  beide  cum  Vt-rgleich  heran- 
gezugene  Wörter  gelfhrte.s  Aussehen  haben. 

2)  S.  0.  S.  159. 

Romaoliokiii  Pur«ctiunirf>ii  VII.  1^ 


m 


Karl  (Jllmann 


Interessant  ist  e»  zum  Schluas,  Sittl  noch  einmal  zu  hören,  und 
ich  wÜQgcho,  dacis  seine  Beobachtung  zu  einem  sicheren  jRuckschla&s 
berechtige.  Lok.  Versch.  S.  67  sagt  er  todi  Latein  der  afrikanischen 
Inschriften:  ,.80  ist  der  sonst  überall  so  häufige  Wechsel  von  u  und  o 
sehr  aolten,  zumal  in  Flexionen;  wo  h  für  0  nie,  und  0  für  m  nur  zwei- 
mal und  bloss  in  Numidien  eintritt.*' 

ae  nun  i,  o  noii  i  In  der  Compv&itioiisrufe. 

1)  aquanlucius  non  a'juiducius  197,  5« 

2)  terraewotus  non  terrimotiiim  198,  ^3 

3)  orologium  non  orilegium  199.  11 
Belege  für  1)  zu  dem  o1>en  S.  169  angeführten  Labb.  gloss.  192  a; 

3)  C.  J.  L.  II,  4316  (^Barcelona,  Zeit  der  Antonine) j  horiloyium 
Grut. 237,  R  (Hellunum.  Zeit  des  Claudius).  Romanisch  1)  itaffjuidotto, 
acquidoccio.  Doch  kann  über  das  Alter  des  /  keine  sichere  Angabe 
gemacht  werden.     3)  Allgemein  romanisch  mit  i. 

Sammlungen  für  kt.  /=r7  etc.  der  Compoöitionsfuge  bei  Corssen 
II,  318^  die  grosse  Verbreitung  =:  o  in  griechischen  Lehnwörtern  im 
besondern  S.  319.  Die  Erscheinung  wird  am  besten  so  wenig  wie  mög- 
lich lautlich  gefäöst.  Die  mannigfachen  Schicksale,  welche  3)  im  Rom. 
erfahren  hat,  sind  noch  wenig  klar  gestellt.  Mit  Unrecht  aber  wird 
sicherlich  (»rdr.  520  das  lat-  /  für  die  Erklärung  von  it.  oriuolo  auf- 
gegeben Das  /  kann  sich  nicht  in  diesem  einen  Abkömmling  neu 
entwickelt  hoben.  Kör  vlat.  /  spricht  die  Gesamtheit  der  übrigen  Formen. 
Meistens  hat  die  Vorsilbe  re-  eingewirkt,  Nebenformen  mit  0  wie  logud. 
orohzu,  mail.  arolog//,  it.  orolnggio  sind  von  vorneherein  als  gelehrt  aus- 
zuscheiden. So  bleiben  logud.  icIozh;  afrz.  reiogi',  prov.  relotge }  span. 
ielox\  pg.  relogio;  katal.  rdlotge\  kalabr.  riuoggio.  Ohne  Verkürzung 
z.  B    pvov.arrelotgf:  so dsar d.  a/re/o^i«;  afz,  oriloge. 


u  nun  e. 


orologium  wm  orilegtmv  199,  11 
Hühner  nennt  die  Form,  Ber.  der  Berl.  Akad.  1860  S.  237,  .1,  gut 
altlateinisch.  Sie  muss  wie  puriiHreiicus  auf  die  untersten  Kreise  be- 
schrankt gewesen  sein.  Romanisch  wird  der  latinisierte  Tonvokal  auf 
keinem  Gebiet  wiedergefunden  *J. 


1)  Die  Uaodsohrift  hat  umgekehrt:  oriUyiHw  non  orologium.    Es  konnte  mir 
llbstverstXDdMch  nicht  dufalleo,  mich  der  gewÖbn)icb«n  Auffassung,  dass  ort- 
tifium  die  t^drlnAwcrte  Form  ist.  entgegenxusetz^^n.    Ein  schwereia  Bedenken  fasbe 


Jjje  Appendix  Probi 


195 


e  non  o. 

1)  iecur  non  iocur  198,  lo 
Belege  für  den  Genitiv  iociitpris  sind  häufig;,  iocur  tritt  erat  in  den 
Handschriften  des  Plinius  auf,  ist  dann  häufig  bei  Apiciue  (GeorgeB 
L.  d.  1.  W.;  Neue  1,  ö61l  Vielleicht  ist  es  möglich,  iocur  als  die  ältere 
Form  anzusehen,  trotzdem  zufäilig  ein  Beleg  im  archaischen  Latein  fehlt. 
Dann  fällt  der  Übergang  von  o  zu  e  narh  /  unter  das  aus  dem  Ro- 
manischen erschlossene  Gesetz,   welches  ein  vlat.  Jtnuarius ,  jeniperus 

bedingt. 

2)  tehnium  non  toloneum  197,  i» 

Handachrl.  Belege  hei  r^chuchardt  II  24ö;  spät.  Folgendoa  /  veran- 
lasst schon  altäat  den  Übergang  von  unbetontem  €  griechischer  Lehn- 
worter zu  ü,  80  Menolaus  C.  J.  L.  I,  1213,  1321.  Assimilatorischer 
Eiuflußs  desTonvokala  kommt  iu  dem  Falloder  Appendix  hinzu,  0  lebt 
fort  in  fiz.  fonfieu,  ah.  tonnelicu^  iollien  etc.,  ahd.  zol  a8,  /o/;  dazu  Orta- 
namen  Toiocftenaz,  Thonon,  7^/ä  (V);  («chuchardt  II,  245)^), 


a  nuu  o. 


am^gdaia  non  amiddola  198,  ae 
Dasselbe  o  vor  /  tritt  hier  für  «  ein.  0  ist  überhaupt  der  bevorzugte 
Vokal  der  Pänultima  vor  /,  in  diesem  Wort  ausnahmlos  romanisch  erhalten 
alu  0  und  ui  südit.  %\q^.  mennida\  sard,  mendula-^  neap.  ammennuta;  lecc, 
blind,  niefidu/a  \  kal.  miendulti-,  pg.  am€ndoa\  it.  mandorta;  nordit.  wr/«- 
dola\  apr.  amandola ;  rura,  mandule.  Auch  wo  Syncope  vorliegt,  nämlich 
spao.  frx.  prov.  katal,,  ist  eher  Syncope  von  o,  n  als  von  a  anzunehmen. 
A  ist  erhalten  in  rum.  migddle,  welches  sieh  jedoch  neben  mandule  als 
reines  Lehnwort  ausnimmt,  in  ahd,  mandala  mit  a  vor  /-Suffix  nach 
striktem  eignen  Gesetz,  ags.  ma<jäaia^  dem  ich  schon  nach  der  Natur  des 
einzigen  Belegs  (vgl.  Bosworth  Lexicon)  nicht  traue,  um  so  weniger,  als 


ich  doch,  orologium  paast  zum  Vokalisums  der  Appendix  unstreitig  besser  als 
orile(jittvi:  dazu  kommt,  dass  der  Text  auch  mit  fUricUnn  dem  G riech,  näher  bleibt 
als  das  Hochtat.  Ein  Irrtum  dea  Vcrf.isaers  ist  keineswegs  uumöglich.  Wie  wenn 
ibn  ortlegitfm  durch  den  tnRi)nigt»lti^r'n  Vokatisious  dazu  verführt  hätte,  dass  er 
die  Form  nach  Muster  vieler  aadcrer  für  die  bessere  hielt? 

1)  Einflüss  von  Heu  =  locu«  mues  schon  fllr  die  MetalbesI»  io  den  Iran- 
xösiscben  Formen  htran/^tzugen  werden.  Ein  tolönium  hätte  aber  nie  den  Au»- 
gaogspunkt  der  Entwicklung  bildeu  können.  Da^  Ergebnis  wäre  vielmehr  dem 
»weiten  der  von  Schiichardt  angerührten  Städtenamen  äbnlich  geworden.  Es 
bleibt   vielmehr  auch  fUr  das  Romanische  bei  dem  totonium  der  Appendix. 

13* 


196 


Karl  Ullinnna 


daB  Wort  sich  engl,  nicht  entwickelt  hat.  Es  wird  eine  der  mannig-j 
fachen,  unzuveriäßsigen,  mlat.  Zwitterbildungen,  keine  wirklich  auf«^ 
genoramene,  lebendige  .Sprachrorm  sein. 

Das  Elrgebnis  ist,  das»  die  Form  der  Appendix  mit  o  =  a  in  der 
Fanultima  die  Grundlage  der  gesamten  romanischen  Entwicklung  dar- 
stellt.    Dem  widersprechen  auch  nicht  die  germanischen  Lehnwörter. 


u  non  a. 

opohahamum  non  ababaUamum  198^  2« 
ABsimilation  an  den  Tonvokal,  weitergehend  die  Heiateilung  einer 
Reduplikation,  die  in  den  untersten  Vorgängen  der  Bprachlicht-n  Um- 
gestaltungen rangiert,  liegen  zunächst  vor.  .So  durfte  in  diT  That  auch 
etwas  Licht  auf  ziziper  fallen.  Für  den  vokalischen  Wandel  mögen 
dazu  von  Schuchardt  III,  97,  Seelmano  213  die  folgenden  Labialen 
herangezogen  werden.  8i:huchardt  weist  an  der  Stelle  auf  denselben,  rom. 
vielfach  zu  beobachtenden  Vocalwandel  in  ob-  und  sub-  hin  ßchonders 
im  Neap.  macht  er  sich  geltend^  fallt  aber  mit  der  allgemeinen  Vorliebe 
des  SüdiC.  für  anltd.  a  zu.sammen,  die  auch  («ic.  zu  beobachten  ist, 

eu  non  o. 

ermeneHmaia  rton  ei'minomata  199,6 

Die  Latinisierung  der  Tonsilbe  ist  rein  lautlich  zu  nehmen.  Eu 
wurde  aus  dem  Gr.  als  wirklicher  Doppellaut  aufgenommen,  v  wie  ge- 
wöhnlich &U  u.  Die  in  unserem  Text  bekannte  Assimilation  der  Ton- 
vokale ergab,  bevor  e  vollständig  spirantisiert  war,  eo  wie  lanfo^  poefla. 
Übrigens  ist  für  den  Übergang  v :  o  in  weiterem  Umfang  als  Cora- 
aen  II,  44  ff.  Jordan,  kr.  Beitr.  S.  56  eingetreten.  Den  Verlust  des  e 
konnte  man  geneigt  sein,  dem  Copisten  zuzuschreiben.  Da  aber  nur 
für  ^'  die  Neigung  hinreichend  lesteteht,  so  liegt  auch  in  dem  Schwund 
des  e  keine  sprachliche  Ungeheuerlichkeit  vor.  Inschriftliche  und  band 
schriftliche  Öelegi^  führt  Schuchardt  H,  463  ff.  in  grosser  Zahl  an.  Ro- 
manisch nennt  er  II,  327,  allerdinge  mit  vortonigem  evy  u.  a.:  span. 
romadizo  sie.  romaticu  etc.  Dabei  ist  zu  bedenken,  dass  auch  das 
Wort  der  Appendix  in  der  gewöhnlicheren  Siogularforni  gunstigere 
Toiiverhältnisse  aufweist. 

au  non  u. 
Quria  «oti  orida  198, 1 1 

Aaaser  Festus  182,  is  belegt  bei  Trog,  in  Plin.  11,  286.  Das  Ko* 
manische  zeigt,  wie  allgemein,  nicht  rustikes  o,  sondern  vlat.  =  hochlat 
a«:    pr.  auriho .   aurilho;    apr.  nurHha\    katal.   nurtUa;    sie.   uunkkif 


Diu  A|>peii<lix  Probi 


197 


arikki  (Pirandello  17).     Die  Formen   mit  o:  ital.  orecchia;  frz.  oreille\ 
logud.  orija  fjehören  der  Einzelentwicklung  an.   Doch  ist  wohl  ein  Zweifel 
H      erlaubt,  ob  die  überall  in  Suditalien  vorbreitete  Nebenform  mit  o  allein 
H     aus  der  Scbriftäprache  Btammt  und  nicht  vielmehr  höheren  Alters  ist. 

H     Hegt  ä 


il  non  av. 


I 


chtaca  non  clauaca  198,  la 

clauaca  bietet  Du  Gange  in  einem  Glossar:  „clamca  burca'^.  Zugrunde 
liegt  älteres  clocaca^  clouaca:  Varr.  aat.  Men.  290B,  (wo  jedoch  Riese 
p.  54,  ♦  clauaca),  C.  J.  L.  I,  1178;  X,  5055.  5679.  Romanisch  ist  das 
Wort  in  ital.  chiavica  erhalten,  davon  sen.  chioca  wie  oca  von  uvica 
(Caix  unter  chiavica). 

Das  »  des  Lat.  wird  jetzt  allgemein  als  urdprünglicb  betrachtet. 
Damit  tällt  die  Möglichkeit,  riavaca  als  die  ältere  Form  anzusetzen,  aus 
der  sich  clocaca^  dwica  entwickelt  hat  wie  -luo  in  unbetonter  Stellung 
aus  -lavo.  Neuerdinga  wird  ein  zweiter  Vorgang,  die  umgekehrte  Ent- 
wicklung, behauptet  und  als  ganz  verschieden  behandelt.  Thurneisen 
weist  K.  Z.  XXVIII,  154  die  lateinische  Entwicklung  hv :  fw  in  grossem 
Umfang  nach^/oppo  :  faveo ,  foüilta  :  favitla^  covere  :  cavere,  octovtis: 
octavus^  o  nach  v  in  vocuus :  vacttus.  So  ist  denn  auch  anzusetzen  dimica : 
clävrtca.  Die  alte  Betonung  in  die  Zeit  der  Appendix  hinüberzuoehmen, 
ist  um  so  unbedenktieher,  als  sie  bis  heute  it.  fortbesteht.  Gerade  die 
verschiedene  Tonlage  macht  jede  Erklärung  innerhalb  des  RoiiianiHchen 
unmöglich.  Wer  chiaiüca  von  doaca  herleiten  will,  gleichviel  ob  er  nun 
volkstümliche  Entwicklung  oder  spätere  Entlehnung  behaupten  würde, 
dem  bleibt  nur  übrig,  sich  zur  Erklärung  der  Tonverschiebung  auf  eine 
analogiache  Einwirkung  zu  besinnen.  Vermutlich  würde  sie  in  diesem 
Fall  ebenso  wenig  überzeugend  ausfallen ,  wie  so  manche  andere  auf- 
gestellte Wandlung  durch  Analogie.  Die  Verbindung  mit  dem  davaca 
der  Appendix  hebt  jede  «Schwierigkeit. 


Fehlende  Vokale  der  Pänuttima. 

1)  speculum  non  spedum  197,  ao 

2)  masculus  non  masdua  197,  ao 

3)  vernacidtis  non  vernaclus  197,  a  i 
4j  articulus  non  arfidus  197,  21 

5)  baeulus  non  badus  197,  as 

6)  oculus  non  odm  198,  ib 

7)  iuvenctis  non  luvend us  197,  a» 
81  auris  non  oridu  198,  u 


196 


{«rt  UllmflDD 


Ö)  fax  «ow  fada  198,  aa 

10)  anus  non  anicla  199,  i 

11)  neptia  non  neptida  199,  i 

12)  vetulu»  non  vedus  197,  ao 

13)  iHtulus  non  vi  dm  197,  ao 

14)  capitulum  non  capidum  19h,  34 

15)  anffulus  non  ant/lus  197,  32 

16)  iutj^ttiits  non  iuglu»  197, «» 

17)  (fracuti  non  grad/  199,  la 

18)  fabula  non  tabla  19Ö.  23 

19)  stabulum  non  sfabtum  198,  ai 

20)  h'ibuia  non  tribhi  199,  » 

21)  calidn  non  cnida  198,:« 

22)  frigida  non  frigda  198,  s 

23)  viriditt  non  virdis  199,  • 

24)  vapulo  non  baplo  199,  1 4 
Belogt  sind:  1)  Commod.  inatr.  2,  18,  5;  2)  als  Cognomen  häufig,  e. 

Index  J5U  C.  J.  L,  in»  V,  Vli,  XIl  unter  Cognomina.  3)  Fabr.  inacr.  613, 
109;  C.  J.  L.  Vni,  937r>;  ali  Cogoomen  VIII,  2992,  4522;  X,  7176. 
f))  t\  J.  L.  X,  1598,  »))  C.  J.  L.  X,  7756;  Bull.  delU  Comro.  arch.  di 
Koma  1886,  413.  8)  Orida  aU  Cognomen  C.  J.  L.  XII,  5686,  652. 
10)  Prud,  poriat.  6,  149  u.  a.  Hdschrr.  13i  titlus  C.  J  L.  VIII,  9432: 
X,  8059;  Xn,  2795,  4148,  5686;  V,  2448,  2460  sämtlich  Cognomina, 
hidus  C.  J.  L  X,  1589;  C.  Gl.  lat.  II,  30,  I;  umbrisob  achtmal,  s. 
Büchrler,  ITmbrica  Index.  15)  ambrisch;  »  ßücheler,  Umbrica  Index. 
18)  C.  J.  L.  I,  200,  46  (111  T.  C.)  umbr  ;  Bücbeler  IIb,  12.  20)  livA/o 
Cato  r.  r.  136,  1.  21)  bekannte  schriftlatein.  Nebenform,  «.  B.  Cato 
r.  r.  6,  1  und  75:  Yarro  r.  r.  1,  13  a.  Georges  L.  d,  l  W.  2:2)/ridam 
C.  J.  L  IV,  I2.n.  Dm  Romaniscbe  entwickelt  auf  allen  Teilgf-bietdOj 
oder  auf  der  Mehrjmhl  1),  2),  4),  5),  6),  8),  91,  12),  17),  18),  19),  20)| 
21),  22),  23),  alle  bei  Gr5ber,  Substrate  A.  f.  1.  L.  I  — VI  vereinigt 
Veretnielt  weise  idi  «nf:  10)  iul  und  mundartlich  sQdiuI. 
amcckio,  13)  itiü.  veeckio  ,.$eekalb-'  iGrober,  Grdr.  5(»2),  daza 
h{fu  galt  vigkiu.  Nach  der  Losidsung  des  Sardischen  wurde 
mH  combiniertem  Suffix  herritchend  vod  eotwtckelte  sich  allgemeii 
IMMUi.  im  ctgcntlichen  Sinn.  14)  ital.  emp^ockic  (wegen  p  faalbgelebrt?) 
■■MMlIeim  kommt  ein  rlat.  tapida  als  Etymon  fbt  coricMm^ 
in  FVage^  In  etwa  die  PaJaUli«  in  fra.  ckrväU,  hauptsächlich  aber  das 
aUf«DeiB  aaeh  afidiL  eriiallMie  r  machen  eiawkmio  verdächtig.  15)  t 
Mfrw  Mdi  Gfoen,  atiaolog^  ndUaoe,  Patenno  1885;  dam  dem 
flnfftfif,  pcov.  «ntffif^  fra.  eat.  ■wyfr,     16)  i«i.  itm^'v. 


Die  Appendix  Probi  \\\\\ 

Die  Abweseobeit  ist  etymologisch  und  archaisch  in  1 — 14,  17, 
18 — 20.  Als  Bynco|iiL'i-te  Formen  bleiben  die  übrigen  Falle  übrig.  Das 
Fehlen  des  u  nach  7  tritt  zuColge  Corssen  11,525,  Stolz  1Ü6  später  und 
aeltner  auf  als  nach  c.  Ausser  den  Beispielen  der  Appendix  belegt 
Corsaen:  teglarius  J.  N.  3539,  coaglari  Or.  7412.  Die  Tonlage  ist  in 
beiden  Fällen  der  Syncope  ausBerordenttich  günstig.  Ich  füge  hinzu 
tegla  Bullet,  della  Comm.  arch.  di  Roma  1887,  332.  Sonst  bestätigt 
auch  das  Romanische  die  Thateache,  dass  u  hinter  (/  dauerhaft,  erhöht 
also  auch  die  Wahrscheinlichkeit,  dass  der  V^ocal  eher  ursprünglich 
ist.  Doch  kann  man  sicher  mit  Bücheier,  Lex  Ital..  auf  Grund  der 
umbriachen  Formen  ohne  Mittelvokal  wenigstens  für  15  zweisilbige 
Grundform  annehmen'). 

Dieselbe  Erwägung  darf  noch  einmal  bei  frigdus  vorgebracht  werden, 
wenn  auch  die  Ktymologio  /rlge<dos  für  den  Augenblick  unbeschränkt 
herrscht.  Das  Bürd.  frittu  verlangt  eine  direkte  Verbindung  mit  umbr, 
frehiu.  Sie  weisen  /-Suffix,  mit  asainiiüerter  Gutturalis  einerseits ,  üb- 
lichem h  ^  c  vor  /  andrerseifs  auf.  Die  wenigen  umbriseben  Belege 
mögen  es  zulassen,  dass  man  dem  Wort  eine  andere  K"  und  andere 
Bedeutung  zuspricht.  Die  Annahme  aber,  dass  sard. fn'tfu  von  der- 
selben f^,  also  auch  derselben  Bedeutung  ausgegangen  und  erst  nach- 
trftglich  mit  Int.  rora.  frigidm  zusammengetroffen  ist  '^),  steht  doch  im 
rora.  Wörterbuch  gar  zu  vereinzelt  da! 

Syncope  in   der   Ultima. 

orbis  mn  arbs  198,  s 
Vokalische    Stämme   werden    durch    syncopierte    Nominativformen 
konBonantiech,    Belegt  ist  orbs  merkwürdig  spat:  Ven.  Fort.  9,  3,  14. 

Apocope. 

Vollständiger  Schwund  des  Stammvokals  der  o-DecIioation  zusamt 
dem  Dominati vischen  s  nach  Liquiden. 

Nach  1: 

1)  Htasculus  uon  tnmcel  197,  a» 

2)  Jigulus  non  ßgd  197,  2« 
Die  Apocope  ist  unter  gleichen    Bedingungen   lat.  in  -sul,  simul^ 

famul.    Überall  erscheint  aber  spezifisch  lateinisches  «/;  so  auch  Ma.scul 
als  Cognomen  C.  J.  L.  IV,  1870  a;   Figttl  IV,  3134. 


1)  Sic  ist  um  so  wahravheinlicber,  als  9  sekundär  iat,  ursprUoglicbes  c-Sufßx 
vorliegt.    Stolz  313. 

2)  So  auch  Gröber,  Huhstrate. 


200 


Kart  UllDaaDii 


An  romanische  8yncope  und  Apocope  kann  natürlich  auch  nicht  im 
entfernteeten  gedacht  werden;  für  die  Zeit^  in  der  wir  uns  befinden,  ist 
sie  nicht  einmal  auf  keltischem  Boden  zu  erwarten.  Wir  haben  vielmehr 
unter  umbr.  oder  osk,  EinfjusH  stehende  Vulgärformen  vor  una.  Mascel 
ist  als  Cognomen  ausserordentlich  häufig,  s.  Indd.  zu  C.  J.  L.  III,  V, 
VII,  XII.  ßgsiytis)  ist  zu  belegen  C.  J.  L.  X,  423;  überliefert  ist  nur 
figel. 

Nach  r: 

3)  harbarus  mn  barbar  197,  3  o 

4)  sobrhis  non  suher  197, 2  b 

Die  BeschrSnkung  der  Apocope  auf  die  Stellung  nach  r  und  l  ent- 
epricht  nicht  romanischem,  sondern  lateinischem  Gesetz,  In  4)  ist  viel- 
leicht /  nach  mehrfacher  Consonanz  früher  gefallen  ata  die  Endung.  Für 
das  ital.  ebbro  kommt  ein  entsprechender  Akkusativ  ehrum  in  Frage. 
(Grober,  Substr.  11,  275.) 

Umgekehrt  werden  hinter  /*  archaisch  vorhandene  Vokale  getadelt. 

5)  teter  non  tetrus  198,  21 

6)  aper  non  aprtis  198,  a« 

7)  acte  non  acrum  197,  ai 

8)  pauper  imn  pawpcra  197,  a  1 

9)  carcer  non  carcere  197, 32 

Belegt:    5)  C.  Gl.  L.  II,  198,7.    7)»  8),  9)  s.  o.  Kap.  1. 

Auch  7),  8)  mögen  als  Reste  des  alten  Zustandes  hier  aufgeführt 
werden.  Durch  Abwurf  und  Abschwächung  der  Endungen  gingen  die 
Worter  aus  der  o- Deklination  in  die  i-  bezw.  konsonantische  Flexion 
über  Der  volle  alte  Zustand  mag  immer  voVkatQmlicb  geblieben  sein. 
Das  Rom.  ergiebt  acro-  nach  ital  acro,  mjro  span.  ayro  pg.  agro^  rum. 
acru.  pau-perus  wie  opi-parus  u.  a.  mit  gleichem  Suffix  lebt  in  ital. 
pGverOy  sard.  poveru,  pobur»,  pobant,  sie.  povint. 

Die  Annahme  wäre  verfehlt,  dass  die  Grammatik  sich  rein  willkür- 
lich nach  der  Analogie  die  Formen  selbst  erzeugte,  äie  nennt  zwar 
bei  acf'O'  weder  archaische  Quellen  noch  den  vulgären  Gebrauch.  Man 
konnte  aber  schlechterdings  nicht  absehen,  warum  sie  eich  fortwährend 
auf  wenige  Wörter  beschränkt  und  sich  nicht  vielmehr  beifallen  lässt, 
saluher  und  die  zahlreichen  anderen  Adjektive  auf  -er,  -{e)rh  in  ihren 
Bereich  zu  ziehen.  Es  ist  vielmehr  anzunehmen,  daes  sie  auch  hier  still- 
schweigend gegen  den  vulgären  Gebrauch  angeht. 

Für  3)  ist  eine  Erklärung  von  Corsaen  II,  243  gegeben  worden. 
Nach  der  Abschwächung  der  Endungen  lauten  die  cass.  obl.  carcere. 
Diese  Gemeinform  wird  auch  im  Nominativ  herrschend.  Dagegen  ist 
zu  bemerken,  dass  die  Appendix  zur  Behauptung  einer  derartigen  Ab- 


Die  Appendix  Probi 


201 


Schwächung  keinen  Anhalt  bietet.  U,  88  liefert  Schuchardt  die- 
selbe Erklärung;  der  ca8.  obl.  sei  in  den  Nominativ  eingedrungen. 
III,  388  nennt  er  dagegen  carcere  die  ältere  Form,  aus  der  durch  Ver- 
lust des  €  carcer  entstanden  ist  wie  lac  aus  lacte.  Nach  der  oben 
S.  158  angeführten  Stelle  Priscians  kann  es  nicht  zweifelhaft  aein,  dasa 
die  letzte  Deutung  die  richtige  ist. 


Die  Halbvokale, 
i  fehlt: 
tridinium  non  trklinu  198,  a« 

Belege:  Bullett.  della  Comm.  arch.  di  Roma  1871,  164;  ephem. 
epigr.  IV,  737  (Rom);  UUb.  gloss.  187  (d);  C.  Ol.  L  11,  595,  .oO. 

Die  ureprünglicho  gr.  Form  tqixXtvui»  liegt  wahrscheinlich  vor; 
man  wird  der  Form  auf  Grund  dea  fünfmaligen  Vorkommens  die  Auf- 
nahme in  das  lateinifrcbe  Wörterbuch  nicht  versagen. 

0  jm  Hiatus  fehlt: 

ermeneumata  non  erminomata  199,  e 
Ist  erledigt  oben  S.  196. 

V  und  u  fehlen. 

1)  ttvus  not*  aus  197,  3t< 

2)  ßavus  non  ßaus  198,  s 

3)  rhms  non  rius  199,  2 

4)  pavor  non  paor  199,  a 
ö)  favilla  uoft  failla  198,  s 

6)  eq^us  non  ecus  197,  so 

7)  coqus  non  cocus  197,  so 

8)  coqui  non  coci  197,  so 

9)  coquens  non   cocens  197,  so 

10)  exequiac  non  execiae  197,  2  t 

11)  Februar  ins  non  Febrarim  199,  12 

Belegt:  1)  ao  ephem.  epigr.  V,  777  (Afrika);  2)  nach  Schuchardt 
II,  472  als  Cognomen:  €.  J.  L.  I,  277,  Garrucci  Or.  Pomp.  XXVII,  48  u.  a. 
Dazu  C.  J  L.  VIH,  9422;  6)  C  J.  L.  XIV,  3911;  Gell.  18,  5,  11  u.  a. 
vgl.  Georges  L.  d.  I.  W.;  7)  C.  J.  L.  X,  5211;  Bullett.  della  comm. 
arch,  di  Roma  1888,  43  und  hdschrl  s.  Georges  L.  d.  1.  W.;  11)  Fasti 
rust.  C.  J.  L.  I  pag.  358  oben  cüI.2.  z;  C.  J.  L.  IX,  3160;  XIV,  58, 2795; 
6)  cocerr  tadelt  auch  Velius  Longus  K.  VII,  79  ff.  10)  exe^utae  berührt. 
Cassiodor  158,  i  a  ff. :  ai  nunc  reliquiae  ut  txequiat  per  q  acribuntur. 


Inrl  Ullmann 


1),  2),  3),  6),  7)  Bind  die  regelrecht  entwickelte«,  archaiacben  und 
viil^'Hren  Kormen ;  'j  wird  von  folgendem  u  abaorbiert.  Die  hochlateinisch 
vorhuiident'd  ij  und  v  airid  aU8  den  caea.  obl.  analogittch  wieder  ein- 
geführt worden.  Umgekehrt  wird  vlat.  c  auch  auf  die  Formen  mit  folgen- 
dem tf  (  in  8>,  9)  ausgedehnt;  analog  zu  execiäus  ist  die  Sehreibuner  lO). 
Die  romanischen  Sprachen  zeigen  den  Verlust  des  r  allgemein  in  dem 
WortauBgang  -n'j/.s  für  das  Vlat.  au ;  3)  lebt  aelbat  fort;  ebenso  ist  7)  mit 
der  Erweiterung  auf  sämtliche  Ableitungen  und  das  Verb  romanisch. 
Dazu  koiiitiit  allgf^mein  romanisch  11)  mit  Verlust  des  n  nach  mehr- 
facher CoriHuiiani«,  10)  wird  bei  Gröber,  Grdr.  3G4  als  Analogie  zu 
dem  Tj(>U8  lacenü  angesehen,  den  alle  rumänischen  Sprachen  ausser 
dem  8ard,  fordern.  Vor  /  ginge  das  «-Klement  verloren.  Über  die 
wirkliche  LHUtlichkeit  des  vxeciae  Hesse  sich  streiten.  In  4)  sind  jeden- 
falls die  casa.  obl.  von  Einfluss;  denn  in  ihnen  steht  r  ¥or<5.  Hier  zeigen 
»war  alle  romanischen  öpracheu  den  Ausfall:  afz. /vöror,  ptor^  span. yaor, 
echriftitttl.  piticra  (danobun  span.  pg.  pavory  span,  jtnvura).  Der  Ver- 
hist  dos  V  ninss  jedoch  der  Einzelentwicklung  überwiesen  werden.  Im 
Ital.  bieten  sich  grosse  Gebiete  dar;  das  8ard.,  die  mittleren  Mundarten. 
Das  Südit.  zeichnet  alch  weniger  durch  die  Durchführung  in  weitem 
Umfang  aus.  Wohl  aber  duldet  og  den  Ausfall  unter  ungünstigeren  Be- 
dingungen als  andere  Gegenden :  auch  vortonig  vor  f.  oder  i  und  unter 
starken  Oontraktionen.  So  kann  5)  zur  Lokalisierung  beitragen.  Das 
Wort  ist  nur  ital.  überhaupt  erhalten:  schriftic. /hnV/a,  durch  Metathese 
failiva  in  ferrares. /a//ira,  venet.  lümb./o/iivi,  mit  Verlust  des  v:  sard. 
faddija,  berg.  fulia,  a\c.  /ai<hfa,  neap  fneHu.  Der  Verlust  des  v  und 
die  Contraktionen  in  den  weiter  verbreiteten  Ableitungen  mit  dem  Ton 
auf  der  dritten  Silbe,  in  /aiisca  etc.,  sind  durch  die  günstigere  Tonlage 
woniger  ungewöhnlich.  D&s  faiila  der  Appendix  darf  als  ein  Vorläufer 
der  sQdital  Entwicklung  angesehen  werden  ^ vgl.  Gröber  II,  283;  VI  H88; 
Klechia    Aroh.  Qlott.  II,  341  f.) 

V  nvn  b. 

Ij  alvfuit  non  alheus  198,  ^ 
2)  vajjulo  non  baplo  199,  ü 
Belegt:     1)  t\  J.  L.  X,  1,   1695,  90  Puteoli;   47Ö2  öessa  in  Can 
piinien;  68.'>0Via  Appia  zwischen  Rom  und  Capua;  ephem.  epigr  in,  ^ 
Tarraco;    daeu    nach    Qrdbor    Grdr.  365    agrim.  82,24;    «um    Schiusa 
C  Gl.  1.  U,  566,  l,  2. 

Di©  Corrcktur  h  von  v  ist  oben  H,  172  f.  beseitigt  worden.  Selbst 
da«  vorfUhreri;t(hu  öiiadus  non  niclus  197,  33  haben  die  Herausgeber 
mit  Beeht   fallen   gelassen.     Redenken   sind  auch  bei   der  Correktur  r 


Die  Appendix  Probi 


203 


non  b  vorhanden.  Der  Codex  vertauBcht  b  und  e  häufig.  1)  ateht  zudem 
in  der  Umgebung  der  Correktur  de»  Hiatuß  e  und  i,  so  dass  dio  Ver- 
mutung Dfihe  liegt,   alveus  non  tdvius  eei   ursprünglich  gcweeen. 

Die  Bedingungen  sind  aber  in  beiden  Fällen  dem  Lautwandel  so 
gUDBtig,  da8s  die  Correktur  zu  halten  ist.  Für  2\  ist  BBsimilierender 
Binfluss  des  Änlauta  der  Nachbarsilbe  festzustellen.  Auch  sonst  ist 
derselbe  vlat.  bezeugt,  so  in  btrhice.  Er  wird,  vorwärtswirkend,  sogar  für 
eine  gaoze  Wortgruppe  in  Anspruch  genommen,  iu  hiat.  bitbile,  bubulm^). 
Romaoisfh  komrocn  hinzu  Ä/M/ö  =  vipio  (Caix,  etiniologie  pag.  81, 182); 
span.  pg.6aria.Hm,  ital  hcrbena  u.  a.  (Meyer- Lübk«'  U  G.  340).  Das- 
selbe Priuzip  wird  im  Consonantismus  der  Appendix  mehrfach  erkannt 
werden.  Textkritisch  kommt  hinzu,  daas  die  Correktur  des  fehlenden 
Vokals  der  Pänulttma  von  zweifelhafter  UrBprünglichkeit  istt  s.  o,  S.  175. 

In  1)  ist  die  Stellung  hinter  der  Liquida  der  Annäherung  an  den 
Verschlueslaut  günstig.  So  ist  lat,  ferbni  zu  ferveo  entwickelt*).  Unter 
den  ältesten  lateinischen  Belegen,  welche  für  das  Zusammentreffen  der 
beiden  Laute  vorhanden  sind,  ist  bis  zum  .3.  Jahrhundert  hinter  r  und  /  nur 
b  =  Vj  nicht  die  umgekehrte  Verwechslung  anzutreffen:  JNerba,  Safbio, 
Corssen  I,  131;  Schuchardt  I,  131.  Dazu  kommt  vom  Capitolinischen 
Stadtplan  Mifierba,  die  einzige  Vertauschung  von  b  und  v  überhaupt*). 
Seelmann  240  hat  als  einziges  wideraprei-hendes  Beispiel  allein  acer' 
oissmwm  J.  R.  N.  1951  (155  n.  C).  Viel  Gewicht  kann  der  Schreibung 
nicht  beigelegt  werden,  weil  sie  bei  der  Nähe  der  beiden  Wörter  actnus 
und  acerbuSf  ebensoleichf,  als  umgekehrte  Schreibung,  die  Annäherung 
des  ersten  an  das  zweite,  wie,  direkt,  die  entgegengesetzte  Entwicklung 
bezeugen  kann.  Als  Stichprobe  für  die  Einseitigkeit  des  Übergangs 
LM ,; ;  Liqu ^  im  Südital.  nehme  man  dazu  den  Iudex  von  C.  J.  L.  XIV 
mit  coserbUf  fldbius,  salbu^,  srrbat,  serbus^  balbls.  Einzige  Ausnahme 
wieder  acervus. 

Von  den  romanischen  Sprachen  fordert  das  Rum.  konsequent  die 
Entwicklung  rv  :  rb;  Iv  :  Ib.  Wir  finden  hier  demnach  albie.  In  den 
ital.  Mündarten  kommt  das  Romagnolische  in  der  Uurchführung  auch 
nach  /  niihe.  Von  den  südital.  Dialekten  zeigt  das  Calabr.  durchweg 
b  nach  lat.  l\  da  aber  /  vor  Labialen  sich  zu  r  wandelt^  so  kann  man 


1)  Corasen  I,  126;  andt^ra  ueuerdiags  Ascoli. 

2)  Vlat.  mosa  aber  das  \<^th  diircbgeihends  h  gehabt  baben.  Deno  Prob.  inat. 
art,  185,  3f*  verlan{^t  nach  der  Analogie  von  ferbui  auch  ferbto.  Käme  es  Ibin 
nur  auf  eine  willkUriirbe  Analogie  an,  so  wilrde  der  ^'erfa^ser  ftrvui  nach  den 
häufigeren  Fonncu  mit  v  v^rlatjgttn.  So.  meine  ich,  lässt  seine  Forderuag  er- 
kennen, dass  ferhto  Üblich  war. 

3)  Jordau,  Forma  urbis  Romae  1. 


204 


Kürt  UümaDn 


nicht  Bugeii,  dasB  v  nach  l  zw  b  geworden  ist.  Das  Tosk.  hat  nur 
rv:rb.  Nach /findet  eich  Bchriffitul.  b  nur  dann  entwickelt,  wenn  'folgt, 
eo  in  scUbia,  so  auch  ia  aibio,  aibuolo.  Dazu  fügt  Caix.  etimologie  8.68 
lomb.  albi.  albiöy  eai.  aibi\ 

Es  ist  Bomit  anzunehmen,  das»  auch  diese  Bedingung  für  das  viel- 
fach bezeugte  vlat.  nibeus  einfluaareich  gewesen  ist.  Wem  es  notwendig 
acheint,  der  kann  also  der  Umgebung  Rechnung  tragen  und  ^albius  an- 
setzen. Aber  gerade  durch  die  Hervorhebung  des  /  würde  er  der 
Correktur  r  non  b  eine  Stütze  geben. 

tu  umi  qu, 

1)  vacua  non  vaqua  197, a» 

2)  lacui  non  vaqui  197,3» 

cu  und  ru  (qu)  waren  nicht  weit  von  einander  entfernt.  Am  nächsten 
kommt  Vel.  Long  K  VII,  75,  lo  mit  der  Unterscheidung  von  acua  und 
aqua 

II.    CoiiHotmiitisiiius. 

])u]»pel!«ctireibuiigeu. 

1)  Camera  non  cammara  198,  ii 

2)  draco  non  dracco  198,  it 

3)  aqua  non  acqua  198,  i« 

4)  faiti'o/m  non  /aS8iolus  198,  2* 

5)  basUica  non  bassilica  199^  9 

6)  cal'Kjo  non  calliga  198,  a i 
7^  garrulus  nun  t/arnfus  199,  i 

Diejenigen  Consonanten  überwiegen,  deren  Doppelschreibung  am 
eh(!eteD  blosse  Dehnung  anzeigt.  Darunter  befindet  sich  «  in  zwei  griechi- 
schen Lohnwortern;  Seelmann  129  stellt  für  diese  überhaupt  die  Neigung 
fest,  das  s  zu  vordoppeln.  Er  belegt  btissilica  C.  J.  L.  IV,  1779.  In 
4)  ist  Xttdem  /  der  Dehnung  günstig;  in  3)  ist  m  geradezu  die  Ursache 
m  nennen,  die  auch  in  lat.  qtmttnor  Dehnung  bewirkt  hat,  im  Ital. 
tllffemeine  Wirkung  /.eigt.  acqua  ist  bis  heute  schriftital.  und  mund- 
artlich mittel-  und  süditaL  Auch  wh.  aigue^  prov.  aigua  dürften  auf 
gedehnte  Conaonanz  zurückgehen,  cainnuira  mit  der  gewohnlichen 
Dehnung  im  Anlaut  der  vorletiten  Silbe  eines  Proparoxytonons  ist  so 
südit    neap.  sie.  lecc. 

In  sämtlichen  Fallen  geht  a  vorher.  Darin  äussert  sich  die  Zer« 
rüetung  di^r  Quantitätsverbaltnisde  gerade  dieses  einen  Vokals.  Bei  den 
Qbrtgen  Vokalen  wurde  die  quantitative  8ch<  idung  erleichtert  und  ge- 
halten, BcbUegslioh   vordrängt  durch   den  «iQalitativen  Unterschied.     Bei 


Die  Appendix  Probi 


Wfi 


ihnen  weiHs   also  der  Verfaaaer   der  Appendix  Bescheid.     Für  a  fehlte 
ein  solcher  Anhalt. 

Daas  der  Verfasser  w  kennt,  zeigt  er  durch  die  Gemination  in  1—5. 
6)  darf  uns  ein  Zeichen  sein,  dass  in  der  vortonigen  Silbe  die  Länge 
aufgegeben  ist.  Nach  direkt<T  Interpretation  von  7)  wäre  dagegen  hier 
die  Länge  erhalten  und  deshalb  die  Coneonanz  reduciert.  Es  scheint 
wenig  glaublich.  Pestus  2rJ3  M  berichtet»  das«  yom  Volke  (Kirret  für 
päret  gesprochen  wurde.  So  ist  es  auch  wahrscheinlich,  dass  der  Ver- 
fasser ^arntlus  sprucb.  Er  weiss  aber  von  hochiat.  Länge  des  Ton- 
voknls  und  getraut  sich  deshalb  nicht,  die  lange  Konsonanz,  die  er 
spricht^  zu  bezeichnen. 

Die   Liquiden. 
I  non  r;  r  uuii  L 

\)  ßagellmn  non  frageUnm  198,« 

2)  tenhra  non  telehra  198,  ai 

3)  iiftpeUex  non  superler  198,  it 

Belegt:  1)  Pal.  Ev.  95b,  in.  3)  Itala  exod.  30,  la  (codd.  G.  J.  S.  K,); 
Arnob.  2,  40;    Mus.  Ver.  13n,  a  (nach  Georges  L.  d.  1.  W.). 

Schon  altlat.  ist  die  Dissimilation  l  —  l:r — /zu  beobachten: 
caeruleti.%  Parllia;  romanisch  ist  sie  über  das  ganze  Gebiet  verbreitet, 
in  vereinzelten  Beispielen  allgemein:  umbricidus,  curfellum.  fragdlum 
ist  erhalten  in  ital  fragello,  sie  fragellu ,  sard.  /ragellu,  neap. 
fragklio.  Doch  scheint  das  Wort  in  den  südliehen  Mundarten  wegen  U 
nicht  heimisch  zu  sein.  Allgemein  besteht  zudem  gelehrtes  ßagello  da- 
neben. 

Lateinische  Diasioaihition  r  —  r:l—r  ist  in  dem  Wechsel  der 
Suffixe  -ari  und  -ati  nach  stammauslautendem  /vorhanden  (Corssen  1,222). 
Romanisch  ist  die  Dissimilation  r  —  r;  l—r  seltener,  die  zu  r  —  /energisch 
und  allgemein.  Sie  wird  streng  gefordert  vom  Span.,  fast  durchaus 
vom  Scbriftitalienischen  und  einigen  Mundarten,  ist  in  vereinzelten  Bei- 
spielen über  das  ganze  Gebiet  verbreitet. 

Auch  3)  kann  als  eine  Art  Diwsimlation  betrachtet  werden,  nämlich 
als  nicht  eingetretene  Assimilation.  Nach  den  Belegen  darf  man  viel- 
leicht mehr  dahinter  vermuten,  als  eine  bloss  von  den  Schreibern  vor- 
genommene Rekompositian.  Die  Schwit^rigkeit,  die  alte  Vorsilbe  wieder- 
zuerkennen, war  ^o  gross,  dass  es  einem  auch  schwer  füllt,  spätere  Re- 
komposition  der  Volkssprache  für  möglich  zu  hallen.  Für  r/ bieten  die 
gesamten  Verzeichnisse  des  C.  J.  L.  nur  im  ersten  Band  perUgere.  In 
Wörtern  wie  intellegere  war  die  Assimilation  durchaus  fest.    Es  durfte 


'ifxi 


Karl  Uilraann 


aIho  wohl  fi;f!rAten  sein,  in  ituperlex  nicht  eine  rekompooierte  MWhr 
eine  nrnprönf^liche,  nicht  aaaimilierteCoropoaition  zu  erblicken.  Mom— e«; 
Unteritiil.  DiAlffttte  22C).  221^  »teilt  fQr  das  Oskische  die  Neignnf^  fe«t,  pi 
oiebt  xo  Msimilieren. 

Zotritt  ro«  r 

\)  frufitum  nati  frustrum  199,  a 
2)  duurus  ttOit  drnucufü   198,  ao 

fruttrum  belegt  in  den  Hdachrr.:  Verg  Aen.  1,212;  III  262:  PetrML 
24,  i\  39,  st:  44,9«  (von  BQcheler  8.128  dem  Copisten  ziige»chneli«a). 

FQr  den  Zutritt  eincA  nnalogiecbon  r  im  WortauHgang  Ktum  bietet 
»chon  da«  grierh.  Lehuwort  niduHtntm  ein  Beispiel.  (Jordan,  Krit 
Beiir.  71).  Bei  /luxfrum  kommt  Einwirkung  des  r  der  ersten  Silbe 
hinÄü.  Im  Koni,  nimmt  die  Kntwickliing  eines  r  hinter  /  der  letzten 
Bilbe  ihr<jii  Fdiff^nng.  Zahlroicbe  af/,.,  epan..  pg.,  ital ,  ital.-mundartl. 
Beispiele  bei  M»tycr   Lilhko  K.  0.  48ö,  J.  0.  171. 

In  2)  k^nnto  eine  xo  unorkiärlicho  ßrzougunf^  eines  r  hinter  koo- 
nonantjschem  Wortanlaut  eingetreten  sein,  wie  Me  vlat,  tresaunis,  e»trtia, 
{rt,/ron(h  \t9}.irono  u.  a.  nnfweisen.  Nach  d  bietet  nur  das  Lyonesische 
jlhnliche  Fülle :  drofdi  =  douhlf.  u,  a.  Die  Erscheinung  muss  aber  für  eich 
beurteilt  werden.  Auch  nach  i  tritt  vor  folgendem  bl  ein  r  ein:  trohla  u.a- 
draucii»  ist  so  einzig  in  seiner  Art,  dass  man  an  einen  Zusammenhang 
mit  dem  bei  MMrtial  zweimal  gobrauirhten  und  in  den  Oloss.  Labb. 
enlhallimen  drauruH  donken  rauan  l'fbor  die  Art  des  Zusammenbang», 
ob  dmuiHH  wirklieb  ein«  «^rnf  lat.  Entartung  von  daums  int,  habe  ich 
kein  Urteil.  Jf»ilenfölis  biotot  dio  Appendix  Veranlassung,  eine  Nach- 
prüfung der  bisherigen  Etymologie  vorzunebmen. 


Die    I^iquiden    und    n. 

1  Den  n. 

cultellum  non  cuntellum  197,  s  4 
ÜiBsimilntion  ist  auch  hier  als  treibende  llrßaehe  festzuhalten.  Pfir 
/  /  .•  //  /  «leih  M<'3'ei.Iiüldce  J,  i\.  \\\'.\  ziihlrüiihe  njunflarllich-ital. 
FUile  /usaninitMi.  Du/.ii  kommen  vereinzi'lto  vlat  und  weitere  roman. 
Beispiele.  Für  dio  meisten  tässi  sich  ein  Anhalt  gewinnen:  m  vlat. 
r<i  '  wirkt  die  Vorsilbe  con-^  in  frz  nouibn't  der  Ausgang  des  un- 
b«  11  Artikel»  «nn.     Hei  vultrlium  '/eigen   alle  Mundarten,  welche 

Diasimilation  eintreten  lassen,  nur  dio  gewöhnliche  Art  zu  r—l:  rom. 
corteiiOf  ncap.  vurtlrito,  rtr.  curtin,  logud.  urUdtJu^  südsard.  gorteddu, 
kalabr.  rurtieddu  u.  s.  w.     Wenn  also  in  der  Appendix  n  eintritt,   so 


Die  Appendix  Probi 


207 


mu88  der  Grund  in  einer  allt^^^nieinern  Neigung,  nf  aus  it  zu  entwickeln 
gesucht  werden.  H'wj  kommt  pompej.  man  fit  entgegen,  C.  J.  L.  IV,  1593. 
Doch  wirkt  dnbei,  wie  in  cuntdlum  Dissimilation  des  mehrfachen  l, 
vermutlich  noch  Asi^imilaiion  der  Nasalen  mitM.  nt  ^=  It  lebt  südit. 
fort.  Für  das  Innere  Sicilicns  überhaupt  stellt  den  Zug  Meyer- Lübke 
J.  G.  135,  als  Hang  des  niedern  Volkes  von  Girgenti  Pirandello  48  fest. 
[Vereinzelt  begegnen  weiter  verbreitete  Beispiele,  so  teram.  undre  = 
altrum. 

r  non  n. 

meretrix  non  menetris  198,  as 
Auch  hier  ist  Diftaimilation  die  bewegende  Ursache.  Auch  hier 
findet  afz. ,  aven.,  amail.,  agon.  (^Meyer-Lübke  I.  G.  Iii2)  nur  die  ge 
wohnliche  Art  zu  /  —  r  statt.  Verschiedenartige  Versuche  sind  gemacht 
worden,  das  h  von  menetrix  zu  erklären.  Noniua  423^13  operiert  mit 
der  Etymologie  manere.  Wölfflin  (A.  f  I.  L.  IV,  a  ff.  „Die  Dissimilation 
der  littRra  canina")  denkt  an   Kjnflusa  von  genetrix. 

Jedentailä  wirkt  der  anlaulonde  Nasal  der  Nachbarsilbe  ein.  Beide 
Prinzipien,  Dissimilation  der  Liquiden  und  Assimilation  der  Nasalen 
.vereinigen  sich  z.H.  in  vom,  ßlomma,  U.  centinarr,  E«  ist  aber  doch  zu 
r  erwägen,  ob  nicht  ganz  genau  dieselbe  Lautverbindung  vorgelugen  hat  wie 
in  cultellum,  nämlich  /  vor /.  Derselbe  Nonius  scheint  die  Form  we/e^rix 
zu  kennen;  sie  ist  2Ü2,  is:  .jOii,  c  überliefert.  Syncope  bringt  das  / 
in  unmittelbare  Berührung  mit  t,  und  so  mag  ein  menirix  oder  men- 
tric-  in  den  cass.  obL  y.uersr  entstanden  sein,  mmetrix  wäre  eine 
Mischung  von  raundartlichtu*  und  hochlatcinjscher  Form.  Für  die  Appen- 
dix bedarf  es  zuvörderal  einer  genauen  Prüfung  der  nandschrift,  ob 
das,  was  Endlicher  als  zweites  e  gelesen  hat,  wirklich  ein  e  ist.  Ich 
Termute  vielmehr,  dass  sich  an  der  Stelle  das  vermisste  t  wiederfindet, 
dessen  Fehlen  (Lesart  hnener/s)  sich  weder  aus  der  Gepflogenheit  der 
Handschrift  noch  aus  der  Sprache  der  Appendix  begreifen  lässt. 


n  uon  r. 

paiicar/ms  mm  parcar/mfi  197,  ;i2 
ist  aU  einziges  Beispiol  Ton  .Assimilation  der  littora  eanina  merkwürdig. 
Für  das  Umhrische  bietet  peracrio  —  Bücheier,  ümbrica  185  —  etwas 
Ahnliches      Dazu  stellt  Bücheier  tusk.  Achememrun  =  AgumenmoH  mit 
einer  Dissimilation  zusammenstossender  m  und  n^  die  den  romanischen 


i)  Sie  ist  auch   heute  noeli   hllditai.  stark   bemerkbar,  u.  ».   neap.  i'armine^ 
MintACola,  menancoUco. 


Karl  UUmano 

Sprachen  geläufig  ist,  allerdings  bei  vorangeh eo dem  n,  afz.  arme  sie. 
arma  u.  a,  Da»  Hochlat.  bietet  umgebehrt  Cancer  =  carcer  durch 
DiaaimilatioD.  Romaniach  stehen  ebenso  pr.  »wov/wc  und  morgtie ,  frz. 
Lanyres  mit  r  =  n  dorn  pafcarpus  näher.  Aber  auch  hier  liegt  ein 
dissimilatorischer  Zug  vor.  Eine  gewisse  nähere  Verwandtschaft  mit 
parcarpu»  besteht  gleichwohl,  da  es  sich  überall  um  r,  n  vor  oder  nach 
€  handelt.  Die  lautphyaiologlsche  Deutung  ergiebt  die  Gleichartigkeit 
,  der  Vorgänge. 

d  non  1. 
adipfiS  tion  aliiies  199^  h 
Corseen  stellt  das  Wort  1,  224  zu  griech.  (tletfa-,  also  nimmt  er 
etymologisches  l  an.  Wir  hätten  demnach  schriftlat.  den  seltneren 
Übergang  /  .■  d.  „Die  apätlateiniäcbe  Volkssprache  hat  dann  wieder 
eine  Form  atijtes  für  adijtes'^,  äussert  sich  Corssen  weiterhin  mit  Hin- 
blick auf  die  Appendix.  Nach  der  gewohnlichen  Deutung  hat  bei  Über- 
einstimmung zwischen  der  altlat  Form  bezw.  der  Etymologie  und  dem 
vlat.  Zu-stand  der  späteren  Kaiserzeit  das  Vlat,  die  alten  Verhältnisse 
gewahrt .  das  Hochlat.  die  Wandlung  vorgenommen.  Ein  zwischen- 
liegendea  Zeugnis  bestätigt  diese  Auffassung  für  aiipes:  logud.  (nur  Bitti) 
alijte,  sonst  aard  abik.  Letzteres  wird  von  Meyer,  Grdr.  365;  J.  Gr.  174 
herangezogen.  Von  romanischer  Entwicklung  d  :  f  kann  natürlich  keine 
Rede  sein.  Ich  darf  auch  afz.  und  mundartl.  frz.  ituve  hierher  ziehen. 
Freilich  bleibt  die  Entwicklung /)  .-p  in  einem  syncopierten  aipe  un- 
erklärlich. Da  aber  als  zweite  Möglichkeit  sich  nur  lat.  albus  bietet^ 
und  hier  dieselbe  Schwierigkeit  vorbanden  iat,  bin  ich  einstweilen  be- 
rechtigt, aiipes  zu  vermuten. 


Die  Nasalen, 
n  TOT  ü  luid  r. 

1)  üHsa  non  asa  198,  s 

2)  Capseusis  twn  Capsesis  198,  a 

3)  /ormosiis  non  /ortnunsui:  198,  » 

4)  occasio  non  ocamsio  ll»8,  ai 

5)  Hercules  non  Hercutens  197,  -i  s 

6)  eofisiabiiHm  non  histai/ilitus  199,  lu 

7)  ejfemnatus  non  imfimenatua  198,  ai 
(8)  omfacium  non  of actum  198,  i) 

Belegt:  2)  nicht  selbst,  aber  ein  zahlreiches  Verzeichnis  alter  und 
junger  Schreibungen  -esis  in  dem  Huffix  der  Völkernamen  bei  Cors- 
»en  1  253  IF.;    Seelmann   283  f     3)  Grut.  669.  lo;    C.  .1.  f>.  VI,  2783: 


Die  Appendix  Probi 

zahlreich  in  alten  Hdschrr. ,  so  Varro  L  1.  5,»;  e.  Georges  L.  d.  I.  W. 
4)  zahlreich  in  Uandschrr.;  8.  Koch,  Rh.  M.  XVI,  160  5)  nicht  srlbat, 
aber  zahlreiche  -ans  ^^  äs;  -ens^ea  bei  Co  rasen  I,  255 ;  Seelmann  285; 
schon  früh  auf  Inschriften. 

1)  und  2)  sind  direkte  Zeugniase  für  den  Schwund  des  n  vor  s. 
Beide  gehören  der  Bedeutung  nach  zum  ELigeotuni  des  Verfassers. 
Selbst  Cicero  gestattete  sich  nach  dem  Bericht  des  Velius  Longus 
K.  VII,  7B  f.  in  Völkernamen  wie  2j  noch  die  votkstünitiche  Aussprache 
esi's.  Der  Schule  ist  es  gelungen,  nicht  nur  die  etymologische  Schreibung, 
auch  die  alte  Aussprache  wieder  durchzuführen.  Das  Homaniäclie  kennt 
für  das  Suffix  wie  für  1)  selbstverständlich  allein  den  volkstümlichen  Zu- 
stand: logud.  asa,  lecc.  «sw/a,  schriftit.  asola,  so  umbr.  venez,  oeap.  etc. 
lomb.  asetaf  pg.  azelha  (Caix,  etimologie  73);  sowie  das  Suffix  -ese. 
3—5  sind  dagegen  etymologisierende  Schreibungen,  die  versuchen,  den 
Nasal  in  3)  archaistisch  festzuhaken^  in  4), 5)  fälschlich  einzuführen.  Gegen 
3)  eifern  fast  allo  Orthugrapheu  des  siebenten  Oandes  (Seeluiano  286). 
Auch  die  späteren  sind  von  Interesse,  weil  sich  gerade  in  dem  einen 
/ormon^u^  die  Schreibung  hartnäckig  fortpflanzte^  also  auch  nach  Beda  und 
Alcuin  eigene  Veranlassung  zum  Tadel  fanden.  3)  ist  sicher  Orammatiker- 
material  auch  in  der  Appendix.  Ebensowenig  sieht  ^b)  aus  wie  ein 
Schreibfehler  aus  der  Zeit  der  Appendix.  Als  aolcher  würde  er  noch 
die  Ausfiprache  es  voraussetzen  lassen.  Auch  diese  Schreibung  war  auf 
Inschriften  sicherlich  überliefert.  Rrambach  266  f.  belehrt  uns,  dasa 
es  sogar  eine  Deklination  HerclenSy  Uerclenfis  gab.  Ein  sonderliches 
Vertrauen  für  diese  Deklinationaweise  erweckt  zwar  der  Beleg:  C,  J. 
Rh.  666  nicht.  Aber  mag  man  auch  darin  eiue  vereinzelte  und  ent- 
legene Abnormität  sehen,  zum  wenigsten  dürfen  wir  vermuten,  daas 
derjenige,  dem  eie  zugeschrieben  werden  muss^  unter  dem  Eindruck 
einer  häufigen  Schreibung  Herciäens  stand. 

6)  hat  ein  unschuldiges  Aussehen.  Nun  ist  aber  ein  Compositum 
instah'dire  hochlat.  überhaupt  nicht  vorhanden,  und  sonst  einmal  bei 
Hyginu8\)  aufzutreiben.  Hatte  das  Vulgärlatein  einmal  ein  8o!cht*B  Com- 
positum, so  war  es  fiüb  mit  dem  aus  stabil  in-  entstandenen  istabilire  iden- 
tisch geworden^).  Für  wuhrscheinltcher  halte  ich,  dass  der  Verfasser 
der  Appendix  ein  aus  istabitire  fälschlich  erschlossenes  imtablUrr 
tadelt.  Ein  solches  n  vor  sC"^-  ist  roman.  vielfach  fest  geworden. 
Darüber  handelt  Foerster,  Z.  f.  r.  Pb.  I,  559,  560;  Li  Chev.  as  deus  esp.  L. 

1)  De  oastr.  met.  p.  9. 

2)  lascbrii'tlicbe  Belege  ftir  i  vor  s.  imp.  Itegea  erst  aus  dem  Eode  des 
U.  Jtthrb.  Q.  C.  vor;  es  oiuss  bedeutend  früber  vorhaodeD  gewesen  sein  ÜavoD 
spricht  GröbtT  A.  f  I.  L.  I,  215. 

ttomanfaclM  Fonchonron  Vit.  \^ 


210 


Karl  Ullmann 


Di©  Gleichartigkeit  der  Correktur  io  7)  verbürgt  die  Hicbtigkeit 
dieser  AuffasBUDK.  Die  Reduktion  des  Nasals  vor  /  war  bei  weitem 
nicht  GO  energisch  wie  die  vor  dem  dentalen  Reibelaut.  Duher  kann 
8)  nur  mit  geringer  Wahrscheinlichkeit  angesetzt  werdeo.  Analogen 
Schwund  eines  Naaals  in  einem  griech.  Lehnwort  zeigt  jedoch  hochlKt. 
scrofQy  dann  Sypherusa  Fabrett.  V,  xli  (Schuchardt  I,  lü5).  In  lateinischen 
Wörtern  kam  /'  nur  anlautend  vor,  trat  also  allein  in  der  Composiiion 
mit  Nasalen  zuBAmmen.  Gerade  durch  die  BeschrSrikung  konnte  bei 
dieser  Verbindung  die  volkstümliche  Nt-igung  zur  Rekomposition  un- 
gestörter wirken.  Wir  wundem  uns  denn  nicht  üher  die  spärlichen  Be- 
lege für  if'  ==  //(/-  bei  Corssen  I^  156,  Auch  romanisch  ergiebt  sich  bei 
keinem  einzigen  Wort  ein  ungestörtes  Qesamtbild,  welches  vlat.  Schwund 
des  n  sicher  stellt.  Gegen  ifans  ist  afz.  enfeSy  enfant.  Man  darf 
sich  nicht  dadurch  beirren  lassen,  dass  einzelne  Mundarten,  so  das 
Prov.,  den  Ausfall  selbständig  durchführen,  (Meyer -Lübke  R.  G.  409.) 
Die  Neigung  zur  Rekomposition,  d  h.  zur  Einführung  des  Nasals, 
ging  im  Vlat,  weiter.  Sie  ergriff  auch  solche  Wörter,  in  denen  stamm» 
haftes  e  oder  e  :=  i  oder  e  -=■  ex  der  Compositionssilbe  vorlag.  Aus- 
führlich handelte  nach  Foerster  darüber  Ascoli  Arch.  Glottol.  HI,  442ff.; 
spätere  Zusätze  wurden  von  Suchier  Z.  f.  r.  Ph.  IV,  184;  ßaist  ebenda 
V,  551  gemacht.  In  der  Gruppe  exf-  giebt  es  spanische  Analogieen: 
enfriar,  enfaldiWf  ai/orzar;  ferner  pik.  en/orctemenf ,  afz.  anfraiez 
(Foerster  a.  a.  0.).  effeminatm  ist  nicht  volkstüntlieh  entwickelt.  Wohl 
scheint  altprov.  enfemenar  (Mistral  unter  e/enüna),  einen  Ansatz 
zu  bilden.  Uas  imßmenatus  der  Appendix  mag  als  das  Vorbild  aller 
romanischen  Entwicklungen  angesehen  werden.  Man  braucht  sich 
auch  nicht  so  weit  zu  beschränken,  dass  man  bloss  umgekehrte 
Schreibung  gelten  lassen  will.  Einen  Anhalt^  dass  es  sich  um  einQj 
wirklich  gesprochene  Form  handelt,  mag  der  Umstand  geben,  dasi' 
Dicht  n  sondern  m  erscheint.  Wie  auf  anderen  Gebieten,  so  wird  auch 
südital.  n  vor  labialen  Keibelauten  zu  w;  vor/ tritt  der  Wandel  mit 
Regelmässigkeit  allein  südital.  ein;  kal.  »/:  mp^  mpierttu^  cumpiettu 
(Scerbo  35);  sin.  in  Porto- Empedocle  (Pirandello  36}  ebenso  mpemu, 
mpaiuj  in  Casteltermini  mi  (Wentrup20),  mbiernUf  inbattw^  hccmpretiH 
(Murosi  Arch.  Glott. IV,  129);  auch  teram.  nibtcce^  tutmhessä ei(i.  {Savini49). 


austtd.  m  fehlt. 

1)  frivlinium  non  tridinu  198,  s-r 

2)  vicO:tiai/uli  procOHüfiiis  höh  nirofnhufu  proconjiuh\*i  198,  a  4 

3)  passim  non  passi  199.  i « 

4)  numquam  non  nrnnqua  199,  i « 


Hfl  Appflodix  Probi 


211 


5)  pridem  non  pride  199,  i » 

6)  olim  non  oli  199,  le 
71  idem  von  idf>.  199, 1 7 

•2)  zeigt  als  Proparaxytonon  durch  die  weite  Entfernung  des  m 
von  der  Tonsilbe  günstige  Bedingung,  Dieselbe  Betonung  wird  dadurch 
für  1)  nahegelegt,  gr.  xQiuXivot^.  3  —  6  sind  Adverbien,  idem  hat  ad- 
verbiale Ableitungseilbe.  Es  hindert  übrigens  nichts,  des  Zusammen- 
hiinga  wegen  ursprüngliches  Hern  anzunehmen').  In  der  Nominal-  und 
Verbalflrxion  mochte  in  späterer  Zeit  das  auslautende  m  durch  den 
Schulunterricht  gostäikt  worden  sein.  Der  Verfasser  der  Appendix 
mufls  deshalb  wobt  gerade  zu  einei' Anmerkung  über  die  Adverbien  ein 
besonderes  Bedürfnis  empfunden  haben. 


n  non  m. 
numquid  non  mintquid  199, 1 3 

Das  Prinzip  der  Assimilation  silbenanlautender  Consonanten  wird 
so  oft  für  die  Sprache  der  Appendix  aufgezeigt,  dass  auch  dieses  m, 
wenngleich  sich  Bedenken  nii-ht  abweisen  lassen;  zu  haken  sein  dürfte, 
zumal  das  Romanische  die  Assimilation  silbenanlautender  Consonanlen 
besonders  häufig  bei  Nasalen  zeigt.  Vollständig  entspricht  z.  B.  rätor. 
memia  =  lat.  tnmia. 

nd  non  nn. 

1)  \cand€la\  non  cannela  197, a 4 

2)  grundio  non  grunnio  199,  is 

Die  Assimilation  nd :  nn  ist  Regel  im  Umbrischen  (Bücheier,  üm- 
brica  183)  und  im  Oskischen  ^Mommsen,  Unterit.  Dial.221  f.).  8ie  geht  von 
da  in  die  lat.  Bauernsprache  über.  Den  Anteil  Campanicns  zeigt  ^eelmanns 
Zusammenstellung  312  mit  Verecunnus  C.  J.  L.  IV,  1768;  hmulgen- 
J,  R.  N.  1952;  Agetmar  ib,  2736  2)  ist  aus  der  Bauerosprache  früh 
in  die  höhere  Redeweise  eingedrungen,  grnnnire  ist  denn  auch  grössten- 
teils romanisch.  Aber  auch  grundire  behauptete  sich  daneben.  Ro- 
manisch lebt  es  sicher  in  prov,  afz.  grondir,  afz.  grondre^  frz.  gronder. 
Ein  Teil  der  übrigen  romanischen  Formen  lässt  beide  Herleitungen  zu. 
Die  Lauterscheinung  als  solche  hat  «ich  romanisch  auf  dem  alten  Ge- 
biet behauptet:  Süditalien  und  Steilen  zeichneD  sich  durch  die  Ab- 
neigung gegen  nd  heute  so  aus,  wie  es  die  alten  O'iker  nicht  besser 
vermochteo.     Doch    sind    vereinzelte    Lücken,    im   südlichen    ApulteOt 


1)  Der  Codex  hat  idem  fUr  iiem  %.  ß   Anal,  gram   282**). 


u  • 


212 


Karl  UllmauQ 


dann  im  mittleren  und  unteren  Teil  CalabrieDs  und  an  der  NordkÜste 
Sictliens.  Von  dem  BÜditaÜBchen  Ursprungsgebiet  bat  sich  dieselbe 
Assimitation  auf  Teile  Mittelitatiens  ausgedehnt  und  wenigatens  ?or< 
tonig  auch  tosk.  die  Herrschaft  erlangt. 


Die  Gutturalen. 

g  non  c. 

digitus  non  dt'citus  198,  lo 

Bei  /rigdus,  wenn  wirklich  die  dreisilbige  Grundform  die  etymo- 
logische ist,  wirkte  ausser  der  atimmliaften  Consonantenumgebung  die 
Bedeutungsverwandtschaft  mit  caiäm  auf  die  Syncope  hin.  Ein  ayncopier- 
tes  dfctus  hingegen  kann  nur  einmal  aufgewiesen  werden :  bei  Georgen 
L.  d.  l.  W.  Lucil.  sat.  17,  4  M.  Aber  schon  die  handöchriftlichen  Be- 
lege bei  Schuchardt  II,  413  ergeben  ein  eigenartiges  Bild:  dictis  Vat. 
Aen.  VI,  637;  Pal.  ebenda  dia't/s.  dreiti  ferner  Vind.  Liv.  XLH,  lxv,  9. 
Den  Einzelfall  der  Appendix  hinzogenommen  stehen  drei  handscbiift- 
liehe  diciti  einem  dktus  gegenüber, 

AaciJi  hat  Arch.  Glottol  IX,  104  nachgewiesen,  dass  hocblat.  c  im 
Anlaut  der  Pänultima  von  Proparaxytona  vlat.  zu  g  wird.  Namentlich 
die  beiden  Gruppen  -cit-  und  -ccr-  kommen  für  das  Romanische  in  Be- 
tracht. In  dt'gifiis  war  das  Gesetz  schon  hoebtat.  wirksam.  Aueh  die 
romanischen  Fortsetzungen  widersprechen  einem  vlat.  syncopierten  dictus: 
dreisilbige  Formen  zeigt  einmal  das  Rum.  mit  degdc^  dann  das  ganze 
südit.  Gebiet  mit  s\c.  Jid/tu,  k&lahr.  jiritu.  leco.  disetu,  t&rent.  disitu. 
Zum  SchlusB  mag  hinzugefügt  werden,  dass  die  Correktur:  calutus  non 
(jalatus,  vorhergeht,  in  der  sich  also  auch  die  Berichtigung  auf  ein 
r  non  y  beschränkt.  Der  Ansetzung  eines  Hktus  stehen  somit  nicht 
mehr  wie  alle  Kriterien  entgegen.  Schwierig  bleibt  es  immerhin,  eine 
einigermaasen  vertrauenerweckende  Erklärung  von  dicitus  abzugeben. 
Bloss  etymologische  Schreibweise  dürfte  nach  der  Natur  des  Textes 
ausgesehlosaen  sein.  Vielleicht  sind  die  südilalischen  Formen  wirklich 
von  einem  unter  oskischem  Einfluss  erhaltenen  dicitus^)  abzuleiten.  In 
der  stimmlosen  Consonantenumgebung  trat  keine  >)yncope  ein.  Gleich- 
wohl müssen  selbstverständlich  auch  die  südit.  Formen  die  Stufe  digito 
durchlaufen  haben;  sie  wären  aber  erst  in  der  späteren  Entwicklung, 
vielleicht  in  schon  romanischer  Zeit,  dazu  gelangt  Die  grosse  Masse 
der  ein-  und  zweisilbigen  romanischen  Fortsetzungen  geht  dagegen  auf 
ein  vlat.  eyncopiertes  dißo  zurück,  Wir  hätten  also  folgende  Parallel- 
ent  Wicklung: 

1)  Vgl.  osk.  deketasioi. 


Die  Appendix  Probi 


213 


lat.  diyUm 
d'jitw< 
dijto 
it.  dito  afz.  deit  eto. 


dicitus 


südit.  dicitus 
digitm 
dijitu 
tarent.  dUitu  eto. 


—  noa  e. 


neseio  ubi  non  nesciocuhe  199,  u 
Wir  stehen  vor  einem  weiteren  Archaismus  in  der  Gutturalreihe. 
quobi  hat  hochlatcinisch  die  anlautende  Tenuis  eingebu^st.  Sic  hat  sich 
nur  zwiacben  Vokalen  in  Coroposita  wie  alicubl  erhalten.  Überlieferung 
und  Messungen  zeigen,  duss  einfaches  cubi  für  Plautus  noch  anzusetzen 
ist.  (Ritschi  Rh.  M.  XXV,  306.)  Die  Bemerkung  der  Appendix  braucht 
jedoch  nicht  entfernt  die  Existenz  eines  selbständigen  cubl  für  das  dritte 
Jahrhundert  n.  C.  anzuzeigen  (»Seelmann  348),  sondern  nesciocube  macht 
den  Eindruck  einer  Verbindung  echt  TolkstOmlichen  Charakters,  in  der 
eich  c  intervokal  behauptet  hat  wie  in  ubicubi,  oder  in  die  c  nach  dem 
Muster  der  alten  Verbindungen  eingeführt  wurde. 


V  non  g. 
calatus  non  gidatus  19B,  s 
bietet  stimmhaften  Verschlueslaut  für  gr.  stimmlosen  Das  Vlat.  stimmt 
in  diesem  Zug  zum  Alat.,  und  teilt  ihn  dem  Rom.  mit.  Auch  c  aus  anderen 
als  griechiscbeo  Lehnwörtern,  selbst  hiat.  c  erscheint  zuweilen  romanisch 
als  (j  und  besonders  gern  anlautend  vor«.  (Meyer-Lübke,  Romanische 
Grammatik  3öH;  Italieniacho  Grammatik  96.1  Von  culatus  leitet  Caix, 
etimologie  S.  110,  it.  yahz-zo  ab:  y^vaso  dt  legtto  u  tina  dove  i  concia- 
tori  viettono  te  peUi^.  Das  Wort  raijsste  auf  eine  Ableitung  calatius 
zurückgeführt  werden.  Genauer  entspricht  XQmh.gaUda'.  y,vaso  da  lutte* . 
Die  Tonverschiebung  tindet  Caix  bedenklich.  Sie  erklärt  sich  leicht  aus 
dem  Ginfluss  der  zahlreichen  Partizipien  auf  -ato, 

ff  non  \oc. 

\)  Caleosiegis  non  Calcosteis  197, «4 

2)  pcgnta  non  peuma  198,  1 1 
Analog  schreitet  die  griechische  Media  zu  stimmhafteren  Lauten 
vor,  d  b.  sie  wird  vokalisch.  1)  braucht  nicht  gerade  vollständigen 
Schwund  anzuzeigen,  sondern  kann  /  enthalten,  das  sich  in  der  Um- 
gebung der  palatalen  Vokale  leicht  der  Aufzeichnung  entzieht.  Die 
Toninge  ist  jedenfalls  der  Verflüchtigung  günstig.  Spätere  Schreibungen, 
welche  denselben  Lautvorgang  bekunden,  bei  Seelmann  349.    Das  Bei- 


214* 


K«rt  Ullmun 


spiel  der  Appendix  ist  das  frObeste,  darch  die  günstigeD  Bediognog^n 

zugleich  das  charakteristiBchi^te. 

2)  ym :  um  nach  a  und  e  wird  durch  die  romanischen  Fortaetzangea 

ala  Regel  für  das  Vlat.  erBcblosgeo.   Es  findet  sich  in  sagniOf  fU^a  a.  a. 

S()ät<*re  handachriftliche  Belege  bei  Schucbardt  II,  499,  darunter  einmal 

peuma, 

et  non  t. 

1)  auciof  WO/'  autor  198,  ȟ 

2)  auctoritas  non  outoriffts  198,  so 

3)  Die  Schreibung  Orattra  198,  e  darf  als  ursprünglich  gelten. 
Belegt:     1)  spät    C.  J.  L.  Vill,   1423;    XII,  2058    (491  n.  C    vgl. 

Zimmormann  Rh.  M,  46,493).  3)  die  ältesten  und  besten  Handschriften 
haben  brattta.  Romanisch  ist  1),  2)  in  «chriftit.  und  mundartlich -it 
autore,  aufornc\  sie,  oturi^  fr«,  auteur,  nutorit^  etc. ,  aber  alle  sind  ge- 
lehrt. An  der  Volkstümlichkeit  der  Entwicklung  ist  weniger  zu  zweifeln 
in  der  Ableitung  *aucforicare.:  (it.  olriare ,  Lohnwort  i,  span.  oiorgar, 
pg,  outorgar,  ^r.  autorgar,  auiregar,  (n.  otreier^). 

gd  non  d«I. 

amyydula  non  umiddola  198,3« 

Die  Assimilation  ist  einigermassen  auffallend  neben  ''frigdus.  Als 
interessant  führe  ich  an,  dass  die  griecbischo  Mundart  von  Bova  heute 
wieder  auf  dieselbe  Stufe  gr'lartgt  ist  l  Morosi  Arch  Glottol.  III,  14); 
hier  wird  aber  di»  Assimilation  umf*ekehrt  unter  italienischein  EiiiflusB 
erfolgt  sein.  Gröber  setxt  unter  den  Substraten  nur  an:  awidala, 
amendolfi,  amanäoin.  Erst  Vü,  51  holt  er  eine  assimilierte  Form 
amiddala  nach.  Schon  oben  8.  195  f.  ist  nacligewiesen,  dass  das  amid- 
dola  der  A[>pendix  mit  (^  (M)=a  die  Giundlage  für  die  Gesamtheit  der 
romanischen  Fortsetzungen  darstellt;  die  Ausfühilidikeit.  mit  der  es 
geschah ,  find*'t  hier  ihre  Berechtigung.  Haupitoniges  a  ferner  findet 
sich  nur  vor  nd.  Üie  von  Schucbardt  l,  219  angesetzten  Mittelformen 
amagdola  und  amaddotn  haben  demnach  keine  Wirklichkeit.  Die  Ent- 
wicklung des  a  trat  vielmehr  sekundär  vor  gedecktem  Nasal  ein.  Ob 
sie  von  einem  Gebiet  auKgegangen  tat  und  von  welchem,  mag  einst- 
weiten dabin  gestellt  bleiben^). 

Den  Nasal  aber  zeigen  alle  Schriftsprachen.  Von  den  Mundarten 
«Dtsiehen  sich  katal.  amdUa  und  prov.  amrlo  etc.  neben  ametUo, 
amendo,  aminh.  (tmandofo;  apr.  amdla,  daneben  nber  amenloy  amenta, 

1)  Kit.  oettoytr  ist  Orthographie  dns  seobssfbnti'D  Jahrhuoderts. 

2)  Ditt  mir  errriibb«rro  Fonnrn  gruppieren  sich  uro  ds«  frans.  Gebiet:  oordit. 
rtr.  deutsch  mandely  mt.  almand;  auch  schriftit  mandorla  ist  eioe  Misch- 

voü  frs.  altmandre  und  iu  amtnäala*     Nur  ruin.  maadulc  siebt  abseits. 


►fe  Appendix  Probi 


amaudola.  Ihn  einer,  wenn  auch  noch  so  erklärlichen  Sonderentwick- 
lung  zuzuschreiben,  —  so  Gröber  VII.  51  —  würde  ich  nicht  unter- 
nehmen. Es  genützt  nicht,  nur  eine  vorbereitende  Entwicklung  in  das 
VUt.  zurückzu versetzen. 

Zur  Behauptung  einer  BÜditalischen  Entwicklung  würde  die  Form 
der  Appendix  aufs  beate  an  die  Hand  geben.  Das  Calabr.  hat  die 
Neigung,  Doppelkonsonanz  zu  nasalieren,  so  zeigt  es  landa  =  laita 
ij'nnbu\  besonders  häufig  erscheint  doppelter  Dental  assimiliert  an  den 
nasalen  Anlaut  der  vorhergehenden  Silbe,  in  mienzuy  mintiri,  pannintiu, 
tnenzaloi'ü,  wi^w2aw/7e(Scerbo37  und  Lexikon).  Denselben  Zug.  in  besserer 
Erkenntnis  der  Assimilation  als  Scerbo,  stellt  Pirandello  für  das  Sic. 
fest:  S,  43  mtnfin,  minti,  miitfufu;  S.  45  menzn^  ummiorum,  wanzio. 

Vor  dd  in  amiddola  kann  die  Entwicklung  nicht  selbständig  auf 
siciüanischera  Boden  und  dem  zugehörigen  Gebiet  erfolgt  sein.  Die 
Abneigung  vor  nd  hat  sie  verhindert,  muas  sie  zu  jeder  Zeit  verhindert 
haben,  da  die  oskische  Beseitigung  von  nd  in  unmittelbare  Verbindung 
mit  demselben  südit.  Vorgang  gebracht  werden  muss.  Die  Sicilianer 
werden  also  mcnnula  als  tnendula  Yom  nahen  Festland  bezogen  haben. 
Daaa  der  Nasal  sich  von  den  Gebieten  Süditatien»,  die  »«f  dulden,  d.i. 
vor  allem  das  sudliche  und  mittlere  Calabrien,  nach  dem  Anfang  des 
in.  Jahrhunderts  mit  der  Sache  auch  auf  den  weiteren  romanischen 
Boden  ausgedehnt  habe,  selbst  auf  die  Teile,  die  den  Baum  früher 
besassen,  das  soll  hier  die  Vermutung  sein,  die  zum  ersten  Mal  eine 
einheitliche  Erklärung  der  romanischen  Formen  anbahnt.  Zu  einem  ganz 
bestimmten  Nachweis  reichte  das  Material,  das  ich  mir  verschaffen  konnte, 
nicht  aus.  Einige  ächwierigkeiten  jedoch  sind  nur  scheinbar.  Bei 
sard.  amemlula  ist  zu  bedenken,  dass  die  Mandel  zu  der  Zeit^  als  sich 
das  Sard.  vom  VHat,  loslöste,  noch  nicht  in  Italien  eingebürgert  war. 
Sie  kam  frühestens  im  ersten  Jahrhundert  v.  C.  dahin.  Das  Wort  ge- 
bort also  nicht  zum  ursprünglichen  Sprachschatz  des  Logudoresischen. 
Auf  provenzalischem  Boden  mag  das  Wort  sich  selbständig  ohne  Nasal 
entwickelt  haben,  denn  in  Südfrankreich  ist  der  Baum  besonders  früh 
heimisch  gewesen.  Die  bunten  Formen  mit  h  sind  sämtlich  spätere  Ein- 
dringlinge, die  sich  nicht  ganz  abweisen  Hessen  und  stellenweise  fest 
wurden. 

ü  non  s;  s  non  x. 

1)  meretrix  nan  menetrU  198,  st 

2)  fniles  non  milex  197,  a» 

3)  aries  non  ariex  198,  a» 

4)  popUs  non  poi'lex  199,  « 
rt)  loctiplns  non  locuplex  199,  %. 


216 


Ktri  ÜÜBan 


2)  — 5)  etod  amgekebrte  Schreiboogeo.  Die  inscbrifUicben  Beleg« 
fBr  tniiex  sind  allerdings  §o  zahlreich  —  s.  Seelroann  353  —  das«  inao 
geDoigi  nein  könnte,  mehr  wie  orthogrAphiscbe  Gewohabeit  anzaoebmen. 
Ea  ist  Oberhaupt  auffaltend  und  fordert  zum  Nachdenken  auf,  daaa  för 
X  narb  «  die  umgekehrten  Zeugniaae  viel  zahlreicher  sind,  während  nur 
fQr  ix'=  tB  direkte  Belege  weit  hinaufreichen.  Schon  auf  pompejanischen 
Wandinfichriften  findet  sich  fetatrii  C.  J.  L.  IV,  1388,2292,  x  als  a  aoa- 
gelassen  auch  1510.  Gerade  dafür  liegen  auch  oskische  Zeugnisse  vor 
in  den  Schreibungen  medäiss  und  mtddia.  Die  weitaus  grösste  Zahl 
der  spHteren  Belege  enifglit  gleichfalls  auf  den  SOdeo. 

FQr  inlautendes  x  hat  die  Appendix  kein  Beispiel  Der  früheste 
datierbare  inschriftliche  Beleg  bei  Corssen  I,  297  fällt  auch  erst  io 
die  Mitte  dei  vierten  Jahrhunderts. 


Die  Labialen, 
p  aon  b. 

1)  ptasta  non  blanta  199,  i 

2)  opobalsamum  non  ababahamum  198,  so 

Der  Übergang  von  gr.  n :  b  kommt  nicht  so  häufig  vor  wie  der  von 
■  .  y;  anlautend  vor  /  ist  er  geradezu  unerhört.  Doch  bat  man  kein 
Recbtf  die  Ursprünglichkeit  der  Correktur  zu  bezweifeln. 

Zu  2)  gicbt  Schuchardt  IH,  316  obob.  Sichel,  Nouveau  recueil  de 
pierres  sigitlaires  Nr.  75  (Keimn).  Assimilierender  Einfluss  des  Anlauts 
der  Tonsilbe  bietet  einigermasaeti  eine  Handhabe  für  die  Lautlicbkeit 
dei  Obergangs. 

bs  non  pa. 

1)  C€l$b8  non  crieps  198,  *;  199,  4 

2)  pteb»  non  ple^>8  199,  a 

3)  labsus  non  lapaus  199,  1 1 
«war  tat.  stimmlos  und  aagimilierte  eich  stimmhaften  stamm  auslauten- 
den CoTisiinantf'n  xn  tttimmlüsem.  Mit  der  eTymologi8cb(.''n,  d.  fa.  hier 
anslogiMchen  Schreibung  des  Nominativs  der  Nomina  auf  -6a  beschäftigte 
sich  schon  Varro  1. 1.  X,  56.  Verbalformen  wie  3)  blieben  auch  spater 
allgcrntTin  verschont.  Die  Vorlage  der  Appendix  geht  allein  so  weit,  dass 
•ie  tuch  hier  konsequent  analogiaierto. 

b  non  f. 
9ibUu9  non  s'ßlns  199,  » 
Intorvokalea  /  wird  lat  zu  6,  hält  sich  oskiscb  und  umbrisob.    Von 
hier  aas  gelangt  es  in   die  kampanische  Bauernsprache,  in  das  Vlat, 


Die  Appendix  Probi 


217 


und  wird  in  die  romanischen  Sprachen  verpflanzt.  Auf  den  meisten 
Gebieten  treten  Doppelformen ,  sowohl  sibilare  als  sißlare  auf;  /  lebt 
%.  B.  in  span.  chiflar;  frz.  sifler\  chißer;  it.  zufolare.  (Bücbeter,  Rh. 
M.  42, 585 ;  Aacoli ,  Arch.  Glott.  X,  1  ff.) 


b  nvn  m. 

(ßobm  non  glomus  198, « 

Die  Bemerkung:  muse  auf  ihren  lautlichen  Charakter  erst  unter- 
aucht  werden.  Der  Übergang  b:  m  ist  zwar  weder  umhrisch  und  oskisch 
noch  r(>mani8ch,  insbesondere  italienisch^  ohne  Beispiel.  (Bücheier,  Um- 
brica  94,  183;  Diez,  Rom.  Gram.  P,  281.)  Für  das  Schriftlat.  jedoch 
muss  zunächst  das  Nebeneinanderbestehen  von  ylobus  und  einem 
davon  verschiedenen  glomus  anerkannt  werden  *).  Im  Vulgärlatein 
mochten  sich  die  beiden  Wörter  lautlich  näher  stehen.  Eine  eigent- 
liche Verwechslung  war  aber  erst  durch  die  Bedeutungsnähe  möglich, 
wobei  glomits  durch  den  derberen  und  gewöhnlicheren  Sinn  das  Über- 
gewicht erhielt.  Wäre  wirklich  glo6us  volkstümlich  zu  glomus  geworden, 
so  würden  voraassiehtlicb  alle  romanischen  Sprachen  das  Wort  nur  als 
o-Stamm  erhalten  haben. 

Zunächst  entspricht  der  Zustand  des  Romanischen  der  Bemerkung 
der  Appendix  insoweit,  als  giobiis  volkstümlich  überhaupt  nicht  ent- 
wickelt ist.  \t  ghiova  ist  nicht  zweirellos.  To^k,  ghiomo,  Val  di  Rumo 
glom  (Ascoli,  Arch.  Qlottol.  III,  324),  rov.trent.  ^/om,  dazu  Deminutiv- 
bildungen wie  veron.  ^omiÄS«'// u.  a,  zeigen  wirklich  Formen,  die  auf  einen 
o-Stamm  zurückgehen  oder  zurückgehen  können.  Dazu  kommen  andere 
norditalienische  Formen  mit  e  als  Tonvokal,  deren  Zugehörigkeit  an- 
genommen werden  muss:  ven.  gemo,  ferr.  mant.  gemb:  ihnen  gesellt 
sich  rura.  ghetH,  alb,  gems  bei.  (Ascoli,  Arch.  Glottol.  HI,  324,  Meyer- 
Lübke^  Ual.  Gramm.  18 1   vereinigen  den  grossten  Teil  des  Materials). 

Dagegen  gehen  die  übereinstimmenden  Formen  der  eüditalieniBchen 
Mundarten,  denen  sich  einige  mitteilt,  und  die  sardischen  Fortsetzungen 
anschliessen,  auf  den  e^-Stamm  zurück:  lecc.  ueinaru,  tarent.  rnimmiru, 
ne&p.  gliommero,  c&mpoh  gliormnere^  kahbr.  ghiommant,  Bicj/ombant, 
60»eQt.  giioweru,  ter am.  jjambre,  to&k.  gnomniero  (Meyer  •  Lübke,  lt. 
Gr.  181);  dazu  logud.  lorumu,  südsard.  lumbuni. 

Demnach  hat  man  anzunehmen,  dass  die  norditalienische  Über* 
mittlung  eines  o- Stammes  erst  einer  jüngeren  Entwicklung  des  konso- 
nantischen Stammes  entspricht,  dass  die  ältere  lateinische  VolksFprache, 


1)  Mach  Corssen  II ,  515  gioniwi   =  glob-m-ug;  dem  widerspricht  einiger- 
maaaen  die  KUrze  des  o. 


218 


Karl  Ullmaaii 


deren  Zustand  sfidit.  und  Bard.  erhalten  ist,  glomns  glomerii  kannte, 
dasB  also  dio  ßpmerkuog  der  Appendix  in  erster  Linie  eine  synonjme 
ÜQtorBchoidung  bezweckt. 


Die  Dentalen. 
(I  non  el. 

li  ct'tuln»  nun   teclub  197,2  0 

2)  vifutuK  HÖH  tu'clus  197,  ao 

3)  capitulum  non  cajndum  198,4  4 

Bel«g«  und  mm.  FortBctziingt^n  s.  o.  ö.  198.  AUts:  clvs  ist  vlat.  strenge, 
aumnatimlüHO  Ringet.     Diu  romanischen  Sprachen  zeigen  nichts  anderes. 

Aj^sibtlation. 

1)  ThtoiihitHs  non  Zio/ihfs  198,  i 

2)  M'ptizoniuut  non  ^iptnlionnm  197,  aa 

1)  Von  latoiniüchor  Assibilatiun  der  Laurgruppe  tio  kann  um  so 
weniger  di«  RinJo  «imh,  als  der  Dßntal  hior  im  Anlaut  steht.  Vielmohr 
liegt  diejcnigo  Entwicklung  von  gr, />  vor,  deren  Resultat  u.  a.  it.  2/0  ist. 

2)  Ua»Altlul.  eraetüte  gr.  C  wie  durub  maonigfache  andere  Zeichen. 
MO  auch  wohl  durch  einfaches  d^)>  Als  einen  solchen  Ersatz  fassen 
Scbuchardt  111,  83  und  Soolrnann  320  das  d  des  ^^epfidouimn,  denn  so 
ist  üborliofcrl.  DinMfllio  Schreibung  findet  sich  Lucan-Scholien  238,  f, 
Ueenor')  Weil  das  Zu«aninientr<  iTt)n  aber  in  einer  gewaltigen  Masse  der 
verschirdonnrtigöton  fcintatellüngnn  etattfindet,  so  iet  ihm  nicht  viel  Be- 
deutung boizuirgon.  Wenn  nun  dasAlat.  wirklich  vielfach  rf  geschrieben 
hftttt^,  so  ist  damit  nicht  gesagt,  dass  C  lautlich  zu  d  geworden  war; 
man  wühlte  d  twv  Rexoichnung  dcM  fremden  Lauten,  fQr  den  man  kein 
Zeichen  hatte,  wie  die  verschiedenen  anderen  BuchsfaUen  oder  Buch- 
Btabenverbindungen,  die  einige  Verwandachaft  ausdrucken  konnten. 
Ich  glaube,  da«  trifft  fQr  die  Appendix  nicht  mehr  zu,  und  nehme  um- 
gekehrtes Eintreten  des  a«tiibtlierten  d  an,  Zahlreiche  Schreibungen 
5^1)  =  di  liegen  vor;  eine  Auswahl  bei  Seelmann  324.  ^  =  ^  war 
vun  jober  ein  Ri>ibelaut,  di  wurde  dazu,  also  tritt  z  orthographisch  fQr 
di  ein.  Die  um;;ekehrte  Vertretung  ist  auffallend  selten.  Schuchardt  1,68 
bietet  nur  spArlioho  Delege.  Corssen  I,  216  hat  bapUdiata  inscbrifilich 
erst  aus  detii  Jahr  456  a.  C. 


t)  PriMstaa  fC   T.  49. 

2)  Daffft^n  finde  ich  bei  Easobias  (Scaligrr  S.  229«  der  «weic«o  Aoagabe) 
keli  MplMM»Mi  (Schuchardt  lU,  73:  Useasr  a.«,0.  Not«) 


Die  Appendix  Probt 


st  uvu  t. 


1)  üicostabuli  procousutia  non  vicotabuUi  procoiisutis  198,  2  i 

2)  okostrobili  non  vivotrobili  198^^4 
1)  iat  beidemal  ohne,  2)  beidemal  mit  .s  überliefert,  aber  2)  nach- 

[traglich  berichtigt ;  demnach  musa  auch  1 )  hergestellt  werden.  Dass  fällt  in 
rder  engen  Verbindung  der  Wörter  eher  als  Auelaut  von  neos  als  im 
Wortanlaut  vor  t.  Das  Ohr  ist  gewöhnt  in  lico  den  blossen  Stamm  zu 
hören  —  lu'co  ist  auch  kaum  urepriinglicb  der  Ablativ,  eher  noch  archai- 
scher Nominativ  auf  0(5)  —  ao  wird  auch  da  dass  unterdrückt,  wo  es  zum 
folgenden  Wort  gehört.  Die  lautliche  Erscheinung  eines  vor  i  fehlenden  s 
würde  an  sich  auch  nichts  Ungewohntes  haben;  man  vergleiche  das 
reichhaltige  Verzeichnis  bei  Seelmann  315  f.,  darin  maglter  C.  J.  L. 
VI,  2041,  58  (Acta  fratrum  Ai  Valium  58—59  n.  C.l,  iitior  Ed.  Üiocl.  1,  28; 
exempl.  straton.  C.  J.  L.  HI,  p.  804, -2»  (301  n.  C).  Über  die  Laut- 
lichkeit der  Schreibungen  sind  indes  Zweifel  nicht  ausgeschlossen. 
Italienische  Mundarten  bieten  nichts  Entsprechendes.  Es  mag  daher 
bei  der  ersten  Erklärung  sein  Bewenden  haben. 


e*  non  se-. 

cor  mens  non  scortscm  198, 3? 

Handschriftliche  Belege  nach  Rötisch,  Jahrb.  für  roman,  und  engl. 
Philol.  XIV,  178:  Cantabr.  Math.  24,  27  scoriacatto-  Luc.  9,2»  sco- 
mscantia]  Luc.  17,44  scormcmi  scoruscnt  !f  soll  nach  Diez  romanisch 
erhalten  sein  in  b\c.  suiruscu  (E.  W.  IIb  unter  corisco),  jedoch  ist  die 
Ableitung  des  Wortes  von  scoruscus  höchst  zweifelhafter  Natur. 

Könsch  fasst  das  s  noch  als  prothetisch,  ebenso  Seelmann  316. 
Spätere  Äusserungen  sind  für  den  etymologischen  Charakter  eingetreten. 
Vanicerk,  E  W.'^  S  315  hat  für  das  Wort  eine  f^  skar  „zucken-'.  Das  s 
wäre  demnach  einer  dt  r  bemerkenswertesten  archaischen  Reste  der  Appen- 
dix. Hochlat.  ist  s  anltd.  vor  c  gefallen  wie  in  ungc/ahlten  anderen  Fällen. 
Die  Erhaltung  in  der  Sprache  der  Appendix  düflte  zugleich  die  beste 
Rechlfertijjung  für  die  im  Verlauf  dieser  Untersuchung  häuög  an- 
gestellte Veibindung  von  Etymologie  und  Assimilation  sein.  Denn 
wenn  man  einen  Anhalt  für  das  Beharren  des  s  in  dem  einen  scoriscuß 
Bucht,  80  bietet  sich  der  Einfluss  des  Anlauts  der  Schlusssilbe  dar, 
augenfältger  als  in  den  Bedingungen  irgend  einer  anderen  Assimilation. 
Nach  Brugmann  —  Curiius,  Studien  VIH,  315  —  ist  auch  historisch 
Reduplikation  vorhanden :  scor-t-xctts,  wobei  /  oder  m  als  Hilfsvokule  übrig 
bleiben. 


Kar)  UllmAnn 


Die  aspirierten  Tenues  und  h. 

Nur  in  der  labialen  gr.  Tennis  herrscht  volle  Klarheit)  «eil  die 
Uandschrift  ziemlich  konaequent /= />ä  schreibt: 

1)  »trofa  tton  stroi>a  199,  t 

2)  am/ora  non  ampora  199,  i : 

3)  jtorphyreticum  murmor  non  jjwpi'reticum  inannor  197,  i» 

2)  Aklat.  und  viat.  fitimmloser  Verecblusslaut  fQr  gr.  (p  lebt  all- 
gemein rom.  in  ainpuUa  (Gröber  VI,  378).  Auch  die  Grundform  ampora 
mo8s  also  volkstümlich  gewesen  sein. 

Im  übrigen  herrscht  Verwirrung.    Der  Codex  ternachlässigt  A,  fügt 
€8   auch   unorganisch  hinzu;    er   zeigt  aber  sonst  die  Vernacbläsdigunu 
nicht  im   entferntesten  in  dem  Umfang,    in  dem   sie  in  der  Appendix'^ 
auftritt.     Beabsichtigt  können  erscheinen: 

4)  cithara  non  eitera  197,  s» 
Ol  Cochlea  non  coclia  198,  <• 
Vollständige  Vernachlässigung  ist  die  Regel: 

6)  calco^tgis  non  culcostris  197,  la 

7)  cocleara  non  cocliariutn  198,  • 

8)  cnlatu9  non  galatns  198,  » 

9)  clamys  non  clamus  198,  i« 

10)  tymum  non  tumum  199, « 

11)  ermf-nfumata  uon  ennniomttlfi  199.« 
\2)  orilegiitm  non  orofogium   19i»,  1 1 

Endlicher  führte  h  ein:  beiderseitig  in  6),  einseitig  bei  a),  indem 
er  also  eine  beabsichtigte  Verbesserang  herstellte  in  7),  8),  9),  10)»  11 V 
vermutungsweise  auch  in  12):  Paris  folgte,  fügte  aber  auch  in  6^  Ä  nur 
einseitig  bei  a)  hinzu;   Keil  druckte  einfach  die  Handschrift  ab. 

Will  man  die  Vernachlässigung  nur  dem  Kopisten  zuschreiben, 
trotzdem  sie  den  Gewohnheiten  der  Handschrift  nicht  entspricht, 
bleibt  es  auffallend,  dass  in  alten  sieben  Fällen  andere  Correktureo  tq 
banden  sind;  noch  mehr,  auch  in  4),  5),  in  denen  die  Correktur  be- 
abeicbtigt  erseheint,  beschrankt  sie  sich  nicht  auf  h.  Der  Zusammen- 
hang mit  der  anderweitigen  orthographischen  Überlieferung  kann  trotzdem 
fftr  5)  und  unmittelbar  dahinter  7)  nicht  abgeleugnet  werden  Dem  Ver- 
fasser der  Appendix  ist  aber  die  Frage  als  eine  bloss  orthographische  gleicli- 
gOltig.  Die  Vernachlässigung  des  h  darf  daher  schon  ihm  zugeschrieben 
werden  Nur  die  Verbesserung  der  labialen  Aspirata  war  ihm  eine  Uut- 
liehe,  nachdem  die  bilabiale  lateinische  Spirans /dafür  eingetreten  war. 
Sehon  auf  dem  Kapitolinischen  Stadtplan  findet   sich  nämlieh  fiHippi) 


Die  AppeDdix  Frobi 


221 


In  der  Reihe   der  Dentalen   und  Gutturalen   hat   man  nicht  das  Recht, 

nach  dem  Muster  von  zwei  Verbesseriingen  sieben  andere  herzustellen. 

Von  den  lateinischen  Wörtern  mit  BÜbenanlautendem  h  ist  unzwei- 

deutig  Qor: 

13)  adhuc  non  aäuc  199,  i7 
Die  Correktnr  kann  als  wirklich  lautlich  angesehen  werden.     Denn 

hinter  Consonanten  im  Wortinnern  war  die  Artikulation  des  h  energischer 
und  deshalb  beständiger,   uduc  kann  Seelmann  267  nicht  vor  der  Appen- 
dix belegen ;  später  C  J.  L.  V,  6244. 
Im  Anlaut  finden  sich: 

14)  arundo  nou  harundo  198,  sa 
l.V)  ostiae  non  hosflae  199,  1 1 

Vor  14)  fliehen  atisar  und  passar,  es  folgt  bald  novarca.  Eine 
Unterscheidung  von  hrruttdo  und  harundo  findet  sich  leider  erst  bei 
Agroecius.  Auch  romanisch  dauert  harundo  für  herundo  fbrt  (Gröber  1,243). 
Der  Verdacht  liegt  also  nahe»  das«  die  ursprüngliche  Verbesserung  sich 
allein  oder  doch  hauptsächlich  auf  den  Vokal  richtete,  und  dass  die  des  k 
oder  wenigstens  die  Beschränkung  auf  die  des  h  dem  Copisten  gehört. 

15)  wird  erst  durch  Umstellung  richtig,  Sie  ist  in  der  Schlussstelle 
unbedenklich,  aber  weshalb  steht  der  Plural?  Ich  glaube,  die  Ver- 
besserung stammt  aus  den  Pluraliatantum,  wie  andere  Correkturen 
der  Umgebung:  199,4  parentaHa\  199,  12  gracli.  Di©  Formen  ostia, 
osiiorum  und  Ostia,  Ostiae  werden  im  fünfzehnten  Capitel  des  Charisius 
(K.  1/98,14)  besprochen.  Üomnach  wäre  anzusetzen:  ostta  non  ostiae. 
Da»  h  des  Codex  ist  unorganisch  wie  das  von  hom/agium  198, 1. 

111.    Formenlehre  im  ttberblick. 

Verschiedenheit   der  Deklinationaklasae. 

1)  nurus  non  nura  198.  34 

2)  socrm  non  socra  199,  i 

Beide  lateinisch  gut  belegt  fs.  Georges  L.  d.  1.  W.  1,  beide  allgemein 
romanisch. 

3)  tristis  Hou  Iristus  198,  3 

tritt  spät  auf,  ist  trotzdem  vielleicht  archaisch,  allgemein -it.  und  sard. 
erhalten, 

4)  acre  non  acrum  197, 3 1 

5)  pauper,,.  non  paupera...  197,  n 
B.  o.  S.  2()(i. 

6)  lanius  non  laneo  197,  •*• 

7)  bofmus  non  hutro  198,  a 2 
Die  volkstümliche  Vorliebe  für   on  •  Stämme  zeigt  sich   hier,    Sie 

hat  im  Romanischen  grosse  Wirkungen  hinterlassen;  s.  darüber  Diez, 


m 


Karl  Ullmton 


Gr.  n^,  34'2  ff.  /9ar^t';  ©rgiebt  botrus\  ßlrqvoq  ergiebi  botruus;  ein  gr 
ßotQvtä^'  (Georgos,  Forcellinil  existiert  nicht;  von  ßoiQvi  wird  alao  über 
botro-  ein  botrön-,  von  ßorgvoq  über  botruo-  oder  hotrio-  ein  botriön- 
vlat.  weitergebildet.  Bofrio  igt  zahlreich  als  Cognomen  (a.  Forcellini): 
Ao^ro  lebt  in  sard.  hudrone,  butroni. 

S)  vicncasfrormn  nntt  ncocnxfra'  198.2  5 
cö.-^/nT«  als  fem.  ßing.  war  lange  nur  handschrl.  spät  zu  belegen 
(A.  f.  l  L.  II,  269).  Ein  Beleg,  der  hinter  die  Appendix  zurückreicht, 
wird  von  einer  jüngst,  epheni.  epigr.  V,  15,  veröffentlichten  afrikanischen 
Inschrift  geliefert.  Ob  aber  das  hohe  Alter  der  ganzen  Inschrift  für 
das  castram  derselben  zutrifft,  ist  zweifelhaft.  Rom.  ist  das  Wort  selbst 
nur  in  frz.  Städtenamen  ei halten.  Rom.  fem.  sg.  aua  lat.  neutr  plur. 
sind  allgemein  und  zahlreich. 


8.  0.  S.  1»1. 


9)  flamys  non  dämm  198,  i« 


EinflusB  der  cass.  obl.  auf  die  Gestaltung  des  Nominativs. 

li  all  fr  nou  allrr  199,  ti 
-t'c  im  Nominativ   eines  Gutturalatammes   war  vereinzelt,    -ex  trat 
aoalogiscb  ein  und  wandelte  das  Geschlecht  um.    Südtt.  scheint  das  Wort 
volkstümlich   erhalten    zu    sein ,    und   zwar  von  einem  fem.  Akkusativ 
*alke  herrührend. 

2)  glii^  uon  (für  198,  i« 

8  wandelte  sich  nur  intervokal   in  den  cass.  obl.  zu  r,  drang  von 
da  in  den  Nominativ  ein.    Die  Form  scheint  der  Sprache  der  Appendix 
nur  zur  Hälfte  zu  entsprechen;  es  kommt  auch  gtiris  im  Nominativ  vor^, 
und  der  Appendix  gehören  an: 

3)  gru8  non  gnds  198,  «2 

4)  pecten  non  pedhiis  197,  a» 

5)  seuex  non  senis  198,  i7 
Man  kann  sagen,  der  Genitiv  tritt  für  den  Nominativ  ein.    Es  wäre 

eine  syntaktische  Ungeheuerlichkeit,  die  der  Charakter  der  Appendix 
nicht  zulässt.  3),  4)  erhalten  vielmehr  eine  Silbe  mehr  nach  den  cass.  obl., 
und  zwar  ist  die  Endung  -»>  noch  so  deutlich  und  lebendig,  dass  sie 
die  Funktion  des  späteren  charackterlosen  e  versiebt.  3)  ist  belegt: 
Phaedr.  1,  8,  7;  C.  Gl.  l.  II,  36.  15.  4)  ist  eine  unerhörte  Bildung. 
Ob  Zusammenhang  mit  inst,  art  125.  it  ,,«jr.  <y.  d.  r  huius  pectinis  non 
hmu8  ptdenis  dicatur'*  besteht P  Die  Nähe  der  Grufipe  der  Entlehnungen 
•iprirht  dafilr.     Doch   reicht  das  Moment   zur  Annahme  von  Verderbnis 


bie  Appendix  Probi 


2W 


nicht  aus,  besonders  deshalb  nicht,  weil  der  Schreiber  der  Appendix 
im  Anfting  sonst  gewisseDhaft  ist.  5)  verliert  im  Nominativ  sein  c-Sufiix 
durch  den  Einfluss  der  cas»  obl.;  die  Ansetzung  beruht  aber  nur  auf 
Vermutung;  b.  o.  S.  186  f. 

Verschiedenheit  der  Conjugationsklasse, 

tondeo  non  detundo  199,  i 
tundunt  haben  schon   die  fast.  rust. ,  s.  o.  S.  192;    später  fondent 
Itala    (S.  Paul),    Ezechiel    44,  20.     inndere    ist    allgemein     romanisch 
(Gröber  VI,  135). 

Suffixale  Verschiedenheit. 

tersuH  nOft  terius  198, 4 

tertus  besteht  noch  zu  Recht  bei  Varro  sat.  Men.  169,  wird  weiterhin 
Fon  Bücheier,  Hb.  M  45, 159,  für  Plautus  hergestellt  Später  drang  -sus 
aus  den  Verben  mit  stammhaften  d,  i  wie  versus  analogisch  ein.  tersus 
ist  allein  romanisch.  Allgemein  prwinnt  im  UomaDischen  das  sigma- 
tische  Partizip  an  Boden. 

IV.   Wortbllduni;  im  f  berMIck. 

Der  besseren  Übersicht  halber  ist  schon  im  vorigen  Teil  eine  An- 
zahl '»Formen  untorg^^bracht  worden,  die  man  der  vlat.  Wortbildung 
Überweisen  kann.     Es  bleiben  noch: 

Getadelte  Deminutivableitungen. 

1)  iuvencuH  non  invenclus  197.  a« 

2)  fax  non  Jacla  198,3.'» 

3)  auris  non  oricla  198, 11 

4)  nejdis  non  nepfkla  199, 1 

5)  anm  non  untcla  199,  1 

6)  mergus  non  mergulus  199,  t 

Von  den  *  Formen  lebt  romanisch  nur  *1)  fort.  2),  3)  sind  all- 
gemein roraauisch.  51  ist  it.  6)  lobt  in  prov,  marguiks,  pg.  margulhäo. 
4)  ist  nicht  romanisch;  nur  nfipfa  C.  J.  L.  X,  7648  und  neptia  V,  22()8 
bestehen  weiter. 

7)  cotulus  non  catetlus  198,  a 

Bei  späteren  Nebenformen  auf  -ulus  und  -dlus  kann  man  von  blosser 
Suffixverschicdenbeit  reden.  In  caiellus  wird  ursprünglich  doppelte  Ab- 
leitung mit  /-Suffix   vorliegen.     Romanisch   ist  die   kräftiger«  l^^ndung 


Karl  UllmauD 

■ellus  lebensvoller,     cafellus  ist  allgemein  romanisch;  epanisch  existiert 
in  veränderter  Bedeutung  catulm  daneben 

Suffixale  Weiterbildungen  anderer  Art. 

1  ^  exter  non  extrantnis  198,  i« 

2)  rabidus  non  rabiosus  199,  12 

3)  eocleare  non  cocUanum  198,  r 

4)  primipi/aris  non  prlmipilnrius  198,  « 

5)  Ädan  nott  Ädonius  199,  m 

in  sämtlichen  Fällen  ist  die  getadelte  Form  die  vollerere.  1),  2), 
3)  sind  ullgcmetn  romaniech ;  gelehrt  daneben  it.  pg.rabido;  Ausnahme 
pg.  colhf-r,  apg.  coihar.     4)  Belege  bei  Georges   L.  d.  1.  W.      5)  s.  o. 

IS.  167. 
1  6)  thüinabulum  non  tintinaculum  199,  13 

Wenigstens  ist  die  getadelte  Endung  die  volkatuiDlichere. 
I  Herstellung   von  Vorsilben. 

Rekomponierend  richtig: 
^K  1)  supellex  non  superlex  198,  la 

^^ekomponierend  falsch: 

^^  2)  constabilitm  non  instabilitus  199, « 

^B  3)  effeminaim  non  imfimenatm  198, 21 

VertauBchung  verschiedener: 

4)  dimidius  non  demidius  198,^7 
Inalogische  Einwirkung: 

b)  uwbilicus  non  iiubilicus  198,  i 

6)  {dysentericus)  non  disentericus  198,  *  t 

olkstOmliche  Weiterbildung: 

7)  tondeo  non  detundo  199,  i 
Bei  einigen  handelt  es  sich  mehr  um  einen  interessanten  Qesichts 

nkt  der  Betrachtung.    Die  lautlichen  Grundlagen  stehen  darum  nicht 
liger  fest  an  ihrer  Stelle. 

Y.    HyntAktlMliefl. 

1)  vicocapitis  A/ricae  non  vicocaput  A/ricae  1 98, « » 

2)  vicostohuH  pt'oconsulis  non  vicotabulu  proconsulis  19S,  ti 
uut  findet  sich  vielfach  indeklinabel  in  Strassennamen.   2)  hin- 

it  sonst  nicht  vor.    In  1)  war  jedenfalls  der  doppelte  Genitiv 
and  die  Unannehmlichkeit  der  erste  Anlass,  weshalb  man 


^e  Appendix  t*robi 

Caput  gleichsam  als  Composittoneteil  zu  vico  zog.  2)  ist  nun  vollstandtg 
gieichgebaut.  Paria  ist  deshalb  nicht  im  Recht,  weon  er  304  a.  3  die 
ürsprüoglichkeit  des  ausitd.  ^u  bezweifelt  uod  die  Correktur  auf  das 
fehlende  s  beschrankt.  Um  so  mehr  ht  man  gezwungen,  den  Accusativ 
gelten  zu  lassen,  als  der  Codex  ira  folgenden,  wo  zwei  nicht  zusammen- 
gesetzte Namen  erscheinen,  richtig  ^vicocaHrae,  ^vicotrobili  bietet.  Eine 
Vermutung,  dass  der  Copiet  überhaupt  jemals  die  Endungen  differen- 
ziert,  ist  nach    den   bisherigen   Auseinandersetzungen    gänzlich   aus- 

geschiosseD. 

nobhcum  noit  noscum  199,  i« 

vobtscum  non  voscum  199,  i$ 

Die  einzigen  Beglaubigungen  für  it.  nosco,  vosco,  asp.  comisco,  con- 

i^uscOy  pg.  iomnosco,  comvoseo.     Einmal  stellt  sich  nach  dem  Rom.  der 

Akkusativ   als    allein    volkstümlich    nach    Fiäpositionen    heraus;   dann 

wirkten  wohl  die  zweisilbigen  Singularlormen,  mrcnm  und  die  anderen, 

bei  der  Herstellung  gleicbküagender  FluraU'ormen  ein. 

cortisats  noti  scoriscus  198, 32 
Das  Wort  muss  im  Bereich  der  übrigen  Naturerscheinungen  als  Sub- 
stantiv aufgefasst  werden.     Für  ein  Substantiv  coruscus  nach  der  vierten 
Deklination  tritt  Rönscb  an  der  oben  S.  191  angeführten  Stelle  ein. 


Auf  eine  weitere  Polemik  ist  im  zweiten  Teil  meistens  verzichtet.  Ich 
hätte  immer  den  Finger  auflegen  müssen  :  das  kommt  in  Afrika  nicht  vor. 
Es  wäre  tboricht  gewesen,  weil  wir  überhaupt  bisher  keine  genügende 
Kenntnis  des  afrikanischen  Lateins  besitzen.  Die  Inschriften  haben 
nichts  ergeben.  Im  allgemeinen  ist  den  Inschriften  gegenüber  noch 
immer  nicht  die  richtige  Stellung  gewonnen.  Weit  entfernt^  dass  sie 
ein  identiachea  Bild  von  der  lokalen  Mundart  geben,  nicht  einmal  ein  — 
im  geometrischen  Sinn  —  ähnliches  ist  zu  erwarten.  Aligeraein  durch- 
greifende Lautveränderungen,  wie  sie  besonders  im  Vokalismus  früh 
vorausgesetzt  werden  können,  kommen  wenig  oder  gar  nicht,  beschränkte 
Einzelentwicklungen  zufällig  öfters  zum  Ausdruck.  So  glaubt  man  in 
letzteren  die  wesentlichen  Charakterzüge  zu  erblicken.  Für  Afrika  haben 
die  Inschriften  in  dem  Urteil  eines  jeden,  der  weise«  was  Mundarten 
sind,  kein  Ergebnis  geliefert.  Vor  allem  fehlt  das  Regulativ  für  die 
Beurteilung,  eine  eutwickelte  romanische  Teilspracbe.  Ich  habe  des- 
halb, wo  sich  die  Gelegenheit  bot,  afrikanische  Belege  mit  grosser  Ge- 

RoiOAnlKh«  ForaabuBfeu  V]l,  25 


226 


KRrl  UUmADii 


Qugtbuung  als  Zeugnisse  für  den  südlichen  Spracfacliarakter  der  Appendix 
aufgenoiumeu. 

Ein  südliches  und  ein  nördlicbes  Gebiet  sind  überhaupt  die  ein- 
zigen grossen  Lokalitäten^  auf  welche  sich  die  Eigentumticbkeiten  der 
[nschriften  unter  gehuriger  Boobachtung  der  Zeitfolge  mit  einiger 
Sicherheit  verteilen  lassen.  Man  neigt  der  Ansicht  zu,  dass  das  nörd- 
liche Gebiet,  grob  ausgedrückt,  die  Heimatb  der  Vulgärsprache  ist^  aus 
der  sich  die  romanischen  Sprachen  entwickelt  haben,  d.  b.  also  dass 
die  hauptsächlichen  sprachlichen  Entwicklungen  des  Vulgärlateinischen 
und  RomaniacheD  von  dem  Teilgebiet  ausgegangen  seien,  welches 
ehemals  unter  timbrischem  Eintiuss  stand.  Ich  kann  mich  hier  nicht 
auf  eine  Prüfung  des  direkten  Zusaniraenhangs  zwischen  manchen 
umbrischen  Lauterscheinungen  und  den  romanischen  Entwicklungen 
einlassen.  Nach  meiner  Meinung  hat  vielmehr  das  Süditalische,  also 
das  dem  oskischen  Einfluss  unterworfene  Sprachgebiet,  die  wichtigsten, 
Beiträge  zur  vulgärlateinischen  Lautgestaltung,  besonders  zum  Vokalismus  * 
geliefert.  In  den  heutigen  süditalienischen  Mundarten  sehe  ich  die 
direkteste,  die  niemals  gewaltsam  gehemmte  Fortsetzung  der  Gemein- 
sprache M-  In  diesem  Sinn  sind  sie  noch  nicht  genug  gewürdigt.  Jetzt, 
nach  Feststellung  des  vierzehnten  ßandes  der  Inschriften,  kann  man 
daran  gehen,  das  süditalieniscbe  Latein  zu  bearbeiten.  Dabei  sind  die 
richtigen  Resultate  nur  dann  zu  erwarten,  wenn  man  den  heutigen  Zustand 
als  Hichtscbnur  benutzt.  Zu  dem  südlichen  Gebiet  gehörte  in 
lateinischer  Zeit  voll  und  ganz  die  Hauptstadt  und  ihre 
Umgebung. 

Aus  der  Sprache  der  Appendix  allein  wird  sich  also  keine  sichere 
Entscheidung  für  Afrika  oder  Rom  entnehmen  lassen.  Die  Appendix  ent- 
halt jedoch  nach  meiner  Ansicht  interessante  Stücke  des  hauptstädtischen 
Altertums.  Sie  hängt  mit  einem  grammatischen  Kreis  zusammen,  der 
zu  Afrika  keine  Beziehung  hat.  Hauptsächlich  von  der  Anerkennung 
dieser  beiden  Thatsachen  hängt  es  nach  wie  vor  ab,  ob  die  Wissen- 
schaft mir  Recht  giebt,  wenn  ich  in  der  Appendix  ein  römisches 
Denkmal  von  der  Sprache  der  Hauptstadt  oder  ihrer  länd- 
lichen Umgebung  aus  dem  Anfang  des  dritten  Jahrb  underts 
sehe.  Geschieht  es,  so  glaube  ich  nicht  allein  die  Appendix  Probi 
nach  allen  Seiten,  soweit  es  möglich  war,  klargelegt,  sondern  zugleich 
einige  Beiträge  zur  Wissenschaft  des  Vulgärlateins  geliefert  zu  haben. 


1)  Mao  werfe  Dicht  ein,  die  iDscbrifteo  seieo  suntllig  die  zahlreichsteii.   Man} 
beoutze  deo   gUostigeo   Umstand  zuoäcbat  und   sehe  d«nD,  ob   die  £rgebnis8e 
allein  die  Wirkung  dieses  ümataades  seinJLÖüoeo. 


Beitrag  zur  Textkritik  der  Appendix  Frobi. 

Von 
WemteUti  Po«rster. 


Im  J.  1890  widmete  ich  gelegeotlich  einer  Durchreise  eio  kleinOB 
Stündcben  der  ehrwürdigen  Handacbrift  Nr.  17  der  Wiener  Hof- 
bibHothekj  mit  der  Abaicht,  den  dritten,  für  uns  Romanisten  eo  wich- 
I  tigen  Abechoitt}  den  ich  eben  im  romanischen  Seminar  durchgenommen 
Chatte  (Keil  197,1»  —  199,  it),  zu  vergleichen.  Ein  Blick  auf  den  Zu- 
stand der  Ha.  erklärte,  was  weder  die  Vorrede  der  Analecta  grammatica 
von  J.  von  Eichenfeld  und  8t-  Endlicher  noch  die  Catalogi  codd.  phill. 
lat.  Endlicheres  verrathen,  die  traurige  Verderbnis  des  merkwürdigen 
Bruchatückes.  Die  zwar  kleine  aber  sehr  deutliche  und  gut  lesbure 
Schrift  ist  nämlich  durch  Ausgiessen  einer  Flüssigkeit,  ich  vermute  von 
chemischen  Keagentien,  mitten  auf  der  Seite  so  zerstört,  dass  an  den 
dunkel  gewordenen  Rändern  dieses  Teils  gar  nichts,  in  der  Mitte  des 
Flecks  nur  selten  etwas  zu  lesen  ist.  loh  begnügte  mich  daher,  den 
paläographiechen  Kenntnissen  Endlicheres  mit  Recht  vertrauend,  vor 
allem  die  Grenzen  der  zerstörten  Stellen  anzumerken,  da  Eodlicher's 
Abdruck  viele  Glossen  ohne  irgend  welche  Anmerkung  als  sicheren  Text 
der  Handschrift  darbietet,  die  heutzutage  durchaus  unleserlich  sind.  Es 
ist  ja  bekannt,  dass  die  durch  ein  Reagens  wieder  hervorgerufene 
Schrift  nach  Austrocknen  desselben  noch  unleserlicher  wird,  als  sie  es 
vor  dem  gewesen. 

Ich  zweifelte  nun  nicht,  daas  eine  sorgfältige,  bei  reichem  Licht 
ttoter  Anwendung  der  bekannten,  für  die  üandechrift  völlig  un- 
achädlichen  Mittel  vorgenommene  Untersuchung  der  zerstörten  Teile 
mant'hes  Sichere  noch  ergeben  konnte;  anderseits  meinte  ich,  dass  in 
der  Photographie  manches  klarer  hervortreten  dürfte,  als  in  der  Hand- 
schrift. 


228 


Wendelin  Foerster 


Wenn  ich  auch  die  erste  Art  der  UntiirsuchuDg  weder  seibat  vor- 
nehmen noch  durch  ander©  habe  bis  jetzt  unternehmen  lassen  können,  eo 
bin  ich  doch  durch  die  Güte  des  Herrn  Hofrat  von  Hartel  im  Besitz 
einer  Photographie  der  Appendix»  auf  GruDd  deren  ich  eine  neueText- 
auBgabe  in  den  „Wiener Studien",  der  dieser  S.Teil  im  Lichtdruck  bei- 
gegeben werden  soll,  demnächst  erscheinen  lasse  ^).  Hier  genügt  es,  das 
nötige  zu  bemerken  für  diejenigen  Wörter,  bei  welchen  die  umsichtige 
Arbeit  des  Herrn  Dr.  Ullmann,  welche  von  der  Bonner  Fakultät  als 
Doktordissertation  angenommen  worden  ist,  Zweifel  offen  iässt.  Bs  ist 
dies  um  eo  nötiger,  als  die  Varia  leotio  bei  Keil  ganz  unzuverlässig  ist 
und  man  unbedingt  auf  Endlicher  zurückgeben  musB: 

S.  172,  Z.  18:  Endlicher  las  offenbar  auch  tolotuum  non  toloneum; 
beide  o  im  Cod.  sind  ganz  deutlich.  Seine  Note  sollte  offenbar 
lauten  32):  tvloniam  —  tohniuvt  Cod.  tolon  ium  *'f  mox  Herum 
toloneum. 


Endl.  fdevh  non  plebis  —  heute 


Das.  Z.  5  V.  u:   jyfevitt  non  pleim 

unleserlich. 
Das.  Z.  4  V.  u. :    tulerabilis]  heute  unleserlich. 

8.  173^  18:  imßmenatm]  so  nach  Endlicher  die  Ha.,  die  aber  tat- 
sächlich efßminatus  gibt. 

Das.  Z.  t)  V.  u,:  Capscsys  Capstsiif]  Hs.  sicher  Capsti^h  non  .... 
(unleserlich).  Zu  der  fg.  Zeile  Endlicher's  Lesung  amycdala 
richtig. 

8.  174,  Z.  2  V.  u. :  cottstabilUus  non  instabiiitm]  steht  sicher  nicht  in 
der  Hs.;  schwieriger  freilich  ist  es  zu  sagen,  was  darin  steht. 
Die  Hs.  hat  *.){lahUitHl'  n  ji^ahUUns\  dieses/  ist  aber  kaum  ein 
j  ^  i,  wenn  es  auch  der  Lautlehre  und  dem  Sinne  nach  das 
einzig  mögliche  ist  (=:  klass.  lat.  sfuhififus  mit  dem  bekannten 
vulgärlat.  Vorschlag-/)  und  auch  Endlicher  es  so  aufgefasst  haben 
mu88;  denn  ein  n  steht  nicht  in  der  Hs. ,  daher  Endlicher  den 
Titulu«  über  n  (st.won).  der  sehr  lang  geraten  ist  und  noch  über  dies 
j  reicht^  als  dazu  gehörend  irrtümlich  aufgefasst  hat  Allein  ein 
Anfangs-/  hat  in  unserer  Hs.  fast  immer  die  Form  /,  auf  der 
Zeile  Btehend,  und  nur  ganz  vereinzelt  in  diesem  Fall/:  unter 


1)  Di«e1b8t  wird  auch  der  4.  Teil  der  Appendix,  den  der  Verfasser  der 
vorauBgvheoden  Abteilung  ausgeschiosseu  hatte.  luitbehaDilelt  sowie  auch  die 
orthographischen  EigentUmlicbkeiteD  des  lateiaiacben  Scbreihera  ziisammeDgestellt 
Verden,  um  dadurch  zu  einer  vielleicht  sichereren  Beurteilung  seiner  Schreibongea 
tu  gelaog«o. 


»eitra^  zur  Textkritik  der  Appendix  Probi 

die  Zeile  geht  es  am  Anfang  eines  Wortes  nie  (dien  geschieht 
nur  in  bestimmten  Fällen  in  der  Mitte  eines  Wortes^;  dazu 
müsste  es  Benkreeht,  gerade  sein,  während  es  hier  unten  nach 
links  bingekrümmt  ist. 

8.  176,  Z.  5  V  u.:  craclf]  Endlicher  hat  ira  Text  glari  non  cracli\ 
die  V.  L.  lehrt,  dass  es  von  erster  Hand  aus  (fratu  gebessert 
sei.    In  der  üs.  steht  es  so: 


.1      :  i\r 

g  r  a  t  u 

aber  so  dass  der  nach  unten  rechts  gehende  Halbbogen  des 
R  mit  dem  /  verbunden  ist,  und  so  mit  demselben  ein  u  machen 
könnte.  Das  Lemma  ist  ebenso  rätselhaft  wie  das  Olossem;  da 
nun  letzteres  durch  Keil  iV,  19ö,  ii  und  durch  tragli  der  Ley- 
dener  Ha.  des  Donat  (Keil  IV,  376,  ifi,  V.L.)  als  PI  orale  tantum 
gesichert  ist,  so  muss  das  Ganze  umgestellt  werden. 

S.  177,  Z.  7  V.  u.:  Canndam  h  canianus  steht  zwar  so  in  der  Hs.. 
hat  aber  ein  >  vorgesetzt,  das  feststehende  Zeichen  bei  ver- 
dorbenen Stellen ;  andererseits  ist  das  auslautende  in  bei  camielatn 
überaua  auffällig. 

Mit  Sittl  den  Ausfall  des  Lemma  vor  cannela  anzunehmen, 
ist  methodisch  wenig  erapfehlenswerth ,  um  so  mehr,  als  dann 
canianitü  unvorwendot  zurückbleibt.  Das  Natürliche  ist,  eine 
Erklärung  zu  finden,  die  alle  Elemente  verwendet;  vielleicht: 
cannella  n  cniamoittiff.  was  dann  wegen  !•  umgestellt  worden 
und  der  Endung  nach  gebessert  werden  müsste:  cmuumomum 
non  cannella.  Dann  wäre  das  auffällge  -m  bei  cannelam  aus 
dem  folgenden  non  geholt  und  verlesen;  die  Verschiedenheit  der 
Endung  -mt  und  um  erklärte  sich  dann  aus  einer  irrtümlichen 
Auflosung  der  undeutlichen  Abkürzung  der  Endung  in  der  Vor- 
lage. 

S.  178,  Z   10:    Vgl.  oben  zu  176,5  v.  u. 

S.  180,  Z.  14  V.  u. :  (mcre)trix  uon  nH'ne[f\riS\  das  Lemma  ist  jetzt 
ganz  unleserlich,  vom  Glossem  ist  aber  die  Endung  Hris  deut- 
lich erhalten:  et  ist  durch  die  bekannte  Verbindung  dt  aus- 
gedrückt. 

Das.  Z.  7  V.  u. :  {pertica)  non  per}(ica\  heute  ist  von  all  dem  nichts 
zu  sehen;  die  Besserung  lurtica,  die  von  Brambach  herrührt, 
durfte  nicht  wieder  herausgegraben  werden;  denn  pertica  ^Stange 


290  WMdetfa  Foentor 

kann  sie  nnd  nirgends  mit  dem  Worte  penica  irgendwie 
sieh  lautlich  berflhren,  noch  umgekehrt;  da  nan  Bhidlicher  s.  Z. 
persica  noch  lesen  konnte,  so  ist  perüea  anter  allen  Umständen 
ansgeschloisen ;  Ullmann  hat  dann  weiter  recht,  wenn  er  pemca 
rwn  p€9Bica  yorschlftgt,  oder  die  Korrektor  aaf  die  Endung  aus- 
gehen Iftsst;  B.  B.  pertieu»  (oder  -um)  non  pemca, 
S.  190,  Z.  6:  S.  meine  Anmerkung  in  Z.  f.  r.  Ph.  XIV,  264,  wo  ich 
bereits  imbilicua  der  App.  beibringe. 

S.  194,  Z.  10  und  Anm.  1  —  orilegium  ist  die  durch  Volksetymologie 
nach  floriUgium,  spiciUgium,  aacrilegium,  oasüegium  gebildete 
Form. 

S.207,  Z.  10  Y.  u.:  Hs.  hat  .  .  .  <§n/,  s.  o. 

S.209,  Z.  5  ▼.  u.:  8.  su  174,2  ▼.  u. 


Die  Dresdener  Handschrift  der  Erotica  des  Tito 
Vespasiano  Strozza. 

Von 
Hr.  KeinharU  Jonathnu  Albrechi. 


Als  der  unsterbliche  Dichter  Lodovico  Ariosto  ungefähr  seit  dem 
Jabre  1496  mit  einer  Reih©  anmutiger  lateinischer  Oden  und  Elegien 
an  die  Öffentlichkeit  trat,  nahm  unter  den  lateinischen  Poeten  Ferrarae 
der  greise  Staatsmann  Tito  Vespasiano  Strozza  noch  immer  den  ersten 
Rang  ein^).  Geboren  im  Jahre  142ö,  am  wahrscheinlichsten  im  Juni 
oder  Juli^).  und  gestorben  am  30.  August  1505,  ist  er  zeitlebens  der 
klassischen  .Sprache  treu  geblieben.  Seine  Gedichte  sind  nach  den 
bisher  erfolgten  VeröflPentlichungen  in  dreifacher  Gestalt  und  Anordnung 
bekannt. 

L  Die  jüngste  und  umfassendste  Redaktion  stellt  die  von  Aldus 
Manutius  fast  genau  1  Jahr  vor  seinem  Tode  (f  6.  Febr.  1515)  besorgte 
und  in  setner  Oftizin  gedruckte  Ausgabe  dar').  Der  seltene  Oktavband 
führt  den  Titel;  Strozii  Poetae  Pater  et  Filius  und  zeigt  auf  der  Vorder- 
seite des  letzten  (152.)  Blattes  den  Druckvermerk:  Veneliis  in  aedibus 
Aldi  et  Andreae  Asulani  soceri  1513,  Er  enthält  zunächst  auf  7  un- 
bezifferten  Blättern  ein  höchst  schmeichelhaftes  Widmungsschreiben  des 
Herausgebers  an  seine  Gönnerin  Lucretia  Borgia,  Herzogin  von  Ferrara, 
deren  Verteidiger  auf  dies  glänzende  Zeugnis  von  seiten  eines  so  makel- 
losen  und   nüchternen   Gelehrten    besonderen  Wert   legen,    sowie   ein 


1)  Vgl.  Carducoi,  Delle  poesie  tatine  di  Ladovico  Ariosto,  Bologna  1875, 
p.  59  eco. 

2)  Das  Jahr  1425  berabt  auf  Strozzas  eigenen  Angaben  in  einem  Briefe  au 
BAttiala  Guarino  (Cod.  Dreäd.  fol.  126).  Barotti,  der  in  seinen  MeoDorie  Istorichc 
di  Letterati  Ferraresi  (2»  ediz,.  Ferrora  1792,  I  p.  142— 164)  die  einzige  kritische 
Biographie  des  Dichters  geliefert  bat,  verlegt  die  Geburt  aufs  J.  1422^  bez.  1423. 

3)  Vgl.  Firmin -Diilot,  Aide  Uasooo  et  rbeUöoia&ie  a  Venise,  p.  358— $63. 


2H2 


Beinbard  JoDatbao  Albrucbt 


Inhaltsverzeichnie,  alsdano  auf  Bl.  1 — 99  die  Gedichte  dea  Sohl 
cutes  Stroza,  mit  dem  Druckveiraerk :  Venetiis  . . .  Menae  Januario  1513*  i 
am  Schlüsse,  endlich  auf  ßl.  99'  und  100  Herculia  Strozae  opitaphium 
per  Aldum  ßomanum;  Bl.  100'  ist  leer.  Es  folgen  nun  mit  neuer 
Zählung  auf  Bl.  1  — 147'  die  Oedichte  des  Vaters,  Titas  VespasianG 
Stroza,  in  folgender  Ordnung: 

Bl.  1-85:  Eroticon  libri  VI, 

Bi.  85—132:  Äeolostichon^)  libri  IV, 

Bt.  132-142»):  Sermonum  über, 

Bl.  142—145':  Epitaphia, 

Bl.  145'— 147':  Epigrammata, 
Daran  scbliesst  sich  noch,  Bl.  148-152,  die  Leichenrede,  die  Coe- 
ÜDB  Calcagninus  (1479—1541)  dem  Ercole  Strozza  hielt,  als  dieser,  noch 
nicht  37  Juhre  alt,  in  der  Nacht  vom  5.  zum  6.  Juni  1508  auf  offener 
Strasae  ermordet  worden  war. 

Über  die  Entstehung  dieseg  ersten  Druckes  macht  Aldo  ManuKio  in 
dem  Widmungsschreiben  an  Lacrezia  Borgia  folgende  Angaben:  ^Tito 
Strozza,  der  Vater»  hatte,  tlurch  Amts-  und  Privatgeschäfte  fortwährend 
abgezogen,  trotz  seines  langen  Lebens  nicht  die  Zeit  dazu  gefunden, 
die  letzte  Hand  an  seine  Gedichte  zu  legen  und  eine  Gesamtausgabe 
zu  veranstalten.  Er  hatte  deswegen  noch  auf  dem  Totenbette  seinen 
Sohn  Ercole  damit  beauftragt.  Da  dieser  aber  seinen  Vater  nur  kurze 
Zeit  (um  2  Jahre  und  9  Monate)  überlebte,  so  konnte  er  nicht  einmal 
seine  eigenen  Werke,  geschweige  die  des  Vaters,  druckfertig  machen. 
Bei  seinem  Aufenthalte  zu  Ferrara  im  J.  1513  Hess  sich  Aldo  Manuzio, 
mit  der  strozziscfaen  Familie  eng  befreundet,  durch  die  wiederholten 
Bitten  Guido  und  Lorenzo  Strozzas,  der  jüngeren  Brüder  des  Ermordeten, 
bewegen,  Durchsicht  und  Drucklegung  zu  übernehmen.  Seine  eigenen 
Geschäfte  liesaen  ihn  indeasen  nur  wenige  Tage  für  die  Textesrekognitioü 
erübrigen  und  hinderten  ihn  auch  während  des  Druckes,  sich  eingehen- 
der damit  zu  befassen."  Eine  Menge  Druckfehler,  unbeanstandete 
Mangel  neben  inkonsequenten  Änderungen  und  Schlimmbesserungen 
u.  6,.*)    beweisen  dies   zur  Genüge.     Übrigens    hat    nicht   der   ganze 

1)  Da  nach  venetianischom  Kalender  das  Jabr  mit  deuj  1 .  März  begann ,  ■ 
tüntapricbt  diese  Jahreszahl  dem  J.  1514  unserer  Ztjitrecbnung. 

2)  1)88  Wort  Aeolosticha,  ans  nmlih;  und  or«>w  gebildet,  soll  Gedichte  vi 
miBchten  Inhalts  beseichnen,-   aber  auch  die  Erotica    umfassen  keineswegs 
I.iehesgedicbtc. 

3)  Hier  bttindet  sich  die  Foliieruog  Über  dem  Texte  wie  im  Inhalts verzeicbok 
io  arger  Verwirrung.  M 

£<ra| 


1 


•4)  Vgl.  meinen  Aufsata  .Zwei  tJedichte  de»  Antonio  Reccadelli"  bei  M.  Ko 


^M 


I>b  Dresdener  Elandaeliviit  der  Erotica  des  Tito  Veopasiano  StroxzA      2HH 

poetische  Nachläse  der  beiden  8«rozzi  Aufnahme  in  die  aldinische  Samm- 
lung geruodcn,  vor  allem  nicht  das  Hauptwerk  des  älteren,  die  10  Bücher 
seines  unvollendeten  Epos  Borsiaa. 

Die  aldiniBche  Ausgabe  ist  zweimal  nachgedruckt  worden:  erst 
in  Paris,  dann  in  Basel.  Der  Pariser  Nachdruck  (Parisüs  Ex  of- 
fictna  Simonitt  Cotinaei.  1530)  ist  in  gröaseren  Lettern  ausgeführt,  so- 
dasB  nur  29  statt  30  Zeilen  auf  der  Seite  stehen,  und  zeigt  fortlaufende 
Zählung  der  Blätter  Die  Gedichte  des  Vaters  füllen  Bl.  102— 254'.  In 
den  Lesarten  stimmt  der  Pariser  Nachdruck  bis  auf  einige  selbständige 
Druckfehler  mit  dem  aldinischen  Originaldruck  von  1514  überein.  Der 
Baseler  zeigt  zwar  auf  dem  Titelblatte  den  aldinischen  Anker,  aber 
weder  hinter  den  Gedichten  des  Sohnes  noch  am  Ende  des  Ganzen 
eine  Angabe  über  Ort  und  Zeit,  und  ist  nach  den  bibliographischen 
Werken  von  Graesse*)  und  Brunet^)  um  die  Jahre  1535  —  40  aus  der 
Westbemerschen  Offizin  hervorgegangen.  Diese  Pseudoaldina  stimmt 
in  der  Bezifferung  der  Blatter  mit  dem  Pariser  Nachdrucke  überein, 
enthält  aber  ausser  den  zahlreichen  Druckfehlern  der  echten  Aldioa 
samt  denen  des  Pariser  Nachdrucks  noch  eine  erkleckliche  Anzahl 
neuer,  den  8JnD  ofimals  recht  störender  Versehen  des  Setzers.  Ein  Bei- 
spiel für  hundert!  Erot.  Hl,  10,  v.  48  lautet  in  den  3  verschiedenen 
Drucken : 
Editio  Aldina:  Forma  nee  in  rebus  permanet  una  diu. 
Parisina  Forma  nee  in  rebus  permanet  unda  diu. 
,,  Basilecnsis:  Firma  nee  in  rebus  permanet  unda  diu. 
Die  Pseudoaldina  wird  von  deutschen  wie  italienischen  Gelehrten  mit 
der  echten  verwechselt'). 

Von  den  146  Gedichten  des  aldinischen  Druckes  finden  sich  64, 
meist  Elegien  und  Epigramme,  von  den  augenfälligsten  Druckfehlern 
gesäubert^  in  der  von  lanus  Gruter  veranstalteten  Sammlung:  Delitiae 
00.  Italorum  Poetarum,  Buius  Superiorisque  Aevi  illustrium,  collectore 


und  L.  Geiger,  Zekschr.  f.  verglelcheode  Litter&turgescb.  u.  KenaisssDCO-Litteratur. 
Neue  Folge,  Bd.  IIl,  Berlin  1890,  S.  36t  ff. 

1)  Trösor  de  livres  rares  et  pr^cieox,  T.  VI«,  1*«  partie,  p.  512. 

2)  MaoueJ  du  libraire,  5*^  ^dltioo,  T.  V*,  p.  566. 

3)  So  eotbalten  die  vier  Gedichte,  welche  Emilio  Costa  io  seine  Anroiogia 
dell»  Urica  latioa  in  Italia  nei  secoli  XV  e  XVI  (Citti  dl  Cwtcllo  1888)  angeb- 
lich au8  der  Aldina  von  1513  aufgenomaien  hat,  zwei  falsche  Lesarten,  die  sieh 
uur  io  der  Pseudoaldina  wiederfinden  -. 

Erot.  I,  2,  V.  73  lasiden  et.  Tasidem  (=  Atalaotaai) 
und    Erot.  111, 1,  v.  5  Hie  Tat.  Hinc}  ego  in  exilium.  domina  darooante,  profectus. 


33i» 


Reinliard  Jonathan  Albrecht 


achreiben  ist  (nach  fol  1)  im  darauffolgenden  Jahre,  also  1486,  ver- 
faeat,  wahrscheinlicb  erst  nach  dem  Frieden  zwischen  Rom  und  Neapel 
vom  11.  Aug.  1486^),  da  der  Dichter  erat  ruhigere  Zeiten  für  den  Papst 
abwarten  wollte  (nach  fol.  3).  Da  dae  letzte  und  jüngste  Gedicht  der 
ganzen  Handschrift  den  am  26.  April  1487  eingetretenen  Tod  von 
Strozzas  Gattin  Domicilbi  betrifft,  so  musa  das  Original  in  den  Jahren 
1486  —  87  angefertigt  worden  sein.  Die  sorgfältige  Ausführung  und 
kostbare  Ausstattung  der  Dresdener  Handschrift  würde  sich  um  so 
leichter  erklären,  wenn  sie  dieses  unter  den  Augen  des  Dichters  an- 
gefertigte, aber  aus  irgendwelchem  Grunde  unvollendet  gebliebene 
Original  darstellte,  dessen  Abaenduag  an  die  vatikanische  Bibliothek 
sich  nicht  nur,  dem  Versprechen  zuwider,  verzögert  hätte,  sondern  ganz 
unterblieben  wäre.  Nach  Angabe  des  Archivs  der  Dresdener  Kgl.  Biblio- 
thek  befand  sich  die  Handschrift  vorher  in  Bologna  und  wurde  mit 
anderen  Hss.  von  Abbate  Gabbrielte  Baldassarre  Brunelli  an  Kurfürst 
Friedrich  August  IL  geliefert  und  der  ßibliotbeca  Electoralis  als  556*^ 
einverleibt 

Ausser  deu  beiden  im  Vorstehenden  beschriebenen  Hss.,  den  Codices 
Venetus  und  Dresdensis,  wie  sie  der  Kürze  wegen  genannt  werden 
sollen,  kenne  ich  noch  zwei  in  der  Reale  Biblioteca  Estense  zu  Modena 
aufbewahrte,  von  denen  mir  Herr  ünterbibliothekar  Dr.  Vittorio  Finzi 
in  zuvorkommendster  Weise  ein  Inhaltsverzeichnis  angefertigt  hat: 

3)  cod.  Estensis  IV.  F.  24,  eine  Miscellanhs.  auf  Papier  in  Folio 
aus  dem  16.  Jahrhundert,  und 

1)  cod.  Estensis  VI  B.  31  auf  Pergament  in  4"  aus  dem  Ib.  Jahr- 
hundert ^K 

Ausser  der  vierfachen  Variation  eines  Epitaphiums  auf  Markgraf 
Niccolo  ni.  (f  26.  Dez.  1441).  die  wahrscheinlich  den  ältesten  uns  er- 
haltenen poetischen  Versuch  des  ferrarischen  Edelmanns  darstellt  und 
von  Herrn  Dr.  Finzi  in  der  Kassegna  Emiliana,  Modena  1889,  p  304  cc.  aus 
Hs.  no.  3  publiziert  worden  ist,  enthalten  beide  Hss  gar  nichts,  was 
nioht  auch  die  Dresdener  darböte.    Es   stellt  nämlich  Hs.  no.  3  einen 


1)  Vgl.  Oregorovitti««  Uescb.  d.  Stadt  Rom  Vli,  »,'2160  (. 

2)  Von  den  Gedichten  des  cod.  Eat  VI.  (nicht  Vt)  &  31,  welche  Lodi  bei 
C»rdacci  (DcUe  poesie  Utine  di  L.  An'otto,  Bologna  1875.  AppendlceV.  p.  243— 245) 
alt  unediert  bezeichnet  hat,  sind  no.  2,  3,  5  und  12  acbon  von  Mittarelli,  no.  12 
anch  von  HAroUi  (Lett«rat3  ferrareai  I.  p.  79  ec),  du.  1.  6  and  10.  nur  mit  etwag 
verSnderteiD  Anfange,  sogar  ochon  von  Aldo  Manuxio  veröffenr liebt  wurden.  £a 
bleiben  also  nur  fünf  Qbri|;,  woto  noch  ein  von  Lodi  tibersehenes  nedicht  (Ad 
anicBm  increpantem,  qood  citbarae  vacaret,  3  Daaticben)  kotumt 


Die  liresdener  Bandschrift  der  Erotica  des  Tito  VespulMO  Struxsa      237 

Auszug  aus  der  durch  den  cod.  Venetua  repräsentierten  Gedichts- 
BammluDg  dar;  nur  ist  im  Anfange  die  Iteihenfolge  etwas  in  Verwirrung 
geraten  und  am  SchlusBe  ein  Gedicht  hinter  jenen  4  Epitaphien  nach- 
getragen^). Dagegen  bildet  die  H«.  no.  4  eine  Fortsetzung  derselben 
Sammlung  Der  cod.  Yen.  selbst  aber  stimmt,  hinsichtlich  der  Reihen- 
folge der  Gedichte,  bis  Krot.  IV,  3  Ad  lanum  Pannonium  vollständig 
mit  dem  cod.  Dresd.  überein,  mithin  auch  Hs.  no.  4,  nur  dass  mehrere 
r  Gedichte  —  und  zwar  in  beiden  Ras.  dieselben*)  —  fehlen.  In  Ha. 
HO.  3  ist  jenes  Gedicht  Ad  lanum  Pannonium  ebenfalb  enthalten,  wohl 
aber  kein  einziges,  das  in  Hb.  no.  4  oder  im  cod.  Dresd.  hinter  diesem 
steht.  Von  der  Grenzscheide  Erot.  IV,  3  Ad  lanum  Pannonium  ab 
stimmen  die  Überschriften  in  Hs.  no.  4,  die  bis  dahin  mit  denen  des 
cod.  Ven.  beinahe  identisch  waren^  fast  ohne  Unterbrechung*)  mit  den 
Überschriften  des  cod.  Dresd.  überein  *).  Das  letzte  Gedicht  der 
estensischen  Hs.  no.  4  entspricht  dem  Gedichte  V,  16  der  Dresdener. 
Die  weiter  unten  folgenden  Tabellen  geben  eine  vergleichende  Über- 
Bicht  von  dem  Inhalte  der  3  Hauptredaktioneo,  der  Codices  Venetus 
und  Dresdensis  und  der  editio  Aldina.  Sie  zeigen,  dass  der  cod.  Dresd. 
weitaus  die  umfassendste  handschriftliche  Sammlung  darstellt,  und  dass 
"das,  was  der  cod.  Ven.  hinter  Erot.  IV,  3  noch  an  Gedichten  bietet^ 
räumlich  weit  von  der  ersten  zusammenhängenden  Gruppe  getrennt  ist 
und  in  der  Fassung  der  Überschriften  mancherlei  Spuren  von  Willkür 
an  sich  trägt.  Sie  sind  oflFenbar  erst  später  nachgetragen,  darunter 
eines,  welches  bereits  im  zweiten  Buche  steht.  Zwischen  dem  letzton 
und  vorletzten  Gedichte  befinden  sich  ausserdem  mehrere  leere,  augen- 
scheinlich zu  demselben  Zwecke  freigelassene  Seiten.  Die  getroiffene 
Auswahl  stellt  dem  Geschmacke  des  Sammlers  das  beste  Zeugnis  aus: 
denn  sowohl  die  Totenklage  um  Phjlloroe  als  auch  das  carmen  ad 
Picum  gehören  zu  den  Perlen  der  strozzischen  Dichtungen. 

Der  äussere  Umfang  der  Dresdener  Ha.  ergiebfc  sich  am  deut- 
lichsten aus  folgender  Zusammenstellung.     Es  enthalt: 

der  cod.  Dresd.  in  1  HO  Gedichten  Ö085  Verse,  nämlich  :U86  Dist.  uud 
1113  Hex., 


1)  Die  Sammtnng  eDthält  uiobt  mehr  als  22  Gedichte  des  cod.  Ven.  mit  etwas 
veräaderteo  Überachril'ten  in  folgender  Anordnung:  1,7.  1,8.  111,20.  11,9.  11,14. 
I.  9.  1,  12.  I,  15.  II.  1.  I,  1.  U.  2.  II.  16.  in.  1.  III,  2.  FII,  6.  III.  13.  TU,  U. 
m,  15.  TIL  16.   IV,  2.    IV,  3.    Vier  Epitaphien  auf  Niocolö.   DI,  3. 

2)  In  der  estensiacben  Hs.  no.  4  ist  Erot.  I,  8.  Iratam  sibi  amicam  dolet 
wobl  Bür  durch  ein  Veraeben  des  Äbaohreibers  ausgefallen. 

ä)  Nur  Erot.  V,  10  und  12  fehlen. 

4)  In  der  estenaischen  fla.  entbehren  die  3  letzten  Gedichte  der  Überschrift 


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Reiobard  JoonthaQ  Albreclit 

die  ed.  Aid    in  146  Gedichten   8348  Verse,  nämlich  3738  Dist.  und 
872  Hex. 
Ihr  innerer  Wert   läast   sich    unter   fünf  Gesichtspunkten   kurz 
zusammenfassen : 

1)  sie  gewährt  einen  Einblick  in  die  durchgreifende  Feilung,  die 
ito  Strozza  seinen  Gedichten  fort  und  fort  angedeihen  Hess, 

2)  sie  zei^t  in  ihrer  ßücherabteilung,  wie  er  seine  Gedichte  nach 
und  nach  veröfFentlichte, 

3)  sie  reiht  die  Gedichte,  mit  datierten  Briefen  untermischt,  in 
esentlich  chronologischer  Ordnung  an  einander, 

4)  sie  bietet  eine  Menge  textlicher  Verbesserungen  dar,  sowohl  der 
on  Aldo  Manuzio  als  auch  der  fünf  von   Mittarelti    herausgegebenen 

Gedichte^ 

5)  sie  enthält  9  Briefe  in  Prosa ^  die  bisher  in  keiner  italienischen 
ibliothek  zum  Vorschein  gekommen  sind,  und  7  Gedichte,  die  sich  in 

keiner  der  bekannten  Hss.  finden. 


Zu  1). 

In  der  aldinischen  Ausgabe  seiner  Gedichte  erscheint  Tito  Strozzat 
Sprache  ziemlich  frei  von  unklassischeu  Konstruktionen  und  Ausdrücken. 
Nur  selten  erscheint  einmal  der  Indikativ  statt  des  Konjunktivs  in  in- 
direkten Fragesätzen  (z.  B.  Erot.  1,  1,  v.  72;  Serm,  4,  vv.  168—172 
neben  v.  167),  noch  seltener  läuft  nach  verhis  sentiendt  et  dicendi  auch 
einmal  ein  Quod  -  Satz  statt  des  Accnsativus  c.  infin.  unter  (Serm.  4, 
V.  149;  Erot.  VI,  10,  vv.  91— 94).  Der  von  Valla  (Elegantiarum  lib.  II; 
cap.  3G  a.  C.)  gerQgte  Missbrauch  von  ceu  im  Sinne  eines  ut  findet  sich 
iehrfach  (z.  B.  Aeol.  II,  4,  v.  9  ceu  scribis,  Serm.  4,  v.  105  ceu  forsitan 
lUtarat);  die  Konjunktion  quo  wird  ganz  im  Sinne  des  blossen 
jt  verwendet  ^z.  ß.  Serm.  4,  v.  1CH3  quo  fungar  agresti  Munere). 
ist  eine  unklassische  Konstruktion  auf  den  fehlerhiiften  Text 
Ides  zurückzuführen.  So  beruhen  die  beiden  Verse:  ille 
,  rudeisM  praeficit  arte  viros  (Erot.  I,  8,  v.  1121  und  Ipse 
ica  praefecit  Deliua  arte  (Erot,  V,  3,  v.  225)  offenbar  auf 
labmung  von  Ov.  ara  amat  1,  v.  11  Phillyrides  puerum  cithara 
chillera,  wo  beide  edd.  principes  (Eom  und  Bologna  1471  f.) 
bieten  und  erst  Andrea  Navagero  in  der  zweiten  aldinischen 
M517)  die  richtige  Lesart  hergestellt  hat. 


tlttisobe  EoduDg  -eis  der  i>. Stimme  fiodet  sich  in  der  Dresdener 
B,  wohl  Aber  hier  nnd  da  die  tclaasisohe  Endung    is. 


eoer  Handschrift  der  Erodca  de«  Tito  VespMiano  Stroz»      28(^ ' 


Strozzas  stilistisohe  Kunst  erBcheint  freilich  in  einem  minder 
günstigen  Lichte,  wenn  wir  den  gedruckten  Text  seiner  Gedichte  mit 
dem  bandscbriftltch  überlieferten  vergleichen.  Indessen  ist  Mittarelli 
da,  wo  er  die  Abweichungen  des  Textes  in  der  von  ihm  beschriebenen 

.Hb.  bespricht  (col.  1077),  zu  leicht  geneigt  gewesen,  in  den  zahlreichen 
AoderuDgen  des  Drurkes  die  Hand  des  Diaskeuasten  Aldo  Manuzio  zu 
erkennen,  wahrscheinlich  weil  dieser  in  seiner  Vorrede  sagt:  (Titus 
Stroza)  etsi  senex  admodum  obiit  mortem,  non  tameo  sna  poemata 
publicis  privatisque  negotiis  assidue  impeditus  emendare  unquam  potuit. 
Es  fehlte  Mittarelli  ein  Mittelglied  in  der  Textesüberlieferung,  wie  es 
die  Dresdener  Hs.  darstellt,  um  sich  davon  zu  überzeugen,  dass  Tito 
Strozza  selber  unablässig  auf  die  Ausfeilung  seiner  Gedichte  bedacht 
war.  So  sind  in  den  5  Gedichten,  die  Mittarelli  aus  der  Hs.  von 
S.  Michele  veröffentlitht  hat,  die  reflexiveo  Pronomioalformen  sibi  und 
Buus  noch  durchgehends  statt  der  entsprechenden  Kasus  von  is  ge- 
braucht, während  der  Text  der  Dresdener  Hs.  schon  vollständig  von 
diesen   Italianismen    gesäubert   erscheint.    Laurentius  Valla'a  (+  1457) 

,  Aufklärungen  über  dieses  Kapitel  der  lateinischen  Grammatik  (De  re- 
ciprocatione  8ui  et  Suus,  libeilus  plurimum  utilis  in  Opera,  Basileae  1540, 
p.  235 — 249)  waren  auch  an  Tito  Sirozza  nicht  spurlos  Torübergegangen. 
Im  Texte  dos  üod.  Von.  findet  eich  ferner  zweimal  ein  Akkusativ  Eri- 
danem  st.  Eridanidem  von  einem  Patronyraicum  ^^Hqtäayff:  die  falsche 
Form  ist  in  der  Dresdener  Hs,  beide  Male  durch  Änderungen  beseitigt. 
Selbst  in  einem  Epitaphium  hat  sich  der  Dichter  nicht  gescheut,  eeine 
inzwischen  gewonnene  Einsicht  nachträglich  zu  verwerten  und  Johannes 
in  löannes  umzuändern.  Dazu  kommt  eine  Reihe  phraseologischer 
Verbesserungen. 

Und  wenn  man  wiederum  den  vervollkommneten  Text  der  Dres- 
dener Us.  mit  dem  des  aldinischen  Druckes  zusammenhält  und  die 
Menge  von  Verbesserungen  teils  prosodiseh-metrischor,  teils  grammatisch- 
stilistischer,  teils  lexiknlibcber,  teils  phraseologischer^  teils  sachlicher 
Art,  wie  sie  mir  in  einem  vollständigen  Variantenverzeichnis  vorliegen, 
durchmustert,  so  wird  man  sich  kaum  dem  Glauben  hingeben,  dass 
Aldo  Manuzio  in  den  wenig  Tagen^  die  er  darauf  verwendete,  imstande 
gewesen  sei,  eine  so  eingreifende  Durchsicht  des  Textes  vorzunehmen, 

rsumal  noch  ausserdem  hier  und  da  ganze  Verse,  zueammen  116,  aus- 
geschieden und  dafür  fast  ebensoviel  neue  hinzugekommen  sind.  So 
ist,  um  nur  einige  Beispiele  herauszugreifen,  die  plautinische  Konstruk- 
tion aequum  est  (ut)  c.  coni.  und  die  nachklassiscbe  von  misereri  c.  dat. 
entfernt  und  nach  der  Konjunktion  quo  der  Positiv  des  Adjektivs  in 
den  Komparativ   verwandelt  werden,  die   Konstr.  ad   laevam  tibi   erit 


240 


Reinhard  Jonathan  Albrecht 


durch  a  laera  berichtigt,  der  Neologismus  aubticeat  beseitigt,  der 
Italiaoisnius  pullarolum  (=pollajo)  mit  latebras  catulae  vertauscht,  bei 
üebruB  das  Epitheton  Mysiua  durch  Tbracius  ersetzt  worden.  Ao  die 
Stelle  prosaischer  Redewendungen  sind  so  häufig  solche  von  mehr 
poetischen!  Gepräge  getreten,  dass  ich  auf  Proben  ganz  verzichte. 


Zu  2). 

Wenn  Tito  Vespasiano  Strozza  am  27.  äeptbr.  1443  an  Markgraf 
Leonello  schreibt  (Cod.  Dresd.  fol.  39):  Luoillae  fabulam,  quae 
nuper  a  nie  per  lusum  iocumque  edita  est,  nee  non  libellos 
meos  eroticoa  omnioo  tibi  non  ditiplicuisse,  immo,  ut  vir  clarissimuB 
Quarinus  mihi  rettulit,  gratiasimos  fuisse,  magoae  voluptati  mihi  fuit« 
so  musB  er,  geboren  1425,  bereits  aU  18  jähriger  Jüngling  eine  Samm- 
lung von  Liebeselegien  veröffentlicht  haben,  und  sein  Sohn  Ercole 
tconnte  in  der  Yenatio  ad  Divam  Lucretiam  Borgiam,  v.  309,  in  der 
That  von  ihm  rühmen:   Aetemos  cecinit  quos  ille  im  her  bis  amores. 

Die  zuerst  veröffentlichte  Sammlung  der  Erotica  umfasste  ungefähr 
das  erste  Buch  der  üandacbrifteD,  jedoch  ohne  die  Apologia  pro  amore 
ad  lanum  Pannooium.  S\e  war  dem  Markgrafen  Leonello  gewidmet 
und  mit  folgendem  darauf  bezüglichen  Nachwort  versehen,  dessen  beide 
ersten  Distichen  in  dem  aldin lachen  Drucke  den  iSchlusa  jener  Apologie 
bilden : 

Ad  libcllum  summ. 

Despice,  parve  Über,  morsus  Hvoris  edaces: 

lam  tibi  Caeaareo  cootigit  ore  li^gi. 
Maxima  perpetuae  referes  praeoonia  laudis, 

Carmina  iudioio  si  probat  ille  buo. 
Sis  felix  regiqae  taam  committe  pareDtom 

Et  Leonelleia  oscula  fer  pedibus. 

Diese  Jugendgedichte  waren  vermutlich  in  dem  Bändchen  enthalten, 
das  Tito  Strozza  im  J.  1486  in  der  vatikanischen  Bibliothek  vorfand; 
er  Bchreibt  darüber  1486  an  Papst  Innocenz  VIIL  (Cod.  Dresd.  fol.  2''): 
forte  accidit,  ut  nonnullas  elegias  a  me  olim  adulescentulo  editas  re« 
perirem  etc.  Auch  folgende  Verse  eines  Epigramms  (Bpigr.  20.  Ad 
Ludovicum  Tessiram  Lusitanum )  beziehen  sieh  wahrscheinlich  auf  diese 
früheste  Publikation: 

V.  7.     ...  sunt  huiua  noQDulla  iu  caice  libelti, 
Qaae  faerant  primia  edita  temporibn». 

Endlich  hatte  lanus  Pannonius  diese  Sammlung  im  Hause  Guarinoa 
gelesen,  als  er,  an   das  Gedieht  Ad   annulum   donatum  ab  amica  an- 


Die  Dresdener  üandBobriit  der  KroticH  des  Tito  VespaaiAuu  Strozza      '241 

kDüpfend,  seine  erste  Elegie  an  Tito  Strozza  (=  Eleg.  II,  8  der 
Teleki 'sehen  Ausgabe  von  1784)  verfasate. 

Während  lanua'  Aufenthalt;  in  Ferrara  (1447 — 1453)  erschien  eine 
sweite  Ausgabe  der  Erotica,  die  dieser  mit  folgoadeoi  Epigramm 
(Epigr.  I,  254)  begriissto: 

Edita  ätrocoigeoae  iam  vatis  Brotioa  tota 
Vulgua  in  urbe  sonar,  culte  Tibulle,  vale. 

Sie  umfasBte  Huch  I  und  II  der  Hss. ,  und  den  Sehluss  bildete  aber- 
mals ein  kurzes  poetisches  Nachwort  an  sein  Buch,  das  der  Dichter 
vorher,  laut  Überschrift  in  den  Hss.,  dem  Markgrafen  Leonello  zur 
LektGre  übersandt  hatte.  Ihr  hatte  Strozza  hinter  jenem  Gedichte  Ad 
annulum  dunatum  »b  amica  auch  die  Apologia  pro  amore  ad  lanum 
Pannonium  einverleibt,  und  dass  der  junge  Ungar  sich  nicht  wenig 
darauf  zu  gute  tbat,  gebt  aus  einem  seiner  Epigramme  hervor  (bei 
Eng.  Abel,  Analecta  ad  hiatoriam  renascentium  in  Hungaria  litterarum 
Bpectantia,  Budapestrni  et  Lipsiae  1880,  p.  124): 

De  Titi  libellis. 

8i  qaetn  foraitan  io  Titi  lihellis 

laoain  comperies,  amice  lector, 

Illam  protiDus  esse  me  putato. 

Boo,  ne  deciporemur  ambo,  dixi. 
Bartolomeo  Fazio's  (f  1457)  Urteil  über  unsern  Dichter  beruht  auf 
dieser  Sammlung.  Er  sagt  in  seinem  (nach  Mehus)  vor  dem  Dezem- 
ber 1456  vollendeten  8chriftchen  De  viris  illustribus  (ed.  Mehus,  Plo* 
rentiae  1745,  p.  6):  Titi  quoque  Strozae  Florentini  nobills  adoiescentia 
initia  singularem  quendam  Foetam  nobis  pollicentur.  Cum  ad  prosam 
et  Carmen  natura  aptus  esset,  elego  carmine  deleclatus  epistolarum 
Hbrum  de  re  amatoria  elegantem  composuit.  Epigraromata 
quoque  multa  edidit,  quae  ab  eruditis  Viris  laudantur. 

Ums  J.  1458  muss  eine  3.  Sammlung  und  Veröß'enttichung  von  Ge- 
dichten erfolgt  sein.  Denn  in  Erot  IV/26  Ad  Cosmum  Pictorera,  einem 
Gedichte,  das  in  den  Hss.  hinter  einem  in  der  zweiten  Hälfte  des 
J.  1458  verfassten  steht,  beisst  es  von  der  treulosen  Anthia: 

V.  19.    Edita  quae  populus*)  de  te  modo  carinina  legit, 
lila  tuos  mores  eftigiemqae  tenent; 
I11&  tibi  poternot  pallorem  afferre  legenti, 

Si  tener  impuro  fugit  ab  ore  pudor. 
Forsao  et  arte  mea  luDgam  transaiissa  per  aevum 
Altera  veoturo  tempore  Thais  eris. 
*)  vulgus,  cod.  Dresd. 

RomanUeho  Fon«hanc«n  VH.  26 


242 


Reinhard  Jonatbao  Aibrccbt 


Gegen  Ende  dea  J.  1460  konnte  der  Dichter  von  Beinem  Laodgute 
Quartieaoa  aus  an  den  jüngst  berufenen  Professor  Battista  Guarino  in 
Ferrara  schreiben  (Erot.  IV.  19); 

V.  23.     Ut  tarnen  accipio,  populi  mea  veoit  in  aiirea 
Anthia,  oec  doctis  dispiicet  illa  viris. 

Und  Lodovico  Carbone  durfte  in  seiner  Leichenrede  auf  den  alten 
Guarino  (f  4.  Dez.  1460)  rühmen:  qui  (sc.  Titus  Strozza)  post  im- 
iDortale  elegiarum  suarum  nunc  maius  opus  movet  Borsina  maie- 
State  digniasimum  (bei  RoBOiini,  Vita  di  Guarino  VeroDesc  III,  p.  137, 
nota  8). 

Der  mit  diesen  Worten  bezeichnete  Cyklua  von  Anthia- Liedern 
liegt  uns  im  cod.  Venetus,  wenn  wir  von  den  später  nachgetragenen 
Gedichten  absehen,  noch  vor.  Fr  reicht  bis  mit  Erot.  IV,  3  Ad  lanum 
Pannonium  poetam  der  Dresdener  Ha.  und  enthält  in  Erot,  III,  11  des 
cod.  Yen.  (und  Estensia  VI.  B.  31  =  IIL  14  dea  cod.  Drosd.  =  IV,  21 
des  Druckes)  das  in  obigen  Versen  angedeutete  Lied  vom  Treubruche 
Atitbias. 

Der  cod.  Estensis  VI.  B.  31  stellt  eine  4.  Sammlung  von  Gedichten 
dar,  welche  auch  die  Phylloroe  •  Lieder  umfasst.  Sie  reicht  bis  mit 
Erot.  V,  15  (V.  J.  1463/64)  der  Dresdener  Handschrift. 

Keine  der  bisherigen  Sammlungen  enthält  Prosastücke.  Solche 
wurden  vielmehr  erst  der  dem  Herzoge  Ercole  I,  (1471  — 15' )ö)  gewid- 
meten ÖJimmlung  einverleibt.  Tito  iStrozxa  schreibt  darüber  1486  an 
PapHt  luüocenz  VIII.  (cod.  Dresd.  fol  2^):  Quapropter  id  a  Beatitudine 
tun  impetravi,  ut  übclluä  ille  corrigendus  mihi  traderelur,  hac  lege  tarnen, 
ut  cum  primum  Ferrariam  me  contuUsaem,  nonnulla,  quae  superiori 
tempore  carminibus  et  soluta  oratione  luseram  et  Ducia  Herculis 
nomini  dicaveram,  scriptis  in  ordinem  suis  compositis  (dies 
kann,  da  die  Gedichte  nicht  ihrem  Inhalte  entsprechend  nach  ver- 
schiedenen  Gattungen  gruppiert,  sondern  alle  unter  dem  gemeinsamen 
Titel  Erotica  aufgeführt  werden,  nur  eine  chronologische  Anordnung 
bezeichnen!)  ad  te  mitterem  in  eandem  bibliothecam  (sc.  Vaticanam) 
reponenda.  In  dem  Gedichte,  mit  dem  Tito  Strozza  dem  Herzoge  Er- 
oole I.  eine  Sammlung  seiner  Werke  zueignete  (Erot.  I,  1.  Adloquitur 
librum),  und  dessen  Fehlen  allein  schon  beweist,  dass  wir  es  im  cod. 
Veo.  und  cod.  Eet.  VL  B.  31  mit  älteren  Ausgaben  der  erotischen 
Gedichte  zu  thun  haben,  beisst  es  ausdrQcklich,  dase  die  Gedichte  mit 
einigen  Prosaetücken  untermischt  wären; 

v.  67.    Addita*)  sunt  etiam  pedibus  Donnulla  solatia, 
Text**)  Bit  Qt  varia  nostra  corooa  rosa. 

Condita  nnd  Mixt«,  cod.  Dretd. 


Die  Dresdener  Handachrlft  üer  Eroticji  des  Tito  Vespaaliinü  Stroiza      243 

Denn  uoter  dem  seltsamen  Ausdrucke  pedes  soluti  ist  auch  an  anderen 
Stellen  (Erot.  VI,  4,  v.  67;  Aeol.  IVj  2,  v.  33)  nichts  anderes  zu  ver- 
stehen als  Prosa.  Dies  ist  auch  dem  Borgfältigen  Biographen  Gianoan- 
drea  Barotti  (1701  — 1772)  nicht  entgangen;  allein  in  den  Hss.  italie- 
nischer Bibliotheken  hat  weder  dieser  noch  Tiraboschi  eine  Spur  von 
jenen  Prosastücken  entdeckt,  sondern  kennt  und  nennt  nur  die  ge- 
druckte ?or  Papst  Innocenz  Vlll.  gehaltene  Rede  und  findet  noch  eine 
Hochzeitsrede  in  einer  Veroneser  Ha.  von  Maifei  erwähnt  (Barotti, 
Memorie  istoriche  di  letterati  ferraresi,  2»  ediz.,  vol.  I..  p.  148).  Die 
Dresdener  Hs,,  die  eben  jene  Sammlung  nur  in  etwas  erweitertem  Um- 
fange darstellt,  bietet  auch  die  vermissten  Proaastücke.  In  dem  Wid- 
muDgsgedicbto  (Erot.  I^  1.  Adloquitur  librum)  begleitet  der  Dichter  sein 
Buch  auf  dem  Wege  nach  dem  Palazzo  del  Cortile,  der  damaligen 
Residenz  des  Herzogs  (vgl.  Gregorovius^,  Lucrezia  Borgia  I,  8.  249 
und  277  f.),  und  erwähnt  in  vv.  33/34  auch  die  majestätische  Marmor- 
treppe im  Scblosehofe,  der  damals  corte  nuova,  heute  cortil  ducale 
heiast.  Da  dieser  Marmorhof  erat  im  April  1481  vollendet  ward  (vgl, 
Frizzi,  Memorie  per  la  storia  di  Ferrara,  2»  ediz.,  vol.  IV.,  p-  114), 
10  kann  jene  Sammlung  nicht  früher  abgeschlossen  sein.  Sie  muse 
also  im  wesentlichen  dasselbe  enlbalten  haben,  wie  die  7  bis  8  ersten 
Bücher  der  Erotica  in  der  Dresdener  Sammlung. 

Zu  3). 

Dasa  die  Dresdener  Bammlung  die  Gedichte  in  wesentlich 
chronologischer  Anordnung  an  einander  reiht,  geht  auch  aus 
den  Angaben  über  die  Abfassungazeit  hervor,  die  ich  in  der  weiter 
unten  folgenden  Tabelle  bei  einer  Anzahl  von  Gedichten  beigefügt  habe. 
Was  die  Begründung  dieser  Datierungen  betriffc,  so  muss  ich  mich 
hier  damit  begnügen,  auf  eine  ausführliche  Biographie  des  Tito  Ve»ipa- 
siano  Strozza  zu  verweisen,  die  zu  Ostern  1891  im  Programm  des 
Kgl.  Gymnasiums  zu  Dresden -N.  erscheinen  wird. 


Zu  4). 

Auf  Grand  der  Dresdener  Handschrift  ist  der  gedruckte  Text  an 
folgenden  Stellen  auch  in  der  echten  Äldina  von  1513  (bez.  1514)  zu 
berichtigen.    Lies: 

Erot.  I,  3,  V.  28.    QaAqoe  ^mit  Gruter)  oUtt  Qnaque 

d,  V.240.    nata  (auch  gflgen  Qruter,  aber  mit  Teliski,  laoi  Panaonii 
Poemaui,  F.  I.,  p.  404  Note)  st.  aota 
V.244.    lodioinm  (auch  gegen  Gruter)  st.  Judicium 

16» 


244  Beinhard  Joutiiaii  Albreefat 

Erat,  n,  1,  ▼.    35.    depeetere  (mit  Groter)  st.  de  pectore 
Hi  8t  Ni 
telnm  st  ooelnm 

nostro  indicio  (such  gegen  Groter)  st  nottri  indick>*) 
Heo  (aach  gegen  Grater)  st  Nee 
Indis  St.  laodss 

tibi  (sneh  gegen  Grater)  st  anhi 
pereolit  (mit  Grater)  st.  pertolit 
III,  3,  •    27.    Et  (auch  gegen  Groter)  st  At 

profectoras  (mit  Grater)  st  profotoraa 

potiare  st.  patiare 

Laorenti  st.  Laorentis 

ire  st  ille 

fascibos   (mit   Grater)    st.  fkstibos   (Aid.  Parts.)  oder 

fostibos  (BasiL) 

invitiuB  (aodi  gegen  Groter)  st.  invitos 

anos,  sc.  Laosa,  cf.  ▼.  106  (aach  gegen  Grater)  st  aaor 

nollae  (mit  Groter)  st  milie 

hominemve  st  hominomve 

id  (aoeh  gegen  Grater)  st  ad 

nomeroqoe  st  nomerosqoe 

hic  st  hie 

Aeotidem  st  Aeoliden 

longa  .  .  .  colloqoia  st  longo  .  .  .  eoUoqoio 

Dottro  .  .  .  amore  st.  nostri 

Quid  St.  Qood 

ostendes  st.  ostendens 

vergens  st.  vegens  (Aid.)  oder  orgens  (Paris,  Basil.) 

PalestriDae  st.  Palaestioae 

caloris  st  coloris 

capit  St.  copit 

lancta  st  lancto 

ecce  St.  esse 

mala  st  male 

Hea  St.  Nea 

domina  st  domina 

Nee  St.  Haec 

csptis  st  coeptis 

cincU  st  ciocta 

Percalit  st.  Pertolit 

t  Deoii  dieser  von  Laarentius  Vslla  (Elegantiaram  Hb.  IL,  csp.  1)  gerflgte 
GebrsDcb  des  geo.  sabiectivos  vom  Per»onalpronomen  statt  des  entsprechoideB 
possessiven  Adjectivs  fiodet  sich  in  den  gedrackten  Gedichten  sonst  nirgends  and 
aorh  in  der  Dresdeoer  Hs.  nor  so  einer  Stelle,  Aeol.  I,  1,  v.  266  In  porto  post* 
quam  est  sncora  fixa  tai.  wo  im  Dnicke  tibi  steht. 


1, 

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87. 

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116. 

Die  Dresdener  Handschrift  der  Erotioa  des  Tito  Yespasiano  Stroua     245 

Kec  St.  Haec 

regit  8t  regis 

redolentem  (nicht  mit  Gruter  ridentem)  st.  reddentem 

duces  St.  laces. 

brevis  (auch  gegen  Gruter)  st  brevi 

tnis . . .  rotis  (oder  mit  Gruter  tua . . .  rota)  st.  tua . . .  rotis 

Z^roastreas^)  (mit  Gruter)  st.  Zeroastreas 

Sforciadam*)  (auch  gegen  Grnter)  st  Sforciadem 

coram  st.  ceram 

Firmariqne  st  Formarique 

referes  st.  referas 

opernm  st.  operam 

Nee  (auch  gegen  Grnter)  st.  Hoe 

puer  o  (mit  Grnter)  st.  pnero 

felices  (oder  mit  Grnter  feliceis)  st.  felicis 

Talia  st.  Itala 

aegro  st.  ergo 

pone  St.  penö  (=  paene) 

tetro  St.  certo 

bae  St.  haec 

Vera  (auch  gegen  Gruter)  st.  verba 

addncta  (auch  gegen  Grnter)  st  abdnota 

hinc  st  bnnc 

non  .  .  .  tuae?  st  nam  tuae. 

urbi  St.  uni 

Anxuris  st  Anguiger') 

Neu  St.  Non 

ire  timet  st  ut  timeat 

Perspectis  st.  Praespeotis 

mensis  st.  mentis 

Nee  st  Haec 


1)  Dieselbe  Messung  von  ZaQoaatQdiog  wie  bei  Prudentins,  apoth.»  v.  494. 

2)  Denn  Aeol.  I,  4,  v.  100  zeigen  anch  alle  Drucke  den  Genetiv  Sfortiadae. 

3)  Die  Worte  Anguiger  arcem  Rex  tenet  in  vv.  207J208,  welche  alle  Drucke 
bieten,  sind  nicht  zu  verstehen.  Es  kann  mit  dem  rex  nur  Ferdinand  I.  von  Neapel 
(1458—1494)  gemeint  sein  und  mit  der  arx  nur  die  Festung  Terracina,  das  alte 
Anxur,  das  seit  dem  Tode  seines  Vorgängers  einen  Gegenstand  des  Streites 
zwischen  Ferdinand  und  den  Päpsten  bildete  (vgl.  Georg  Voigt,  Enea  Silvio  III, 
S.  21  ff.,  besond.  S.  26).  Anguiger  aber  bezeichnet  die  Visconti  und  Sforza,  die 
Herzöge  von  Mailand,  welche  bekanntlich  eine  Schlaoge  in  ihrem  Wappen 
ftthrten  (vgl.  Aeol.  IV,  5  vv.  1711172:  Innumeris  post  bnnc  sinnosa  volumina  tor- 
quet  Orbibus  Insubrum  vipera  grata  dnci).  Vgl.  über  die  Eroberung  Terracina's 
durch  Ferdinand  von  Neapel  im  J.  1482  Gregorovins ',  Gesch.  der  Stadt  Bom  VII, 
8.  257. 


Erot  V,  3, 

V.  149. 

«  242.    1 

VI,  2, 

«    33.    ; 

5, 

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10, 

n      32. 

.    36. 

«    37. 

»    71. 

Aeol.  I,  1, 

«  163. 

«  270. 

4. 

n   100. 

7, 

»        1. 

n,  1, 

«    51. 

«  115. 

«  165. 

2, 

n       6. 

«    23. 

3, 

»    51. 

r,      81. 

«    82. 

4, 

»    16. 

n      38. 

5, 

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.  151. 

n  207. 

n  240. 

n  246. 

n  258. 

»  270. 

.  295. 

246  Eemhard  JoD&tbaQ  Albrecbt 

AaoL  m,  1,  T.  299.    impacaiia  «t.  in  paettis 

2,  ,      9.    Caaibua  hi»  st.  Casibns   Bio  (Äld.)    CasQ»   sie  (Ptrii.) 
Canas  aic  {ßaiit.) 
«    16.    FUeona  Dota,  at.  not»  Neaera,  io  ÜberematimiDaDg  mit 

.    63.    noa  st  tos 
.    69.    et  at.  ut 
«    76.    restet  sL  restet 
«    89.    erectam  at.  eiectatn 
,  129.    Plaeoöa  {=  iUt}^)  at.  P&eoa$i 
5,  «    27,    bitud  et.  aat 
^    33.    didita  st.  dedit& 
IV)  1i  «I      5.    Noo  tantum   (aach  gegen  Gniter)  st  Ne  taniam  (Aid. 
Paris.  Groter)  Ne  laottim  (BraslL) 
„    21.    HiitribuB  (mit  Grater)  st  Maribus  (Aid.  Pjiris.)   Maoibiu 

(Baail) 
r,    54.    fixenU  (aneh  gegen  Grater)  «t  finzerat 
«    79.    venerati  (mit  Grater)  at  ▼eneisri 
2,  n    37.    enm  st  tarn 
Epit  3,  «    10.    tuli  at  tnlü 

,    11.    aemperqne  Britannia  st  semper  Britinift  (Aid.  Paria.) 
BriUnnla  (Baail.) 

5,  ,      4.    mntaqae  facta  tnba   (aaeh  gegen  Gratet)  at  mora  ea 

facta  tat 

6,  «      5.    Victor  Pavonias')  st  Victor  Pavonias  (Aid.  Paria.)  Victor 

Panonios  (Baail.) 
„    11.    Et  St.  At 
10,    M      1.    magno    (als  aatlientischer  Wortlaat    nach   Boraetti, 

Historia  almi  Ferrariae  gymnasü  I,  p.  60)  st.  magna 
12,  ,    14.    stirps  (als  aathentiscber  Wortiant  nach  Borsetti  II,  p.  13) 
st  gens 


1)  Ein  Vittorio  Pavoni  wird  z.  B.  Frizzi  IV,  p.  27  erwähnt 


Die  Dresdener  Handschrift  der  Erotics  des  Tito  Vespasisno  Strozsa     247 


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n. 

Neuu  ttiiveröffeutliclite  Briefe  iu  Prosa. 
1. 

T(itus)  V(e8pa8iatius)  S(troza)  Sancfissdno  Et  Beatissimo  tn  Christo  PatH  Et  Domino 

D.  Innocentio  Octavo   Digna  Dei   Providentia  Sacrosanctae   Romanae  Et  Universalis 

EoDlesiae  Symmo  Pontificl  Salutem. 

äupertore  anno,  Innocenti  octave  Puutifex  Maxime,  cum  legatiis  ad  Sanctitateia 
tuam  uoa  cno)  ceteris  collBgia  nustria  Romatii  venissetn '\  ut  Hercuita  Ducia  nostri 
nomine  oraliooe  a  me  eoram  te  habita  Beatitudiiii  tiiae  ac  Komaiiae  sedi  oboedien- 
tiam  praestaremuB,  multa  ease  in  te  summa  comraendatioiie  dtgoa  atqiie  omnium 
mortalium  iudicio  vehementer  admirandaperspeximus.  Nam  praeter  relrgionem  ao 
dootrioaiD  et  prudcntiani  reliquasque  praestaiatiasimaa  virtutes  taas,  qiiarum  iam 
ante  ad  noa  fama  pcrvenerat  et  qnibua  pontifici'am  drgnitatem  taa  Sanctitas  in- 
Bignivitf  aingularem  quoque  huDDanitatem  et  moruro  anaviaairaam  faciiitatiMu  ilti 
venerandae  Maiestati  tuae  miral)iliter  coniuirctaa  esse  et  praesentea  vidtmus  et  ex- 
perti  snmua.  Quam  via  enim  diuturna  et  graviasima  at'groffol.  l'']tatiooe  Jerme  con- 
fectna  nonduni  priatinae  valetudini  reatitutua  eaaea  multaeque  ac  variae  msgnarum 
rerum  ocoupationes  binc  atque  illiiic  aaaidite  te  diatraherent,  noa  tarnen  ad  oacnla 
sacratiaaimurum  peduni  tuorum  et  ad  venerationem  tuae  SaDctstatia  adiuiBsoi»  adi^o 
hilari  vultu  beniguiia  accepiati,  adeo  verbia  perhumant»  proaecutua  ea,  ut  facile 
deiuonstrarea  aoimi  tui  magnitudinem  ab  eo  genere  bomintim  plurimum  abborrere, 
qui  Quila  ipai  virtnte  praediti  fortuna  tatitum  blandicnte  in  atiblimi  fastigio  coHo- 
cati  et  praeter  [uodum  aeciindia  rebna  elati  ouinem  bumanitatia  ac  manaiietudinis 
oogitattooem  a  mentibua  suis  penitua  abiciunt.  Pulcherrimum  vero  et  gratissimum 
fuit  intueri,  qua  atteotione  mürbo  adbuc,  ut  ante  dixi,  non  pariira  laborana  audieris 
clariasiioüs  et  eloquenfiaaimos  oratorea  Antoniiim  Lauredanum,  patricium  Venetnm, 
et  loannem  Fraouiacum  iMnrtlianum,  Mediölaneiiaem  eqiiestri»  ordinis  virum  in- 
sigtiem,  priacjpum  auurum  mandala  deferentea  tibique,  cbriatiuDae  reti^onia  priu- 
oipi  gubernatorique  et  conaervatori  optima,  eorum  nomine  debitum  officium  atque 
obaequium  summa  cum  vetierattune  offerentea.  At  me,  qui  poat  tlloa  tertius  io  eu 
ctariaaimo  conaeaau  nullo  protloua  intervailo  verba  facturus  eram,  cum  te  iam  de- 
tatigatum  esse  audiendo  nemo  dubitaret  et  ego  quoque  veffol.  2|)ut  importunus 
sacratissimaa  aurea  tuaa  dicendo  laedere  formidarem,  qua  patientia^  qua  benigni- 
tate,  quam  placido  aspectu  uon  soltim  adtiortari  viaaa  ee,  at  eum  ttmorem  veluti 
vanuro  ac  non  necesaarium  deponerem,  verum  etiam  certiaaimia  animi  tui  not^a 
vehementer  afTecti  iodiciia  mihi  aiguificare  coepiati,  ut  audacter  ad  dicendum  pro- 
direm.  Quo  quidcm  tempore  ita  fixia  in  me  atque  intentis  oculia,  ai  taa  est  dicere, 
te  mihi  totum  praebuieti,  ut  ea  voluptate  uitrum  in  modum  affectus  ac  aublevatua 
non  cogitarim,  iinde  orationia  initium  sumerem  et  quid  potiaeimnm  loqui  deberem, 
sed  potiua  mihi  rationem  habendam  exiatimarim,  quo  pacto  a  me  dicendi  finis 
commude  ac  sine  offenaione  tuae  Sanctitatis.   quae  noa  adeo  libeoier  audire  visa 


1)  EKe  Qea&Ddtflchaft  ging  ato  10.  Mai  1485  von  Fcrrara  ab,  vgl.  Frissi,  Mcmoric 
per  la  Storia  di  Ferrara,  8*  edis.,  IV,  p.  1&3. 


268 


Reinhard  Jonathan  Albrecbt 


est,  inveniri  posset.  Sed  postquam  a  Dobis  peroratum  est,  quantae  mihi  iucundi- 
tati,  quaDtae  gloriae  fuit,  cum  me  arcessitum  et  s&criB  genibus  tuis  huiniiiter  ad- 
voliitam  perhumaoiter  ac  saepius  exosculari  dignatus  es.  Ea  vero,  quae  de  me 
in  illo  freqnenh'Bsimu  ac  celeberriino  tot  Ulastriniu  vironun  conventu  cum  maxima 
landum  luearnm  aigniticatione  pronuntiaviati ,  licet  ipse  tot  ac  taatis  praecooiia 
iodignua  otimtiio  mihi  viderer,  tantuiu  tarnen  aestlraationis  ac  digoitatia  mibi  apud 
omnes  attulerunf,  ut  plerique  anctoritatem  toani  9e[fol.  2'*]euti  no»  quoque  aliquo 
io  numero  cenaendos  et  noii  nihü  nobJ«  tribuendüin  esse  sibi  perauaderent  Qua 
in  re  immortates  tibi  grattaa  pro  Isla  tua  in  noa  toirifica  beDignitate.  clementissime 
pater,  agendaa  putamus  et,  dum  vita  aupererit,  noa  animo  saltem,  ai  re  non  lice* 
bit,  non  ingratos  fore  tibi  pollicemur.  Ceterum  iuaaia  tnia  obteoiperans,  cam 
tuam  illam  magnificaiD  et  iDatgoem  bibllotheoam  tot  ac  tarn  variia  librorum  vola- 
minibua  et  Graecis  et  Latinia  refertam  vidissom,  forte  accidit,  ut  nonnullas  elegiaa 
a  tue  olim  aduleacentitto  editaa  ibi  reperirero,  quae,  quam  via  optimo  ac  pulcher- 
rimo  liiterarum  charactere  peracriptae  et  in  li bellum  ornatiBaimuio  redactae  fuiasent 
nee  invitis  corum  qui  eo  accedebant  ocults,  ut  mihi  rttlatucu  eat,  noQnuuqaam 
legereritnr^  pturimaa  tarnen  in  eia  meodaa  ioacitia  et  vitio  librarii  facta»  eaae  per- 
apexi.  Quae  certe  tot  ac  talea  erant,  ut  me  vehementer  offeDderint  et  ego  illa 
perlegena  vix  eaae  mea  mihi  per^oaaerim.  Qiiapropter  td  a  Beatitudine  tua  im- 
petravi,  ut  libeltus  iJle  cuirig^endus  mihi  traderetur,  hac  lege  tarnen,  ut,  cum 
prituum  Ferr;iriam  me  contulisaem,  nonoullia,  quae  Baperioii  tempore  canninihua  et 
soluta  oratione  luseram  et  Ducia  Herculia  noraini  dicaveram,  »criptia  in  ordinem 
Hiitim  compositia  ad  te  mittcrem  in  eandem  hjbliothecani  reponenda.  8ed  muita 
Interim  accidenint,  [fol.  3]  quae  tibi  ac  Rumanis  rebua  non  nihil  perturbationi« 
uttuleriint.  Itaque ,  quod  me  ilüco  facturum  receperara,  in  aliud  tempua  mibi 
diflferendum  statui,  qit(»  te  gravitina  illia  ac  molestia  occupattonilHia  liberatum  ease 
intellegerem.  Nunc  igitur  roandati  lui  memor,  v<^tuti  fidelem  aervuni  decet,  hoc 
opuseuUim,  qualecunque  eat,  Sanctitati  tuae  tranamitto  eamque  vehcroeDter  oro,  tri 
pauliaper  poaiio  divinae  iatiiia  Mateatafia  aupprcilio  non  ronltum  severas  lucabra- 
tturiculaa  nostras  benignia  saltem  nculia  inapicere  et  tua  aacni  manu  aemel  at- 
tingere  non  dedigneri»,  Beuc  ac  feticJter  vale,  Pontificum  aiDgulare  decus,  et  me 
Ex(cellen)tiae  tuae  observatorem  cuttoremqne  eximium  commendatam  habe. 


[fol.  38"] 


Oivo  Leanello  Estensi  Salutem. 


Ego  pridie  kaleodas  octobrea  ad  Nicol|mm  fratrem  meum.  qui  nomine  tuo 
Bodigienaem  provinciam  tenet '),  iturna  sum.  Te  igitur  vehementer  oro,  Princeps 
uiitime,  ut  Stremezinum  familiärem  et  tiucupem  tutim  dilectiaaimum,  qui  iam  aliquot 
dies  nobiacum  Recbani  rtiaticatiia  eat,  cum  Saccaro  tuo  mecam  illuc  proticiaci  velis. 
Impudenliam  raeam  probe  novit  qui  et  bomine  tibi  cariasimo  et  falcone  tmprimia 
grato  te  aimnl  spoliare  non  dtibitem.  Ignoace,  precor,  aetati  et  cupiditati  meae: 
quibus  inducor ,  nt  ea  fortaase  minna  conaideretn ,  qaae  malto  atudioams  et  mo< 
curatius  perpendere  deberem.  Tu  vero  nlai  tantum  mihi  triboerea,  quantum  tribuis, 
et  nisi  tanta  easeot  in  me  tui  amoria  indicia,  qtianta  via  omnibua  patere:  ega 
fortaase  aut  miDoa  {fol.  39]  audacter  aut  modestiue  teoum  agerem,    Si  banc  epem. 


1)  nicmwrh  iat  Litt»  (Stro««,  ut,  V.)  bu  ergänsen. 


Die  Dresdener  Handschrift  der  Erotica  dea  Tito  VespasiaMO  Slrossa      269 

quam  habemnas  noe  omoia  qnae  cupituas  aba  te  semper  faoile  impetrataros ,  ex 
animis  nostris  auferre  voluerta,  necectao  erit,  üt  istum  singulareoi  bamanitAtem  et 
iocredibiieiB  clementiain  exuaa,  qiiae  mirabilitcr  ad  c«teraram  vii:tu[tu]m  cumulum 
acctfdutit  et  qiiibus  Diliil  ab  iuimurtaü  Deu  tibi  aut  ^ratius  aut  amabilius  praeatari 
putuinset.  Lucillae  fabellaui,  quae  nupcr  a  lue  per  ttiaum  iucuuique  edita  eat,  oec 
non  iibelloe  meoa  eroticoä  otLuiDo  tibi  nan  displicuiase,  imliDJu  (ut  vir  clariaaiiDua 
(luarinoa  mtbi  retlulit)  gratissimoa  fuiaae  uiagnae  voluptati  uiibi  fuit.  logeDteiu 
vero  BtimuLum  nobia  itiinogi  videmas,  ut  aunitamur,  ne  opicione  tuu,  qui  et  pm- 
deDtiaaiiuua  et  doi-tiasiuius  es,  poathaec  ioferlorea  eaae  iudicemur.  Beue  val«), 
mi  Rex  atque  omnlout  priDcipiim  singulare  deous,  et  excelleatiae  tuae  nie  penitua 
deditnm  comuendatiim  habe.     Kecbani  qniiito  Italeudua  octobrea  1443. 


(fol  10€bl 


Divo  Hercull  Eatenai  salutem. 


Etai  te  niaxiiois  cnns  impb'cifom  «t  aaaiduis  imperii  occnpationibna  impeditum 
bia  Doatria  lucubrationibufl  obtuodere  utiiiiuie  coDvenicDs  eaae  diicam,  tarnen,  cum 
mibi  exploratiaaltoam  sit,  Hercules  Dux  optime,  te  non  minua  hnmanitate.  ingenio 
et  doctrina  quam  iaatitia  et  anioii  magnitudine  ceteriaque  praeatantiaeimia  virtuti- 
baa  excellere,  boo  quoque  opuaculuni ,  qtiod  multia  et  gravibua  iniuriia  laceaaitus 
in  PonerotyooD  —  hoc  eat  in  Maliupum,  aerarii  tui  expiiatorem  et  deurum  atque 
hoDDinum  boatem  —  nuper  edidt^ram,  celaitudiui  tuae  legend  um  tranauiittere  nun 
dabitavi.  Atque  id  eo  libeotiua  aggresaua  aum,  quo  cudüU  mortalea  tacile  cugnoacaot 
te  non  temere  neque  aliqua  cupiditate  inductum  ea  feciaae,  quae  contra  perdi> 
tiaaimum  bomioeui  magna  ratiooe  aapientiaaime  iuatiaaimeque  feciati.  Accedit  ad 
hoo^  quod  ex  illiua  improbi  [fol.  107]  et  audaciaaimi  latrunia  exemplo  boni  meri- 
toruiii  praemia,  mali  vero  acelerum  auorum  poenaa  aba  te  ae  relaturoa  pro  certo 
babitari  aunt.  Nundum  fera  peaaima  in  laqueos  omoino  veatigia  dederat,  üum 
ego  boa  veraua  pritoum  soribere  tnatitui,  multoraiuque  fuit  opinio  rem  illiua  (tanta 
in  illo  monatro  caliiditaa  et  aatutia  putabaiur  esae)  feliciter  evaauraui;  ii  vero, 
quibua  compertum  erat,  qua  tu  prudeutia  et  qua  iuatitia  praeditua  eaaea^  longo 
aliter  aentiebaut  et  auctorem  iniquitatia  matet'acturuiu  auoruiu  poeoaa  daturum 
iam  tum  aniino  praeBagi[ejbaut.  Nemiuem  aane  t'ugit,  quam  gravea  nobiacum  für 
atrociaaimua  inimicitiaa  exercuerit,  quaoiia  moleatiis  beneficiorum  erga  ae  noatrorum 
oblitua  atque  omnium,  quoa  unquam  vidi,  ingratiaaimtt«  noa  afticere  conatua  ait. 
Humanae  tameu  condicionia  memor  non  commoveri  uon  potui  [aut],  quem  paulo 
ante  maximia  opibua  afäueutem  et  in  dignitate  conatitutum  videram  (ai  tarnen 
dignitaa  appotlaada  eat,  cum  nequiaaimi  bominea  magiatratibua  praeaunt),  eundem 
parvo  momento  ob  insoleotiam  atque  incredibilem  perfidiam  suam  gravi  ruina 
oppreeaum  et  ad  extremaa  taiaoriaa,  ut  commeruerat,  redactum  intueri.  Quanta 
ait  baiua  monatri  feritaa,  hlno  facile  iadicari  potest,  quod  bominum  eoetu  relioio  e 
patria  fugiena  diia  bomiuibuaque  inviaua  ae  in  Lugenaibua  ailvia  abdiderit.  Cum 
autetu  bis  proxiniia  [fol.  107  ^}  dtebus  Luguoi  proficiacena  iter  per  ea  loca  faoerem, 
Dullia  comituiD  perauaaionibua,  qui  ad  eum  viaendum  tamquam  fortunae  ludibriam 
concurrebant,  indmü  unquam  potui,  ut  ad  tuguriotum  ülud  luxta  viam  poaitum, 
in  quo  turpiter  ac  mtaerrime  vitam  trnhebat,  me  couferrem.  Rem  enim  inhumanam 
existimavi,  etsi  graviter  offenaua  eraio,  ocoloa  meoa  in  alie&a  miaeria  perapidenda 


272 


ßeiobard  Jooatban  Albreulit 


trioa,  eluquentia,  ßde,  prudentia,  pietate  ceterisque  praestantissiniia  virtutibus 
nunc  allere  quam  pauca  dicere  earius  esse  pato.  8ub  eitia  dieciplina  et  eruditjooe 
ad  bonaa  .irt«s  et  mores  elegaDtisaiunos  aditus  tibi  facttis  est  taatumque  ingenio 
et  bumaoitatis  atudiis  profecistl,  ut  posthabitta  cocopttiribua  [tbl.  123]  doctissimia 
viria  HapieDtisaiaiua  et  MagoaDimus  Prioueps  Borsius,  Dux  omoi  laude  dignus,  ana 
com  eenatu  et  popuäo  Ferrariensi  te  vix  aduleacentiae  aonoe  egreesum  pateraae 
virtutis  imitatorem  ipsi  Guärino,  maximo  aetatis  Düstrae  oroameniü,  velutl  digaaiii 
sacceasorem  magiiu  uoaQium  coneenau  elegerit  et  coDfiriiiarit  \K  Tacebo,  quautam 
gratiae,  quantum  gloriae  apud  civea  nostros  et  apud  Italieas  barbaraaque  natiouea 
pro  tais  siimmls  meritia  aia  coDsecutua.  Quo  autem  in  amore  et  bonore  idem 
Boraiaa  primo,  deinde  post  illuaa  invictiaaimüa  et  iustiaaimaa  Hercules  Dax  te 
babuerint  et  quae  dona  ab  utroque  acceperis,  qoibua  pateroaiu  bereditatem  et 
rem  tnam  familiärem  cum  maxtma  dtguitate  nou  pamm  adauxiati,  ailentio  prae- 
teribo.  Ämicoa,  cogoatoa,  affiuea,  bonam  valetudioem  apecioaamque  corporis 
digDitatem,  qua  in  re  Priamua  ille  Homericua  laudatus  eat,  quamquaiu  istia  noD 
carea  et  eoa,  qui  talibaa  bonia  praediü  auDt,  partem  aliquam  felicitatia  bumaoae 
(aj  qua  bic  felicitaa  appellanda  est)  conaccutos  esae  pierlque  mortalea  arbitraotur, 
10  medium  non  afTeram.  Ex  huneatissimo  praeterea  uiatrimoaio  cariaaimoa  tibi 
liberoa  procreatos  et  iogeuue  ac  liberaliter  educatoa  et  per  paternae  virtutia 
vestigia  incedeDtes,  quod  in  primis  iucuDdiaaimum  tibi  esae  debet,  qod  attingam. 
Haec  quidem  et  bia  aimilia  ex  eorum  genere  auot,  quibaa  bominea,  |fol.  ]23'>|  dum 
vitam  in  terria  aguut,  potiri  et  frui  quam  maxime  cupiuQt.  et  plerique,  cum  ea 
noD  adipiacuutar,  contriataatur,  et  qui  adepti  sunt,  ubi  illa  amittunt,  tunc  vero 
mirum  in  modum  cruciautur.  Ex  aliqua  enim  felicitate  io  miaeriam  cecidiaae  mo- 
leatiasimam  videtur.  Quapropter  tu,  qui  talem  et  tarn  caram  tibi  tiliam  mortem 
cum  vlta  commutasae  dolea,  beoe  et  recto  agis,  si  communem  vujgi  opiniooem 
sequi  libc't.  Si  vero  tc  coiligia  et,  quae  niiac  fortaaae  obducta  tuenti  Mortales 
hebetat  viaua  tibi  et  buisida  circum  Caligat,  uubem  eripieaVl,  aibil  certe  tibi  novi 
accidiaae,  nihil,  quod  tuum  esset,  te  amisiase  perspioies.  NuUam  enim  rem  bic 
diu  Dobiscum  permaneDtem  babemue,  oec  mortalea  quicquam  certius  teoent  quam 
DftsceDtibua  moriendam  ease.  Illa  vero,  quae  paalo  ante  commemoravi,  acilicet 
quse  nobia  a  fortuna  data  aunt  et  corporia  vigor  et  palchritudo,  noatra  dici  non 
debent,  quoQlam  eiua  condicioaia  dod  aunt,  ut  illis  perpetuo  frui  poaaimua.  Nam 
divitiarum  ac  tbrmae  gtoria  t!uxa  atque  fragilia  est:  forma  quippe  vel  annoruni 
brevi  epatio  detlorescit  et  in  aemen  abit,  at  divitiae  aaepenumero  mnltia  et  variia 
media,  ut  cotidte  videmua,  oobia  etiatn  viventibua  eripiuotur.  In  boo  autem  de^ 
terior  est  etiam  noatra   cotidicio  quam   tllorain   heredam,  quoa   teatator  e  vita 


1)  BaCtigta  iat  als  der  jüngste  von  Gaarino's  Söhnen  ca.  1435/36  in  Ferrara  geboren 
und  war  demnach  beim  Tode  seines  Vaterti  (f  4.  Dez.  1460)  hücbatens  ib  Jahre  alt.  Die 
(l^w«'>hn]iche  Angabe »  dass  der  alte  Goarino  am  4.  Deeember  gestorben  sei ,  beruht  auf 
dem  Zeu^iMe  des  Verfassers  der  Additamenta  zu  den  Annales  Eatenaes  des  Jacobos  de 
Delayto  (bei  Mnratori  X VIII,  cd.  1096)  and  des  Tritthemms  (De  acriptoribua  ecclesiaatioii, 
Coloidate  154e,  p.  326).  Auch  die  t'btirachrift  zu  Erut.  lY,  C  im  Kodex  von  S.  Michele 
bildet  das  vollwichtige  Zeugnis  eines  Zeitgenossen.  Sicher  ist  ferner,  «lass  eUe  Todea- 
DAchricht  am  29,  Dex.  nach  Rom  zn  Papst  Pias  II.  gelangte  (Commentarü  rerum  memora- 
Uiliiim,  Francof.  1314,  p.  225).  Um  so  mehr  mnss  die  Behauptung  Sabbadini's  (Goarioo 
Veroneae  e  il  «uo  epistolario  edito  e  ine<lito,  Salemo  1885,  p.  80)  befremden,  dass  der 
Tod  dieaea  berühmten  Gelehrten  schon  im  Oktober  oder  November  eingetreten  sei. 

S)  Verg.  Aen.  LI,  ÜQb  aqq.  .  , 


Die  Dreadeuer  Haodscbnft  der  Erotica  des  Tito  Veapaaiauo  Struzza 


diBcedeDS  bonts,  quae  pusaidebat,  pusl  sg  rcüctis  tVui  peroiittit  ac  iubet,  donec 
superetites  fiierint:  illis  vero  deHcieutibus  luilluiu  iua  ipsia  ulterius  [fol.  124]  \n 
horeditatia  diapoaitioDe  relioqultiir.  At  virtus  claritudinem  et  iminoruliutein 
quandao]  prae  ae  ferena  iitoa,  qui  eacn  conaecuti  aunt,  a  vul^o  peoitas  aecemit 
et  ipaoraoj  animoa  ad  boneataa  ac  aubllmea  cogitatiunea  eri^it  ereotoaqiie  omnem 
apem  in  optiniu  aumiaoque  Deo  coU'icare  admonet  atque  indudt.  Quo  fit,  ut 
iDiiDdi  bonia  niillam  ia  ae  certituditiem,  nuUau)  firwitatom  habentibua  bene  ao 
sapinaier,  dum  licet,  utaDtur;  ai  autom  aliqtio  caau  illia  ae  apoliari  intellexeriot^ 
quoniam  id  accidere  poaac  uiutto  ante  praeviderant,  aequo  nnimo  patiantar  et, 
quae  ceteri  mortalea  cariBdima  in  primia  ducuot,  ipai  veluti  momentanea  et  caduca 
facilc  coDteniQurit  Quod  Bisa  ille,  iinua  ex  aeptem  aapientibuB,  cum  otuniaaua  bona 
ae  portare  aeciim  alebat,  eine  dubio  »enaiaae  videtur.  Atqni  ounes  adveraoa  ra»ua, 
prauaertim  ai  dedecus  ei  criiuai  a  nabia  nbsuut,  «o  minus  inoleste  ferre  debemiia, 
quo  magia  couatat  uulJam  aegritudiDem ,  uuilum  dolorem,  oullaa  aeramnaa  taotaa 
eaae,  ul  non  ipaa  diea  ac  rerum  vicisaitndu  voheiueDter  diminütaa  ac  vcluti  in- 
ductaa^)  paene  ia  oblivioaem  adducere  poesiat.  llia  autom  rcbua  consilio  potius 
ac  ratiooe  quam  prtiDum  conaulere,  quam  lougitudioem  temporia  et  foitUDae  muta- 
tioaeu)  veluti  aeram  uiedicioam  ezapeutare,  prudentia  et  magoaoiui  viri  paitea 
sunt.  Quae  caiu  ila  eint,  quid  est,  cur  aliquis  mibi  nunc  obatare  velit  et  infitiaa 
ire  debeat,  quin  omt»ia  (fol.  124'']  dolor  a  oobi»  protioua  ait  repelleoduaV  Sed  ego 
ad  hanc  neceaaitudinem  tu  iato  tuo  caau  te  proraua  nou  impello  nee,  ut  patriam 
mcDtem  extiaa  et  pioa  affectaa  abiciaa,  urgeo  filiaequo  tuae  deaiderio  te  com- 
moveri  noii  iioprubo  oeque  probibeo.  Hominea  enim  aumuti,  non  du,  neo  ettam 
ferae.  Quatiiquam  et  iltae  »uas  paaeioaea  variia  ac  maoüeatia  indiulia  apertidaiuie 
uonnuDquam  oateudunt.  Permitto  umen  et  hürCor,  ut  oerta  ratiooe  paternae 
sattB  pietati  faciaa  et  oe  debtioa  finea,  veluti  mulierculae  auloot  —  quud  a  te 
UDO*)  doctiaaiuio  et  aaplentiaaimo  valde  alieourn  reor  — ,  non  aervata  diguitate 
rranagrediaria.  Atqne  hoc  tibi  persuadeas  cum  iila  fortaaae  meliua  actum  eaae, 
quod  a  nobia  nunc  disceaaertt,  quam  ai  in  provectiore  autate  aupreuium  diein 
clausiaaet:  quo  tempore  multa  ilti  adveraa  et  triatia  praeter  opinionem  tuam  evenire 
potuiaaent.  Bene  praeterea  pudiceque  et  aancte  vixil  atque,  ut  Cbristianara  de- 
cuit,  omoibua  tidei  uoatrae  aacramentia  religioaiaaime  aumptia  inter  auorum  mauus 
cxapiravit.  Quocirca  nemo  dubltare  debet  candidiaaimum  illum  apiritum  ad  auper» 
naa  aeüe«  ac  beatomm  aedea  aubtto  commigraaae.  Beati  onim  mortui,  qui  in 
domißo  iDoriuDtur"),  quoniam  copioaa  merces  eis  reposita  eat  in  vaelia*).  Igitur, 
ne  felicitati  tiliae  tu  parena  iuvidiaae  videaria  neve  tua  poiiua  quam  eiua  cauaii, 
quod  ilta  careaa,  te  lugere  homiuea  putent,  nimio[a]  gemitua  et  inanea  iacrimas 
[fol.  V2b]  ponere  debebia.  Et  si  qaid  praeter  apem  et  exapectaiionem  tuam  accidit, 
sapienter  cum  aaplentiaaimo  lob  ommipotenti  Deo  gratiaa  agena  dicea:  Domious 
dedit,  doLDinua  abatulit,  aic  dumtnu  placuit'^),  ait  nomen  doiuini  bonedictum.  Hoc 
etiam  teouin  animo  volvaa^  regem  illum,  eine  cuiua  nutu  oe  minimnm  quidew 
follorum  <:adit  ad  terram,  non  iguorantem,  quid  bomini  cooducat  et  quid  e  con- 
trario, metiua  quam  uoa  ipaoa  uobia  ac  rebus  noatris  noo  eine  magna  Providentia 


1)  inductaa  „au/gehob«n''  ist  wahrKhcialieh  Ht.  minufcaa,  ma. ,  zu  Icacn. 

2)  viro? 

3)  Apoc.  14,  T.  15. 

4)  Mattb.  5.  V.  13. 
6)  lob.  1,  ▼.  21. 

BoBMOucbt!  Furscbunguu  Vit.  jR 


274 


Reinhard  Jonathan  Albrecht 


consulere.  Iluins  qiiidem  opinbnia  pleni  sunt  hiBtoricormo  poetanimqne  et  philo- 
sophornm  tibri,  hoc  Latinae  Clraecaeque,  tarn  gentilitim  quam  Christianorum  Utterae 
testantur.  Uaque,  dum  haec  ipse  mecuui  aaepeDumero  meditor,  in  hanc  detonm 
sententiam  venio:  nobis  omni  industria  et  diligentia  laborandum  ac  providendum 
eace,  ne  quid  nostra  culpa  cotamittaiDua,  quod  altquld  molestiae  ac  perturbatioois 
nobis  inferre  possit.  Ubi  officio  nostro  fuocti  erimns  et  fortonam  ferendo  saperare 
coDtendoriinns,  si  vis  ingentuns  et  consilia  nostra  aiiperaverit:  quid  aliud  nobis 
reUquum  est.  nisi  ut  in  omni  eventu  divinum  snppüces  imploremns  auxilinm ,  in 
quo  (nt  ante  dixi)  omnis  spes  nostra  semper  collocari  debct?  Interea  cnrabimus, 
ut  his  superioribus  rationtbna  vel  nosmet  ipsoe  consolemur  vel  amicorum  et  pru- 
dentium  virorum  consolationes  non  [fol.  125'']  invitis  auribus  admittainus.  Tu  vero 
pro  tna  prudentia,  si  volueris,  id  fadtltme  conaequeris;  nemiDeo]  enim  saniora 
consilia  quam  te  tibi  daturum  mihi  persnadeo.  Quod  si  fecerls,  doctrinae  tuae 
non  mediocrem  fructum  capies  et  constantis  viri  cum  magna  lande,  ut  consnevisti, 
nomen  adipisceris  et  dos,  qiii  to  amamus  ac  pro  dolore  tno  non  parum  afiieimur 
et  torquemar,  simulac  squalorcm  iatum  maeroremqne  deposaeris,  una  cum  filio 
tuo  Lodovico,  egregiae  indolis  adniescente,  qui  tibi  diu  anperstea  sit  oro,  gravi 
molestia  liberabis.  Filiae  quoque  tuae  —  si  quis  aptid  cos,  qui  ex  bac  vita  mu 
grarunt,  nostrarum  rerum  sensns  relictus  est  —  gratissimum  facies.  Satins  est 
enim  pro  defunctis  preces  quam  lacrimas  effundere,  quae  nihil  prosunt  et  quibus 
nihil  celerius  arescit.  Nam  etsi  apud  immortalem  Deum  tanta  nonnunqaam  de- 
fnnctorum  merita  sunt,  at  subsidiis  et  suffragtls  nostris  non  indigeant,  tAmen, 
quicquid  a  nobis  pie  religioseque  tiet,  incassum  non  erit:  in  ipsos  quippe  talium 
operum  auctores,  si  aliis  necessaria  non  erunt,  divina  conccdente  dementia  bene- 
facta  rednndabunt.  Haec  omnia  et  hoc  gunus  consolationis  tametsi  te  non  fugero 
mihi  exploratissimum  sit,  in  his  tarnen,  quae  nobis  adversa  contigerunt.  quoniam 
mihi  non  parum  opitulata  sunt  et  meas  molestias  bis  cogitationibns  vehementer 
Icvari  expertiu  sum,  ea  reticere  nolui,  quae  aegritudini  tuae  aHquam  et  [fol.  126] 
ipse,  si  possom.  medicinam  afferre  tentarem.  Ac  ne  verbis  tantum  pbilosopbari 
volle  et  animo  factisque  aliter  sentire  videamnr,  panca  teoura  breviter  de  nostris 
rebus,  quae  ad  rem  faciunt,  —  nisi  molestum  est  —  amicisstme  colloquemnr,  ut 
intellegas  tot  ac  tantas  brevi  tempore  calamitates  mihi  quoquc  accidisse,  nt  ad 
patJentinm  tibi  exemplo  esse  possim.  Ego  quidem  alterum  annum  agens  parentl- 
bus  orbatns  suro.  Mater  enim  Constantia  ex  antiqna  et  generosa  Constabiliom  atirpe 
edita  propriis  etiam  virtutibus  illustris  in  urbe  Ferraria.  ubi  orta  erat,  naturae 
concessit.  Nannes  vero  pater  anno  seqaenti  Florentini  exercitus  doctor  et  copia- 
rnm  praefectus,  qnas  Nicolans  marchio  Esteiisis  ad  societatem  belli  comparaverat, 
cum  a  Venelis  sociisque  ductu  et  auspiciis  Carmignolae  adversus  Philippum 
Mariam  Mediolanensium  Ducem  in  Gallia  pro  imperio  acerrime  decertaretnr,  apnd 
Ottolengura,  agri  Brixiensis  oppidoro.  pro  patria  fortissime  pugnando  victor  in- 
teriit^)  atqne  ita.  quod  multis  iucandissimum  est:  ut  eos,  a  quibus  geniti  sunt, 
agnoscant  et  ab  iUis  educentur  et  erudiantur  et  ad  virtntem  excitentur,  intempestiva 
fatt  violontia  mihi  pracripuit.  Postea  vero  quam  in  ephebortim  numero  esse  coepi« 
carissimos  cognatos.  affines,  amicos,  fratres,  sorores.  deinde  ctiam  6lios  amifli. 
Eccfl  velut  qoaedam  lux  oculia  meis  affulserat:  quae  celeriter  exstinctA  est.  Dnx 
Borsina  Oerouie   et  [foK  12G'']  Sigismundo   fratribua   apud   magoanimum   regem 


1)  t9.  Mai  1417. 


dresdener  Handschrift  der  Erotioa  des  Tito  Vespasiaco  Strozza 

Alpfaonsium  NeapoH  degeintibus  post  Loonelhim  fratrem  impericiin  suscepit. 
Qualis  et  quantua  amor  illius  principia  erga  suos,  quae  Hbernlitas  in  omnes, 
quae  ratio  et  prudentia  et  animi  luagnitudo  in  gereodis  rebus  faerit,  super- 
RDnm  est  non  l^orantibns  commemorare.  Bio  ipse  pliirinia  et  maxima.  nt 
neminem  latot.  in  familiam  noatrara  benoficia  coiituüt  et  Laurent]!  optimi  fratris 
mei  virtutom  fidemque  sac^penumero  et  in  pace  et  in  hello  «nonos  V'II.  et  XXX, t« 
cxpertua  tantum  ei  dignitatis  et  auctoritatis  tribuit,  nt  eum  omnium  reruoi  et  con- 
sib'onim  aaorum  partieipem  fecerit  et  carissimam  fideHsBimnmqae  omnibus  in  rebus 
Bociam  semper  liabuerif.  Quid  de  Nicoiao  et  Roberto  fratribus  qnoque  mels  loquar? 
Quibas  pro  eorum  meritis,  qiiod  certe  nemo  arroganter  a  me  dictum  piitct,  cum 
Vera  et  nulli  honainum  ignota  praedicpm,  non  paruro  indnlgens  hnnorißccntissimcs 
magistrataa  gereodoe  et  digoissimas  legationes  ubeundas  dedit.  Quartus  ego 
aetato  et  ingenio  minor  in  eiusdem  aula  prioeipis  satis  adulcscpns  sasieptus  suro. 
Qui  ad  ilhim  aditus  mihi  fuerit  et  quem  locum  familiaritatis  obtinuerira  et  quam 
honoritico  cum  eo  vixerim,  tu  acis  et  multi  non  Ignorant  Testor  autem  immor- 
talem  Deum  et  oranea  sanctos  et  sanctaa  eius  me  nihil  unquani  ah  eo  aut  dictis 
aat  factis^  nisi  magna  [fol.  127]  cominendatione  ac  vora  laude  dignum.  didicissc. 
Quodsi  quia  me  fortasse  uiuns  sapieotem  existimaverit,  quod,  cum  roultts  apud 
eum  interceasione  mea  profnerlm,  quibua  pecunias  et  alia  bona  me  roganle  libera- 
Hsaime  largitus  est,  ipse  vero  mihi  grandc  aliquod  peculinm,  quod  facillime  con- 
sequi  potuissem,  non  accuroularim:  profecto,  si  is  mei  consilii  retioncm  intollcgeret, 
quam  nunc  ob  certas  et  laudabilea  causas  reticendam  ceneeo,  non  dabito,  quio 
opinionem  et  modestiam  meam  magis  laadaturus  quam  reprehensnrus  esset,  .^aepe 
tarnen  sponte  sna  midta  mihi  gratissima  dono  dedit  et  honores  contuUt  et  equestri 
dignitate  insignitum  clarfssimo  atqne  honestissimo  mutriraonio  me  coniuoxit.  No- 
vissime  vero  cum  Romam  profecti  samus'),  quae  et  quatfa  mihi  ad  reditom  suum 
poUicitu«  Sit,  nonnulli  ex  illius  regia  secretorum  participe»  et  iUi,  quibuscum  res 
agitatae  sunt,  prf>be  oovrrunt.  At  ex  iraprovlao  multia  lugenda  mors  e  rebus 
humatiis  illnm  abstulit  et  omnium  nostrarum  cogitationum  fundamenta  disieoit. 
Nee  ille  solnm  velot  is,  qui  nobis  iraperaret*),  aed  etiara,  si  parva  licet  componcre 
magois*).  veint  alter  parens  nobia  deplorandus  est.  Nolim  autem  tibi  persnadeas 
me  graviter  illius  iDteritum  ferro  propterea,  quod  maxima  spe  me  deie[c]tuiu 
yidcam.  Sed  talis  taatique  principis  virtus  meaque  in  ilhmi  usque  a  teueris  aunis 
observantia  et  pietas  eam  iac[fol.  i27>)]turam  gravem  mihi  inprimis  et  acerbam 
reddiderunt.  Po»t  Borsii  mortem  roulta  secuta  sunt,  quae  magnis  difßcultatibus 
ac  multia  variiaque  moiestiis  nos  implicuerunt.  Ea.  quoniam  tibi  et  omnibus  fere 
nota  esse  ac  bonis  dispticuisae  certo  acio,  non  est  mihi  propositum  tounumerare. 
Unam  hoc  dixerim :  me  nuUos  fortuuanira  nostrarum  exitus  nisi  duros  et  calaroi- 
tosos  visurum  fuisse,  nt  summa  Ducia  ütTculia  beDignitua  et  siugularia  sapientia 
perntciosaa  muttorom  maloram  radices  abscidisset*}.  Hie  sub  umbra  alarum  sna- 
mm  nos  bene  sperare  iussit  et,  quantum  [in]  ipso  fuit,  humaniter  ac  benigne  no- 
biscum  Ggit.  Atque  ut  obtrectatorum  et  invidorura  nostrorum  maledicas  et  auda- 
cisfiimas  Unguas  compesceret  ac  reprimeret  ostenderetque  nihil  esse  io  nobis,  nisi 


1)  Borso  wurde  dumals,  am  14.  April  1471,  ron  Papst  Paul  II.  7,am  Heniogc  des 
Kirchenlehens  Fcrrara  erhoben. 

2)  iinpcrarit? 
8j  Verg.  Georg.  IV,  17G. 
4;  abflciiMÜsset ,  ms. 

18» 


2^6 


ReinhiLfd  Jonath^D  Albrecht 


ainceratn  ac  fidei  plentitn^,  Laurentü  fratria  niei  consilio,  qnotiena  illi  in  cttrism 
veuire  per  valetudiDetD  licet,  ad  niagoas  et  arduaa  res  etiam  nunc  utitur  plarima- 

I  qoe  in  ipsutti  düectionis  et  ainuris  prae  se  fert  indicia.  Robenum  Hetriiriam  ver- 
aas et  Lunensem  agrum')  in  fioibas  regai  ad  meridiem  et  occidentem  spectantibus, 
nbi  cum  magna  integritAtU  et  pmdentiae  fama  alterum  diidc  aouum  a^t,  Car- 
fignanae  proviociae^)  cum  maximo  imperio  praefeoit'^  Me  vero  baoc  omnem 
Isihmiacaiu  regiunem  Veuetis  contermtiiaiu,  quae  ad  septeDtriooes  et  orientem 
solem  vergit  et  [fol.  128]  quam  Policiaum  Rodigii*)  vulgo  appelJaat,  iam  bieDoiam 
ac  menses  doos  nou  siue  magno  arbitriu  et  ampla  iurisdictiooe  gnberoare  iutsiL 
Atqoe  ita  potenttssimus  et  sapi^ntiasimaa  princeps  primua  aditus  et  ultima  claostra 
imporii  fiul  ab  Adnatico  aiuii  vt  ab  Tyn-beao  mari  nos  fratrea,  quorum  fidei,  oe 
quid  invidiusum  adiciam ,  piurimuiD  tribuere  viaue  eat.  iiadem  Terrae  temporibns 
regere  et  aab  coatodia  teuere  voluit.  Iam  satis  tuti  post  innumerabilea  procellas 
in  tranquillo  mari  oavigare  videbamar.  At  fortuna,  cui  nemo  aapiena  nnquam 
confidendum  putavit,  haue  ooatram  tranquillitatem  novia  quam  primum  tempeatati- 
bua  perturbavit  et  intra  paucoruiu  menstum  apatium  septem  paene  continuie  funeri* 
bua  domum  familiamque  uoetram  deformavit.  Lodovicum  eoim,  Marci  Struzae 
et  Laudomiae^}  auroris  meae  filium,  praestantis  ingenio  et  magni  auimt  virum,  in 
Flamioia;  Nannem  vero,  Nicolai  fratrls  filium,  iogenuae  indolia  ac  aummae  spei 
aduleacentem ,  Romae  amiaimua.  Hie  iu  militiam  profectua  avi,  cuiua  nomen  re- 
ferebat,  virtutem  etiam  factia  imitaturua  Federico  ioclito,  Urbinatum  Daci,  aetatia 
oostrae  imperatori  clariaaimo,  adhaeaerat  et  ab  illo  Romam  ductua  noudum 
XXIIL  auuuui  coutiogena  ibi  grnvi  morbo  correptua  atque  exatiuctua  est *).  Vlo- 
lantam  dnlcisaimam  filiam,  quae  me  haue  proviuciam  regente  in  lacem  [fol  128''] 
venerat,  bic  paucoa  diea  nobiacum  in  vita  commoratam  extuli.  Haue  Violaata  illa, 
Ceeenae  urbis  olim  domtna  magnia  virtutibua  ac  vitae  sanctimonia  et  reli^one 
excellena,  quam  aanctarum  mulierum  imitatricem  non  minore  animo  ac  ptetate 
quam  Paulam  illam  Romanam  tot  ampliaaimaa  opes  pauperibus  lean  Chriati,  cuiua 
servitio  poat  viri  mortem  ae  dicavit,  Hberaliter  erogaaae  non  igooramua,  clariasimo 
nomine  auo  inaigoiri  ac  auam  dici  omnino  voluerat*).  Atque  ita  duplici  dolore 
me  caaua  illiua  affecit,  cum  quod  ea,  quam  genueram,  tarn  aubito  privatus  aim, 
tum  quod  illaatria  ac  venerandae  mairia  optatum  carisaimumque  depositam  penes 
tne  dio  aerrare  non  potuerim.  At  Nicolaua  frater.  aummum  eqneftria  ordinis 
deoua,  qui  virtute  magia  quam  auro  fulgere  semper  atuduit,  tertium  aupra  aeia- 

I  gMimom  anoom  ingreasua  cum  maxima  totiua  familiae  noatrae  iactura  Femu-tae 


1)  D.  l  die  LandJchaft  Liuügiana  im  Nordosten  de»  Qolfei  tod  Spesia,  des  alten 
Porto«  LojMe. 

S)  Ü.  i.  die  Gcbirgilandschaft  G*rf«fniana  anf  dem  Sädwestabhange  der  Apcnmoen- 
kcttc,  ȟdlich  TOD  Reggjo  um]  McMieiia. 

5)  Roberto  Stron*  trat   also   die  Statthalterscbafi  der  Garfagoana  nicht  ent  14T9 
}  mn^  wi«  litta  (Btrooad,  ut.  V.)  anhebt. 

4)  ^  n  pol^sine  di  Rovigo. 

6)  Litta  erwähnt  diese  Schwester  unseres  Dichters  gar  nicht,  Barotti  kenm  wroigft 
'Ihren  Namen  lücbt. 

6)  Daiiorch  erweist  sich  Litu's  Vennatung,  daM  Gioranni  Scroaa,  der  Solu  Nic> 
eoK»'»,  tu  Sohle  des  UeraoKii  von  Mailand   1487  in    der  Schh^cht   bei  OonodoH 
wuiklet  wtwden  «d,  als  uariditig. 

7)  VsL  dber  dine  berfilimte,  von  Tito  Stroaa  mchrfiuh  «nrthate  Nobw 
<|ie  AnorkMMaay  sn  IbL  U»b. 


Die  Dresdener  Randschrift  der  Er(*licii  des  'llto  Vcspaaiano  Stroiia      277 


diem  suum  obiit'}.  Hnius  humanitatein  et  liüeraram  ornamenta  suavcmque  et 
excukam  dieendi  rationem  graviter  et  copioae  fiiientem  cum  magna  prudcntia  et 
Biimma  tntegritate  conkinctam  nostra  civitas  vi  populi,  qtiibus  cum  amplissimis 
roagiatratibua  praefuit,  et  omnia  ferme  Italia,  quam  toticDS  legatua  peragravit, 
iam  prldem  cognovertmt.  Ego  vero  illum  non  solatu  amavi,  sed  etiam  seinper 
eoloi  et  omnia  me  illi  noo  minua  debere,  ac  »i  ab  eo  genitns  fuisaetn,  semper 
existimaba  [fol.  129]  Nam  me  in  tenera  aetale  consiittitum  veidt  optimus  pater 
ediieavit  et  tauqnam  accaratisaimas  praeceptor  ad  litterarura  diaciptinara  multi 
plicesque  virtutes  non  soSum  cohortari,  verum  etiam  proprio  labore  diügenter 
erudire  conataa  est,  ai  tnodo  eiua  cupiditati  oüatrum  reapoadisaet  ingeoium.  Nioo- 
lau«  vero  Contrariua  equea  Bplendidiaaimua,  vir  apud  ilftiTo  priocipem  Docem 
noBtrnin  aaotoritatia  et  potentiae,  Neapoli  niiper  vita  functua  est.  Cum  hoc  mihi 
duplex  affioitas  interceaserat.  Eiua  enim  pater  Ugatio,  maximua  ac  potentissirnua 
olira  in  re  {(ublica)  noatra  civia  et  aub  Nicoiao  Marchione,  principe  optimo  ac 
libeialiasimo,  totius  Esteusia  Imperii  üdelisaimaa  procurator  et  protector,  avunculua 
malri  meae  fuit.  Ipse  Nicolaua  ßeatricem  primariain  feminam  aingulari  virtute 
pracditam,  ego  vero  Domicillam  in  primis  mihi  carisaimaro,  aorores  ambas  claria* 
aimi  et  apectatiaaimi  Guidi  Kangoni  filias,  cuiua  militarem  disciplioam,  virtntem, 
aapientiam ,  tidem  Eatensia  domua  et  Venetorum  res  p(ublica)  saepeniimeTO  in 
maximia  ac  dubtia  rebua  non  parvum  eibi  praeaidium  attuliase  expertae  sunt,  (in) 
uxorea  duximua.  Nondum  satis  in  noa  funbuoda  mora  saevierat,  niai  cioatrtcea 
noatras,  quae  paulattm  obdiici  videbantur,  novis  repente  illatia  ictibtia  recrudeacere 
coegiaset.  Ginevra  et  Lucretia,  Nicolai  fratria,  |tbl.  129'>J  de  quo  diximua, 
filiae,  Don  minus  pudicitia  et  animi  honia  quam  reliquia  praeatantiaeimia  dotibua 
inaignes,  circa  dienim  X  spaiium  naper  nobja  ereptae  aant.  lila  Egano  Lamber- 
tioo,  inter  ßouonienses  equiti  clariasimu,  a  quo  propter  suaa  iiinumerabiles  virtutes 
mirum  in  modiiiu  diligebatur,  pnacta  anuia  ante  nuptui  tradita  trea  par[v]Hlo8  ex 
eo  susceptos  liberos  relinqiiena  in  oppido  viri,  qiiod  Poggium  appellant,  acri  poat 
partum  morbo  iHaplicita  in  aetate  aatia  ruveniii  exstincta  est.  Haec  vi-ro  qnintum 
decinium  anonui  a^eoa  »pwl  insignem  et  magnificum  equitem  Franciscum  Gfin- 
zagam,  cui  appctatissima  et  magnis  virtutibua  excßUens  hariiin  «oror  Coustantia 
nupaprat'l,  aliquot  meoaea  Nuvolariae  coramorata,  ibi  ex  nimia  et  intoierabili 
aegntndinc,  quam  pro  Ginebrae  aororis  morte  snaceperat,  in  aabitam  et  graviaai- 
mam  aegrotationem  cum  incidisaet,  virgo  omni  laude  digna  intemeratura  et  can- 
didiasimam  Deo  aummo  atque  optimo  spiritutn  reliciaaime  reddidit.  Qaia  igitur  in 
tanta  variotate  ac  dilficultate  rerom.  tot  clariaaimia  mihi  aimut  amissia,  tantia, 
ut  ita  dieam,  nno^)  paene  ictu  ctadibua  acceptia  me  roagnopere  commotum  Mae 
non  existiroaverit  ?  Enimvero  ferreaa  vel  etiam  ferro  durior  iadicari  poaBem, 
niai  baa  calamitatea  et  tantas  fortnnae  procellaa  animo  peraentirem.  Sed  quoniam 
hamania  coDsiliia  nullum  aliud  reraedium  hia  adbiberi  poaae  videtur,  ad  id  con- 
fugiendum  censeo,  quod  [fol.  130]  ipaa  neoeaaitaa  docet  et  cogit.  Nam  ai  veteri 
patrimonio  apoliamor,  si  labore  noatro  partta  opibua  cvertimur,  si  eoa  aroittimaa, 
qui  nobia  cansaimi  sunt,  ai  gravibus  morbia  correpti  laboramne,  ai  oertam  mortem 


1)  Dies  geschah  im  J.  1477.     Er  war  nach  Litta  1413,  nach  obiger  Altcrwngiibe 
cr«t  1415  14  geboren. 

2)  Litta  (Stromi,  Ukv.  V.,  Nicola)  erwähnt  «war  Cofltamta  als  Gemahlin  de«  Fran> 
ccjico  Gonxaga,  Herren  von  Novellam,  aber  weder  Qin«Yra  noch  Lucrcua. 

3)  imo,  ms. 


278 


Reinhard  Jonathan  Albrecht 


Bupra  capot  nobis  itominerc  perepicimua:  haec  quoniam  tristin  et  acerba  suat» 
haud  facilc  iiiduci  posauuius,  quin  ea  graviter  et  iuiquo  animo  patiamur;  tarnen 
ntillu  paeto  recusare  debemus  et  pati  velle,  quae  itulla  rernm  ati^ue  boiuiDUui  ex- 
oeptioue  babita  cimctis  mortalibus  communia  sutit  et  oecesflaria.  Ac  dum  mecum 
Aaepe  cogito,  quid  sit,  quod  pierumquc  dos  luortalea  ad  dolorem  impellat,  null» 
a.lia  potior  ratio  seae  mihi  offert,  ob  quam  id  fieri  piiteio,  ma\  quod  secuDdia 
rebus  aaaueti  adversos  caaus  ex  improviso  iosurgeotea  forti  animo  tolerare  ne- 
queauus.  Ulis  vero  mea  quidem  sententia  similes  esse  videmur,  qui  mare,  quod 
anteft  nunquaui  viderant,  nave  ingressi  fiuxus  ac  refluxua  eiua  cum  magna  de- 
lectatioDC  vebemeoter  admirantur,  mox  per  summam  roalaciam  et  tranquillitatem 
ventis  a  puppi  proaequentibus  per  caeruleos  fluctus  pleuia  velia  diacurrentes  cre- 
broaque  super  undaa  variorum  piscium  aaltua  et  circumiacentea  inaulaa  nooioro- 
aaque  altorum  montium  iuga  et  turritas  urbes  in  continenti  positas  procul  aapi- 
cientea  incredibili  voluptate  afficinntur,  uunquaoa  illud  amplioa  faeiem  mutaturum 
[fol-13üb]  eibi  perauadeotes.  Quudsi  forte  poetica  pclago  tempeatas  incubuerit, 
extemplo  rei  novitate  permoti  atque  inopino  caau  trepiiiaotea  animis  concidunt 
üt  iiiiacrabili  lamentatione  sortem  auam  lugont^  quod  in  ea  mala  incidenut,  quao 
sibi  eveotara  nunquam  animo  proposuerant.  Hia  igitur,  quae  commemoravimua, 
accuratisaime  consideratia,  si  quid  salis  in  nobia  erit ,  dabimua  uperam,  ut  dos 
viroa,  noD  mulierea  eaae  nieminenmus.  Atque  auimos  nostrua  ita  compoaitoa  et 
confirmatoB  habere  debebimua,  ne  proapera  noa  extollant  et  adveraa  ne  proater- 
nant.  Quam  quidem  opinionem  Dt'mocritus  maxiiue  inter  phitosopboa  sequi  ac 
teuere  viaoa  est,  cum  fortunae  ipae  minaci  Mandaret  laqaeoa  mediutuquc  ostcn- 
deret  nnguem ').  Posaem  multa  maiorum  et  aetatis  noatrae  exempla  in  medium 
adducere,  quibua  humanuni m  rernm  imbecillitaa  et  varia  fortunae  ludibria  nobia 
aute  oculos  cxponerentur;  aed  eorum  tu  partem  legisti,  partem  mecum  liis  tem- 
poriboa  vidiati.  Quapropter  nihil  ulterius  a  mo  dicetur,  nisi  quod  iterum  atque 
iteram  repetere  non  desinam:  mentium  noatrarum  aeiem  paratam  et  intentam  ad 
omncs  eventiis  teneri  et  eam  velut  aruem  quandam  fortiaaimia  rationum  propugna- 
culis  mtiniri  oporlere.  scilicet  ne  multiplicea  et  varii  afifectus  et  paaaionea  velut 
infenai  hoates  hinc  atque  iliine  tosilientea  novo  pugnandi  genere  ex  improviao  dos 
aggresai  inopinatos  opprimant  et  occidant.  Si  prulixiua,  quam  modus  epiatulae 
requirebat,  baec  ad  te  [fol.  131J  acripsimus,  id  ex  amoris  abuudantia  quadam  a 
nobia  factum  eaae  certo  acias:  ut  bis  saltem  lltteria  t«cum  diutius  eaaemua,  quando 
te  coram,  quod  nobia  iucnndissimum  fuisset,  intucri  et  alloqui  non  potuimos. 
Praeterea  «ium  featia  plausibua  cantuque  personatorum  iuvenum  et  puellarum  choris 
hie  omnia  peratrepunt  —  quod  huiua  temporia  condicio  maiorum  noatrorum  aoiiqua 
conauetudire  obaervata  poscere  videtur  —  ipse  a  pnbUcia  privatiaqu«  negotiis 
über  ac  aotutua  in  Htterarum  noatrarum  portuui  confngiens  huic  officio  meo  in  te 
aatiafacere  quam  inanibus  vulgi  atudiia  vacare  aatius  eaae  duxi.  Bene  vale,  ami- 
ooroin  optime.    Rodigii.  kl.  Februariia.   1479. 


5. 
[fol.  150^]  Lucae  RIpae  vlro  doctissimo  et  amico  optimo. 

Nihil  certe  littcria  tuia  opportunius  evcuiro  potuiasct,  mi  Ripa,  omnium  atni- 
ooram  soavisstue  atqae  optime.    Nuper  eoim  nd  te  scripseramt  ut  me  certioroin 

1)  luTcnalis  X,  ?.  53. 


Die  Dresdener  Ilaiidsohrirt  der  Erutica  des  Titü  Vespasiauu  Strozza     279 

ftceres,  an  tibi  placeret  et  an  ex  re  tua  fore  duceres,  si  a  nobis  cararetur,  at 
in  faao  mea  proviiicia  ad  litterariam  disciplinam  perdocendam  cnm  [fol.  151 1  digDi> 
täte  et  euolumento  aliqiio,  quod  e^'O  qod  magna  cum  difficultate  ab  hia  civibus 
me  impetratufutm  confidebam,  hoc  anno  eonduoereria.  At  ecce  litteris  üünduin 
obsignatia  tuae  mihi  redditae  sant,  quibns  aignificas  te  ab  Alexaodro  Mascharello 
coDventuui  fuisae  et  ab  eo  sermonea  meos  de  te  habitos  et  miram  animi  mei 
cupiditatem,  ut  ad  nos  commigrares,  te  acceplsse  dicia.  Neo  soUim  de  advenlu 
tao  ad  haec  looa  nos  bene  sperare  iiibes,  sed  etiam  totam  hanc  rem  in  iudtciu 
et  arbilrio  meo  siiam  aique  omnino  repo»itam  esso  humaDissimis  verbis  affirmas, 
modo  e:i  de  re  ratio  babeatnr,  ut  hie  non  sine  honore  cum  alit^uo  lucro  familiam 
tuam  bis  turbuleütiHatmia  temporibua  alerc  ac  tuvare  poaeia.  Equidcm  littoria 
tuis  lentis  continere  me  dod  potui,  qtiamvis  gravi  et  acerbo  cruris  dolore  vexarcr, 
cuiuB  tu  veterem  causam  non  ignoras,  quin  vehementiore  gaudio  affectua  lecto 
protiniis  exeiürem,  cum  eam  apem.  quam  de  incrodibili  aniore  tuo  in  mo  semper 
babaeram,  non  vanam  eaae  mibi  apertissime  declarares.  Qua  in  ro  maximas  tibi 
gratiaa  ago,  quod  fidei  meae  tantum  tribuaa  et  ni^gotium  isttid,  quod  non  parvae 
corae  tibi  eaae  certo  scio,  mihi  omniao  auacipicndum  et  ex  voluotate  mea  nuno 
agendum  relinquaa.  Scito  autem  litteras  tuas  compluribu»,  qui  coram  aderant, 
me  legisae,  quibua  ea,  quae  tu  acribis,  mirum  in  modum  p1  neuere,  [fol.  ibi*^]  Valde 
quidem  hoc  ipai  cupiunt,  nee  aalum  aba  te  doctrinam  expetunt,  quam  in  te  aingu- 
larem  eesu  non  ignoraut  (qua  filios  suo[a]  apprimc  orudiri  poaae  aibi  perauadent, 
immo  exploratiaaimuiD  habeni),  sed  humanitatem  ac  buuoa  mores  rectamque  bene 
vivendi  ratiunem  istinc  se  relaturoa  procul  dubio  confidunt.  Poatera  die  liabito 
■  inter  ipaos  coUoquio  (non  in  senatu  neque  pubücu  consiüo,  ubi  ob  nouniillae 
P-evideotisaimaa  rationea  —  qua»  nunc  ailentio  praetereundas  censeo  —  nihil  penitus 
obtineri  potuiaset)  frequentes  ad  me  redierunt,  et  biimanissimis  verbis  mihi  dpcla- 
rarunt  nihil  eis  aut  gratiua  aut  optabilius  ab  immortali  Deo  praeatari  poaae  quam 
ut  Ripam  meum,  virnm  doctisaimum,  de  cuiua  praeclarissima  fama  et  optima 
eruditione  aaepenumero  audierant  et  quem  ego,  cui  ipai  plurimum  confiderent,  tot 
ac  tantia  laudibua  ad  caetum  ferrem,  penes  ae  filioruiu  soorum  eximium  prae- 
ceptorem  et  luveotutis  Optimum  moderatorem  haberent.  Suam  vero  imbecillitatem 
atque  impotentiam  in  bac  omnium  rerum  penuria  et  hia  calamitoais  temporibus 
cxcuaantes  mihi  dixerunt:  scire  ae  quideni  nuilia  auis  pracmiia  virtuti  tuae  aatia 
digne  reapondcri  poaae,  verum  tarnen  re  diligenler  atque  optime  perapecta  con- 
stitutum iuter  eoa  eaae,  ut  —  quod  nunc  posaunt  et  libenliaaime  faciunt  —  decem 
l^npra  aeptuaginta  aurei  pro  annua  mercede  tibi  constituantiir :  quos  primorea 
rbaiuB  opffol.  I52jpidi  aequia  portionibua  integre  ad  constitutum  tempiia  »o  perao- 
luturoa  mihi  receporunt.  Ego  vero  aalarium  isttid  non  octoginta  solum,  sed  etiam 
centum  aureornm  fore  tibi  pollieeor  et  atteator,  domnmqne  familia  tua  et  te 
dignam,  ubi  commode  habitaro  possia,  tibi  contribaemus.  Quare,  mi  Ripa,  expedi 
Lte  quam  primum  et  ad  noa  cum  aarcinalia  tuis  advola,  ubi  non  minore  laetttia 
■^et  veneratione  quam  Aegyptaa  Oairin  suum  te  ouines  excipiemua.  8i  lardiaa 
autem,  quam  tbrtedebueram,  hoc  meura  deaiderium  et  hanc  meam  conatitutionem 
tibi  aignificavi,  non  id  causae  fuit,  quod  non  magnopcre  eam  rem  votia  expe- 
lierem '),  aed  te  iatinc  nutlo  pacto  diacedore  veie  pro  certo  nobia  allatum  fuerat. 
Si  tibi  videbitnr,  qaod  ego  certe  non  impiobo,  litteria  meis  acoeptia  poteria  aliqaem 


1}  ompcterem,  ma. 


280 


Reinhard  Jonathan  Albrecht 


ex  taJ8  huc  uiittere,  qui  tuae:  voluntatia  certiia  omoia  coratn  perapki»t  et  penittis 
intellifgÄt  et  rem  ex  sentenMa  tua  perficiat.  Ego  in  bis,  qoae  ad  di^itatem  et 
commodum  tuum  spectare  arbitror,  omni  studio  et  diligeotia,  auctoritate  et  opera 
me  tibi  semper  adfuturtim  pnlltceur.  Beue  vale,  Muaarutn  mearuiD,  ai  quae  sunt, 
ckcitator  acerrime  et  tideliasime  caatigator,  tibique  sie  pcrauade:  nihil  magis  ab 
Horcule  et  Guido,  tiliis  mcis  cariasimis,  qui  te  vehementer  aiuant  et  observant, 
oxnptari  quam  ut  te  potisstoium  duce  ad  Palladiaa  artes  aditus  aibi  fiat.  Herum 
vate  et  Baptiatana  Guarinum,  [fol.  152^]  viram  clariaairoumy  quem  ob  ejus  eximias 
virtutes  et  ob  mutuam  loter  noa  amicitiam  ac  aingularem  benevolentiam  plariim 
facio,  nomine  meo  aalvurn  esae  iube. 
Lagi.  X."  kl.  april.  1484. 

6. 

[fol.  153]  Lucae  Ripae  viro  doctlssfmo  et  amlco  optimo  sal. 

C^uam  diu  desidorio  tili  nos  torqiicbia,  aoiaatiasimc  Ktpa?  Jaiu  te  huc  venisse 
oportuit,  et  nunc  primam  in  capiendo  consilio  haesitaa.  Equidem  ut  verum  tibi 
fatear,  non  mediocri  tristitia  lilteria  tuis  lectis  onine*  affecti  sumos.  Sperabamuft  i 
enim,  si  prJua  iatinc  non  diaceasieaea ,  cum  mmtio  aaltem  noatro  te  aimul  ad  nof  ^ 
quam  pritnucn  iter  arrepturum  eaae.  Id  vero  aecus,  quam  opinabamur,  evenit  et 
ioani  gaadio,  quod  ex  adventu  tuo ,  quem  celerriinuuj  fore  nobis  peraaadebamua, 
...'),  fruatrati  suaiua.  Nihil  eat,  mihi  crede,  quod  tantopere  belli  perieolis  com- 
movearia.  In  ioco  enim  tutiasinio  et  ab  omni  hoatiiitu  iacuraione  remotiasimu 
commoraberis.  Qiiodsi  oppidi  niunitionibua,  quae  firmiasimae  sunt,  paruni  tutua 
eaae  tibi  videberia,  in  arcem  hanc  confugioa,  ubi  magDo  militumi  praeaidio  atipatns 
boatilea  uiioas  facillirae  contemnere  potens.  Ceteram  ne  quid  obatet,  quo  te 
minua  faabeamua,  BartboiDineum  Margottuio  civem  Liigenaeni,  virum  egregtum,  ad 
te  mittimus,  qui  nomine  noatro  aureos  tn'ginta  cum  bis  litteria  tibi  reddet.  Huius 
pecuniae  subeidio,  quae  in  partcm  [fol.  153i>]  annuae  mercedie  tibi  peraolviturj 
res  tu»8  octDS  compooere  ac  sine  mura,  quae  ad  iter  opus  fuerint,  comparare 
poteria.  No»  vero  cum  de  adventu  tuo  oertiores  facti  erimus,  '^urrua  qiiattuor 
Hononiam  miltenius.  quibus  libros  et  supelieotilem  tuam  {dem  Bartboiomeua  fide- 
liter  vehi  curabit.  Cum  buc  accesseria.  plus  invenies  quam  tibi  pollicemur.  Qoa- 
propter,  ai  me  amaa  rebnaque  tuia  amicisstme  a  nobia  consuli  tibi  peraaades, 
nulluni  ampliuB  verbum  faciaa,  sed  ad  noa  ahitia  pedibus  advola.  Bene  vale. 
Lugi  quintodecimo  kl.  Maias.    1484. 


|fol  153  "1 


Uicae  Ripae  viro  dootissimo  et  amico  optitno  sal. 


Aasiduis  flagitationibua  tuia,  Ripa,  vir  eruditissimc,  vehementer  excitor,  ut 
extremam  Borsiadi  noatrae  manum  aliqnando  velim  imponere,  ne  acülcet  res  Uta 
tAnto  studio  iam  pridem  a  nobia  incohata  et  ad  tertiam  ferme  partem  institnti 
operis  perducta  aimul  cum  eius  excellentissimi  principis  laudibua,  euiua  immortalis 
gloria  nnnquam  aboteri  poterit,  imperfecta  et  veluti  manca  oblivioni  perpetuae 
T^ioquatur.  Nam  ex  dnodecim  libris,  quibus  totam  rei  aeriem  carrainibus  beroicia,  ^ 
aliaounqas  aint,  expUcare  proposueram,  quattuor  tantum  nunc  formad  sunt.   Eos 


*)  Uicr  ist  (per)cepuDiiii  oiler  etwas  Ähnliches  au»gciJallcn. 


Die  DreBÜeDer  Handschrift  der  Erotic»  ilos  Tito  Vcapasiano  StniKza     281 

vero  ineracndatos  et  in  arcola  reconditog  tii  post  Boraü  Ddcih  obitam  tantopere 
videre  oontendisti  et  perlectoa,  [fol.  154]  qaae  tua  est  humanitas  et  singulari«  in 
me  bencvolentia,  non  iioprobasti.  Equidera  Ithenter  id  facerem,  ad  quod  tu  gloriae 
noBtrae  fortasse  nimis  avidus  non  soltiai  dos  hortaria.  verum  etiam  Stimuli»  urgen- 
tibus  impelliß.  Qua  ja  re  et  hooeatiasimae  cuptditall  tuae  raorexn  gererem  et 
officio  nieo  in  enm,  quem  veluli  praesens  numen  in  terris  colai  et  qui  lueos  meque 
tot  singularibtiH  beoeticii»  prosocimis  est,  in  aliqua  saltern  parle  satisfacerera. 
Accedir  ad  haec,  quod  gloriosissimi  principis  Domen  ri>to  terrarum  orbe  celeber- 
rimnoi  multo«  niortalea  ingenti  cupiditate  incenso«  allicit  ad  ea  libeDtisaime 
cognoacenda,  quae  de  tanto  Üuce  a  scrtptoribus  praedicantur.  Quam  ob  rein,  si 
qtiis  forte  minus  eleganter  nc  uiinua  ornate  quicquam  de  illo  scripaerit,  modo 
I  eius  scripta  Ducis  Borsii  taudes  contioere  existiincntur,  qualiscunque  scrlptor  fiierit, 
linaxiinarnm  tarnen  reriuii,  de  quibos  verba  fecerJt,  ratione  habita  non  dubito,  quin 
Pia  apud  tectores  magnam  aactoritatem  et  eximium  decus  consecuturus  sit.  Ois 
I  igitar  eonsideratis  omnia  profecto  vidcntar  toe  ad  acrihendiim  invitare,  nei-  diihito 
Doonullos  esse,  qui  me  ingratum  et  beneficiorum  immemorem  appellent,  quooiain 
eo,  cui  phirimum  debebam,  e  medio  sublato  nihil  amplius  scribam,  perinde  ac  si 
omnem  defuncti  curain  ac  inemoriam  ex  animo  penitua  abiecerim.  Sed  absit 
[fol.  154 1>]  a  nobia  tantum  nefas:  quid  enim  aut  iugruttua  aut  inbumanius  exeogi* 
tari  possct  quam  noa  eoriim  oblivisci,  qui  quanduque  de  nobis  beoe  menti  fiierint? 
Ipsae  etiam  ferae  magistros  suos,  a  quibus  aluntur,  et  cognoscunt  et  diligunt  ot 
blandtentium  tactu  permolcentur.  Canes  qnoqoe  icemoriae  proditum  est  mortiiorum 
donjinonim  niirabiü  desiderio  aflfectos  eoniio  sepulcria  die  noctuqiie  assidne  in- 
baerentes  obatinatia  animia  ioedia  mortem  sibi  quaesivisse.  Nemo  igitur  id  de  mo 
sentiat,  quod  a  veritate  procul  abest,  silentitque  icei  causaa  alias  fuisse  pro  certo 
habeat.  Naiu  posteaquam  Boraius  ex  huuianis  abiit,  mutta  niibi  adversa  oescio 
quo  fato  accideruiu:  quae  etsi  me  vebementer  perturbarunt  et  graviasiroe  vexarunt, 
DOB  tamea  omnino  animo  coocidi,  sed  Duce  Herculc,  principe  sane  optiino  ac 
'.iusttssimo ,  tnooeentiam  et  Üdem  meam  perspiciente  ac  benigno  favore  subtevante 
^ex')  invidorura  atque  obtrectatorum  meonuo  perniüiosis  calumuiis  et  manibu»  irapiis 
liberatua  siim  atquc  ita  ttberaius,  ut  praeter  malorun]  opinionem  apnd  ipaum  quoquo 
Ducem  atiquo  in  nomero  iam  pridem  esse  coeperiu).  lila  vero,  quae  nje  hactenus 
offenderunt,  eiusmodi  fuere,  ut  a  studiolis  nostris  animum  meum  averterint  ac 
peoitus  alienarJDt.  Niillam  enini  cum  sollicitia  bomiaum  meutibus  suavissimi  Mu- 
sarum  chori  coniunctiooem  babent,  Quapropter  neqiie  tu  neque  quisquam  alias 
mir&ri  debet,  si  coeptutn  opus  interrupit  sinilfol.  155]stra  et  difficilüma  temponun 
oondicio.  Quam  male  atitem  noblseum  bis  proximis  annis  et  privatim  et  publice 
actum  ait,  formidabüe  ac  miserrimtim  est  meiuinisae.  Nam  per  Deum  immortalem, 
quis  est  adeo  ferus,  adeo  immanis,  adeo  tniculentus  et  ab  omni  penitus  bumani- 
täte  alienus,  qui  tot  calamitates,  quaa  passi  sumus,  sine  gemitu,  sine  luctu,  situt 
deploratione  aut  aiidtre  aut  tntueri  posstt?  Bello  omnium,  quae  unquam  t^oaU 
sunt,  asperrimo  et  crudeüssimu*)  vexati  atqae  al'äicti  Humus:  quod  an  iuate  uabiü 
illatum  sit,  non  est  neoessarium  nunc  disserere.  Nutli  enim  unquam  suae  rationcs 
desant,  quas  taeri  velit  Pulcberrimae  ac  rortilissimae  regiones  nostrae  ferro  igoi 


1)  10,  ms. 

2)  D.  i.  der  Krieg  der  VenetlAiicr  gcKca  Ferrara  und  dessen  Verbündete  (1483 — 14«4). 
Vgl.  Heinrich  Leu,  Gesch.  der  italicaiacheu  Staaten  lU,  S.  138  fl'. 


Reinhard  Jooftthao  Albreebt 

aqua  paasim  lateque  devaatatae  saot,  viUae  ionninerabiles  meeoaae,  apIeDdidissima 
et  amoeniBsima  aedificia  cam  maxima  miseroraoi  ciTioio  iactura  et  iocredibili 
mole«tia  partim  per  a^ros  partim  in  eaburbii«  DoatriB  aat  diruta  aut  äammia  con- 
cremata,  maxima  omnigeoi  (jecoria  undiqaevis  abacta  omniumque  rerum  praedae 
ingeotes  abdactae.  Quis  rara  late  deaerta  et  incaltos  UDdique  campos  aspiciena 
vastam  solitudiDem  et  tristem  illam  atqoe  faorrendam  deformitatem  noo  expavescatV 
Qtiia  iofioitos  paese  viroram  ac  mnlierum  pueroramqae  ac  paellaram  gregea  in  capti- 
vitatem  miaerabililer  abductos^)  ioteltegeDs  et  ea  pauos.  quae  victi  a  victoribas 
pleromqae  pati  soteot,  [foi.  Xbb^]  quis,  inquam,  baec  aodieDS  mi^ericordia  com- 
motoa  vebementissime  aoimo  oon  perturbetar?  Qais  vero  deorum  immortaltum 
sede«  spoUataa  et  immaDiba»  ac  nefariis  Bacrilegiis  violataa  dirutaAqae  pro  rei 
atxocitate  satia  lamentari  qaeat?  Bis  lot  ac  tantia  malia  edam  illud  acceaait,  quod 
aoe  inagoopere  perturbavit  et  ad  extremum  ferme  exitiam  redegit:  Ilervulea,  in 
quo  apea  omnia  nostra  aita  et  collocata  erat,  qai  nanquam  ex  ullo  certamiDe  niai 
Victor  djaceaaerat,  curia  ac  rigiliia  et  taboribu8  coofectus  in  gravem  aane  ac  peri- 
calüaani  aegrotationem  incidit.  Qaa  dia  et  aaperrime  cooHictatus  tandem  non 
huinano  eoosilio,  aed  divioa  potiue  ope  priätioae  valetudini  reatitQtaa  eat .  cum 
ioterea  noatris  rebua  in  maximo  diacrimine  conatitatis  eins  opera  et  praeaidio, 
quod  noble  opportonom  et  aalutare  futurum  erat,  longo  tempore  caruiaaemna. 
Nemo  tarnen  quemquam  ex  ducibua,  qui  pro  nobia  ilH  bello  pruefuerunt,  a  me  in- 
eaaari  putet  (neque  eoim  id  aeotio;  nam,  ut  a  poeia*)  dictum  eat,  Potuit  quae 
plurima  virtua  Esse,  fait) ;  »od  tauta  erat  apud  bominea  noatros  et  univeraum  exer- 
citum  Doatrum  FlercuHa  auctoritaa,  tantam  etua  virtuti  coofidebamDa,  ut  illo  aoapite 
nihil  unquaiu  adverai  nobia  accidere  poaae  pro  certo  baberemua.  Innumeraa  vero 
ac  prupe  iofaadas  clades  noatraa  iliia  ipaia  etiam,  quorum  ductu  et  aitapicita  talia 
geata  sunt,  (nam  et  eapieotiaaimi  et  iii[fol.  156]sti8«imi  aemper  habiti  fnere)  credit 
bile  eat  mirum  in  inodum  displicuiase.  At  in  magnis  exercitibua  atqne  inter  tot 
militum  milia,  praeaertjm  ai  barbarae  gentea  illia  commiaceaotur ,  diffioite  eat, 
etiamai  cupia»,  aceleratorum  atque  impiorum  huminum  cruentaa  et  nefariaa  manua 
inhibere.  Nee  deaperandum  eat,  si  qua  in  bis  pernidoaia  altercationibna  amiaimoa, 
iam  pace  facta  ipsos,  apud  quoa  ea  sunt,  sua  aoltta  magnanimitate  et  liberalitate 
indaetos  et  bcneficiorum  memorea,  quae  domua  Eatenaia  in  eorum  rem  pa(blicam} 
opporiuoia  quidem  et  maxime  neceaaariia  temporibua  contulertt»  ea  omnia  bona  fide 
aliqnaodo  non  solum  redditoroa,  verum,  cum  potentiaaimi  et  liberaliaflim»  aint,  muito 
etiam  maiora  nobia  elargituroa:  praosertira  cum  meminprunt  Ducem  Herculem  Nicolai 
Marcbionia  filium  fuiaae,  quem  ipai  in  ainu  prope  auo  aUierint,  i[m  omnia  sua  ad 
eorum  nutua  prompttaaime  expoauerit,  qui  ae  non  minua  Venetam  quam  Ferra- 
rieDeem  et  dici  et  eaae  voluerit,  quem  illa  latbmiaca  regtone,  quam  Rodigiä  PoUi- 
cinnm  appellant,  ingentibua  viri  meritia  benigniaainie  reapondentes  libcratissime 
donaveriet.  Quam  regionem  ob  aliquam  fortaaae  erroria  causam,  non  adeo  acer- 
bam  ultionem  exigentem,  nunc  potiua  oubis  aaaervari  quam  omuino  ademptam  eaae 
oredere  debemua,  Nondam  ertim  eorum  ineuioria  excidiaae  putandum  eat,  qua  fide, 
qua  virtute,  (foI.  156*»]  quo  conailio,  qua  animi  magnitudine  noater  Rercules  pro 
Veoeturum  gloria  et  imperio  ad  MoÜnellam,  Bonunienaia  agri  viciim ,  »dveraua 
Federicum  illum  Urbinatero,  aetatia  noatrae  tmperatorem  excelleutiaaimum  in  atroci 


1)  addnetoa,  ms. 

2)  Verg.  Ach.  XT,  312  «k|. :    Ncc  quemquam  incuao:  potuit  etc. 


D}«  Oroadeoer  Daudacbrift  dur  Erotica  des  Tito  Vespasiauo  Stroisza      283 

proelio')  fortisfliuie  dimicaDS  ColeonoDsem  exercitum  aocioaque  acerrima  hosttam 
improssioDe  graviter  laborantes  Busteatarit  et  conservarit,  nee  solum  ooDscrvarit, 
verum  ctiam  ab  ca  parte,  in  qua  tpse  pugnabat,  victoriae  priiicipiuin  dederit, 
qaatQ  et  dox  et  illius  acerbisBimum  ac  letale  vulous  e  aiacibus  abstulerunt*)«  Sod 
reprifflo  me,  doq  enim  scribeotis  epistulaiu  sed  potiua  oratoris  hae  partes  sunt  et 
eiu«,  qui  auditorum  animoa  ad  miaericordiam  ioducere  contendat.  Tecum  autem, 
qni  tempestate  illa  furentc  io  eadeni  navi  per  procellosum  mare  Dobfacum  iactatua 
es,  nautragii  nostri  djiseriaa  coinmemoraro  Bapertiuuio  esse  duco.  llorret  aotmua 
praeterea,  dum  singula  mecum  cogito,  quae  calamitosta  illis  tcmporibus,  quoruro 
ego,  iit  tu  8ci»,  iioD  exigua  pars  fiii'),  dos  adeo  graviter  afflictos  oppresaeruat, 
ut  vix  etiamoano  pauliaper  orecti  aliquante»  respirare  poaaiDDua.  Qua  quidem  iem- 
peatate  —  quod  sine  uUa  arroKaatiae  suspicionc  a  Dubia  dici  poteat,  cum  et  vera 
et  noD  ignota  referantur  —  quantum  in  tae  auctoritatia  et  arbitrii  princepa  noater 
eaae  voluerit,  et  civ'itas  et  copiae  nostrae  et  suciorum  auxilta,  quoruiii  in  aiimmo 
[lol.  157]  totiua  Eatenaia  imperii  discriminc  cura  nubia  qwique  deinandata  {\x^t^ 
saäa  manifeatum  teatiuiünium  praebuere.  Ego  vero  et  industria,  si  qua  iu  me  est, 
et  pletate,  qua  debueram,  ipai  Herculi  et  patriae  fidem  ac  diligeutiam  meam  ex* 
hibere  couatua  aum*).  Sed  ne  ego  longiua  aoribendo  progredior,  quam  conati* 
tueram,  dum  vcraa  ac  neceaaarlaa  excuaationia  meae  rationea  in  medium  nlferre 
contendo.  Quapropler  hoc  dictia  breviter  adiciam:  oullam  mihi  wuitia  iam  anoia, 
ut  fauile  intellei^i  poteat ,  occaaionem  oblatam  fuiase  cum  litteria  in  grutiam 
redenndi,  neque  mihi  ex  bac  mea  laborioaa  certe  ac  multla  negotiis  impcdita  pro- 
viccia  tantum  aecuritatia  et  otii  nunc  etiam  supereaae.  ut  auimua  ad  acribeDdum 
aatia  accomiuodari  puaait.  Ceterum  tanti  est  apud  me  auctoritaa  tua,  tantum  mu- 
tuu»  inter  nos  amor  valet,  tantum  communia  atudia  poaaunt,  ut  nihil  omnino  tibi 
denegare  dcbeam,  tibi,  inquam,  homini  ea  virtute  praedito  et')  multia  in  rebus 
de  me  ac  tilüa  meia  bene  mcrenli,  quoa  ood  minua  amaa,  ao  ai  tui  eaaent,  boniaque 
moribus  inatruia  et  tua  excellenti  doctrina  exoroaa.  Qaare  per  amicitiae  nuatrae 
couiunctionem  et  inviokbile  foedua  tibi  polliceor:  cura  primum  aliquid  facultaiis 
mibi  dabitur,  hoc  negotii,  de  quo  nunc  mecum  agia,  me  itcriim  aceurate  in  maoibus 
reauraptorum  eaae  et  aut  totnm  id  opiia  omnino  consummaturum  aut  eoa  [fol.  157 ''] 
aaltero,  qui  nunc  exatant,  lihrosaliqua  exactiore  liroa,  ut  aliquaudo  prodire  audeant, 
quantum  ingenioli  nostri  vires  patleutur,  expolitnraui.  Bene  vale  noatri  memor  et, 
quid  de  bucolica  veraificatione  mea  sentias,  velis  aliquid  litteria  tuia  mibi  aigni- 
ficarf.  Salvua  ait  vir  bumaniaBimua  et  doctisaimua  Baptista  liuarinue,  qui-m  egu 
ob  Bgregias  virtiitea,  quae  in  eo  aunt,  tanti  facto,  quanti  praeterea  paucoa. 
Lugi  Uli.  kl.  uüvembr.  1485. 


8. 
|fol.  157 1>]  liiustn  Alphonao  estenai  «al. 

Audio,  Princepa  Illu(8tri88ime) ,   to  aiimma  cnra  studiia   homanitatia  operam 
daro,   qua  in  re  plarimum   tibi  gratulor,  quod   in  ista  puerili  aetate  oonstitu- 

1)  Die    nnentachicNlenc    Schlacht    bei  Molinella    tuncj  jun    2ft.  Juli  1467    at*tt  (vgl, 
Leo  HI,  S,  411)   tuid  winl  Acol,  [,   1.   vv.  97—144  geschilUcrU 

2)  VrI.  üher  Ercolc's  Verwuuilung:   Uiiir.  fcrr.,  col    211  cc;    Friiai  IV,  p.  62  imd 
Aool.  1,   1.  vv,  145—246. 

3)  Vgl.  Acol.  III,  l  nnd  2. 

4)  Vgl.  Serm.  4.    Ad  Bonavcnturnni  Pistophilum,  vv.  171  —  187. 
6)  ut,  ms. 


7M 


lUirtMd  JMMku  Anndt 


tu')  taan  regiia  dignilaifiiii  UUtnmni  qooqae  orxamenti»  Mgere  ac 
eontendai.  NfMt  eiifm  naglt  heainfm  Hbernn  de«et,  ean  enn  pamafä 
ftatpioio  daetii(|ni:  crtirri  MOftalM  reg)  debeot,  qii«D  nt  virt«!««  fM«fai 
Um  .-innitntur  adipiiici  mdiptavqae  rebementer  amet  ae  velati  ii(,ia— 
v«n«rRtiir.  (Ilnc  datur  ad  taplealiaili  et  iaatitian  pat4?ns  aditas,  qaae  i 
bomin/>fn  inniroo  lJ(*o  mtram  in  modam  coociliant  et  amtciMinnm  reMoi 
KubcrriAmlofl  (Kipriloi  loaxitne  neoesaariae  videntur.  Qnodai  priratoa  honl 
qna  vtrtutia  uiubra  praoditoa  ab  igoobilii  vulgi  tiirba  loDge  secerni  fidaai 
de  «o    ]>nn(-\[n*   üircnffo  n    nobis   puteoias,   qui  praeter  ioaitaa  i 

pnthitMtrm   et   ultra   ex<  ni  geoeris  clarum  et  aubtiine  faattgfOB 

qiif>qtic  (linciplinj«  irobiitua  et  inaigoi  litteraram  eruditione  exenltus  atogttlari 
trliift  ccl«ros  inortalei  antecellat?  Reges  enim  isaiimo  in  imperio  eunatitati  i 
«at  ot  in  enoelio  vitaro  agant,  quo  fit,  ot  eonim  mores  molti  mortale«  aoriiiC  Si 
bnnis  artihiiM  inntrnnil  ftterint,  laadeni  et  gloriam  coaseqneotur  et  ab  omnibas,  ad 
quoii  inilgiii«  norurn  fama  porvfnerit,  non  solam  amabuntur,  verum  eriaas  taan 
quam  dii  in  ti'rris  maximi«  tionoribtis  afticieritur,  observabuntor  et  coleotar.  8i 
vorn  iiiiiiNtl  Ol  crodt-lo»  et  avari  ease  lualiierint  oec  viam  virtatia  ingreaat  forriot. 
Dtque  Üeo  neqao  hominibtia  saiiafaclent  et  maieatatem  regiam  pollaentes  viri  et 
vha  functi  sib)  iptia  et  maloribna  tuis  ac  posteris  plus  ooeris  quam  boQoris 
acquirf^nt.  Kx  Ista  toa  Katf^aai  farottia  multt  quidem  principe»  et  pace  et  bello 
claritminii  prudifr««,  quos  nd  unum  omnes  «i  connumerare  Toloerimu«,  non  epiatala. 
quav  brrvitateni  reqnirit,  »cd  iDn««  nobis  oratfune  opus  erit.  RoUqais  autem  na&c 
orolssli,  qtiorum  (ngena  est  natnerus,  magnaniniuni  et  excellentisaimnm  patrem  taoia 
Duccm  Ilcrciilciti,  qaem  tmitfiria.  ante  oculos  tibi  propunere  debebis.  qoi  ob 
egr^K^am  indolouj,  i|uh  praHdiltm  erat,  et  ob  mores  elegandssimoR  Aipbonso  Uli, 
ragum  «ninium  [fol.  158^]  gloHnsissimn  et  hominum  ceosori  optiino,  quamquam 
•tlanitUQc  adnieiirfir)«,  in  pHmls  cams  fult.  Uoiode  annis  crescentibus  tantnm  io 
lllo  furarae  virtuil«  speciiueu  apparult,  lantus  spleodor  eluxit,  ut  cuoctos  mortale» 
Id  opionDin  ad<1iixerit:  mudu  diu  lUperntes  esset,  eutu  ad  maximum  calmeo  imperii 
allipiand»  pt«rvt<otunira  esse,  Prncedente  mox  firropore.  cum  et  anim»  virtote  et 
corporis  viribus  pltirimnm  excrltcrt't  manuque  promptns  et  coasilio  bonos  esset. 
In  maximam  Nui  admiratloneiii  omues  cunvertit.  Mtllta  illius  egregia  facinora  mili- 
tiuria  praetereo,  nc  singula,  qnae  ab  eo  praeclarc  geata  snnt,  velut  bistoriam  nar> 
raiurna  tu  medium  nunc  videar  addutcre  voluisse.  Calabraa  iilas  expeditiooes 
«fr^giaa  tao«o.  Samt  pugnam  itlam  scenrimam  et  gloriotiasimam  relinqao')»  de 
atrool  ad  Mülioetlaui  fertamiwr  •) ,  In  quo  eins  plurjma  virtus  enituit,  verbnm 
SOllDm  (kcio,  ubi  Coleonensi  »»xercitu  validiasimoruro  bostium  gravi  impeta  vehe- 
nenter  opprexio  et  iaiu  vix  pro(*litim  sustlneiite  ipae  cam  suis  in  pu^oam  df^latas 
(6rtitaime  diuiioans  e  manu  Federici  illius  IJrbinatis,  duds  excelleotiasimi,  aoa.| 
all»  maxiroo  virae  suo  periculo  virturiam  quam  primum  eripait  CoasSio 
at  opa  div  10  aloa  fortaaa  eositaata,  poat  varioa  caaoa. 

laaoairra»  >id«B  naUtotua  «at,  bM  aoa  a»eatia,  dod  igaavia, 

BOD  avaritia  [fnl  l^t^j  Deqa»  taxa,  inalis  duoiboa.  a  recta  bao«  vtveotii  nüione 


I)  AVhmo  L,   Utfr   driMc  lIcno|t  Yoa  F«rT»ra,  bt  gshoraa  an  tt.  JoU  14Ti.  «mr 

laab  «*,  J*bf  ah. 
t)  IH«  ScKlAtfiüt   bei  Smuo.   ba  Juli  UCO,  war  j^loeli  akhl  Ar  r>me«a»il  L 
'HiaH.  saatkc«  fUr  >imtmm  Qtgact  JoUaa  t«a  A|oa  rinnkt.    Vgl.  La»  IT,  9.  59S. 
4)  Vgl.  toi  tMK 


Die  Dresdeoer  Hacdscbrift  der  Erotica  dea  Tito  Vespaaiano  Strozza      285 

aeddctas,  sed  priideoter  atreoue  lilteraliter  ac  modeste  vitam  ducens  priocipatiim 
adeptUB  est.  Quae  vero  miu  potitus  iuipen'o  Morentini  exercilus  alque  omDium 
copiaruu],  quae  per  eoctetatew  belli  ciiieraot,  dux  priioas  in  Einiria  uaviter  ges« 
aeiit'),  testis  est  optimus  püpulua  Florentitius,  cui(y)*)  gravittjr  laborauti  adversus 
poteatissiixium  bostem  opportuQuni  auxilium  lulit.  Quid  ea  dicaro,  quue  ounibus 
nottsaiiiia  ei  iam  ubique  tritu  auntV  qua  acilicet  diligentia,  qua  celeritate,  quibua 
sumplibus  uaepta  illa  et  vivaria  tarn  apatiosae  ujMgnitudini»  adimi  aui  requietia 
orgo  coniifliuia  parietihua  cinxerit  multtsqiie  et  variia  feria  babitandjt  tradiderit^)? 
Quid  referam  molem  illam  castelli  veteria  a  priacts  uiarclüonibtiä  incobatam  nec- 
dum  perfe<:tau],  quam  uiagnitica,  quam  auperba  atruutura  ipae  akius  erexerit  et 
ad  praestautiorem  foraiam  redegerit*]  et  exacte  cutiaummarit?  Aulain  regiam  aitu 
victaui  et  vetustate  paene  collapsam  oon  aolum  reatttuit,  aed  etiam  veaerabiti 
templo  iD  ea  coudito  et  Beatae  Virgini,  quam  religioalasime  coüt,  dedicato  oec 
non  pluribua  alüa  oroaiuentia  additia  commodieaimara  et  pulchentmam  reddidit. 
Ntivum  furuoi  cunatruxit,  vetua  marmoreia  porticibua  et  nova  pictiira  iDaignivrit» 
tauitia  ao  aplcndidia  aedificits  totam  ferme  urbem  exornavit').  [fol.  Id3^|  Qua 
vero  beoevolentia,  qua  liberalitale  buob  oiuDea  proaecutua  ait  ac  proaequatur, 
amplissima  munera,  quibua  eoa  doaavit,  et  diguitatea  Id  eoadem  collatae  mani- 
featnui  iadicium  praebent.  Secutae  auQt  deinde  neacio  quo  fato  DODuullae  alter- 
catiooea  inter  Veßetam  et  FenarienaeaK  quae  facillime  aedari  poterant,  ai  ea 
reoiedia  btoc  et  iade  adhibita  fuiaaeDt,  quae  et  rea  et  tempua  poatulare  videbantttr. 
Ortum  eat  iJlud  crudeliaatmuiu  bellum,  quod  fortaaae  noo  tarn  acerbum  neque  tarn 
calamiioflum  et  taui  inaigueui  uoatris  cladibua  exitum  babuisaet,  al  pater  tuua,  quo 
liraesente  nulla  unquam  dimicatiu  a  noatria  militibua  aiai  aeeundiaaima  facta  eat, 
in  maläu)  valetudinem  qod  iucldiaaet  et  illi,  in  quorum  manu  et  fide  rerum  Qoatra- 
ruiQ  automa  poaita  ftierat,  ofticio  auo  functi  fuisaent.  At  quoDiam  de  hia,  quae 
ad  patrem  tuum  pertiaent,  ooDoulla  carptiiu  p<er8triaximua,  illud  quoque  taceodum 
Qon  videtur:  omoea  civea  ooatroa  et  univeraos  populoa  Eatenai  imperio  subiectos, 
niai  qui  per  vitu  ab  boatibua  expugnati  sunt,  praeter  eatu  fidcm,  quam  aemper 
erga  Eatenaea  prtticipes  babueriiiiit,  illiua  beniguitate  et  iuatitia  atque  optimo  regi- 
irtine  inductüs  cuncta  poLiua  aapera  et  paene  extrema  pati  voluiaae  quam  ab  illo 
diacedere.  Haee  quidem  digDiaaima  auot  et  ab  omnibaa  maximi  facienda,  quiboB 
a  te  dtHgeutisaime  perapectia  fecile  intellegea  noa  tibi  vera  commemorare :  exempla 
Bcilicet  [fol.  160]  doiueatica  ad  virtutem  capeaaendam  et  ad  laudem  et  gloriam 
acquireodam  tibi  non  deeaae.  Videa,  quanta  voUiptate  pater  tuua  affioiatur,  cum 
te  ad  boDoa  morea  tendere  ac  litteria  vacare  intellegit:  quibua  ipae  adeo  deieo-> 
tatur,  ut  etiam  multia  variiaque  et  urgeiitibua  oegotiia  occupatos  cotidie  tarnen 
aliquid  Legat,  neque  uila  fere  eat  hiatoria  aut  Latina  aat  Graeca  aut  barbara, 
cuiua  ipae  qoq  aolum  cognitionein  nou  faabeat,  aed  etiam  de  ea  copioaiaaime  toqai 
aciat,  alque  ita  loqui  aciat,  ut  ego  eum  de  bia  rebus  quandoque  aermonem  baben- 
tem  audiena  et  iageuium  et  acientiam  et  memortam  pltiriiDum  admirer.    Hoc  igitur 


1)  Ercole  war  zwar  vom  37.  Scptbr.  1478  bl»  tntn  10.  Aug.  1479  ObcrbefcliUhaber 
der  Florentiner,  »eine  Rriegsfilhrun};  aber  gegen  ilie  päpstlich -ncapoUtaniache  Liga  war 
nicht»  weniger  als  rühmlich.    Vgl,  Leo  IV,  S.  395  ft'. 

2)  Der  Sinn  fordert  qui  ci  st.  cm :  die  Flurentiner  leisteten  dem  Henog  von  Ferram 
beim  Einfalle  «Icr  Venetlancr  (1482)  Hilfe. 

8)  Vgl.  Acül,  I,  2. 

4)  redigerit,  ms. 

5)  Vgl.  über  Ercole'a  Bauten:  Aeol.  I,  7  und  Q,  i. 


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litfuBtw  palmar,    Bm,  toqoMit  BnanM  §äm  eontea  mWi  mm^ 
«|w>  leer   {M.  1({0»|  faiwdiri— .  aoUwai  pcfcgrisaatcs 
■ofSatar^  sM  mm  immv§  toImHmh.   Ei  4mb  w  mm|9  flwvvti  hbw» 
eUCMl,  mittiiliw  Mwpnt  et  veoacfbot  ae  eetcrii  hi— MiMi  hA  aai 
iMdl  «t  «orfoito  tnrwBdi  gfalfo,  qaotitn  pteeaerü,  vaeare  piirfai 
qaod  rd  aOiCMff  optn  so«  iaip<JiwU  anldqw  escrdtnn  doen  aoo 
esf«lM  art«!  ImRI,  ««4  etUm  ob  eonun  hwignem  etoqanifxaai  fBnatraa  kMfi 
Quiproplcr  onai*  U  eerte  aoo  i»odo  atlieere.  vcroa  elüni  minm  im 
■MtPdlw  4«b«Bl,  Bt  MHw  boe  piKittimitB  tenpora,  das  eeteni 
•srai,  Sttarte  fMaslNM.    MfUÜamm  Lngtnam,  mam  qnidtm 
Ufff  M  epClflUM  «radftfooli,  fliidtoni»  toorom  adiutorein  et  amMoämmtm 
RnpUtTftm  h»h*i»:  bnitui  iiA}»h«rrnmi«  i*t  laudabiliboB  moDitu  —  qood  eerte 
t«  (acan  aoa  Igoorrnnt  —  «i  obsecuto«  faeri«,  oemo  dabttat,  qoio  m  tt 
ffCMltow  ft  doetrina  linfoUrif  evunrn*.    Beoe  vale.  cooram  ipea 
exitnloffl  d»coi,  ae  me  exrelkntiju»  tnae  dfditiMimam  commeDdatno  habe. 
Lofi  qolnto  dedmo  kl.  Februar.    1485. 


9. 

(fol.  ir.7' 1  Venerabiliinit  ic  podloiMinils  vtrgiaibM  Euplinwtnae  et  Alexandrae 
aoronbM  w  olifHW  hm  oHMfitMMt  Salutein. 

Qoaa  Deua  iadem  pareatiboa  gcrnitaa  eodem  stadio  et  mntao  inter  ae  amore 
eanlonxit,  ego  qaoque  epietaia  non  disiuDgam.  Miilta  i]nideiii  siiot,  podicisaimae 
vlrKioe«,  CbHatl  apooine  electau,  qoibua  inducor.  ut  aliqaid  ad  vos  nnoc  seribere 
noti  dubitütn  tniliiqu«  p'^riuadeam  hanc  oean  erga  vos  in  dumiao  earitatno  pro 
bumaoitAifl  et  ppidonUa  reitra  vobff  non  ingratmn  fore.  V'etus  enim  inter  elaris- 
■iroaiD  famlliaa  vattran  aaosque  amicitin  «Inf^nlaH  bencvolentia  coniaocta  iam 
pridein  fult,  qna«  deinde  nova  inter  noi  afänii.ato  ot  soaffol.  168]nMiiiia  patria, 
VMtii  mecotD  laut  pliiribtia  annis  inveterata  conauetudiue  ita  aucta  eet,  at  naU 
feie  n)aiur  cooiunctio  possit  aoced«re.  At  litterarum  eruditio,  qaae  in  atraqa 
veetruQi  inaiKnia  oit,  et  bumauitatiii  atudia,  quihcis  ante  sacratisaintam  profeaaione 
veitram,  i<t  (iriusquam  fAli.ioibas  haius  miaori  oiuodi  blanditiia  valete  a  vobis  om>j 
ninn  dicrretur,  anbao  florebatls,  aüqaid  uiibi  commune  vobieoam  eaae  Toliierunt, 
cQui  e^o  quoqiie  ab  aduleaceoUa  nea  bis  artihu»  nonnibil  deleetaliM  aliqnid  ad> 
dtacare,  modo  (nKoniam  oupidttati  reipnndinset,  conatas  aim.  Res  aotem  ip 
de  qua  vobiteuin  verba  facero  rontiitai,  ad  tucnodissiniaiu  et  salutarem  antoutal 
conaidorationftn  pcrtlnet.  Etei  qnia  ab  extremt  orbie  terrarum  partiboa  Teniena 
lalla  te  afferre  velle  ostenderit,  qoalla  me  nunc  altataraoi  polltoeor.  libcnter  qni« 
dan  ab  onnibaa  aodiondoa  erlt  Vobli  igitnr,  praeetantiaaimae  et  obeervandissimae 
la  Cbrialo  aororef,  vehementer  fcratnior,  com  ille,  sine  oafus  natu  ne  minimuiai 


Die»  Dresdener  Qandatlirift  dtr  Rrolica  des  Tito  Vespasian»  Stnizza      387 


qnidem  foliorum  cadit  ad  terraro,  vos  eo  ingenio»  ea  sapieutia  prAedhas  esse 
volucrit,  iit  tamquaiD  butjrnra  et  mel  comedentea  maiuin  reprobare  et  bonum 
eligere  scieritis  et  anim)  sninraa  ratiooe  atque  excellenti  inagnauitnitate  inductae 
paternaa  opea,  generis  uobilitatem,  preiioaoa  aulfus,  mundanas  illcfebraa,  cogoaios, 
affines,  pareotuni  blanditia«,  uoici  fratris  gratiam  [fol.  168 **]  et  ea  omoia,  quae 
plerique  mortalium  plarimi  fariiint,  iH  vos  Dei  scrvitio  dedicareti«,  elato  et  ex- 
pedito  aninio  »inaül  eontempseritia  nee  solum  coiitempseritla,  sed  etlam  vos  ipsaa 
sponte  vestra  in  ancillarum  formam  redegeritis')>  nudam  cgeatatem,  siaiplicem 
huniilftatem,  rigidos  et  mitiimi  pretii  amictus,  assidaas  vfgitiaa,  pia«  lacrimaa, 
satnranda  parcia  et  vilibas  cibis  ieiunia,  variaa  corporia  afßictionea  bia  omDibus, 
quae  aiipra  coiomeinoravi ,  poathabiris  omnino  sequi  certom  vobta  propositam 
fuerit,  quo  viatii  doinioo  pararetis  et  reclsa  faceretis  Beinitas  eius").  Illiid  tarnen 
in  prirais  suniraa  comraendatione  et  maximu  admiratioDe  dignuro  fuit^  qiiod  Dulliiia 
comraoditatia,  rei  oalliiia  indigentea  ex  hia,  quae  a  ceteria  puellis  caate  et  pudice 
degeotibaa  miruTu  m  rooduin  desiderari  soleDt,  vos  omnibuft  animi  et  corporis  et 
fortunae  bonia  praeditae  et  in  primo  aetatis  flore  consiitutae  nee  non  indulgen- 
tissimoB  vobis  parentea  sortitae,  cum  illi  paratis  dotibus  vestrlg  iam  de  generis 
cogitareot,  vos»  inquarn,  in  sententia  permaaentes,  quae  iam  aliquot  annos  certa 
et  fixa  vofltris  meotibus  inhaeserat,  servato  ioviolatae  virgioitatia  luunere  atque 
omoipotenti  et  aeterno  Deo  aervire  cupientes  hilari  vnltu  et  conataDti  aoiino  ine- 
llioretn  partem,  quae  nnaquani  a  vobis  anferetur,  sapienter  elegistis.  Non  enim 
voa  tatebat  htc  omnia  [fol.  169]  brevi  duratura  et  caduca  esae  nee  qiiicquam  ab 
Ullis  mortalibus  hie  poaaideri,  quod  eoruin  iuris  in  perpetoiim  putandura  ait.  At 
qui  in  atliutorio  akiaaimi  babitat")  et  in  lacrimis  aeminat,  in  exaultatione  nietet*) 
et  cum  gaudto  venieus  maniputüa  9U0S  portabit')^  quos  nunquau)  amisaurus  alt: 
qaod  etiam  vos  facturaa  nemo  dubitare  debet,  cum  praeaertim  non  pueUari  levi- 
tate  inductae,  «ed  gravi  atque  optiino  coDeilio  confirmatae,  quid*)  ad  mentis 
veatrae  qaietem  et  ad  animae  salutem  pertineat,  non  ignorantea  esurire  votoiatis, 
ut  divina  gratia  aaturaremini ,  et ,  quae  parvo  tempore  fruenda  vobia  data  erant, 
reliquistia,  ut  tamquam  nihil  habentes  omnta  bona  in  aeteroum  posaideretia.  Per- 
gite  igitnr,  aacratissimae  virginea^  qua  oüepistia:  dominum  quaerite,  dum  inveniri 
poteat;  eum  invocate,  dorn  prope  eat').  Vos  enim  procul  ab  buius  procelloai 
maris  fiuctibas  positae,  quibus  miaeri  mortales  non  aine  maximia  eorpornm  et 
animarum  noatranim  pertculia  aasidue  tactamur,  per  traoquiltum  fere  pelagna  pleno 
aecundiaslmis  zephyris  velo  navigatis  aeternae  portum  beatitudinis  petiturae. 
Atque  boc  vobia  animo  semper  insitum  ait:  Deum,  qui  fallt  non  poteat,  Optimum 
Bcrntatorem  cordium  eaae  et  nntcuiqae  praemia  pro  mentis  ab  eo  reddi,  nee 
spectaotibua  aed  ccrtantibua  Coronas  parari.  Praeter  ea  mnnera,  quae  [fol.  169''] 
vobis  benigniasimns  Dens  largilns  est,  etiam  illud  aooeasit,  quod  in  monasterio 
Sacra  rcligione  celeberrimo  inter  vencrandiasimos  aanctarnm  oiuliernm  choros 
vitam  ageotes  et  die  noctuqne  psaimis  et  hymnis  vacantes  spiritualem  conso- 


1)  redigerites,  ms. 

S)  Nach  Matth.  S,  2  =  IsaJM  40,  3. 

3)  Ps.  90,  1. 

4)  Ps,  125,  6. 

5)  Ps.  135^:   VenicQtes  antem  vcnicnt  cum  exsuUatione  portantes  manlpnlos  snoa. 

6)  quod,  ms. 

7)  Isalas  55,  6. 


Die  Dresdener  Handschrift  der  Erotica  des  Tito  Vespasiaoo  Strozza     289 

m. 

Sieben  unTeröffentlichte  Gedichte. 

1. 

Erotm,  8  rfol.52): 

Ad  Baoohum. 
Salve,  magne  pater,  divum  soavissime,  salve, 

Salve  Bacche  meis  saepe  eanende  modis: 
Numine  nostra  tuo  dignatus  tecta  subire 
Incolumis  (?)  *)  laeta  fronde  benignus  ades. 
5  Qui  modo  sollicitis  fueramas  mentibas,  ecee 
Adventu  exhilaras  nos,  pater  alme,  tue. 
Tu  laetas  hominum  mentes,  convivia  laeta 
Efficis,  ac  sine  te  gandia  cuncta  silent. 

2. 
Erot.V,  12  (fol.89): 
Epitaphium  Obitii  Costabills  aduiescentls  clarissimi. 

Obitius  viridi  iacet  hie  exstinctus  in  aevo, 

Assiduus  vatum  Pieridumque  comes. 
lilum  et  Costabilis  domns  et  Ferraria  luget 

Et  quisquis  mores  norat  et  ingenium. 

3. 

Erot.  V,  19  (fol.93): 

In  paiatio  Carthusiensl  Ferrariae. 

Has  quoque  magnificis  construzit  snmptibns  aedes 
Carthusiaeque  suae  Dux  Borsius  addidit.    At  tu, 
Qui  legis,  bnnc  hominum  cnram  divumque  gereutem 
Semper  ama  et  Borsi  venerabile  nomen  adora. 

4. 
Erot.  VI,  7  (fol.  105*,b): 

Ad  Divum  Heroulem. 

Optime  Dux,  quo  non  alius  vel  nomine  maior 

Vel  belle  melier  vel  pietate  prior, 
Da  facilis  placidas  miserandis  questibus  aures, 

Ne  probitas  diro  victa  furore  cadat. 


1)  Implicitufl  =  innexus? 
Somanische  Fonchnngon  VII.  ^0 


Bdühui  JöMtku  Atbrcefo 

h  Em  siii|«fal  e«Ub«if«  mtfMM,  bliib«r«  iiphii 
Ots  H^mMe  MaU  imiiMiliti  Lifri; 
Hon  Uae»  bMe  ooMc  peiffaii  ■liflefwi  nlvt«a 

A^alit  lit«c  Ba^m«  pamtls  gniU  *hi  Mt. 
Powell»!!*,  8t  lie<si,  TcJatl  eoameriBBi  säte. 
10     U  pifttriit  pkaaa  iw*)  re^aer«  Iw^ 
ftwtyt  t«w  MMN  gviiHor  de<ilt,  Ola  tucri 

TfMM^  Priattpg  afti«,  sb  bovt«  vellt. 
II  drtitü,  *i  forte  tlBea,  ne  isioflU  peUitsr, 
OosaittM  »eqoio  iara  pettta  viro. 
t^  El  (|Bi«  fi  nbida  iriolator  per6da«  neum 
0«C!ip»i  «t  lolito  more  ronife  euptt: 
PomomI  BoMor  titotna  i)1I«d  praefeireiC,  UU 

PrsM^iti«  indiili  fädic«t  ülo  mo, 
Arb!t«r  iot^rts  Mwagm  mmethit  ad  orbf^oi 
80      Atqu«  dabJi  LaAib  litibofl  Ule  mortDin, 

lioc  f«iiibu«  detia  <!t  tirpplice  To«e  precMnur, 
0^9«  «nttt  itiitttiA  mimera  digna  taa. 

a 

EfoL  VI,  «  (fo!.  105  ^): 
<M  etindtm). 

Tiiatifl  et  Immeiiao  cararam  pondere  preff» 
Oc^dloit  sollto  MasA  aitore  loqul 

Piirelt«,  li  doctaa  iocultU  vemtbua  anrea 
Offendit:  jp-Avf«  Cit  maxima  cauna  dutur. 
5  Si  tarnen  (nt  spero)  Princeps  banc  respicit,  Ule, 
Ule  aoimo  rtrea  ingenioqne  dabit. 

6. 
Erot  VIII,  2  (fol.  147«»  and  148): 
Ad  viniiii  dootfetlmum  Ucam  Mpam. 

Non  erat  ignotnm  nobis,  cnltiflaime  Ripa, 

Quae  foret  eloquii  gratia  visqae  tai. 
Et  quantum  posses  elegis,  ostendeiat  olim 

FoinDosa  impariboa  Xanthia  dicta  modis, 
5  Xanthia,  cuias  amor  pennaa  et  cornna  magnum 

Ferra  lovem  et  fulvo  cogeret  imbre  tegi, 
Noo  ocuHb  Veneri,  non  concesanra  Minervae 

CrinibuB  et  nfvea  par  tibi,  Inno,  manu. 
lUius  ogregiaa  tua  dum  facnndia  laudea 
10      Carniine  non  humili,  Ripa  diaerte,  refert, 


1 


1)  viü,  mi. 


Die  Dresdener  Handschrift  der  Erotica  des  Tito  Vespasiano  Strozsa    291 

Te  sibi  moUis  Amor  vatem  elegisse  videtnr, 

Qui  oaneres  arcns,  aurea  tela,  faces. 
At  nova,  qnae  supemm  sacras  modularis  ad  aures, 

Garmina  Phoebeae  quis  ne^t  apta  lyrae? 
15  Dicendi  mira  genxa  omne  amplecteris  arte 

Et  tibi  non  ona  gloria  parta  via  est 
Nee  minus  hoc  in  te  mirabile,  qnod  tna  fastu 

Atque  omni  virtus  ambitione  caret. 
Claraqae  per  invenum  coetns  praecepta  sequentes 
20      Spargis  doctrinae  maxima  dona  tuae. 

Nee,  quod  plara  tnis  potioraque  iagera  quisquam 

Possideat,  tristi  ramperis  invidia. 
Tu  procul  a  taetra  vitiorum  labe  recedis, 

Tu  recto  sequeris  fasque  pinmque  gradu. 
25  Tristia  multa  mihi  quamvis  haec  afferat  aetas 

(Namque  suas  mutant  sorsqne  diesqne  vices), 
Quaeqne  vides  praeter  saevi  dispendia  belli 

Cum  sedeant  animo  plura  dolenda  meo: 
Ipse  tarnen  cum  te  non  sim  spoliatns  amico, 
30      Vix  Ulla  videor  parte  carere  boni. 
Errat,  amicitiae  sanoto  qui  foedere  nobis 

In  vita  quicquam  dnlcius  esse  putat 
Me  tibi  nulla  dies  mutabit,  amice,  nee  in  te 

Esse  aliam  mentem  indiciumque  reor. 


7. 

Erot.  Vm,  4  (fol.  149) : 
Pro  loanne  Romeo  Ferrariense,  equite  claiisalmo. 

Hunc  sibi  Joannes  tumulum  Romeus  et  aram 

Haue  viyens  posuit,  Virgo  beata,  tibi. 
Huic  decus  et  magnas  felix  industria  nullo 

Turbine  fortunae  fracta  paravit  opes, 
5  Nee  solnm  parto  incubult,  sed  plurima  fiidit 

Dona  suis  larga  caelitibusque  manu. 
Pontificem  Romanum  adiit  legatus  et  Inde 

Factus  eques  rediit  non  sine  laude  domum. 
Sanguinis  Estensis  dignatur  coniuge,  Princeps 
10       Admisit  thalamo  consilioque  suo. 

Splendida  clarorum  hospitiis  patuere  viromm 

Atria^).    Bis  Septem  lustra  peracta  seni. 
Anno.  CGCCLXXXin.  supra  mille. 


1)  Vgl.  die  Venus  Basinii  ParmciiBia  in  salutationem  marchionis  eittenns  Lcuiiulli 
per  mwsM  in  aedibas  lohannis  Komei  in  Ckidex  840  der  Cifica  Bibl.  di  Ferrara 
(nach  Antonelli,  Indice  I,  p.  138). 

19» 


mt 


Laut-  und  Formenlehre  der  Waldensisohen  Gedichte. 

VOD 

Dr.  A.  Barth. 


Der  Untereuchung  zu  Gründe  gelegt  sind  die  waldeDaischen  Ge- 
dichte: Nobla  LeyczoQ  I,  La  Barca  11,  Lo  Novel  Sermon  III,  Lo  Novel 
Confort  IV,  Lo  Payro  Eternel  V,  Lo  Ücepreczi  del  Mont  VI,  L'Avangeli 
de  li  Quatre  Semencz  VII;  ferner  der  Beetiari  B.  Benutzt  habe  ich 
für  1  die  Ausgabe  vod  E.  Montet  „La  Noble  LG^'on>*  Paria  1888,  nach 
der  Ci;  ambridger)  hs,  nebst  den  Lesarten  der  Q(cDfer)  und  D(ub]ioer); 
für  II— Vll  den  Druck  von  Fr.  Apfelstedt  (Zeitschrift  für  romanische 
Philologie  IV  330-346  und  521—541)  nach  0;  ausserdem  für  11— V 
die  Lesarten  von  C  und  D,  für  VI  und  Vtl  diejenigen  von  U  nach  einer 
Collation  von  Herrn  Prof.  Foerater;  für  ß  eine  Abschrift  der  D(ubliner) 
he  von  Herrn  Prof.  FoersterV), 

Zum  Vergleich  sind  (nach  AbBchlusa  der  Arbeit)  herangezogen 
O.  Morosi:  „L'odierno  lingaaggio  dei  Valdesi  del  Piemonte"  Arch.  glott 
XI  30itff.  und  IL  Iserloh's  Dissertation:  „Darstellung  der  Mundart  der 
delphinatischen  Mysterien'',  Bonn  1891,  Morosi  (M)  wird  nach  Para- 
graphen, iBerloh(J)  nach  Seiten  citirt;  und  zwar  bedeutet  das  Zeichen  =:, 
dass  das  Altwaldenaiache  rait  den  neuem  Dialekten  resp.  mit  den 
Mysterien  übereinstimmt,  das  Zeichen  oo,  dass  es  davon  abweicht. 
Fehlt  jedes  Zeichen,  so  deutet  dies  an,  dass  die  neuern  Dialekte  resp. 
die  Mysterien  schwanken. 

^uslaut^esetze. 

Die  Hauptregel  ist:  Alle  nachtonigen  Vokale,  ausser  auslautendem 
a,  verstummen  (^=  M  51.  52).  Das  auslautende  a  bleibt  unverändert 
(M  57). 

Beispiele.  Paroxytona:  a)  die  Intinitivendungen  -are,  -ere,  -fre 
z.B.amar  I  1.53  saber  1  12  vmir  I  9.  Participia:  -atmn,  -itum,  -tUum 
s.  B.  dorn  1 41  puni  I  92  persegu  I  290;  ferner  ^11  50  na  I  218  an  I  6 

1)  Jetzt  bequem  zu  benutvea  ia  der  Ausgabe  A.  Mayer's  ia  dieser  Ta.  V,  396 f. 


i^äük. 


2% 


A.  Barth 


Betonte  Vokale. 


a  bleibt  in  offener  und  geschlossener  Silbe  erhalten  (:=  M  1): 
amar  I  153  dona  I  41  pecca  I  389  ostaf  I  47  pacz  I  149  rtmas  I  171 
falsa  I  163  carn  I  38. 

Das  Suffix  -aticHtn  wird  -age  (=  M  118)  z.  B.  corage  IV  184  Ungc^e 
I  125.     -arium,  -arta  wird  -ier,  iera  (=  M  7)  z.  B.  dt-eiturier  :  entier  j 
V  82,  denier  :  mestier  UI  99  prtitnier  I  71  /oye/-  FV'  116,  271,  272  (wo 
C  loiei-f  loheer,  fohier)  u.  a.  prnmiera  I  44   maniera  U  139  preguiera  G, 
preyera  D  VI  79,    Zu  merken  pmser  D  VII  68  prumerament  QD  II 48 1 
maru^ra  B  (Serena). 

a  vor  Nasalen.  Ausser  J(fam  :  obra  I  75  reimt  kein  a  -\-  Nasal 
mit  reinem  a.  Dagegen  certan  :  deman  1 14.  Ädatn  :  Abram  ;/aw  V142. 
ö-f- combiöirte  Nasalis  und  a-^nn  reimen  ebenfalls  nicht  mit  reinem 
a,  wol  wieder  unter  sich  rngati  :  afan  I  374  semb/ant  :  dan  UI  242. 
'OtU.'-ant  häufig  z.B.  I  120  11  106  III  203  V  67  Vn  157.  famißey- 
rant  II  37  camp :  yrant  VI  108.  Es  scheint  demnach,  daas  Reime  von 
ai  w -^  Nasal  vermieden  werden,  und  dass  die  Nasalis  nicht  ohne  Ein- 
flüss  auf  ö  ist  {■=  M  5), 

Das  a  der  1.  pl,  ind.  prs.  ist  durch  e  verdrängt  worden.  Die 
Endung  -an  drückt  den  Conjunctiv  aus. 

ai.  Der  Diphthong  ai  ist  entstanden:  1)  Aus  a  -f*  i{e).  Inter- 
jection  atj  II  240  iaide  B  (Cerf )  ayre  U  20(D  aere).  2)  Aus  einer  Con- 
sonanteoverbindung,  deren  erster  Bestandteil  ein  /entwickelt  bat  (=M 
121.  122);  es:  (S.  dieses)  tagaan  I  lA  lagsa  I  249  nais  II  79;  et:  (8» 
dieses)  fagt  1 18  /agta  I  430  (=  M  1 ) :  gr:  irayre  I  191 ;  ibf :  (=  M  130) 
aiga  I  112  aigla  V  73;  tr:  pagre  I  28  (^  M  145).  3)  Aus  einem  ein- 
fachen Consonanten  c:  (9.  dies)  (^^  M  119)  lag  I  143  uerag  II  291 
ueraga  I  240  /^/ay  III  10;  g:  (S.  dies)  trag  II  141.  uag  I  191  nach 
fag  I  91.  Dagegen  scatfa  V  44  wird  nicht  mehr  als  Compositum  von 
für  empfunden  und  wie  ein  Verbum  der  I.  Conjug.  flectirt.  4)  Aus 
Hiatus -I  (=  M  H^J)  (S.  dies)  glag  I  173.  5)  Durch  Synärese  nach 
Synkope  eines  Consonanten  (8.  Hiatus).  Dies  tritt  zunächst  ein  bei 
magis.  Als  selbsländiges  Adverb  hat  es  die  Form  maia  z.  B.  I  14  II 207. 
C  1  mal  mai  (=^M  198)  (ital.),  D  mats^  Q  pim  111243.  Als  Conjunction 
mas  GD,  ma  (=M  57)  C  z.  B.  I  77  II  310.  C  hat  auch  1  mal  mos  II  55, 
ferner  beim  Comparativ  tna^  que  I  106  III  58  (wo  GD  umschreiben). 
Ebenso  iainais  l  112.  Doch  ist  auch  wol  möglich,  dasa  man  auf  macs 
zurückgehen  muss,  voraus  sich  betont  mais,  in  Anlehnung  an  den 
folgenden  Consonanten,  also  unbetont ^  regelrecht  mos  entwickelte.    In 


Laut-  und  Formenlehre  der  Watdensisphpn  Gedichte 


297 


den  übrigen  Fällen  war  das  i  ursprünglich  betont,  aber  durch  Con- 
tractioD  hat  sich,  wie  dae  VersraaBs  ausweist,  ein  Diphthong  entwickelt: 
dt,  oder  nach  Assimilation  des  a  an  /,  «?/  (^  M  6)  traitre  IV  217  reycz 
VII  7   meiitrß  VII  227. 

Das  ey  der  1.  eg.  perf.  ist  Analogieform  nach  der  2.  Conjug.  und 
wol  nicht  direct  aus  a(r)»  entstanden.  Abweichend  hat  sich  auch  das 
Futur  gebildet  z.  B.  cridetj  B  (Pantera)  farey  U  232. 

Qualität  des  ai  Wo  a  den  Accent  trug  ist  in  allen  Fällen,  wo 
der  Diphthong  hochbetont  ist,  di  anzusetzen,  auch  bei  es,  et  {=  Ml). 
In  allen  diesen  Fällen  tritt  vortonig  neben  ai  auch  ei  auf  (ä:  M  55), 
deshalb  ist  hier  ei  anzunehmen  z.  B.  Idysa  I  249  aber  Ic/f/sd  und  fej/sdf 
fayi  abdr  /eytt<ra  IV  121».  ai  überwiegt  und  zwar  hat  G  im  ganzen 
42  ai  12  ei,  C  bi)  ai  ö  ei,  D  49  ai  7  ei.  Daneben  kommen  bei  G  und 
C  2  resp,  1  ital  Form  vor:  cason  G  I  76  II  304,  C  laron  l  313. 

au.  Der  Diphthong  au  ist  entstanden:  1)  Aus  einer  Labialis  (&) 
oder  aus  einer  Coneonantenvorbindung»  deren  erster  Bestandteil  eine 
Labialis  [b)  oder  /  ist  (^  M  1 ,  156,  102,  8ö).  soan  V  81  natt  B  (Ve- 
rena) »ao  ebenda,  taulas  llbO.  paratifa,  aHceUum  s.  an.  rfoij  (=  pro7. 
dam)  1  24,  464.  l  4-  Dental  s.  /  (=  M  1)  2)  Hiatus  •  m  (S.  dies). 
3)  Synärese  nach  Synkope  des  Vokals  (ö.  Hiatus).  Hierzu  faitc  {facto) 
G  V  42  nach  taue. 

Qualität  des  au.  Abgesehen  von  den  Wörtern,  die  auf  vulgärlat. 
au  zurückgehen^  sowie  a  -\~  o  (u),  wo  zum  teil  schon  Contraction  ein- 
getreten ist,  ist  für  betontes  au  der  Laut  du  anzusetzen  t=Ml,47). 


r  erscheint  zu  ie  diphthongirt:  1)  Vor  r  in  Verbindung  mit  einem 
/-Element  bei  dem  Suffix  erimn  und  bei  -egrum  (=  M  14);  mestier  : 
dinier  III  99.  (Dagegen  gelehrt  erlu  :  tnafena  II  38  miseria  :  terra 
II  36)  entirr  :  drciturier  V  84,  Dazu  nier  111  23.5  nieras  B  (Corp)*). 
e  diphthongirt  auch  in  ßer  [ftrit)  B  (Aygia,  Pelican,  Fenis,  Gal)  fitron 
B  (Pelican),  vgl.  7»<?/' B  (Cingl.  2)  In  tu  sies  II  279  III  133  (ooM196). 
3)  Vor  X  bei  Cü  AiV.y,  G  ry^lll  16.  woneben  sry.-,-  C  (GD  6)  III 115  (=M  16); 
ebenso  in  B  eys  (Pantera,  Idria),  Vgl,  auch  Jahrb.  IV  viestf  vieston 
(=  M  17),  {=  J  9).  gieta  B  (Leon).  In  allen  anderen  Fällen  bleibt  c, 
Bowol  in  offener  als  in  geschlossener  Silbe.  Im  Auslaut  tritt  Doppelung, 
also  wohl  Dehnung  ein.  pt'e  B  (Volp)  neben  />^•  B  (Volp)  I  206,  «f  B 
(Voutour).  cel  I  121  queron  I  351  melh  II  164  velha  I  236  (cvj  J  9) 
tercz  m  263     (=  M  12—16). 

1)  also  e  darch  fulgendes  <  su  f ,  wie  auch  in  einzelnen  Gegenden  des  Proveo«. 


296 


▲.Barth 


f.  vor  NaBalen.  B«  kommt  kein  sicherer  Reim  von  t  -{-  Naaal ; «  vor; 
denn  c^i : -ent  I  2öC  ist  wahrscheinlich  ein  interpolirter  Vera  bei  C,  and 
die  in  -en/Tiraden  befindlichen  Heime  manifest:  desert  I  170  «nfen^: 
soperc  I  175  können  Tiraden  für  sich  bilden  wie  z.  B.  te8ta  »faitt 
I  404  o.a.  ^ -)- Nasal  and  f-|- Nasal  reimen  häufig,  sind  also  gleich; 
menc:  cent  I  398  cotien  :/ac2en  II  92  souetit  :  patent  III  83.  e  -j-  Nasal 
reimt  mitf:  en/erm  :  -etil  I  271.  —  m*^{  :  ceyni  II  285,;  freit  Ml  240. 
6fn  (fehlt  D)  ;/«*  ;  «f«  (C  «ew)  V  96.  r  reimt  nicht  mit  <%  nur  mit  e: 
ver:aqffest:  ensempliio.  Aus  den  Reimen  läset  sich  folgern:  1)  dass 
e  -f-  Nasal  geschlossen  ist  =  f-|- Nasal  (=  M  18);  2)  dass  sonst  ^  und 
(  sich  Yon  einander  scheiden  (cv>  M  8  ff,). 

eA  (est)  hat  geschlossenes  e:  iier  :  es  III  73  fres  :  fs  V  154.  An- 
gemerkt zu  werden  verdient  der  Reim  aprea  :  seres  V  88. 

Die  Suffixe  anczuj  -encza  werden  häufig  vertauscht  {=  M  19) 
(franz.  Einfluss?);  poi/mncza  I  55  neben  poysencza  I  34  (Da),  poi- 
$e7icza  G,  a  CD  lll  29,  34  IV  230.  poysencza  GC,  o  D  IIl  406 
meHCOfwifieftcza  OD,  a.  C  III 36  differencza  GD,  a  B  III  79  perfntaneza 
0,  «  D  VII  9.  Ebenso  poüant  GD,  e  C  III  51  V  1  VU  244.  Es  reimt: 
gent  VII  155. 

ei.  ei  ist  entstanden  aus:  1)  ei;  fem.  pron.  ley  I  209  II  48, 
(oder  iUaec)',  2)  et  s.  dies;  3)  tr  s.  dies;  l)j:  peis  II  67  III 204  {cv)M  71), 
(ex?  J  11);  5)  Hiatus-/  s.  dies;  6)  Synärese  nach  Synkope  des  Con- 
Bonanten  s.  dies  bei  Hiatus. 

Qualität  des  ei.  Dem  Reim  rry :  ley  {illae)  1208  nach  zu  echlieseen 
sind  beide  ri  (wenigstens  im  Auslaut)  zusammengefallen  (=  M  9,  12). 
Sonst  reimen  sie  nur  mit  sich  selbst  delcit :  perfeit  VI  102  eyleyl  III  10, 
105,  390  :  speyt  III  161  perfeit  :  eleit  III  404;  fey : l^y  I  148  rey :  ley 
I  197;  vgl.  auch  -ment  :  ceyni  11285  ;/r«nn214;  perfaitm  GC  V  56 
wol  nach  fuita, 

€-\-u.  Mit  primärem  u  (o)  bildet  f  io  (=  M  14):  dio  I  44  \1I  242 
fio  (feudum)  III  66  Jmio  I  140  farisio  I  200  yo  I  41(t  11  7.  Beim  be- 
tonten Possessivpronomen  kommt  auch  häufig  eo  {=  M  14)  neben  io 
vor,  und  zwar  G  io  4  mal  eü  32,  C  io  55  eo  17,  D  io  5  eo  67.  Dazu 
wm  (=  M  14)  n  245  V  26. 

Bei  e  4-  t  entsteht  eo  {=.  M  102).     c:  s.  dies  z.  B.  greo  I  U). 


ei  findet  eich  vor  n  in  folgenden  Fällen:  ftyn  D,  e  CD  V95  sereyti 
G,  f  CD  V  &>  neben  /r«  II  236  jleti  1  34  /)«««  I  385  u.  a.  Hier  sei 
auch  aufgeführt  das  Pronomen  queyna  C,  quena  G,  qml  D  II  211.    Im 


Laut-  Qod  Formenlehre  der  Waldensiacheo  Gedichte 

Aualait  tritt  auch  zuweilen  Doppelung  auf  fee  G  I  427  VII  108  ue 
VII  333  V  96.  Sonst  wie  CD  Je  I  46  s«  I  309  cre  li  196.  Sonst 
bleibt  e  in  offener  und  geschloseener  Silbe  (^  M  8):  z,  B.  9aber  I  13 
»res  I  214  vecz  11 251  uilecza  II  8/m?i  I  88  trame»  1 144-,  aber  peyriencas 
I  15tj.  Suffix vertauBchung  ist  anzunehmen  bei  rrudel  :  nouel  IV  196 
mgel  [siyillum)  :  tropel  IV  232.     Über  frei  trc  (res  treys  S.  numerale. 

ei.  ei  ist  entstanden  aus:  1)  (=  M  9)  Guttural  -|-  Dental  oder-f- ». 
et  8.  dies.  z.  B.  dreit  III  48  endreicze  V  117,  ceyyit  :  -ment  U  285, 
freit: -meid  III  215  aber  de  GD  der  C  (pl.)V84;  (=M9).  es  s.  dies. 
cre/*  VII  79  {=  M  12):  dazu  j/s  a.  dies:  z.  B.  mesetjine  II  96.  C  hat 
auch  tneyme,  G  1  mal  »«CÄmt^  IV  237  (=  M  24).  2)  tr,  dr  (^  M  9): 
ereyre  I  19  preyre  D  (=  M  IG)  neben  preier  GC  I  386  (a.  o.).  3)  ein- 
fache Gutturalis.  S.  dies  z.  B.  rey  I  46  fey  I  75,  bei  QC  auch  fc  z.  B. 
1  101.    4)  Hiatus-»  (=i  M  9).    S.  dies.  z.B.  .9%sa  V  62. 

Umlaut  tritt  ein:  1)  durch  Einflusa  von  7,  wie  y  1409,  dann  bei  pl.  maso. 
des  Pronoms  (c>o  M  183  ff,).  8.  dies  z.  13.  ilh  I  53  aiinith  I  18  a'/uiati 
1 32.  Dieselbe  Porra  sg.  fem.  (=  M  183)  ilh  I  215.  Ferner  vor  Hiatus-t  bei 
enying  VI  61  fumilha  VI  1 10.  2)  nach  Sibilans  und  Palatalia  aci  {acetttm) 
(=M  11)  I  309  Sararius  1392  rm/m"  II  294  VI  16  jmjs  :  scarnir  12&S. 
(Vor  folgendem  Vokal  («)  geht  e  ebenfalls  in  i  über  (=  M  190,  196): 
via  I  348  sia  I  384,  das  Imperfect  auia  l  78  veya  I  321  uoirio  III  19. 
Einige  Verba  haben  die  Infinitivendung  -ir  angenommen.     S.  dies. 

eu.  Entstanden  aus:  1}  Hiatus -<^.  S.  dies.  2)  v  und  b.  S.  dies. 
(=  M  102). 

i. 

l  bleibt  unverändert  (=  M  20):  z.  B.  visf.  I  392  penlh  I  11 
dia  I  327  /  vor  Nasalen  ist  unverändert  (=  M  20),  reimt  häufig  zu 
reinem  i  I  12,  36,  154,  388,  471,  218  lU  119,  137,  169,  185,  220,  265, 
287,  298. 

,'  _|_  ,•- Element  giebt  i  (=  M  196):  z.  B.  dire  I  61  dit  1 109  dita  CD 
dicta  G  I  124  dis  l  283  di  l  11  aucire  I  261  rire  II  288. 

i  -\-  M- Element  gibt  io  im  Auslaut  und  vor  Consonanten  (=M20). 
M- Elemente  sind  v,b.     S  dies.  z.B.  uio  I  388  uiore  1  250  fiora.ü  1.398. 


o  diphthongirt:  1)  bei  -oeu  (^  M  30) /moc  1 132  /mocII22.  2)-oh< 
(=  M  32).  huo  (Perdis,  Cocodril)  buo  B  (Buo);  dagegen  movet  moo 
HI  83,  noo  1214;  noo («ot?ttw)B(ÄygIa),  wol  analogisoh  nach  wo«MrIII321; 
<(=  M  29),  3.)  HO  resp.  ue  (=  M  31)  in  euobre  B  (Leon)  fiuebreW  301, 311 
wo  C  uhebre  II  301,   D  huobre  II  311.    4)  vor  Hiatus -i   (^  M  37); 


300 


A.  Barth 


aigemale  bei  G,  auch  bei  C,  nicht  bei  D.  arguelh  G  1  W,  C  III  255 
^fehlt  D)  aber  CD  urgolh  1  Ä>,  G  III  255;  0  encueg  1  15  wio  CD 
encoy  III  192.  5)  m  in  tuost  neben  tost  (stets  so  G),  tost  z.  B,  I  203, 
tuost  z.B.  n  137,  D  tuost  7  mal,  tost  5  mal.  C  tuost  3  mal,  tost  7  mal. 
Sonst  kommt  dor  Diphthong  nicht  mehr  vor:  /o/A  VI[2CK>  recolhWl  199 
mlh  II  7  ö/A  I  431  uülha  IV  18;  o//  II  UX.);  ferner  (=  M  29,  35)  po 
I  13  troha  VI  69.  cor  II  138  defor :  mor  VII  95  ow  UI  82  //o»»eII24 
uol  I  27  pöble  l  145  05  DI  375  nostre  I  176  fort  I  232  cor-*  I  311  ho  I  12. 
D  hat  Iraal  n  (?),  wmr/  11  209. 

Waa  die  Reime  angeht,  bo  reimen  für  sich /wof  ; /«oc  II  21  po  : 
of/czo  :  0  (Vokal  dea  Alphabets)  V  50  argoth :  olh  :  recolh  :  iolh  YU  197- 
Sonst  reimen  durcheinander  cors  :  os  III  374  ;  hom  Sl  tort :  asotl'd^lf 
396,  4i)6 ;  0  :  mi  in  cor  :  tresor  11  138  V  28  cors  :  Paul  IIl  246.  or  :  mor 
(c>j M  30)  VII  93;  sogar  cor.'panr  [pavorem]  II 289.  Nach  diesen  Reimen 
haben  wir  also  o.  o  vor  Nasal  ist  geschlossen  (^  M  33) ;  es  reimt 
o  -|_  H  :  oJ^u  l  77,'  104,  204,  225,  353  II  2^0  III  113  .-  p  -f"  »*  V  85  .• 

0  -{-  8  glorios  :  mns  :  camzons  III  229;  o  -|-  r  misericordioa  :  bon  : 
predicador  V  22. 

0«.  o  4-  1- Element,  z.  B.  Guttural  -\-  Consonant  et  S.  dies  z.B. 
noyt  II  129  (=  M  37),  (oo  J  16)  myda  B  (Voutour);  c«:  proytne  I  44; 
er:  noyre  IV  263  VII  101  (=  M  33);  tr  S.  dies.  Hiatus-»  ^^  diea. 
oi  ferner  in   den  Ableitungen  von  post  und  possum  (=  M  37).    poys 

1  282  depois  VI  92;  pogsa  I  397.  Gutturalis  noy  B  (Volpi  (=M31). 
Auch  vor  inlautend  c  wird  (vortonig)  ein  »  entwickelt:  bei  notjseut 
V  1<X>  HOijs/uo/B  (Castorl;  vgl.  oy-^^/^ni  23  u.  o.,  D  1  mal  ost/  VH  179. 
Desgleichen  bei  D  vor  n  4  mal  in  bointa  z,  B.  III  44  {=  M  65).  Da- 
nebon wie  GC  bonta  V  153. 

ou,  1)  r  (=  M  32,  34,  196).  S.  v.  2)  l  -\-  i  1=  M  S5),  8.  /. 
Dio  Assonanz  asot:  torf  1  391,  3'J6, 406  spricht  dafür,  dass  das  «Element 
gefallen  ist,  wenigstens  auf  die  Qualität  des  9  keinen  Einfluss  aus- 
geübt hat. 

Umlaut  (=  ii)  bat  betontes  o  -H  Hiatus -i  in  hus  II  189,  vgl.  ital. 
rätor. ,  reimt  zu  segur  II  198;  hiifre  V  143  nach  den  endimgsbetonten 
Formen  u/tfrc  V  62. 


o  bleibt  in  offener  und  geschlossener  Silbe;  einigemale  findet  sich 
I*  ^=  M  27):  z.  ß.  tot  I  9  lop  V  125  sposa  1215  lebros  I  272  crof  1312 
dolor  I  32*)  coa  B  (Pauon)  perdott  l  401  pom  I  58  molhcr  VII  238 
rt  1  118  lor«  I  9  rfoa«!  150  wo^  1 39ü.  6  1  mal  uooc^  Vll  90  neben 
l\  239;  ou  to  rouce  B(8erena);  u  .  urwa  I  272   II  164.    Neben 


Lant-  and  Formenlehre  der  WaldeosiBchen  Gedichte 


301 


nonibre  Y99>  hat  G  numbre  III  347,  4U5,  D  I  135  III  405,  G  columba 

V  7t>  VII  123,  GD  umbra  VI  75;  meist  cum  bezw.  9,  nur  1  mal  G  cnm 
II  :i^>2,  CD  häufiger.  Abgesehen  von  cum  hat  C  u  2 mal,  O  7 mal, 
D  5 mal   vor  Nasalen;    vgl.  auch   neben  paur  z.B.  II  223  pour  bei  G 

VI  73  ü  VI  73  m  134,  pmr  C  z.  B.  I  326  por  G  II  115  D  ni  291 
I  326. 

Beim  Possesaivurn  hat  sich  das  fem.  regelmässig  entwickelt:  soa 
I  96  /oa  D  I  211,  unbetont  sa  t  76  to  I  211;  das  masc.  dagegen  nach 
miOj  med  hat  tio^  sio  resp.  ko,  seo\  unbetont,  son  1  26  tou  G  I  246 
(=  M  185). 

Beim  Verb  ist  die  1.  pl.  -umus  durch  -m  verdrängt:  sew  I  7. 

oi.  1)  Guttural  Verbindung  nct:  S.  dies  z.  B.poj/ni  II 193  (=  M  123). 
es:  8.  dies.  z.  ß.  comist^r  I  40  (=  M  27).  2}  Uialus  -  /  8.  dies. 
3)  0  4-  »:    8oy  II  241  (=  M  196). 

Wie  die  Reime  cot/nf  :  religiös  III  181  poynt  :  mont  III  88  be- 
weisen, ist  0  gescbloBsen  (=:  M  27). 

OM.  1)  ü:  ploo  B  (Papagal)  (=  M  102)  2)  /  +  Dentalis  (/,  t;) 
S.  dies.  Meist  ist  das  //-Element  {=  M  85)  gefallen,  neben  ow  auch 
oOt  o;  au  in  mitra  G,  oira  CD  I  58  u.  5. 

Umlaut  tritt  ein  vor  /  in  dui  I  313  (=M  181) /«y  U  240  tmi  II  3 
(=  M  188). 

u, 

u  bleibt  z.  B.  iu  III  188    uiscu  II   li>2   pur  I  136    .s«.s  I  312  just 

I  204.  Wie  M  38  ü  hat,  so  ist  dieser  Laut  auch  für  das  Ältwald.  an- 
zunehmen. Es  finden  sich  folgende  Reime  von  ü  :  i  vor:  svfjm'  : 
knir  III  383  vn-fw;  :  Jesu  ehr  ist  I  338  doctrina  :  Script  ura  I  389  uia  : 
scriptum  :  milia  III  360.  Participia:  Irgi  :  pcnsegu  I  289  :  uiscu  II  102 
uenczu  :  di  III  67  agu  :  dormi  II  216.  auffällig  eylecta  {eUgia  oder 
elegtut?')  :  conegua  :  cregua  V  16  conegua  :  uia  :  sia  :  tenrian  11 1  .^9. 
Pronomen:  tu  reimt  puni  :  en  tu  :  serui  III  185  also  //.  iii  :  i  in 
menür  :  autrüi  ;  etiemic  I  371;    filh  :  perilh  (fehlt  C)  autrui  III    148 

,d99truir  G,  -urp  D  .-  uenir  MI  195. 

ui.     1)  lui  I  95  neben   dem  unbetonten  H  11  18  autrui  I  263    rui 

II  181.  2)  Guttural -f- <-'on8onant  8.  dies.  Das  /-Element  ist  gefallen 
bei  ptrttts  ß  (Pic.)  Monophtbongirung  eines  ui  hat  C  2 mal  destrt'a 
I  103,  113.  D  2  mal  redur  I  118  dt'sirure  Ml  19.5,  G  2  mal  m/</rf  1 118 
destrure  V  50. 

//  wird  in  volkstumlichen  Wörtern  wie*=r'  behandelt,  vgl.  preijre. 
In  gelehrten  Wörtern  i:  fi^«^  V  46  gdria  B.  niartiriCO,  wo  G  marturi 
IV  262  (Vgl.  it.). 


r.  Barth 


eu. 


Vortoniges  eu  ist  u  in  u/rates  B  (Cao). 

au. 

In  Bezug  auf  das  Schwanken  zwischen  o  und  an  könnte  man  viel- 
leicht folgende  Regel  aufetellen;  o  steht  bei  volkstümlichen  Wörtern 
mit  festem  Aecent  i Substantiv),  an  bei  solchen  wo  Btammbctonte  Formen 
mit  endungsbetonten  abwechseln  (Verbum),  mit  andern  Worten  der 
HochtOD  begünstigt  o,  der  Vorton  an  {=  M  47).  1)  o  bei  or  I  51 
0  {aut]  I  15  tresor  II  119.  G  Iraal  pauc,  C*8  jmuoc,  die  flbrigen 
25  mal  pot-  z  B.  I  26  (c>o  J  181  //o//  I  325  neben  roy  ¥11245  cosa  I  424 
onfas  IV  258  ro6a  IV  30  parola  II  76.  2)  au  haben  die  Adjective 
paure  I  57  powra  11  270  rauch  B  (Lop);  dann  au  (pre.)  I  393,  imp. 
III  119  annon  IV  239  ckiit  B  (Leon)  rtwso  I  410  citchna  I  104  repofwa - 
V78  repaus m  172;  /"/««/  H  (Bno)  vausu  (^  Ursache)  IV  154  gelehrt. 
Paul  I  12;  in  247  [Pol  bei  G)  ;  cors. 

au  reimt  mit  o  in  folgenden  Fällen:  /re*or  ;  cor  II  138  V  28  or  : 
mor  VII  93  Panf  OD,  o  C  ;  cor*  111  247.  Zu  dem  Reim  /jat/r  ;  c^r 
II  289  (vgl,  Schreibung  por\  vgl.  ^egnot-  :  paor  :  accension  I  326, 
pudor  :  paur  III  290  (wo  C  unbedeutend  ändert).  Unsicher  iet  treaor 
GC  (/a«or  D) ;  ptcador  II  277.  Reime  von  9  ;  p  vor  r  kommen  sonst 
nicht  vor. 

Dem  Neuwald,  entsprechend  (M  47)  ist  0  resp.  au  anzunehmen. 


Unbetonte  Vokale. 

Anlaut  !_±.  Die  Vokale  im  Anlaut  werden  im  Allgemeinen  wie 
die  betonten  Vokale  behandelt.  Es  tritt  aber  keine  Diphthongirung 
auf,  sie  verlieren  die  feineren  Qualitätsunterschiede  (e  e;  0  p\  ai  ei] 
au  ou)  und  lehnen  eich  gern  an  die  Nachbarlaute  an. 

a  bleibt  z,  B.  saber  I  12  cavolier  I  316  chascnna  l  27  chavon  13} 
maniar  II  94;  anders  a  -f-  »-Element:  1)  Gutturalverbindungen. 
8.  dies  Hier  schwanken  ai  und  ei  (=  M  55).  2)  tr  ö.  dies.  £b 
achwankt  zwischen  ui,  ey  und  einige  a  {=  }A.  145).  3)  pt  ai  S.  diea. 
4)  Einfache  Gutturalis  ai.  5)  Hiatus -r.  S.  dies.  Neben  ai^  ci  auch' 
a,  tf  (=:M55).  6)  Synärese  nach  Synkope  eines  Consonanten.  S-  Hiatus, 
oi,  eiy  €  (^M6);  «i -|- w  -  Element :  1)  Labialis  (r)  oder  Consonanten- 
Verbindung,  deren  erster  Bestandteil  eine  Labialis  {b  -{-  r)  oder  l  {!  -\-t) 
ist  8.  dies,  au  (=  M  69).  2)  Synärcse  nach  Synkope  des  Consonanten 
ai/y  0.    a-{-ü  gibt  aw,  oy,  «u,  w  in  benaura,  S.  Hiatus. 


Laut-  und  Formenlehre  der  WaldenaiBcheD  tiedicbie 


N 


e:  verayali'iO  jieJorlGb  ser/nc^rllS,  ei;  1)  Gutturalverbin dangen, 
dies,  gittar,  vistir,  issir  S.  unten,  ebenso  über  ai/ci,  aquest ,  mtal\ 
merke  neirecza  B  (Caladri)  neben  betont,  nier  III  235;  ai  haben  GD, 
C  fi  in  aitfal  HI  86.  2)  Hiatus-/.  8.  dies.  3)  Synärese.  S,  Hiatus,  eu: 
1)  Labialis.    2) /-{-/.    S.  dies. 

ty.  uecziH  Ul  266  feczis  V  50.  ei:  1)  Qutturalverbindungen. 
8.  dies.  2)  dr  S.  dies.  3)  Einfache  Gutturalis.  S.  dies.  4)  Hiatus -t. 
S.  dies.;  neben  eij  auch  e,  i.  eu:  1)  Hiatus-u.  S.  dies.  2}  Labialis-)-^ 
Consonant.  S.  dies.   Zu  merken  C^8  daurlan-  veriwtos,  davon  verum  {oh). 

i:  disis  V  47.  i -|- «•  Element.  S.  Guttural.  » -|- m  -  Element.  S. 
Labialis. 

o:  fotjuieuc  CD  HI  369—70  obrar  I  27.  «/:  1)  Guttural  +  Conso- 
oant.  2)  tr.  3)  Hiatus-».  S.  dies,  culhir ,  ubrir,  dunnir  [uehen  dorm ir), 
murir  (neben  morir).  S.  unten. 

o:  hocon  I  61.  Zuweilen  tritt  vor  Nasalen  die  Schreibung  u  anf: 
z.  B.  mundana  IV  34  rolunta  I  280  corampu  H  6Ü  auuuclaiia  IV  250  u.a. 
Vor  andern  Consonanten  cubitar  I  8,  in  furnv;  ß  (M  =  ü)  melhurA 
m  202  ^).  lu  Premier  C  HI  257  cusi  C  I  375.  Bei  fusis  C,  fosies  GD 
V  89  cmin  CD  III  220,  D  IV  8  neben  coisin,  bulheutlAJl  ctdhir  \li  219, 
wo  I,  /  eingewirkt  haben  wird,  oi:  S.  es,  et,  Hiatus-/,  ou:  S. 
l-^t,c.    Es  findet  eich  ou,  oo,  o  und  2mal  paii^in  B{Ayg\ü,  Randola). 

u:  puni  I  92  fuczenf  VII  299. 

au.  Vortonig  steht  au  stets  wenn  der  Hochton  ebenfalls  au  hat. 
Hat  der  Hochton  o,  so  sehwanken  in  den  Ableitungen  o  und  an:  z.  B. 
auuir  I  293  rei'aii.<tar  H  130;  ferner  aurelha  B  (Mostela)  tresorier  H  220 
^mtiMW/-  G,  0  CD  II  229   robador  G,   au  CD  III  279  rmtharias  GC, 

0  D  n  136;  dazu  awc/r«  I  300  aucimi  III  94.  D  hat  bei  diesem  Verb 
sonst  o:  z.B.  ocire  I  261  ocion  I  364  oc/i<  1  76  ocia  I  166  Of*y  VI  55; 
damit  vgl    ferner  aurmt  GC,  o  D  11  101      1  mal  oociseron  D,   au  GC 

1  346.    benatira  S.  a.    oysel  S.  o. 

Abfall  des  Anlaut  •Vokals  ist  häufig  eingetreten  bei  den  mit  ecct 
und  eccum  gebildeten  Pronomen  und  Adverben:  z.  B.  fo  I  38  neben 
ayczo  I  11  czatj  HI  401  nrbeu  ai/cza//  V  42  Imal  <yMt//«  GD  I  179 
sonst  aquella  I  82,  cUh  C  2  mal  H  138,  214  sonst  atpnlh  I  18;  ferner 
bei  hilf  1 143,  beim  Artikel  h  I  28  //  I  11  /a  I  15  /a*- 1  117,  Pronomen 
%  I  204  lui  1  95  lor  1 1(.>2,  aber  nom.  eJh  I  25  /M  I  53:  dann  bei  dem 
Futur  von  tsser  z.  B.  sere  I  211  seren  I  467;  (ßeysa  V  62  randola  B. 
uesque  C,  euesqtte  G,  auesque  D  V  142. 

Die  Anlautssilbe  fiel  bei  fanlin  I  218  fantina  B  (Unicom). 


1)  Einige  prov,  Texte  hier  «  auch  unter  dem  Ton. 


IXM 


A.  Barth 


Bei  contonantiflchem  Anlaut  fiel  der  Vokal  zwitchen  Consonant 
ood  r  bei  cri  II  i?>8  crida  11  294  dreit  III  48  endreiezar  IV  173  em- 
hlarfn  C,  robares  (iÜ  IV  150. 

Hcbwächung^  nicht  Abfall  hat  der  Vokal  erlitten  vor  «  iroparain: 
icurn  V  117  (C  rxcuru)  estenencza  III  241  scouta  11  314,  ebenso  in  den 
Zoiammeniiotzungcn  mit  ex. 

Za  merken  aind  noch  enporrit  GC,  ypocrit  D  IV  218  enpocrit  G, 
eiporril  C,  y;)orr/7  I)  III  284  p//(/n^  I  294,  396  eyta  D,  e/o  GC  I  227 
aita  H(l*'aleun)  rwbfln  rtn  ebenda.    (irJ/'ormaG,  deif.  CD  II  70  eymagena 

V  105.  a,  <ti  hftbon  die  Bildungen  von  eccuni  und  ccce  z.  B.  ayczo  I  73 
«yj'f  I  flf)  ai/«i  I  43  ayczay  VI  64  a//«/  I  408  aquel  I  22  ayw^s/  I  3 
aqni  I   HH;  ferner  Agit  C,  %i7  Gl)  1   142. 

llniHtoUung  der  Voknio  bei  udilini  G,  tnjduliui  D  VU  112,  auch  G 
eyduliui  I  103,  cotUmtiuituttf  B  (Aragna)  neben  ront/nuament  ebenda. 

niNüiniilation  roHp,  A«aimilatioii  an  die  Vokale  der  Nachbarschaft 
hiU  gewirkt  hoi  rf-udHU  149  efnaht  D,  ö  CG  IT  149  sefil  D,  suhfif  G, 
mtil  C  IV  28i>  neben  subtUmnii  VIl  190  metd  III  191  saget  IV  232 
/"i/r«/V  H  (       M  48  /iirmi)  cuUnr  (^  M  191)  VH  219  ubnr  II  305  f/w/'w/r 

II  1,10  nubon  dormir  111  221  rnttrir  C,  o  Gü  I  2s2  wo  altwald,  zum 
Teil,  iionwald.  »tot«  betont  diphthongirt :  vortonig  ü  hat  vielleicht  auch 
«//»'//♦  nach  ußi'fi  V  143  zu  urteilen,  vistir  u.  ä.  S.  unten  Einäuaa  der 
Conaonnntx'n. 

ABHimilatioii.  l)io  Labiaten  b  und  m  verdunipfen  den  Vokal. 
irumier  1  71  (=  M  181)  tifnidir  R  (=  M  48, (>4  ü  und  tJ).  deman  GD, 
domun  C  IM   193  ronutmnt  C  8  wo  die  andern  hss  remaneiit ,    ebenso 

III  \W1,  320  fibriota»  Ol).  ubriam-Zit  C  IV  131, 160;  ««erm  B  {hibernum), 
{h\nn\^)  (=  M  G3).  r  wird  vor  r  su  a  in  auangeli  III  388;  a  C,  *  GD 
1  12,  217    auiron  {in  vironem)  V  120:    atu^que  D,  euesque  G,  ««.s^wc  C 

V  142.  Die  Liquida  r.  /,  ri  öffnen  den  Vokal  arra  OD,  e  G  UI  252, 
arrar  C,  <•  GD  lU  6.  36  (=  M  48.  58);  saren  [sermum)  D,  «  GC  V  60» 
hrwor  stet«  C,  #  GD  e.  B  111  117  rtM  IV  '235  randofa  B  (=  M  58) 
aryfdA  \  90  marri  II 294  tnimohni  CD  (=  M  68),  «  G  U  263  marchnndia 
U2U  mar«wiMi>9C.  r  GD  V  79.  .4/i/<»i/  H,  a/6«r^«  147  saiuage  IV  187 
Sttim^strr  C  i  GD  I  41 1  o/monci  1  42:^  VH  163  ptmiUeotta  1 311  (=  M  58), 
fMfioM  0»  «  GD  II  21XV  fafK-^oMor  D,  r  G  III  369-370  «w^oimm^D,  rGO 
UI  884  Wfd^a  D,  ^  GC  111  236  iMNmi»e«-.t  C.  #  OD  I  249  ■eben  ai^imfio  ^ 
UI  78.  Sonst  noch  einigt«  lo  bMebt««:  D  hmt  dämmt  1326  V99  neben 
tkrttmt  t  H.  IV  e5  dnmmt  (=»  M  197)  a.  R.  1  37 :  f«n«r  mfolcpirtm  1 219. 
Piüalale  und  Sibiteil^a  a^ÜMMB  den  Vokal.  Q  miiür,  CD  #  I  157 
mUiimmim  Q,  #  CD  I  275  neÖMi  «MTiMMihi  111  159  laair  &  ey.  vmcmI 
U  Kti  i«.  II 196^  limwiiriB  GD,  •  C  1  306  WülfnQD.  «  C  U  321 


Laut-  und  Formenlehre  der  WaldeosisoheD  findicht« 


305 


phcer  C,  ot  GD  I  77 ;  (=M  55, 196)  gitar  S.  ct.  girarchim  GO,  ge-  D  V  61 
serment  B  (RosBignol)  neb^n  ttarrnenf  ebecda.  DiBsimilaüon  findet  statt 
bei  /mir  IV  58  feniment  I  284  (oo  M  63)  aeror  III  77  secon^  III  124 
d*emr  D,  cTonor  GC  II  2. 

ÄusBer  in  der  AntaiitsaÜbo  zu  merken  iemarcn  D,  f  G  VII  138 
piaiost  ß  (Cocodril)  Safnmon  II  104  ubnotm  GD  IV  131  propiota  B 
(«.  B.  Pelican)  do/eiros  D,  o/  G  VI  53  I  310. 

^ '-,     In  dieser  Stellung  bleibt  a,    dagegen   fallen  die   übrigen 

Vokale,  wenn  sie  nicht  (durch  Consonanteti  oder  Analogie)  gestützt 
Bind.  Schwächung  des  a  tritt  ein  hQi/aczedura  C,  a  GDII32  laisereD, 
a  GC  III  125  trapasere  D,  a  CG  IV  120  mereuilhos  V  79,  85,  lil9,  112 
monteit'en  D^  «  G  Vü  152  benenra  S.  Hiatus.  Gefallen  ist  a,  weil 
wegen  r  früh  in  *•  geschwächt,  in  comprar  III  14  sarment^  serment  B 
(Rossignol),  Vom  Infinitiv  beeinflusst  bleibt  der  Vokal  auch  bei  den 
Ableitungen  auf  'mentum.  Die  I.  Conjug.  wirkt  auf  die  II.,  am  stärksten 
bei  G,  am  wenigsten  bei  C  C  hat  1  mal  e  für  a:  enpachement  I  55, 
mit  o  D  coHcehameid  II  39.  genwmenf  G,  e  CD  III  289,  e  C  IV  167; 
acreijsament  I  10  naysamfiit  II  61,  C  e  II  15  mteudammt,  «  C  II  110, 
usoluament ,  c  C  I  408  placzament  G,  i  CD  III  183,  /  D  II  47,  e  C, 
i  D  I  475. 

Hiatus -Vokale. 

Hiatus-/.  Nai'htonigea,  auf  betonten  Vokal  folgendes  i  bleibt;  mit 
Umlautbildung  in  dui  I  3  fui  II  240,  ferner  in  lui  1  95  cui  H  181 
autrui  I  263    Cm  I  32»  3  mal  tre  I  390. 

Hialus-/  palataliöirt  l  und  «  (=  M  72,  76)  batalha  II  135  traualh 
U  146  «jeMor  l  3Ö4  filh  1  29  milhur  GC,  m///Vr  D  IV  280  uolh  I  248; 
aber  oli  II 100  auangeUl  12.  Zu  merken  metalh  VH  96;  ^agrtiar  U215 
/f'gf/K/  II  10  segtior  I  78.  Palatalia  in  meczongier  III  283  rnenczonias 
I  374  strangier  IV  273;  im  Auslaut  esirang  1  263  enging  VI  61.  Ge- 
lehrt sind  matrimoni  I  88  testemoni  III  285  demoni  1  96. 

w:  si>nm  B. 

r:  Diphthongirung  bei  arium,  ertunt,  ausser  den  gelehrten  contrari 
I  92  aduersari  VII  197.  Attraction  bei  «irc  VII  231  (M  7)  gaireWUo 
declaimr  III  4  dohiros  GC,  <?/  D  I  310  VI  53  sobeiran  IV  134  sofeiran 
\i  (Üarbonl.  Sonst  bleibt  /  z.  B.  gloria  I  328  propria  I  280.  Ebeneo 
gelehrt  ajuiori  II l  396. 

mn:  soyme  IV  10,  U,  13  so*/;««  IV  10  (=M77).  Bei  «,  st  tritt  i 
meist  in  die  vorhergehende  Silbe  (=  M  75,  79).  mayson  I  49  maiso- 
namcnt  VI  104  cugson  1  351,  374  II  122  V  52  cat^on  D,  ai  GC  I  76 
fl  304  acaysomnt  I  255  malmis  C  C/a/«  Gü)  I V  218  '^z  IV  219  (C/o/s)  235 
maluaysa  C,  asa  G,  -oc2o  D  FV  50  maluusa  C  (»wo/a  OD)  IV  157  bat» 


306 


A.  Barth 


sn'aCVl37  palaisWlOA  meiss&nWJ  21S  w/t'mnor  VII  268  gleysa  W  ß2 
VII  ISbprnsoHÜD,  prrson  G  1 193  11  200,  270  III  3(J9  prt^sou  CG,  pnsnn  D 

I  35Ö  toyson  l  367  angoma  II  154  nebeo  gelehrtem  angustfa  IV  124; 
dazu  vergleiche  die  Formen  von  post  und  posse:  poi/s  I  315,  C  1  mal 
poi  I  129   poysa  l  455  u.  ö.     C   hat   Imal  posa  IV  287»  1  mal  pochan 

II  139.  I  fällt  nach  u  in  plusors  III  94  (cv^MlSO)  us  (ostium)  II  189, 
bleibt  in  gelehrten  Wortern  z.  B.  besfia  TI  82, 

dr  intervokalisch  fällt,  so  daes  ein  t-haltiger  Diphthong  entsteht 
(=M80).  glay  1  173  mey  stets  Gl  313  {wecz  GD  =  M  80J  III  353. 
{cz  G)  V  119,  (c«  D)  wffrt  B  (RosBignol)  wetto  B  (Griffon)  uey  CD 
(Mf'o  G)  III  155,  252;  {ueo  GD)    uey  C  III  6   dey  C  (rfewo  G,    </?«  D) 

V  101  f-ncoy  I  15  III  192  apoia  {adpodkit)  B  (Aljfant)  yoy  I  207;  die 
Palatalia  entstand  im  Anlaut  (^  M  80)  hm  I  9,  gelehrt  diattol  I  38; 
über  -atieum,  -äiccm,  -ndicare  S.  Gutt. ,  nach  r  geht  t^/  in  cz  über  in 
/rtrcswr  II  301  (=  M  147).  In  Lehnwörtern  bleibt  di :  remedi  U  269 
homecidi  II  136  e«Mi<//c  III  102  odi  IV  103  ordi  B  (Furmic«)  (ooMSO), 

(cxjJn). 

b  verhält  sich  intervokalisch  vrie  d:  a//II243  öyoü  II  296  oya  II 18. 
dey  C,  deuü  G  dea  U  \  101  hi  bleiben  in  ^/ei^io  G  11  9  wo  CD  dea 
haben;  ferner  in  c<irm&}ar  II  218  (M  77)  und  auslautend  in  c^/wi/111400 
dubi  VI  72. 

vj'.  legier  VI  74  (=  M  II  74)  leoieria  1 165 ;  ploiwi  II 141 ;  saui  II  222. 

Bei  t  und  c  fällt  i,  nachdem  der  Zischlaut  entstanden  (=  M  78), 
lacz  B  (Leon)  lar  B  (Votp)  raczon  I  441  neben  rason  G,  r  CD  III  169 
rasson  GC  saczon  1  179  menaczar  VI  64  uiaczamenf  VI  50  enraycza 
II  328  desprecza  II  (  336  sotr^wra  II  40  s^«o;?a  VI  9  riquecza  I  479 
leyczon  I  1  menczonias  I  374  comeuczur  I  28  pm'czonier  IV  275  aperaneza 
VI  86  ^erc«  I  323  «oc^a^  IV  199;  (==  M  78). 

Nach  j;  bleibt  Hiatus -t,  ausser  analog,  yo  say  III  182;  aber  ^a/^/a 

V  87  (^  M  81)  rfcepia  B  ( Serpen t)  crepia  I  218  propiola  B  (z.  B. 
Pelican)  ^^ro/)/«  DI  109  repropi  IV  258  (oj  M  81). 

Hiatus  »M  bleibt  anlautend  in  soaii  V  81,  sonst  fallt  es  nach  Con- 
Bonanten:  balalha  III  83  lenga  IV  286  mori  III  341  acostuma  \l  190 
speriial  IV  171  brina  { pruina)  VI  42  gelehrt  lenguage  G  I  128  spetütual 
GD  1  278  mantniet  G^  mansoet  D  VU  121;  ferner  »y^a  U  20  neben 
ay^/wa  U  23,  ayya/  lU  h6  aygla  V  73.  Übertritt  bei  den  Verben  saber^ 
{re)c€br€.  8.  dies.  Hiatus -u  wird  consonantisch  nach  dem  Fall  dea 
Consonantcn  in  vwas  I  156  und  in  der  Conjugation,  wo  es  wie  tv  be- 
handelt wurde.  S.  dies. 

Sekundärer  Hiatus.  Wird  er  durch  Zusammensetzung  veranlaast, 
■0  wird  er  durch  Elision  beseitigt  z.  B.  dont  I  140  dos  I  24.    Eotateht 


Lant-  UDd  FormeDtchre  der  WaldeosiecbeD  Gedichte 


307 


fer  durch  Syakope  eines  t'onsonnnten,  so  wird  er  meist,  geduldet, 
namentlich  bei  der  Flexion:  /eas  I  367  porr  I  71  jioon  B  (Aygla) 
potjon  I  361  pan  II  117  cred  II  34  uea  VII  198  sbay  IV  12  uei)a  I  321 
/Tfl^  VI  98  mt'olla  VTl  5t i  uiaczament  VI  34;  neben  rf.ser,,  rer,  veir 
8.  dies.  Der  Hiatus  i'ten  C  3,  5,  9,  bei  D  hervorgehoben  durch  h\  vehen^ 
wie  nehesisanQüy  neesan  CI  117,  orthographäach  cohoüuament  D  VlI  34, 
coliotinadüi'  D  VII  15,  wird  beseitigt  bei  C  durch  Synareae  ven,  bei  G 
durch  Einechieben  von  y:  veyen ,  ebenso  ucien  Q,  uchen  D  VI  4'J,  53; 
vgL  potjon  oben,  auciya  G  I  166  seynotiia  B  (Ccrf)  gloriiar  II  118. 
Zur  Tilgung  des  Hiatus  dient  v  bei  auuv'  I  392  avoteri  I  162  deuani 
G  II  44  (wie  franz.),  D  r/«?«ö«/  (echt  prov.),  C  III  305  denant, 
sonst  d<r(mt,  tandar  G,  lauuar  D,  latmar  {?)  C  V  30.  ^:  preyont  V  97 
preyondecza  V  130  cfl^j'rt'  (oo  M  2,  196)  B  (Grua)  ra^/o«  B  (Cerf). 
Synäreae  tritt  ein,  wenn  die  Vokale  qualitativ  sich  nahe  liegen,  oder 
»ich  zu  einem  Diphthongen  verbinden  können,  mais  8.  a.  traitre  IV  217 
yra  B  (Idria)  reycz  VII  35  we>^trf  VII  227;  treitor  III  107,  284,  D 
beide  mal  ai,  C  ai  III  284  ayrar  DD,  /Vfirr  G  I  261  ayns  I  90,  «»Vöm^  C^ 
errant  GD  I  158  ayreron  C,  e/-  GD  I  254  amcistra  V  4  enraycza  GD, 
«>y  C  II  328  dereycza  V  27  Irayment  GD,  tradiment  C  III  71.  Zwei- 
silbig bleibt  /)^/y,s'  und  natürlich  die  Participia  trahi  W  260  s^öy  IV  12. 
Es  entsteht  ««  bei  der  Präposition  (fpud  (=  M  201),  die  jedoch  nur 
bei  C  (III  89  auch  D)  vorkommt,  GD  haben  dafür  ital.  cum  z.  B.  I  39. 
Contraction  tritt  ein  in  dereco  [=  M  199)  B  (Castor)  in  or  II  27  neben 
arC,  rtrttGDIV292(cviJ8),  (ooMl98)  e/jcnr  111294  encar«  (=- M 198) 

II  227.  II  ist  ferner  gefallen  in  htm,  mm^/an;  vortonig  aurar  i  35. 
So  stets  C,  D  hat  o  ausser  aurd  l  33,  G  1  mal  o:  orar  I  35.  a-^^Ü: 
benaimi  hat  G,  benayra  C,  beneura  D  III  322  IV  228  VII  165  benaura  G, 
ay  C,  u  D  m  381,  404  VII  127,  177,271,286.  Zu  erwähnen  sind  die 
Formen  von  pavorem.  paor  hat  nur  C  I  396  u.  a.  paur  haben  alle 
hsB.  2.  B.  II  223  poui^  GD  VI  73  (=  M  6)  por  G  I  326,  D  III  291. 
Das  Wort  reimt  zu   o:    Reynor  :  paor  :  acension  I  326  {pudor  :  paur 

III  290  wo  C  ändert)  und  zu  qi  paur  :  cor  II  289.  Man  müsate  also 
annehmen ,  daas  nach  italienischer  Art  o  .•  g  reimt  (wofür  die  Reime 
aber  weiter  keine  Belege  geben,  vgl.  fresor  GC  [lauor  D):  pecador 
II  277)  oder  es  müssten  neben  nebeneinander  bestehen  paor  und  por  (aus 
pqör,  pöurj  M  pöu)^  vortonig  pauroa:  f  -f-«:  reymer  B  (Pelican)  rey- 
mador  V  10  b€ney<;(r  B  i Penis);  dann  mryme  C  z.  B.  V  88,  Ü  Imal 
mesme  IV  237  neben  meseyme  II  96  neis  II  107  preyre  D  prever  GC 
I  368  posta  D,  poesta  C,   potesta  G  I  326. 


308 


A.  B«rth 


Consonanten. 


Wandel  von  /  zu  r  in  rosiffiwl  B  (=^  U  48)  pru^  bei  C  II  284  u.  ö. 
prusors  in  94.  GD  haben  f,  C  l  mal  in  249;  M  180.  darbonh  (=  M  86). 
/  zu./  in  wißt  VII  200  (=M83);  d  zu  /  cfticafa  B. 

Geminirtes  /.  Meistens  bleibt  //,  am  häufigsten  bei  0.  Häufig 
findet  sich  falsche  Doppelung  z,  B.  millia  G  I  172  uille^a  CD  II  8 
padlar  G  I  246.  C  hat  periia  =  per  la  III  174.  crudella  GD  II  195 
(vgl.  crudel  :  muH  IV  16)  parolla  z.B.  li  76  ydollas  D  IV  128. 

Mouillirtes  /  wird  ///  wiedergegeben.  Es  ist  entstanden  1)  durch 
l:  ilh  I  53  (M  181)  aquilh  I  18  (M  186).  Ähnlich  soll  nach  Suchier 
(Grundrisa)  das  fem.  Pronomen  ////  (^  M  181)  I  215  entstanden  sein; 
ferner  salh  VIT  47  salhia  VII  49  deßalhire  DI  117  defaihWl  51  bulhent 
1  432.  Imal  fem.  /7  G,  ilh  CD  II  185.  2)  l  -f-  Hiatus-/  S.  dies.; 
dazu  recolh  Wl  199  cufJiir  VIT  2U>.  3)  Gutt.  +  /  (M  89)  sokih  VI  92 
i'etli  II  114  uelha  I  236  aparelhan  Fl  121  vdhar  I  287  calha  B  (Falcun) 
mathu  C;  maculla  G,  macolia  D  II  42  perilh  I  11  pfiiUios  II  216  torbilk 
Vn  105  olk  I  272  ^jfo/A  11  99.  Nach  Consonanten  bleibt  cl,  gl:  tnescla 
I  317  masde  B  (Vipera)  onglas  B  (Cocodril);  ferner  in  Fremdwörtern: 
desregla  V  144  seglars  B  (Volp);  soperc  I  176  sopcrchar  B  (Serena) 
sopercha  B  (Panteral;  s/o/^/a  GD,  s/o6Äa  C  II  236.  Sonst  bleibt  ge- 
etütztes  /.  M  88.  Zwischen  ml  wird  h  eingeschoben:  semhlant  I  122 
sembla  IH  191,  vgl.  emmip  l  412  (=  M  199). 

^-{-Cona.  Vor  Dentalen  entwickelt  /  ein  u,  oder  fällt,  vor  andern 
Consonanten  bleibt  es  {^  M  85).  utU  V  73  dtaut  III  215  cau<;  I  191 
autre  l  59  vaudes  I  373  maudit  II  321  m«rfd/<  G  1  mal  vuildit  D  VII  168 
autrui  1 203,  /  fällt  weil  vortonig  nach  a  in  atresi  I  12  u,  5.,  wo  G  asi\ 
e:  beota  II  2*J  (=  M  85) ;  9 :  GD  amtt  1 391,  397, 4(.K)  .^ow<  l  399  (=  M  85), 
dagegen  C  asot  und  socz.  talvota  C  I  100  eota  OD  VJI  125  /om/  B  (Pic); 
()  neben  o  (=M85):  mot  hat  G  Imal  niout  IV  12,  GD  >M0M^«»c2a 1 473 ; 
Bcouta  G,   Sf^oo^a  C,   «co^a  D  II  314   scoufau  GD  VII  90   scoutavan  Q, 

0  D  vn  60  avotrar  G,  ou  CD  1  371,  236,  381  nuotrare^  IV  149  aroUril 
GC,  ou  D  I  162,    coltiuament  G,    cohotiuament  VU  34   coftiuador  G, 

^0/-  D  VII 15  Moo^or  B  (Galina)  »<(>«//o/' und  wo/or  B  (Voutour),  doocsG, 
D  VI  7,  0  CD  V  127  doc2ur  IV  239  doorzor  G,  0  CD  V  127.   Neben 

otra   z.  B    I  58    oidra   G    in   96    (=  M  85)    antra  6  1  mal.     antrage 

(uitratirum)  IV  186,  paiu;in  B  (Aygla,  Randola). 

Im  .\u8laut  bleibt  /  (=  M  83):  mal  1  10  vil  I  263;  auch  in  angel 

1  208  (cv>  M  87,  138).    Zu  merken  ist  vao^.  {volles)  B  (Cumos), 


Laut-  und  Formenlehre  der  Waldeosiapheo  Gedichte 


309 


Übergang  in  l  bat  stattgefunden  in  alberge.  I  47  pelUgrin  I  264 
fieirani  11  38  (==  M  95).  Metatheaia  in  pertiomhcza  ß  (Pantera)  neben 
pregondecza  V  130  pregont  V  97  cocodril  B.  tromenf  II  267,  D  IV  28 
Uromentare  D  IV  261  forment  I>  VII  189,  199,  202  neben  /ön«ß«/IV261 
froment  VII  195,  221.  Ausfall  n-propj  IV  258  (=  M)  propia  III  109 
propiota  B  (Pelican)  pftire  im  Infin.  I  100,  79,  107;  bei  0  bleibt  r  mit 
anderer  Behandlung  der  Infinitivendung  prener  I  371  III  150;  Kia- 
achiebung  bei  tresor  II  119. 

Gerainirtes  r  bleibt  in  der  Schrift.  1  mal  (i  fem  VII  178  corer  B 
(Cerf)  corott  B  (Alifant)  coropkt  G  I  80  corumptt  CD  II  (K)  secora. 
Falsche  Doppelung  bat  sauorra  (von  sapor)  11  227;  C  forron  V  74. 

r  -f-  Consonant.  rs:  r  fällt  in  ^fUJ?  I  312,  s  in  t<tr  I  26,  sonst 
bleibt  r  z.B.  spars  VII  34  o/ö  V  125  uern  IIl  231.  C  hat  Iraal  ertos, 
G  errors,  D  e/ror  JII  57.     Im  Auslaut  bleibt  r  erbalten.    M  96. 


m  geht  in  n  über  vor  Dentalen  (^  M  113)  conto  U  175  {recontar 
n  73  u.  ö.  und  coiniar  bei  CD  ü  317*);  auch  vor  Labialen,  nament- 
lich bei  C  z.  B.  etßtnpie  l  79  neben  egsempie  1 137  scanpa  U  105  eanbi 
C  III  400  canbiare  C  III  231  corrmipre  GU  II  60  conpaynia  III  382 
j>o«?Kf  GO  IV  27  conprare  VI  76  co/wni«  VII  127  smbtant  C  III  367. 
Auslautendes  m  geht  in  n  über  in  rm  (=  M  114)  III  136  und  bei  den 
Verbalformen  z.  B.  detten  I  2  ama/t  I  43-  Statt  m  tinden  wir  die  ent- 
eprechend©  Muta  p  bei  C  in  uerp  II  99  III  375  mrps  II  94  III  214 
(=  M  167)  neben  i«rm  III  194,  218.  Gefallen  ist  m  gemein  romanisch 
in  ja  IV  42.  Sonst  bleibt  es  (=  M  114)  fam  VII  133  tem  lü  198 
ferm  VI  66  nom  II  271,  Imal  no^nom  G  IIl  342  y/wm  VII  112.  Ge- 
stütztes m  wird  n  in  fürni^  B  (cv)  M  48).  Geminirtes  m  wird  ver- 
einfacht comuna  I  69,  doch  cousumma  G,  consoma  CD  V  45. 

mn  wird  verachieden  bebandelt.  Assimilation  zu  n  tritt  ein  in 
doncela  I  208  dona  (=  M  115)  I  320 /^«as  CD,  /ennos  G  I  344  dan 
in  243;  (=  M)  mha  II  20  nonmr  CD,  Mow«r  G  V  98,  ferner  m  in 
soyme  IV  10  "oy^wff  IV  10  (=  M  115).  In  einigen  Fällen  hat  D  Assi- 
milatioi),  wo  CG  inn  erhalten  haben:  nmia  I  229,340  und  comiatu-,  wo 
CG  p  einschieben  I  132,  135;  ebenso  D  n,  CG  mpn:  condana  III  32 
IV  76, 165  condanacion  IV  154.  l>  hat  p  eingeschoben  dampna  III 63,  64 
(C  danua)  244  I  448;  D  mn,  GC  mpti  damna  I  451. 


1)  Letztere«  auch  soDst  in  oberit.  Texten  anziitreffea. 

Komanboh«  FonchaoKPn  VU. 


21 


310 


Vn  251  mmArt  IUSl    ^ 

I  317   ;=  M  löT. 
C.  tmm  GD  I  86 


a  gckft  m  r  fbcr  n  dbw#  C  (M  110).  C  lad  ^nMirf  m  306». 
6  hat  HCl»  <inMfif,  D  d£mami,  laal  ioMitf  V  9&.  la  der  Vc 
aai  liadct  gleiehfdia  Übeigaag  ia  r  statt: 
a  wccktelt  ant  m  (aad  aaigekchrt)  vor 
fritmemi^m  I  52  aebea  «oapayaM  C  I  211 
C  I  adu  Vor  Labialmencheiat  aach  die 
U29lB.d.  GV6  Vn36i.  a  ist  eiageMkol 
ra/tort  D  V  45  aen^aa  CI  339, 241  afli^aaa  C  I  »1,  414  m  369-70 
Beben  a«aa,  ae^aa  HI  125  empoerü  GC  IV  218  6  m  2^  cmemaim  D, 
iizmia  G  VII  2fr2.  AanaulatioB  des  a  tritt  eiabeic/C;60a/Id3. 
G  e/,  CD  o/  m  352  aad  aMist  ia  dea  ZiiiseiswasiUieagiia  «t  com 
vor  V  Bod  «  z.  &  eoftn  I  429,  GC  eoaam  II  92  cctinyi  I  143  cwMyrr 
VII  172,  coteiMa  C  I  243  aebea  eontea  U  309  eoaüOar  H  302;  tffm^ 
CD  aebea  «a/oa/  G  I  395l  a  ist  eriialtea  ia  gelebrtea  Wdrtera  csik 
rer»e  I  327  etmtaiador  I  332  n.  a.  Aasfall  des  a  fiadet  sick  regdaiissig 
in  Tollutamlichea  Wörtern  vor  *  z.  B.  sms  I  214  t€wm»  I  171  si^ima 

I  W)  vautUt  I  373  artes  III  D9  y>r«9  I  1><9  />r€ysoii  I  193  SMSli^  II 144 
l^i^J!  I  2^)3  ;»|)o«4  I  215  nMsftror  I  370  a.  a.;  feraer  ia  mte^amitn  D. 
menrf/niw.  CG  I  374,  alle  hs  IV  151  mtezon^er  Ol  d^  ei^a^aa  I  315 
aber  einquen  III  101  eine  I  131.  trans  meist  aaeh  ohne  ^:  mit  «  ia 
tfoütuit  C  I  110  tragff/nna  C  V  G8.  a  fsllt  ia  nachtoniger  Silbe  aas- 
laatend  ^=  M  111  j  z.B.  Aom«  I  13  otfe  I  156  lore  II  117:  nor  Imal 
C  K/i/i^n/;  III  1^2.  m  int  es  in  cubitem  B.  In  betonter  Silbe  bleibt  es; 
auaaer  üctrm  B  {hihemum)^  (Faroicz),  (ck3  M  63). 

Geminirtes  n.  Ebenso  wie  //  behilt  G  aoch  nn  meist,  wihread 
CD  gern  vereinfachen  anar  OD  III  155.  1  mal  hat  C  amdar  IV  203 
anunriar  CL)  I  2^1  mgana  CD  III  78  qfdna  III  151. 

Monillirtes  n  wiedergegeben  durch  ^.  Es  ist  entstanden:  1)  ans 
Hiatua-i.    S.  dies.    2)   ans  ^:   ensegnar  III   111    agnel  TS'  47    le^na 

II  '.'.O   r^yn«/-  V  2^^    ma/i>n«  VII   29    ^/«^w«  I  373.     C    1  mal   dtn^na 

nr  bleibt  z.B.  cenr"  I  lö  penre  l  70  cenres  B  (Fenisl  (=M  109). 


LiADt-  und  FormeDlehre  der  Waldensischen  Gedichte 


311 


Dentale. 


SS  wird  häufig  vereinfacht.  Im  Conj.  imp.  wird  in  T.  bei  C  bei  32 
Fällen  ss  gebraucht  nur  in  fossan  I  274  veguessan  I  202.  D  hat  .s  Bmal, 
0  21  mal  r  in  den  andern  Gedichten  noch  hayuesan  C  lil  21  fosa  D 
m  '^1  fosan  D  m  335,  C  III  33*5.  Bei  andern  Wörtern  mr  C  I  4 
mesa  C  I  402  mmmtr  CD  I  221,  alle  hss  TU  132  cemr  C  I  221,  meison 
D  VII  21H  auch  G  meisouar  \'II  ^^H.  G  behält  also  auch  hier»  wie 
bei  //,  nn  die  Doppelung  meiöt  bei.  Falsche  Doppelung  findet  sich  in 
cotiftisHiGH  D  I  124  4'()S8i  G  I  282  II  31G,  320,  zeigt  die  atimmlose  an 
in  ojfenssa  D  II  303. 

CombJnirtea  .s'.  sc  wird  iV^  einigemale  geschrieben  /a-k;  dieBelbe 
Entwicklung  hat  es,  8(;',  sowie  der  Coojunctiv  von  possc  und  post  {=  M 
121,  128,  UH*.)  fais  V  38  uaiser  I  212  nais  II  79  nähere  l  212  paiser 
in  248  paysu  C  (jfagu  GD)  IV  243  uatjsef  II  28  creis  VII  79  crehet- 
II  111  creisua  VII  83  cremeron  GD  {cn-gron  C)  I  113  peyson  II  23 
conoker  I  40  conois  IV  237  conoysent  I  447;  laymn  I  54  laymr  I  101 
/«fysa  I  240  ^y«  G,  /«  CD  III  K)  .sey.s  C  111  115;  mir  I  377  hsiment 
II  66,  issimnU  QD,  eysiment  C  11  16,  fisiV  B  (Leon)  produis  C,  m/  GD 
n  23  destruijs  I  145,  103, 133  (die  beiden  letzten  Fälle  bei  C  -us]  tmys 
GD,  tray  C  I  323  angotssa  II  154  (artgast ia  IV  124}  poysa  II  3  poysus 
VI  26  poysan  II  139  poisant  III  51  jwys  III  49.  C  hat  1  mal  pochan 
n  139  po5a  IV  287. 

Assimilation  tritt  ein  in  entossia  ß  (Cerf)  rossigtwf  B.  /ot^/</  VII  Ol 
^c»^ar  IV  247;  anlautend  in  czop  II  71.  Bei  den  Inchoativverben 
wird  sc  nach  Conaonauten  zu  czi  scurczis  II  112  endurri  VI  43,  nach 
Vokalen  i.%  resp.  »ss:  punh  I  451  ra«Ä/5.*fOrt  VII  3<>  ptrissa  B  (Furnicz), 
ä;  bleibt  in  cJiaacun  U  15  rsrw  CD  III  3<39  —  70  euesgue  I  412  uiscu 
n  102  nasgue  II  85  r^resca  VII  81  rnfS^«/»  OD,  mc«cÄr>»  C  H  210 
»lesquius  GC,  meschins  D  IV  170  wo5Cö  B  (Äragna)  mescla  IV  87  ntascte 
B  (Vipera);  M  107,     Gelehrt  sind  acemion  I  327  diciph  VII  232  u.  a. 

«  bleibt  vor  Verschlusslauten  M  107.  nostre  I  328  vostn  I  350 
iost  I  279  osprc  I  473  mestkr  II  144  trist  VII  272  r/s/#/'  III  248, 

8  fällt  vor  n:  almom  VII  163,  bleibt  bei  C  I  423;  fällt  auch  vor 
m:  proyme  II 87,  meseyme  V  88  neben  mesme  G  IV  143,  vor  r  gemeinrom. 
prever  GC,  preyre  aus  älterem  preveire  D  I  381  (auch  vor  A  ia  oÄery 
CD  III  359-70),  vory  in  deiuni  B  (Serpent). 

Das  s  impurum  hat  vokalischen  Anlaut  Einen  solchen  verlangt 
dae  Versmaae.    S.  W.  Foerster,  Gott.  Gel.  Anz.  1888,  791.    Häufig  ist 

21* 


312 


Ä.  Bartb 


ein  Vokal  auch  in  der  Schrift  vorgesetzt,  stete  nach  dem  Artikel,  dessen 
Vokal  dann  elidirt  wird.  Vorschlagvokal  ist  i  in  istarl2  istablesXlGG, 
sonst  e:  Vestang  IV  166  esperit  1  98  Pescu  CD  111  369—70  lespos  IV  208 
lespina  VII  Ol. 

Die  Präposition  ex  vvird  in  ZusammensetzuDgen  wie  .^  impurum  be- 
handelt vor  stimmlosen  Lauten,  vor  andern  Consonanten  steht  <?y,  es,  e; 
(=  M  107)  z,  ß.  esteit  Q,  ey-  CD  I  481,  alle  Cffleyf  1  18a  eleit  III  11,  105 
(CD  f ///.)  u.  ö.  desliorare  VI  79  detjUore  CD  {garde  G)  II  335  deliora- 
menf  G,  des  C,  dei  D  V  140.  smmidmi  D,  «y  C,  es  D  I  396,  smenda 
GD,  c^  C  I  392,  am-  G,  ey  C,  e«  D  I  407  esleua  QC,  />y  D  V  75;  ferner 
descacza  G,  (/ey  C,  de  C  l\  259  deiscende  G,  </<?«-  D  VII  276,  aber 
sca«;>ar  VI  61  sca{/a  V  44  stetuluas  lU  219  i-6ay  IV  12  acusar  IV  62. 

Über  trafis  8.  n. 

Auslaut.  Ä.S  bleibt  (M106);  z.B.  pas  I  231  ros  I  14^3  oj?  IIl  375 
mes  1  161  enpromes  I  16<),  enprome  bei  C,  wol  Schreibfehler. 

Binfaches  .s  bleibt  (M  105):  plus  1  172  mvs  I  224  /fmaa  l  312,  fspoa 
IV  212.  C  hat  Imal  neben  poys  poi  I  129,  neben  mais,  1  mal  rncU 
III  243,  C  meist  ma  z.  B.  II  314,  Iraal  mos  wie  GD  II  55.  s  ist  ge- 
fallen in  8u  bei  D  1  321  rer  I  26  V  84. 

Die  Neutra  und  Adverbia  auf  -us  sind  verschieden  behandelt:  cors 

I  311,  aber  C  2  mal  cor  IV  IW,  172  femp  bei  GD  stets  (=  M  18),  bei 
C  auch  in  I,  aber  in  den  übrigen  Gedichten  hat  C  temp  nur  in  II  181, 
233,  275,  peit  ß  (Pelican),  perfoncz  [/undus)  B  (Serena);  vergl. 
fotwzies  QC,  fondiea  D   2.  sing.  perf.  V  46,    meth  II  1(>4   aber  mencz 

II  77  peys  n  67  incz  V  14<.).  s  ist  gefallen  in  /o/a  VII  105  for 
Vn93.    ÄO/  III  219.    S.  ^ 

Flexions-«.  Bei  der  Conjugation  ist  s  gefallen  in  der  1.,  2.  pl., 
nur  erhalten  2.  sg.  Bei  der  Deklination  haben  die  Fem.  im  pl.  meist  5, 
die  masc.  sind  meist  ohne  Endung.  Nie  steht  es  nach  mouillirten  und 
spirantischen  Lauten. 

t. 

Anlautend  ist  /  geschwächt  in  darhon  B  (^  M  141).  Einfaches/. 
Intervokalisch  ist  entweder  Schwächung  oder  (=  M  142)  Synkope  ein- 
getreten, -ador  I  60  crida  II  294  aiudar  II  78  saluda  VII  247  mudar 
I  2:J0/)m<//«  II  113  cadena  IV  171  Mr</f/V91.  CD  qjua,  G  q/Wa  I  29. 
Synkope  tritt  ein  in  poer  111  20  feas  IV  234  salhia  VII  49  concgua 
UI  159  tocha  G,  aa  D  VI  92.  Schwächung  zu  s  (cv»  M)  in  mem^yme 
n  9<5  neben  meymr  C  V  147  mcsMe  G  IV  143.  /  ist  geblieben  in  den 
Endungen  -/a,  -tu,  ausser  sanda  CD  (=  M  142)  III  196.  sam'ta  VI  100 
riia  VII  42. 


Laut-  und  Formenlehre  d(?r  Waldeneischeo  Gedichte 


313 


Auglautend  fällt  t  (s^  M  143).  na  l  21S  se  I  3<H)  ;><;  I  13  bonta  I  34 
vertu  I  21U  r^/«*  1  231»  conrerti  I  359  //o/y//  111  W)  cnffmii  I  1  fra  I  77 
r/*  OD,  di><:  C  V  48  aber  ^««/  (=M  143)  II  171  hnd  II  57  lital.).  Da 
ca,  f  zur  Bezeichnung  des  s  verwandt  werden  kann  z.  B.  totacz,  comcZy 
visiblacz  Hahn  1)^15,  2,  so  ist  es  zweifelhaft  ob  sich  in  folgenden  Formen 
/  mit  nachfolgendem  Flexions-s  erhalten  hat:  urrtiirl  294,  337  V  27, 3<3 
ftecacz  G  II  2«7  de^  C  V  48  pof  CD  Ol  151  'pocz  VI  25;  vgl,  malmstacz 
D,  -acz,  C  -/«Ä  G  V  21. 

Durch  vorhergehend©  Consonanz  gestützt  ist  /  goblieben  (==  M  143): 
creteron  I  78  hereiagt^  VII  281  cmjtlua  I  fX)  c-fr/an  I  14  aM^j  I  120 
mot  I  4  cuhif  I  220  11 1  G9  VII 119  (im  Reime)  cubitos  III  88,  93  mafin 
in  174  /r/s/  VII  272,  Gefallen  ist  gestütztes  /  in  der  3.  pl.  son  III  252 
aman  I  52;  ferner  in  ralj'isu  VIT  179.  Zwischen  ConRonaoten  ist  es 
gefallen  formettt  IV  169  neben  fortment  CD  l  450  fotimeni  D  II  70, 
G  IV  142  VI  6.  Von  sot  {subius]  III  219  findet  sich  in  Zusammensetzungen 
aotmessa  GD,  som-  C  II  278,  sohnes  G,  f^omes  D,  sosnirs  C  II  330  softe rra 
II 165  so^ffrraC,  sosterra  D  II 165.   Geschwächt  ist  /  in  pandecosta  1 311, 

Geminirtes  /  wird  vereinfacht  tota  I  34  metan  II  5  batu  lH  237. 
Doch  kommen  auch  einige  Doppelungen  vor  OD  quitta  1  399  aiUmt 
m  175,  falsch  in  subiftament  G  IV  115. 

t  -f-  HifituB  - 1.  S.  dies,  t  fällt  beioi  Verb  vor  Hiatus  •  u  z.  B. 
pogron  I  121. 

tr  hat  sich  zu  //•  entwickelt;  regelmässig  fiel  /  vortonig  nach  «, 
einmal  auch  bei  «;  M  145:  payre  11  26  mat/re  II  56  frayre  II  13 
SPtnetiai/te  Yl\  229  paifroyi  I  4(t2,  leifron  GD^  /aro«  C  I  313,  ief/ron  GC, 
%row  Ü  II  202  pet/ra  W  2iy  Petjn  III  67  ret/re  IV  203  prei/rr.  D, 
QC  jj/vtvr  I  386  jvoyre  I  25  poiria  III  34  ?/Mn>  IV  50  nurier  (nutriarium) 
in  101;  nachtonig  cocera  C  {cxUcitra),  cocer  GD  111  220. 


Im  Inlaut  geht  d  zuweilen  In  s  über  oo  M  146  creserOH  I  96 
tirsinf  V  58  Hfscr  B  (Rvindola,  Colonba)  I  237;  meist  tritt  Synkope 
ein  ^  M  146.  vet-r  0  I  73  S.  dies,  creou  I  67  auc/on  I  364  remps  I  62 
beneyt  l  477  coa  B  (Pauon)  ^^foM  II  99  nuod  V  113  hrita  V  34  socisa 
V  107  aamr ,  airar,  traitrt' ,  reycz,  S.  Hiatus,  d  bleibt  in  prodome 
I  383  also  =  prode  ome  wie  franz.  und  in  gelehrten  Wörtern  dcsubidir 
n  167  /?rftf/  IV  179  odi  1  252   dkem,  -dicare  S.  c. 

Im  Auslaut  fällt  es  (=  M  148)  pe  VI  62  fe  1  1 15  au  1  393  nu  I  157 
^r/'ö  III  317  nutrci  VI  16  ^io  111  66;  bleibt  es  im  Auslaut,  so  wird  es 
stimmlos  (=  M  148)  Jhmf  B  tBuo)/n//  III  174  oder  verlangt  Stütz-c 
hide  B  (Cerf)  analog,  nach  (ebe{?) 


314  A.  Barth 

d  +  Hiatus -Vokale.    S.  dieae. 

Geetfitstes  d  bleibt  wmdei  I  373  gardar  1 41  ordena  1 151 ;  es  flUlt 
in  penre  I  79,  daher  im  Auslaut  reprm  1  237  vergogna  U  304.  Im 
Aualaut  wird  es  stimmlos  (=  M  148)  sovent  1  2  mont  I  5  kürt  II  181 
ekata  ni  215  grant  VI  30  rsrf  U  97  neben  Imal  gnmd  1  123  segotU 
(=  M  148)  1 55  neben  ugotid  B  (Serpent)  segim  bei  C  1 172.  Sehrmb- 
fehler  ist  wol  C  aor,  9ort  QD 1 220.    d  fillt  in  dem  unbetonten  ^  1 99. 

dr  wird  nach  Vokalen  su  in  eregr»  1  153  uegres  U  286  (=  M 149). 

th. 

ik  findet  noh  in  LofA  I  134  SaiMtmas  MI  255. 

Gattarale. 

Im  Anlaut  bleibt  k  (=^  M  118)  eorf  1  481  eoaw  1  424  (==  X  116): 
ebenso  Tor  a,  nur  rereinielt  steht  hier  (=  J  38)  dk,  II  116;  ekar  CD 
fehlt  G  m  339.  D  IV  288  dWntf  OD  UI  215  dU/  U  116  ekdrgia  G 
n  226  fkargiä  G  U  235  d^rgüwfs  G  II  211  aekampar  G  (mpmrtikarü) 
VI  64  ckiunm  GD  I  17.  83  n.  5.  C  hat  ctuctm  I  17.  83  u.  ö.  ekamim 
1  :20  U  157  m  170  ,wo  C  <-)  camm  IV  173  dboroii  I  3.  203  m  2CO 
<iamcsim*  CD  HI  231  rAajMMir  D  U  218.  ckambiair  C  m  231.  Ana  B 
nach  «AoOTO«  B  neben  r«Maje  ebenda  ofMmpa  \Fwm\  camhai  (Alifant). 

Im  Inlaut  ist  k  entweder  geeeh wicht  oder  .^  M  117i  es  bat  nacb 
a  ein  i  entwickelt  und  wird  nach  den  andern  Vokalen  srnkopirL  Em 
wird  ra  y  in  tfitomi  =  M  HS  I  .Vi  ffromda  G  Ul  l'i^  GD  I  249 
sf^iir  =  U  U<  II  ISS  iooar  ID  11^2  o^Anm  VI  114  dra^m  VU  254 
/'lywjV*.^  CD  HI  ;^Ä*— Tu  ji/^jw  U  Ä«:»  prrfxgm  III  S41.  Synkope  h« 
/.T'.  **  r^'  VI  70  «w  Vn  14  nrwM.  C  mfgtm  III  12i?  ^r(»Ato^U  * 
r».  >.>  111  2;V>  .Wr  rV"  llo  «MyÄ»«»  iMwi*Y  I  117.  Sack  «  »d  bei 
-..r?"  wird  «...  =  M  117  :  fxtyi  U  2lV»  jr**5  hat  C  I\'  116.  135 
...jy.»'  111  :^^-  ;.  :.»j^^^<  GD  11  221  f«pJ  H"  24  fm-yammt  I  17  swnsy 
l  4l\  :*:/-« .3  1  iX^^  :..«.rv.iwwfi  I  ;x^'i  hiife^ni^am  C,  Mnnpr»««  GD  I  23*4. 
aI*---»  ^  ••».;..-•■.>'-'. /.7Wif.,d!iifc7  I  l^S.  pjr^iM'  /«m>jFY  VI  l^  .:^  J  SS 
^ik:..s^  .;  6  0er  «..•/'^  j  n  ;^>.  Die  PaUxaAs  c&iMaBd  naeh  r  in  «ar- 
.  ..;r  Ct    =  M  ::'    Arxcrt.  .   i  CD  D  214  »j.^g>ä  D  ±9?;  ud  Bach  ^ 

„  ■■'i.  jr     =:  il   I     II  r»4   »J.*jr,.;      L«  HI  !•!•     »Mi; •  tf^   I  572  Mlfr^tiOT  C  I  24S 

ri'.'.i-  1.1 1^    -.-jx.'j  V     I  li^^  ;*.*!■*•:  I  1^  -.»aMM  111  SS2  XM  -ff" 
i»:w.i     .  ,1    \    4-.     =  M  IIS  , 

£(•:     \   ".    rr>:iiA   I   -»5    .-^v;:    I    II    i*:   I   Ü:    fesw  ia  Ä.   I  li      E»  «■§- 


Laut-  and  Formeolebre  der  Waldeosischeo  Gedichte 


315 


wickelt  I  nach  it  (=  M  111/)  hfjl  193./'«^  I  91  pht/  IIl  10  uerat/U  201 
tat  B  (Pantera),  nach  e  ßy  1  75,  ß  bei  GC  I  KU,  bei  G  foroer  1  i?07, 303, 
nach  0  «oy  B  (Volp),  nach  u  itrodui  II  23.  Sonst  bleibt  es  (=  M  119) 
poc  I  8  enemic  I  36  cec  I  21*2 /moc  I  132  amk  (oo  M  HD)  I  252  dm 

V  711  [yo  die  IIJ  113  cx>  M  1%),  ch  in  rawcA  B  (Lop)  =  M  WO  Gutt. 

C  anlautend  bleibt  (r=  M  124)  cent  I  G  tecebre  I  17  ci)>^o  I  128 
(=  M);  inlautend  cz,  j\  s:  ^^««tr  I  177  diczent  I  308  /ttcew/  VII  229 
i4€C2in  GC,  V  D  in  266  uesin  G,  <;  CD  III 84,  mit  Entwicklung  eines  i 
vor  0  in  notjsent  V  106  oy*c^  (oo  M  70)  II  23;   dfsamistas  \.\  129. 

Auelautend  t-,  ce,  a,  «:  j?aj'  I  225  caut^  I  191  i/ece  II  224  paz  C 
I  89  perdis  B.   (M  127). 

Geminirtes  k  wird  meist  beibehalten,  am  häufigsten  bei  G,  am 
seltensten  bei  C,  auch  ch  findet  sich')  (=  M  116):  tochar  DU  58  tocM 

VI  92  bocha  G  II  273,  301,  311  boca  n  251  bocon  I  61  trafjuchann  G 
IV  68  trabucan  IV  163  peqiU'roH  CD,  cä  G  I  129  peche  OD  I  57  seche 
G  Vn  10  seques  V  8.  ch  hat  auch  nVAor  G,  ^  D,  c  C  I  190  riqne^as 
I  479;  vgl.  /ac/ro  GD.  tacta  C  IV  206.  Bei  den  mit  eccttm  zusammen- 
gesetzten Pronomen  und  Adverbien  wird  ^m  geschrieben:  aijwst  I  3 
aquilh  I  18  aqtid  I  22  aqiüsti  I  33  aqui  I  25;  vor  Consonanten  aber 
ist  c  vokalisirt:  aytai  11  190,  ecce  bat  yf  «yfo  I  11  V«  I  38  ayri  I  65. 
c/  8.  /.     CS  S.  i(t*. 

fr  entwickelt  /  (=  M  120)  in  pfayrr  II  7^  wird  zu  ///■  geschwächt 
in  lagrima  11  14  (C  lacrima),  292  a/^^re  III  192  alegmr  VI  23,  syn- 
kopirt  \xijar  (reimt  häufig  mit  -ar  z.  B.  I  4  III  5)  sanneni  B  (Rossignol); 
bei  t:  din  II  31;  o:  «o//rr  IV  263  VII  101;  n:  reduyre  C,  redure  G, 
redttr  D  I   118. 

ff  entwickelt  meist  /  (M  122,  J  40);  fait  I  65  retrait  II  320  agait  B 
(Colomba,  Qri^oa)  /tyturn  IV  129  leyt  IV  7  <>//%/  I  481  ddeit  III  10 
rfe/e#Ya«  III  230  s/;ey^  III  158  i?e<V  B  (Pelican)  perßit  UI  314  pro/eit 
m  3  proßUa  III  30  perfeüancza  VII  9.  perfaitas  GC,  «  D  V  56  wol 
nach  /(/iV.  benei/t  I  477  costreyt  I  143  £?rc<7  III  48  dreita  111  360  oy/ 
1 106  oy/awYtf  11  107  noyt  II  129  (ro/Va  III  205  myda  B  (Voutour)  =  M  31 
t'ysuit  I  146  destniyi  l  169.  Assimilation  hat  stattgefunden  bei  pat  1397 
tratar  C  <;•«%  Gl>  III  4  iratar  GD  /radar  D  IV  143  gieta  B  (Leon) 
gittaf  in  310,  Palatalis  (also  besond.  dialekt.  Zug)  hat/rwc  1  242.  c/ 
findet  Hieb  ebenfalls  tractare  \'\\  76  perfecta  G  V  16  «'/«rfa  G  V  16 
dicta  G  I  124,  GD  III  24  VII  228  neben  gewöhnlich  dita  lU  390  dit 
I  409.    faici  B  (Scorpion)  ist  latinisirende  Schreibang  und  entscheidet 


1)  Wenn  vor  a,  so  ist  wie  bei  eiataohem  ca  ein  dialektischer  Zug,  Palatalisirung, 
aniunebmen. 


316  A.Bai1k 

naUoNht  Ar  eine  Anasiiniche  foit  oder  fai^',  TergL  taeia  C,  iaeka 
GD  n'  20a.  Bei  der  Unueherlieit  der  Etymologie  irt  empdeka  B 
(Serpent)  empachd  U  155  nicht  masagebeod.  Naeh  der  gewSholieiicB 
Sehreibimg  ht /dit  uminehmen;  y^  feyiwra  und  dtUiez  6  11  S  nit 
pL  8,  das  naeh  tpirantiaehen  Lauten  sonst  nie  auftritt:  ebenso  ctjz 
Meson 1 1  emdreieze  V  117  tmdreicaarlX  173  nnd  itd  (J  -10)  fv^n2l&& 
/wynlUldS  eo^mi82  ioyntwra{Ul2S);  gelehrt  ist  «ntf  I  12  MMCfa 

I  30»  Imal  «mite  G  TU  177. 

GestiUites  k  geht  einigemale  in  ck  über  tot  a  (H 116):  forvAn  GD 

II  2>7,  0  U  ^7, 2i5, 246  ^ordkia  00236  mamkattdia  GDn2ll,2ib 
m  97,  GH  218,  224,  248,  260  lU  97  nNifY:&aiil  GD  D  222  G  HI  97 
fnmcJ^  G  n^  182  itnmcka  XU  9ö  dtrwickar  GD  \U  215:  «mt  I  362 

NMMCtfT  n  108;  ^firercor  V  97;  gesehwiefat  ist  r  in  ver^opm  II  dOL 
Geattotes  f  bleibt  <ioc«  VI  7  nrNcaonVn  97  »orc«  VI  16  cUrezUl  105 
neben  c/rf^w  CD,  eftrpa  6  l  297. 

Anlanlend  ist  f  geblieben  tot  OonMMantcn  nnd  dnnUen  Veknlea: 
.t^ofis  I  21  frvo  I  5a  Keben  ^oy  I  325  n.  &  »y  (=11 131  ^  (=  J  41) 
GD  Vn  215  D  n  397  tu  197  V  12  imrüm  VI  109.  also  w  «  :J, 
paraDel  dem  bei  k  erwihntcn  dialekt  Zng  der  PalaSnL;  cbnao  vor 
andera  hcüen  Vokalen:  ^  GD  iW  C  V  44  tm^imf  VI  61  femUk  GD, 
fnmnoüi  C  IV  29C»:  Tgl  Grrfmia  D  I  1^1  y/crdk/a  C&,  pmtrtMti  V  61. 

lalaatend  kann  ^  fallen  =  II 132  oder  bleäbea  y^  naeh  der  Vob- 
tfimBcikeh:  I^tnr  I  2*7  hgi  I  2*«i*  f^pchf  Hl  252  «#rry/r  B  (Lop 
coirt'iä.%  ebenda.  fv(tir  II  \^  fupin  OD,  fvin  C  II  2SS  fmtm  VH  1<K» 
fy^aitm  B  PanMn  trarupt^i  Vll  16»j  jH^tpat^  I  ?*?o  rast^par  CD.  r«tfitar 
G  1  -ftlv'  ;/«;  I  :^S?  »»aw  I  2^  lraimi'*>i  \  aX'  rrtrakmi  IE  2?iC'  «raj^iw 
B.  Abriha*  •-'..rffl  GD.  .»  C  TIl  l'.i^  rtwaik  VU  hi*  Stmrpar  VI  ««ö 
■lifl».  V  i.Vi  l.pfi^  r\'  171  //a  CD.  y  <ji  111  2oT:  ferner  hrntmira,  ma^ 
»rsr-Y  S.  Hiam». 

Im  Anslam  rii«i  r  «i  .  ai  =11 1?»V  :  rr«"  11 41  fv*  1 1^.»  Zr»  1 1»< 
/,..   11  S4  '        ' 

c  —  .'  cx»c  c  —  ».    Si.  r.  7.     lau    .inaUm    «mdbeäm    «»ff:     .7im»o 

jf.f » «•■^    ^~  '"^    'ica^'t    <;apniu    TV  irr.'-   .-/»r    hatnm»    B    Pic.  :  Tji.  f*, 

V:.T  0  :i£fiMifcrr{*i  «urvickelh  c«  •  oäer  falh  in  rMtttar  mtan  vrai  rr#imdwB .. 

.-/#».'/;      t-  La:  sTf»  /.  !•  Tn»Q  C  skdr  /i-  C^  *  iiax  -^ruäe^  fi«ai»  C  HI  3*»6 

•ecTTfr»  iK  TiKSDniii  Lac 

,-'  tf  v-:-tT  IrriEäi-iirrciic  :•«:  < .  rih:  »nnfc  v  ai  .  &  n.    =M  1514  ♦. 


t'>aut>  und;  Furmeolebre  der  Waldensiscben  Gedicbte  317 

gd  in  frigidus  wird  freit  (=  M  148)  lU  174  aber  de  GD,  deg  C  V  48 
(=  M  143). 

Nach  Conaonanten  bleibt  (j  im  Inlaut:  angd  II  12  argent  I  51 
(=  M  1381;  auch  nach  CoDsooanten  vor  a  (oo  M  131):  larga  I  120. 
Im  Auslaut  wird  es  Btimmloa:  smu:  [■=  M  131,  133)  I  317  horv  TU  93 
lonv  I  143  Imal  long  G  I  263,  aber  costrrng  {constringit)  I  385  hng 
{iungit)  II  291  s.  o 

Im  Anlaut  steht  vor  dunklen  Vokalen  c  oder  qu:  car  1  3  catre 
II  18  fjnarl  III  \^J  cal  I  271»;   vor  r  /',  (/« :  (jucron  I  351  ^m/^o  I  399. 

Inlautend  tritt  Schwächung  zu  g  ein,  einigemale  gu  bei  0:  perse- 
guador  IV  '2V^  persegador  Vll  172  seguon  G  11  135  cossSgtta  G  U  179 
ae^o;?  II  12f).  Vor  e,  /  immer  gu:  ettsegueti  III  312  seguian  I  298. 
Vor  Conaonant  g:  aegre  I  434;   i  wird   entwickelt  in   a/^a  (=  M  130) 

I  122  aigoaa  V  «0  ay^y/a  V  73  eigal  lU  86. 

Gestütztes  qu  wird  o:  a/c««  I  191'  do7ica  I  425  pegrieticas  I  15C) 
crwc  I  131 ;  daneben  1  mal  unqua  D  VI  52  uncha  B  (Papagal).  Ebenso 
beim  einfachen  qu  im  Auelaut  Imal  antich  C  V  154,  sonst  antic  V  121 
aec  CD  111  144-145. 

/  bleibt  im  Anlaut r  jujameut  I  16  junar  I  423  pe>'jufar  I  163; 
selbstverständlich  auch  *  geschrieben:  aiua  CD  I  2*j  iogar  III  ir)2  lo«^ 

II  21U.  ^r:  Geremia  D  I  181  mageskt  V  70.  Ebenso  bleibt./  im  Inlaut 
gelehrt:  pyor  I  65  ma/or  1 .320.  Auslautend  findet  sich  auch  y:  way  B 
(Rossignol);  ebenso  vor  Consonanten:  baylia  IV  174;  /v/y«  II  67 
i<x>  M  71). 

h. 
h  ist  stumm,   wird   aber  oft  geschrieben,  auch  falsch   gebraucht: 
home  1  13    ome  I  2t)    htonana  I  137     mnana  I   207    Ay  I  5.5    g  I  409 
Aa  I  44  «  I  41   ha  {ad)  I  54  Aorim  II  29  /im-ör  \'  102  htifrt  V  143 
Ausor  V  20,    h  nach  c  in  rauch,  antich  8.  o.     enchoy  C  Imal  1  15. 

Labiale. 

P- 

Anlautend  fallt  p  vor  .<  in  sahne  B  (Pantera),  wird  geschwächt  in 
brina  VI  42. 

Intervokaliach  wird  es  b  oder  t»  (=  M  150 f.):  «aA«*  II  122  recehon 

III  95  se*f^»  I  322  cnbitar  I  8  uberc  I  316  «rn^«/  II  216  acabar  IV  91 


318 


A.  Barth 


sobeiran  IV  134  abetha  B  mhoraneza  VII  187;  rhavon  I  ?>  eiwsque  1^X2 
sauorra  (von  mpor)  11  227  saui  II  222  pouerfa  G,  paureta  CD  I  278. 
jj  bleibt  in  Fremdwortern  z.  B.  rapina  I  164  pa/^a  1  411  sopere  l  176. 
Eß  wird  synkopirt  in  a{p)u  (M  201)  I  29  dereco  B  (Castorl  und  analo- 
gischem  sas  V  92  neben  «aÄ^'s  IV  58. 

Ina  Auslaut  fällt  p  in  sa  {=  U  IW)  Gl>  H  :'it),  sonst  bleibt  es 
(=  M  1Ö3):  sap  C  ta^  IV  8  /«/;  V  125  recv/.  (ojM  153)  III  3<M;  nach- 
tonig fällt  es:  eufsqur  I  412  princi  VI  59. 

Geminirtes  y»  wird  meiat  vereinfacht,  pp  nur  in:  apparelha  II  17 
apparelhen  G  VI  28  arappa  G  IV  15;  ebenso  im  Aualaut:  trop  1  97 
fsro/j  II  71. 

pi  wird  Ä/:  jjofi/e'  I  145.  pr  wird  6r:  ohra  HI  24  (r«o^>re  B  (Leon) 
recebven  IJl  177  /c^ros  II  KK)  aÄri7  B  (Rosaignol)  stobla  GD,  bei  C 
stohba  IT  230 ;  schwächt  sich  ku  f<  in  paure  II  64  panreta,  bei  G  auch 
ital,  poierta  II   145. 

/^  -|-  Iliftttia  -  Vokal.  S.  dies,  pt  wird  in  volkstümlichen  Wörtern 
vereinfacht  zu  t:  hairirsan  Gl>»  pt  C  I  234  bat  htm  G,  i>f  CD  I  233 
sei  U  315  V  W  s<v77aÄ  D,  pü  G  VI  86  .vcnVa  C,  j*<  GD  I  83  strit  D 
l  119  meist  >icript  scripta ,  stets  scriptura  II  19,  nur  C*  11  scritura 
corrotaC,  pt  GD  I  80.  ^<  vor  Hiatus/  wird  wie  einfaches  t  behandelt: 
nQczas  IV  199  7ioiiaf  IV  207  drxvacza  IV  259;  gelehrt  decepcioH  VII  98. 
yif  gibt  /  ab  in  cai/fm  II  159  vatjtiueta  H  154  vai/thia  I  50,  ebenso  />s' 
(=  M  154)  neis  I  45  II  107  tnesetftne  II  *M\  C  hat  daneben  tneyme 
V  88.     G  Imal  ;m«.s7W^>  IV  237. 

Gestütztes  p  bleibt  Hcanperon  I  111,  ebenso  im  Aualaut  temp  I  7 
roffi/)  111  69.  D  1  mal  tempt  I  143.  Zwischen  Consonanten  fällt  ea: 
cors  I  311  oatal  II  87  Süaiiiriment  {scalpturmientum,  Diez)  VII  69;  ea 
bleibt  aber  vor  Liquiden:  asprf.  I  473  s'mrple  IV  188  solpre  I  132, 
anders  in  temptar  VII  29  (gelehrte  Schreibung). 


b, 

b  wird,  intervokalisch,  gewöhnlich  zu  t  geschwächt  oder  ayn- 
kopirt  (=  M  15<i).  sßveitf  I  :V)  auef  I  221  rfrj^/T  I  413  beuon  IV  245 
äi/avol  I  138  '/Mo/  II  IHl  provar  1  l:JO  /«MOr  11  «1  caualier  I  316  rf^- 
mostravan  I  152  ivamtllm  111  35*>  neben  trubdlhan  VIT  261  ^rauaM  II  146 
neben  CD  </ö6a//»  III  2^>1.  Synkope  tritt  stets  ein  im  Imperf.  -iai 
combatta  I  187  iwHcerian  I  438,  ferner  in  //o«  II  282  hti  l  6  han  I  52 
f/w  D,  dey  C,  rfrMo  G  V  101,  ika  GD,  (/e6m  C  U  9  </eon  GD,  «f^ton  C 
I  138.  Auslautend  vokalisirt  ea  in  rf«o  III  251  beo  C,  ÄfOrwi  GD  IV  246, 
fällt  in  scri  V  152,  /  I  55. 


Laut-  und  Fortoealcbre  der  Waldensiacben  Gedichte 


319 


bb  wird  vereinfacht  in  aba  C,  bb  GD  I  412  b  -f-  Hialus-Vokalo, 
8.  dies,  bl  gibt  u  in  taulas  I  150  (^=  M  15<3)  parula  II  76,  bleibt  in 
noble  I  SH  iäfable  \l  li<3  sem^ible  V  48,  vgl.  -iwo/  (ex:  J  31).  8.  Auslautgea. 
^r  entwickelt  ebenfalls  u  (=M  156)  aure  l  '2b  aurian  G  I  438  deoria  11  M 
beot-e  U  V21  Iforas  I  398  Höre  I  :3<)4  abioreron  1  133;  Ar  bleibt  in 
ubtiotas  Vll  131  tenebm  IV  221  libre\  (kt  Lehnwörter.  6  fällt  vor  /: 
w^  lll  219  suffi  B  (Can),  daneben  ««ä/*/  IV  286;  ferner  vor  8  in  este- 
nencza  III  241  scura  IV  21. 

Geatütztea  6  bleibt:  (tlberye  I  47  a/fire  n  91)  cambiar  H  218  Ä«riö 
Vn  191;  im  Auslaut  ist  es  stimmlos  geworden:  or^;  11  72  corp  B 
(=  M  157). 

t\ 

V  geht  durch  DiBsiniilation  in  /  über  bei  comiHYl  lOf»;  sonst  bleibt 
68  im  Inlaut  oder  fällt  (=  M  98  f.).  Es  bleibt  in  clarelleron  I  3CHj  cUvina 
I  333  ioue  II  117  w/wen  II  82  akua  II  242  nora  III  82  j^awo«  B. 
r  fällt  in  M/ar^awcn/ VI  34  K/'a«f/«  B  (Aygla)  p/oyos  II  141  puur  pauros. 
Im  Auslaut  wird  es  m  {=  M  1U2):  soau  V  81  greo  II  43  breo  lU  138 
vio  (cN3  M  102)  I  388  noo  I  214  moo  II  83  nco  VI  42.  ovum  S.  o. 
Ebenso  vor  r  {=  M  KX)):  viore  I  250  wjor<?  VII  112.  Stimmlos  oder 
stumm  ist  es  geworden  in  cipta  1 123, 131,  beide  male  bei  D  cita  {=i  32), 
auch  D  cipfa  Vll  242,   b  in  embla  B  (Perdiyy 

GestQtztes  v  bleibt  seruon  III  69  und  wird  im  Auslaut  stimmlos: 
awf  II  233  cevf  B. 

/. 

^  wird  meist  doppelt  geschrieben,  am  häufigsten  bei  G,  am  wenigsten 
bei  C.  offmt  I  451  qfendre  I  198.  Statt  /'  haben  wir  v  in  prouanar 
vn  65.    afra  1  321. 

ph. 

ph  ist  /  in  phansio  GD,  bei  C  farmo  1  20(K  j>  wird  es  in  solpre 
I  32,  t  in  blastemeron  I  3C)5. 

«1  wird  ^7  (=  M  98)  gardon  I  41  gayie  I  476  a^ai7  ß  (Griffon). 


Deklination. 

Artikel.  (=  M  182  J  42  f.).  Fem.  sg.  nominat,:  lu  I  38  /'  I  11; 
gen.:  de  la  Ib  deV  I  178;  dat.:  a  la  I  47  «/'  II  4ö?  acc:  la  I  13 
V  1  41.  FI.  nom,:  Im  (=J43)  I  117;  gen.:  dt  las  I  161 5  dat.:  a  las 
1  67;  acc:  las  I  52,  Imal  perlla  C  lU  174.    Masoul  sg.  nom.:  /oI28 


320  A.  Bank 

f  I  12;  gen.:  iM  I  3  <#4i/  C  D  35  n.  5.:  dat:  o/  I  17;  aec:  I0  I  2ß. 
PLBOII1.1J4:?):  /4III;  gen.:  </«&'! 316:  dat:<i/ild9:  aec:  /iia6. 
Imal  Im  C  m  ^1,  U  D  lU  242.  <>/  ^=  rm  lo)  =J43.  C  «T  GD  cR 
m  19  IV  13;  f/  G  o/  CD  lU  352. 

N^omen. 

Ahe  NominatiTre«te  sind  fonnell  kam  ^nominat)  HI  82  Mtmmmfre 
(nom  j  Vn  229  prrrer  D  neben  orspröngL  AeeasadTlonB  prtyrt  {=  M 145) 
GC  I  389.  391.  399:  I  3^  3(47.  Im  Übrigen  ist  der  Singnlar  obae 
Flexion  und  der  Casasanterachied  Terechvnnd^i.  Einige  abe  Ploral- 
reste  8,  Artikel  nnd  unten.  Dem  Artikel  enteprecbend.  bildea  die  Fem. 
der  L  nnd  IIL  Deciin.  dtm  Plural,  mit  TereinEeltea  Ansnahmea ,  anf 
« <cx^  M  117h  sammtlicbe  Maacnlina  zum  grössten  Teil  okne  ^«  =  11 177\ 
ao  dass  der  Piual  b^  ihnen  nkbt  beceicfaneC  vird.  ISie  tritt  je  aaf  im 
Particip  and  nacsk  moullirttn,  spirantisclien  Laatea. 

Sub:«tantiv. 


Femia.  In  de«  ersten  6  Gediehtea  kommt  der  nom.  pL  hh:  loaul 
Tor.  4^  feUt  htk  C  luf  aypa  I  117  ,;x^  J  43  >;  der  Aecas.  -«  71aHa. 
f  feUt  bei  C  ck:  J  43  troim  mOrms  mar^^M  I  14>^.  %  kan  aeia 
ptyr*  rrecSoM  C  11  2S>  ^mtrra  *    hat4»iia  G  m  SS  n.  a.     Imal  C  h 

w(*ffr(  riQurft  lY  19  ist  italieaif>eli. 

V(»n  der  in.  Dw'lin.  kommt  vor:  Xominacv  Phir.  r^oi-  I  181, 
«ine  >  GD  f»art  HL  oST  iiisam.fiat  IT  l:?i*.  Sc  ha:  G,  pl  CD  bea 
SY  f^  11177.  Acrn*^.  vffttc  I  2i*4.  ;v?7  II  4ö  V  27  wami^  I  ,^:tti  ^<»rf 
n  H7  V  It;-^  d^i/^'d{ms  I  lf4  dtsfmriomf  1  13?»  rfiZr^  J^yr^on,^  GD  HI  17 
f-r(H>  GC  111  ö7  r:'f,t/r,r^-:>ftf-  C  FII  -vv,  i?l*'  ranyms  III  5:V>  hmOofX  19 
W..0  wÄö^  CD  V  j?l  ran_.'{'''i-  V  4r»  7^/f  V  11  tl  Iro  /»ftssrtsvVwtf  Tl  133: 
c4i>e  .*:  .'ßf  ft»o— .•ir.«N  .:n6  I  f»i?  .'«  ^f«:D  lai  prh-^  G,  vfl  pae  Cl  lOl  3 
arfi   r.wo/r.i»'-  D  I  4Ti*  o  rf-r>  I»  1  4?»  ..«<  Jtyr^Oh  C  111 17    Sc:,  kannte 

MasMil.  Nommai  Phir  f»^ma]  ohne  f^.  Mit  >.  mttsau.nf  GD  IV  70 
ri*^  ßt«>r*  1  IV  i*s^  /royr^f  ha'-.s^imef  GD  1  1  11  1?  Hl  1  rmrianf 
OD  1  r^.'..  «.-  i  rK'cü.  C  i  42J'  hcm^.r»di.i-  G  11  1?^  wr^^t.*  G  11  9i^  Sortt*rt 
G  1  WS.  AwBjv.  i4ma]  ot»*  ^  -v;  J  -»?..  Mir  f :  o^tcz  G  1  6  /»fl»;  C 
1  Ü'.i'  ü:'Z  C  1  :i:V  Ofr-  CD  n  l'.t-«  ,7k>vf**  f  *J^r.>  C  1  2fi^  Juti/itf  r 
(r*v*-  *.'■?*  iw*  1  "oT,  Gl«  1  :»  if.*n:if  G  1  ?T2.  4?S  o>>jr-  G  11  2S 
7»f ■.-«.-  G  1";  i**T  u  .  vtf  Gl»  f^Lh  ^  II  l**T  runvi-a.  \  1  l-'f^  anptiU  GC 
IV  es  111  Df»:-.:.;  k.»M.  f  C  11  :::••.  Gi»  1  47.-  ra«*/mf  C  HI  2P7  <»e- 
.-^VÄ^  V  l^v^  hat-  7oän^  V  loT'  >v^/wtf  D  1  ol^ 


l^nt-  und  ForniBnlehre  der  Waldenaischen  Gedichte 


H21 


Adjeotiv. 

Im  Fem,  haben  a  aDgenommen:  nobla  I  1  iomnna  I  69  orribla 
IV  297  perdumbla  lU  173  dovza  V  36  crudelia  (C  crudel)  II  225?  aber 
ff  reo  (cv>  M  17f>)  I  472  grant  I  123  uert  U  97  (cv>  M  143)  natural  I  G9 
gencral  II  18ö  -/«o/II  69  und  die  Participia  praes. /<n'sen/  I  422.  ßbini 
Partip.  perf.  I  ist  meist  Synäreae  {a  aus  da)  eingetreten,  a  hat  sich 
erhalten  in  barvhaa  U  II  234.»  toclnm  D  VI  H2. 

Plural.  Die  Fem.  der  ersten  Decl.  bilden  den  Plural  regelmässig 
auf  s  (oo  M  103)  mit  Ausnahme  von  docza  C  V  36.  Die  Adject.  der 
lU.  Decl.  echwaoken  gleichmassig  beim  Mascul.  und  Femin. 


Numeralia. 

an  I  33  una  I  1  dui  I  313  doas  I  150,  nom.  frti  (=  M  181)  G  I  32 
GD  Hl  352  ires  (oo  M)  CD  I  32  tre  C  III  352;  acc.:  trei  I  430,  224, 
390  C  I  472  GC  O  238  GD  V  48  tres  D  II  238  C  V  48  ire  C  I  390; 
fem.  nom.:  fres  GC  III  2f»K  387  trey  D  111.387  D312:  acc:  /rr.«jll45, 
251  V  (;5  GC  III  24,  312  trcys  D  I  440  tny  D  III  24  catre  1  135  eine 
I  135  seys  C  III  115  set  CD  V  86  D  II  315  oyf  I  10*i  noo  I  214  decz 
D  11  318  trenta  I  172  s&rari^oV 0  88  oytanta  11  107  cent  I  398  w//  I  6 
W/7/«  I  171;  (=  M  181). 

ambfdos  GD,  embedos  C  II   lli  milhier  GC  m/7ier  D  IV  280. 

Ordinalia.  prumier  I  70  prumiera  I  44  segont  III  95  seconda  GD 
1449  /fir^  I  333  /m-^a  I  452  ^o  .^//fir«  III  265  li  quart  lII  99  fa  quarta 
m  387  li  cinquen  C  III  101  la  ciquena  C  I  315  //  seysen  C  III  105 
(cv3  J  45). 

Personalpronomen. 

a)  absolut  \~=  M  183)  1.  Pers.  sg.:  yo  I  410  mi  I  470;  plur.:  no8 
I  3,  15.  2.  Pera.:  fw  I  260;  accus.:  tu  1  212  (vgl.  puni  :  en  tu  :  serui 
m  187)  vos  I  73,  225.  3.  Pera.:  si  I  160,  443  lorX  276.  Geacblecht- 
lich;  mascul.:  el  l  25  lui  I  95,  300;  plor.:  ilh  I  53  /o^  I  102,  270; 
femin.  (J  46):  ilh  I  53,  Imal  //  G  II  185  leg  1  109;  plur.:  ith  II  117 
lor  V  I2Ü. 

b)  verbunden  (=  M  183)  1.  Pera.:  me  II  103  III  154  m'  V  96 
ms  I  15,  36.  2.  Pera  :  <<?  ü  27  ^'  V  93.  3.  Pera.:  se  I  100  «'  I  209. 
Geschlechtlich:  vi  IV  240:  dat.:  li  I  214;  accus.:  /o  I  214  /'  I  219; 
plur.:  (M  183)  ilh  VI  75;  dat.:  lor  111;  accus.:  li  I  37  3 mal  los  C 
IV  238,  GC  lU  303  C  III  288;  fem.  dat.:  li  I  210^  accus.:  la  I  83; 
plur.  acc:  Im  III  18. 


324 


A,  Barth 


Die  1 /2.  pi  ist  flexionsbetont;  1.  plur.  bei  M  Btammbetont.  Das  a 
des  praee.  coqj  hat  eich  auch  aur  die  3.  pl.  oft  auch  auf  die  3.  sg.  dea 
cooj.  imperf  übertragen. 

esser  I  3. 

Praös.  indic.  Sg.  l:  soy  (M)  II  241;  2.  sses  (cv>  M)  II  279; 
3.  es  I  38.  PI.  1:  se)i  (Mi  17;  3  «o«  I  11.  Conjunctiv  8g.  1.:  s/a 
II  310;    2.  Sias  D,  sies  GC  II  313;   3.  sia  I  24(5      PI.  1.:   sian  I   4«1 ; 

2,  sia  I  256;  3.  sian  VI  21.  Imperf.  ind.  3.  eg,:  t^ra  I  77;  3.  pl;  ^ran 
I  77.    Perfect   Sg.  l.:/Mjy  II  240  fosies  DG,  fusis  C  V  89;  3.  /o  I  7; 

3.  pl.  :/orow  I  93.     Futur  Sg.  1:  seret^  D  II  257;  2.  s«re«V«9;  X  sere 

I  211.  PI.  2.:  serc  C  I  472,  CD  I  474;  3.  seren  I  467.  Conj.  imperf. 
3.  8g.;  /o8  H  IW  fossa  CD  II  165.  In  I  fossa  bei  G  5 mal,  bei  C  nur 
92,  bei  D  ausser  92;  1.  pl.;  fossan  III  a35.  Coodit.  I:  fora  l  :i30; 
Condit.  U  3.  gg.:  aeria  VI  2^>;  3.  pl.:  serian  I  279.  Part,  praes. :  istani 
IV  38.    Part,  perf.:  ista  OD,  etfsa  C  I  73,  auch  C  III  217. 

(h)aver  I  457. 

Indic,  praes.  Sg,  1.:  öy  0  243;  2.  as  D  282;  .3.  {h)a  I  6.  PI.  1: 
aven  1  74;  3.  {h)an  I  52  Imperf.  3.  ag.:  avia  I  78;  3.  pl.:  avian  I  127. 
Perf.  3.  8g.:  ac  I  61;   3.  pl.:  aifron  l  115.     Fut.  sg.  2.:  aures  CD  I  252 

II  30;  3.  anre  I  25.  PI.  2.:  awr«'  I  if52  D;  3.  auren  I  18.  Conj.  praes. 
sg.  2.:  ayas  U  296;  3.  aya  II  18.  PI.  3.:  ayan  I  420.  Imperf.  3.  sg.: 
aguf'S  I  89  11  151  (D-a);  3.  pl.:  ayuessan  I  198  Condit.  I  3.  sg.:  agra^ 
I  302.     Part,  perf.:  {hagu)  I  378. 


L    0 

a»  (es) 

11.  \o.  -, 

ffi,  « 

IIL»< 

m.«» 

h 

Indic.  praei*. 

a  (e)  in 
-        in 


an  (o»,  en) 
<m  {en) 


tssan 

I.  Conjugation.  Sg.  1.  -o:  auso  I  410  mando  IV  2  prego  III  215 
rerordo  II  103;  2.  hat  in  der  Regel  -(ts,  -es  in  folgenden  Fällen:  re- 
gardes  C  I  188,  190  peuses  C  III  129  aquistes  CG  II  12*>  aquistes  CG 
II  171  comences  GC  III  172  habites  B  (Aygia);  3.  statt  a  bei  C  f  in 
regne  III  2li8  habundie  III  2*54.  PI.  1.  regelmässig  -#'«:  frobett  I  63 
/oy^ex  11  52;  3.  an  z.  ß. :  amanI51;  -on  in  folgenden  Fällen:  aprouon 
''U  2S  layson  D  VD  67  regardon  C  III  385  dtapreczon  CD  III  111—112 
(f»N  D  III  302  scoulon  D  VII  IK)  goternon  C  III  385  /aysw  C  I  365 
VII  K^;  m  bei  estudien  GC  D  132  >n  O.ßdwi  CD  III  117. 


Lüut-  und  Formenlehre  der  Waldensischeo  Gedichte 

II.  und  IIL  Conjögation.  8g.  1.;  rendo  V  105  reqiwro  V  56  uolo 
C  III  2  aber  tw/h  UÜ,  ebenso  C  II  7,  uro  G  111  <>,  löö,  252,  C  stets 
f<«y,  D  auaser  HI  6  (/e«ö  G,  (iey  C,  dea  D  \  KU  satj  III  182^  2.  /o//<rs 
V  K)6  secorres  V  126  conoises  V  126  «/«-«^ä  IV  58  s^rwcÄ  III  129  8o6« 
IV  58  neben  san  V  98  fax  U  199  ;>o^  III  151;  3.  nais  VII  78  joNff 
n  291  tifo  I  28  uof  I  27  rent  l  392  rft  I  11  au  I  393.  PL  1.:  denen  I  2 
«o/ew  I  287;  3.  -on:  deuon  I  33;  -en  in  folgenden  Fällen:  seruen  D 
UI  312,  111-112  meten  Ü  ÜI  211. 

Inchoativa  3.  »g.:  »s  z.B.  ])««/« 1451  scurczis  II  112  row^v//«  III  31 
acrw/»  III  243;  3.  pl.  -  isffon:  robisson  VII  3()  seruison  0,  .sfriwn  D 
VU  108. 

Conjunct.  praes. 
I.     -e  (a);  <'Ä  (oä);  tf,  — >  «;  <iw;  «;  on 

11.  i«;  oü  (^sj;  o;  rfw;  —  a/i   (ew); 


UI,''  issa; 

I.  Conjug.  Sg.  1.:  trobe  V  20  töNto  C  V  30;  2.  a^Mi^ics  GC,  -as 
(ind.V)  D  11 171,  ebenso  commencesU  172;  3.  36 mal-«,  daneben  donC 
I  31,  30  II  1  III  408,  (i  II  1;  -a:  srnettda  (iiid,?)  GD  I  392.  PI.  1  : 
atnan  I  43;  2.  done  II  309;  3.  confesson  I  421  yardon  V  \\\S  fatigoti 
VII   WL 

II.  und  III.  Conjug.  Sg.  1.  dm  CD,  f/f7>/w  G  H  !♦;  2.  e///frtf/«^ 
VI  96  laues  C  UI  151;  3.  uiua  I  113  tema  III  359  se/ifa  G  (fehlt  CD) 
V  44.  PI.  3.:  crem  I  460  devan  C  dean  GD  I  138;  -m  bei  ««/rp« 
G  UI  357. 

Inchoativa  3.  8g.:  perissa  B  (Furni^). 

Adhort.  (jatdati  GD  (fehlt  C)  1  108  despreczten  VI  50  oimi  VI  83 
anen  G,  -a«  D  VII  215  regarden  D  (GC  regarda  im|»erat.  8g.)  U  120, 
ebenso  regardan  CD  11  61;  serut'H  CD,  -a«  G  III  f)*>  rwt/tf«  C,  -ati  GD 
IV  176,  U  -f«,  n  -«M  \1  86  etiseguen  GD,  -a»  C  III  312;  uene  c  non 
attenda  IV  2^)6.  Der  Imperat.  1  ist  perdöna  I  258  amd  1  254;  IL  Conjug.: 
met  II  325  i?/»/et4rfe  III  1;  UI."  Conjug.:  convertis  V  24. 


Indic.  imperf. 

aua  — 

ia  ian 


auan 
ian 


I.      QUO  — 

II.  (  —  ias 

nv 

L  Conjug.  Sg.  1  :  levavo  B  (Rossignol);  3.  eomen^ava  I  235; 
3.  pL:  bapfi'iaran  I  338. 

II.  und  UI.  Conjug.  3.  sg.:  combutia  I  187.  PI.  1.:  sabian  IV  71 
poyan  IV  70;  3.  seguian  I  298, 

RomanlMlie  FuncLangüU  VII.  22 


326 


A.  Barth 


Conjunct.  imperf. 

L     —  —  es  — 

Tl,\   —  —  Ss,  essa        —  —  essoii 

UlJ 

I.  Conjag.    gardes  I  84  ayres  I  90  mdreycessan  I  158. 

II,  und  III.  Conjug.  poguessa  D  HI  Ut9  eiiseguessa  C,  -<w  GD  1  84 
deguessa  GD,  -essan  C  I  239. 

Sch-waches  Perfect. 

I.  II.,     eg  iSs  i  — 

m.         —  —  fc  {it)  —  —  iron 

L  und  II.  Conjug.  8g  1.:  traleg  GD  (C  fehltl  III  4  Itueg  B 
(Aygla)  cridetj  B  (Pantera);  2.  seqnies  {secar)  V  80  /onczies  V  46  semenies 
VII  210  dciscendiea  V  43;  3.  z.  B.  apellel  2t>7.  3.  pl.  z.  B.  abandoneron 
1  95  cre»eron  I  116  cirisseron  G  {cregron  CD)  I  113. 

ni.  Conjug.  lÄSic  I  317  partic  I  175  eys/Y  B  (Aygla)  /)«r iron  1 131 
seruiron  1  98. 

Futur. 

(>,V  ^^  ^  (o)  ^  (<>^)  ^  ^  (tfn) 

Sg.  1.:  donareg  IV  266  rfirey  Ol  254;  2.  /ro6am  l  251  recfbres 
U  306;  3.  gewohnlich  e  salvare  I  213  recebre  III  379;  -a  bei  irfara  C 
III  Wi  perira  I  112.  PI.  I.:  -en  ausser  deoran  C^  4  [deorian  GCD); 
3,  -w  auaser  possessiran  C  IV  134  ubritan  C  IV  299. 

Conditional. 

io  »>8  fö  ian  —  ian  (f«i)' 

Sg.  1.:  Holno  ni  19;  2.  pogHea  G  (D  fut  jjoyres)  VII  71 ;  3.  uolria 
I  91.     PI.   1  :  umcerian  I  438;  3.  -ian  ausser  tenrien  C,  -i'aii  GD  11162. 

Participium- 

Part,  praee.  I.  Conjug.  -ant:  donant  I  95.  IL  und  III.  Conjug.  -ent: 
cresenf  I  338  possi-üsent  l  274.  Part.  perl.  1.  Conjug  -a:  dona  I  41, 
ebenso  femin.  dona  :  verUa  I  225  lagsa  :  ajosta  I  24fJ;  ausser  tochaa 
VI  92  burchaa  G  ;  cÄare//a  H  236.  IL  Conjug  -m:  offendu  I  81. 
in.  Conjug.  -*:  puni  I  92. 

Infinitiv. 

Die  L  Conjug.  geht  auf  -ar  aus:  anuir  I  153;  die  II.  auf  re  nach 
den   einfachen    Liquiden   »,  r,  /,    Muta  -f-  Liquida   und    nach    Dipb- 


Laut-  aad  Formenlehre  der  Waldensiachen  Gedichte 


327 


thongen,  auf  -er  nach  Spiranten,  geminlrten  und  mouillirten  Liquiden, 
sowie  m  S.Auslaut.  Es  schwanken  zwischen  re  und  er:  corer  B{CeTf) 
corre  B  (Serena)  penre  1  711  u  ö.,  bei  G  auch  pnmr  I  371  u  ö,  tre 
fQr  «•«  hat  more  VII  112.     Die  III.  Conjug.  hat  -ir:  seruir  IV  97. 


Einzelne  Verba. 

I.  Conjug.  annar  (=  M)  II  1 1 ;  C  1  mal  andar  IV  203.  Praes. 
3.  8g.:  mif  (cvD  M)  I  191;  pl.  1.:  anen  (c>j  M)  VII  215;  3.  van  (=  M) 
I  314,  auch  aiian  (cv>  M)  II  213.  Imperf. :  annava  I  2()7.  Fut. :  an- 
narfiij  {=  M)  B  (Galina);  1.  pl.;  ireti  (c>o  M)  GC,  annaren  (=  M)  D  121, 
alle  has.  annaren  II  i^'d;  2.  ag:  annares  VII  199;  '6.annare\[  18.  Conj. 
imperf.:  annessan  1  268.     Imper.  vatf  (=  M)  II  302  annd  I  471. 

dar.     Fut.:   dara  C,   -<^  GD  III  66,   dafür  sonst  donar. 

istar  I  2.  Praes.  3.  sg.:  ista  VII  7H.  Fut.  3.  sg. :  i'stare  IV  15; 
3.  pl.:  isfarett  III  237.  Imperat. :  ista  VII  169.  Part,  praea.:  istant 
1319;  perf.:  iMa  GD,  rt/su  C  I  73. 

n  Conjug.  crei/re  (=M)  I  19.  Praes.  3  sg.:  cre  II  196;  3  pl. : 
creon  I  67.     Imperf:  creyan  I  2i>9      Perf:  creseron  I  96.    Fut.:  creire 

I  22.  Conj.  praea  :  cria  \  65  cr«i<i  II  34  crean  I  460.  Part,  praes.: 
cresetd  I  338. 

vencer  I  37.  Praea.:  m^c2  V  65  uenczon  Vll  97.  Conj.  praes.: 
renczan  lU  358.    Condit :  uencerian  1  438.     Part,  perf  :  utnczu  (;  di) 

m  67. 

Ui.  Conjug.  auuir  I  392.  Praes.:  aul  393  okuom  IV  239.  Imperf: 
amia  H  112.    Fut:  auuire  IV  258.    Imper  :  au  III  119. 

mir  1  377  eisir  B  (Leon).  Praes,:  ies  CD,  cys  G  III  16  Perf: 
i8sic  I  317  eyssit  B  (Aygia)     Part,  perf:  eysu  C,  is/a  GD  I  73. 

cuikir  VII  219.    Praea.:  recolh  VII  199.    Fut-:  readhirm  VII  221. 

wj«n>  (=  M)  C,  monr  Gü  I  282  III  334.  Praes.:  mor  [oo  M)  VH  95. 
Fut.:   murren  (cv^  M)  C,   o  GÜ  1  4(55.   Part,  perf:  mort  I  15. 

fityir  II  145.  Praes.:  fui  U  54  fuon  VII  160  neben  fug  ton  H 
(Pantera).     Fat.:  fugire  GD, /uire  C  II  288.    Imper.: /mi  III  146. 

J  -  Conj  ugatiou. 

far  (=  M)  U  329.    Praes.:  fauc  (oo  M)  G  (fehlt  CD)  V  42  fas 

II  199  /ay  (cv)  M)  1  397  faczen  U  93  /an  I  45.  Imperf. :  facta  I  292 
facinn  I  131.    Perf  2.  sg.:  fecis  V  50  /ey  I  75  fe  bei  GC  I  101,   bei 

G  I  267,  :J03  feron  I  177.  Fu\.:  fareg  U  232  fares  I  252  /ar6  1  48 
/arc«  I  110.  Conj.  praes.  3.  sg.:  facza  I  402  facz^iu  1  408  faczä  C 
IV  293  fa^n  I  422.    Conj.  imperf:  faees  C,  /w  G,  fe^e^  D  I  91,  92 

22* 


328 


A.  BArtb 


facessan  C  I  127,  273 /ma»  GD  1  127  G  I  21^  feressati  (=  M)  D  273. 
Cond. :  Jaria  Ul  2(X>.  Injper.:  fatj  [=  M )  VI  19  facS  I  254.  Part  praes. : 
/acent  I  294.    Part.  perf. :  fai/f  I  18  faijta  I  430. 

veser  I  237  tvr  (=  M)  CG  1  65  veer  C  I  73;  auch  mr  {:  xrist) 
GD  I  73  CD  1  3G8.  Praes.:  ueo  {=  M]  0,  uey  C,  D  wy  ueo  S.  ob.  Praea. 
ue  B  (Öerena)  veen  (=  M)  C  ven  C^  vej/en  G  vehen  Ü  I  3,  5,  9 
tieon  111  272.  Imperf.  3.:  veija  I  321.  Perf.:  vigron  I  225.  Fat  2.: 
ueyres  II  280  MetVew  IIl  2*J2.  Conj.  praes.:  uea  \U  198.  Conj.  irop.: 
veguessun  I  202.    Part,  praes.:  veseut  V  58.    Perf.:  vist  I  92. 

S  -  Con  jugation. 

ardre.    Fut. :  ardrm  I  465.    Part.  perf. :   arm  Vü  51. 
aucire  I  261  awciVG»  ocir  D  VII  170.    Praes.  3.:  awci  VI  5ö  aucion 
I  364.    Imperf:  «Mc/a  I  166.    Perf:  aucis  I  76  auciseron  I  364. 
Gegner,     Part,  perf.:  ce///t^  II  28(>. 

clawe,  Praes.:  dmt  B  (Leon)-  Part,  perf.:  eticlntts  I  402. 
ilir{e)  {=  M)  I  61.  Praes.  1.:  dk  (cnd  Mj  ID  113;  3.  dt  I  11 
diczon  I  383  IIl  383  IV  57  dion  (=  M)  G  dkzon  CD  i  373  Imperf.: 
dicia  IV  73  f/icwi«  I  210.  Perf.  2.:  r/is*s  V  47;  3.  dis  I  283  diserort 
1  118.  Fat.:  dire  I  283  d/rc?»  I  395.  Imp.:  di  U  309.  Part,  praes. t 
dketU  I  308.    Perf.:  dit  I  109  <i/i^  I  124. 

destruire  CD  V  50  destruir  G  Vll  195  reduyre  D  Mrt  G  I  118 
destrure  G  V  50  D  Vll  195.  Praes.:  produi  GD  H  23  produon  XL  96. 
Perf.:  y/rorfwis  C  II  23  destruis  1  145  </«//i«  C  I  103,  133.  Part.:  de- 
struyt  I  169. 

reymcr  B  (Pantera).   Perf.:  renps  B  (Pelican).    Part.:  remps  I  62. 
escrire.    Imp.:  acW  V  152.   Part.:  Script  I  112. 
jogner.     Praes.:  Jong  U  291.  permanirW  22.    Fut.:  remanfc  1 395. 
Perf.:  rer/tas  I  312.    CoDJ.  praes.:   reumgna  V  75  reinanent  I  8.    Part, 
perf.:  r<;w«.s  I  171. 

w/'/r<?  n  20*5    Praes.:  wie^  VI  73  meten  Yim  m«/on II  122.  Imperf.: 
»u'tia  VII  202.    Perf:  mes  I  161.    Couj.  praes.:  meta  VI  3  mp/<m  IV  176. 
*)onj.  imp  :  m*»««  G,  mesessan  CD  I  355.    Iiup.:  fnct  U  325  tn«-/^  VI  1. 
t.  praes.:  mefrnt  VII  70     Perf  :  mes  II  227. 

tjenrt  1  79  G  auch  prener  I  371.    Praes.:  pren  U  210  7>rc>WM  IIl  78. 
venre  1   15.    Conj.  praes.:  prena  CD  III  369  —  70.    Part,  perl.: 
189. 

yer,    Part,  perf;   spare  VII  34.    quetre  IV  1H5   gM^/zV  II  209. 

in^iiero  V  56  yw^^r  B  (Ging)  qneron  I  ^)5L     Fut.:  jwf /7"<?«  II  208 

413.    Part,  perf:  asot  C,   asoul  GD  1  391.    rire  W  288 

Serpent).   Praes  :  rtspimt  I  390  (spoa  IV  208). 


Laut-  and  Formenlehre  der  Waldensischen  Gedichte 

costregner.    costreng  I  385  costreyt  I  143. 

traire  I  191.  Praes.:  tray  II  41  traijoii  H  (Abelhas).  Perf. :  trays 
GD  {trm  C)  I  323.    Part,  praes  :  retrahent  III  2m.    Perf. ;  retrait  II  320. 

ttiner  I  14  <m  IH  198  temianl  117.  Conj.  praea.:  ^«»wa  GD  I  3ti9. 
CoDJ.  imp.:  tempsen  C,  tetnes  GD  I  H()  Part.:  femttit  Ti\3&4.  Fut.:  ^e- 
twere«  VII  138. 

TJ-  Conjugation. 

rtctbre  II  26().  Praea  :  irrey/  III  304  rectbon  III  %.  Perf:  receop 
Vn  184.  Put.:  recebres  11  306  reccire  I  17  recebrm  III  177  Conj. 
praes.:    tecepia   B    (Serpent).     Imp.:    receÄ(^  111   2*J4.      Part.:    receopu 

I  175  (cv>  M  150  f) 

sabrr  (=  M)  I  12  say  lU  182  5rt*e5  IV  58  saa  V  98  sap  C  ao  (=  M) 
GÜ  11  50  sabe  IV  289  mbon  (oo  M)  III  Ol.  Imp.:  sadias  V  99  sabia 
VII  203  sabiati  IV  71.  Perf.:  sa«/>ron  I  334.  Conj.  praea.  1.:  jap»«  V  87 
supian  n  214.    Co  od. :  sa^riVi  (oo  M)  I  279, 

caler,  chal  11  116.  corcr  B  (Cerf)  corr^  B  (Serena).  Praes.:  corre 
B  (Griffen)  coro»  B  (Alifant).    CoDJ.  praes, :  secorra  l\  224.   (cor«  V  i»9). 

crdser  II  111.  Praea.:  er cw  VII  79.  Imperf  ;  creisia  1  227.  Perf.: 
crcyrun  C,  creisseron  GD  I   113.    Part,:  <r;v//w  CU,  creissu  G  I  105. 

c/ewtfr  (M)  I  413  rfewo  G  dey  C  \  101  (/<?m-?5  IV  ö8  deo  1  2H  rf^w^w  I  2 
dvuon  I  33;  (/«p/Vi  I  282  dtuian  TV  71.    C(»nj.  prae«. :  debia  G,  </fa  CD 

II  9  dfua  D  V  101,  dhan  C,  r/t«//  GU  1  138  diyuessa  GD,    an  C  I  239 
deoria  II  54  deoridu  1  4. 

?ac»r  B  (Roasignol)  /«y  B  (Pantera)?  iac  ebenda.  Part.:  iagna  B 
(Volp). 

more  VII  112   woo  III  H3  mogua  B  (Serena). 

conoiser  I  4ü  conoises  V  120  conois  IV  237  conoisen  II  187  conohon 
Vn  42  conoisian  IIl  02  conoiser  es  III  143  conoisercn  III  293  conoissa  B 
( Abelhas I  conoyntnf  IV  38  cont'gn  V  12.5. 

fjoyrc  IV  263  «oy  B  (Volp)  noysen^  V  106. 

idourr  {=  M).     ;>/öo  B  (Papagal). 

//opr  M  I  71  7/0^  III  151  /)o  1  13  po^  I  Ol  po*  (coM)  I  73  pon 
I  :i53  ^öon  B  ( Aygia)  poyon  I  301  poya  VII  7  poyidn  IV  70  pogron  I  121 
poyrex  II  173  poyr^  I  25  poinn  I  289  j>oysaa  VI  20  /^oysa  I  397. 
C  j;o*a  IV  287  poisan  1  37.  pochan  C  II  139  po^MfS  \'II  UH)  fiogiusal> 
{poya  CG)  TU  199. 

<f«iV  (=  M)  I  50  tcn  I  48  <^mo«  111392  apartenia  I  209  ^•o.<</«»«•  D, 
«ostent  CG  III  338;  2.  retengiih  \  51  /fwr^w  I  20.  Conj.  praea.:  tigna 
n  10  tegna  III  2.  Imperf:  ttngue&an  I  275.  Part.:  imtnt  DI  115 
<e;«y«  11  44   iengua  V  17. 


330  A.  Barth 

toler  (M  191  »>)  I  375.    Praee.:  tolles  V  106.    Part.:  tout  B  (Pic). 

venir  (=  M)  I  9  t*<jn  I  203  venian  VII  209.  Perf.:  venc  I  203. 
Fut:    uenre  I  16.    Conj.  praes.:  mgna  II  108     Imp.:  avengues  I  121, 

uoler  (=  M)  lU  4  Praes.  1.'  ag.:  uolh  (=M)  H  7,  C  uolo  (=  M) 
m  2;  3.  MO/  I  27;  pl.:  uolen  I  287  mo/o«  I  221;  uolia  VH  213  «o/ian 
VII  211;  uolc  I  230  uolgron  I  448;  «o/re  IV  148  uolha  V  87  «o/Äoa 
I  248  uolha  I  369  uolhdnNl  85  ««J/Äan  I  280;  uolHo  ÜI  19  «o/ria  I  91 
uolrian  I  360   Mo/ew<  III  279  volgu  I  360. 

paiser  l  418.  Perf.:  pac  I  419;  paguesan  I  158.  paysu  C,  pa^ 
GD  IV  243. 

placer  (=  M)  I  475  plecer  (=  M)  C  I  177.  play  in  10  deplac  I  122 
p/ayre  II  7  ;?/afa  (c\3  M)  I  480   p/ac2ww  VI  14  placent  I  139. 

nafs«r  I  212.  nais  \i  79  naison  11  68  fuu^we  II  85  naisere  I  212 
na  I  218. 

tdore  (=  M)  I  250  uiuen  11  82;  uiuas  III 151  Mtua  i  113;  uiuent  6D 
ni  351  ttwctt  n  102. 

pareisere  II  161  aparec  l  224  apareisent  lU  190. 


La  estoria  del  rey  Aaemar  e  de  losaphat  e  de  Barlaam. 

Von 
Priedrlrh  Lnuehert. 


Vorliegender  Text  einer  spanischen  Übersetzung  der  Legende  von 
Rarlaam  uod  losaphat  ist  einer  Handschrift  der  iStrassburger  Universitäts- 
und Landesbibliothek,  Cod.  bispan.  10,  entnommen,  die  aueeer  dem- 
selben eine  Estoria  de  los  quatro  dotores  de  la  santa  eglesia  enthalt. 
Die  QesamtQberschrift  und  Inhaltaangabe  am  Anfange  tautet:  En  este 
Tolumeo  se  contieneo  dos  libros.  E  en  el  primero  cuenta  de  los  quatro 
dotores  de  la  «anta  eglesia  sant  Anbrosio  e  sant  leronimo  e  sant 
Agustin  e  sant  Qrigorio  papa.  E  ei  segundo  libro  es  del  rey  Anemur 
e  de  8U  fijo  losaphad  e  de  Barlaam.  Die  Handschrift,  aus  dem  15.  Jahr- 
hundert, enthält  18f)  Blätter  in  9  Lagen,  in  Quarto,  teils  Papier,  teili 
Pergament;  der  äusserste  und  der  innerste  Bogen  einer  Lage  sind  in 
der  Regel  Pergament,  das  dazwischen  Liegende  Papier.  Davon  nimmt 
unser  Text  die  Blätter  132—185  ein.  Der  Text  ist  zweispaltig  ge- 
schrieben; die  Zeilenzahl  der  einzelnen  Spalten  schwankt  am  Anfange 
zwischen  27—30,  gegen  Ende  zwischen  30—32.  Die  Kapitelüberschriften 
sind  rot  geschrieben. 

Das  zu  Grunde  liegende  Original  ist  die  verkürzte  lateinische  Be- 
arbeitung des  Barlaam  und  losaphat  im  Speculum  historiale  des  Vin- 
centius  ßellovacensis,  über  XV,  c.  1 — 64,  wovon  unser  Text,  von  Fehlem 
und  Missverständnissen  abgesehen,  eine  treue  Übersetzung  ist. 

Was  meine  Behandlung  des  Textes  betrifft,  so  habe  ich  nur  die 
Interpunktion  geordnet,  den  Eigennamen  grosse  Anfangsbuchstaben  ge- 
geben und  die  Abkürzungen  aufgelöst.  Hingegen  Hess  ich  alle  Eigeo- 
tümlichkeiten  der  Orthographie  in  ihren  Schwankungen  unverändert. 
Wo  offenbare  Schreibfehler  verbessert  sind,  ist  dies  unter  dem  Texte 
bemerkt,  ausser  wo  es  sich  um  Zusätze  »4er  Ausstoesungen  bandelt, 
wo  in  herkömmlicher  Weise  ein  gemachter  Zusatz  durch  [  ],  ein  aus- 
ZQfitossender  Buchstabe  oder  auszustossendes  Wort  durch  (  )  bezeichnet 


H32 


Friedrich  Laacbert 


ist.  An  einzelnen  ergänzten  Stellen  bandelt  ea  sich  um  Verstümmelangen, 
die  durch  Wurmfrass  entstanden  sind;  hier  konnte,  auch  bei  der  Zer- 
störung ganzer  Worter,  doch  in  der  Regel  die  Vergleichung  des  lateini- 
schen Textes  auf  die  richtige  Spur  helfen.  Wo  die  Übersetzung  durch 
MisBTerständnisB  des  Originals  fehlerhaft  oder  unklar  ist,  habe  ich  unter 
dem  Texte  die  betreffende  Stelle  des  latein.  Originals  angeführt,  nach 
dem  Drucke  von  Venedig  1494 

Eine  nach  meiner  ursprünglichen  Absicht  mit  der  Herausgabe  des 
Textes  zu  verbindende  litterarbi^torische  Einleitung  über  Barlaam  und 
losaphat  im  Spanischen  rouss  ich  mir  einstweilen  für  spätere  Zeit  vor- 
behalten; da  mir  für  jetzt  das  nötige  Material  nicht  zur  Verfugung  steht 


[fol.  132.]    Aqui  comienQa  la  estoria  del  ny  Anemur  e  de  losaphat  e  de  Barlam.   C 
tia  en  ella  setenta  [I.  sesenta]  e  quatro  caiiitulos. 

El  primo  capttalo  es  del  rrey  Anemur  c  del  su  mandado  contra  los  christiaDos. 
d  £1  aegundo  capitulo  del   archisatrapa,    que  quier  dezir  mayoral  so  el  rey,  el 

qoal  fecbo  monge  confondio  al  rey. 
Ü  El  tercero  capitulo  del  sas^imiento  de  losaphal  e  del  en^erramiento  del  en  el 

pala^io. 
(I  El  qaarto  capitulo  del  amigo  del  rey,  al  quäl  et  tento  en  engaiao. 
d  El  quinto  oapittilo.     Como  pur  consejo  de\  eDfiermo  auianao  la  saila  del  rey. 
G  C  el  aeflto  capitulo  de  dos  inuDges  mariiriados. 
(7  E  ei  Vn*  capitulo  como  losafat  gaoo  del  padr«  liberlad  de  aalir. 

(I  E  el  VUP  capitulo  del  gafo  e  del  ciego  e  del  viejo  coruo  los  quales  vio   en 

U  carrera. 
(I  E  el  IX**  capitulo  del  aiieoimieDto  de  ßarlaam  a  el  so  semejanga  de  meroadur. 
G  E  el  dezeno  capitulo.    El  rrccantamieDto  del  rey  homil,  el  quäl  rreprebeudio 

sabiamente  al  rreprebendedor. 
G  E  el  XI**  capitulo  del  cDseilamiento  de  la  onrra  de  vn  dia. 
G  oapUalo  XII.    La  fabliella  de  la  philomena  endozida  contra  los  onrradnrec  de 

los  ydotoB. 
G  El  capitulo  XIII  del  amoDestamieoto  fecho  a  joaafat  de  la  perseuerao^ia  ea  la 

fe  de  Jesu  cbristo. 
Q  £  el  Xim*  capitulo  del  amonestamiento  a  eae  mismo  de  la  vida  mas  aoabada. 


Z.   IS.  anemar  mit  schwarzer  Tinte  corr. ,  ans  nnimur,  wie  ea  scheint. 

Z,   18,  Zuerst:  del  jusapchat,  mit  schwanwr Tiiit«  corrigiert. 

Z.  SS.  gaTo  e  corrigiert;  das  darunter  Steheode  nicht  mehr  deutlich  Icabar. 

Z.  S8.  de  an  dia:   1.  de  un  dios. 

Z.  81.  In  der  BandAchr.:  perscnarant^ia. 

Z.  8S.  jha  xpo,  immer  in  dieser  Abknmiog. 


La  eatoria  del  rey  Anemor  e  de  losaphnt  e  de  Barlaam 


333 


C  E  el  XV  capitnio  de  la  semejan^a  del  vDicoroio  contra  loa  ainadores  del  aieglo. 
G  £  el  XYI  capitalo  de  la  aemejanva  de  tres  amigos  cootra  eaos  miauioa. 

C  E  el  XVII  capitalo  a  ese  miamo  del  rey.  el  quäl  el  logar  de  au  deaterramieoto 
guarnes^äo  por  rriquezaa. 

a  E  el  XVIll*  [fol.  132*"]  capitulo  del  amoDestamiento  pari  meDoepre5iainJeDlo  de 

laa  rriquezaa. 
Q  E  el  X^X  capitulo  a  ese  miamo  de  aquel,    el   quäl  meoDapre^iada  la  noble 

eaposa  tomo  ia  pobreziella. 
Q  E  el  XX  capitulo  de  la  eDsetiaufa  do  Barlaaui  de  dios  orindor  e  guueniador 

de  todoa. 
Q  E  el  XXI  capitulo  de  uomo  Barlaam  rrecuenta  a  loaafat  la  au  vlda. 
(I  E  el  XXll  capitulo  de  como  loaafat  querieudo  8eg[u]rr  a  el  aprimiolo  Barlaam. 
(I  E  el  XXIII  capitulo.  de  en  como  Zardan  cod  duro  ooragon  oyo  laa  palabraa  de 

Barlaam. 
0  E  el  XXnil"  capitulo.   como  [oaaphat  toma  de  Barlaam  ^eli^^io  e  fin   de  la 

enaeflaaga. 
<7  E  el  XXV  capitnio  como  partiendoae   Barlaam,  Zardam  manifiesta  la   poridat 

al  rey. 
0  E  el    capitulo   XXVI    del    vano    conaejo    de    Arachia    e    del    aygimiento    de 

Barlaam. 
n  E  el  XXVII  eapittilo  de  la  conpafia  de  loa  hermitanios,  loa  qualea  tra^^an  las 

rreliquiaa  de  Ins  aantos. 
a  E  el  XXVIII "  capitulo  de  en  como  Nacbor  se  eniinto  qne  era  Barlaam. 
Q  E  el  XXIX  capitalo  de  en  como  el  rey  rreprebeodio  al  fijo  por  qae  fuera  en- 

ganado  de  Barlaam 
Q  E  el  XXX  capitulo  de  en  como  el  fijo  ae  eafuer^a  a  amanaar  la  aana  del  padre 

e  eoDuertirlo  a  la  derecha  carrera. 
ü  E  el   XXXI  capitulo   de  como    loaafat    trasoocha   en    ora^ion    e   coDoa^e  la 

fa^ion  del  rrey  por  vision. 

a  £  el  XXXII  capitulo.   coröo  Nachor  ea  llamado  eo  consejo  e  por  sti   conaejo 

es  preao  e  enlazado, 
Q  E  el  XXXIII  capitulo  de  como  el  miamo  contra  au  propoaito  fabia  eoaas  ver- 

daderaa  de  dios  e  del  error  de  loa  Caldeos. 
Q  E  el  XXXIIII*^  capitulo  del  error  de  loa  Griegoa  e  de  los  Egipgianoa. 
Q  E  el  XXXV  capitulo  del  error  de    loa   Itidios  e  de    la  verdadera   fe   de  loa 

cbristianos. 
Q  E  el  capitulo  XXXVT  de  la  fin  de  la   queation  en   la  quäl  Naclior  veryio  a 

todos. 
G  E  el  XXXVII  capitulo  do  oomo  loaafat  lo  aduze  conaigo  e  rreprelhjendiendolo 

en  poridat  tizo  gra^taa. 
(I  E  el  XXXVllI*'  capitulo.   de  como  Nachor  conuertido  por  las  palabraa  del  ae 

fue  al  yermo. 
O  E  el  XXXIX  capitulo  de  en  coräo  [fol.  133]  dQ|b)dando  el  rey  ^erca  la  orirm 

de  los  diosea  demando  de  conaejo  a  Tbeoda  mago. 


Friedrich  Lauch ert 


a 


E  el  XXXX  capitulo  como  el  rey  por  consejo  deste  llama  a  todos  a  la  Bolini- 

dad  de  loa  dioses. 
E  el  XLI  oBpitulo.  como  ese  miamo  dio  consejo  de  enganar  a  losafat  por  las 

tnugeres. 
£  el  capitulo  XLI1  como  losafat  monido   por   apiritu  de  fornioagioii  se  arxua 

por  orafion. 
E  el  eapitalo  XLIII   como  la  mo^a  rrea)   lo  tieota  de  fornioa^ion  por  mncba 

fabla. 
E  el  XLIllI"  capitulo  com»  el  Setlor  por   viaioo  demoeatro  a  loaafat  dodaote 

la  bieuaDdanga  de  los  santua  o  las  penas  de  lus  maloa. 
E  el  XLV  capitulo  como  e)  mismo  tornanduae  en  sy  eofernia,  e  como  rreprebende 

de  tray^toti  al  padre  que  lo  vino  a  viaitar. 
E  el  XLVI  capitulo.  como  loaafat  buefue  contienda  de  palabras  cootra  Theoda. 
E  el  XLVII  capitulo  como  el   miamo  cofonde  a  Theoda  de   la  sabiduria  loca 

delloa. 
E  el  capitulo  XLVllI"  como  Tbeoda  connertido   fue  al  yerino   eopoa  Nacfaor. 
E  el  XLIX  capitulo  como  el   rey  por  el   consejo  de  Arachia   partio  el  rregno 

coo  el  fiijo. 
E  et  L  capitulo    como  loaafat  ae  dio  en  pod^rio  del  rregno  e  que   cosaa  fito. 
E  el  LI  capitulo.   como  dioa  viaito  al  padre. 

&  el  LH  capitulo  comb  lo  enaenio  el  fijo  e  lo  tomo  de  la  aants  fuente. 
E  el  LUl  c«pitulo  conio  el   padre  despues  de   la  eonueraion  ae  fiso  e  de  li 

uiuerte  del 
E  el  capitulo  LIlll "  de  la  auatttugioo  de  Baracbia  e  la  fuyda  de  loaafaL 
E  el  capitulo  LV  del  rretoroamieoto  del  e  de  la  contirmagioD  de  Baraohia  eo' 

el  reguo. 
B  el  LVI  de  la  fuyda  de  loaafat  en  el  yermo. 
E  el  capitulo  LVII  de  las  tenta^ionea  que  aofrio. 
E  ei  capitulo  LVIIJ*'  dei  lallamiento  de  Barlaam. 
E  el  capitulo  LLX   del  aaludamiento   eutrecanbiado  delloa  e   del   plazer  qae 

otiieroo  de  conauoo. 
E  el  capitulo  LX.  como  Barlaam  demoatro  a  el  ta  au  muerte. 
£  el  LXI  capitulo.  de  la  muerte  de  Barlaam. 
»1.   133^]  Q  E  el  capitulo  LXIT  de  la  viaion  de  loaafat,  por  la  qaaJ  pares^ieroo 

a  el  laa  moradaa  ^elestialea. 
£  «1  capitulo  LXIII  de  la  au  muerte. 
E  el  capitulo  LX11II°  del  traamudamieoto  del  vno  e  del  otro  aanto  cuerpo  a 

lodia. 


ibervchrieb 


estoria  del  rey  Anemor  e  de  losaphat  e  de  Barlsam 


335 


Capitulo  pnmo  del  rey  Anemur  e  det  mandado  del  contra  lo«  christlanos. 

£q  lodia  ouo  vo  rey  qae  aoia  uoabre  Aneuiiir.  £  ora  rico  e  poderoso  o 
cstraiäo  e  en  bataliaa  glorioso  de  todaa  las  cosaa  de)  mtiudo,  maa  segand  la  alma 
afogado  por  roucboa  maleB  e  dado  a  la  proniduobre  de  los  ydoloB.  E  commo 
visquiese  en  mucboa  deloytes  auia  vn  mal  de  luaüeresa  el  quäl  mengaaua  la  au 
gloria  e  atormentaua  el  au  corat^on.  Ca  dod  podia  auer  fijos.  E  mochaa  gentee 
de  cLristianoB  e  de  monges  paaantes  en  aquella  tierra  vida  angilical.  aprouecbauan 
en  la  gra^ia  de  dros  e  deoüsiatido  la  onrra  del  rrey  e  de  todo  en  todo  oon  temiendo 
las  808  menaau.  Por  cierto  muchog  deseauaD  la  muerte  por  lesu  Cbriato ;  ca  sabian 
la  bieoandati^a  perdurable.  Onde  syo  temor  prcdicaiiao  e  ooo  auia  en  la  boca 
otra  coHa  sy  nun  a  Jesu  Christo.  E  miicbos  rrea^ibian  la  dotrina  dttlloa  eotanto 
qoe  algUDOs  nobles  e  aenadoree  dexando  todaa  laa  cosaa  ae  fazian  tnongva.  E  el 
rey  oommo  oyo  catas  coaas  piiso  mandamietito  que  todo  cbriatiaoo  fueae  coatrenido, 
aegar  la  (e  de  lesu  Cbriato,  päaaaodo  coatra  ellos  por  nueaaa  maoeras  de  tonnen- 
tuH  e  ametiazaTidoIca  nueuaa  raaneraa  de  rouertes.  eatouce  algUDoa  temiendo  el 
tormento  obedea^ian  al  mandado  desromulgable;  otroa  rrepreheadioodo  la  crneldat 
maDifieatament©  e  en  la  cara  del  rey,  feneagian  la  vida  pormartirio;  otroa  eacon- 
dianae  en  loa  montes  e  en  loa  logarea  deaanparadoa. 


Q   Capitulo  segundo  de[l|  arctitsatrapa.  quu  quier  dezir  mayoral  so  el  rey.  el  quäl  fecho 

menge  confondio  al  rey. 

Eatonce  vn  arohlaatrapa  del  rey  que  era  mejor  que  loa  otroa  por  grandesa  e 
forma  e  por  firmesa  del  alma,  veyendo  [fol.  134]  la  crneldat  e  contraponiendoae 
a  eata  vana  gloria,  ayuntoae  a  loa  prcpoaitoa  de  los  morgea  e  fue  a  los  deaiertos 
de  los  montea  e  y  eatudo  rony  afincado  por  ayunoa  e  por  velas  e  penaamientoa 
dyainalea.  la*qual  ooaa  commo  lo  oyo  el  rey,  doliose  del  ami(;o  perdtdo  e  en^en- 
dioae  maa  en  aaüa  contra  loa  mongea,  aey  que  eobio  menaajeroa,  loa  quales  le 
buaearon  en  oada  logar,  fasta  que  lo  fallaron  en  loa  deaiertoa  e  tomaroolo  e 
dierunto  a  la  catedra  del  rey.  al  qua)  viendolo  el  rey  en  pobre  viatidora  e  aspera  e 
magres^ido  por  dura  conueraav'on  de  los  aolitarioa  enparedadoa,  Ueno  de  triateza  dixo 
a  el:  O  looo  e  perdido  de  voUintad,  por  que  mudeate  la  tu  onrra  eo  denueato  e 
feziate  te  jnego  de  loa  mo^os  oluidado  de  la  nueatra  amiatad  e  fiuza  e  nin  auietidn 
merged  de  tiia  fijoa.  leuantaatete  contra  la  natura,  por  qae  feziate  eato  e  adelan- 
taste  a  todoa  loa  dioaea  el  omne  e)  qnal  es  dicbo  leau  Cbriato.  Oyendo  eato  c\ 
omne  de  dioa  respondio  alegremente:  0  rrey  ay  quieres  de  mi  oyr  razon,  echa 
loa  tue  enemigos  de  medio  de  la  tn  alcaldia  e  eatonce  te  rreapondre.  Ca  ayendo 
elloa  presentes,  non  aueraa  palabra  de  ml.  maa  por  la  razon  «ntuer^«?  e  m.nia  e 
faz  lo  qae  quierea,  a  nii  cru(a)^ificado  ea  el  mundo  e  yo  al  mundo.  E  deziendo 
el  rey,   quales  aon  aquellos  enemigoa.   los   quales  quterea  que  vayan  de  medio, 


Bei  Vinc  Bell,  steht  nach   der  t^rschiift  des  1.  Kap. :    Johannca  Damaaoeana. 
Z.  1.     Anemnr:    der  Name  hat   hier  Immer  dieae  Form,   entstellt  maa  Aneooir 
(griech.  'Aßewtjp), 

Z.  8.     estrailo  für  «trenuas. 

Z.  14.     paneando  oorr.  aiu  penaando. 

Z.  S8.     prcpoaitoa  oorrisiort  ana  propoaitoa  (in  Abkürzungen). 


33G 


Friedrieb  Laudiert 


dixo  el  varon  aanto :  la  yra  e  la  cobdijia.  Ca  la  cobdf^ia  obra  en  noa  deleyte  e 
eato  mueue,  mae  la  yra  destruye.  Pues  asi  es  vayan  se  estas  cosas,  e  esten  a 
la  audieD^ia  de  las  cosas  qne  se  diran  e  al  juyzio  la  mansedunbre  e  la  sabiduria. 
E  coroino  el  rey  otorgase  la  peti^ion  del,  dixo:  fago  gra^ias  a  dtos  por  lesu 
Chrtato,  ca  tne  defendio  de  la  liaguDa  de  la  mieqajodat  e  del  lodo  de  la  fez  e 
mostrome  carrera  breue  e  rafez  [UiL  \'M^]  e  por  la  quäl  en  este  cuerpo  flaco 
puedo  aduzir  coQuersafion  aogilical,  menosprectando  la  vanidat  de  laa  eosas  pre- 
aeores.  Ca  commo  coDtiend(>a  tajar  de  qos  el  buen  principal  de  todaa  las  cosaa, 
que  quier  dezfr  la  piadat,  c  desaoparar  a  dioa  la  quäl  cosa  es  adelantar  a  iodoa 
loa  dapims:  commo  en  esto  podemo«  aer  en  voo  contigo?  non  negaremoB  en  con- 
trario maa  la  acuiatad  e  la  onrra  e  el  talaate  de  los  tijos  e  sy  alguna  otra  cosa 
era;  ca  veemos  a  ri  non  ser  grades^'ieote  a  dios,  el  quäl  te  dio  ese  aeer  e  rrespirar, 
quäl  eatableog^io  loa  gielos  e  la  tierra  e  formo  el  omne  e  donolo  a  la  mortalidat 
~^  estables^iolü  rrey  de  tüdaa  lag  coaaa  que  son  en  la  tierra,  e  a  e)  engaf  ado  del 
diablo  por  deleyte  e  priuado  de  todos  estos  bienes  rredetniendolo  por  muerte  de 
la  8Q  Cruz  toroolo  en  la  primera  libertad.  £  tu  rrepoyas  lo  e  denaestas  contra 
la  BU  Cruz,  dando  te  todo  a  loa  deleytea  corparalea  e  somitido  a  las  pasiones 
desterraderas  e  eusuziado  por  error  de  loa  ydolos.  Pnes  asy  es,  sabe  qae  non 
te  coQsintire  nin  negare  el  mi  bienfazedor  e  saliiador,  aunque  me  ecbea  a  tragar 
a  laa  bestias  e  aun  qua  me  des  al  cuchiello  e  al  foego,  la  quäl  cosa  agora  es  eo 
tu  poderio.  Ca  non  temo  la  muerte  nin  amo  las  uosas  presentes  a  la  alegria  do 
laa  qiiales  se  ayantan  toda  triateza  e  dolor.  Despuos  que  el  oao  dichas  esta» 
cosas,  dixo  el  rey:  0  meaqiiino  pensando  de  cada  parte  tu  perdigton,  eres  aduzido 
segund  cuydo  a  esta  Ventura;  ca  aguzeste  la  voluntad  e  la  tu  leogua,  por  que 
dixieses  esta  fabia  loca  e  vana.  Mas  sy  en  comlengo  del  sermon  oon  te  ouiese 
promitido  que  dp  medio  del  coneejo  tiraee  la  aana,  agora  de  todo  en  todo  daria 
las  tus  carnea  al  fiiego;  mas  porque  adetantado  te  me  tomeste  por  tales  palabras, 
Bofro  agora  la  tu  porfazadia,  por  cierto  aan  por  la  primera  anaistanga  mia  [fol.  135] 
contra  ti.  Leuantate.  puea  asy  es,  e  ftiy  de  las  uis  ojos  que  non  te  vea  de  aqut 
adelante  e  non  te  mate.  Estonge  salio  el  varon  de  dios  e  fuese  al  deslerto, 
(e)  tresti^ido  por  que  non  aofrio  raartirio.  Enpero  cada  dia  sofrta  martirio  en  la 
con^.fijeDgia  lidiando  contra  loa  prin^tpee  e  poderioe  e  contra  los  rrectores  del  ' 
mundo  destas  tiniebraa.  Eaton^e  el  rey  maa  sanudo  pienaa  mas  graue  persecugion 
contra  los  tnonges,  e  por  mayor  onrra  (.onrra.)  auia  los  aguardadores  de  loa 
vdolos. 


Q   Capitulo  lir  del  nas^imiento  de  losafat  e  del    enperramientc  de  el  en   el  palaplo. 

Entre  estas  coaaa  naa^ea  el  fijo  muy  fennoso,  en  el  nas^iemiento  del  quäl  «I 
alegrado  miicbo  pusele  nombre  Toaafat.  E  el  loco  fuese  a  aagnßcar  e  a  dar 
gra^i&B  a  los  tenplos  de  loa  ydolos  por  el,  e  fizo  allegar  de  cada  parte  laa 
mncbeduubrea  de  loa  piieblos  a  los  nas^imti'Titoii  del  mo^o^  trayeodo  consigo  laa 
coaaa  que  eran  ydoneas  al  sacriti^io,   segund  que  cada  vno  podia  e  coQuenia  a 


Z.  5.     fea]  lü   tl.  Hmml«chr.  fax. 

Z.  8.     de  nos]  in  d.  Hmnischr.  Jone«, 

Z.  13,     Vieliuolir  inmortnlidad. 

Cftp.  IIL     u&Bvimicuto]  mit  schwarser  Tbtc  corrlgiert  aai  acaei^imiento. 


I^  estoria  del  rey  Anemur  e  de  lasaphat  e  de  Barlaam  337 

la  diDJdat  rreal.  E  atin  eaton^e  venieroD  al  rey  ^incuenU  «  gioeo  aatroingos,  Ins 
quitlee  tle^adoa  a  el,  rrogaua  el  rey  a  cada  vnoa  dellos,  que  dexieseu  quäl  auia 
a  seer  aquel  mo^o  que  era  nas^ido  a  el;  e  ellos  eBcodriaaado  muchus  rosas 
dezian,  aquel  aer  auioidero  graode  en  rrtquetas  e  poderio,  e  qu«  auia  a  Lraspasar 
todoB  los  rey 8  tos  quales  fueruD  reya.  Mas  vao  de  los  astrologos  maa  alto  que 
lotf  otros  dixo:  0  rrey,  segiiiid  que  puedo  de  aquellos  que  ine  enserTaroa  loa 
curaoa  de  las  estrellaa  coaosger  los  proueehos  deate  roo^o  el  qua)  agora  ea  oas^ido 
a  ti,  DOD  sera  ea  el  tu  regnu  uias  eo  otro  mas  uipjor  e  syn  conparayicD  maa 
noble,  mas  asmo  que  a  a  touar  a  aquel  por  el  qaal  f)ersigimo8  la  rreligioo  de 
los  christianos;  nio  cuydo  que  seu  priimdo  de  ea  esperao^a.  [fol.  135^]  Dixo  estaa 
cosas  asy  commo  en  otro  tiempo  Halaam,  noo  dezteiido  la  astrologia  la  verdat. 
mas  dios  pur  los  auersarios  aquel  las  coa&s  qu«  sod  de  la  verdat  stoiticadera,  por 
que  tirase  toda  eacuaagiou  del  cruel.  Oydas  estaa  coaas,  el  rey  tomando  muy 
grauemente  esta  denungiagion,  la  tristeza  tajo  a  el  la  alegria.  asy  que  eo  la 
(iudat  Hzo  pala^iu  apariadameute  muy  fermoso  e  en  el  establesyio  camaras  muy 
rreaplaadesgientes  })or  tuticba  arte  e  obra.  £  puso  y  el  moyu  para  morar  despaea 
qae  acabo  la  liedad  de  ta  infao^ia^  e  mando  que  qoq  Uegase  nlnguno  a  el  e  diole 
seruientes  e  ministroa  mant^ebus  por  edad  e  muy  fermosoa  por  acatamiento,  mao- 
dandoiea  que  non  le  fezieseo  manifiesta  nioguDa  cosa  desias,  las  quales  eogen- 
dran  tristeza  ea  esta  vida,  non  muerte  nin  vejes  nin  enrermedat  nio  pobreza  nio 
otra  cosa  ninguna  que  to  eotristase  q  pudieae  menguar  a  el  la  alegria,  mas  quo 
le  pusiesen  delaute  todas  las  cosaa  alegres  e  di:l«tables,  por  la  quäl  razon  ia  su 
voluntad  alegrada  e  deleotada  ncm  podiese  pensar  de  todo  en  todu  ninguna  coaa 
de  las  auinideras.  £  auo  mando  que  nun  oyeae  palabre  pequcna  nin  grande  de 
lesu  Chriato  e  de  las  eosenaoQas  del.  Ca  esto  qiieria  el  que  le  fuese  ascondido 
mas  qoe  todas  las  cosas,  teuiiendu  lo  qae  dixiera  el  aairologo.  E  asi  acaes^ia 
que  alguno  de  los  seruientes  enfermase,  luego  lo  ecbaua  dende  e  daua  otro  por 
el,  aano  e  florido,  por  que  noo  viesen  cosa  fediente  oin  fea  los  ojos  de  aquel 
mo^o.  Asy  que  roaodu  yr  pregooeros  por  todas  las  tierras  llamantoa  que  a  uabo 
de  tres  dias  non  fuese  falladu  ninguno  destos  monges,  e  sy  despues  de  aquellua 
tres  diaa  fuesen  faDadoa  algunos,  fueaeo  puestos  por  fuego  e  por  cochiello. 

Q  Capitulo  quaiio  ttel  amtgo  del  rey  al  qual  el  tento  en  engaifVo. 

Entre  tanto  vn  varon  rre8[foL  136]plande»tia  entre  los  primeros  de  aquel  regno, 
piadoao  por  fe  e  cuydadoso  de  la  su  saiud;  mas  por  micdo  del  rey  aacondiase. 
E  commo  a  las  vegadas  aalieae  coo  el  rey  a  ca^a,  e  commo  andouieae  aenero, 
fallo  eo  vn  logar  eapeso  de  monte  vn  omne  ecbado  en  la  tierra,  e  tenia  el  pie 
muy  mal  «(uebruntudo  de  la  bestia.  El  qaal  veyendo  lo  que  pasaaa,  rogauale 
que  non  pasaac  snbre  el ;  mas  ha  meryed  del  en  tan  mal  auenimiento  e  Iraelo  a 
SU  casa.  £  dixo  aqaol  que  era  fallado:  non  sin^prouecbo,  e  de  todo  sin  acu^ia 
Su  fallado  a  Ü.  Ca  yo  so  menge  de  las  palabraa.  Ca  ay  a  las  vegadas  se  dana 
alguno  en  palabras  o  en  fabtas,  o  sea  fallado  en  tribulagion ,  yo  guarescere  estas 
cosaa  por  medezinaa  conuenibles,  por  que  noD  cresca  mas  ia  enfermedat.  E  aquel 
varoa  religi'oso  lo  que  diio  oo  lo  touo  a  nada,  mas  fizoto  adazir  a  casa  por 


Z.  9  f.:    eatimo  Ttxo  111  am  quam  ponoqaünor  christlaoonun  religlonem  forc 
tnmm. 


1ßJ*^ 


jiandhrftv  ^  lÜMii  «  &a«; 

itjftmfufc  jm!  äfli  Maittir  «]  3H>r.  i|i»  : 

iM^  ia  idBXft  dt:  iif»  diiMR»  *  liMSÜM-  *  atif  ütami 

WMK»  vuvaxu.  «>  «fi  np»  e  tunaaiiii'  «  mn^aua  «^ 

iw  »  in  *  iwOw.    i;  tbrssi  n    «:   900»  wkk  päsBi. 

nu^uidi  «M»  «ufeüili»     IJaBaüc  ivavHr  «  ifi» 

iiAiau«  <k:  iti»  JMiue».  m:  tpat  Im  jianupot*  yar 

ift  MtuiMaat^  Atti  iranai  «e  «uns»  *ti  i'ni'fiiiftiTfc  avoii  qb-  :^ 

4tti;   MM»  9UJ»  iiruiiar  i»  Mi»,  imöt  Itami»  a  janc^  « 

aou^,  ffwirtiiij;«»  91001»  s»  «fOHMOR-  s  iw  *««»  <  a  aiAw  J» 

Ma»  ayuca  aAuatow  yur  ^«nnaiyia  auiofr  «snaa  ahh»  *  iBan^vasan^i» 

jfftMiirtMi  }iur  mywmt^  1»  t^gmü  m$pub  vul  jMaaai  mi  fnal 

aiM:aayar  a  i»  rifia  auuiilkwa::  «a  ia  ja  «mm 

TMOtuay*^  a.  hü  n^uv  «  a  ja»  vtaa»  cia«ata$^knai  •<■ 

yiiiara  «w»  traiiiaM*  ^  iw»  lustot^»  litt  ynwr  gar  aaa-   im  9^^ 

^mifuamuuiit'   tfej  iüw:  }iaca  mauypt,  «a  jallc«»  Iobb  «ana^  « 

ai  «»  ^eaiM;  4M;  lattar  «!  rttpiv  4^  k«   ;8idM.  «miRsn  <a  a 

tttTMiC     <A  «i  v^  ^  iJMiapda  ialbbh»:;   aua»  «i  ^Mcrte  Ar 

y^tctfAr  »tit  ^  >«»atad«  aea  aJap*  «  Aciert» .  «npfra  Imea»  «a  Ar 

jUMi*  43*  ^  an  a«*«  «  K  aitq^r«  «uy^ykaana«  lot^  laüiiiayi.   Ck  la 

VWpvrai  4«  ««laa  «^laa»  aut  A(#i«r«c  pf«rAnnikl«t:  aiaa  «i  aafeapa  laqpaai]  <Ae  In 

«AM'iatiaiii«*  ^  <^u>/t]*wiuf«  *c  imvan  )««r^nraUf.    Paca  aar  «a.  aAeraaceae  }a  ta 

iM#n:ai  %  vtusita^ :  ta  vtMtui  iigaa  «  sttci«o  Irotaa  «»  ainAar  yam  tMm  '*"*""'j'*i'Wit 

l#vf  >'Hf«ujra.i^jiit^.    ItA  f*r)  «.-tiibuav  vi'^  «ata*  wataa.  nzatä»  fae  uiAe;  fiB}»er»  iretom.' 


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Ia  tatfa  Ael  rey  par 


iut  •:-   ',  '.JbiuCv  v/w^-jo  «<  f7<7  ^>j«r  *:ffV^/Ait  ^^iMSkeuur  las  aat  jpa^abma.  « 

«.v.',.'/    *;  •. '.^i.'.,C'.  >v.'  ■{■-^-  a-«'*''»  atxajuwr  a.  tt*t  *  «aeapj»e-  Ad  |ierif>a  {«re- 

♦  vv.'.^  *  ';-i.  ','.-»r;»^  *.,  ^i«:  -ii.;  .ji/io  «  fiz/>  io  iraw  a  »j  e  Ärc»ie: 
v/vvv«:  ',  ^«  T»-/  <'>:  '.  v*^  *rf>.t  iMrijf*;  4»;  ia*  pjäaJt>r3k«  e  pitKiorador  de  kw 
h  .y^-i  ".■.'/,  -  .4  t-'i.eu/j  «r  iA  liv.xu  <ju*  ocäera  de  «MUMn#^  00a  ci  rer,  e 
v'f'/«;  '-  /'..•:  4  f«v.i  <  .'.jf».i'/**  'i*.  f»ry  fc  el  «bf«nbo,  oj4a«  eaca«  eoaaa.  A«Ä- 
V' •»'.':'/  ir'.  c;  'j  /'/  ^VT«  »«i  »:«.  \\i^.\a.\M  *i  t/a»'juila  kM  cabelkit  e  dr«|»oja  «acaa 
.♦»•.;.•>.»  .•f*,t>.:5.v>^',.•r^•'r«  ^  »nvr  ',^ij';j«>,  ♦;  grao  naTjuia  Ucfa  aJ  rey;  e  |«e- 
jC •.•.'< '.'.',  *  -y*'^  ■,-,<r  '*.;.  r;7,  pif*  'iu*;y  *?•  aqael  abho.  rre^Madxa« :  por 
m,  ,*  .«-c  "/t4«  ■.■.f.  1k. '/.im**:  *'.:  <:,3i  y4AiAfj.  o  rr«;y  ab«  jo  apuajado  ao  a  Migair 


/    /=.      •».'•■./*,    ^^r;/#-.*<;^,„<  f.    w«if    füfifcf   ir«^:bml«it .    dann    da«   leoae  T  gt- 


La  estoria  del  rey  Anemar  e  de  losapbat  e  de  Barlaam 


339 


te  por  la  carrera  qae  deseaa  aodar.  Ca  si  los  deleytea  son  amables  e  alegres, 
non  acaezca  a  ini  usar  deltos  despucB  de  ti.  Ca  ta  carrera  de  virtüd  por  la  quäl 
|jBB  a  yr,  si  es  graue  e  aapera,  enpero  a  mi  estante  contigo  sera  rrafez  e  Uaoa  e 
ftoable.  Ca  asy  commo  nie  ouiste  conpaüoD  de  los  bienes  presentee,  asy  me 
aueraa  de  loa  tristes,  porque  aim  cootigo  aea  coopaüoD  de  los  bieaea  auinideroa. 
£  aai  aqael  Doble  varoo  tomando  las  paiabras  del  enfermo  üzo  segand  que  le 
el  dixo.  La  quäl  cosa  veyeodo  ek  rey  e  oyendo,  maraailloae  mucbo  aobre  esto 
e  eoceodirt  la  verdadera  amistad  del  varun  cuntra  sy  e  coDos<2io  las  coBas  falsaa 
que  fueran  dicbas  contra  el  e  al^olo  en  mayor  oarra  e  en  mayor  fiuzia  ^erca  sy. 

Q  Capitulo  seys  de  dos  monges  martiriados. 

Otra  vez  salieodo  el  rey  a  ca(.-ar  vio  dos  mooges  aAdaotea  por  el  yermo,  loa 
quales  mando  traer  a  si,  e  rrea^ibiendoloa  sanosamente  dixo:  o  eirantes  e  en- 
{aüadorea,   non  oyates   los  oiis  pregooeros   llamantea  que  niogimo  de  la  veatra 

[▼ana  gloria  qod  fiiese  lallado  despues  de  trea  di:is  en  el  rregno,  e  en  oira  manera 

{que  fueae  quemado  en  el  fuego.  E  dexlerua  elloa:  ahe,  commo  maadaate  aalie- 
Doa  del  tu  regno;  ma»  pure8(,M'eodü  noa  tuenga  la  carrera  de  yr  a  Dueatroa  her- 

pmanoa,  ouimoa  raeater  de  cüoprar  vianda  que  doq  deäf.ille8(;leseiD0s  de  fanbre. 
E  dixo  el  rey:  el  que  teme  laa  menazas  de  la  muerte,  noo  ae  da  mucbo  por 
meicar  viandaa.  Krespundieron  elloa:  e  qualea  aoa  aquelloa  que  temeo  la  muerte, 
Bj  Qon  loa  que  doo  eaperantes  oingand  bien  auenidero  ae  allegan  de  rrayz  a  laa 
eoaaa  preaentes.  Maa  uoa  que  menoapre^iamoa  el  mundo  por  leau  Cbriato,  non 
tdmeoioa  la  muerte  oin  amamoa  laa  eoaaa  preaentes,  [fol.  137^]  maa  deaeamoa  las 
auinideras.  EatoDc.e  el  rey  rreprebendiendo  loa  e  queriendo  loa  rreprehender, 
dixo:  ei  non  temcdea  la  muerte,  por  que  fuydea?  E  dexieron  elloa:  oon  fuyamoa 
teoiiendo  la  muerte  menazada  de  ti;  maa  auomoa  mer^ed  de  ti,  e  por  que  non 
ooa  fagamos  a  ti  rrazoo  de  mayor  dapuat^ioD,  penaamoa  de   noa  yr.     E  el  rey 

fiafiado  per  estaa  eoaaa  mando  que  los  quemaaen  en  el  fuego,  e  aai  por  el  fuego 
ganaron  corona  de  martirio. 


Q  Capitulo  VII"  commo  losafat  gano  del  padre  libertad  de  sallr. 

E  el  ^o  de  rey  eatando  en  el  palav'io  aparajado  a  el  qne  non  podia  ninguoo 

.  Ilegar  a  el,  vino  a  edat  de  man^ebia  eobeuido  de  dea^'iplina  de  todoa  los  Etbiopee 

^e  Persianos,  e  ponia  queatiuoes  naturales  a  aus  ductorea,  aai  que  ae  marauillauan 

del  au  eDgento  e  del  entendemiento.    £  marauiltauase  el  rey  por  la  gragia  de  la 

au  cara  e  por  la  firmeza  del  alma.    E  loaafat  penaaua  en  si  miamo,  por  que  el 

padre  le  poaiera  en  el  pala<;io,    roandando  que  ooa   llegaae  ninguno  a  el,  e  por 

que  ßoo  dexauan   entrar  a  el  a  todo  omne  que  quiateae.     Enpero  temia  pregun- 

tarlo;  maa  saco  aparte  vno  de  loa  maestros  qne  el  maa  qaeria  e  preguntole  por 

que  el  padre  lo  en^errara  asy,  que  sy  verdat  le  dexiese  que  seria  del  maa  amado 

qae  loa  otroa,  aay  que  el  maestro  todo  gelo  deacobrio,  e  la  peraecui^ion  del  rey 

[eODtra  loa  cbriatianoa,  e  mas  que  maa  contra  loa  ermitanioa,   e  commo  fuxieron, 

e  qae  cosas  dixieron  del  en  la  au  naagengia  loa  aatrologos,  e  por  que  oyendo  la 

dotrina  dellos,  non  la  aba[n]tpongaa  a  la  nuestra  8e[c]ta,  e  non  quiao  que  fablaaen 


Z.  Bl.    EthiopeJi]  in  d.  Hdachr.  «chiopea. 


iVlO 


Friedricli  Uiuchert 


iDUcboi  contigo,  COM  puso  cootigu  a  dos  priuados  e  fielea,  mandando  dob  qne 
non  t«  fezleaeuios  nQ;)DiHe8tH  iiinguna  loaa  triste.  E  despues  qua  fl  man^ebo 
oyo  oatas  ouiias«  nun  doseo  tabJar  niDguiia  otra  cosa.  pues  asy  es,  la  palabra 
■aludalil«  taiinju  ol  au  curavoo,  e  la  grat^Hi  de  aptritu  santo  comen^o  abrir  los 
lua  ojoB  ttpirittialea  para  adiizir  lo  a  dios  verdadero,  commo  parezera  yuso.  £ 
amvoudo  venin  su  padrc  a  veorlo,  ca  por  gran  amor  lo  amaiia.  E  vn  dia  dixote 
ol  ÜJü:  o  rey  aenor  cubdi^io  apreiid«r  [fol  138)  de  ti  qae  cosa  es  que  la  tristeta 
atlncada  e  «1  cuyclado  coQtinuo  rrou  la  ini  alma,  que  es  eato  que  nie  pusiate 
uii^nrrado  de  deotro  de  eatoa  murua  e  puertas  que  dod  llegaae  nioguno  a  mi. 
£ttoDOe  dixo  el  padre:  nou  qaiero  mi  fijo  que  voas  alguna  coaa  que  poeda 
atnargar  el  tu  curagon  o  tajar  la  (u  alegria  Ca  deseo  qae  viuaa  por  todo  el 
,  siegln  rn  deleytva  de  cada  dia  e  gozo  perdurable.  AI  quäl  dixo  el  fijo;  bien 
Impm  qui^  en  t^Htu  toanc^ra  non  viuo  en  gozo  e  bd  alogria,  maa  aotea  en  mueba 
\tri8tMII  n  tribalni^ion,  en  tanto  qae  el  comer  e  el  beoer  me  sabe  mal.  Ca  deaeo 
ver  todaa  laa  coaaa  que  aon  fuera  deatas  poertaa.  Puea  aay  ea,  ay  quiere-a  que 
nun  fallccca  por  dolorea,  maodame  que  aalga  do  quisiere,  por  que  de  todo  cora^oD 
nit^  piieda  deleytar  por  vista  e  oontenplacion  de  laa  coaaa  laa  qaale«  noa  vy  fasta 
aqul-  El  rt^y  für  muy  triate  por  laa  tates  coaaa ;  ca  enteodia  que  ay  le  negaae 
lo  que  domaiidaua,  aer  le  ya  fatedor  de  mayor  tristeza  e  de  mayor  cuydado. 
Bitonve  dixol«;  yo  oonplire  el  tu  deaeo. 

Q  CapitMio  VIIP  del  gafi»  e  del  fiego  e  del  viejo  coruo.  lo»  quales  vfo  en  ia  carrera. 

B  fiaole  Inego  tra«r  oaoalkw  eMogidoa  e  mando  qae  toda  la  onrra  real  faeee 
Mwle  ^  B  daicolo  yr  ado  qoiaiese  nBandaDdo  deligeotemente  a  loa  nüniairo«  qne 
M«  4exaae«  veoir  ninguoa  eosa  fediente  delaote  el.  maa  qoe  le  demottraeeo  lodo 
Imco  e  alegfia  e  faeaen  delant«  et  ohoroa  alegrantea  ae  ea  eaatoa  e  en  toda 
muMta  de  nveioa  e  le  faaweeo  deauariadaa  maneraa  de  deleetacioa,  por  qoe  la 
•i  irolaatad  peneaae  fm  mtm  eoeaa  e  »e  alegraee.  Paes  aay  ea,  ■Mnido  aai  d 
1^0  del  rej  eetaa  iiro^ettoaee»  vk>  va  dia  dos  Tarooee,  de  loe  qaatoa  ol  tao  an 
galo  e  el  ooo  c^go*  ^  oocaao  Im  vio  eetilrte^;ioee  ea  an  eoca^os  e  dixo  a  loa 
qoe  eauaaa  oon  el:  qoiea  aon  eatoa  e  qoal  ee  el  aeataaiieoto  delloo  fedaeater  E 
eUo«  qaetieado  OBOobcir  qae  aoa  loe  vieee  (e)  dexieroa;  eaue  «M  laa  peiioao 
fcwaaiWt  Im  qaalaa  de  la  matoria  «octoapida  e  de  la  sala  eoaplMio«  dal  caeipo 
•Mie«  aeiMo«  «  tat  oaaca.  Diso  el  aua^«!»:  aaelea  eaa«  eoaaa  acaaacor  m 
lodoa  loa  ttma^f  Diaea  [foi  138^  elloa:  aoa  a  todoa,  aaa  a  loa  qae  ae  bvriaa 
la  aaaMai  de  afettdaa^  de  loa  maloe  haaarea.  E  el  mo^  ymnuau  da  eako: 
l^ae  a^  ea»  ooaoe^idoa  aoa  loa  qaa  aa  eeiaa  malea  o  aia  diiiriatiaa  •  M«  ci^f- 
dado  fiooea?  B  eMae  daxfieroa:  qaal  obm  paede  vor  laa  ooaaa  arliidwMT  Cft 
«MO  pMa  la  aaitu«  I— el,  a  a  loa  eoloe  dfo^ea]  aaa  «octalei  m  da  endat 
•üa.  Qaeda  «1  bo^  d»  pngMtar;  pam  aai  at»  doloaa  aabre  a«a  qaa  ^ata  • 
■•dada  ea  la  eeai^)aac*  de  la  aa  caia  por  la  deaeaattahia  da  ü  «oaa.  S 
dwfaii  de  aaekoa  diaa  aefio  ooa  de  eabe  o  fdlo  «a  oaaa  mmj  «^0,  aalaale 
la  aara  ai^adi  por  — elwdadHa  dedtee  eeltaiae  laelafacQ>*  < 


^  la.  aatoali 


I  aatti 


%».  eatorift  del  rey  Anemor  e  de  losapbat  e  de  Barlaam 

los  presentes  dexieroo :  Este  ha  maohos  anos,  e  poco  u  poco  mengaAndo  ta  nirtad 

a  «1  e  eDtermando  los  mienbros,  vino   a  esta  meaquiiadat  que   veea.     E  dixoles: 

qne  fin  es  la  desto?  E  rrespoodieroo :  ia  muerte  lo  tomara.   E  dixo  el:  a  viene  a 

todoB  esto  ü  tan  seüeramente  a  alganos?    Rreapondieron:  sy  la  muerte  veniendo 

aote  Qon  llivue  al  otsne,  qod  puede  aer  que  venieiido  los  anos  Don  veDga  a  praeua 

»deste  estadu.     E  dixo  el:  pties  »sy  es,  eo  quantos  anos  vieae  a  alguno,  e  sy  ia 

rmaerte  vieue  de  todo  en  todo  o  dod  viene,  ay  arte  de  escaparl»,  o  que  noo  veoga 

omne  a  esta  mesquindat?   E  dexieron  le:   eo  LXXX  o  en  cient  aiios  vieoeo  los 

omes  a  eata  veje«,  deseode  muereo  e  non  puede  aer  en  otra  manera.     El  mo<jo 

del  alto  cora^on   gewiendo  dixo :    amarga  es   esta   vida  e  llena  de  todo  dolor  e 

LKmargura;  e  si  estaa  coaas  asi  se  ao,  commo  puede  seer  seguro  alguno  esperando 

[.la   muerte  non  ^ierta,    el  aueoimiento  de   la  quäl  non   tao    aefieramente   es  non 

squiuable  mas  aun  oon  ^ierto,  commu  dizides.     Fueae  gunrdando  entre  sy  estas 

'  wsas  e  penaando  noD  quedando  e  amenndo  auiendo  ta  memoria  de  la  muerte,  e 

por  eeto  cada  dia  auia  tristeza  en  dolores  e  en  menguas;  ca  dezia  entre  si  mtsmo: 

pnes  aay  es,  alguna  vez  tomur  me  ha  la  muerte^  e  quieo  sera  quo  se  arremienbre 

de  Uli  deapiies  de  la  muerte,  daudo  el  tienpo  tudas  las  cosas  a  olutdan^a;   e  ay 

moriendo  se   torne   en   nuda;    o  ay  otra  vida  e  otro    mundo.    Pensnndo   estas  e 

otraa  cosas  desfaziose.  [fol.  139]  Enpero  en  la  presen^ia  dfl  padre,  quando  veoia 

a  el,  enfeuia  alegria;   maa  deseaua  alguno  que  pudiese  certeficar  el  cora^oo  del 

^e  deiir  buena  palabra  a  las  sus  orejas     E  commo  sobresto  al  maeatro  ante  dicfao 

^emandase  de  consejo  sy  conos^jiese  alguno  tal,  el  rrespondio:    ya  te  dixe  commo 

tD  padre  a  los  aabios  e  beruiitaTioa  fablantea  de  lales  coaas  a  los  vnos  mato  e  a 

lo«  QtroB  peraiguio,  e  non  conosco  agora  ninguno  tal  auer  fincado  en  este  rregao. 

E  el  entresie^ido  sobre  eata«  cosas  semejaua   al  varon  qae   auia  perdido  grau 

tesoro  e  auia  tornado  toda  la  voluuind  u  baacar  lo. 

0  Capitelo  IX  del  auenimiento  de  Barlaam  a  el  so  semejan^a  de  mercador. 

En  aqiiel  tienpo  fue  vn  monge  sabidero  por  vida  deuinal  e  enaefiado  por  pa- 
labra, el  quäl  en  el  disierto  de  ta  tierra  de  Seonar  fizo  a  sy  v^'ll'i  e  este  auia 
Donbre  Barlaam.  E  este  por  rreuflaijion  fecha  a  el  deuinalmente  oonos^io  aquellas 
coaaa  que  eran  feohas  yerca  el  tijo  del  rey.  El  quäl  anlio  del  yermo  e  dea^ecdio 
al  sleglo  e  mudado  el  abito  en  vistiduras  seglarea  eotro  en  vna  naue  para  yr  a 
las  partes  de  Yndia,  £  enGnjendoae  mercador  llego  a  la  ^iudat,  eti  la  quäl  el 
fijo  del  rey  auia  el  palagto.  E  y  morando  alongadameute  demandaua  diligente- 
roente  del  e  de  los  mistrantes  a  el.  E  despues  que  sopo  que  aqupl  maostro  suao 
dicho  era  a,  el  maa  familiär  que  los  otroa,  llego  a  cl  apartadameute  e  dixole: 
quiero  te  conoa^er  mi  senor.  Ca  yo  so  mercadero  e  de  muy  luenga  tierra  vine 
aca  e  tengo  vna  piedra  pre^iosa,  a  la  quäl  uon  podria  ser  fallada  semeJMble. 
Todo  tienpo  ruegote  que  me  tuetas  al  fijo  del  rey  e  dar  gele  be.  Ca  puede  dar 
lunbre  de  sabiduria  a  los  ^iegos  por  cora^on  e  abrir  las  orejas  de  los  aordoa  e 
tornar  (nar)  la  boz  a  los  mudos  e  dar  sanidat  h  los  enfermos  e  dar  sabiduria  a 
los  locoa  e  fuyentar  los  deuionios,  e  al  que  Ia  tiene  dar  le  largameute  toda  cosa 
que  es  bnena  e  amable.  Dixn  n  el  el  meDiatro:  non  paedo  rrecontarte  quantas 
Piedras  nobles  e  margaritas  pregiosas  be  visto;  mas  que  ouiesen  talea  virtndes 
quales  dexiate  [fol.  139^]  nin  las  vi  nio  oy;  eupero  muestrame  la  e  sy  es  commo 
tu  dizea  luego  la  leuare  al  fijo  del  rey  e  aueras  del  grandes  onrras  e  dones.  E 
dixo  Barlaam:   esta  piedra  pregtosa  ee  de  la«  obraa  e  uirtades  aote  dichaa,  e 


taaelMrt 

»OB  bft  eitft  Tirtad:  aon  \a  puede  oamar  bienaaentoradameate  «1  qo»  10a  ha  la 
lanbre  de  los  ojoi  iada  e  enterA  e  el  caerpo  casto  e  dod  enoovado  por  magmift 
numer«.  Cn  ty  «1((uqo  non  habieD[do]  esus  dos  coaaa  locacncot«  rreafib«  eala 
ploUra  pr«viosa,  •  perdera  e«a  virtäd  veaibte  qae  ha  e  la  Tolantad.  E  piimo 
loa  tu«  njot  noo  »«r  aaaot  e  he  mfedo  qae  perdieses  el  esfuergo  qoe  bas  e  qtw 
yo  fuese  faiedor  a  tl  de  Uoto  mal.  Mas  oy  el  6jo  del  rey  adazir  vida  caata  • 
auer  ujos  muy  (ermovM  0  saooa  e  veyente«  claramente.  Por  la  qoal  raxoa  d6MO 
deiDOQitrar  a  el  eat«  tbesoro.  Puea  aay  es  oon  8eas  eo  eato  oiglegeote  qid  prioea 
a  tu  leTior  d«  tal  cosa.  E  dizo  el:  ai  estaa  coaas  aon  aay,  noo  me  demaestres 
la  plodra;  ca  rn  miichos  peccadoB  te  enaazio  la  mi  vida  nin  e  el  viso  aanocommo 
deziate.  Entro  e  conto  ditigentemente  eataa  coaas  al  fijo  del  rey.  E  el  qoando 
oyo  eita«  oosas,  sentto  el  iu  cora^oD  espirado  de  voa  alegria  spiritoal,  e  la  so 
alfDft  alunbrada  et  dluinalmente,  asi  quo  luego  maodo  qoe  entrase  el  oaroo.  El 
quäl  ontro  e  laludoto.  K  euton^e  mundo  que  posaae  e  ae  fuese  el  maestro.  £  el 
youdosn,  dixci  losarat  al  vieju:  dcnmestrame  esn  piedra  de  la  quäl  me  dixo  cai 
maeitro  qu»  tlnziaa  grandcs  cosna.  AI  qua!  dixo  Bsrinam:  sy  primerameote  non 
tomo  yo  pruinm  de  In  tu  sahiduria,  dod  es  coDuinible  de  te  deBcob[r]ir  el  mi 
nfnlstorio.  Ca  dl»e  ml  »enor:  »Hlio  el  aenbrador  a  »eobrar;  e  sleobra  e  mieotra 
que  stsobrA  alguiias  semieuroB  cayeron  a^erca  del  Camino  e  la«  aueB  del  (ielo 
vsaisron  e  comleron  las;  otrns  cayeron  en  logar  pedregoso,  do  non  auia  macba 
tlerra,  e  man  a  mnno  tinav'ieron,  ua  non  aufan  alteza  de  tierra,  e  el  sol  Das^ieote 
afofaronae  e  pur  iiiie  uon  iiiiiiin  niy£  secaronse:  las  otras  semientes  cayeron  entre 
las  SBpina«,  e  cretigiorun  Iah  (.•Hpiuns  e  afogaron  las;  e  otras  cayeron  en  la  tierra 
buena  e  dlurou  frucrto,  alguoiVB  por  vn  grano  gieoto,  algun&s  por  vo  grano  [fol.  140] 
sesenta  e  algunus  por  vo  grano  XXX.  Aay  sy  faUare  yo  en  ti  tierra  que  faga 
fruotu«  r  burnn,  nun  tiirdnre  y  seubrar  la  setniente  diuinal,  e  descobrir  te  he  el 
fran  ralolsterio.  Dixo  a  ol  losafat;  0  viejo  onrradero,  yo  por  yierto  por  vn  deseo 
0  amor  oon  conpr^heodlble  dciuando  oyr  palabra  nueua  e  buena.  Ca  de  dentro 
•D  el  ml  oora\,'on  me  onardeB^e  l'uerte  e  me  qaema,  e  me  esto  mueue  p.-ira  detir 
,  ?Das  qut*BtioiicB  uev^a^riaa.  Ca  nun  falle  fasta  aqui  omne  que  me  pudiese  en- 
■eAar  de  estas  cosa«.  Maa  sy  (allare  alguud  sabio  e  oyre  del  palabra  de  salud, 
noo  la  dare  oommo  ouydo  a  las  aues  o  a  las  bestias,  nin  paresc[e]re  tierra  p«> 
draitosa  nin  espiDosa,  mas  tomar  la  he  gnardablemente,  e  guardar  la  he  sabia- 
Ittsnt«.  K  sy  dniOBvMsto  alguna  oosa  tal,  uon  me  I.1  ascondas.  mas  dtcoela.  Ca 
hpvt  qna  oy  qua  vioieras  d«  tierra  laanga.  Beniio  la  mi  alma  e  fecho  so  de  buena 
Ittpanuioa,  oa  por  ty  auera  lo  qae  d«  grau  tieupo  deaeaua.  e  por  unto  te  Bze 
^  antrar  lu«^  a  mi  e*  rr«Bftbtta  de  buena  volontad  asy  commo  a  voo  de  los  mis 
tuaitiaraa  a  4a  loa  mit  agualaa. 

talMiii  X.  «1  raoaalamisiito  M  rty  ktmB  al  qaal  mtMKwmmit  rrwfnkmMu  al 

■rtaaqa  dixo  Barlaam :  so  «aeo  hkm  tmim»  a  aaaa  dl^aa  a  la  graadaaa  real. 
fOk  h^bQ  sna  aoa  da  aaB^laa^a  paraaciaata  laaa  da  eaeoadida.    Ca  fo«  va  gras  w 
a  flodoao.  a  htko  aa  qaa  xaado  al  aa  va  aacfo  danda  aoa  ayacq^  rred» 
Mtoo  dpa  vafoaaa  lanW»  da  viMidiiaa  m»iaa  e  a«iia  aaiMlaa  Im  eacM 


F&.  M.    aasatU]  k  dv  Btedtt.: 


La  estoria  de)  rey  Anemnr  e  de  loaapbat  e  de  ßartaam 


delgadas  e  amariellai  por  magres;  asi  que  commo  los  vio  el  rey,  salto  del  carro 
e  echose  eo  tierra  e  adorolos  e  leuancose  e  abra^otos  e  besolos  talentosameote. 
Mas  los  8U8  rricos  omnes  e  grandes  deadeüaron  esto,  asmafnjtes  el  auer  fecfao 
eato  con  gloria  rreat  noo  digoa.  Cnpero  non  osaroD  rrepreheoder  lo  eD  la  cara, 
tnaa  dexieroD  a  bu  hermano  que  te  fablase,  qae  a  la  tamaüa  alteza  de  la  Corona 
non  diese  tamano  deouesto.  El  quäl  [fol.  t40^]  commo  dexiese  esta«  cosas  al 
hermaoo  e  rreprebendiese  la  su  biimillad,  e  diole  el  rey  rrcspuesta  la  qaal  e)  non 
enteodio.  E  auia  costuobre  aquel  rey  que  quaodo  daua  seoten^ia  de  muerte 
eontra  algiino,  de  eiabiar  el  su  pregonero  ante  la  puerta  de  aquel  con  su  troopa, 
por  la  boz  de  la  qoal  cono8<;iaa  todos  aquel  ser  cclpado  de  muerte.  Asy  que 
venieodo  la  ora  de  viespras,  enbio  el  rrey  taner  la  ironpa  de  la  muerte  ante  la 
casa  de  su  hermaoo,  la  quäl  cotumo  oyese  el  desesperando  de  la  salad  toda  la 
tiocbe  ordeao  su  casa,  e  gran  manana  vestido  de  vistiduras  negras  con  sn  moger 
e  con  suB  fijoB  fuese  para  las  puertas  del  pala^io,  llanieodo  e  llorando.  AI  quäl 
fizo  el  rrey  eotrar  a  sy,  e  veyendolo  asy,  dixo:  0  loco  e  non  sabio»  st  tu  asi 
temJste  el  pregonero  de  tu  hermano  contra  el  quäl  sabes  que  oon  as  peccado  en 
ninguna  cosa,  commo  nie  rreprehendiHte  por  que  en  homildat  salude  e  bese  los 
pregoneros  del  mi  dios  synilicaDdo  tue  la  muerte  e  el  auenttoieoto  eepantable 
del  sefior  con  tronpa  mas  sonable,  al  qua)  so  gierto  que  fae  peccado  muchas 
graodes  cosas.  Abe  rreprebendiendo  ta  tu  non  sabiduria  uae  deata  manera.  E 
tgora  aure  cuydado  de  rreprobender  ta  rreprehension  de  aquellos  ([ue  te  enbiaroo 
que  me  rreprcbendieses.  E  enbio  el  hermano  a  su  casa  asy  enseüado.  E  mando 
fazer  quatro  arquetas  de  madera;  e  las  dos  cobiertas  de  oro,  e  puso  dentro 
buesoa  podridos  de  los  muertoa,  e  ^errolas  con  gerrajas  de  oro;  e  las  otros  dos 
vntolas  de  pez  e  de  argamasa,  e  incbolas  de  piedras  pre^iosM  e  margaritas  non 
asmables  e  de  odores  e  de  todos  vngentos,  e  apretolafs]  con  cuerdas.  Desende 
fizo  llegar  aquellos  rricoa  omoes  que  lo  rreprebendian  e  puso  delaote  ellos  aquellas 
quatro  arquetaa  por  que  aamasen  de  quanto  pre^io  eran  dignas  estas  c  de  quanto 
aquellas ;  asi  quo  ellos  las  doradas  asmaron  de  gran  pre^'io  e  dexieron :  conuiene 
en  eatas  ser  puestas  las  Coronas  reales;  mas  las  que  eran  vntadas  de  pez  e  de 
argamaaa  dexieron  ser  dignas  de  pregio  vil.  £  dixo  el  rey  a  ellos:  sabia  yo  que 
aay  deriades;  ca  cun  [fol.  141]  ojos  de  fuera  catades  cosas  de  fuera;  e  enpdro 
non  conuiene  asi  fazer,  mas  con  ojos  dentro  conuiene  veer  las  cosas  algadas  de 
dentro,  o  la  onrra  o  ia  desonrra,  E  luego  raando  que  fueaen  abiertas  laa  arcas 
doradas,  de  las  qualea  arbiertxis  salio  fedor  cruel  e  visto  es  catamiento  fediente, 
E  dexo  el  rrey:  esta  senal  es  de  aquellos,  los  qiiales  se  visten  de  vistiduras 
rresplandes^ientes  e  gloriosas,  mas  de  dentro  son  llenos  de  obras  de  muertos  e 
fediente«  e  malas.  Desende  mando  soltar  e  abrir  las  enpegadaa  e  vntadas  de 
argamasa,  e  alegraron  se  todos  los  que  eran  presentes  con  el  esplandor  e  olor 
de  aquellas  cosas  que  estauan  dentro.  Eston^e  dixo  a  elios:  sabedes  a  que  cosas 
Bon  estas  semejables?  a  los  homiltes,  los  quales  eran  cubiertos  de  vistiduras  viles, 
e  vos  catando  la  vestidiira  de  fuera  dellos  cuydastes  ser  roi  denueato  commo 
adorase  en  tierra  ante  la  cara  dellos.  Mas  yo  pensando  con  ojos  del  entende- 
miento  la  reneren^ia  dellos  e  la  fermnsura  de  las  almaa,  so  glorificado  por  ^ierto 
por  el  tafiimiento  de  ellos  e  asme  estoa  seer  mas  preyiosoe  de  toda  Corona  real 
6  de  toda  porpora.  Pues  asi  es,  confondiendo  los  asy  ensenoles  qoe  non  errasen 


Z.  8.    arbitmates  eom  fiecisiie  indlgna  rcgali  gloria. 


23* 


FMedrieb  LucbOTt 

m  Mtta  eotftf  que  parf r)««{ea  d«  faera ,  dm  qne  «iitiiei  tai  •• 
8tfii[n]'>  aqu«l  ri^y  a«y  pi&doso  e  labio  fetiit«  ta  rreffibifliifio  a 
itptraiiga,  el  [I.  U]  qaal  aoo  te  eogafara  conmo  tnjio. 


Q  Capituio  XI.   H  ensenamiento  de  tosatkt  de  la  oarra  d«  vi  dhu 

Dffo  a  e)  loMfai;  toda«  eaus  coeae  bieo  dexitte;  maa  qaiero  aprebender 
qiden  ea  et  lu  dioi  el  qaal  atirmeste  aaer  dicho  de  aqaelta  BimieDte.  AI  qiul 
diso  Barlaaia:  »i  quierea  eooonfcr  a  uii  scnor,  el  es  fijo  de  dio«  Tnigvnito.  ny 
de  Ina  reya  e  «odur  de  loa  aeo[D]ure8,  el  qaal  solo  ha  la  nonmortaüdat ,  por  la 
lux  eo  tal  logar  mora  qae  noD  puede  ll^gar  ningaoo  a  el,  gIori£cadero  con  el 
padre  e  apirita  lanto.  Ca  yo  non  ao  deatoa  (diosea)  los  qiialea  onrraa  eatoc 
mnoboa  [fol.  141'»]  diogps  »yn  aimaa  e  sordos;  mas  vno  conosco  e  confieso  dioa 
ea  (res  personas  glorlficadero,  conuiene  saber  eo  padre  e  fijo  e  spirita  santo,  en 
tna  natura  e  f(loria  e  regao  non  departido,  el  quäl  todas  las  cosas  veaiblea  e 
non  vejilblui  flzo  de  nada.  Eston^e  segiifnjd  la  ordenan^a  de  la  aanta  eacriptnra 
la  rroconto  commo  dioa  crio  el  mundo;  commo  el  diablo  engano  per  eobidia  el 
omoa  f«>chu  a  la  «magen  de  dioa ;  e  commo  cres^iendo  la  mali^la  del  omne.  dioa 
dio  el  delualo  sobro  la  ticrra;  e  aun  commo  despues  del  delauio  se  acres^eotaroo 
loa  oroncB  n  oluidnron  a  dioa  e  derramados  eon  de  todo  cn  todo  error;  ca  loa 
otroa  cuydaruti  todm  laa  cuaaa  srr  fecbaa  de  su  grado  e  ain  prouideoQia  del  rrey; 
utroa  cuydaron  ai^r  la  Ventura  otorgando  toda  coaa  al  fecbo;  otroa  mucbos  onrra* 
ron  loa  (lioi«*i  llenoa  d«  pecadua,  por  que  loa  ouieaen  fazedorea  de  loa  eaa  peca- 
doa,  «  nguniiido  lan  formaa  delloa  al^arou  ymagioes  o  enQ«*rrandolaa  en  loa  tenploa 
adoraran  Ina.  E  Abr«b»(a)ro  es  fnllado  actio  en  aquella  gener^^ion,  el  quäl  por 
aeao  inuy  alto  eonongio  a  dio*  por  laa  criiituras;  al  qaal  aun  diua  fizo  au  familiär 
e  ai^r»^iiy>'ntnn(lo  la  au  gcneragion  e  nonliratido  n  el  pueblo  de  pegajar  librolo  de 
la  aoruiduitlirn  (>|iip(iana  pnr  muchas  aeilnlea  e  tormentoa,  e  dada  la  ley  por 
Muyaen  entrcmlüolos  en  buena  tierra  la  quäl  auia  prooiPtido  a  Abraham,  e  mo* 
Krulca  tiiucbaa  grandoa  coaaa  e  gtoriosaa  e  nobtea;  por  laa  qualea  todas  coaaa 
aqiKilla  fuo  la  raaon  por  quo  aacaae  el  linage  de  loa  omnea  de  toda  aeruidunbre 
e  faaiuiletito  deacomulKadero  do  loa  ydolos,  e  loa  rreduxteae  al  catado  aotigo. 
Mas  aun  r*'giio  la  iuuortt>  «n  loa  otunea  enbianto  todas  Ina  coaaa  a  la  condena^ion 
ernel  dnl  itilU'roo  dtd  dtablo.  Puea  aay  ea,  a  noa  pueatos  en  tal  meaquindat,  dioa 
rl  quäl  de  nada  noa  auia  oriado  non  noa  m(*noapreüio,  maa  por  la  voluntad  de 
dioa  «1  tijo  volfenlto  «uteodo  mer(«d  de  loa  pecadores  naagio  de  la  virgen  e 
por  XXX  afloa  couuorau  con  loa  nuint's,  o  clari6oado  por  muchoa  miragloa  aofrio 
In  crua  v  la  muiTt«  por  que  uu«  libr.iae  de  laa  paaionea,  e  el  te((<?ro  dJa  rreanr- 
glrndo  ayn  corriipgiou,  dvapura  d«  XL  iJias  aubio  al  ^ielo  do  aee  a  la  dieatra  del 
padre  e  a  do  vrtilr  deaoudo  a  jutgar  loa  viuoa  e  loa  maertos  e  dar  a  cada  vno 
(fol.  U2]  •i'gund  laa  obraa  del  I'capuea  que  aubio,  enbio  el  apiriiu  aanto  sobre 
loa  diN^tpulvia,  loa  quali«  drndi«  por  gra^ia  del  aon  denamadoa  en  codaa  las 
gentea  e  prndicaroti  ta  f««  de  leau  Chriato,  bautixando  o  ensefiando  goardar  loa 
aandado«  drl  saluador.  Pues  aay  ea.  el  enemigo  antigoo  noo  tofrieodo  cl  so 
destrl|>[a^uirnto,  agora  oonira  nos  mueue  batallaa  «moDflatando  m  loa  locoa  aon 

^     4.     Vlehmhrr  fJ*]  <*altu  nniiu  Uel;  Uvr  Ucbera.  Im  (klacb  di«i 
X.  43.    «K>stn(i«tnU*ntv i:  «.^hcini  toerai  fsMassa  au  haben:  daaMfasaiaBlo ;   ans  dsas 
«Man  e  «La  aaachalaanJts  |^  g»m»ohl.   Oder  iai  ilaannswiaaln  gwiaJalT  kt.  i 


eatoria  del  rey  Anemur  e  de  losapbat  e  de  Barlaam 


345 


flegiiir  el  ydolo.  Ahe  an  pocas  coaaa  te  aiaDifeste  el  mi  senor,  al  quäl  conoa^[6]ras 
mas  acabadamcnte,  sy  rres^ibierea  la  gra^ia  del  e  te  feziere»  au  sieriio,  Oydaa 
estas  cnsaa  el  fijo  del  rey  leuanrose  de)  troDo  e  con  gran  gozo  abrazo  a  ßarlaam 
e  dixo:  por  vetitura  cata  ea  aqaella  piedra  mny  preciosa  la  quäl  tenieDdola  en 
tnißisterio  noo  la  deuiusiraras  a  todo  qtie  tiente  la  catar,  maa  a  loa  que  an  aaiioa 
loa  aeaoa  del  alma.  Ca  ahe  luego  que  tome  eatas  palabraa,  lunbre  rooy  dulge 
«olro  at  mi  cora^OD  e  aquella  cobertura  pneata  alongadamente  aobre  la  mi  voluntad 
laego  se  tiro.  E  demandando  losafat  del  rregno  de  loa  ^ielos  e  ay  loa  morientea 
ae  tornasen  en  oada  e  coaas  semejables ,  Barlaam  comeoQo  a  manifeatarie  maa 
jleneraiuente  de  la  rreaure^ion  auioidera  e  det  juyzio  de  dios  e  del  galardoo  de 
loa  justoB  e  del  perdimiento  de  los  maloa. 


Q  Capitulo  XII  la  semejanpa  del  rruxlnol  adozida  contra  los  guardadorea  de  loa  ydoloa. 

Et  dicbaa  eatas  coaaa,  macbo  pao^ado  e  derrumado  todo  por  lagrimaa  dixo : 
que  me  conuiene  fazer  por  que  escape  de  las  ppoaa  de  loa  pecadores  e  merezoa 
ttsar  del  gozo  de  loa  juatos  ?  Barlaam  le  rreapondiu :  ante  todaa  las  cusas  lliegate 
a  aquel  qae  te  llama  de  la  muerte  a  la  vida  e  de  laa  tiniebras  a  la  luz  e  co- 
noa^ea^fia  verdadera  de  las  coaaa  vesibles  e  noo  veaibica.  Ca  el  noti  aaber  de 
'dioa  verdaderamieote  es  muerte  e  teniebras,  e  aeruir  a  loa  ydoloa  me  pareage 
ser  peor  de  toda  locura.  Dei'm  me  va  vaioo  muy  sabio,  que  aemejablea  soo  loa 
oradorea  de  loa  ydoloa  al  uarou  aagitario,  el  quäl  toma  vna  de  laa  aues  maa 
pequeD.18;  a  e«ta  llama[n]  ülumena;  tomando  el  cucbiello  por  que  la  mataae  e 
la  comieae,  dio  vna  boz  [fol.  \A>*>]  la  filomena  e  dixo  al  aagitario:  0  omne,  que 
proueuho  aa  de  la  mi  nmerte?  Ca  de  mi  oon  podraa  inchir  el  tu  vientre.  Maa  ai 
me  IJbrarfö,  dar  te  be  trea  luandadoa,  los  qualea  ay  loa  guardarea,  delloa  en  toda 
la  tu  vida  auraa  grau  prouecho.  E  el  marauillado  por  la  fabla  della  promitiole 
que  sy  oyeae  della  alguoa  coaa  oueua,  luego  la  libraria.  E  ella  dixo  a  el:  ouaca 
te  eafucr^ea  a  tomar  Diugiina  coaa  de  aquellaa  que  oon  puedeo  aer  tomndaa;  nio 
te  duelaa  de  la  coaa  perdida,  la  quäl  oou  puedea  cobrar;  uin  creaa  a  laa  vegadaa 
la  pakbra  que  qod  ea  de  creer;  gnarda  estot«  maiidados  e  bien  aera  a  ti.  E 
marnuillando  se  el  uarun  por  el  enteiidemieiito  muy  estrado  de  las  palabraa, 
idexola  volar  libre  por  el  ayre.  £  ella  querieodo  pruuar  ay  aueria  conoe^ido  el 
'  varoD  ta  uirtud  de  las  palabraa  dicbaa  e  ouieae  gaoado  alguod  prouecbo  della, 
dixo  a  el:  mal  aea  a  ti;  que  mal  consrjo  oy  ouiate,  e  que  tbeauro  oy  perdiate. 
Ca  eata  eo  laa  mia  entran[a]aa  vna  margarita  la  quäl  vence  por  au  graudez  al 
hueuu  del  estru^^io.  La  quäl  coaa  como  oyese  el  entreaiigiuse  mucbo  rrepentiendo 
S6  por  que  aaliera  la  felocuf  na  de  las  sua  manos,  e  con  de  cabo  tenta[ii]do  tomar 
la  dixo:  veo  a  ml  caaa,  darte  [he]  todaa  laa  ooaaa  que  quisierea  e  despuea  dexar 
te  he  onrradamente.  Dixo  a  el  la  filomena:  agora  te  conoaco  giertamente  que 
erea  loco;  ca  tomando  de  grado  laa  coaaa  que  te  yo  dixe  e  oyendo  l»8  de  bueoa 
voluntad,  uon  aa  auido  oinguud  prouecho  de  ellaa.  Nou  te  dixe  que  oou  te  du- 
Heaea  de  la  coaa  perdida  que  nou  ae  puede  cobrar,  e  nin  tentases  lomar  laa 
coaaa  que  oon  ae  puedeo  tomar;  e  tentast«*  tomar  me  commo  oon  puedaa  yr  por 
la  mi  carrera;  e  auo  dixete  que  noo  creyeaea  la  palabra  que  oon  era  de  creer; 
maa  ahe  creyete  qoe  en  laa  mia  tripaa  eatudieae  mar^arita  mayor  que  el  mi  vientre 
e  uon  podiate  eotender  que  yo  toda  oon  ao  tamana  commo  el  bueuo  del  estrogio, 
oommo  podia  tener  eo   mi  lal  margarita.     C  aay  son   los  loooa  qae  fian  en  los 


346 


Friedriob  Laachert 


ydoloa  e  los  obrao  con  sus  manos,  e  adorao  lo  qae  fezieron  loa  aas  dedos,  de- 
sieodo :  estoB  »od  los  que  nos  fezieron.  Pues  asy  es,  commo  cuydan  aer  sua  faze- 
dores  los  que  elloa  fizieroii,  maa  aun  guardando  [fol.  143]  loa  qoe  non  tos  fürten 
los  ladrooes  llamaD  los  rrobadores  de  la  su  salud.  E  asy  desta  genera^ioo  mala 
e  nun  fiel  te  Hämo  el  eenor  diziendote:  aal  de  medio  dellos  e  apartate,  que  doq 
ayas  tanido  eoea  sozia,  maa  satuate  deata  generagion  e  lieuate  e  vete  que  non 
60  a  ti  la  folgauga  en  ella.  Paea  aay  es,  sy  creyerea  e  bautizado  fueres  aeraa 
saluo;  e  sy  noa  creyerea  seras  condeoado.  Ca  estas  cosas  que  vees  oy(e)  e  en 
las  quales  te  alegras,  que  quier  dezir  la  gloria  e  las  rriquezas  e  los  deleytea  e 
todo  eogstnn  de  la  vida,  ayna  pa«an,  ca  echar  te  an  de  aqut  non  queriendo,  e  el 
cuerpo  oera  engerrado  en  pequeno  raomento  solo  deianparado  e  falles^ido  del 
acDor  de  todoa  loa  amigos  e  los  cormanos,  e  seran  tiradas  las  delecta^iones  del 
mundo,  e  muctio  fedor  e  corruo^ion  podrida  sera  aduzida  por  la  fermusura  e  biien 
ofor  presente,  e  pornan  la  tu  atma  en  coDdenaQion  del  infierno  fasta  el  postrimero 
dia  de  la  rreeurei^ioa,  quaudo  con  de  cabo  la  alma  tomado  au  cuerpo  aera  ecbada 
de  la  cara  del  sefior  e  aera  dada  a  arder  syn  Gtn  al  fuego  del  infilenio.  E  dixo 
1e  losafat:  todas  laa  tua  palabras  buenas  e  maraoillosas  son,  las  quales  crey  « 
oreo ;  e  atin  toda  la  aeruidunbre  de  loa  ydolos  de  cora<;.on  aun  ante  que  entrases 
a  mi,  asy  commo  por  fuer^*a  e  dubdaodo  ae  ouo  el  ml  coraijoD  contra  estas  cossa; 
nias  agora  por  acabada  aborren^ia  la  aborreaiji,  aprebeodfendo  de  ti  la  vanidat 
deUas  e  la  non  aabiduria  de  aquellos  que  las  siguen.  E  deseo  ser  fecho  verda- 
dero  aieruo  de  dios,  enpero  ay  nie  non  rrefusare  commo  a  non  digno  por  las  mia 
maldades.  Mas  fio  que  ue  dexara  los  mts  pecados,  ca  begnino  es  e  misericor- 
dioBO  commo  enseäas.  Ya  pues  asy  es  aparajado  so  rresQibir  el  bautiamo  e 
guardar  quales  quier  cosas  que  me  dexierea;  mas  que  me  conueuga  fazer  despues 
qae  fuere  bautizado,  ay  esto  solo  abasta  creer  e  ser  [fol.  143 ^J  bautizado^  o  sy 
conuenga  aeguir  otras  cosaa  tnaotfiestas. 


QQ   Capitulo  XIII  del  amoneatamlento  fecho  a  losafat  de  la  perseueranpa  en   la  fe  de 

lesu  Christo. 

Estonge  dixo  a  el  Barlaam :  e  coDuieoete  por  i^ierto  abstener  de  todo  pecado 
e  edil[icar  aobre  el  su  andamieuto  de  la  fe  derecburera  obra  de  viriudes;  ca  la 
fe  syn  obrae  maerta  es  coinmo  las  obras  syn  fe.  E  ay  deapuea  de  tomada  la 
coDoa(;'en{;ia  de  la  verdat  tomaremos  de  cabo  las  primeraa  obraa  muertas  e  tor- 
naremos  commo  ctd  al  aboaado .  acaea^er  noa  a  to  que  es  dicho  del  aeAor :  oa 
dize  commo  el  apiritu  non  linpio  saltere  del  otnne  por  la  gra<;ia  del  bantismo; 
aiida  por  logarea  de  agna  demaudatido  folganga  e  oon  la  falla;  e  uon  podiendo 
andar  maa  alongadamente  ayn  casa  e  eyn  techo  dize:  tornar  me  he  a  mf  casa 
doode  sali;  estoni^e  v&  e  toma  .VII.  spiritus  peores  que  a  sy,  e  entran  e  moran 
y,  e  fazen  se  las  poatremirias  de  aqud  omne  peores  que  las  primiriafl,  Dize  a  el 
loaafatr  pues  asy  es,  quanto  puedo  enteuder  deata  aotyleza  de  las  ensedan^as, 
ay  eata  linpia  coDueraa^ion  me  acaes^iere   oorronper  despues  del  bautismo  por 


Z.     4.  rrobedoreB;  vielmehr:  costodes  vocaut  suc  saluds. 

Z.   10.  «  el]  in  der  llilschr.  el  o. 

Z.  STi  quid  vero  oporteat  fsoer«  .  .  .,  an  «liqua  alia  oport«at  subieqai  nwnU'esta. 

Z.  81.  SU  andamionto,  1.  fandamento. 


La  estoria  del  rey  Aneraar  e  de  loeapbat  e  de  B»rlaam 


347 


trMpMamiento  de  vno  o  de  dos  mandados,  caere  de  toda  mi  eoten^ion,  e  toda 
mi  esperaa(;a  ser.i  fecha  vaoa?  Rrespondio  Barlaam:  oon  quieraa  a«y  eatender 
eatas  cosas.  Ca  Dio9  Palabra  quo  por  la  salud  del  bumanat  linage  se  fizo  omtie, 
aabiendo  ia  eoferioedat  de  la  oaeatra  nattira,  doq  dos  dexo  eo  eeia  parte  Qaqueager 
gyn  medezina,  mas  asy  oommo  moy  sabio  mezclo  meleztna  de  peoeteD^ia  a  la 
Dueatra  voluQtad  delezoable.  predicando  esta  en  rremisioii  de  loa  pecados.  E  aun 
el  bautisrao  tlaoiadu  es  faente  de  lagrimas  seguod  la  gra^^ia  det  eenor,  mas 
atieote  toenester  de  trabajo  e  de  dolor.  Uas  en  cada  logar  aprendemos  por  las 
escriptiiraa  uirtud  de  pentteogia,  e  mayormeote  por  inaDdados  e  semejsDQas  de 
nuestro  seiior  lesu  Gbristo.  EatoDce  dise,  comengo  eoseD[D{]ar  lesa  Christo  e 
dexirt  fazBi  peniten^ia.  ca  allegar  ae  a  el  regno  de  loa  ^leloa.  Maa  en  la  aeme- 
jan^a  recueota:  vo  tijo  el  quäl  tomo  el  aiier  del  padre  e  [fol.  144]  fueae  luefe  a 
voa  lieirra  e  y  lo  desgasto  todo  viuieudo  luxarioaamente,  deseode  auieudo  faabre 
en  aquella  tieria  fiiese  e  ailegoae  a  vno  de  los  malos  viudadaooa  de  aquella  tierra, 
el  quäl  le  enbio  qae  apaa^iese  loa  puercos;  aenalaodo  aay  peocado  may  aapero  e 
aborreBijible.  Ca  fue  oaacho  atormeotado  e  vioo  a  poatriiuera  mengua,  eotanto 
que  nia  aun  noo  podia  Inchir  el  su  vientre  de  laa  rremaaajaa  laa  qualea  cotuiao 
loa  puereofl.  A  la  6q  enpero  aenttendo  la  au  confuaion,  toroando  ae  en  ay  dixo 
Ilanieudo :  quantoa  aeniieDtea  en  caaa  de  mi  padre  abondao  eo  pan  e  yo  perezco 
I  «qai  de  faobre.  Leuantar  me  be  e  yre  a  mi  padre;  dezir  le  be:  padre  peque  eo 
I  el  ^ielo  e  ante  ti  e  uod  ao  digno  aer  llamado  tu  fijo,  maa  faz  me  ta  aay  commo 
a  TDO  de  tua  aiernoa.  E  el  leuactoae  e  vino  a  su  padre  \  e  avn  commo  eatouieae 
alexoa,  au  padre  violo  e  fue  mouido  por  miaericordia  e  eorrio  e  cayo  aobre  el 
cuello  del  e  besolo;  e  toraandolo  eo  la  primera  oorra  tizo  aolioidat  por  que  lo 
fallara  e  mato  el  bezero  pascual.  Ahe  rrecueota  eata  Bemejan(;a  de  Doa  arre- 
peotieotea  noa.  E  aobre  eato  del  pastor,  el  quäl  ouo  cient  oiiejaa,  dixo  que  por 
la  vna  perdida  dexo  XCIX  en  el  deaierto  e  aalio  por  buacar  la  perdida,  la  quäl 
fallada  pusola  eo  loa  onbroa  e  ayuntola  a  laa  otraa  que  doq  aiiiao  errado  e  Hämo 
loa  sua  amigos  e  lo«  vezinoa  a  comer  en  el  au  fallamieoto.  Aay  que  dize  el 
aaluador:  mas  gozo  aora  eu  el  ^ielo  sobre  vn  pecador  faziente  peneteo^ia  qae 
Bobre  XCIX  loa  qualea  non  an  menester  de  peniteo^ia.  E  conuiene  paea  aay  es 
deapuea  de  auida  la  coQos^engia  de  ia  verdat  vengamoa  a  guardar  por  virtud  el 
goato  de  todaa  laa  coaas  diulnalea.  Ca  noo  conaiene  caer  al  cootendiente ;  caya 
oauchoa  qne  cayeron  non  podieron  leuantarse;  otroa  abriente«  la«  puertas  a  loa 
peocadoa  e  macbo  alegrantea  ae  oon  pueden  mas  venir  a  poniteni;ia;  e  otroa  a 
loa  qualea  toma  la  muerte,  e  oon  acorriendo  aoluer  ae  por  peniten^ia,  aon  cod- 
denados.  Por  tanto  peligroaa  coaa  ea  caer  en  qaal  ae  qnier  peoado,  e  ay 
acaea^iere  conuiene  Inego  aalir  del  e  (fol.  144  <>]  eatar  con  de  cabo  en  buena  con- 
tieoda.  A  eataa  coaaa  dixo  loaafat:  poea  aay  ea,  commo  ae  giiardara  omne  linpio 
deapQea  del  bautismo  de  todo  pequado?  Ca  ay  finca  la  peoitengia  a  loa  pecantea, 
maa  enpero  en  trabajo  e  lloro  e  llanto,  laa  qualea  coaaa  me  semejan  a  mi  doq 
aer  rrefezea  a  muohoa,  e  por  eao  queria  fallar  maa  carrera  por  qae  gaardaae 
deligentemeote  loa  maudadoa  de  dioa  e  non  declinaae  dellos,  por  qae  deapuea  del 
perdon  de  loa  prtmeroa  malea  dod  traxieae  de  oabo  a  aana  al  muy  dul^e  aenor 
dioa. 

Q   Capltulo  Xllll  anioneatamjanto  a  eae  mismo  da  la  vida  mas  acabtdik 
Enton<;e  dtxo  Berlaam :  bien  dexiate  mi  aeöor  rrey ;  ca  eato  ea  a  mi  deaeable. 
Uaa  es  mocho  trabajoao  e  oon  podible  alguoo  eatar  feroa  el  fntgo  e  dod  afamar 


b 


Friedrieb  Lauchert 


■V:  pnfs  asy  grnuti  cos»  t»  e  tnny  alta  al  ayuntado  s  los  seglarea  DPgo^ios  e 
oobüolto  on  loa  cuyilado«  dello«  e  vcniente  cn  deleylea  e  niqucias,  aodar  qae 
nun  tut^rca  por  la  carrera  de  loa  inandados  de  dioB  e  guardar  se  linpio.  Ca  dize 
ol  iciiior:  noti  piihd««  ninguuf»  Ht^nitr  ii  dos  senores.  Piies  asy  es,  nuestros  padrea 
loa  apoHtoln«  diuitiale«  o  dpyficados  oy«ndo  estaa  cosas  qiie  dos  conuiene  paaar  i 
por  iniichiui  tribtilM(;ioTie8  al  rcignc»  de  loa  (,i«*to8,  ali^unos  dellos  atiadieroD  otra 
ouaa,  totnar  el  haiitl^nio  por  la  unngrß  e  por  el  uaartirio;  la  quäl  cosa  conuinible- 
mente  noio  ol  aeiior  toinando  por  nns  bautismo,  desdt'ade  los  siis  des<;ipulo8  e 
apoatüluB  fechoa  aon  eemi'JAhlps  del;  c  desende  todo  cl  coro  de  los  martires 
•antoa  cunlrMpotiioutes  so  a  loa  rreys  nguardadorea  de  loa  ydoloa  e  a  loa  prini^j'pes 
oniolcH  por  e!  noiibro  di^  Itisit  CliriHto,  aufrieroti  todo  Hnage  de  (ormeDtos.  aay 
Oommo  mnr  nnhadoa  :i  Ins  biiatiaa  e  scr  qiiumadoa  en  fiiego  e  aer  muert«8  por 
OochicIloN,  K  destoa  non  tatito  \na  pnlabraa  ^  las  obras,  nias  aun  la  aaogre  e 
loa  buoBaa  aou  llonoa  de  toda  aantidut;  ca  ochan  poderosameote  los  denH>Dio8  e 
dan  a  los  llegantea  ae  por  fo  aanidado«  do  daquezas  Don  aanables.  Despnes  qae 
parea^ieron  aqucitoa  prinijipca  cruelea  e  folgo  la  persecu<;ion  e  rrenaroD  rreya 
fiele«  en  todo  el  tuundo,  otroa  tomaroo  e  aewjaroD  aqnelU  bienquereD^ia  e  deaeo 
dliiinal«  otroa  «atudlaron  [fol.  145]  pasar  vna  vida  peregrina  e  oon  acostuobrada 
a  elloB  e  deaanparattdu  todas  laa  coaas  afgund  la  boz  deuinal ;  otroa  asy  oommo 
l'uy(«n(ea  lueroti  a  Ioa  diatcrtoa  mnnguadoa  e  aprimiados  e  atormeßtadoB,  a  los 
qualea  non  rra  dtgno  e\  mundo;  e  otroB  dnrantes  aya  tecbo  oinguno  eran  ator- 
mentados  por  la  onlontura  del  sol  e  por  fiieri^aa  del  frio  o  por  aguas  e  por  tor- 
bllUooa  de  loa  viontos;  o  loa  otroa  pasauan  mengi)»  fincando  oabataa  o  bbcod- 
dleudoae  od  laa  oueiiaa.  E  asy  ayuntando  las  vtrtiid^s  a  laa  virtudea  rre< 
nuo^iaron  de  todo  a  toda  coneoiaqion  ORrnal  e  fiilgnra  e  pasauan  dieta  cun 
uer^aa  rrudaB  e  yerbaa  o  iiillotns  o  con  pan  accn  o  muchn  duro;  ca  lan  sola- 
■#lit6  tomauan  de  rsoB  manjares  vilrs  e  monospre^indos,  por  que  podieseo  beuir 
Bolarornte;  r  otro«  ayitnando  toda  la  armaoa,  el  dia  del  domi[n]go  coiuian  rianda; 
e  otroa  do»  \ttrn  t>n  la  »cmnna  «e  arremeDbrauAD  desto;  •  otroa  dospaes  de 
doa  diaa  comian  rn  la«  virspras  e  tomanan  poco  e  cstauao  en  ora^iones  e  en 
▼igilias  0  Bcnoejando  a  la  vIda  de  los  angeles.  G  an  aaa  norada«;  e  otroa  apar- 
tan  M  solo«  e  paaan  mncha  laseria.  e  alongaron  ae  de  la  morada  de  los  omnes 
por  lodo  tienpo  de  la  t\\  vida  e  altegauan  se  a  dios;  algnnos  aoientea  eamarat 
Itxos  loa  vooa  de  los  otroB,  e  ayantaose  en  los  diaa  de  los  domi[olgoa  a  vna 
egtesia  «  toman  niiin'etorios  diuinalea.  Otroa  paaan  an  vida  en  los  Boneaterios, 
los  quale«  allfgadoa  niuchoa  en  vno  so  vn  perlado  •  mayor  qae  los  <»Cros,  ma- 
tando  toda  an  volnntad  por  euehiello  de  obedeo^ia«  e  anse  de  voluotad  asy  oomno 
tiaruo«  conpradoB.  e  non  vlnco  a  ey  mIsmoB  maa  a  aqnel  al  qaal  se 
por  sl  amor  d«»  Utn  Christo )  e  es  detir  qae  non  Tinea  seraieodo  a  9y 
mam  tIo«  ta  alloa  lesa  Ckrislo.  sl  qiuü  segnleron  los  desanparaalM  lodas  las 
•osaa.  Ca  Mit  es  ol  apartuilMto  del  moado  e  aborren^ia  d«  volasad  «  nega- 
■lenOo  ds  li  aattira  por  d«s«o  de  aqaellaa  eosaa  que  aon  »obre  la  astara.  E  no« 
wthxxßmoM  »ot  »-(fol.  14&^l«ie)ar  a  eatoa  maraailK»sos  e  santo«  «arooss.  »o« 
tKayretUMon  •  iion  dlgaot^  B  es  aegund  I»  verdat  de  aborrescw  ««te  aNndoi 
SA  M  t— itfp  d«  SOS  anigos  •  «ataigo  de  todoo  aqwUos  qot  hnm  m  t 
f  ■iiiMi  ttid»i»s  4  los  ^M  sa  MosUn  sobrs  sy.  •  innriistiim  •  i 
Itt  «  «L  PMa  piyHMy  coa  Im  aon  mWoo  •  pr—Molot  | 
par  Mtu  tut  — in— Mis  poT  q^  bs  iraya  a  sj.    S  «Um  iiMMtlBiün  a  < 


t»  estoria  del  rey  Anemur  e  de  [oaaphat  e  de  BarlMi» 


ä49 


demaeBtrase  non  gradesgible  e  engafoso,  nnn  coopUeudo  oingana  ooea  de  las 
que  pmmitiera.  Ca  oy  iaiaga  la  garganta  dt-llos  cod  manjarea  deU'tablea,  craa 
ecbftloB  todoB  a  tr»gar  a  los  eneraigoa;  oy  estables^e  algun  rrey,  e  craa  somete  lo 
al  jaego  de  sertiidunbre;  e  oy  fazelo  abastoso  de  muchos  bieoes,  cras  tornato 
mendigo;  fazelo  amable  a  todos  al  iitie  despues  faze  aborres^ible ;  oy  alegra, 
oraa  atormeota  por  Uoros.  Oye  qiial  fin  puu  a  aqaeBtos  a  Ins  aus  amado^,  que 
morao  ea  el  iufierao:  acabaloa  mvsqainameDte,  nia  llora(Q)  pur  lue  parj[(Ji&Dte8  de 
aqai  nin  a  merged  de  loa  que  fincan. 


Q   Capitulo  XV.    Semejan^a  del  vnlcornio  contra  los  amadorea  del  aieglo. 

Asy  qae  los  que  airaen  a  tal  aenor  crael  e  loalo  e  ae  aluengan  del  bueno  e 
begQim>  por  voluntad  perdida  e  aoapiran  por  loa  nego^ios  preaentes,  aotenidos 
apreeadoa  delloa,  non  ao  inen^ion  de  las  cosas  avjtiideraa,  mag  desean  aienpre 
deleytea  del  cuerpo,  e  dexaado  laa  aas  almaa  pereagpr  por  fanbre  e  atormentarae 
por  malea  syn  cQcnta,  asmo  ellos  ser  aemejablea  al  oiune  fuyente  dif  la  cara  del 
vnicornfo  saiioao,  el  quäl  temeroao  por  el  8(»D]dn  de  laa  bozes  eapantablea  del, 
fuya  miiy  fuerte  por  qne  non  fueae  cargado  del;  e  commo  corneae  fuerte,  cayo 
et)  vn  pozo;  e  commo  cayeae  eatendio  laa  manoa  e  tomo  vn  arbor^iello  e  touolo 
ftiertemeute,  e  puso  loa  pioa  aay  commo  en  vn  fundaroiento  e  aemejole  que  eataaa 
.Ürme;  e  oato  e  vio  doa  murea,  el  vno  blanco  e  el  otro  negro,  que  rroyan  ood 
qoedando  la  rrayz  de  aquel  arborjiello,  e  ya  [fol,  146]  poco  fincaua  que  lo  cor- 
taaen;  e  aua  pensando  la  fimdura  des«?  pozo,  vio  el  dragun  eapantable  por  aca> 
(amiento  echaote  fuego  e  calante  con  ojoa  cruelea  e  abriente  la  boca  eapantable- 
menle  e  cobdi^iante  tragar  lo;  e  ca(D)taodo  oon  de  cabo  aquel  fundamiento  pueato 
ao  los  6UB  piea,  semejol  qne  v[e]ia  quatro  cabe^as  de  aerplentes,  aalientpa  de  la 
pared  do  estaua;  e  alQando  los  ojoa  a  bubo  vio  vd  poco  de  miel  deatellando  de 
laa  rramas  del  arbol(;>ieIlo;  puea  asy  es  dexando  de  penaar  loa  malea  que  lo  yer- 
oauan,  conuiene  saber  el  vnlcornio  eatando  de  auao  mny  sanudo  querifote  lo 
tragar,  e  deyueo  el  dragon  rrenicbnnte,  e  el  arborfiello  que  se  tajaria  ayna,  e 
qne  auia  pueato  los  piea  aobre  rundamiento  deletnable  e  non  fiel,  oluidado  de 
tanto»  e  tal<>8  malea,  dioae  a  la  pooa  dul^edunbre  de  aqnella  miel.  E^ta  spme- 
jan^a  ea  de  aquelloa,  loa  qualea  ae  llegaron  al  engano  del  presente  sicgi«»,  la 
eapose^ion  de  la  qoal  te  dire.  El  vnicornio  tiene  la  figura  de  la  muerte  la  qnal 
aienpre  peraigue  e  quiere  tomar  al  hnroanal  linagft;  e  el  pozo  ea  eate  mundo 
Ueno  de  malea  e  de  lazoB  mortalea;  el  arbol^lello  qne  tajanan  loa  mnres  non 
qnedando  ea  medida  de  la  nneatra  vida  la  qnal  tomamoa,  e  ae  coosume  e  ae 
mengua  por  las  oraa  del  dia  e  de  la  nocbe  e  ae  allega  al  ta(n))amiento;  e  laa 
quatro  serpientes  ainifican  el  eatableaginitento  del  cuerpo  humanal  de  quairo 
elementos  flacoa  e  apreaurablea,  los  qualea  aeyendo  desordenados  e  tiirbadoa, 
deanelueae  la  conpuai^ion  del  cuerpo;  e  el  dragon  muy  cruel  ainifica  el  vientre 
eapanlable  del  infierno,  cobdi^iaute  tomar  a  aquelloa  loa  qualea  aba[n]lponen  laa 
preaentea  delecta^iones  a  loa  bienes  auinideroa;  e  loa  deatelloa  de  la  miel  ainifican 
la  dul^edunbre  del  mundo,  por  la  quäl  aquel  en^aüador  non  dexa  a  loa  ans 
aniigos  veer  la  su  aalud.  Eaionye  loaafat  tomandn  de  bueoa  voluntad  eata  aeme» 
janga  dixo:  [fol.  146 ^|  qne  verdadero  ea  esto  aermon  e  que  bien  apropiado! 
Uaegote  que  te  non  enperezea  en  dezir  me  talea  aenales,  por  que  aepa  quäl  ea 
la  presente  vida  c  de  que  malea  aea  fazedera  a  loa  aus  amigoa. 


350 


Friedricfa  Lauohert 


fl  CapEtulo  XV(  de  la  semejantia  de  tos  tres  amigos  contra  esos  mlsmos. 

E  dixo  el  viejo :  cod  de  cabo  semejablea  de)  sieglo  e  los  que  ae  enlazaü  por 
dul^eduDbre  deltaa,  abantponeo  a  las  oosaa  aninidera«  e  estables  las  cosaa  flacaa 
e  decorribles,  at  omne  el  quäl  ouo  tres  aTnigos,  de  los  quales  a  los  dos  onrraua 
de  corai^oD  e  de  toda  volunrad  e  atormentauase  mucho  por  la  candat  dellos, 
fasta  la  muerte  por  ellos  trabajando  e  deseando  perfglar;  e  contra  el  terccro  auiA 
tnocho  despecbo  nin  lo  oorraua  did  le  moätraua  aman^a  conuinible,  sy  dod  ea 
fenjendo  a  el  voa  poca  de  amlstad.  Aay  que  venieroD  en  vn  dia  vnos  caaalleroa 
muy  apreaurados  por  lo  leuar  al  eoperador  que  diese  razon  por  el  deubdo  de  loa 
diez  marcos,  asi  que  el  raucho  apertado  demaodaiia  ayudador  qae  le  acorrieaa 
BD  puner  la  razon  espantable  delante  el  rej.  Puea  asy  es  corrio  al  primero 
mucbo  amado  e  dixole:  sahea  amigu  en  commo  puae  sienpre  por  ti  la  mi  alraa; 
e  agora  he  lueaeater  tu  ayuda  en  eate  dia,  ca  be  gran  xneDeater;  puea  commo 
me  prometes  de  ayudar  e  qtie  eaperan^a  tengo  en  ti  guardada,  mucbo  amado? 
E  rreapoDidio  el  e  dixo:  o  uniDe  dod  so  tu  amigo  dId  ee  quien  erea;  ca  tengo 
otroa  amigos  con  los  quales  me  coouieae  oy  alegrar,  e  a  estos  auere  por  amigos; 
enpero  abe  do  te  dos  {;elicioa  por  que  loa  ayas  en  ta  carrera  que  audouiereB, . 
los  quales  enpero  dod  te  aprouecharan  coaa,  e  non  me  demandes  olra  ayadaj 
ntnguna.  El  oyendo  esto  e  daaeaperaodo  de  la  ayuda  que  tenia  en  el,  faese  para  ' 
el  segundo  amigo  e  dixole:  acuerda  te,  amtgo,  quanta  unrra  o  gra^ia  toineste  da 
mi;  e  oy  cay  en  tribulaigioa  e  mal  e  he  menester  ayud»,  e  agora  demuestra  en 
quaDto  me  puedes  acorrer.  E  dixo  el:  düu  me  vaga  oy  que  tome  por  ti  t[r]abajo; 
ca  ^ercado  [so]  de  cuydados  e  esto  en  tribula^ioo;  eupero  yre  vo  poco  oon 
[fol.  147]  tigo,  magiier  que  noD  te  aprouecbe,  e  tornar  me  he  Inego  a  oau  «^ 
librare  mis  oego^ios.  Pties  aay  es,  torno  se  el  omne  dende  las  maooa  vaziaa,  e 
desesperado  de  cada  parle  tlant«aaa  viendo  se  sin  esperao^a  de  los  amigos  des- 
gradesgidoB  e  de  los  trabajos  ayo  proueubo  loa  quales  sufrio  por  la  bienqueren^ta 
dellos.  E  auQ  fue  al  tercero  amigo  del  quäl  DUDca  ouo  cuydado  oio  to  Hämo  por 
conpanon  de  la  au  alegria,  e  dixo  le  cou  caia  coofondida  e  enclioada:  oon  he 
boca  COD  que  te  fablar;  ca  conoaco  muy  bien  que  nunca  te  üt  bien  niti  me  oue 
contra  ti  amigablemeDte;  maa  por  que  eato  en  muy  mala  prieaa  e  noo  falle 
e9p(>raD^a  eo  los  otros  mis  amigos,  vin  a  tt  ay  puedes  fazer  me  alguna  poca 
ayuda;  non  tardea  arreiuenbrado  del  mi  dod  aaber.  Estooce  rresportdiole  el  coo 
cara  alegre  e  clara:  jierto  (non)  digo  que  eres  roi  amigo  mucbo  araado;  e  arre- 
meabrando  me  de  aquel  poco  bieofecho,  toroartelo  fae  cod  su  logro;  puea  asy  es, 
non  temaa,  ca  yo  yre  delaote  ti  e  yo  pareBc[e]re  por  ti  delaote  el  rey  e  dod  le 
dare  en  las  maoos  de  tu«  enemigos.  Pues  asy  es,  aue  fyuzia,  mucbo  amado,  e 
non  te  entriatezcas.  Estooce  el  pun^ado  dezia  con  lagrimas:  abe  a  mi>  que  pri- 
meramente  llaoteare,  o  que  mas  llorareF  rreprehendre  el  mi  talaute  vano  el  quäl 
dy  a  los  äacos  amigos;  o  llorare  la  mi  liicura  por  que  a  este  verdadero  amigo 
e  hermaoo  noo  le  mostre  niogutia  familiarldat P    El  primero   amigo  por  ^ierto  ee 


Z.  t.     Yor  del  sieglo  etwM  auigorallen:  Rurras  siniilee  aunt  anutores  secalarinm 
delcctadoDom  et  qni  haram  tiulceclioe  Ulicitintur  &lf\ae  .   .  .  praefentnt  .   .  , 
Z.   10.     diez]  ta  der  lltlacbr.  dies. 
Z.  IT.     In  der  Hdschr.:  mndodieres. 
Z.  87.     fyusia]  in  der  Hdschr.:  fajsia. 


La  eBtoria  del  rey  Anemnr  e  de  loiapfaat  e  de  Barlaam  351 

el  aner  de  las  rnqnezaa  e  el  amor  de  lo«  aueres,  por  las  quales  cosaa  el  omne  se 
■omete  a  mucbos  periglos  e  atifre  muchas  tDOsqumdadea.  Veoieado  el  pustrimero 
dia  de  la  muerte,  doq  tuma  oiagaua  coaa  de  ellaa,  ay  Don  vqob  panezuelos  syn 
prouecbo  qiie  perteoesf^D  ^  1^  sepuluira.  El  seguDdo  es  llamadu  la  muger  e  los 
fijos  e  lofl  connaDos  e  loa  otroa  nmigos,  por  el  ialaote  de  Loa  qualea  llegaodo  dos 
noD  noB  podemoa  parlir,  (fol,  UT^»]  iDeno8pre9iatiido  el  aluja  e  el  cuerpo  por  amor 
delloa.  Mas  dellos  non  ha  niDguod  prouechu  en  ta  ora  de  la  muerte,  si  qüd  que 
vao  coD  el  fasta  el  loonimento;  desende  turDactduae  eatan  por  aus  cuydado«,  non 
menoa  oobriendo  la  loeiuona  de  la  oluidan^a  que  el  cuerpo  del  afpulcro.  Maa  el 
amigo  ter^^eru  menoapregiado  e  Doti  grao  familiär  mas  aborresyido  es  el  cboro 
de  las  obra»  derecbureras,  e  coouiene  »aber  eaperao^  e  fe  e  carldat,  la  liuauaiia, 
la  humiltad  e  el  otru  ayuntamiento  de  virludea,  el  quäl  puede  yr  ante  noa,  quando 
saliuios  del  cuerpo,  e  poner  ae  ante  diua  por  noa  e  librar  dob  de  laa  cosaa  fechas ; 
eate  ea  el  amigo  gradeagible,  e  quäl  la  oueacra  bueoa  obra  toma  en  iseuioria  e 
tomala  ood  huaura. 

Q  Capituto  XVII  a  eae  «niamo  del  rey  el  quäl  giiarnes^io  el  logar  del  su  desterramienta 

por  rriquezas, 

Aprendy  auer  seydo  vna  grau  (iudat,  loa  (ludadauoa  de  ta  quäl  aulau  lal 
costuubre  eo  orro  tieupo,  que  tomasen  algnud  omne  eatrafio  e  dod  conos^ido, 
non  sabieote  oinguna  coaa  de  la«  ley»  de  la  su  ^iiidat  e  de  las  coutraditiones,  e 
faziau  a  eate  rrey,  el  quäl  tomaua  todo  el  podar  e  auia  poderio  de  las  volun- 
tades  e  de  las  fazieudaa  dellos,  faata  que  se  acabase  el  afio.  Deaende  tincando 
el  eo  toda  la  ciudat  por  delwytes  e  plaz^rea  e  syn  miede,  cuydando  que  Hncaria 
e  en  el  regoo,  leuaQtana[n]8e  aquellos  ^iudadanoa  contra  el  e  tirauanle  la  eatola 
rreal  e  trayanio  desnudo  por  tuda  la  ^iudate  enbiaua[i)}lo  desterrado  a  vna  gran 
ioaula  muy  lexos  apariada.  en  la  qnal  non  fallando  de  coiuer  uiu  de  vistir  que- 
braniaaase  muy  mal  eo  fanbre  aio  eaperan^a  e  en  aer  deanudo,  e  los  deleytes  e 
el  gozo  a  el  otorgadoa  toroauaa  ae  despoea  eo  triatesa  syn  esperan^a.  E  eatoo^je 
ordenaron  en  el  rregno  vn  varon  el  quäl  auia  grao  eotendemiento,  e)  quäl  llegaodo 
[fol,  148]  le  sin  caydar  tanta  abondau^a,  non  fue  deanello  nin  rrobado  della  nlo 
siguio  ta  deaonrra  de  aqiielloa  que  rre^^oaran  ante  del  e  Tueran  echados  mesqui- 
naioente,  maa  auia  cuydado  e  trabajaua  por  qiial  manera  ordeoaac  a  sy  e  a  aus 
eoaaa,  e  a«y  coinmo  por  pensamieDto  afiDcando  tratase  estaa  dilegentemente.  C 
aopo  por  vo  au  conaejero  muy  aabio  la  coatuobre  de  los  giudadanos  e  el  logar 
del  deater[rJamteDto  perdurable,  e  ensefiole  commo  le  mmueota  guardar  a  sy 
miamo  ayo  error.  E  despaes  que  sopo  estas  coaas  e  que  le  cotttieoia  llegar  a  la 
insula  e  dexar  el  regoo  a  loa  estranoa,  abrio  loa  aus  teaoroa  de  loa  quales  estonyo 
aoia  IVbre  poderio  para  fazer  dellos  lo  que  quisiese,  e  tomo  cnucho  auer  de  oio 
e  de  plata  e  gran  carga  de  piedraa  pre^ioaa«,  e  coinendandolo  a  aieraos  muy 
fielea,  enbiolo  a  la  insula  ado  era  a  leuar.  E  despue«  el  afio  acabado  leuan- 
Uronse  en  discordla  loa  ciadadaoos  e  enbiaron  lo  desnudo  eo  desterramieoto, 
ooiDoio  a  aquellos  que  fuerao  ante  del.  E^tooQ«  loa  otros  reys  por  tienpo  locos 
eran  atormeotados  mal  de  fanbre;  maa  aquel  aabio  viuio  en  abondan^'a  perpetua; 
•  aoiendo  rriqaesaa  syn  coaota,  e  eobado  todo  el  miedo  de  (a)  los  gindadanos 


Z.  34.     de  los]  Hdschr.!  de  las;   ^iodadanoa  corrig^iert,  aas  i^iadAdes? 
Z.  44.     de  arqael]los? 


362 


Friedrich  Lauehert 


non  fieles  e  malo«,  por  ei  coDsejo  moy  sabio  6ko  bienandanto  a  ay  miaoio.  Pnea 
a«y  e«:  eotieode  la  (iodat  qae  es  eate  tnando  vatio  e  etigan[ii]o9o,  e  los  (iada* 
danos  los  prio^ipes  e  podestades  de  los  deroonios  del  mundo  e  los  ^uernadom 
d«  las  lioiebras  deste  sieglo,  los  quales  dos  falagao  por  dul^edunbre  de  delejte« 
e  DOS  amooesiaa  qae  pensemo«  sieopre  oodusco  por  medida  [fol.  146t>)  las  cosM 
cor[r]oopible8  coiumo  las  ood  corroDpibes  e  laa  mortales  commo  las  non  mortalea. 
Asy  pues  asy  es;,  a  nos  eoganados  non  aoieotes  niagand  caydado  de  las  cosaa 
perdurables  e  estables,  e  ooo  a..  ..tes  condeaaotes  otra  cosa  en  aquella  nda, 
apresnradamente  cos  pares^e  la  perdi^ion  de  la  moerte.  Elstoofe  ya  tomando  dos 
desDudos  (de)  aqaelos  ^iadadaoos  malos  e  amargos  de  las  tiniebras,  con  los  qoalee 
espendiemos  el  tienpo,  adazen  dos  en  la  tierra  teoebrosa  e  oseora,  en  la  tierrm 
de  las  tiniebras  perdurables  e  do  non  ay  laz  nin  vida  de  loa  omnes.  EI  buea 
co[n]sejero,  el  qnal  fixe  manitiestas  todas  las  cosaa  verdaderas  e  eoseüo  eatadioa 
saludables,  e  el  rey  sabio,  asma  tn  qae  es  la  mi  peqaenex  quo  te  vtne  mosirar 
la  buena  carrera  e  derecburera  eotremiüeDdo  te  en  bienea  perdurables  e  syn 
cuenta  e  a  te  oonsejar  qne  pongas  y  todas  las  cosaa. 


Q  Capitulo  XVIII'*  amonestamiento  para  menospreciamiento  de  las  niquezas. 

Dtxo  losafat  al  viejo:  paes  asy  es,  cooimo  paedo  enbiar  alla  el  thesoro  de 
los  aueres,  por  qae  qnaodo  fnere  falle  la  alegria  dellos  non  corrunpida?  Deman- 
dote  que  me  demiiestres  llanamente  commo  podre  demostrar  la  mi  aborrengia 
contra  las  cosas  preseotes  e  el  amor  de  las  cosaa  perdarablesL  Dizo  BeHaaint 
por  cierto,  el  enbiar  de  las  rriquezaa  al  logar  perdurable  faaeae  oon  laa  ib«o<m 
de  los  meoguados.  Dixo  lo&afat:  pnes  asy  es,  meoospri'giar  todas  las  eosaa  o 
tomar  esta  vida  trabajosa  commo  deziste  saso  e«  mandamieolo  antigao  des^en- 
diente  de  la  dotrina  de  los  apostoles,  o  a  nos  es  ^sto  oaeaameote,  asy  por 
coDB^^ngia  de  ia  nuestra  volantad,  asy  commo  escogiendo  esto  por  mejor?  E  el 
Tiejo  rrespondjeado  dixo:  noo  te  eoseüo  ley  fecba  rresieutemente,  non  qniera 
dioe  qae  sea  de  mi  dada,  mas  de  antigao  tienpo.  Ca  dixo  el  seüor  a  an  rrtco, 
el  qaal  le  preg;anto.  que  faziendo  podria  aaer  la  vida  p^rdurable,  el  alegrante 
se  que  guardara  todas  [fol.  149]  las  cosaa  que  erao  escriptaa  en  iey,  dixo:  ma 
eoaa  te  mengna;  vete,  e  deode  qaanto  as,  daio  a  los  pobres,  e  aorAs  teeoro  ea 
loa  fielos,  e  ven,  sigoeme  traendo  tu  cruz  Dixo  loaafat ;  paee  asy  es,  cobhbo 
sea  ne(*)^esaria  aay  esta  profe^ia  antigna,  commo  non  la  sigaen  oy  nacbost  & 
dixole  el  viejo  r  macbos  seniejaron  e  aemejan,  e  mncbos  fiocan  peresoao«  e  »igte- 
gentes.  Ca  pooos  son,  commo  dise  el  senor,  los  qae  andan  par  la  carrera 
wtrecha.  e  machos  por  la  ancha.  Pues  aay  es,  mandando  aay  el  aaluador  e  pro- 
dSoudo  los  profeic  itas  e  los  apos(()tolos  •  todos  loa  saatoa  anonestando  nos  por  < 
obra  e  por  palabra  a  la  carrera  muy  derechrra  de  virtad.  e  sy  potos  andan  por  ' 
eata  commo  mochos  eacogan  la  ancha  e  la  qae  trae  a  la  carrvra  de  perdiftoa, . 
non  por  eso  se  desfaxe  la  connersagjon  de  la  diuinal  sabidaria;  ca  non  fkll6a9al 
•a  taoto  el  sol  de  Justi^a  a  Di[D]guDo  de  los  que  le  qoiereo ,  nio  cosirifif (n)  a 
loa  eac[ogie]ntes  tenifebras  de  so  gr]ado;  [uos]s  es  dexado  cada  [voo  a]  so  albedrto 
•  AM  •aeogiemienlo  mientre  es  en  este  sieglo.    Preganto  loaafat,  que  eoaa  era 


Z.     ^    asqas  aliqflid  ia  illa  viia  recion>laatibaa 
Z.  U.    Ia  der  Odachr.  paede. 


Y<a  estoria  del  rey  Aoemar  e  de  losapbat  e  de  Barlaam 


Sb'S 


albedrio  e  que  coaa  escogimieoto.  Respondiol  el  viejo :  libre  albedrio  ea  volantad 
del  Alma  rrazooable  tnouida  a  lo  qae  quisiere  syn  defeDtiemiento  de  ninguno  o  a 
noal  o  a  bien;  aay  ee  tiaraado  del  autor.  E  aan  Über  arDitrio  es  mouimiento  del 
alma  enteletual  por  an  derecho.  E  escogimiecto  es  deseo  demandado  de  consejo 
de  aquellas  cosas  que  eoo  en  oos,  e  conaejo  deseable;  ca  lo  que  ea  acte  jusgado 
del  coDsejo  tenemoa  lo  nos  escogiendo.  C  conaejo  ea  deaeo  deuandante  de 
aqaellaa  cosaa  que  aaemoa  a  fazer;  ca  todo  conaejo  se  fate  por  aquello  que  es 
a  fazer;  e  aay  ante  del  escogimieuto  ea  et  conaejo,  e  ante  del  faziiniento  el 
escogimieDto.  Por  taoto  doq  aotameoie  los  fazemientoa  maa  aun  aqiiellaa  cosaa 
las  qualea  seguod  la  entengiioti  da|D]  el  eacoger,  e  las  corocaa  e  lus  torroeotos 
80D  fechoB  por  derecho  e  por  rrazun.  Ca  el  comien^o  del  pecado  e  del  fnzituieoto 
derecburero  e  el  escogimieoto  aon  de  aquellas  coaas  que  aon  |fuL  149  >>]  e[)d[acidas 
de]  DOS.  Ca  de  aquellas  que  a[on  en]  noa  los  talanti's,  aon  lus  fazimientos. 
EstOD^e  dixolosafat:  e  ay  otros  quo  pred(r)iguen  esas  cosaa  que  tu  predigaa,  o 
aolo  eres  oy  tn  que  enaenaa  estaa  coaas  e  asy  afirmaa  tjaia  vida  ser  aborrea^ible? 
Respondio  el  viejo  e  dixo:  eu  eate  vueatro  regnado  non  fiel  noa  conuaco  aer 
ningUQO ;  ca  la  crueldat  de  ueatro  padre  los  aiato  a  eatoa  por  muertea  ayo  cuenta, 
e  eafuer^aae  de  lodo  eu  todo,  que  noa  aea  uyda  tu  boz  la  predicsfioD  de  la 
cooos^enyia  diuiDal.  Maa  eo  todas  las  otras  leuguaa  se  cantau  eataa  coaaa  e  ae 
gloritican.  E  dixo  luaafat:  e  la  voluntad  de  uii  padre  atguoa  vegada  aprendio 
alguna  deatas  coaaa?  £  dixo  el  viejo:  non  aprendio  nioguna  cosa  aotitmente  o 
coauioiblewente;  ca  gerradua  los  seaos  de  la  voluntad  uod  quiere  rrea^ibir  el 
bien,  Uiaa  eatteudeae  al  mal  por  arrebatamiento  trabucoao.  E  dixo  [oaafat,  qae 
querria  que  su  padre  ouieae  apreso  eatas  coaas.  Mas  dixo  el  viejo:  non  aon 
podibles  eatas  cosaa  quanio  al  omne,  quanto  a  dioa  aon  podibles  todas  las  coaas. 
Ca  que  aabes  sy  faras  saltio  a  tu  padre  e  te  fagas  padre  de  tu  padre  por  munera 
marauillosa.  E  dixo  losafat:  de  mi  padre  fara  el  senur  commo  le  plogiere-,  mas 
yo  de  los  tus  seruiones  santos  coaoa^iendo  la  vatiidat  de  las  cosaa  presentes, 
pienso  parar  me  de  todo  eii  todo  e  oontigo  paaar  mi  vida,  que  por  eataa  coaas 
tenporalea  e  decorribtea  dod  me  parta  dol  rrif[r]igerio  de  las  coaas  perdurables 
e  nOQ  corrunpiblea. 


0  Capitulo  XIX  a  ese  mismo  de  aquel  el  quäl  menospre^iada  la  noble  esposa  lomo  la 

pobrezlella. 

^1  quäl  respondio  el  viejo:  sy  estas  coaaa  fezierea  seras  semejable  al  man^ebo 
niuy  aabio,  del  quäl  oy  que  fue  fijo  de  padre  e  madre  muy  rriroa;  al  quäl  despoao 
SU  padre  con  fija  de  vn  noble  maa  rrico  que  todoa  o  que  era  tuny  fermosa»  e 
mouiole  palabra  de  laa  bodas  al  mo^o  e  dixo  le  commo  pensaua  fazer,  La  quäl 
coaa  eaquiuando  la  aay  commo  mala  coaa  e  des-[füL  150]comulgadera,  dexado  el 
padre  fuyoae.  E  aodaudo  vioo  en  vna  caaa  de  vn  viejo  pobre  para  folgar  por 
la  calentura  del  dia.  Knton^e  la  tija  del  viejo  uirgen  que  era  unigenita  a  el, 
seya  ante  la  puerta  e  obrau.t  de  las  maooa  e  atabaua  a  dioa  contiiQuamente  con 
au  boca  faziendo  a  el  gra^iaa  de  buen  cora^on.  E  el  manyebo  eacochando  eatas 
alabangas  dixo:   o  muger,  que  lamano  eatudio  es  este  e  por  que  gragta  de  quäl 


Z.     4.     eateletnal]  in  der  Hdachr.:  entelotual. 

Z.  10.     Vielmehr:  ...  et  coroQC  et  tormenti  iure  canaa  ftant, 

Z.  iSf.:    .  .  .  est  ex  hia  que  a  nobia  sunt  iaducta. 


354 


Friedrich  Lancbert 


coaa,  cummo  seas  tan  pobre  e  tan  delgada»  asy  commo  por  vnos  jcrandea  dones 
lo  as  al  dador?  La  quäl  respoadiendo  dixo:  dod  a)ibes  qae  commü  la  pequena 
melezioa  mucbas  vegadas  delibra  al  omiie  de  grandea  fiaquezas,  asy  en  los  pe> 
queiios  donee  de  laa  gragiaa  de  dioa  cl  f^zimiento  de  gragiiaa  ae  faze  fazedor  de 
grandes  bteoes?  E  yu  tija  ao  de  vn  vieju  pobre  e  do  i;rai;[aa  tso  aereramente  a 
dioB  por  eatoa  doties  pequeüoa  e  bendigo  al  aenor,  ca  i;iertü  el  qne  eataa  cosM  j 
dio  puede  dar  luayortia.  E  eataa  coaas  que  aon  de  fuera  duq  aon  nueatraa,  da  i 
laa  qualee  a  los  que  taa  ban  a  mucbua  delloa  Don  viene  [ganani^ia  oingjana,  ca 
mucbaa  vegadaa  [soatieDJeD  dano;  maa  a  loa  que  tomao  menorea  coaaa  non  lea 
acaes^cie  dapno^  andacdo  loa  vnoa  e  loa  otraa  por  vna  carrera  e  venientea  a  vna 
fio.  E  de  aqu«llas  coaaa  que  bod  meoeater  tume  muchoa  dones  acabadoa  e  gran- 
dea  de  dioa,  loa  qaalea  bod  ayn  cueota  e  ayn  aamar.  Ca  so  fecha  aeguod  la 
ymagen  de  dioa  e  tuerea^l  auer  la  au  ^oooa^eDQiia,  e  ao  adelan(ada  por  rrazon 
ma»  que  todas  l&a  aoimaliaa,  e  so  conuidada  deae  dioa  para  la  vida  por  laa  en» 
tranas  dt;  la  au  miaericordia,  de  loa  merea^ioitentos  del  quäl  inerea^i  ser  par^io- 
Dera,  e  la  puerta  del  au  parayso  esta  abi«rta  e  que  me  dara,  ay  quiaiere  yo, 
rrafezmente  la  entrada.  Piiea  aay  ea,  por  tantoa  e  talea  dooea  loa  qiialea  loa 
rricoB  e  loa  pobres  an  ein  cueota,  non  es  podible  fazer  gra^iaa  aai  commo  oon- 
uiene;  e  ay  oon  diera  eata  poca  de  alabanga  al  dador  de  loa  bueoea,  que  eaca- 
aa^ioD  auere?  Äsi  que  el  man^ebo  marauillando  ae  del  gran  entendemiento  dellAi 
fuesB  para  el  padre  della,  al  quäl  le  dixo :  dame  por  moger  [foL  IDC*]  a  tu  ftija; 
ca]  amela  por  el  au  eateudemiento  e  por  la  piadat.  EntoDfe  dixo  el  viejo:  non 
te  conuiene  tomar  fija  de  pobre  commo  aeas  fijo  de  padre  e  de  madre  rricos. 
E  dixo  el  mao^ebo  de  cabo:  yo  esta  tomare  ay  oon  me  la  negarea;  ca  fija  de 
nobles  e  de  rricos  fue  a  mi  desposada,  was  foyendo  della  fuxime;  mas  a  tu  £ja 
por  ta  piadat  que  a  en  dioa  e  por  el  au  enteDdemiento  claro  penae  tomarla  por 
inugier  maa  que  todaa  las  oosaa.  E  dixo  el  viejo  a  el:  non  te  la  puedo  dar  qae 
la  lieuea  a  caaa  de  tit  padre  e  que  la  parUs  a  mi;  ca  tan  seoerameDte  aola  es 
a  mi.  Maa  dixo  el  man^febo:  yo  conuuaco  fiocare  e  tomare  la  vueatra  conaer- 
aai;'ion.  Desende  tirando  la  viatidura  fermoaa  demando  el  veatido  del  viejo  e 
veatiolo.  Eaton ve  el  viejo  tentandolo  en  oiuchaa  oosaa  e  probando  aus  penaamien- 
toa  deauariadameote,  deapues  que  conoa^io  la  firmeza  del  an  juramento  e  que 
non  demando  a  su  tija  teüido  por  amor,  mas  por  amor  de  piadat,  e  escogio  beair 
pobremente,  antcponiendo  esta  a  la  au  gloria  e  a  la  au  nobleza,  tomoto  por  1& 
mano  e  metiola  en  au  casa  e  mostrole  mucbaa  rriquezaa  y  puestas  e  gran  carga 
de  dineroa  quanto  nunca  viera  aquct  man^ebo  e  dixole^  mi  6jo,  dole  todaa  eata« 
coaas  por  que  eacogiste  ser  ber[ejdero  de  lo  mio.  E  teniendo  el  aquella  eredat 
sobrepujo  a  todos  los  glorioaoa  e  rricos  de  aquella  tierra. 


Q   Capitulo  XX  ds  la  ensenaiitpa  de  Berlaam  del  criador  e  goiternador  de  todos. 

E  dixo  losafat:  asaz  coQuiaiblemeDte  me  taue  este  rrecontamieoto;  onde  asm« 
que  dixiate  eataa  coaaa  de  mi.    Puea  aay  es,  deaeando  aaber  te  rrnego  que  maJ 
fagas  manifiestas  eataa  coaas,  cooutene  saber  las  rriquezaa  de  dios  o  la  grandez 
veniente  de  la  virtud  del.   Eotonife  le  dixo  Berlaam -.  rruego  a  dioa  que  te  ensen« 


Z.  27.     mugier  Diit  anderer  'Tmte  aoa  moger  corrigicrt. 

Z.  83.     teüido  por  amor:  non  amore  insipientie  detenttu. 

Z.  4Sf.  de  dioa  ....  reniente]  ncbonan  am  Rande  nachgetmgeo. 


>  MtoriA  del  rey  Anemar  t  d«  losapbat  e  de  Barlaam 


355 


estu  coaas  e  U  gien^ia  de  tales  cogas  linqae  en  la  tu  alnoa.  Ca  quanro  a  los 
omea  qod  es  podible  rrecontar  la  su  gloria  e  el  au  podier,  auin  que  todaa  las  letiguas 
de  los  osaoea  loa  quaJea  aon  agora  e  fueroD  otro  tieopo  ae  fezioaen  vna.  Ca  dUe 
el  euangeliata  e  el  theologo:  nnnca  vio  ningano  a  dtos.  Mas  noa  de  la  predi- 
oagioD  dellos  aprendemos  e  de  la  natura  de  bs  coans,  aegund  la  qaal  es  podible. 
Ca  dize  la  eacritura:  los  ^ielos  rrecuentan  ta  gloria  de  dioB|foLlo1]  e  la  firmeza 
demaeatra  las  obraa  de  las  oianos  del.  Ca  asr  oommo  alguoo  niirando  la  ca«« 
mny  fermosa  e  fecba  por  tnucho  artefi^io,  la  forma  de  ta  qaal  es  conpaaada  may 
engeDJosaiQente,  e  pensaodo  el  fazedor  se  maraaiUara:  aey  yo  foriuado  de  cosaa 
non  eatables  e  para  eato  a  que  so  aduzido,  ai  noo  puedo  veer  el  fazedor,  nias 
enpero  de  la  mi  fechura  bien  conpaaada  e  marauilladera  Ttn  a  conos^en^ia  de 
la  sabiduria  del,  non  enterulie^ndii  segund  qae  es,  mas  commo  puedo  entender. 
Ca  DOD  viue  de  mi  mismo  nin  tue  fize  yo  miamo,  maa  el  me  fizo  commo  qae  so. 
Ca  en  comienyo  fizo  todaa  laa  criaiuras,  de  las  qnales  algonaa  meoguadas  e  que- 
brantadae  enfortna  cod  de  cabo  por  niejor  eDouamiento ;  desende  leuando  noa  de 
aqui  por  el  aeuorio  dioinal,  traspasamoa  otrn  vida  perdurable  sin  cuenta.  Ca 
niogUDO  do  loa  ornnpH  nuu  pudc  acabar  en  oingimd  ttenpo  ninguna  deatas  cosas, 
Dio  rey  diu  sabjdor  djq  rrico  nin  otro  ninguno  trabajante  en  los  eatudios  htiuia* 
nales.  Pues  asy  es,  destas  cosaa  que  aon  en  nii  so  adtiztdo  [a  la]  sabiduria 
grande  del  criador,  e  cod  e8t[a8]  cosas  pense  e  vi  la  fechura  bleo  oonp&sada  e 
la  guarda  de  toda  criatura;  ca  trjdas  eetas  cosas  aegiiod  01  tuiamas  eatan  so  el 
modamiento  e  so  ta  corrun^ion;  e  las  cosas  del  enteodemteuto  segund  el  libre 
albedrio  dize  en  el  bien  ser  pronecbo  e  fuera  del  bien  deafalles^imieDto ;  maa  las 
cosas  seDsiblea  segund  la  genera^ion  e  la  corrun^ion  e  la  graodeza  e  el  dapfo 
e  aegund  la  qnalidat  de  loa  trasinudaaiietitos  e  segund  el  mouimiento  det  logar: 
desta«  cosas  predigan  cou  uozes  noo  fablables  ellaa  ser  fecbaa  de  dios  noo 
criado  e  oon  mudable  e  ser  aienpre  tenidaa  e  guardadas  e  proueydas.  Pues  aay 
es,  commo  venieron  en  vno  las  oataraa  contrarias  a  contenpla^ioD  de  vn  mundo 
e  ÜDcaron  oon  desoluibles,  sy  esta  virtud  del  aenor  poderoso  de  toda  cosa  dod 
oaieae  mezclado  algnoas  cosas  e  las  guardaae  Bienpre  non  desoluibles?  Ca  commo 
jßncaria  alguna  cosa,  sy  el  non  ouiese  qaeridov  Ca  sy  la  naue  syn  goaernador 
noQ  puede  estar,  que  luego  se  aomorguia,  e  la  easa  pequena  nunca  estara  sin 
proaedor,  commo  esta  ei  mundo  por  el  tienpoV  Asi  toda  criatura  grande  e  buena 
{fol.  ibi^]  e  marauillosa  e  gloriusa  esta  por  vn  gouernador  grande  e  maranilloso 
e  por  prouHmiento  muy  sabio.  Ca  ahe  quanlo  tieopo  ba  el  Qielo  e  non  es  de- 
negrado;  la  virtud  de  la  tierra  non  es  atloxada  criada  de  tanto  tienpo;  las  fuentes 
liOD  falles^teroo  de  maoar  de  tanto  tienpo  qoe  son  fecbaa;  el  mar  tomando  taotOiS 
tryos  noo  sobrepaja  la  medtda;  los  cursos  del  sol  e  de  la  luna  non  se  mndan; 
|]m  ordenes  dei  dia  e  de  la  nocbe  00  se  trastornan.  De  todas  estas  cosas  se 
lara  a  00s  por  los  profetaa  e  por  los  apoatolea  la  virtud  e  grandeza  non 
fablabte  de  dioa;  mas  oon  podra  nirjguno  pensar  o  atabar  dignamente  la  gloria 
del.  Maa  ha  mer^ed  a  todos  por  que  puede  todaa  laa  cosas,  e  desfaze  los  peo- 
c«doB  de  loa  omnes  por  peniten^ia,  el  seiior  de  las  aimas  solo  bueoo  e  amador, 
bendito  sea  el  su  nonbre,  loable  e  ensatyado  para  sienpre  jamas. 


Z.  IS*     In  der  Hdschr. :  puede, 


356  Friedrich  Lauchert 


Q  Capitulo  XXI  oommo  Bariaam  recuenta  a  losalkt  la  sa  vida. 

Et  dixo  losafat:  o  sabio,  sy  por  mucho  tieapo  pensaaea  oommo  aoltariaa  a 
noa  el  madamieDto  de  laa  quistiooea  propueataa,  aemejame  qae  non  laa  podriaa 
f^er  mejor  que  deaiendo  talea  cosaa  qualea  vn  poco  ante  dexiste;  ea  eoaeneate 
dioa  ser  fatedor  e  dador  de  todos  los  bienea,  e  avn  demostraate  por  aermonea 
manifieatoa  la  gloria  de  la  sa  grandesa  non  conprehendible  por  penaanaieotoa 
humanalea.  Pnea  asy  ea,  eatas  coaas  dichas  dime  mucho  amado  de  qoantoa  afioe 
herea  e  en  que  logarea  conueraaa  e  que  conpaneroa  aa  deata  6loaofia.  Ca  faerte 
ooelga  la  mi  alma  de  la  tuya,  nin  me  qaiero  parar  de  ti  en  toda  mi  vida.  E  dixo 
le  el  vifjo :  oommo  cuydo  he  XL  e  V  aüoa,  e  moro  e  paao  mengoa  en  loa  diaiertoa 
de  Sennar,  e  tengo  con  migo  pasantes  laaerio  aqnellos  loa  qualea  trabajan  en  el 
Camino  de  la  carera  aoberana.  Commo  me  diaea  eataa  eoaaa,  dixo  loaaGak;  ea 
maa  me  parea^ea  que  aa  de  LXX  anoa.  £  rreepondio  a  el:  fierto  ay  de  la 
naa^n^a  qaierea  aprender  loa  mia  anoa,  bien  los  aameate ;  qae  eraa  otaa  de  LXX. 
Maa  yo  non  cnento  quantoa  aon  paaadoa  en  la  naa^en^ia  del  nondo;  ca  qoaado 
v«nia  en  la  came  semiendo  a  loa  peeadoa,  muerto  era  en  la  Tt^oatad ;  ea  niiBea 
aoabrai«  loa  am>s  de  la  moerte  por  de  la  vida;  maa  despaea  qae  el  araado  ea 
cra^ficado  a  mi  [t'oL  lb'2]  e  yo  al  mundo ,  e  dexe  el  omne  viejo  d  qoal  ea  ew- 
r>Mi|Mdo  afgund  los  aeaoa  del  error,  ya  non  vino  en  la  earae,  mtm  vioe  ea  ai 
lea«  Cteiato,  e  lo  que  vino  vino  en  la  fe  del  fijo  de  dioa,  el  qaal  dk>  a  ay  miimo 
por  au;  a  ««toa  por  merea^miento  Uamare  aöos  de  U  vida  e  diaa  de  aalad,  los 
qaalea  cnento  ^rca  XLV  anos.  E  dixo  losafat:  e  por  que  la  vida  eanal  aoa 
ea  Uamada  vida  por  dcr«cho .  poea  asy  es.  aia  la  nnerte  tenporal  deae  aar  Da- 
aMda  anert«.  E  rrespondiole  el  viejo:  sya  dnbda  asy  aäeato  deatas  eoaaa,  wm 
temiesdo  e»u  moerte  tenporal,  nin  llamaodo  la  noefte.  Ca  meaoi^jityaaöe  laa 
meTtssM  de  ta  padre.  svn  miedo  rin  a  ti  e  demostrete  la  palabra  aaladable, 
coisim'»  a>  a  «ihido  dile^extemecte,  qse  sj  d  e«as  cosas  aopiere,  pooer  ne  lia  a 
«Dill  moerte».  commo  lo  poede  taaer.  r»ixo  Icisafsi:  poes  asy  es,  eAos  bsm  öe  la 
vnestr))  fi}«>»<'>ßji  verdaden  macbo  »obrepo^axt  la  naxora  de  las  oosaa  um  iiilee 
Ile^DreK>e  de  rrayz  «  U  vida  preserttc  Hiec  aoeoTjarados  sodjes'  vos  otros  qae 
anedes  volar.tad  las  toerre  e  ras  firnie  Mas  dejoasdote,  qoe  me  demnescres  wr- 
daderxrDer.rf .  ö.-.T;df  f  qoe  comer  soedes  en  el  ditoeru.  tn  e  aqu^Dos  qne  » 
Mfcf-r..  e  Jidtj  d.-.rde  »Decf$  J.-5  ve&ridos».  AI  qnal  dixo  Berlaam:  el  ncao  aoeBoe 
df  15. <>  oosh*  CiiJf  pi;f«ieT.  ser  tV.ljjda^  c  «rümo  froci/«  de  los  arboles  e  lasyerhaa 
,i,<  c/'i^'f^  ^T'At  e.  yern).'  rre^TJid.  ;».•:  rrncJf-  fflesnjLl  ot»edeef^.i«odo  al  mandade 
df-  5>f '  >:  p<>r  i'Ai-  ciih'."*-  c.*T.  rof  äy  Tiiniriinf-  coiiTieoäs  nie  haraja  demandaado 
HJ.*  p  •:  7~ix7<'T  r.-  .'iv^-r7.}i  .  h  y  öf  ciihii^-iji :  c*  «it  eobidia  mn  icidos  aqacä 
iiST .},-  sr  rrj.N;.'.  f  if.  n>tfiu  ^r>jirM»ä«  öe  sc  piido.  E  f r  a  las  vefradas  algnao 
df  '  ij.  v!vir><>5  (  liTu.i^V'i-  ti- )«■  äu  >.  In*  \ii  hf-ndef.ifin  del  pa».  rrea^ibimoa  k> 
SS  c.'nrp  f'iiNüidi  p.>:  t-'''«  •  iiiteuT.-  dioii.a.  pnr  heode(;to&  de  lo»  ofrea^-ieBfei 
t>t  n'pvu  Siuf^  ••*■  vps:uii>>  d«  ;i.t.).  f-  ot  ^-fiifif-  eooe.i^^-idns  «ob  e  asperos  e 
Ol  .-h-M.  sr  -pr-  p**:}  .  ;.rp(  fT.'frn;!.  C'i,  psf-  lüisipf'  p*  &  DO*  cobeTtnr»  ec  el  eatio 
f  ft  !  •>■  .  .l»  ^  I  ijif'rn..  p  cm;:,  desnupf  cnt  lo  veatimo»  iirai  r4nraieae 
op^:»  ■■'.•  PI  iiLf^i.i.i.  n.M'P-:.  fas:.'.  oüf  vpip;;'.iü<'  »f  corronp*  dt-  u»do  Ca  asy 
;-:'*.;..' .">  -  i»  ••  n«piips:prpf  o-.-  :ri  (  üp  }»ra  c  iner«»»fpmnt;  Hbrifadoras  de  loa 
«•ps:«o  :^  Mi.t.t.iPMj-  r-yt  0  1— ui.^.ii.  i  a:x>  idShta;  nue»  asy  es.  dnnde  oonte 
e*a.  vi.j.  VBäifidu-j.  ottt  v^f^T••^'    Rt>sp.iDdiL  e.  viejt      et  U8<>  u»me  eate  vaatido  de 


La  estoria  del  rey  Anemur  e  de  losapb&t  e  de  Bftrlaam 


I 


I 


I 


t 


?no  de  los  hermanoa  fieles  para  fazer  tarrera  a  ti,  que  non  coimenia  venir  aca 
coD  el  vostido  acostunbradu.  Desdü  oy  tnas  eonuiene  loe  turoar  doode  vin^  al 
quäl  logar  quando  fuere  tirada  la  vistidura  agena,  (omare  la  mia.  Fues  asy  es, 
rogo  at  viejo  quel'  innstraae  la  vistidura  acoatuobrada.  Estonye  Bertaam  despojo 
la  vistidura  con  que  eataua  vestido  a  de  auso,  e  pares^ioie  a  loaafat  de  vista 
espantable;  ca  era  toda  la  qualidat  de  la  carne  consumida  e  el  cuero  oegrea^ido 
del  ardor  del  sol  e  liegndo  a  loa  hncHoa  e  eatiodido  aay  commo  ai  la  piel  sea 
esteodida  cou  aotilee  garfios;  e  otra  9en[n]tdo  con  vn  pano  de  laoa  tarajado  de 
loa  lomoB  fasta  loa  ynojoa,  e  de  aemejable  abrigadura  teoia  cobiertos  loa  oubro». 

Q  Capitulo  XXII  commo  querlentfo  lo  segulr  losafat  non  lo  dexo  Beriaam. 

Asy  loaafat  inaraiiillado  mttchu  por  el  trabajo  desta  conueraa^ion  e  pereeue- 
ran^a  üzo  se  marauillado  por  la  parea^enyia  e  gemiendo  lloro  e  dixo  al  viejo: 
por  que  viniste  a  liUrar  ine  de  la  seruiduubre  dura  e  auiarga  del  diablo,  punieodo 
fin  eauüeDi(b)ble  al  tu  bfeDfecho  saca  la  mi  alma  deata  cargel  e  tomame  conttgo 
e  vayamoa  de  aqui ,  por  que  yo  rredemido  acabadameuie  del  error  del  mundo 
rresQiba  estuage  ta  senal  del  bauliamo  saludable  e  aea  fecbo  a  ti  coupaHon  desta 
Gloaofia  xnarauillosa  e  de  la  gran  conueraa^ion.  Dlxo  a  el  el  viejo:  vn  rrico  crio 
al  fijo  de  la  cabra;  el  quäl  commo  vieae  loa  diaiertos  deaeaualos  tirada  por 
talante  uatural  o  salio  va  dia  e  fallo  vna  grey  de  cabraa  paa^ientea  c  ayuu- 
taua(Q)ae  a  ellas  e  aadaua(a)  por  los  caapoa  e  loa  moutea,  enpero  tornaua(n)8e 
eu  la  vieapra;  e  con  de  cabo  eo  la  grau  manana  aalia  por  la  negligcncia  de 
[fol.  153]  los  aeruieates  e  ajrUDtaua(D)se  alaa  cabraa  det  monte  e  paa^ia  con 
ella»,  laa  quales  yendo  ae  maa  luene  a  paager  aegaia  las  elia.  E  loa  miniatros 
del  rico  seDttendo  esto,  totuados  loa  oaualloa  fueron  en  pos  ellaa  e  totnaron  la 
8u  cabra  viua  e  tornarou  la  a  caaa  e  defendieron  le  que  non  ealieae  de  alli  ade- 
lante  e  segieron  la  otra  grey  e  inataron  las  otraa  e  las  otraa  derramaron  laa  muy 
mai  Esa  luisnaa  maoera  temo  aer  fecha  en  qob  sy  me  sigiere«.  Ca  perdere  tu 
oonpafiia  e  aere  fazedor  a  tois  bermanoa  de  muchos  males.  Mas  agorn  quiere  el 
aeuor  que  aeaa  seüalado  de  la  aenal  del  bautmmo  e  finoar  en  eate  regnado  e 
teuer  firmemente  toda  la  piadat  e  la  obra  de  loa  mandadoa  de  Jean  Christo.  E 
quando  el  fazedor  de  todoe  loa  bienes  diere  estas  coaas,  estooge  veroas  a  mi  e 
adaziremo»  lo  al  de  la  preaeute  vida  e  ea  vno  los  morantea.  E  fyo  del  senor 
que  aeremos  ayuntados  e  aconpanadoa  en  la  conueraacion  del  afeglo  auinidero. 
Con  de  cabo  losafat  lloraudo  dixo  al  viejo:  ay  estas  oosas  plazen  al  senor,  sea 
fecba  la  su  voluntad.  Puea  asy  ea  Berlaaca  enaeLtando  al  fijo  del  rey  por  tales 
ensehamientos  e  por  tales  palabras  aaludablea  e  mandandole  que  ayunase  e  que 
orase,  non  le  desanparo  por  muchos  diaa,  maa  venia  a  el  amenudo  e  enseti&ndole 
enterameote  toda  la  ordenaB^ia  de  la  fe  cbriatiana  e  ann  rrezaodole  todo  el  euan- 
gelio  diainal  e  sobreato  esponiendole  los  amoneatamieotos  de  loa  apoatolos  e  los 
dichoa  de  los  prophetaa.  Ca  aquel  varon  enseüado  de  dtoa,  el  quäl  traya  en  la 
boca  toda  la  eacritura  vieja  e  naeua,  Ueno  del  spirltu  »anto  (e)  alunbrolo  por  la 
verdadera  conosgeutfia  de  dioa,  e  enaenaodole  el  aiobulo  de  la  fe  cspueato  en  el 
flignodo  de  Ni^ena,  bautizoto  eo  nonbre  del  padre  e  del  fijo  e  del  aplrttu  aanto. 


Z.     8.    c  otrm]  1.  e  era. 

Z,  38.    et  rcliquum  praesentis  vite  limol  habit&ntes  docemns. 
Z.  43.    Ni<;ena]  In  der  Hdachr.  vifeBa. 
Romaniaeba  Forichungon  VU. 


2A 


358 


Friedrich  Laachert 


£  torcose  a  sa  posada  e  dixo  misa  e  torno  a  el  e  diole  loa  miniaterioB  noD 
UknidoB  de  lesu  Christo  e  alegrose  en  el  spiritu.  dando  gtoria  a  dius  c  al  aeüor 
J«sa  Christo,  dideodo  a  losafat:  dios  te  faga  dignu  para  ganar  la  bienandao^^ 
vtirdadera. 

[fol.  153^]  Q   Capitulo  XXIII.    Commo  Zardan  con  duro   cora^on  oyo  las  palabras  de 

Bertaam. 

Et  los  ministroB   e  los    maestros  de  losafat  veyendo  qoe  entraaa   Berlaam 
amenudo  al  pala^io  inarauillauanse.    E  voo  qae  rresplandes^ia  eorre  ellos,   qnal 
aaia  nonbre  Sardao,   dixo   al  6Jo  del   rrey:    sopiste  mi  seüor  de  todo  eo  todoJ 
qafkDto  miedo  he  jo  de  tn  padre  e  qoanta  fe  contra  el,  e  por  tanto  mando  a  mi] 
commo  a  üel  sierao  qae  te  sertiiese.     E  agora  veyendo  este  varua   estraüo  qaa] 
fabia  coDtigo  ameoado  temo   qae  sea  de  la  secta  de   los  cbristianos .   contra  la 
qnal  es  macho  eoeinigo  tu  padre;  e  sy  esto  es,  matar  me  ba.    E  paes  asy  ea,  o 
gelo  di  ai  rey,  o  ^esa  de  fablar  con  el.    E  sylo  noo  qaieres  fazer.  ecbame  de  la 
tQ  cjura,  qae  oon  sea  rreprendido,  e  demanda  qoe  entre  aca  otro  en  log&r  de  mi. 
E  dixo  el  fijo  del  rey :    Zardan ,   ante  de  toda»  las  coaaa  fai  esto :  entra  so  la  i 
cortjoa  e  eye  a  el  fablar  a  mi,  e  deapnes  te  dire  qae  te  coDuenga  faaer.    E  commo 
oinew  a  aeair  Berlaam  a  el,  metio  a  Zardan  so  la  cortba.    Dfxo  al  viejo:  dtme 
de  cabo  la  tn  enseüan^a  diuinal  por  qae  se  finqae  en  el  mi  cor»(on.    Asy  qae 
eomeo^o  Berlaam  e  dixo  macbas  cnsas  de  dios,   de  la  piadat,  de  la  fe,   e  arre- 
DMibro  la  fechara  del  pHmero  omne;  e  ann  non  callo  eommo  el  criador  aaiendo  , 
eaydado  de  la  noestra  salad  dio  la  su  beninidat,  e  desputaodo  macbas  cosaa  da  | 
la  tinpiex«  de  la  Tida  e  demoatrando  la  vanidat  de  la«  eosaa  preseolea;  e  aeabada  j 
a^  la  ora^ion  faese  a  la  posada.    E  el  fijo  del  rey  teoraado  a  Zardaa  dixo: 
oysle  qae  eosaa  me  dixo  estc  senbrador  de  las  palabras,  falagaado  wm  por  me 
eagaoar  por  sos  raoos  amonestamieotos  e  agenar  me  deste  deleeUotento  alegm^ 
e  rrefr^erio  e  seruir  al  dioa  eatrano.    E  dixo  Zardao:    qoe  ts  aem^,  mi 
de  me  tentar  a  mi  ta  sierno  ?  Ca  entendy  los  semMwea  deele  üsraa  aaer 
dido  maa  focdameote  en  el  ta  cora^oo.    Ca  si  est»  noo  foeee,  aea  fabfariaa  eoa' 
el  tan  amenado  e  tan  de  baena  voluntad.    E  yo  qae  fare,  aoa  pofiendo  eatar  a 
eata  daran?  e  por  miedo  [fol.  iMj  del  rey  el  aii  ootaiQO«  paeato  wm  doloseaf  ealaj 
•a  «ajdado  qae  le  rrespooda.    Ca  velando  neKÜgeateaea»  a  loa  aaadadoa  de^l 
dexa  eate  aaroa  eatrar  a  d.  E  eetoa^  le  dixo  el  fjo  M  rey:  yo  por  0erta  (a#l 
1^  dal  rey)  aoa  eoooe^ieado  yo  otra  eoapeaeagioa  aaa  eaaoMaibla  de  la  ta  biea» 
ytreatia  cootra  mi,  falle  esta  (£gaa  para  el  Ca  biwfwho,  qae  eata  boeaa  obre 
li  feriaaa  auaifieeta,  por  qae  aopieeea  para  qoe  erea  feebo  a  eogaoe^eaei  elj 
wiaioe  ei  qaal  ta  fiao,   por  qaa  dmiipauBdu  Im  taaialii  ■■  «eaieeai  a  la 
■■■  a  aaao  qua  la  ojeaea,  la  rtgaJMUi  por  doNO 
•oaaa  jo  eaa,  la  «i  eaperaa^  BM  M^aia;  aa  wo  la  dv»  a  tat 
dktea  a  lacok.    E  äi  eotaa  eoeai  IbiHca  saaiteiaa,  aoa  fana  otim  aaaa  qr 
^la  JwhenM  la  m  aioM  da  eajdadoe  e  de  trineaa,  aaa  wj  U  qiä^mm  t 


2.  41.     •  4e  trifte»«]  am  '. 


Ln  estoriA  del  rey  Anenrar  e  de  losaphat  e  d«  Barlaam 

Cl  Capitulo  XXIIM^.    Commo  losafat  vestio  el  f 611910  e  tommo  de  Bertaam  la  fln  de  la 

enseAanpa. 
Et  vino  de  mafiana  Berlaam  e  fablaua  de  cornmo  se  queria  yr.  E  losafat 
trcstiflcse  en  eu  cora^oo  por  la  su  yda  e  fi[n]€liu'nse  los  saa  ojoa  de  lagiitn.is.  Mas 
estoocD  el  vicjo  füblolo  mtichns  cosas  e  amonrstauale  qui  fincase  non  luoiiible  en 
el  bien,  e  establcs^io  el  au  coragon  con  palabraa  consoladerae  e  rrogau.ilp  que 
estonieae  alegremonte.  E  aun  dixole.  qne  fasta  liiengo  tienpo  non  ae  aconpaÄarian 
por  conpafia  non  apartable.  Eatoo^e  el  Hjo  del  rrey  queriendo  metcr  al  vtejo 
en  miedo  de  inayorea  trabajoa,  e  aun  temiendo  quo  Zardan  non  le  dexieae  del  al 
rey  e  que  lo  iQetieae  a  tormentoa  dixo:  eatu  v^iato  le  es,  de  aqai  adelante  non 
te  080  enbargar  niu  detener  te.  Puea  asy  ea,  ve  en  pai  guardado  de  dioa,  e  sey 
arremenbrado  en  tns  oragioncs  santaa  de  In  mi  misqtiindat  por  el  aeilor,  por  que 
pueda  venir  a  ti  e  veer  aienpre  la  tu  cara  onrradera.  Maa  faz  vn  mi  pedeiniento: 
puca  000  quiaiste  totnar  para  tns  [fol.  154  i>|  hermanoa,  ay  al  non,  toma  para  ti 
miamo  aner  para  el  victo  e  para  el  veatido.  E  por  qne  non  le  qoiao  obcdes^er 
Berlaam  en  eato,  tizole  con  de  cabo  otra  pitc^ioo  loB.ifat,  que  ooo  menospre^'iaso 
todo  la  Bu  pregaria  e  non  le  dexase  aeer  en  toda  mengua,  que  le  dexaae  aquella 
vestidura  de  lana  aspera  en  arremenbramießto  de  la  rreltgioo  del  maestro  e 
engnarnimieDto  contra  tod.i  obra  de  Satanaa,  e  aun  que  tomaae  del  otra  coaa  per 
amor  del,  por  que  catando  el  su  don  aienpre  ouieae  en  meraoria  la  au  humillad. 
E  dixo  el  viejo:  non  me  conaieoe  dar  te  vistidura  vieja  e  rrota  e  tomar  la  nueua, 
por  que  non  rres^-iba  cn  [e]8ta  vida  galardon  del  mi  irabajo  pequeno.  £  por 
que  non  tajo  la  tu  volaotad,  i*ean  Ijuacadas  vestidur^s  d*?  Religio  que  non  ayan 
defereogia  do  las  tuifia,  0  tomare  aquellas.  E  buacaron  laa  e  dieron  las  al  viejo. 
E  losnfat  (omando  la  vesttdura  del,  alegrauase  muoho,  aamaudo  ain  coopnragion 
esta  vcatidura  ser  maa  pregioaa  que  toda  porpora  rreal.  Enton^e  aant  Burlaam 
auiendose  de  partir  luego  dixole  dotrina  postrimera  deziendo:  berraano  e  lijo 
muy  dulce,  saabe  a  que  rrey  airuea,  e  delante  el  quäl  dexiate  laa  tus  cunfeaiones ; 
pues  aay  es,  conuiene  que  las  guardea  firmes  e  de  noto  cunplaa  las  cosaa  quo 
prometiste  en  la  car[ita  de  coufeaioD  al  senor  que  es  cara  de  todoa  aeycndo  pre- 
aente  la  conpaSa  (clestial  e  atestemoDiantelo  e  aun  escriuiente  las  tus  confesiones, 
las  qnalea  ay  guardarea  aeraa  bien  aaentorado.  Puea  aay  es.  non  abantpongas  a 
dioa  nJQ  a  los  aus  bicnes  ninguna  coaa  de  las  presentea.  Ca  que  coaa  ea  asi 
espantable  en  esta  vida  commo  oa  el  infiernu  del  fuego  ardicatc  perdurablemente 
nin  nute  nie  Iuk  de  todo  e  atormentante  e  nuoca  dvxante.  E  quäl  coaa  de  loa 
bieues  del  mundo  alegra  en  tal  manera  commo  dioa,  dandose  el  miamo  a  los 
amantea  lo,  la  fermusura  del  quäl  es  non  fablable  e  la  gioria  perdurable,  los 
bienoa  del  quäl  guardadoa  a  loa  aus  amigoa  aobrepi^jan  ain  conpara^ion  a  todas 
las  coaas  veaiblea^  laa  qualea  [fol.  15!>]  oosas  non  vio  ojo  nin  oyo  oreja  nin  sobio 
en  corayon  de  orone;  de  laa  quaics  cosaa  merezcas  ser  fecho  heredero  aguardado 
por  el  poderio  grande  de  dioa.  E  eatongc  el  fijo  del  rey  derramando  lagrimas 
era  detenido  por  llorar,  e  non  sofriendo  partir  se  del  padre  tan  amable  e  maestro 
tan  bneoo,  dezia:  quäl  padre  cunplira  a  mi  la  tu  box  e  do  fallare  tal  pastor  e 


Z.  7  f.     qtto<l  non  poat  longnm  tempns  eociÄrentur  ipai  «ocictAtc  ioseparabili. 
Z.  9.     miedo  aus  ucdio  corrigiert;  sollte  wohl  heissen:  non  qnericndo  meter  al 
triejo  en  medio  de  ... :  regl«  ftlins  nolens  ampUiu  seni  Inborca  incatere. 

24* 


300 


Pikdridb  LaadMTt 


4t  Mla4  de  Im  tlma»7  ^m  mIbs  teaan  «•  kern  «al  !■  i 
mü  mal  iicrao  •  apmlato  a  diM  e  iBfililmMlilii  •■  m 
6m  baradar»,  •  yitqiiriNi  •  «i  q^  nfo  pawatida  •  aaia  ariado  • 
oaaa  baada  par»  trafir,  •  sjaaoala  ae  s  laa  owjfaa  qm  aoB  aai) 
BiaBaata  ■•  awfar»  bra««  de  la  vctdat,  aaiaiJo  aa  de  laa  ti» 
M>al»ra  de  la  aiaafta. 


0  CapMila  XXV.  CaaMM  iwpiM  «m  ae  Ate  Bertea«  Zardaa  iacitrii  la 

al  rey. 
Et  Berlaa«  qaaHaado  ujar  d  f  a  lloro  e  eaundo  ea  on^a  laa  mamom 
il  gfelo  (dixo):  eata  aeSor  aobfa  eau  co  ooeya  rrazooable  Oegaala  per  ai 
dfgBO  al  ta  taerifl^,  a  aaaiMka  la  aa  afaoa  por  ia  ta  nrtad  a  sf*cia.  E 
bada  I»  ortt^Uju  toraoM  e  be»o  al  fijo  ya  Oel  padre  celeatial^  e  dciiaadeia  | 
•alad  (Ma  a  ti>  aalio  del  pala^ io,  e  yaate  ^ozaodo  e  fftziendo  grafiaa  a  Aai 
la  6so  U  ao  carrara  boeaa  e  eo  bieo.  Dalli  adela&te  losafat  ponia  toda 
a  al  alano,  aal  eooMO  afttardaodo  valabtaaeote  la  poridat  d«l  alaa  •  del  < 
a  vMriaDdo  an  abatfnao^a  •  aa  ofa^ioMa  todaa  ta«  oocbea:  ca  tajaaa  la 
parte  det  dia  enbari^ado  por  arraaaabfaaieoto  de  aqaelloa  qae  eraa  «m  et  E 
Zardan  •«oticndo  quo  aaia  tal  coanetaafloo  fiochlaae  de  triateia  aeaaeido  ea  al 
oora^ot)  por  nalof  coydadua,  non  aabia  comino  eacapaae  o  a  qae  fia 
raalr,  Poaa  «a7  ea,  eoaprabaodido  por  triatesa  faeee  para  aa  caaa  a  aofaAjo« 
w%  anfaiiDO,  E  daepaea  qoa  iopo  eato  et  rey  enbio  otro  eo  logar  da  aqsal 
le  miniatraae  al  ^o.  E  el  [fol  15!>^j  rpy  aaiendo  ^ao  caydado  de  la  aaaidac 
Zardan  eoblole  vo  neoife  may  prioado,  e  mandando  qae  poaieaen  graa  ea 
«0  aanarle ;  aal  qae  el  meoge  aabiendo  qae  Zardao  era  aai  axoado  del  rey,  asoar>| 
daoalo  velablRtnente.  El  qua!  eonimo  Iü  aopieae  maa  por  gierto  aqaello  dixolo  ; 
rey  Inrsgo  ilttzirndo:  yo  por  Qkrt«  non  puedo  fallar  en  eate  omne  niogasa 
da  aafamadat;  enpRro  aamo  qae  auieado  alguna  aieogua  enfenna.  Aay  el  re^l 
Ofaodo  eato  toapecho  quo  na  iijn  snHa  dcadeftado  graaeraente  contra  eU  e 
nato  que  ae  aula  partldo  ZardAU  del  triste.  E  queriendo  saber  la  co«a  eobic 
dnxir:  craa  verne  a  ti  por  aaber  que  enfermedat  te  acaea^io.  Eatoo^e  Zardao 
oynndo  ente  tn^niajero ,  veatioae  gran  loanaDa  e  fneae  para  et  rey.  E  el  rrey 
proguntAmloIr  r{U(;  moDgaa  aaia,  re«poadio  Zardan:  gran  peligro  roe  riene  e  yo 
»o  (ligno  dft  grandee  tonnentoa  e  aun  ao  culpado  de  niuchaa  maertes,  por  qae 
oltci(I«tR(lonHo  n*"gligcntfi«u«ntc  a  los  tu»  mandados  vel«  aiag  negligentemente  cerca 
la  giiarda  dn  ml  ««ifior  (o  tijo.  Ca  vd  omne  malo  e  mago  vino  e  fablole  mucba« 
oota«  quo  prrt^nna^eD  a  la  aecta  de  loa  cbriatianoa.  Dcsonde  rrecontole  por 
menodo  laa  cnaaa  quo  fuernn  dichaa  a  el  del  viejo,  e  con  quanta  deuo^ion  e 
daaeo  loino  el  fijo  el  aeruioo  e  commo  era  todo  de  leaii  Chriatu ;  e  aas  dtxole  el 
Donbre  del  riejo. 

0  Capitulo  XXVI.    Del  vtno  oonsejo  de  Arachlz  e  del  leoiniiento  de  Berlaam. 

Kt  IIko  rI  rey  llamar  a  vno  que  dezian  Arachlz,  el  quäl  era  aegufnjdo  deapue 
del  rroy,  a  el  era  primero  an  todoa  loa  coosejoe  e  aun  aabia  mucbo  de  la  art»| 

Z,  $t    al  omna  baaiia]  QedaakealoaigkcU  dea  Uebeosfeaen:  (qui)  omai 
egq^oaüxu  «rain  ad  devonuuluni. 

/..  19,     «»A  •  ilj  am  UadU«  naehgvtr.;  Ut.:  iiaccmqiit  eC  lalDtem  ImpreeaBdo  ( 


La  estoria  del  rey  Anemar  e  de  losapbat  e  de  Bariaam 


3Cl 


de  la  eatralogia.  E  dixo :  o  rrey,  ante  todaa  laa  cos&a  fagamos  osto :  apresoremos 
Doa  a  tomar  a  Berlaaiu  «1  tualo,  e  si  lo  podieremoa  tomar  non  perderemos  miestra 
enteDijioQ  nin  caeremos  de  la  ouoatra  esperanga;  tnas  ei  mismo  por  palabras  de 
amoneetamiento  (fol  l^J  [u]  costrinido  por  mucbas  macieraa  de  tormentoa,  aan  que 
DOD  quiera,  confe6ar[a]  que  dixo  falsaa  oosas  e  de  error  e  amonestara  a  mi  aeäor  fii 
fijo  quo  ai^a  la«  enaeöan^aa  del  padre.  E  sy  noo  podiereroos  tomar  aquel,  yo  conosco 
otrn  ermitano  viejo  el  quäl  es  llamado  Nachor,  aemejable  a  Berlaam,  al  quäl  ooD  ^ 
es  rrafez  de  conoa^er  que  non  aea  ßerlaaia.  Mas  este  de  Dueatra  aecta  es  e  mi 
ttiacatro  fue  eo  ensenar  me  las  letraa.  E  yre  a  este  de  nocbe  e  contar  le  he 
todaa  las  cosas.  Deaende  diremoa  a  este  deziendo  que  ea  Berlaam  que  vieae 
preso,   p]  quäl  ae  nonbrara  Berlaam  e   enfinirse  ha  qae  defipndc  laa  ensenainas 

Ide  los  cbrJetiaDoa.     El  quat  deapuea  de  uiucha  dispatagion  aai  cotnmo  menguado 

Ide  reapaeata  sera  aobrado  poderosatnente.  E  quando  el  infante  vera  estas  coaas 
que  Berlaam  sera  veofido  e  los  oueatroa  vengednres,  gierto  dara  el  venjiroieDto  U 
a  loa  nueairoB  e  tomara  de  buena  voluntad  el  tu  regno  e  non  tardara  fazer  laa 
coaas  qne  son  a  ti  agradablea.  E  aobresto  conuerterae  a  aqael  que  aeoiejara 
Berlaam  e  confesara  que  a  herrado.  Puee  aay  es,  ealas  coaaa  oydaa  alegrose 
muclio  et  rey  e  cuydo  que  auia  fallado  buen  conaejo  eo  Aracbiz.  Por  (ierto 
ÄCOBtauaae  a  la  vana  esperanga,  e  por  que  sapo  que  poco  aaia  que  era  ydo  Ber- 
laam, apreaurauase  para  prenderlo.  E  eobiaodo  muclioa  aaechadorea  e  lanveros, 
tomo  las  salidaa  de  las  carreras;  e  trabajaodo  par  aeya  dias  canaado  es  en  vaoo. 
E  deaeudi!   el   miamu  tiocando  en    palagto   rreal   apartado   en   la  villa,   enbio  a 

'  Arachis  cod  muchos   caualloa  fast*  el  yermo  de  Sennar  por  buscar  a  Berlaiim. 

'E  veniendo  el  al  logar  turbo  todos  los  vezinoe,  los  qualfs  dezian  que  non  vieran 
aquel  varon ;  ese  principe  salio  a  los  disiertoa  a  cagrir  loa  piadosoa.  E  traspasando 
mucbo  espagio  del  yermo,  gerco  loa  montea  e  los  vallea  e  los  logarea  ayo  carrerü 
e  las  peuas  buscando  con  los  pies  e  coa  las  nianos. 

d.  1&6<>]  Q  Gapitulo  XXVII.    De  ta  conpanla  de  loa  hermitanos  que  Irayan  las 

ireliqulas. 

E  coiomo  la  conpana  que  estaua  con  el  viniese  a  voa  espesura  de  vn  monte, 

k{e)  eatando  aobre   ella  vieroo  so  el   moote  vna  conpana  de   hermiUnos  que  an- 

äanan.     E  luego  por   niandado  del   priogipe   todos  de  vn   cora<;-oD   fueron  contra 

|>«lloi  e  toinaron  los  varonea  onrrables  que  trayan  en  laa  caraa  aeiialos  de  conuer- 

Btgion  hermitana.    E  aqtiel  que  yua  ante  delloa  cotnmo  abbat  traya  vn  saco  de 

lana  Ueno  de   rreüquiaa  de   vuoa  padrea  aantoa.     E  Aracbiz   pnnindolca   mientes, 

.  deapues  que  non  vio  a  Bariaam,  ca  lo  conosgia,  entrestigido  es  mucbo  e  dixo  a 

'«Hos:   do  ea  aquel  erroneo,   el  qiial  engaHo  al  fijo  del  rey?   Estonce  aquel  quf 

traya  el  aaco  dixo:   non  es  aquel  entre  nos,  ca  fuxo  de  noa  por  gra^ia  de  Jesu 

Christo :  mas  en  vos  ha  moradas.    E  dixo  el  principe:  e  conoages  lo  tu?  Dixo  el 

hermitaüo :  conoagi  ser  dicho  enganador  el  diablo  el  quäl  mora  en  medio  de  uos 

e  se  asconde  en  vos.    E  dixo  el  principe;  de  Bariaam  te  pregunto  yo,  cobdi^iando 


Z.  16.     Vielmehr:    libenter   taum   reguum   timebit.   Cr'/vn 
nlhtTtt^i  ßaadeiav  .  .  .  ti  l^ifin'tK.) 

Z.  33.     quo  truvAu]  in  d.  Hdachr.:  o  trnyau. 


xai    jit    7tfV    nr/y 


:;02  nisinck 


■rtrr  4o  «ft.    E  diso  «1  BCM«e:  ir  deaaadas  a  BaiiiEUB.  canBoa  le  <uik.  4b 

m  H  qme  oamueräo  «  Hfara  4ri  henw  aJ  fi>  6iei  mrf  Ca  (a  aqai  aoBin«  hs^ 
Maao  ««  «  4e  caim  coi.BK«a^:aM) :  Bat  «a  de  matkiat  4b»  bsk  1»  iöbhl  £  £■» 
el  präffii«:  Katar  nm  ht  por  sncne  esDala  wr  iae^  mz  ■»(  tferiaa  a  Bar- 
laa«.  £  dOxo  «I  herüaso:  qä^a  eardas  que  amamtHB  «sta  eaaa  4d  ante  e 
q«e  friiBrn  poder  la  preaeate  rida  e  t«»*«BM  la  aaenr  xnptaia  4t  ü. 
te  Aaroboc  s^atäa»  fj  a  aoa  aaadorea  de  vnades  ma  aacans  de  ia 
nda.  B  B«»)«SK»  BÖS  »»fjiewlo  lot  qae  faWiaia  «m  asLa£ft 
laefco  ajsa  «««oa  ia  fMtakxa  de  ia  ealÄdsria.  |Ka»o>ks  »acfttu  SapM  e  i 
U»:  U  ipraadexa  e  ia  fonaku  e  la  cracidu  de  la«  -iivalea 
■ira^üQu  Dcaobde  pnacsiol««  aal«  3a  caia  drl  rey  cKaKc-  san-  ia£aA«L  £  i 
sa  BMBCwofd'i  q«e  kw  watcc.  £  dca^ars  'foL  !5r'  -;««  joa  li» 
enMlflEr««K  por  lUga».  ap««a«  ircspiraado  por  3a  graa  näa  saada  a  ka  aaia- 
docca  qae  fs«%a«aL  e  dnco  a  aq^loi :  por  qie  oaedes  ete»  fcaeaoa  de  Iw  aoacr- 
w*^  Paca  a«T  c«,  er  asaado  a  aqaeCos  tfaedc*  kw  faa  liTcaw.  ea  caa  an  voa 
poca«  ew  erfoff,  por  qae  saaa:.d(»  loa  deaeados  it  pxea  deiea  cnfias.  £  aqsd 
priafipe  «  »acctro  de  b  «oapaLta  diaiaaL  coa  tnbeado  ea  xada  las  ■eKoaa  ddl 
rej,  a«7  tfjmmto  §j  e^m  le  oaieae  acaca^ido  aisjaaa  e«aa  tzüte.  m«  baa  Ebre  e 
coa  eara  alc^re  üfm&czaA»  la  gnup*  de  d'oa  eacar  ca  eL  £xo:  o  ircj. 
loa  k«c«<M  S&pKM  «  fasKi«  rrepreseBitaBdo  el  aaor  de  a«|acllw  rwwaaii 
boao«  cajo«  toa  e  «{«I  tiso  deilo«,  e  qae  imm  trajaa  ea  meamik  de  la 
ta^joB  taa  aaada  «  espertacdo  ao«  a  seoiejabte  bceaqiscreafia  e  cata»2o  la 
fiTflgaa^a  e  lo«  deteju«  ea  los  qoalea  a^on  ni<.-raB.  £  asa 
a  afW  m^aaum  Ia  nteoK^ria  de  U  mocite  e  toinaaios  •at:[tTiSifi4B  del 
ditiUi§.  Abe  (iB<:o  »z/>Des  por  bu  qoalet  traeows  las  iieiiqaias  de  loa  su«m^ 
Ma«  ta  eftjgT<Maado  la  earae  aparejas  auterias  al  tra^asteBto  de  loa  g'^aaoa. 
Ha»  dcspierta  deste  saeF.o  p^uado«  abre  ios  ras  ojos  ^rrado«  e  Tee  de  cada  parte 
Ia  igl'jna.  de  n^^ttro  dio«  rresplaades^ieate  rrii  todos:  e  tn  tai  ce  a'^oaa  Tv^ada 
%i*:t'ifj  tit\.  fjit/jai;^  dlio  kI  tf.y:  'ijetjanco  tieaia  ta  mectira  loea.  demae^cra  aie 
la«-s^o  a  B<rUain,  o  procLüras  Ia«  iiiaa^ras  «i-^  Icrs  tonceaio«  ctmoa  cumeace  Ia 
[tn^ua.  biz'i  el:  faz  !o  qo^  'laierei;  ca  a  nos  ooa  es  coca-jribr*  ninCTaa  lioaa 
fu«;ra  de  !o  qae  t;-,.»  pertTn«:»/»;  'ater.  nio  •iareioos  otorgani:«Tato  a  ais^ond  pec- 
cado.  L  cor.  co^de*  qie  es  ^«te  p'rqu^'.j  pecado.  sj  el  auestro  benaaco  ti«renoa 
a  I;tfl  tu.«  icafio«  Darbot  qf;alqu:<:r  tora.eato  ({Q'?  sab^s:  ca  a  oo«  la  vida  ea  Ie«a 
Christo  ♦;  oiorir  por  f.l  b'iftta  g^cac.ia.  fol.  157  *>]  E  el  print^ipe  cniel  sa^ado 
s^jiire  <:«ta.4  f.onM  a.ar.do  ujar  Ia«  kcguas  diuinales  dfrllos  e  sacar  lo«  ojos  e  tajar 
los  pi»ri  ♦:  U.t  tnan.«  »-n  vno.  E  dada  la  atnten«;:a,  aqaellos  aajoaes  »ja  aberi- 
cordia  tajauan  Ii.i  rab«-Qa.->  d^lloa,  e  lajando  hs  lengna«  delios  coa  ^bcImm 
t;ijaiiA&  la.1  r;ru':lir.#:nte,  •:  Sicauan  lo«  ojos  dellus  con  vüas  de  fierro,  e  tajaaaa 
U-n  loa  pi«-.4  »:  la.4  uiar.o)  con  9rrj^iir<^8.  Paes  asy  es,  bieoaaeatorados  aqoeil<:>a 
i-irociM  *:  di^nos  d«:  toda   rrc-iiereD';ta  cod   coraf;OD  firme  x^y  cotamo  coBoidadoa 

/  Kl   h>;List    •i>.-Iiip:hr  1  •|iionim   :  .^il.  moaachonun    magiuuiiiiücu  et  furctsiiiJo 

Ki'.iMu  tvfAfin-)    Il/Tja»:   iiiira'Mil'j   vi-a.e  «unt 

/.  i -•  'i^iv  !•>'  tuat'-ri  •ii''li  ill<n  iii:^.-t .  nicht  im  Sinne  von  tuCen.  don<Iera 
hnii- n     M-hl.ii.'.-r, :  .la—Üj»-  ;rilt  v..n  di-in   ;rli.i<h   r'-»!  >:»'!» 'Ion  niatadorei:  Cfta!«nte«. 

Z.    1  •-•  f    I'"j-r.jiiArii  aiit<rii   vi-lit  ».«>»   i-m-l.^litor  plAifls  lacer&toi*. 

/'    •''■       Itt'  f  a!..;    a'jj   v;»:ltu»:hr:   iiiinmicatLN  tnembrorum  decrancmb«iu. 


La  eatofia  del  rey  Auemur  e  de  loeaphat  e  de  Barlaam 


3(33 


a  coiuer  tto  llegauan  varoDÜtnente  a  tos  lormeotos,  eoforgando  vnoa  a  otroa  a  st 

loismos  e  lleganLcs  syn  miedu  a  la  iBuerte  por  atnor  de  lesu  Christo.  Fiies  asy 

es,  loa  saDtuB  ermiiafiüs  perseuerando  en  tan  duros  tormentos  dieroD  laa  almaa 
al  Boäor,  el  cueoLu  de  loa  qiialea  eraa  XVII. 

Q   Capituto  XXVIII**.  De  comma  Naohor  ae  enfiitio  que  era  Bariaam. 

Et  estaa  cosas  acalmdaa  piadusameote,  dixo  el  rrey  a  Aracbi  8u  consejeru: 
pnes  ol  primero  touseju  es  vano,  cata  el  aegundo  e  pregiinta  a  Nachor.  Asi  que 
Arachis  t'ueae  de  nocho  para  la  cueua  de  aquel ;  ca  tuoraua  el  en  tua  deaiertuB  e 
trabajaua  por  artes  de  adeuinamtento.  Eston^e  manifestados  a  el  todua  loa  eoii- 
aejus,  tumose  gran  luaäana  para  el  rey,  o  toiuados  ood  de  cabo  los  oauallos  ea- 
fiäio  quti  auia  a  buscar  a  Barlaaix).  E  aaliendo  el  e  yeodo  arrededor  de  lus 
deskrtoa,  aparesyiole  vn  varoD  que  aalio  de  vn  valle.  E  pregantando  el  quteo 
faese,  e  de  que  ley,  e  coiniuo  ouieae  nonbre,  llaraoae  cbriatiaoo  e  Donbroae  Bar- 
laam, commo  era  ensenado.  Eston^e  ArachJz  Ueno  de  guzu,  segund  pares^ia, 
tornose  muy  a  piieaa  e  viato  es  entrar  al  rtty.  E  diso  el  rey,  uyeoda  todoa  los 
que  eatauao  y:  tu  eres  Berlaam  labrador  de  loa  demonios?  E  rreapoodiu  el:  so 
obradur  de  dioa  e  oün  de  loa  demonios,  e  non  me  quieraa  mal  dezir.  ('a  mucbas 
gra^iaa  ine  deties  fazer,  por  que  eneeiie  a  tu  fijo  onrrar  a  dios  e  afcytolo  de 
tuda  ferinusiira  de  uirtudea.  E  dixo  el  de  [fol.  158]  cabo  aay  coiumo  aaiiudo: 
derecburera  cosa  seria  que  tirado  el  poderlo  del  serwoa  e  de  la  rrepueata  fueaes 
dadü  a  la  muerte  syu  ningana  preguota.  Mas  aufrote  por  la  enfermedat  fincada 
en  d  oaturaliueDte,  e  eavodriiiare  de  ti  faata  el  dia  eatableavido.  E  ay  me  obe- 
desyterea,  aueraa  perdoii ,  e  sy  no» ,  percAyeraa  malameote.  Fablando  asy  diolo 
a  Aracbi  e  luaudule  que  lo  gtiardase  deligenteuietite.  E  el  dia  segiente  leuautose 
dendü  e  torno  al  su  palaijio,  e  f'ue  fecba  fnma  que  r^ra  preso  Barlaaui.  E  vinu 
la  faiua  al  fiju  del  rey,  la  quäl  coaa  commo  la  uyeac.  tuocbo  se  dolio  eo  el 
oora^on  e  non  podia  teuer  laa  litgrimas,  e  rrogaua  a  dioa  llorando  e  gemiendo  e 
fazieodo  oragioa,  e  llamaualo  en  ayuda  del  viejo.  Maa  uoa  lo  uienoapre^^lo  niu 
lo  doxo  atormcntarae  mas  alongitdaweute  el  dius  begnino  e  inisericordioso,  el 
quäl  gelo  tizo  aaber  a  loflafai  por  viaion  de  la  noche  e  le  dio  fortaleza  e  eafor^cdo 
para  fortaleza  de  piadat  e  diole  fiau^a.  E  fallo  el  au  curagon  Ueno  de  gozo  e 
du  tiauga  e  de  lunbre  muy  da\^G ,  el  quäl  ante  vn  poco  fuera  triste  e  Ueno  de 
dolor.  E  el  rey  aeabandu  asy  estaa  cosaa  e  peusaudo  alegrauase,  aamando  qae 
auia  proueydo  bleu,  c  daaa  graudes  gra^iaa  a  Aracbi. 


Q   Capitulo  XXIX.   En  oommo  el  rey  rreprehende  al  fijo  que  flie  enganado  de  Berlaam. 

Et  despues  de  dos  dias  fuese  el  rey  al  palavio  de  au  fijo;  e  commo  entro 
non  lo  beso  oommo  solia,  mas  asy  commo  safiudo  cntro  a  la  yazida  real  e  poaoso 
triatc.  E  Hämo  al  fijo  e  dixo  le:  mi  fijo,  que  fatua  es  eata  que  sono  en  las  mis 
orejas  e  de  loa  feohoa  quema  la  mi  alma.  Ca  nuuca  niogund  omne  eo  oiogund 
tienpo  fne  tanto  Ueno  de  gOKO  eu  Dasgenyia  de  fijo,  segund  yo  cuydo,  commo 
yo  en  la  to  naa^eti^ia;  nin  cuydo  quo  de  cabo  fuo  tan  triste^ido  commo  tu  me 
ocbaate  en  tristeza  c  deaourraste  laa  mis  canas  e  tireste  la  lunbre  de  los  mis 


Z.  91  f.     Vielmehr:  scd  sutVeru  te  pruptcr  naturnicm  mihi  insltam  humanttatcoi. 


3<>4 


Friedrich  Laachert 


ojot  e  mMeat«  Im  faei^as  de  los  m\»  nervios.  Ca  el  temor  qae  aaia  de  ti  vino 
ae  e  acaea^iome  lo  qae  temia.  Por  coosejo  de  mo^aeto  oyendo  las  palabraa  de 
loa  eugaüoaoB,  e  el  [fol.  \bS^]  cooaejo  de  loa  mal  sabidorea  abantponieDdo  aJ  mi 
consejo  e  deaanparando  la  onrra  de  nueatros  liioaea,  aeroiate  al  dtoe  ageoo ;  e  el 
que  cuydaua  criar  e  eD^imar  coo  toda  guarda  e  aiier  por  bordoo  de  la  vejex  e 
dexarte  fortalesa  del  regno  e  aocceaor  (ua)'  bueDO,  e  noa  oaiate  vergnen^a  de 
nie  denoatar  eo  ti  aqaellas  cosaa  qae  son  de  loa  enemigoa.  E  ooo  te  conoesia 
luaa  obedea^er  a  mi  e  aeguir  laa  mis  ensefian^aat  qoe  de]  enganoeo  Tiejo  e  pe- 
drtdo  oyr  a  la  laoura  e  a  las  fablas  loas,  amara  te  por  cosa  dal^e  qae  ledya»» 
la  TJda  e  por  deleytes  xnncbo  amadoa,  e  qttiaiate  maa  aadar  la  carrera  dam  e 
aapera  la  quäl  mando  andar  el  fijo  de  Maria.  Maa  agora,  fijo  mnebo  aajkdo,  oj 
me  e  veo  de  laeüe,  partiendo  te  deatoa  desacordatnieDto«,  e  aacrifica  a  loa  diosea 
piadoBos  e  manaos  ciento  toroa,  av  loa  podieremoa  amaoaar  qae  te  dem  perdott 
dtl  denaeato.  Pue»  asi  e^,  el  rrej  deziendo  machaa  coaaa  Tanaa  e  eaearaei^^*'* 
Im  ooeatTM  coaM  e  eaquinando  laa  e  alabaodo  loa  ydoloa,  veyeado  d  Wiiybp 
Mttto  qne  non  conaernia  teuer  el  fecbo  eo  aacoDdi[d]o,  bm  aate  ea  aaitffltto  • 
eo  alto,  por  que  [aea]  fecbo  maaifiesto  a  todo&,  ll«no  de  fiao^  e  de  iimeaa  tB»»: 
lo  qoe  contra  mi  ea  feeho,  mi  padre  aeüor,  aoaca  lo  »«gare:  oorri  por  fajr  d« 
laa  tiniebraa  a  la  lanbre  e  deaanpare  el  herror  e  liefe  ne  a  la  Mrdat  e  ire— yie 
a  loa  demonioa  e  fia  pleteaa^«  ooo  lern  CItfialo  fijo  de  diM  padre  e  pelakn,  por 
fl  qaal  toda  eoea  ea  fecba,  el  qoal  fonao  el  oaae  de  liao  da  la  ticfTa  e  Aole 
▼ida  •  paao  le  qae  eoaMcasM  ea  el  panyao  de  loa  ddcylea  e  aea  dfaaapaie 
Mtmal  deaitate  al  laaadado  dd  e  aftaiBdo  a  la  aacne  e  aeaiaiMe  al  padote  dal 
diabb  rreetor  de  laa  ttaiebrM;  bm  el  fasedor  de  toda  criatea  e  criador  del 
banaaal  lia«ge  qaaneado  adaab^  k»  a  la  earra  [foL  ISS]  aai%aa  faiiBaJn  tadaa 
laa  eeaaa  feeho  «  eaae  por  aoa  aae^ide  de  la  ärgern  eaata.  BMte  laato  Maauae 

par  qae  M  ealtaaa  el  ae&orio  del  peeade  e  fbeae  deaoajda  le  priäefa  eoadi 
aagloa  e  Im  paectM  de  loa  ^ieloa  m  aoa  abcieaco  eoa  de  eabe.    Ca  el  ea  vida 

fefftaiaia  e  eea|a]ocla  de  tedaa  na  eeoM  danaMea.  ^^m  aa^  ea,  eesMO  sa 
fMMa  4e  kieaee  laa  aja  coeata  tealeatM  a  aa.  e  per  foe  era  Anda  da  b 
■wiidaabia  aala  de  Im  deBcaiaa,  eapoo  dallaae  pM  ^oe  patdia  la  «idida  da 
la  »  alaa,  per  ^m  ta  mi  aeier  e  padk«  aoa  etee  pargieMM  de  lalM  Meaea. 
Eapare  mgaaa  a  dlM  aaa  faedMdo  ^aa  M  ttailMf  a  ay.    PaM  a^j  ea,  a^ 

dalabMB 


Z.  sc  al  «i  cea«.]  ia  4. 

Z.  *.     4ra«rter]  la   4.  Bi 

^  m  haariBB  «■at,  aoa  aciii 

Z.  9t   CaAAar:  te.:  «mm 


cl 


,  ■■•  4eaie«tan 
tac^la  ae. 


ft  p« 


l>  ts.     •  •s^«laea4*  §••]  am  1 
Z.  tX.    %aiaal  <esiea««]  V  al 


■•I  •^cdcaicate? 


La  estoria  de!  rey  Anemur  e  de  losaphat  e  de  Barlaam 


305 


Q  Ctpitulo  XXX.   De  commo  rosafat  se  esfor^aua  a  amansar  la  saiia  de  su  padre  e 
conuertir  lo  a  la  carrera  derecha. 

Et  ei  rey  despucs  que  oyo  todas  eatas  cosaa  luego  es  mouido  e  arrebatado 
por  aana  noD  coopreheDdible  e  fablaua  le  aadoBamente  e  amargo  eometio  en- 
eaüandose  cod  dientes  e  commo  aarmdo  dixo:  e  quien  fue  a  mi  fazedor  deatos 
tnales  sy  non  yo  luisioo  qae  te  aay  ordene  e  tales  cosaa  te  fize  quales  Duuoa 
fizo  padre  a  fijov  Pues  asy  es,  por  ineresgimiento  en  la  tu  nas^eafia  dexteron 
los  estrolHgos  qiie  aaies  a  seer  mal  varon  e  mal  deziente  e  non  obedes^ieDte  al 
padre  nin  a  \n  madr«.  E  agora  ay  ooa  obedea^ieres  al  mi  consejo,  e  te  partieres 
del  mi  afijarDientn,  por  padre  fecho  eoemigo  t'azer  te  he  aqucllas  cosas  las  quales 
BOn  demonstro  ninguno  a  los  enimigos.  E  enton^e  rrespoodio  losafat:  0  rrey, 
pur  que  eres  asy  en^jendido  e  te  contrtste9e8  [por  que  yo]  so  fecho  pargionero 
de  talea  [bieneja?  e  quaj  padre  nanca  pares^io  tristetido  en  la  |fol.  ibd^j  bienan- 
dan(;a  del  fijo,  o  comrao  ya  el  tal  aera  tenido  por  padre  e  non  por  enemigo? 
Ca  desde  oy  m.ia  non  te  llamare  padre,  mas  partir  me  be  de  ti  commo  atgunu 
fuye  de  la  serpient»,  si  te  entendiere  que  as  enbldia  de  la  mi  salud  e  me  costri- 
nieres  a  la  perdit^iou  con  mano  for^ada.  Mas  endende  padre  e  sagnde  de  los 
tua  oJoB  ta  btancura  e  la  oacuroldat  de  los  ojos  de  la  tu  voluotad.  Pues  asy  es, 
por  qae  asy  non  sanamente  tienes  e  defiendes  por  manera  de  florea  del  ynaiemo 
la  gloria  qae  se  a  a  eeoar  e  peresgedera  e  lo»  deleytes  aborresfibles  e  fedientes, 
las  paelones  muy  auzias  del  vientre  e  de  ao  el  vientro,  los  quales  por  rienpo 
alegran  los  sesoa  de  los  locos  e  despues  dan  galardones  mas  amargos  qu^  la  6el. 
Ca  sy  las  presentes  alegrras  non  eaperasen  la  perdiQion  e  el  decorremiento,  mas 
ouiesen  a  fincar  perdurablemente  cou  sus  senores,  nin  aun  asy  non  cunueroia 
[a]b[ant]potier  estaa  cosas  a  los  bi[enes]  e  dones  perdarables  de  lesa  Christo. 
Ca  quanto  el  sol  es  mas  rresplandes^iente  e  luzible  qiie  la  nocbe,  tanto  mas  los 
bicnea  prometidoa  a  los  amantes  a  dies  son  mas  glorificaderos  6  engendraderoa 
que  todo  el  regno  e  la  gloria  terrenal.  E  por  que  todas  las  cosas  son  decorriblea 
e  corronpibles  e  pasan  asy  oommo  Vision  e  aneno  e  sonbra  e  peres^en,  e  maa 
es  a  creer  el  viento  non  estante  e  a  las  pesgadas  de  la  naue  decorrientese  syn 
gouernador,  qne  a  la  bienandanga  de  los  omnes,  e  de  quanto  non  aaber  e  locura 
es  abantponer  las  cosas  corronpibles  de  locura  e  mortales  e  enfermas  e  äaoas  a 
las  cosas  non  corrunpibles,  pcrdurablos  e  syn  cuenta  e  non  mortales  e  tenporales, 
e  seer  priuado  del  rrefrigerio  non  tomable  destos  bienes  por  fartura  de  aquellas 
coaae.  0  padre,  non  entiendes  estas  cosaa,  non  pasaras  las  cosas  pasantea  e  te 
llegaras  a  las  cosas  fincaderas,  non  abantponiendo  la  morada  a  la  pasada  e  la 
luz  a  las  tiniebras  e  la  vida  perdurable  a  la  sonbra  de  la  muerte?  E  el  rey  es 
[fol.  160]  maranällado  e  lUno  de  saüa  tanbien  por  el  entendemiento  e  por  las  pala- 
bras  del  mo^o,  a  las  quales  non  podia  contradezir,  commo  de  que  non  dexara  el 
SU  fijo  niogtina  cosa  que  pertenesfiese  al  destruymiento  de  los  sus  dioses,  mas 
toda  la  vida  dellos  aya  denostado  e  escames^ido.  Enpero  non  entendio  la  clari- 
dat  de  la  palabra  por  la  vanidat  de  deotro  de  las  tiniebras,  e  non  pudo  ator- 


Z.  17.     enciende]  in  d.  IldAchr.  catiende:  aed  potina  IntclHge. 

Z,  18.     la  blancnra:  albaginem. 

Z,  36.     pasada]  in  d.  Hdsdir.  ron  anderer  Hand  ein  3.  S  eiugeßgt. 


3^>^ 

■II 111 11  1»  «  fner  le  tigmai  mal  por  d 
§mmt  e  Cx«:  o  Baaca  fmtwm  u^cidk»  ■!■ 

e  ■■»■wimiiiii'i»  pAdenaL    Ca  >t  bob  fwra  ohndkm 
a^ndaUe  a  Soa  &Mea.  afecnaeaiauuli»  te  |Mi»»u   4e 
«anriebe. 


M  rqr  pv 


£  «I  pa4re  i»FaiBiiiido  e  dcxM»4o  eata«  oo«a»  c«x  saia.  cosz*  «i  ^m  ca  2a 
«I  janäa  e  «n  al^^ado  lo§  o>m  al  ■■  avadador  drnmä»:  accnc  ai  Aa».  4d 
aho  van/^Km  JJMMut.  «pcra»^  da^«  e  proai&Bkaco  rodadenk.  la  reä^^  de  laa 
fvreatef  a  ti.  rte  2a  wue^äoa  dd  ai  «nmcoa  coa  o>»  %nira>n  e  waiiBB.  e  aaa 
■e  deaaapa;«.  Ca  ta  dacido  las  fs«rtas.  Vw  caf«r«oa  ae  faan  fastea  Ca  ta 
•cpIo  «RS  a  jadador  aoa  Kf&nbäf  e  dkw  aiif  riini  tiinia~  d  ^aal  Watfiae 
isa.  ^Sortficadero  pan  sicapre  jaataa.  amtm.  E  aar  oraaid»  amö»  ^ 
drcaal  aMx  dt»(?«&io  «a  d  ta  cocatos.  e  Deao  de  firsea  ptiwwiia  aada  la 
M»<the  ca  «vafioa.  E  d  rer  faikadolo  aaber  a  AiacU  ai  ammg»  It  a  diea  i 
dd  aMV>  e  ^aifieauiol*  la  rotsa'^  aoa  sadaK«.  t«»»  eeaMna  dd  de 
«08  d  asa^ACBeate  e  Bacjaaeate  aaa  qae  cradBcate  e  arTnaBÖeaae.  e 
aario  por  faia^  sTeatoL  Aar  qv  ttm>  d  rrr  d  d^  frpesxe  [iiL  £<ü:  K  a2  lg» 
t  proao  {erea  e  liamolo  e  dixol:  p«r  ^ierto.  fi;o.  c»>aaeüa:e  obc^deacer  a  Im  ■■• 
saadadM  es.  u^ia«  «««ac.  Mas  por  qae  esuad»  dzro  e  u»  o>i>if.dkBtiL  caa 
■«n.:«  ■*  coaaaitcase  qs'erieado  Caaer  aas  ia  n  T'>!iatad  qae  2a  ma.  a 
qae  aarat^-acaLa  la  por€a  e  U  eoacttr^U  raaa  ea  rao  deso»  äo^ai-  a  ^ 
E  p4rT  q-x  B^rtaas  d  q-sal  :e  ea^io  70  lo  t^zgo  preao  ea  fteiro«.  aj—ire  la 
ftaa  y^fca  e  ;r>i^j«  I«'«  ^alH-^ss  e  ajüsa^ar  los  be  «a  rso  e  azaaiiarf  a  Jos  pre- 
^•>arri>i  Ilasar  aurJ£-<-«:,ic:^EL*.e  qc<e  ^>c  ^er.a  rlsz*:»  -finriir^^.  ».as  tk?*k«  ae 
a^jT^fi  >jr  m^i^'t.  L  itj  p^cjar<-=>>f  p>:r  p<^csaaa5«ss*>  etj^nziaL  o:a  «t  raroa 
Barlaaai.  o  ro§  aK'>r**:a--i>  z<r«  a::*r*d*»  !-•  qi*  d«*fAi«».  o  aiL*M«ssa'$a«  ce 
n/j*  tozitezrA  d*  ^n,lo  oh-e^iwjrr  a  I.>s  c-«»tr*>*  zi^L-iaie^  Mas  *I  3ua<>ilw 
sabio.  tC!:'^:*td>  li  f-iLiri  del  r^r  jor  la  t^soc  d*E:o«Rrwa  a  el.  £xo:  aea 
U^iha  Li  '.ol-^'i'i  <i*i  vi>r.  e  isj  cjxr-  =:a£'ia5:e.  e  «e  «loe  baeBii>  ?  d»s 
q-iirra  :^*  10-  <i-:*:ii*i:L'.*  d-r  Ia  ver»ia:.  Ca  e-  cl  ci  La  aii  alxa.  e  d  aaa 
zL^r^-ed  «ir  :i'.  ilcv.i.r^  ya  n:a:id»  rl  r'jv  «er  ail-r^aivs  lO'i:-^  lo*  pfc>J»io*«»  e 
Los  thrtad ISO I.  ftc-Ufis  jls  ".•etriÄ  a  cada  logar  e  jj«  pre^>=<PM  laataa%it»  por 
:-.'iu  Ix*  '.I-iadri  -  u  rfllai  ■^■:-r  c:-  teaa  c  Ei=ÄTiz.i  o&xädiz*:  qa-»  aafra 
Lir^riri  ~a^  1.1J  :.  i-.j  rz  rro  *^^-inin*c:r  v-rc^ii'  a  iz»5ttii;»;wa  »ai^i^iera  de 
\\  'if:"i\i  •:•?  ^ni.-  *  ;>::  ci-scri'.fd»  coa  ei  oib^dwLo  e  pria«;ip<  Berlaanx:  e 
!T::.r>b.Ti:-:c:-r  i.«  •.■*.:fi'.*  e  Vi  a^iarJa.i-:r«es  <:■?  !■>*  Td:Lv*  e  salKc«  de  «M 
Ca.dr:«.«  r  d*  :. *  Yctio*.  :■:*  -ri^'-r»  ;o'Ü-r:an  *e»*r  la-Iaivr*  ea  coco  a^aei  cefSao: 
K  .lii...  •.-::>*  i^-.r-rroi  ■»  saz-.*  e  -ii^-t  :■:•««.  A«t  .le  vioo  al  rey  sraa  Kack«- 
•iii'.re  -i-r  li  5-  «<-.ta  !-:s<ija:::I;5ad*n.  anu  de  !•>«  ehri*nAc<»  rao  es  tallado  w>V» 
Tiairzv  kz  *v::.i  '-■*  i.q--*!  .*-»  ':;7da:a  q:ie  era  F^riaax.  p«:r  el  noabre  de 
1'.\:i^.'l'.x».     E   ::■♦  orro*  t-t"-?«    xr.Z'^v.'.-i  fraa  de    La   Iseira  de   Nj«   pra';ip<».   los 


Z.    4 :       TT..*  »  z  1  •;  r  •.  j .  iz    i.  U  is«:är.  t  a  »  *. 


La  estoriit  del  rey  Anemur  e  de  loaaphat  e  do  Barlaam 


3ti7 


quales  eran  rouertos  por  las  ^iiidadeffi  e  otros  ascondieron  se  en  los  montes 
ffül.  161]  0  eu  las  cuouaa  por  temor  de  loa  males  pare8<;ieiitea,  e  non  oaaaan 
pnres^er  cq  plaga,  E  el  commo  fuese  solo,  eatudo  fuerte  en  so  cora^ou  at  tra- 
bujo  de  ia  verdat. 

Q   Capitulo  XXXII.    Commo  Nachor   llamado   a1  consejo  por  su  consejo  es  preso  e 
•  entazado. 

Et  Cßtandü  el  roy  en  su  eatedra  alta,  maado  poaar  al  fijo.  E  el  por  rreue- 
icii^ia  dol  padie  e  por  onrra  quiso  lo  farer,  mau  posose  eo  tier[r]a  (iotca  del,  £ 
estando  aay  todoa  diso  el  rey  a  los  sua  rre(c)tore8  e  filosofos,  mas  de  uerdat 
ODgafiadorea  del  pueblo  e  locos  del  cora^oo:  ahe  qiie  vos  acaeB^e  cooticnda  e 
^randeza  de  trabajo;  ca  de  dos  cosas  es  a  fazer  oy  la  voa:  o  los  tenientea  Ia 
nuestra  carrera  contra  Berlaam  e  aquellos  rreprehendedores  que  aon  cod  el  aue- 
redes  grao  gloria  e  onrra  de  oos  e  tuda  la  conpaüa  e  seredes  coronados  de 
corooaa  de  ueugiiuieutü;  o  aobrados  con  toda  coofusion  aeredes  dados  muy  mala- 
meote  a  la  louerte,  e  todas  las  voestraa  eosaa  aeraa  dadas  al  puebto,  e  qae  de 
todo  ae  deatruya  la  vuestra  rremenbran^a  de  la  tierra  e  loa  vueatroa  cuerpoB 
dare  a  las  bestias  a  tragar,  e  los  vneetroa  Hjoa  condenar  los  he  a  seruidunbro 
perdurable.  E  seyendo  estas  coaas  dichas  dol  rey,  dixo  el  su  fijo:  o  rrey,  de- 
reeliura  cosa  JQZgiicste  <iy ;  estuer^e  te  ol  seüor  eata  tu  voluntad;  e  yo  eso  mesmo 
djgo  a  un  inaestro,  E  torDandu  se  dixo  a  Nauhor:  aopiste,  Bartaam,  cn  que 
gloria  me  fallaste  e  en  que  deleytes;  mas  por  muehas  palabras  ainoDesteate  me 
que  me  partieae  de  las  leys  del  padrc  e  de  laa  ooatufojbres  e  aemieae  a  dios 
noD  conosgido,  e  trayda  la  mi  voluDtad  por  promitimieuto  de  vnoa  bienea  non 
fablablea  e  perdiirablea  para  aeguir  las  tua  enaenanvaa  e  encrueles^er  a  mi  padrc 
e  scnor  E  agora  pensa  que  eataa  asy  commo  en  alabanga.  Ca  ay  vin^ieres 
est»  lucba  pares^iente  deiQOstra[u]do  seer  verdade[ra8]  lau  tua  enseüan^^ias  laa 
qualea  me  [ensjeneate,  e  rrepreodieudo  a  los  errores  los  [fol.  161'']  qualoa  lidiaran 
oj  contra  nos,  e  tu  seraa  glorilicado  maa  qae  todoa  quantoa  fucron  en  algund 
tienpo  e  seras  llamado  predicador  de  la  uerdat,  e  yo  lineare  en  la  tu  dotrina  e 
aeruire  a  lesu  Christo  fasta  la  fin  de  la  rai  vida.  Mas  sy  seyendo  sobrado  por 
verdat  u  por  falsedat  me  esttidieres  oy  fazedor  de  confustoD,  luego  vengare  el 
Uli  denuesto  eu  ti»  o  con  niis  maiiuB  aacando  el  tu  cora^on  e  la  loogua^  darlos 
he  a  comer  a  los  canea  con  todo  el  otro  cuerpo,  por  que  aprehendan  todoa  los 
otros  por  ti  que  non  prcauinan  poner  en  error  loa  tijoa  de  loa  reys.  Oydaa  estaa 
palabras  fecho  es  rauy  triste  Nachor,  e  vlendo  que  el  miamo  auia  caydo  en  la 
cueua  que  fiziera  e  aeer  preao  cn  el  lazo  que  abscoodio  e  el  su  cocbicUo  cntrado 
en  el  su  cora^oo.  Pues  asy  es,  pensaudo  en  si  mismo  cono8<;io  que  le  era  mejor 
Ilegarse  al  ßjo  del  rey  e  defender  la  su  parte  por  que  escapase  del  poligro  apara- 
jndo  a  el.  Ca  sabia  que  muy  rrafez  serfia]  pueato  a  tormentos  sy  vn  [po)co  le 
feziese  en  saiTa.  Ca  todo  se  fazia  pur  prouidenvia  diuinal  [a]uu  dcfendienie  sabia- 
uienle  las  nuestras  coaas  por  loa  auersarlos,  Eo  manera  que  venieron  a  palabras 
los  vnos  e  los  otros,  los  oorradores  de  los  ydotos  c  NaG[b]or  el  qua!  semejaua  a 


Z>    9.    TreetorcB  eorrigtert  aus  rrctorcä:  rhctoriboa. 
Z.  25.     eo  alnbani'a]  I.  en  balanea. 

Z.  40.     ca  todo  .  .  .  prouideiK.Mo]  «ra  Rande  nachgetragen. 
Z.  42  f.  MiBSTcnt&ndnis  de«  t'bersettcrB :  et  Nachor,  quemadiuodum  illc  Bolaani,  qo» 
sub  Balach  aliqnando  malcdicerc  Israhcl  proposaerat. 


368 


Priedriob  Laaohert 


Barlaam,  el  qaal  Nacbor  aoia  propuesto  a  las  vegadas  mal  dezir  a  Israel  con- 
trario a  loa  filosofos.  Puea  a«y  es,  estando  el  (rrey]  en  el  trono  e  an  fijo  («rc* 
del,  commo  ya  diximos  ante,  e  aun  estudieron  loa  oon  sabios  los  quales  aey  ] 
commo  cocbiello  aguzaron  las  lenguaa  para  deatrayr  la  verdat.  £  llegaron  sa 
pueblos  syo  cueoto  a  mirar  esta  contieada  per  qae  aprebeDdiesen  qaal  parte 
ven^eria. 


Q   Capitulo  XXXIIL  Commo  el  m'tsmo  contra  su  proposito  fabia  cosas  verdaderas  de  dios 

e  der  error  de  los  Caldeos. 

EstOD^e  vno  de  aqaelloa  filosofos  mas  sabio  de  todos  dixo  a  Nacbor:  tu  er«« 
Berlaam  el  quäl  non  asy  sabiamente  e  syn  vergueo^a  das  dennesto  e  tuda 
desonrra  a  los  nuestros  dioses  e  adtixiste  en  error  al  tnacbo  aoiado  fijo  del  rey  e 
1e  eoseiiaste  aeruir  al  cru^ificado?  E  Nacbor  catando  a  aquel  filosofo  qae  ooa 
era  diguo  en  ningitna  manera  de  rrespuesta,  e  fizo  seilat  cod  la  maDO  qae  callaae 
toda  [fol.  162]  la  mucbedunbre,  e  abrlendo  la  su  boca  asy  commo  Berlaam  dUo 
coeas  que  nanca  aaia  propuesto;  e  dixo  al  rey:  o  rrey,  yo  por  proueymieato  de 
dios  vin  eo  el  mundo,  e  penaando  en  el  (lelo  e  la  tierra  e  el  sol  e  la  luna,  ma- 
rauillado  so  del  afeytamiento  dellos,  e  catando  el  mundo  e  todas  las  cosas  quo 
son  en  el  por  qae  se  mueren  seguod  ne^esidat,  entendy  el  mouimiento,  e  el  que 
la  sotiene  es  dios.  Toda  cosa  que  mueue  a  otra  mas  fuerte  que  la  mooida,  e  la 
teniente  mas  fnerte  que  la  teoida.  Pues  asy  es  ese  digo  ser  dios  el  qual  est»- 
bles^^io  todaa  las  cosas  e  las  tiene,  el  qua!  es  ssin  comien^o  e  syn  fin  c  dou 
inortal  e  perdurable  e  non  auiente  mengua  de  ninguna  cosa,  e  senor  sobre  todaa  - 
las  pasionea  e  menguas,  asy  commo  sana,  oblidan^a,  non  saber,  e  asy  de  la« 
otras  cosas.  E  por  el  aon  eetablesgidas  todas  las  cosas,  que  [oon]  a  menester 
de  sacrifi^io  nin  de  falagamiento  oin  de  ninguna  cosa  de  todas  las  pares<;;ientes, 
e  todaa  las  cosas  an  menester  del.  0  rrey,  manifiesto  es  a  nos  que  tres  linagea 
a  en  este  mundo  de  los  quales  son  en  nos  otros  los  adoradores  de  los  ydoloa  e  j 
los  ludios  e  los  christianos.  E  coo  de  cabo  esos  que  adoran  los  dioses  son  par- 
Udos  en  tres  linages,  en  Caldeos  e  Griegoa  e  Egip^tanos.  Ca  estos  fueron  mae- 
stros  e  principes  a  toda»  las  otras  gentes  en  la  oorra  e  en  el  adorar  de  loi 
mucbos  dioses.  Pues  asy  es,  veamos  destoa  quales  son  los  par^ioneros  de  \M* 
erdat  e  quales  los  del  error.  Ca  los  Caldeos  non  eoDos^iendo  a  dios  onrraron 
eapues  de  loa  elenientos  e  comen^aron  onrrar  mas  la  criatura  qae  al  su  criador, 
de  los  quales  faziendo  vnss  ymagenes  nonbraroD  las  ßguras  del  (;ielo  e  de  U 
^Jj^tUL  e  de]   mar  e  de[l]  sol  e  de  la  luna  e  de  los  otros   elementos  e  ianbres,  a 

ruido  los  eo  lo«  tenplos  adoraron  los  por  dioses,  llamando  dioses  los  qoe4 
'guardan  deligentemente  que  non  los  fürten  los  ladrones,  e  non  entendieron  que 
toda  cosa  que  goarda  es  mayor  que  la  gnardada,  el  que  faze  es  mayor  de  la 
eosa  fecfaa.  Pues  asy  ea,  que  digo  de  los  elementos?  Ca  los  que  dizen  el  ^ielo 
[foL  162^]  ser  dios  yerrao;  ca  veemos  que  es  voluible  e  mooido  segond  ne^esidat 
c  Mtablcs^ido  de  mucbas  cosaa.  Ca  las  eatrellaa  por  orden  andan  de  logar  a 
logar  e  de  seHal  en  seüal,  e  agora  se  amatao  e  agora  nassen,  e  segand  los  tienpoa 
Mj  andan  el  camino  por  que  acaben  el  estyo  e  el  ynuiemo  commo  es  ordenadoJ 
~  ellaa  de  dios.  e  pasan  aus  terminos  segand  el  menester  non  escusabie  con  aI  ( 

Uimiento  celestial.    Onde  manifiesta  cosa  es  el  ^ielo  non  seer  dios  mas  obra'j 


9  f.     e  la  tenionte  .  .  .  tcnida]  am  Ruidc  nachgetragen. 


La  efltoria  dcl  rey  Anemur  e  de  losapbat  e  de  Barlaam  369 

de  dioa.  £  loa  que  caydan  la  tierra  seer  dioe  erraron;  ca  veemoe  qiie  safre 
desueato  de  los  omoes  e  yazer  caoada  e  derramada  e  feolia  syn  prouecho  ao  el 
aenorio  de  loa  orane».  Ca  ay  aea  toatada  dei  faego  fazeae  muerta,  e  ay  vxx  poco 
aea  m&a  derramada  corroopese  e  ella  e  los  n-uctos  aon  acogeados  de  todoa  loa 
omoea  e  laa  aoimaliaa.  £  encoDaae  por  aaogre  de  los  tnuertoa,  e  ea  cauada,  e 
es  fiochida  de  muertoa,  u  es  fecba  arca  de  loa  cuerpoa.  E  eaUs  cuaas  aay  aeyendo 
noD  ae  sigue  quti  la  tierra  aea  deeaa  maa  obra  de  dioa  para  prouecbo  de  los 
otnoea.  E  loa  que  cuydaroD  el  agua  aeer  deesa  erraron.  Ca  ella  fecba  ee  a  vso 
de  loa  oinDee  e  es  aometida  al  aen[nJorio  delloa,  e  ea  ensuziada  e  es  oorroiipida 
e  es  modada  e  ennegrea^eae  e  ti(e)i!e8e  pur  colorea  e  gelaae  con  el  frlo  e  en* 
conaae  con  caletttaras  e  ea  tomada  por  laaar  todaa  las  auzidadea.  E  por  ende 
DOD  es  podible  el  agua  aeer  dpfejija,  maa  ea  obra  de  dioa.  E  aqaelloa  que  aam&n 
el  fuego  ser  dioa  yerrua.  Ca  el  fuego  fecho  ea  a  Ofio  del  omoe  e  ea  aometido  al 
aeäorto  delloa  e  ee  leuado  de  logar  a  logar  e  ea  eo^endido  para  eozer  las  carnea 
e  para  qaeiuar  loa  cuerpoa  de  loa  maertos,  e  por  muchaa  tnaoeraa  ae  corronpe 
de  loa  onines  e  ae  atoata»  Por  la  qua!  coaa  non  es  coniteDible  de  aamar  el  faego 
aer  dioa,  maa  obra  de  dioa.  E  loa  que  cuydan  el  omoe  aer  dius,  yerraii.  Ca 
veenioB  que  ae  mueue  aegund  menester  e  criado  e  enueje^ido  [fol.  163]  avn  que 
DOD  quiera,  e  por  oierto  alegraae  a  las  vegadaa.  e  a  las  vegad;ia  ae  entriate^e,  e 
a  meD[e]ater  de  beuer  e  de  coiner  e  de  vestir,  e  avo  aaiiudo  e  enbidioao  e  cob- 
diyioao  e  rrepentieote  ae  e  aaiente  mucha«  niengaaa,  e  aan  corroopeae  por  mucbaa 
maneraa  de  loa  eleDaenCoa  e  de  las  animaliaa  o  venieodo  a  la  oiuerte.  Puea  aay 
es,  non  conuiene  al  omne  aer  dioa,  luaa  obra  de  dioa.  Puea  aay  ea,  per  grran 
error  erraroQ  loa  Caldeoa  deapuea  de  Im  Btie  opioioaea. 

Q  Capitulo  XXX  e  quarto.   Del  error  de  los  GHegos  e  de  los  Eglp^tanos. 

Veogamoa  agora  a  loa  Oriegoa  por  que  veamos  que  aienten  de  dioa.  Ca  los 
Griegos  deziendo  que  aon  aabios  aon  fecbos  locoa  mucbo  peor  que  loa  Caldeoa, 
entreinitieiitea  aer  fecbos  mucbos  dioaee  los  vooa  maaloa  e  las  otraa  fenbraa,  faze- 
dorea  de  todoa  pec(o)adoa  e  todaa  maldadea,  e  aaieutes  loa  por  abogadoa  e  pa- 
drones  de  la  au  roaldat,  que  fagan  fonii|ca]5io[o]  e  rroben  e  maten  e  fagan  todoa 
loa  malea.  £  aditzen  ellus  ante  todoa  los  dioaea  a  Satumo  e  a  eate  aacrifican 
loa  aus  fijos,  cl  qua)  engendro  mucbos  movos  de  la  culpa  e  enaanandoae  cotnio 
los  aus  fijoa.  E  avu  otorga[i]]  que  lupiter  le  tajo  loa  mtenbroa  yaroniblea  e  que 
loa  ecbara  en  el  mar,  oode  Venus  que  es  dicba  voa  deeaa  por  fabliella  ea  dicha 
aer  aas^ida.  Puea  aay  ea,  atando  a  au  padre  lupiter  (e)  ecbolo  ea  el  intierDo. 
El  aegundo  ea  dicbo  lupiter,  el  quäl  dizen  aaer  aeydo  rey  de  loa  otroa  dioaea,  e 
aer  traaforaiado  e»  laa  aoimalias  por  que  fezieae  aduliterio  con  laa  mogerea  mor- 
talea.  E  avn  enduzen  este  aer  traaforuiado  eo  toro  por  enrropa  (1.  Europa)  e  en 
oro  por  Dane  e  en  (iane  por  loda  (1.  Leda)  e  en   aatiro  por  Etiopa  e   ea  rrayo 


Z.  4.     Vielnaehr:  concolcatnr  ant«m  (acil.  terra)  ab  omaibua  homLaibiu  .  .  .     Vor- 
her: corrumpitnr  et  ip«ii  et  fracttut  eiua. 
Z.     9.     In  d.  HdBchr.  eofuiiada. 
Z.  11.    todas  für  Witu. 
Z.  S8.     scr  dloij  tu  d.  Udaehr.  dias. 
Z.  31.     todug  \ua  malesj  m  ij<  Qdscbr.  todas;    loa  aiu  las  corrigiert. 


Friedrich  Laocbert 


por  Semela  e  asy  aaer  eogendrado  machns  fijo8,  a  Libero  e  a  Zeto  e  Anphion  e 
a  Ercbules  e  Apolineo  e  a  Artetnia  e  a  Persio  e  a  Caata  e  a  Palagio  e  a  Elena 
e  a  MJnoe  e  a  Bradimacorto  e  a  Sarpedoo,  e  [l]X  fijas  las  qaale«  Uamaroo  nansaa. 
[fol.  163>>]  Desende  endazen  a  ßanimede.  0  rrey,  puen  asy  es,  acaes^e  a  los 
oiunes  semejar  todas  estas  cosaa,  por  que  sean  fecbos  aluergadorea  de  adulterio 
e  de  masloB  e  (de)  aoabadorea  de  otras  malas  obras,  80gn[ti]d  la  eetuejao^  del  . 
8U  dies,  e  commo  es  creydo  el  dies  adultcru  e  sodomita  e  parri^ida.  Commo 
eDdugan  estaa  cosaa,  e  avo  vn  dios  aner  seydo  qoe  dezian  Vultario  (L  Valcano), 
e  este  aoer  seydo  cozo  e  tenienle  el  mago  e  las  [tjenazas  e  buaante  la  arte  de 
le  ferreria  por  ;iuer  de  comer.  Pues  asy  ea,  pobre  era  e  coxo,  la  quäl  cosa  oon 
conuiene  secr  al  dioa.  Desende  eaduzen  al  Merciirio  aer  dios  cobdigioao  e  ladroa 
e  auariento  e  mago  e  tranieso  e  entrepretador  de  las  palabras;  mas  dod  conuiene 
al  dios  ser  tal.  E  aun  eoduzen  Asciepio  aeer  dioa  menge  c  coofii^ionajite  a  xaropea 
e  conpoDieote  eoplastros  por  auer  de  comer  a  aun  sofria  mengua  e  a  la  postre- 
meria  murio  ferido  de  lupiler  cuo  rrayo  por  el  ßjo  de  Dario  Lagedonio.  E  Mars 
es  eodiizido  auer  seydo  dioa  batallador  e  zelotes  cobdiyioso  de  oaejas  e  de  vnas 
otras  cosaa,  e  a  la  postremeria  (que)  por  el  adulterio  fecho  coouino  (1.  con  Venaa) 
auer  seydo  ligado  de  la  cobdi^ia  que  era  dee(s)8a  mny  inas  peqaena  e  de  Uul- 
cano.  E  aduzen  a  Baco  aaer  seydo  dios  faziente  fieatas  de  noche  e  maestro  de 
la  enbriaguez  e  arrencante  laa  mogieres  de  los  ^ercanos  e  aaer  seydo  saxiiido  e 
fuydero,  e  a  la  postrimiria  rauerto  es  de  loa  prin^ipes  crnelea.  E  endnien  a  Er- 
coles  Beer  dios  e  auer  seydo  enbriago  e  loco  e  auer  muerto  loa  suyos  e  a  It 
postremeria  aeer  rauerto  consomido  por  fuego.  E  aun  enduzen  a  Apolioe  auer 
seydo  dioa  enamorado  e  trayente  arco  e  carcax,  a  uezes  ^itola  e  aria6l,  e  adeui- 
nante  a  los  omnes  por  aaer  algo.  £  aun  endozen  a  Diana  su  hermana  aner  seydo 
dee(a)sa  e  ca^adera  e  auer  auido  arco  e  carcax,  e  est»  auer  audado  sola  [fol.  164] 
en  los  montes  con  los  canes  pur  tomar  la  ^ierua  o  la  cabra.  E  dizen  Venns 
aaer  seydo  dee(8)8a  e  fornicadera.  Ca  u  las  vegadas  ouo  por  fornicador  a  Mars 
c  a  las  vegadas  a  Ancbises  e  a  laa  vegadas  [a]  Adonides,  la  muerte  del  qaal 
aan  llora  demandando  a  su  amigo,  la  qaal  dizen  aun  auer  degendido  al  infiemo 
por  qae  rredemieae  a  Adonides  de  Persephona.  E  aan  endazen  a  Adonides  aner 
seydo  dios  cagador,  e  eale  atier  seydo  muerto  por  fuer<,'a  llagado  del  puerco 
moQtes  e  non  auer  podido  ayudar  a  la  su  mcsquindat.  Todas  estas  cosaa  [e] 
mucbo  peores  enduzen  los  Griegos,  o  rrey,  (las  cosasj  de  los  sus  dioses,  las 
qaalea  non  conutnto  dezir  nin  traer  en  memoria,  donde  los  omnes  tomando  ocasion 
de  los  sus  dtosea  acaban  toda  maldat  e  luxuria  e  crueldat  e  enanziando  el  ayre 
(d)e  la  tierra  con  sus  raalos  fecbos.  E  loa  Efjip^ianos  seyctido  maa  traydores  e 
mas  locos  que  estos  erraron  peor  que  todos.  Ca  algutioa  dellos  onrraron  Im 
ouejaa,  e  algunos  el  cabroo,  e  otros  et  bezero  e  el  puerco,  e  otros  el  cuerno  o 
el  a^r  e  el  baetre  e  et  agaila,  e  otros  el  gato  e  el  cao  e  el  lobo  e  la  ximia  a 
el  dragon  e  la  aerpiente,  e  otros  el  ajo  e  la  gebolla,  e  los  otros  las  espinaa  e 
las  otras  criataras. 


Z.     2.     Castoreraqae  et  PoUucem. 

Z.     3.     Der  Name  Rhadamanthys  auch  im  Lat.   eatatelit:  R&damioortmn. 
Z,     9.     ma<,":o]  in  <1,  IW&chr.  mogo. 
Z.  1 7  f.  noTiesime  vcro  adulterio  perpetmto  cum  Venere,  ligatum  eaae  ferant  a  panrorl 
Cupidine  et  a  Viilcano, 

Z.  84.     ^itola  e  aHafil]  lat.;  aliqnando  vero  citharam  et  Ubi&m. 


La  entoria  del  rey  Anemnr  e  de  los&phat  e  de  Barlaam 


:ni 


Q  Capitulo  XXXV.    Det  error  de  los  ludios  e  de  la  verdadera  fe  de  los  chrJstianos. 

Rey,  vengamos  agora  a  los  Indios,  por  qae  veamos  qae  slentan  elloa  de  dios. 
Ca  eatos  veoiendo  de  la  genera^ion  de  Abraham  e  de  Ysac  e  de  lacob  moraron 
en  Egipto.  E  aacolos  dios  dende  con  iiiano  fuerte.  Ca  miichas  vegadas  seraieroa 
a  los  diosea  do  las  geotes  e  mataron  los  profe(c)ta8  e  juatos  enbiados  a  ellos. 
Desende  despiiea  qae  plogo  al  fijo  de  dioa  que  vcüieso  a  la  tierra,  negando  lo 
dieron  lo  aPilatua  mayoral  de  loa  [foll6'l'*]  EomaDOs  e  crngificaroo  lo  qod  arre- 
meiibrados  de  1[o»]  bionfecbos  dol  e  de  loa  miraglos  syn  cuetiia  los  qiiales  obro 
eotre  cUos,  e  pereavt<?ron  pur  sa  maldat.  E  agora(n)  onrran  a  dioa  sulo  poderoso 
de  toda  cosa,  e  non  segunt  ayienf^ia.  Ca  niegan  lesu  Christo  ser  fijo  de  dios,  e 
Bon  aetuejables  a  los  gentiles,  mager  que  aean  vistos  algunt  poco  llegarse  a  la 
verdat  de  la  qaat  se  alongaroo  ellos  miamos.  £  estas  cosas  dichas  abasteo  de 
los  ludios.  Mas  los  cliristianoa  son  dichos  de  lesii  Cbrioto.  Ca  asy  es  llamado 
ei  fijo  ile  dios  mny  alto,  e)  quäl  des^endio  del  fielr»  por  la  salut  de  loa  onmes  e 
nas^io  del  spiritu  santo  «  la  entegridat  de  la  madre  tomo  carne  e  paresgio  a  loa 
omnes  pur  que  los  rreuocasc  del  error  de  loa  mucbos  dioses.  El  quäl  por  mara- 
aillosa  dispostgion  tomando  la  muerto  por  la  cruz,  de  sa  vohintad  rresorgio 
despues  de  tres  dias,  e  conuersando  con  ellos  por  qnarenta  dias  subio  a  loa 
giclos.  E  ouo  XII  desglpulos  los  quales  despues  del  su  tornamieintu  en  los  yieloa 
salioron  en  toüas  la«  proui(e)ngia8  e  ensenarot)  la  grandeza  del.  Onde  aan  los 
que  ministran  ta  jusrigia  de  la  pridicagion  del  son  ll.imados  christlanos.  E  estoa 
son  los  que  aobre  todas  las  gcntes  de  la  tierra  fallarou  la  verdat.  Ca  conosgcn 
al  dios  criador  e  fazedor  de  todas  las  cosas  en  el  tijo  Toigeoito  e  apiritu  sauto- 
Ca  verdadera  es  carrera  de  la  verdat,  la  qua!  a  loa  andantes  por  ella  adaze  al 
regno  perdurable  e  promltido  de  lesu  Cbristo  en  la  vida  avinidera.  E  por  que 
conoaeas,  rey.  que  non  lo  dlgo  de  mi  mismo,  ley  las  eacripturas  de  los  christianos 
e  failaras  que  non  dixe  coaa  fuera  de  la  verdat.  Por  la  quäl  razon  fuelguen  loa 
tus  aabios  locos  fablar  cosas  vanas  contra  lesu  Christo.  Ca  conuieoe  nos  onrrar 
a  dios  criador  e  entender  con  orejas  las  palabras  non  corronpibles  de  aqnel,  por 
que  esquinando  loa  condenauiieotos  e  (os  tormeutos  del  fuego  non  amaiable  me- 
rcscades  ser  ber(r)ederoa  de  la  vida  perdurable. 


[fol.1601  0  Capitufo  XXXVI. 


De  la  fln  de  la  qulstion  m  la  quäl  Nachor  vengio  a 
todos. 


Et  despuQs  qae  Nacbor  dixo  estas  cosas,  el  rey  engendiose  por  sana,  o  los 
rre(c)tore8  del  o  los  sagerdotea  de  loa  ydolos  estauan  mudos,  noo  podientes  con- 
tradezir,  sy  non  que  dezian  algnnaa  palabras  enfermas  e  de  ningund  tnomento. 
E  et  fijo  del  rey  alegrauasu  por  apiritu  e  con  cara  alegre  glorifioa  a  dios,  et 
quäl  dio  pasada  en  el  logar  descarrerable  3  los  fiantes  en  sy.  Ca  por  el  enemigo 
de  la  verdat  defiende  la  verdat,  el  pringipe  de  error  es  niostrado  abogado  do 
la  palabra   derechurera.     E  el   rey  mager  que  el  fuese  sanudo   cnielniente  de 


7j.  15.     Hier  Ist  etwas  Basf^rallcn:  de  spirita  aancto  ex  Maria  vir^iae  ab^quc  virill 
semlne  et  Balva  matris  intc^n'itAtc  camem  suscepit. 
Z.  37  r.   cl  ipiulj  In  tl.  Hilschr.:  al  qaal. 


372 


Friedrich  Lauchert 


Naohor,  enpero  non  le  pudo  fazer  ningima  cosa  de  mal,  por  qae  delante  los  om- 
DOB  le  mandara  que  con  fian^a  e  ayn  ninguBd  miedo  fiziese  por  los  christianos. 
Eupero  el  mncho  cootradeziendo  dizia  por  aefialea  que  diese  logar  a  la  iQatanda| 
de  disputar,  pur  qtie  eemejaae  que  era  ven^ido  de  los  rretorea.  Mas  Nachofl 
imicbo  ae  esforgaua  sultando  todas  las  coDtraridades  del  e  loa  silegismos  e  rre- 
prebendiendu  el  amomestamieiito  del  error.  C  alongada  la  disputa^ion  fasta  l4 
vieapra,  matido  el  rrey  que  fuese  auelto  ei  conBejo,  asy  commo  ey  quisiese  otroj 
dia  tractar  cod  de  cabo  destaa  coaai. 


Q  Capibjto  XXXVtl.   Gomma  losafat  lo  lleua  con  sigo  e  nreprehendiendolo  en  poridat 

faze  gra^ias. 

Et  dixo  el  fijo  a1  rey:  aei'ior,  commo  de  comieD^o  mandeate  aer  fecbojuyziO' 
derecburcro  e  jütstiyia,  pOQle  fin  fazieodu  de  dos  cosaa  voa:  o  dexa  a  mi  maestrol 
fiocar  conmigo  eata  noche,   por  que  acordemoa  en  vno  deatas  cosaa  que  noa  es 
iDBoester  cras  rreapoodcr  a  loa  Dueatros  cootrarioa,  e  lu  mismo  toma  a  los  tayoa, 
0  peosat  cosaa  cuDuenibles   a  tos  couimo  quisierdes;   o  enbia  los  tuyos  a  mi  ei 
touaa  el  mio  a  ti.     Ca  sy  todoa  los  touieres  tu,  ^ierto  el  mfo  (fol.  165 *>]  sera  ea] 
miedo  e  en  trlbulagioD,  o  los  tuyos  soran  en  goto  e  en  folganga;  e  esto  non  mi 
aeoieja  a  mi  ser  juyzio  derecbero ,  mas  aer  fuer^a  de  poderio  e  mala  pleteanga.] 
Aay  que  el  rrey  sobrado  por  la  maDifesta^ion  de  la  palabra  e  los  aus  6loaofos 
■a^erdotea  tenidos  coo  sigo  otorgole  nl  fijo  a  Nacbor,  aun  teDiendo  osperan^-a 
el  e  cuydaodo  que  gaardara  las  cosaa  que  promitiera.    Pues  aay  es,  fuese  el  fijol 
del  rey  al  su  pala^io  aay  commo  sy  oaiese  vd  venfimiento  canpal,  trayendo  con* 
sigo  a  Nacbor.    AI  quäl  apartando  le  dixo  le:  ciiydas  que  non  ae  quieu  eres,  ca 
86  yo  diligentemeaie  qae  non   eres  el  santo  ßarlaam»  mas  Nachor  estrolago,  e 
marauillome  cütntno  entinipstes  tal  ypocrisia  en  cuydar  que  yo  era  tan  <;;iego  qa< 
en  racdio  del  dia  tomase  la  oueja  per  lobo.     Mas  bien  es  dicba   aqoella  palabrftl 
qae  el  cora^on  del   loco   pensara  vnas  cosas  [vanaa].    Pues  aay  ea,  el   vuestro] 
peusamiento  vano  e  esto  consejo  vano  fae  (e)  de   todo  loco.    Maa  la  obra  que 
obreate  llena  es  de  todo  entendemiento.    Por  eude,  Nacbor,  alegrato.    Pues  aay 
ea»  do  muchas  gra^ias  a  dios  por  que  oye  eres  fechu  defendedor  de  la  verdat 
non  enanzieste  los  tus  iabros  de  sermones  snzios  e  de  eofinimiento  eoganoso,  ma 
ante  los  alinpieste  de  los  encGoamicntos,  rreprebendieodo  el  error  de  los  dioae 
falaoa  e  afirmando  la  verdat  de   las  enaeöangas  de  los  cbristtanoa.    E  yo  pune' 
por  te  iraer  cou  migo  por  dos  razooes,   por  que  el  rey  tomaodote  a  parte  dod 
te  posicsti  a  tormentos,   por  que  non  dexiste  cosas  a  el  plazibles,  e  por  que  te 
dleae   galardon  deata   grayia  que  oye    obresre.    Mas  este  galardon  es,   que  te 
apartes  de  la  mala  carrera  e  dealeznable,  por  la  quäl  andouiste  fasta  aqui,  e  qa 
aades  por  la  senda  derecfaa  e  saludable,  la  quäl  non  por  doo  saber  mas  sabiend 
e  de  tu  grado  mal   faziendo  fuxiste,  aeomendandote   a  los  barrancos  e  log 
trabaoosos.   Faes  asy  es,  Nacbor,  eatando  [en]  entendemiento  entieode  [fol.  166) 
hre  lodos  au)a  a  lesu  Christo,  (e)  por  qite  delante  el  gaoes  la  vida  abscoodidl 
1  '  1 1 :;  •  I  ivfas  cosas  decorribles  e  corronpibles.    Ca  non  viuras  por  tod 
'(>,    mii.'i  commo  seas  mortal  partir  te  has  de  aqui  antea  de   poco  commo^ 
iiucbos  quo  faeroD  ante  de  nos.   £  mal  sera  a  tl,  sy  Henando  graue  carga 
1  fuerea  alla  do  es  el  Jayzio  derech urero  e  galardon  de  las  obrma, 
imero  aquolla  carga  comme  sea  rrafez  de  dexar  la. 


La  estoria  del  rey  Aoemar  e  de  loaaphat  o  du  Barlaam 


37a 


Q  Capitulo  XXXVIIl".   En  commo  Nachor  conuertido  por  las  palabraa  de  losafat  se  fue 

al  yermo. 
Piie»  asy  es,  Nachor  ptin^ado  cn  el  cura^un  por  estas  palabras  diso:  0  losafat, 
bien  dexiste.  Ca  yo  bien  conosco  al  dioa  verdadero  e  el  quäl  non  oiientti,  por 
el  quäl  soo  ferh»«  todas  l:)8  cosas,  e  el  jnyzio  avenidero.  Ca  de  muohas  escrip- 
taras  1»  oy;  tnas  la  itiahi  coatunbre  e  la  fuer^a  del  error  viejo  <iiego  los  ojos  del 
mi  cor.'it.un.  E  agora  pi>r  la  tu  palabra  echando  la  cobertiira  de  la  eacureldat, 
corro  a  la  lünbre  de  la  cara  del  senor.  For  auentura  aura  mer(;ed  de  mi  o  abrira 
la  piieru  de  la  peni(e[i\*ia  al  äi«ruo  icalo  0  rreutgadizü,  mager  a  tut  fuea  visto 
Don  podible  poder  gaoar  perdoia  de  loa  uitH  pecadoa,  loa  qualea  aun  laas  ueoudos 
que  la  arreoa  dal  luar;  loa  quates  peque  sabidameute  e  non  por  uon  »aber  de  la 
mo^edat  faata  eata  edat.  E  commo  el  tijo  del  rey  oyo  eatas  coaaa,  uiao  amano 
enflamando  ae  por  spiritii  saoto  escalontoae  en  el  coia^on  e  eacomeo^o  deacobrir 
el  peiiaauiiento  de  Nachor  (e)  enclinaiido  a  dcaperat^ioo  e  algar  lo  a  la  firmcza 
de  la  fe  de  leau  Cbriato,  dizieiido:  o  Naebur,  non  sea  a  ti  ninguiia  dubda.  Ca 
escripto  es:  podible  es  a  dios  doatas  piedr&s  eapertar  loa  tijoa  de  Abraham.  El 
quäl  pQT  la  gran  peresten^^ia  (I.  preataagia)  de  benignidat  abrio  la  puerta  ^elestial 
a  todiia  loa  couuertidos,  asy  oon  oegaodo  a  nJnguno  el  entramieoto  de  salud,  luaa 
rres^ibia  luiaericordioaamonte  los  rrepeotieDtes  ae.  Ca  por  tanto  es  dado  egual 
giilardon  a  todoa  e  en  la  [lol.  166 "^J  primera  e  en  la  ter^era  e  eo  la  aeata  e  en 
la  LX  e  en  la  XI  ora,  commo  lo  dize  el  aanto  euangelio.  Asy  mager  que  faata 
aqui  ayas  veje^'ido  en  pecadoa,  raas  ay  te  llegarea  con  buen  coragon,  aera«  fecho 
digno  de  la  conpaüia  de  aquelloa  loa  qualea  troxierou  carga  de  la  mao^ebia,  de 
la  caleotura  del  dia,  El  man^ebo  aatito  fablo  estas  e  otras  coaaa  mucbaa  de  la 
peniten^-ia  a  Nachor  env<^jeQido  en  malea,  e  promitiole  rremlaion  de  loa  pecadoa, 
e  promitiole  auu  qne  leau  Christo  le  faria  manso,  e  ^erteficolo  por  mucbos  en- 
sienplus  que  ea  aparajadc»  syeupre  para  rresijjibir  la  peniten^iaj  enfor^ando  la  au 
nima  liaca  aay  coinmo  por  vnas  melezinaa  estableeciolo  lleneramente  a  la  «anidat. 
C  dixo  a  el  Nachor  man  amano :  o  tu  muy  noble  enaenado  begDinamente  en  el  almft 
e  en  el  ouerpo  por  estos  mlDiaterins  maranillosos,  peraeuera  en  biioiia  confesion 
faata  la  fio  e  dod  la  taje  [en]  ningtina  luaoera  ningund  ti[e]npo  del  tu  cora^on. 
E  yo  yre  demaudar  la  mi  aalud  e  por  penitenvia  amanaar  el  aeüor.  Ca  da  aqui 
adelante  oon  vere  la  cara  del  rey  ai  tu  quisierea.  E  asy  el  fijo  del  rey  alegrado 
muoLo  0  rrcB^ibiendü  la  palabra  del  agrüdablemente  abra^olo  e  beaoto,  e  faziendo 
afinüadamciite  por  el  ora^'ion  e  comendandolo  a  dioa,  oubjolo  det  paia^^io.  E  salio 
Nachor,  e  pungado  por  cora<^on  c  corriendo  asy  commo  ^ierbo  fuese  al  yermo 
muy  alto.  C  tiego  a  vna  caeua  de  vu  mooge  de  onrra  sacerdotal,  do  estau* 
aacondido  por  el  miedo  del  rey.  AI  quäl  eate  echando  so  en  tierra  lauo  los  piei 
con  lagriraas  aemejando  a  la  moger  pecadriz  del  euangelio,  e  demandana  el  baa> 
tiamo  diainal.  Pucü  asy  es.  oommo  el  aa^erdote  fuese  Ueno  de  gra^ia  diuinal, 
entendio  esto  seer  fecho  diuinalmente ,  e  Inego  commo  era  costunbre  bendezien* 


Z.  17.    propter  aqmmiuQ  beoignitad«  cuünentiani. 
Z,  20.     primeraj  in  d.  Udschr.  priuuira. 

Z.  26.     In  iler  Hdachr.  promitielc;  iJiw  erste  Mal  (in  der  vorhergehenden  Zeile) 
später  corrigiert. 

Z.  26.     faria]  1.  scria. 
Somaniacbe  Fonobnngen  VII.  OK 


3r:4  Friedriefc  Lsaeftatt 

döto  e  ^iuenaa(ioU>,  a  la  fin  bantisolo  cb  wmbre  del  patbc  e  del  ^  •  «IrI  «pirita 
caaro.  Aaj  qae  finco  5afthor  eoa  el  Caafendo  penirei^ia  de  lo»  sm  peeaiia«  e  besr 
di2i«iid#>  a  dkM  ei  qaal  non  qaiere  qae  pereaca  oini^ano. 

Et  en  la  manana  qaando  sopo  el  rey  eommo  era  jdo  Saefcor.  desAiiH»  de  Is 
(»sp<ran«2a  qae  teoia  en  el.  £  reyendo  los  »na  sabioa  e  rre{c)cnrcs  asj  taa  raftm 
•obrado«,  estaoa'a)  en  graa  faHea^emiento  e  eeholo«  de  la  aa  eara^  Um  vwm 
denotundo  Irx  por  denaesros  e  aeormentando  loa  por  desoarra.  e  a  Uw  octoa 
aQDtados  maj  faertemente  eon  neraio«,  e  a  lo«  ocroa  lacado«  los  ojoa^  E  ei  «i 
parte  eomen^  tonot(;eT  la  enfensedat  de  las  fiores  de  loa  dioses,  nager  qne 
enton^e  non  aya  qoerido  eatar  acabadamente  con  laabre  de  lesa  driito.  Cia 
ayn  los  ojos  del  sa  eora^on  erao  ^ercados  de  niebia  eapesa  de  oaeueidat.  Es- 
pero  ya  noo  onrraaa  los  sa^erdotes  nio  fazia  las  fiestas,  e  noa  daua  sacrifi^kM 
a  los  ydolos.  Mas  tenia  la  volantad  dabdosa  en  cada  logar,  desta  parte  co> 
nosciendo  las  enfermedades  de  los  sas  dieses,  e  de  aqaella  temtendo  la  ceite> 
danbre  e  la  bienqaeren^ia  de  la  coDueraa^ion  eoangelicaL  Mas  de  rraya  en 
tenido  por  malas  cosmnbres  e  seniia  maeho  a  los  deleytes  del  caerpo,  por  taato 
deseaaa  los  pecados  por  manera  de  captiao.  E  en  aqael  tienpo  amase  a  fuer 
en  aqiiella  <;iudat  vna  aoplioidat  may  onrrable  de  las  fiores  de  los  diooes.  £ 
solia  el  rey  eatar  presente  a  aqnella  fiesta  e  afeytarla  por  manera  de  saerifi^iooL 
Onde  temian  los  obiapos  de  loa  tenplos  vpyendo  qne  ae  aoia  el  negiegent«seiite 
e  tibiameote  en  la  onrra  delloa,  qae  por  ventara  non  tirase  de  todo  la  sa  pre- 
seniia  de  loa  tenploa  e  que  faesen  ellos  priuados  del  don  real  qne  era  dado  a 
elloa  e  de  las  otras  obla^iooea.  E  leaantaro[D]8e  e  fueronse  a  vna  eneoa  paeata 
en  VD  yermo  muy  eaquiuo,  do  moraaa  vn  varon  qne  trabajaoa  por  artes  magicas 
e  muy  f^ran  detendedor  del  error  de  los  ydolos,  e  auia  Donbre  Tbeoda,  al  qnal 
f'\  rrey  onrratia  muy  fuertemente  e  onrraaalo  asy  commo  a  amigo  e  maestro, 
deziendo  por  el  su  adeuinamiento  auer  venido  el  su  rregno  [fol.  167>>J  a  grandexa 
e  prouecho.  E  despues  que  los  aa^erdotes  auyos  venieron  a  el,  Ilamaron  lo  en 
an  ayuda  e  fezieron  le  entender  la  dubda  que  vioo  al  rrey  de  los  dioses,  e  qae 
coaas  aya  fecho  el  tijo  del  rey,  e  commo  Nachor  publicamente  aya  rraxonado 
contra  elloa.  E  dixieron  le:  sy  tu  aon  venierea  a  ayudar  nos,  toda  la  naestra 
eaperanga  deofatlee^e  e  todaa  las  onrras  de  los  dioses  perezgran.  Aay  qne  lenan- 
tose  coD  la  prfisente  mali^ia  diabolica  e  armose  contra  la  verdat,  llamando  mnchoa 
eapiritos  maloa  los  quales  sabia  seer  aparajados  para  fazer  mal,  e  de  loa  qaalea 
ministros  el  sienpre  vsaua.  E  aase  con  estos  al  rey.  E  commo  fue  dicho  al  rey 
que  venia,  entro  lleuando  vna  verga  de  oliua  c  ^eüido  de  lana.  E  leaantose  el 
rey  de  la  su  siella  e  saliiendole  al  caniino  besolo  e  fizolo  aer  cabe  sy  en  la  alt* 
Stella. 

Z.  11.     <lc   lafl   fiores]  Missveratändnis ,  nach  einer  falschen  Lesart  der  Vorlage, 
flonun  für  faliuirtun :  ip.se  autcm  partim  recoii^oscerc  coepit  falsomm  dcoram  infirmitatem. 
Z.  20.     Wie  oben:  solennitad  erat  futura  falsoram  deorum. 
Z.  22.     tcmianj  in  d.  Hdschr.  tcnian. 
Z.  87.     du  los  yd Theoda]  am  Rande  nachgetragen. 


La  estoria  del  rey  Anemur  e  de  Io8a|»hat  e  de  Barluatu 

Capitulo  XL    Commo  el  rrey  por  consejo  deste  Hämo  (llamo)  a  todos  a  la  solinldat  de 

los  d loses. 
EotoD^e  dixo  Teodas  al  rey:   uiue  para  sieopre  jainas  defendido  por  la  be- 
nit^nidat  de  los  graudes  dioses.    Oy  que  tiziste  grau  quislion  contra  los  de  Galilea, 
ser  üorcmado   iiiiiy  fermosamente  de  Corona  de  vec^iiuiento.     E  por  ende  vyn 

^por  que  utirrtitnoa  en  vou  la  aoplenidat  alegrad^ra  e  sacrifiqaeaioa  a  los  dioses 
poD  mortales  los  maiiyebos  muy  feriuosos  e  virgiaes  tuuy  fermosas  e  ciento  toros 

'e  ofrezcamos  les  mucbas  aDimatias,  por  que  los  ayamos  desde  oye  nias  ayuda- 
dores  forgadores  e  por  toda  la  nuestra  vida  araansados.  A  eatas  cosas  dixo  el 
rey:  o  uieju,  uon  veo^iiuos,  mas  ante  soiuos  sobrados  fäacameDte.  Ca  loa  que 
ctiydauamoa  que  aerian  por  nos  a  di'suraa  sod  fechos  ouutra  ooa,  e  fallando  la 
nue8»ra  az  vagante  e  enferroa  derribaroii  la  de  todo  en  todo.  E  agora  ay  as 
algtina  uirturi  e  fortaleza  para  ayudar  a  la  Duestra  aecta  abaxada  e  para  al^arla 
con  [fol.  168]  de  cabo,  dimelo.  Entouye  rreafiondio  Tbeodas  al  rey:  rrey,  non 
quieras  temer  las  palabraa  tucas  de  los  de  Ualilea.  Ca  que  cosas  soo  las  que 
dizen  contra  los  varones  rrasouables  e  sablos,  las  quales  sy  son  a  mi  contrariaa 
mucho  uias  rrefez  caerau  que  la  foja  mouida  de)  viento  cae.  Ca  non  osaran 
venir  ante  la  tui  cara  nin  auer  palabra  coomigo  e  fazer  conmtgo  proguutas  e 
ODtrariarme.     Mas  por  [que]  esta  quistion   e   todo   lo  que   nos   quisieremos   nos 

*TeDga  dorecboramente  e  segund  la  vuluntad  se  t'aga  la  cosa,  afeyta  la  solinidat 
uiuy  onrrable  e  la  piadat  de  loa  dioses  comwo  vnas  armas  que  esteo  fuertes,  e 
bien  sera  a  ti.  E  gloriauase  cl  podcroso  en  mall^ia  e  en  la  obra  de  los  spiritus 
maglinoa,  e  fizo  oblldar  al  rey  do  todo  laa  palabras  saludables  que  auian  lafiido 
atguiid  poco  ol  SU  cora<;oi],  e  rrcuocolo  de  todo  a  las  coaas  acostunbrndaa.  Onde 

^enbiadas  son  las   letras  rroales  a  cada  parte,   por  que  se  llegaaen  todos  a  usar 
solenidat  de  los  dioses.     Enton^e  veyendo  cl  rey  venir  los  pueblos  aduziendo 

Flas  ouejas  e  bueys  e  otras  animaliaa  todos  aay  llegados,  lenaotose   e  fuese  con 

|el  ergafiador  Theoda  e  fuese  para  el  tenplo.  E  fueroii  adiizidoa  CXX  toros  para 
sncrificar  e  otras  tuucbas  animaliaa.  E  onrrauan  aqnella  soleDidat  deacoiuulgadera 
en  tanio  que  sunaiia  la  ^iudat  por  bozes  de  las  antmaUas  brutas  c  cd  ayre  era 
ensQziado  cn  el  olor  de  los  sacrjfi^ios. 

0  CapUuio  XLI.    Commo  el  mismo  Theod(e)a  dio  consejo  de  engaiiar  a  losafat  por  las 

mogeres. 
E  estaa  oosaa  asy  acabadaa  e  los  spiritus  de  maldat  mnrho  gloriandose  sobre 
el  ven^imiento  de  Thcodu  c  los  sa^erdotes  de  lus  tenplus  daadole  gra^-ias  a  el, 
tornose  el  rey  con  de  cabo  al  pala^io  e  dixo  a  Teodte)a;  ahe  comuio  mandeste 
lo  fizimoB  todo  en  el  afeytatniento  de  la  solenidat  e  en  la  Uberalidat  de  los  sacri- 
fi^ioB.  Pues  asy  es,  ya  ti[e]npo  es  que  cunplas  las  cosas  promitidas,  e  a  mi  fijo 
el  quäl  se  partio  de  la  onrra  de  los  nuestros  dioaes  que  lo  libres  del  error  de 
loa  chriatianos  c  lo  ayuntes  a  loa  diosoa  piadosoa.  E  yo  catando  toda  arte  de 
Dano  non  ])ude  fallar  ninguna  cura  a  esta  enfcrmedat;  acomiendo  e  deaanparo 
kt  la  tu  sabiduria  la  desauentura  que  me  acaea^io.  [fol.  168'']  Pues  aay  [es],  sy 
pviere  a  m!  fijo  librado  coo  de  cabo  que  sirne  a  los  dioses  e  hasar  voluntosa- 

Z,    $.     ofrescBiDos]  in  d.  Hdachr.  afrescamoa. 

Z,  81.    et  pictatcm  deorcim  quasi  qiiaedam  arma  fortia  indue. 

Z.  S7.     In  d.  Udschr.:  lebernlidat. 

26* 


376 


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na  Mjr  «na  coaa.  E  4i 

viCM  Mt  a  negot,  va  mi 

•a  faa  ykJii  •  eafuofci  j  e 
iMCa  ba  X  aaM  MapGida.    E 


a  la 


•a  flila  eBj4a4a» 


las  X  aäaa,  aaeifna  el 


priaaladelal 
d  nyla  «fai 
y|ar  vaa  mo» 
darUaCie  ka 
■0(0  ie  la   ei 

por  Im  o|oa  Ealpay  aa(a]do  d  my  qaa  I»  4toMa  •  \a 
CMM,  cada  vaa  de  w  ■lafn^  e  qae  le  ■atdiao  aa  ta  kogar  waaca  e  ca  <Mn» 
■OKet—  e  *4d  oro  e  pitca  e  di  ■■i^iiüii  c  pfadw  fn%\%wm  m  TeatUataa 
[M.  16f]  may  fegmomt  e  afeyffiewlai  e  eam»  aaefcaa  eoa  cti—ila«  malaa  B 
por  qtm  fiibla  btcaaseate,  mMttwnm  d  aafo  tadu  las  coaM  p«r  «fdai,  c  |n»> 
faataado  d  eoaaio  faM«  naiaada  eada  ▼&«  de  a^adba  aoos.  kw  ■Jikfini  dd 
rey  BoMraron  le  eomiao  lUnsaaaa  a  eada  vaa  cma.  E  eoa»o  iiaiadun  qaa 
le  dnicaea  anaao  destao  a  las  ■oberes,  desiaa  qae  va  adeUatiado  dd  nj  qae 
la  dfanem  jqgaado  qoe  eraa  deoodoa  loa  qaales  ■agiäia  a  ka  wre  Mae  d 
eorafoa  dd  sofo  eoe^raoa  aae  por  d  deaeo  ddlas  qae  por  taa  oCrae  eoeae.  E 
detpnri  qae  le  noetiaroa  todee  !ae  eoeee  tMaaroa  lo.  Filaate  pKtfanlde  d 
fey.  qnal  com  aoiaoa  mae  de  todaa  las  qne  rien  E  diso  el  fijo:  qoe,  padre« 
wy  aoB  aqoeUoe  demoaioe  loa  qades  en^daa  a  lo«  ooaea.  Ca  atagaaa  de  aqaeDaa 
ooaaa  qoe  aie  aoa  07  BMMiradaa  non  ame  tanto  eoouao  la  aaiiatad  deilaa.  C 
— miillii  ae  el  rey  de  la  palabra  del  mo^  e  vey  qae  ooaa  crad  ea  el  anor  da 
laa  Do^^erea.  E  tu,  poes  aay  ea,  dod  pieoaea  qae  ca  otra  naaera  pnedaa 
•  ta  fijo  a]r  ooo  eo  eata. 

0  Capituto  XUI.  Commo  losafat  tentado  por  spiritu  de  fonitca9toa  se  arma  por  ora^oa. 
Tomo  el  rey  ia  palabra  de  buena  volaotad.  E  tr[aeD]le  mo^aa  escogidaa  e 
nacbo  fennotas,  laa  qndea  ennoblea^e  por  af^ytamiento  may  fenDoao,  por  que 
aaaa  maa  coooinibles  para  cabtiaar  at  mo^o.  E  echa  del  pala^io  todoa  los  aer- 
dcatea  e  nüniatroa  del  mo^o,  e  paao  aqnellas  eo  el  logar  delloa.    Aaai  qae  ti\»M 

■obrer  =  rapcrar?  oder  sa  emetvlierea  in  cobrer?  (vgl.  oben  Z.i>y, 
(lelloi.   Aaii  .  .  .  fer^a  del]  am  Baade  Dschjsetzmfoi. 


La  estoria  del  rey  Ancmur  e  de  losapbat  e  de  Barlaato  377 

'ealao  ^;erca  dp!,  e  abra^janlo  de  todas  partes  e  l'alaganlo  eon  lodo  jesto  por  que 
aya  ajuntamleDto  coq  ellas,  e  eato  maeuen  lo  a  la  cobdi^ia  por  patabras.  E  bud 
Ruia  otra  coea  que  ratase  nin  ood  quien  fahlase  nin  con  qtiieii  comiese.  Ca  ellas 
eran  a  el  todas  las  cosa».  £  Theuda  türnose  coti  de  cabo  (a]  aquella  cueua 
muta,  e  catando  sua  libroa  por  los  quales  podiera  obrar  talea  cosaa  eato  mouio 
vno  de  los  spirituä  tualigtiua  e  enbiola  a  ttdiar  con  el  cauallero  de  lesu  Christo. 
E  el  spiritii  raaligno  tomando  consigo  olros  peorea  demonios  luese  a  la  yazida 
del  jiiarigi-bw  inuy  fiierl';  c  In«  contra  [fol.  1119 ■^j  el,  en^eodieildoU'  uiuy  grau  fuego 
de  la  caroe.  E  aquella  alma  linpia  »entierulo  loa  amouestamientoa  ilel  diablo  [e 
veyendu]  veoir  fuertemeote  aobre  ay  la  batalla  de  maioa  penaamientoa,  ttirbauase. 
Maa  luego  al  amor  de  luxuria  abantpuso  el  aoior  diuinal.  e  traxolo  an  memoria 
a  ay  roismo  de  aquella  uiuy  fcraiosa  gloria  e  non  falilante  e  noo  raorta!  de  leaa 
Cbriato  esposi)  de  Ins  almas  m  tie  las  bodaa  linpias,  de  las  quales  seran  echa- 
doa  mesquinamente  los  que  eiisuz-iaron  la  aaya  de  la  boda  en  las  teniebraa  de 
fuera  atados  los  piea  «  laa  manoa.  E  penaaado  eataa  coaaa  e  derraniandu 
lagrlraas  feria  el  su  pecho  por  qne  afuyentase  dende  los  maloa  penaaroientos. 
Deaeridi«  leuaniacdo  sc  e  al^ando  las  taanos  al  ^ielo  con  lagrtmas  e  gimitnientoa 
bieo  iilJcDtes  llaraaua  al  senor  por  aynda  e  dezia:  aenor  dies  poderoso  de  toda 
oosa^  miaericordiosü  e  amer^^eador»  eaperan^a  de  los  desesperadoa  e  ayuda  de  loa 
dfsf'altebi^idos,  acuerda  te  de  oii  tu  sierito  nun  digao  e  cata  me  cod  buen  ojo,  e 
libva  la  oai  alma  del  cochiello  deoioniado  e  de  la  mano  del  can.  E  commo  dexieae 
amen,  sentio  la  cousolacion  diiiiual  veniente  aobre  ai  de!  ^ielo,  e  hiego  se  par- 
tieron  los  raalos  ponBamientos.  E  t»l  eatudo  en  ora^ion  fasta  la  manaoa.  E  enten- 
dieodo  los  aaechamientos  del  diablo,  comen^o  de  tormentar  maa  aa  cuerpo  por 
tanbre  e  por  sed  e  por  otra  contri^ioo.  Ca  todas  las  nocbes  estaua  sobre  los 
pies,  trayc^udo  a  su  memoria  laa  cosaa  que  promiticra  a  dios,  agora  escriiiiendo 
en  SU  cora^on  el  eaplaador  de  tos  Justos,  e  despu^s  aiTemenbra{D]do  afincada- 
luenle  el  iutierno  de  Jus  lualos,  por  que  el  eneiulgo  fallando  la  su  alma  vagarosa 
e  vniui  noD  (lerramaBd  rrateziuente  a  ella  tualos  pensamieDloa  e  non  enauziaae  la 
linpieza  de  la  voluoiad.  , 

Q  Capituio  XUII.  Commo  la  mopa  rreal  lo  tento  por  fornlcapion  por  mucha  fabla. 
Et  asy  es  desfalleayido  fl  encmjgo  de  tmla  parte.  E  dcsesperando  de  todo 
en  todo  de  ecliar  el  mangebo  earrafio  en  tal  manera,  ua  a  fallar  otro  engano. 
Ca  entro  on  vna  mo^a  de  aciuellaa  maa  fermosa,  e  fuera  lija  de  rey,  la  quäl 
captiua  fuera  enagenada  de  au  tiorra  e  fne  dada  al  rey  Auemur  asy  commo  vn 
gran  dun.  Ca  todos  loa  aacchamientoa  per[fol.  170]tci\ea^lente9  a  mal  rrafez  e 
ayna  los  l'alla  el  apirtiu  maligno.  Deaende  cayendo  ^erca  el  fijo  del  rrey  e  do- 
lioac  della  mouido  por  rnridat  por  gragia  del  entendemiento  e  de  la  fermusura 
de  la  volunrad  della  e  por  que  cra  noble  o  d»}  linage  de  rreya  o  priuada  de  la 
su  tierra  e  de  la  gloria.  Ptnsando  eataa  coaaa  vino  le  hemienle  de  la  librar  de 
loa  ydoloa  e  qne  la  fezieae  chriatiaua.    Aay  que  comengole  de  fablar  ol  f\jo  del 

Z,     1.     abra«;aiilo]  in  ■!.  Hilschr.  abracolo. 
Z.  11.     al  amor]  in  d.  Hdechr.  cl. 
Z.   12.     non  fab1«»tc]  ineffabilis;  I.  uon  (Vi  Itla  M.'. 

Z.  37  IV.   Dvtndc  rcyb  fllio  n  dexwrta  ciirnK-n»,  c<i«ipa«tiu»|iM  chnritatem  orgn    puulliun 
humittit  oi  (umsx  »üb  obtcntu  intellcctns  vt  orimnicuti   nicntit«  illioM  .  .  , 

2.  41,  viao  Ic  Iiümicnic:  1.  viuo  Ic  cn  mlenteTcam  bis  et  cogitatioues  submittitei. 


:{78  Friedriek  Lanehcrt 

ny  •  fftbiart«  palabra«  «to  eottot^^iento  diainal  deneado:  o  wigtr  eaMM^  s 
dio«  v«tii«nte  parA  ««npre  jaaaa,  e  non  «loienw  «eer  com»pida  por  est»  error 
d«  Um  fAftUMi,  auM  ^ntiend«  ooeatro  Mfior  Ie«a  Christo  aer  eriador  d* 
MrnM,  «  •«TM  bi«naa«iitorada,  detpotada  del  eapoao  non  mortal.  E  el 
nnekuti  tatet  eo*a«,  dixo  ella:  t«äor  mio,  »j  aa  cnydado  de  la  k  «alot  e  eob- 
dl^ian  r|n«  me  ofm«a  al  ta  dio«  e  la  alma  bamil  fazer  aaloa,  fas  va  mi  p«did«, 
•  \ntfgo  rreann^ando  a  todot  loa  dfoaea  poder  me  haa  Ilegar  al  ta  dioa.  Toma  i 
mfi  pffT  moffnr,  ft  yo  obedea^ere  a  loa  tna  mandadoa,  A  la  qoal  dixo  ei:  o  uogetr 
vanamiantA  mts  faxet  tan  dura  peti^ion.  Ca  yo,  magner  qne  aya  eoydado  de  la 
tu  aalnt,  graoe  eoaa  teria  a  roi  e  ooo  podible  enaaziar  el  mi  eoerpo  por  Bcsela- 
mitinUt  Uttptt.  K  «IIa  allanandole  toda  ia  earrera  e  deziendole:  por  qne,  dixo,  o 
tu  WniKt  de  tiida  aabidiiria,  talet  eotat  fablat,  por  qoe  llamatte  al  neselaaBieaCo 
ttixla  ßota  e  torpe?  K  cuydat  qne  noo  ae  de  la  t^engia  de  loa  libroa  de  loa 
ekrUtianoa,  e  mnchoa  volamenea  ley  en  mi  tierra  e  oy  mocboa  ehrittiaaoa  fablaiiiea 
cofi  miffo.  Non  «a  eacHpto  en  vno  de  loa  ?aeatroa  Hbroa:  bodaa  oonmblea  e 
toroa  non  enaiiziadoa,  e  major  ea  eaaar  qne  aer  quemado,  e  loa  qne  dioa  aynato 
non  aparte  el  omne?  K  lat  vneatraa  eacrituraa  non  enaeßan  loa  profetaa  antigoo« 
e  jiiatoa  auer  anldo  mof(crea  e  loa  patriareaa,  e  non  ea  eacrito  aoer  atüdo  mogerea 
aquel  Pedro  el  qiial  dizen  aiier  aeydo  principe  de  loa  apoatoloa?  Poea  aty  et,  o 
loco  e  eaforgado,  por  qiialea  autoridadea  deuea  llamar  laa  bodaa  aazidat?  Mache 
(fol.  170'')  ine  aemeja  quo  aa  berrado  do  la  vcrdat  de  laa  vaeatraa  enaenangao. 
A  la  qiial  ronpidio  el:  o  nioger,  aun  ay  aon  eataa  coaaa  commo  ta  diaet,  ca  bien 
et  dexa<lo  a  hit  quo  quicrcn  auer  mogerea,  maa  non  aquelloa  loa  qaalea  Tna 
vegada  promitleron  a  diot  guardar  la  virgfnidat  non  corronpida.  Ca  yo  deapoea 
quo  ao  alinpiado  por  el  agiia  del  bautiaroo  aantu,  promiti  a  lean  Cbriato  de  me 
guardar  llnplo  d«  la  iiian^obia  e  del  roi  non  aaber,  e  por  qnal  rrazon  podre  cor- 
ronpnrlo  qua  promltl  a  dioa?  R  ella  dixo  de  cabo:  aea  eata  tu  volantad  commo 
propoHiHto.  Mar  acaba  otra  ml  peti^ion  pequona  e  a  fascas  nioguna.  Sy  quieres 
faxor  RAlua  In  ml  alinn,  ynzo  con  mig»  osta  nuche  e  aufre  qne  yo  huae  de  la  tu 
formnanra  o  ayunlA  la  tu  fcrmuiiurii  a  la  mia,  o  prom^tote  que  gran  maüana  me 
fnga  chriNlinna  o  rronungiaro  n  la  onrra  de  loa  dioscs,  e  aora  a  ti  non  tan  aenera- 
uiPiito  p<«rdoii  por  onta  dliipeiKinvIoii,  uias  avn  aurna  galardon  de  todo  por  la  mi 
anlut  (l«'l  tu  dioN.  K  non  frKifroii  muchas  cosas  segund  di8penaa9ion  loa  prin^ipea 
<i  IdR  iipoNliiloii  il<«  1.1  vuontra  rroligion,  traspasando  muchaa  vogadaa  lo  menor 
por  nl  uiiivor  iiiunilndo?  K  nun  oh  dicho  sant  Pablu  avor  vircumt-idado  a  Thimocho 
(I.  TiinnllHtii)  por  iiiojor  (iiNp«>ii8}i<;H»n ,  maguer  que  In  (ircumyialon  aea  deacomal- 
giKloru  n  Ion  rhriHii.iiuiN?  onporo  nl  non  caquiuo  do  fazor  la,  e  muchaa  talea  coaaa 
fnllnrAN  on  Iah  oNrripturAH. 

a  Capitulo  XLIIII ".  Commo  ol  aoüor  demueatra  por  Vision  a  losaftit  dubdante  laa  penas 
do  los  malos  e  la  blenandanpa  de  los  santos. 
l'ut'M  AMv  OM,  (huliMido  ootas  i'o»M  0  falagando  e  echando  arrededor  lazos  e 
rr(Ml«'.M  a  hi  «lit>«(ia  paito  v  a  la  aini(\stra.  couicnv'"  a  mouer  la  torre  del  alma  dd 
o  doriibai  la  fortalo/.a  dol  »u  propoaito  o  faxcr  dolibra^Mon  tenbladera.  E  el  aen- 
brador  dt>  iiialiv>a  o  oneniigo  de  loa  juatoa  tonblando  el  au  oora^on  e  penaando 

/     ".' I        «•>ln|   iii  «l.    lIiJM'hr.  ostt». 

/     JS.      Ol    tiMV  iiullniu. 

/     41       toiibliiiith'l   I.  tont«n«lt>. 


La  oatoria  del  rey  ADeiuur  e  de  losapbat  e  de  BaHaaiu 


'S7Q 


COD  loa  8tiB  canee,  de  vd  cora^on  Äcoraeten  al  cauallero  de  lesu  Cbriato  o  cou- 
turban  toilaa  laa  virtiulos  de  au  alnia,  e  aiooDeatando  le  el  amor  crue)  de  In  mo^a, 
en^eudieroo  en  el  fuego  muy  grande  de  cobdi^-ia.  E  veyendo  ae  el  muy  fiierte 
«ntlHuado  e  cabtiffol.  171]uado  para  pecar,  e  loa  aua  pensamienlos  para  aalut  de 
h  luo^a  e  para  oonnoraion  a  dioa  pueataa  aay  commo  manjar  eo  anzuelo,  era 
gerca  del  faximienlo  (o)  e  los  enemigoa  faziendo  le  coteoder  que  Don  era  pecado 
poi  la  aalud  del  atma  n^iintarae  vna  vez  a  la  moger:  Uoranda  la  meogua  de  I& 
au  :iilma  somitieDdo  a  sy  miamo  luego  se  toroo  a  la  orayion  e  derrainando  lagri- 
maa  largamoDle  de  los  ojoa  llamaua  a  dioa  el  quäl  faze  aaluoa  los  eaperantea  eo 
sy  e  detia:  en  ti,  sefior,  be  esperaoga  nou  sea  coDfondido  para  aieapre  dId  me 
eacurnezcan  loa  mia  eoemtgoa.  E  por  muchaa  oraa  orando  con  lagrimaa  e  fin- 
cando  muchaa  vegadas  loa  ynojos,  poBoae  an  el  auelo;  e  dormiendo  vn  poco  vio 
a  sy  mistQO  arrebatado  de  vnos  eapantablea  c  paaar  per  logares  qae  otioca  viera. 
£  aduzido  a  vo  prado  grande  af'eytado  de  florea  bien  olientea  de  fermitanra,  do 
via  loa  arbolea  de  todaa  maneraa  e  afeytadus  de  deauariadaa  üorea  eatrauos  e 
maraaillnaos;  e  las  fojas  de  los  arboles  dauan  dul^e  son  meneadas  de  vn  viento 
agradable  e  echauao  olor  noo  fartable;  e  eeeauati  aiellaa  pueatae  de  oro  muy 
titipio  e  lecbaa  de  piedraa  prp^iosaa  e  dantes  iciiy  gran  rresplandor,  e  lecbos 
lazibles  de  eolchaa  e  de  «'atradoa,  loa  quulea  por  su  feimusara  aobran  todo  rre- 
contamrento;  e  paaan  aguas  mtiy  linpiaa  alegrantea  los  ojoa.  E  aquelloa  eapan* 
tabtes  pasando  lo  por  aquej  canpo  raay  j^rande  e  toaraullloso,  raetieron  lo  en  vna 
Qiiibdat  rresplatjdes^ieiite  <1o  rresplandea^imiento  non  fablable;  e  loa  muros  eran 
de  oro  puru  e  do  piedras  proQioaas,  las  qualea  nunca  vio  ooine,  c  loa  muros  eran 
lüuy  altos.  E  quien  puede  riecontar  la  fermuaara  e  la  eiaridat  de  aquella  giudat, 
E  lux  derr.'itoada  de  su^o  con  rrayoa  aluobra  todaa  Ina  playas  della.  E  moran 
en  ella  vnaa  conpaiiae  v«'b'8tialea  rreaplandeayientea  cantanies  earjto  el  quäl  nunea 
oyo  oreja  raortal.  E  oyn  boz  deziente :  eata  es  la  folganga  de  loa  juatoa  e  eata 
es  la  alegrta  de  aquelloa  que  plogierou  a  dioa.  Dcacnde  leuando  lo  dende  aquelloa 
nobles  varones  tira(m[n]8i>  atras.  El  quäl  todo  [fol,  171  ^]  puesto  en  alegria  e  en 
gozo  dpzia:  non  mo  priuedcä  de  gozo  non  fablable,  mas  dexat  me  morar  eo  vn 
rrencon  desta  (ludat  uiuy  noble.  E  dezian  ellos:  non  paede  aer  qae  tu  eatea 
agora  aqui,  mas  por  mucho  audor  e  trabajo  vernaa  aqua,  e  enpero  sy  podieres 
fazer  faer^a  a  ti  miamo.  Estaa  coaaa  dicbaa  e  pasado  el  canpo  aduxieron  lo  a 
vnos  logares  tenebregosoa  e  llenos  de  todo  fedor  e  tristeza  e  tribula^ion  o  tur- 
billino,  do  ae  escalentnua  el  forno  eo9»jndido  de  fuego,  e  gaaanoa  e  eerplenlea 
que  eatauan  viuaa  entre  las  Hamas  e  atormentando  las  almaa.  E  oyo  vna  boz 
qae  dpzia:  este  es  el  logar  de  loa  pecadorea.  e  eatos  son  los  tonsentos  de  aquelloa 
los  qae  con  maloa  Tcchos  e  torpea  se  enauzian.  E  deapuea  aaoaron  lo  dende  loa 
que  lo  y  pasieron. 


Capituto  XLV.    Commo  el  mismo  tomando  se  en  sy  enferma.  e  oomo  rreprehende  de 
tray^ion  al  padre  que  (o  vino  a  visitar 

Lnego  tomando  se  en  ay  mismo  tenblaua  todo  e  corrian  mnchaa  lagrimaa  do 
los  aus  ojoa.    Ca  tuda  U  fermaaura  de  aquella  mo^a  non  caata  o  de  las  otra» 


Z.  3  fl'.    Die  Konstruktion  »Üeaea  SiiUe«  nicht  konsequent  diirohgcführt. 
Z,  30.     fablable]  in  iJ.  Udschr.  fuUablc,  wie  ia  eiuigcu  amloru  Fallen  auch  xucrst 
geschrieben,  aber  später  corrigiert  war. 


r  iCMOt  i«  lo«  maim  memUxtm  tobre  ri  leebo  csfers«  c  ms  p«iB 
■l   S  AM  üebo  *I  rrty  eomo  el  ^  er«  «sfenn,    D  q«l  ( 
hN  I»  ^|«i  1c  aca««pefa^    E  «1  ire«o«t9>e  pör  ord«a  Im  «mm  qa» 
m  Jos  all  ptei  «  qiB  qF^ate  j  ecter  I» 

I»  i««Ui  mtam^  jqr  «I  ttM^  »an 
Ck  Mi*  4mw  •  «M»  iHOi  Mf  AnA»  4«  hm 


a|p^  ^  «iDiSia  *  tonr  m  vasftar  aa  %a.    C  pwi»i»  «e  al 
ftK^fiAsk.    £  <ri  MO)  ^  «ifti»  <jui(fiiiiiaiifl>lii  * 

(  ttr^  TTfUTBOr  «  Ski Jk  k  it:  |i»d»  a  3tv  ^  f^:^  < 

/c»cua    '    ^'   ^^^     ''   Utrraioa.     äit   Imaauwa» 
Tlwrtiiv    iw  »t   innÖBSk  »  «rrrc  *  -»lOir  dt  i»  ^ 

7U<)tiuin;i  (  ttfu   na.7  mefioiiiiU'  «  tahamr  ^«itt»  nimr:  ^tor 

difv  lAfiT   mmni  i  um  iprtr:&.   Mfumcif-  «  iimar  d»  km  Mn«.  * . 

.vtmin  Uli    Of    Ktf  mn^Jif  i  t»  atmt  «tes»  är  «mi  TiimdBL    "i*  IM» 

f^   :>   anmi&ia   i\m  nr*f»r:f»  u   tx.  «ennu  ^n*^  nnt  «[^  ak  a^  3''^'*^  ^  «■■t^  tarn 
^    :»  ä:uii.äl;a^  du»   äs  sru.    1  ivr  «»Of  mtuau  w»  THMSHdiir  «i  9iiiL'|]39*ijik. 

•AAfwr«»  :  äwf  ivr  e  oBa.  oiw-  iMbr  w  sadk  «  J«t  «2  ^piü  ii^WK4i  «■»«ipMrt 


.  estoria  del  rey  Anemur  e  de  losaphat  e  de  Barlaam 

Puea  aüy  es,  non  es  dcrecharera  coas  vos  noa  sabidores  e  ^iegos  syn  eDtendeiuienio 
Bosaiiar  a  loe  justod,  mna  ante  llorad  a  uos  luismos.  Ca  las  vuestras  obras  eou 
lucura  e  non  de  piadat.  Ca  el  acatamieoto  estudioso  de  cauallvru  dij  lae  batalUs 
al^^anüo  seiuejablettioDte  ydolu  llatuolo  Mars.  E  otro  entjetidido  por  cobdii^ia  do 
mugerea  fizo  dioi  el  sii  pecado  al  qual  Hämo  Venus.  E  este  por  la  fuerva  infiuio 
ydol(»  nl  qtiai  llatuo  Baeho.  £  setuejablemeDte  los  cobdi<;ioaos  de  los  otros  males 
establesgieron  ydoloa  de  loa  sua  pecaiios,  Ca  a  las  siis  posesiooes  (I.  pasioncs) 
ItamaroD  dioacs,  e  por  tanto  ea  los  tius  juegos  fasen  saltoa  suziamente  e  eanian 
oantares  luxiirioBos  r  fazen  se  arrebatamieotos  ojuy  locos.  Quien  sofrira  eacouar 
la  8U  boca  fablaiido  las  turpedades  dellos?  0  Teoda,  eatos  tua  oDrramieDtos  son 
mas  ayn  seso  qua  las  ymagenes.  Amoti<:;stas  mo  :i  adorar  estas  oosas  e  unrrar 
las,  tnas  yo  seruire  al  tni  dies  e  a  el  sacrificare  a  mi  todo,  dtoa  cnador  e 
prouB[e]dor  de  todas  las  cosas  por  ouestro  aefior  losu  Christo  la  ouestra  espe- 
ran^a^  por  cd  quäl  auemos  alleg.iniienio  al  padre  de  lus  liitibres  en  el  apirku  santo, 
por  el  quäl  somos  rredemidos  de  la  seruidiinbre  amarga  ea  la  su  sangre.  Ca 
quäl  cosa  es  mas  fermoaa  quo  oonfesar  estas  cosas  e  onrrar  tal  dios  bueno  e 
begniiio,  el  quäl  iiianda  la  justiciti  e  la  contmt>n<;;ia  e  la  linpicza,  enttena  la 
misericordia  de  la  fc,  prcdica  lapaz,  es  noobrado  ueidat  e  es  caridat  e  bondat. 
Mejor  es  onrrar  a  este  que  a  los  tus  dioses  descomulgaderos  e  llenos  de  pecados 
e  torpee  en  fazimienios  e  eu  noobrea, 

Q  €apttulo  XLVII.   Commo  el  mistno  losafat  confonde   a  Theoda  de  la  sabiduria  loca 

de  los  suyos. 
Et  dixo  a  ol  Theoda:  ahe  manitiesta  cosa  ea>  qite  la  nuestia  socta  mitchos 
aabios  e  grandes  e  rrocontadorcs  lUHrauiiloBos  taabien  por  virtud  cuumu  por 
^ien^ia  la  dieron,  e  todos  lo  rreys  de  la  tierra  e  poderoaoa  la  rres^ibicron  commo 
baena  e  non  aiiiente  nirtguoa  cosa  de  falsedat.  Maa  vnos  rrusticoa  de  Galilea 
pobrea  e  viles  omnoa  predicaroo,  ellos  pocos  por  cueuta  non  pasartm  el  cuento 
.  [foi.  173]  de  Xll.  Pues  asy  es,  commo  la  predica^ion  de  pocos  e  df  tion  nobles 
)  de  rnisticüs  es  [a]  abaotponer  a!  naandHmifnto  de  ujuchos  e  de  graodes  rreNplao- 
des^k^tites  por  tanta  sabiduria?  e  qae  atiniia<uiento  es  de  dezir  fstos  auer  dicbaa 
cosas  uerdaderas,  e  aquellos  auer  ineotidoV  E  rreapoudio  el  6jo  del  rey  cou  de 
calio:  o  Tlieoda,  por  Ventura  eres  asno  oyente  la  vtuela  de  rrazon  e  ßncaato 
syo  entendemiento^  o  uie  bas  eo^errado  las  orejas  de  serpiente  por  que  nun  uya 
las  bozes  de  los  encaotaotes.  Abe  locu  commo  non  adiizea  al  soso  de  la  venlat. 
Ca  eso  mismo  que  los  vuestros  onrrawieuto»  sun  loudos  de  uiucbos  inarauilladeros 
por  sabiduria  e  defeodidos  por  uucbos  rreys ,  mas  la  predica^ion  del  euaogetto 
de  pocos  e  de  non  nobles  varonea  ea  predicada,  (e)  demueatra  la  virtud  del 
nueatro  onrramieDto  e  ta  ent'ormedat  e  deaterramiento  de  las  eDsenan(;as  de  li>s 
vuestros  lualos.  Ca  sy  de  los  rre(c)tores  e  filosofos  fuese  espuesta  la  tiiiestra  fe 
e  ouiese  auido  obradores  rreys  e  poderosos,  por  ineres«;iraiento  podrias  dcair 
todo  ser  fecbo  por  virtud  humaoal.  E  agora  catando  ei  euaogelo  sauto  ser  coo- 
puealo  de  loa  pescadorea  e  persigoido  de  loa  principe«  cruelea,  e  despaea  auer 


Z.     6.  por  la  fner^a]  der  Übersetzer  la«:  propter  violentiiiin,  stott  propUrr  vin«»- 
lentiam. 

Z.     8.  OD  tos  8I1S  juegu»'!  vicliiu-hr:   in  ilolabris  »um;  \'g\.  aoten  b.  98«;,  Z.  lil. 

Z.   18.  misericordiam    lorei;,  tidtiUi  uxhibet. 


de  dte  m  i 

dt  Im  «ii  Mk»  fc«tai  m  Mfsvc  a  df  K  <b>  d 
rtrAitz  imM^HM  »  ti  e  «  to4o«  k«  q«e  ae  tiaaiitMM  a  «1,  •  u—i^am 
9«ftl<)ntf  MSftcvm.  Bu   aij  cwon  s  i|JRi.  «1  fsal  ton»  i« 
qwier  4cxir  iilTiiiwio  4»  la  canen  de  laa  ^aUada«»  •  wtäi9  al  «laisfl  » 
1*  koH*Q  c  tirai»  te  omkimm  dd  pccada  mb  m  «aaa  W 
■yniiMp.    Ca  ri  «^or  d  mmm  dfae  mt  fa«te 
f«nicat^   EdäK  eo«d»  cak^:  c»  aoa '^ 
a  W  peaileatia    0  aB^»#~  bo«  ^»craa  d^M«?  na  4eM''«    «*»  w»  a  leaa 

Z.  2.     Eöi  ^«zz  SBapefüka:    Qu  et  piaeMwet. 

2L  ^.     «B:c>rsaroB3  extsrbaaervaL. 

Z.   7  51   Vi*liB<iir :   q^di  «rpo  pace»  diecR  6t 
!^zJ:uL  iirrj^  vk-B»  <«T4e-iQaa  ?  Faso*«»  «Baholi  qxäi  ] 

Z    li:.     ftiiieiii«^  io  öer  Hdüclff.  fedieata. 

Z.   :;•:.  tu    err»dc>'  cosfsenlaxBf. 

Z.  t.  :'.  la  oral  ^refa^c:  cc    aaistmas-a.  coatra  a^aclla 
;  a  .  :  o  L  zxrüti^v-eijeii.  -ier  l'ti«r<«tiia'  boof;  aitn-  voki  4«rc&  Mämmlafcii  * 
contra  a  :  xi  ]ia  amistaa-^a   zasaaa»ea:   las.:  qnaaOB  aa*e  Ine  t(9ifn 
■iriiTTTÜtTB  bar«cx. 


r^iiMQ 


' e*a«cr> 


La  eaturia  del  rey  Aneinur  e  de  tosapLat  e  de  Barlaani 


383 


[  dio8  begnino,   e  alimbrate,  e  noa   sera  coofondida  la  tu  cara.    Ca  tuego  qiie 

Itomarea  el  bautiBmo  diuinat,   tuda  la  confesion  dol   omne  viejo  e  toda  la  curga 

I  de  lus  mucbus  pecados  aera  anterrada  en  el  agua  e  decorrer  se  a  en  nada.  Pues 

«sy  ea,  Tbeodas  eaaeüado  por  palabraa  «alio  luego,  e  tornando  ae  para  aquella 

cueua  descomulgable  e  tooiando  los  libros  de  la  su  arte  magica  asy  coirnuo  faxe- 

dore«  de  tuda  raatdat  c  lua  tesoros  de  los   uiDisterioa  deiuoDiados  qtit'mo  loa  eo 

'  el  fuegu.     Dc'sende  lue  tjt<  a  la  cueua  de  atjuel  vaiou   saiitu  al   quäl   fuo  Nachur 

e  coQtule  tudas  laa  [M.  174]  cusaa  de   sy  derraioando   puluu   »obre   hü  cabe\;a  o 

daudu  graiides  gemi<Iüs  e  tlorandu  muy  fuf^rteuiente  e  aun  rrecontandu  por  urdeo 

todos  loe  fechos  al  viejo.    E  el  cooqido  fuese  maestro  para  saluar  Us  almas  e 

aÜDpiarlas  de  las  quixadaa  del  dragon  eagafiuso,  amouestolo  por  palabraa  salu- 

dables  e  prumete  rreujieion  de  loa  pecadus  e  prometeie  que  te  sera  buono  el  jiiez. 

Desende  beodeziendo  Ic  tnando   le    por  eataa  cosas  que  äziera  que  ayuoase  por 

mucboa  diaa  rrugaodu  a  dioa  por  el  con  lagrltnas  e  eon  lloroa, 

0  Capitulo  XL1X.    Commo  el  rey  por  consejo  de  Aracht?  partio  el  regno  con  su  fijo 

losafat 
E  estas  coaas  asy  acabadaa  el  rrey  deafallesi^ido  por  cada  parte  era  rauy 
triate  e  leuia  muy  gran  luouimionto  en  el  coraQon.  K  llamando  con  do  cabo  h 
todoa  los  del  conaejo,  deoiandoles  delegenteroente  que  faria  del  ßjo.  E  muclios 
deziendu  mutlios  conaejoa,  aquel  Arachiz  nuiibrado  suso  naaa  noble  por  dueado  e 
primero  en  el  consejo  del  rey  dixo:  o  rrey,  lo  que  conuenia  fazer  a  tu  Hjo  oon 
lo  fezimoa,  amunestando  le  seguir  las  nuealras  CD8efianf;a«  e  aertiir  a  los  nueatros 
dioaea.  Maa  seguiul  veo  esfori;auioiii  ooa  a  lu  que  non  puede  ser  Ca  de  la  na- 
tura te  viene  o  del  estado  eata  conteuvion  e  dur«za.  Pues  asy  pa,  sy  quisierea 
atormentarlo,  tu  aeras  cti(ri)e[uigo  de  la  natura  e  nou  aeras  llauiado  padre  e  perder 
lo  aa  cobdi^iaudo  morir  por  leau  Christo.  Pues  asy  es,  finca  para  lazer  aquello, 
que  le  partas  el  rregno,  e  dexnle  regnar  pu  la  su  p.trt«  que  le  ucaesgiere.  E  sy 
los  nego^ios  e  el  coydado  de  ]na  cosüs  geglarcs  lo  traxieren  a  aiguir  el  nueatro 
trabftjo  e  la  viila,  veoir  nos  ha  la  coaa  de  aentencia.  Ca  ]tiH  coatunbies  atbrta- 
ladas  en  el  eorayon  doii  pueden  ser  destruydas  rrafezuicnte,  e  por  tanto  son  a 
trasujudar  maa  por  amonesumienio  que  por  fuer^.  E  sy  finoare  en  la  seota  de 
los  cbriatianoi,  csto  intsmo  el  non  auer  perdido  ei  fijo  sora  a  ti  solaz  de  la 
mengua.  E  deziendo  esto  Arachlzt  alabaron  todos  tornando  au  consejo,  o  coti- 
sentio  el  rey  ser  eatas  cosas  asy  feebaa.  E  en  la  manana  preguntando  el  rrey 
al  fijo  dixo  le:  fijo,  esta  sea  la  posktrimera  pulabra  de  uii  a  ti.  a  la  quäl  sy  noa 
obedea^ierea  man  a  mano  o  sy  al  non  en  eato  el  tui  cora<;on  eapa^iaras,  sabe 
qne  de  aqui  adeiante  non  te  perdonare.  E  preguntando  [fol.  174^]  losalat  quäl 
era  hi  palabra:  por  «,'ier'".  P^r  que  trabajando  te  falle  «nucho  deaobediente  a 
todas  las  cosas,  vin  que  conplieses  las  mis  palabras.  Quicro  partir  el  ml  regno 
e  fazer  que  seas  e  que  rregnes  en  la  vna  parte.  Enton^e  podras  yr  por  la  car- 
rera  que  qnisieres,  Conoagiendo  aquellas  cosas  la  aloia  deuinal  e  quo  esto  que 
dezia  el  rey  por  decorrimiento  de  la  su  [dejliberagion,  enpero  oonsentio  obedes^er 

Z.  80.  de  sc  nm.  Lat.  ex  sentcutia  (Vinc,  Bell.  1494:  «xsula);  r^orai  fffnv  xaxn 
exfKiov  ro  itoäyfut.  Uer  span.  Übereetsier  nahm  wohl  nur  die  Abkünsnug  in  seiner  lat, 
Vorlage  anverstandcn  in  »einen  Text    Iicriibf^r.     (JiJcr  meinte  er:    de  sc  misma  (lüÄ)? 

Z.  41  f.  et  istud  ad  lapsum  Huac  deliberatiooid  pra[H>acrc  regem. 

Z,  42.     oonaentioj  in  d.  Udachr.  coosiento. 


:  1.- 


La  estoria  del  rey  Aoemur  e  de  loeapbat  e  de  Barlaam 


:^5 


rregoado  del  engaTi[n)o  eapantable  de  aqu<^l!o8  e  rre8plande85ia(r»)  por  luz  de  la 
fe  Itripia  d«  los  cbristianos,  Pues  asy  es,  ei  rey  daua  aey  inismo  buen  «'nsienplo 
e  enflainaua  rauchüs  a  pemejable  enten^ion  e  en^eudia.  Ca  »abia  anre  todaa  laa 
cosas  esta  «eer  rtbta  dfl  rey  que  erisr^no  &  fndua  tcuior  a  dios  e  gnardar  la  Ju- 
Btigia.  E  en  estn  mucho  Heiacjaiia  a  dios  en  que  non  pensnua  ser  ningiiua  coaa 
mas  prr^-ioau  que  ht  misoricordia.  E  desi^tide  cäcudriDaiia  las  cargeles  «  lus  qae 
erfin  capliuos  <'n  los  licrros  e  los  qae  estanan  aprimiadoa  de  los  debdures,  e 
tniniatraiia  largauientc  a  todas  las  cosas.  E  era  padre  d*^  loa  [fol.  175^]  herfaDos 
e  de  laa  biudn»  e  de  todoa  loa  iDengiiadoa.  Enton^e  loa  que  eran  siihjetoa  a  au  pudre 
all^gaiiaD  ae  a  el  toda  ora  rnae  echandu  todo  ol  b(^rror  euangeUzauan  la  verdat. 
E  la   caaa  de  loaafat  crea^ia  e  confortauaae,  o  la  oaaa  de  Aoemur  enferuiaua. 


Q  Capitulo  U.   Commo  dios  visito  aJ  padre  de  losafat 

E  el  rey  Aui-miir  pcMsando  en  cstas  cosaa,  Urde  e  apenas  tornando  en  el 
aeao  conoa^to  la  eritermedat  de  loa  Bua  dioaes  talaoa  e  el  engafio  vano.  E  con 
de  cabo  llaino(B)  loa  priineroa  del  conaejo  e  dize  ante  todoa  laa  cosas  que  pen- 
sara;  e  todoa  aiiian  eaa  mlsma  enfermedat,  ca  loa  visitio  el  oasfieote  del  aUo, 
oyda  la  ora^ioo  de  losafat  au  aieroo.  E  viato  es  al  rey  fazer  aaber  a  au  fijo 
esto.  Pues  asy  ea,  escriuio  otro  dia  a  losafat  vna  Iftra  en  qut«  so  contenia  esta 
manera:  el  rrey  Anemur  a  losafat  su  iijo  luuvbo  amado  aalut.  U  Hjo  oiucho 
amado.  luuchoa  penaaiuieDtoa  entrando  ao  la  tni  altua  turbarou  la  cruclmente.  Ca 
peoaando  todoa  loa  nuestros  fHllesfitDicntoa  talleavio  cotnmo  fumo,  e  laa  aectaa 
de  loa  cbriflliaoos  rreapJandesvieotea  aobre  el  aol,  aenti  aer  verdaderaa  las  qualca 
me  dezfas  stenpre.  E  mosiramos  te  mucboa  inalea  e  aun  matamoa  mueboe 
cbristianoa,  los  qualea  eafor(,-adoa,  obrnndo  en  ellos  la  virtud  non  lidiable,  Irilinron 
coDtra  la  nnestra  crueldat.  E  agora  aquella  niebta  vana  tirando  do  loa  nueatroa 
ojoa,  vimoa  vna  luz  de  la  verdat  mager  «pie  poca,  e  entra  r>os  la  rrepenten^ia 
de  los  primeroa  malea.  Maa  a  esta  lus  otra  nuue  de  mal  deaeaperamiento  en- 
paxa[ii]do  tienta  oUflcureles^er,  contrapouiendo  iDUL^hedonbre  do  loa  luia  malea,  e 
por  que  ya  yo  ao  aborres^ible  a  lesu  Christo  e  non  rres^lbidero  comioo  rrene- 
gadero  e  feebo  eoemigo  del.  Poes  aay  ea,  que  dizea  a  estaa  coshs,  o  fijo  miiy 
dal^e?  Faz  me  lo  muy  ayoa  tuanifieato,  e  enaefia  que  me  conait^ne  fazer  a  mi 
que  Bo  la  padre,  e  traeme  a  conus^en^ia  de  ta  eoaa  que  me  couniene.  E  loaafat 
totuando  eata  letra  e  Uycndo  laa  coaaa  que  ae  eo  ella  ffol.  176]  conteöian,  fiaohleae 
de  gozo  e  luaiaiiillaDaae.  E  man  a  tnano  entraudo  en  la  su  yazida  ante  la  eara 
de  la  ymageu  del  aenor  e  rregaodo  la  tierra  oon  l.igrimas  dixo:  gra^ias  te  fago, 
seüor  amador  de  tos  omnes,  dios  de  tutsericordia,  el  quäl  sofriste  pacieiite  e 
sufres  loa  Duestroa  lallesgimlentoa  e  noa  dexeate  faata  aqui  noti  atormcntados.  Ca 
noa  dignoa  eramoB  en  otro  tienpo  de  ser  echados  de  la  tu  cara  e  aeer  enaienplo 
eu  este  aiglo,  commo  loa  morautea  en  Pentapolin  fueron  Slenos  de  pecadoa,  loa 
qualea  qnemaate  por  faego  do  piedra  auiVe.  Mas  la  tu  gran  pa(;ieD<.-ia  derramada 
ea  miaericordioaamente  sobre  noa.  E  deaende  apreauroae  de  venir  a  casa  del 
padre  con  oligio  rreal. 


Z.  7.  de  los  debdorcsj  vielmehr:  a  creditoribus. 

Z.  16.  cnfcnncdat]  oiuuibas  antcm  eadera  conftriiinn tibas. 

Z.  21.  nitm  uostra  omuia  cerneos  tleficientia  quemiulmodau   famua  deficit, 

Z.  87,  nus  dexeate]  in  d.  Hdächr.  noa. 


VfiB^nBB   UmmKmKn 

»         Cmhm  It  —Bill  «I  ^«  t  1«  «*e«  ie  te  atate  taste  M  bMÜBA. 

»  >  tet»  fikibo  al  padf»  q»t  rmb  d  fi>».  «ilMe  «1  emiw»  e  «tts^olo 
mIqv  «  nuf  M17  CT&fli  g<»»t  e  gtMMt  Ilaita  eft  tJ  m  a^miMiiite  Qm  bm? 
N  d«tu  coflüi  r^tju)  rn  TD«,  e  qaitm  4iia  taa  eo«»  i|«9  As»  «I  Qa  al 
rv  a  MB  fOtfttA  fttö«ofiA7  Mm  <)it«  otn«  eoo«  sy  nc«  lai  qve  fven«  ■«•- 
M  dd  tpErlia  moio,  por  el  qaal  lot  t>««eaiiorts  p««caroB  todo  d  ««ado  m 
Cbriaio,  e  Joi  do«  letradoi  •on  moitrado«  mit  bäInm  qoe  lo*  tabidt»!«!.  E 
rit  aiicba«  oö9M  d«  dio«,  •  mtomto^  k  f e  e  U  piad^t;  dcmde  caewtal«  d 
jfo  000  IttiitfiiM«  de  tu  tMmIpMdal  d»  ^ot.  e  eoniino  esta  sienpf«  apits|»te 
pim  rrm^hlr  ta  p^nltt^n^tA  d<t  lot  «oeoenleQKü  ae  a  e),  «  por  tjpm  vom  x  pec(eMo 
qa«  fettsea  las  tiu  eniTJiAJU  d«  »{ieticordia«  sy  un  •eoetavitite  (laiiteremo« 
f«e«r  {Mmiti&fii.  E  coofirsuindolo  de  mtichoi  eDBi^ploa  e  ie«thiMiii<Mi  d«  taa 
«iertpuir»«,  pu»a  fttt  al  Mnnaü.  Aiy  qu«  apan^do  el  rey  es  «ita  MtUdoria  tan 
eni^CJida,  coo  f^r^nl  box  u  coa  cüra^on  bten  olieot«  conicsa  a  lesn  Chmlo 
iftitador,  pafti<'ndir>  t>tf  üc  todo  hurror  Je  lo«  detcottfoi  e  adorand«  \o  ythMi  de 
la  urtiK  utalticjitleni,  Teyendolo  Odoi  e  oyendolo  todo«  predica  dios  «er  ftuettro 
wtim  tt«rdad^o  Imq  Chrtftto.  E  confieaa  ia  SQ  cruffoL  157^}e}dat  pnmeTft  e  ire- 
prchendfs  ta  m  trtieldat  e  hamiQidioa  contra  loa  chn-ittsoü«.  E  faicse  graiU  partfl 
a  la  pJadAt}  por  qtif  'en)  afjtiüllo  quc  dixu  »itüt  Fablu  p:aire»cA  aer  coopISdo  por 
U  obra;  do  nlwndo  )a  tnaldAt  y  ftboodir  )a  graS'ia.  Pam  aay  ee,  losafat  oray 
isbio  dlztDfirl4>  ctacbas  coiaR  a  aquclloi  maeBtro«  qiie  ae  jnoianiD  e  a  tos  aatn- 
pat  e  a  lodu  l^l  pueblo  de  dioa  0  de  la  piadat  de  la  »11  fe,  e  aay  comino  con 
iftfijfiui  dii  fitJpffO  csDtJj  cantlco  na«uo,  v^oieodo  la  gragia  de)  ipiritu  santo  subre 
eiloa  ctpii'rti»!»«  a  lodm  para  la  grlorlfteatjloii  de  dioa,  tuda«  la«  eocpaüas  llaoiaado^ 
aay  comrao  por  vna  buz:  grande  ditt«  el  de  loa  cbrratianoa,  non  ay  oIto  dioa  ly 
ikjh  Huestr'^j  «eFiAr  icma  (ThrUto  coji  cl  padre  ©  con  el  »piritu  saoto  glorificadero. 
E  el  rrey  ADemar  eo^eDdido  por  amor  diainal  leaantoae  rreslamente  contra  loa 
ydolofl  loa  qualea  eran  en  el  au  pala^io  fechoa  de  oro  e  de  plata  e  echeloa  ea  el 
•aelo.  Deaende  menazoloa  e  dioloa  a  loa  pobrea,  de  laa  coaaa  noo  apronecbable« 
fazlendo  aproaechablea.  E  ann  deapnea  con  el  fijo  deafizu  muy  aprieaa  loa  tenploa 
de  loa  ydoloa  e  todoa  loa  eacamioa  faata  el  fandamento.  E  faae  en  el  logar 
dellos  aantoB  oratorioa,  dod  tan  aeneramente  en  la  ^iadat,  maa  ann  en  todo  el 
rregnado  por  eatudio  marauilloao.  £  loa  apiritna  maglinoa  que  moranan  en  dioa 
eran  onpiixadoa  dando  bozea,  e  tenblando  confeaaaan  la  yirtud  del  nneatro  dioa 
80r  Don  lidiahle.  E  todo  el  rregnado  en  derredor  e  laa  machedanbres  de  laa 
otraa  gentea  corrian  a  la  fe  piadoaa  de  leau  Chriato.  Enton^e  vino  vn  obiapo,  e 
fii«  i)autizado  el  rey  Anemur  e  buaa  de  bautiamo  diainal  en  nonbre  del  padre  e 
del  fijo  e  d(;l  spirttu  aanto.  E  losafat  lo  aaco  de  la  fuente  diainal,  e  al  padre 
carnal  fecho  es  fazcdor  de  rregenera^ion  apiritaal.  Con  el  qaal  tods  la  ^iadat  e 
todo  cl  rregnado  enderredor  ajerea^ieron  rrea^ibir  baatiamo  e  fecboa  aon  ^os  de 
la  liiz  los  que  primero  eran  teDl[e]braB.  E  toda  la  flaqaeza  e  todo  el  mal  de- 
moniado  cnpoxado  ea  a  lexoa  de  loa  creyentea,  e  todoa  eran  acabadoa  e  aaaoa 
en  Ins  almaa  e  en   loa  cucrpoa.    E  otroa  machoa  mi[fol.  177]ragloa  aon  fechoa 

Z.     2.     nl  padre]  in  d.  Hdschr.  cl. 

Z.  IS.     in  hac  a  dco  docts  sapientia;  der  Übersetzer  las  oder  verstand  «deo. 

Z.  31.     lüB  cBcarnios]  Missvergtändnlfi  von  delnbra,  t^^.  oben  S.  881,  Z.  8. 


La  estoria  del  rey  Auemur  e  de  losaphat  e  de  Barlaam 


387 


para  coDfirmncion  de  Fe.  E  las  egiesias  edeficanse  e  Iob  obiapos  qne  estauan 
abscondjdos  por  medo  salian  e  rresv'bian  laa  aas  egleaias,  e  otros  de  loa  aayer- 
dutea  e  moagea  erao  eacogidos  para  paeder  la  grey  de  leau  Cbriato. 

Capltulo  Oll.    De  en  comtno  el  rey  Anemur  se  oua  despues  que  Tue  conuertido,  e  de 

la  SU  muerte. 
El  rey  Anemur  dexada  la  priinera  mala  conuersagion  e  fjiziendo  pemreogia 
de  la«  coaaa  que  faziera.  dio  todo  el  aenorio  rreal  a  an  fijo.  E  el  pasando  vida 
desconsolada  e  derramando  poluo  sobre  su  cabog^a,  daua  graodea  bozes ,  e  Ilu- 
rando  sienpre  fablaiia  el  solo  al  solo  dios,  detnandandole  perdon  de  las  sas  culpas. 
£  pusose  en  tanta  coDtri^iou  o  en  tanta  biimillat,  que  auti  iion  osaua  rionbrar  el 
Qonbre  de  dios  con  aus  labroa  e  apenas  preaiimia  eatas  coaaa  por  amoaestamteoto 
del  fijo.  Piiea  aay  ea,  laudado  por  bueo  aeroejar  fuese  a  la  carrera  de  las  vir- 
tudes,  por  que  por  piadat  sobrepujase  el  oon  aaber  de  los  priiueroa  niales.  E 
por  quatro  aofDjoa  viuiendo  aay  en  peniteiiffa  e  en  lagrimas  e  en  toda  virtud, 
enferoio,  de  la  quäl  morio.  E  quarido  ae  Hege  la  fia  del«  comenQo  tetuer  c  ojcd- 
brar  sc  eii  la  meiuoria  de  loa  malea  que  fiziera.  E  losafat  con  palabraa  de  con- 
aola^ion  aliiiiauale  la  triateza  e  el  miedo  que  le  acaesgiera,  deziendo :  qod  quieraa, 
padre.  temer,  que  non  ven^^en  loa  pecados  de  loa  conuertientca  ae  a  dJos  la  au 
bondat  uon  aamable.  (^ierto  ellos  so  medida  estan  e  por  cuento  ^iertoa  son; 
maa  ella  ea  muy  grande  e  syn  cueota;  ca  nou  puude  lo  que  eata  so  el  eueoto 
aobrar  a  lo  graude.  E  asy  confortando  la  au  alma  por  palabraa  de  cooaola^ion, 
fizola  de  bucna  eaperanya.  Desende  eslindiendo  el  padre  laa  nianos  faztendo 
graziaa  fazia  la  oragian  e  bendezia  el  dia  en  el  quäl  fue  uasQtdo,  diztcndo:  o  fijo 
rnucho  amado,  non  ml  fijo  maa  del  padre  geleatial,  que  gra^ias  te  dare,  por  qualea 
bendif^ionea  te  bendizireV  Puea  asy  es,  que  fazimieD[fol.  ITTi'jto  de  graziaa  dare 
por  ti  a  dios?  Ca  perdido  era  e  fallado  so  por  iL  Fablando  aay  bcsaua  muchas 
vezes  al  lijo  mucbo  amado.  Deaende  oro  diziendo:  aefior  dios  muy  benino,  en 
las  tua  iiianoa  (»ncomSeudo  el  nii  apiritu.  E  asy  en  peniten^ia  dio  a  dios  el  alma. 
Entonce  su  fijo  Tosal'at  onrrando  al  padre  muerto  por  lagriuia«  e  (aziendole  inor- 
tajas  dignas,  puso  el  au  cuerpo  en  el  ujonimeoto  eotre  loa  »antoa  varonea.  En- 
pero  Don  lo  cubrJo  de  vistidura  rreal,  mas  veatiolo  de  aellgio  de  penitencia.  E 
estando  sobre  el  moDlmento  laa  manoa  al^adaa  e  derramando  lagrimaa  de  loa 
ojoa  oro  a  dios  por  eiete  dias  nou  leuantando  ae  del  monimento  non  arremen- 
brado  de  conier  nin  de  beuer.  £  el  oohauo  dia  tornando  ae  al  palagio,  partio 
todaa  las  rriquezas  a  loa  pobres,  por  que  al  entrar  de  la  puerta  augosta  non  le 
enbargaae  la  carga  de  auerea. 


Q  Capltulo  Ulli*'.    De  commo  non  querie  ser  rrey  Barachiz  e  de  commo  fttxo  losafat 

Et  acabado  por  XL  dias  la  onrra  del  padre,  Itatno  a  todos  los  prio^ipea  e 
caualleroa  e  gran  conpana  del  pueblo.  E  posando  eo  la  catedra  dixo  a  todoa: 
ahe  commo  vedea  el  rrey  Anemur  mi  padre;  muerto  ea  commo  vno  de  loa  pobrea 
e  fueae  a  aquellos  ju)'zio8  derecbnreroa  a  dar  rrazon  de  la  conueraa^ion  de  la 
presente  vida,  non  leuando  ningund  ayadador  con  aigo  de  todaa  laa  ooaaa,  sy 


Z.   15,    ja  nejfritutlinem  deciilit,  de  qtm  ctlaiu  niortuus  est. 
Cap.  LÜII.    De  substltatiouc  Barachiae  et  fuga  losaphat. 
Barachix]  1.  Barachla. 


:\m 


PHedrieh  Laucbert 


tion  tan  »etierauient«  las  obraa  que  fizo,  quales  quier  qne  kxo,   E  ^terto  es  qn« 
c»o  raifcno  «caeiifra   a  toüus  los  d*i  la  natura  hiimaDal   e  noo  en  otra   manera, 
Puoa  Asy  •••    oytl  me  agora,   araigos  e   bermnooa     Vos  ronosgistes  eotre   tob  \m 
ml  t  ouU'TaafloD ,  comnio  despue«  que  cuno«i^^i  a  le^u  Christo  e  meres^i   ser  sfl 
»ioriio,  cubdtgie  a  i>l  »olo,  auicndo  todas  las  cosas  a  aborren^na,  e  taato  deaejia 
qufl  tiratitto  mo  dol  rrtiydo  di.*  la  vida  e  de  la  turba^ion  vana  yo  solo  seraiese 
«1  «(^1(1  I*  callan*)o  e  con  corayon  folgado  soriiieac  al  die»  spuur.    Mas  enbargon 
ta  puiflii  rio  ini  padro.    Knde  por  la  gra^ia  de  dio«  e  por  la  su  ubra  non  trabajtf 
t>ü  b:tld(!  Hin  eitpeQdy  loa  tnles  dia«  en  vano.    Ca  aytintelo  a  [fol.  178]  leau  Chrtafeo^ 
n  rniorjo  a  von  todoa  conna^'er  a  este  aulo  djos  verdadero  e  8«nor  de  todaa  laa 
coftnii,     K  yo  non  Hz  eslna   coeas,  maa  la  gragia  de  dios  comigo.     Paea  asy  es, 
tioDpo  P»  flo  yr  n  do  «)  miHinn  me  leiiara,  e  darle  he  loa  mifa]  votos  que  le  pro- 
mlti.    K  »t^oxü  von  pen»:it  a  qiial  qnerredes  por  padre  e  qae  rregne.    Ca  ya  »od 
Bcabadr>8  eii  Ui  vottmtad  dcl  «cror,  o  non  sc  vos  abaconde  ningUDa  cosa  de  lo»! 
mnndftdos  dr|;  andat  cn  ogta»  cosas.    E  deapuea  que  aquel  pncblo  e  aytintamieDto 
d<!  varono«  oyo   estiis  roua«,    lui>go  es  fecho  gran   rniydo  e   llanto  e  grant  con- 
fttHJfni  de  iioecs,  lloinndo  lodo«  v  naoteando  el  su  deaconaolamiento.    E  asy  Ilan- 
tmiido  V  llorHUnJö  jmauan  quo  non  bi  d< xarian  yr  en  ningnua  manera ,    maa  qn 
\o{s)  tomariaii  c  nmi  I*j  dfxanaü  yr  en  nirjguna  manera.    E  dando  el  pueblo  aaj 
bonos  n  tudos  )o»  prli»\;ipe8,  «luorifodo  el  m>y  aroaosar  la  conpaila  mandoloa  callar 
e  pmmitio  d»  obedcH^'^r  a  l[aj  su  porfia,  e  enbi'olos  a  casa  tristi^idos  e  auientea 
eu  la  cara  srnalea  de   tristezn.    E  el   tomando  a  parte   vno   de   los   priovipea  el 
quäl  fue  a  ol  tuas  aiiudo  quo  los  otros   por   piadat  de   la  fe  e  luarauilioso   por 
piadat  de  la  fe.  fl  qiial  aota  uonbre  Uarailiia.  det  qiial  fablamos  aiiso,  e  fablau&le 
bcnlgnamont«  «  pri<guiiiauale  dul^ciitente  que  toinaae  el  regno  e  rregiese  con  temoi; 
de  dios  el  nu  piu^blu,  por  que  cl  podieüe  yr  n   la  carrera  deseada.   E  fallo  lo  qa 
non  querla  o  csquiualo  de  todo   et»  todo,   e  decia:  o  rr^y,  comino  es  non  de-1 
rcchurrru  el  tu  juyzio  c  en  quaiito  la  tu  palabra  [non]  segund  el  tu  mandado. 
eiy  tu  nnsoüa^ie  amar  al  tu  ^N^reano  eounno  a  ti  ndsmo,  por  quäl  rraaon  la  cargi 
quo  tc  tu  apreauras  tirar.  la  q\ncros  a  lui  poner?   Ca  sy  buena  rosa  es  rregoa 
tn  teulo  que  es  bueno;  e  sy  esto  *-a  escandalo  e  afruenta,  por  que  ise  la  pones  «^ 
tut*  qalerca  soplantau'?  E  despuea  qne  lo  vio  que  Uesia  talea  cosas,  ^eso  de  fahlar. 
E  en  U  media  «oebe  escrluio  (fol  178 «»1  vna  letra  al  pucblo  Uena  de  filosofia  en 
que  deila  toda  piadat,  rommo  ae  doairia  gloriar  en  el  aeuor  e  que  vida  ofrosgerle 
•  q«Ale»  jpnoB  e  quales  gra^ias.    Pesende  ommmIo  toa  qw  oon  toonMM)  otro  por 
ptviii^lM  «7  Boo  a  liarachia.    E  dcxando  la  letra  en  el  leeho  do  ya^a,  aalio  del 
fMiU^io  abaeondidamenle  de  todo. 

0  CMIül«  IV.   De(l]  rrHemiBleoto  de  lenfU.  e  tfe  le  ceofirraa^iM  de  Barachia  e« 

Um»  mm  u*  |Mido  MOiwder  del  todo.  Qm  gma4  mäb*bM  eabMk  ee  •  dio  alj 
pntVh  iwUmtef  •  Hol«.    Lot  qmlid  mBm  co»  gnui  ajin—aiii 
iMMMld  »  eriwitiilf  la  hfÜL,    Oiide  m«  tramama  m  ?aao;  ea  todoa 
loipVM  lat  canwaa e cdroarMilodoa  loi«o«lee  e  {«reaitMi  loeTaflea»  e 
li  «lirtt  niadweto  qt>«  tf«ia  la»  shum«  MWaftdae  al  (ielo  t  faalMdo  la  ( 


Ltrc 


La  estorla  del  rey  Auemur  c  de  losapbat  o  do  Barlaam 


de  la  VI.  ora  del  dia.  E  coramo  lo  vicron,  oonaenjaroii  Ilorar  e  rrogaron  le  e 
apresuraruQ  le  qiie  bo  tornaBe.  E  dixulea  el:  por  qua  trabajades  cd  vaao?  ca 
noD  me  podedes  auer  por  rrey  de  aqui  adelante.  £  mm  ven^ido  por  la  grant 
purfia  delloä  tornose  al  palagio.  £  ayuutaijua  todos  dcciaro  el  sii  coosejo.  Desende 
Jurolea  que  dod  eslarta  con  ellos  mn  aun  vn  dia.  Eiiton^e  estaLlesfio  pur  rrcy  a 
Baracbia  por  fuerga  e  el  dod  queriendo  lo  e  pusote  ia  Corona  eu  la  cabc^a  c 
diole  e)  aniello  rreal  eo  la  taauo.  E  cstaodo  contra  Oriente  fizo  oratfon  al  senor 
por  el  e  ora  por  todo  el  piiebJo.  E  toroando  ae  dixo  aBarachia:  ahe,  heimano, 
mando  le  asy  commu  cl  apoatol  a  las  vegadaa  lo  ateatimouio.  E  ten  mientes  en 
ti  e  en  toda  la  grey  en  la  qua!  te  puao  por  rrey  el  spiritu  aaoto  para  gouernar 
el  piieblo  dd  senor  el  quäl  gaoo  por  la  au  sangre.  E  a^y  cointno  ante  mi 
conoagiate  a  dioa  e  lo  seruiate  con  Iiopia  cou^engia,  aay  ugora  por  tnayor  estudio 
te  eafuer^a  plazer  a  el,  Ca  quanto  mayor  seriorio  aa  ganado  del  aenor,  tanto 
eatas  dubdoso  de  mayor  pecho.  E  por  tanto  du  al  buen  fazedor  ia  diibda  del 
fazicaiento  de  laa  gra^iaa,  estables^iendo  loa  mandados  snnios  del  e  [fol.  179] 
desaiando  de  toda  la  carrcra  que  aduze  a  perdigion.  Ca  asy  comnia  en  lo«  oaiiioa, 
quando  failes^je  el  tnarinero,  da  alguud  poeo  de  dafio  a  los  nauloa,  o  qtiaudo  ol 
gouernador,  faze  perdigioo  de  loda  la  oaue :  e  aay  en  loa  rreya :  ay  algunt  pringipe 
peca,  non  enpes^e  tanto  al  pueblo  commo  a  ay  iDiamo,  e  ay  el  uiamo  et  pringipe 
(I.  rrey),  obra  daüo  de  toda  conuersagion.  E  por  tanto  aofriras  graodea  penaa 
sy  menospregiarca  alguna  coaa  »prouetdiable.  Por  la  qua!  razon  con  toda  dili- 
gcD^ia  guarda  a  ti  mismo  en  bien  e  aborrea^iendo  toda  voltintad  que  trabe  a 
pecado.  Ca  dize  el  apoatol:  segid  La  paz,  syn  la  qiial  non  vera  ninguiio  a  dioa. 
E  vee  commo  corre  el  ^iclo  de  laa  coaaa  hnuaaoalee  e  traelaa  por  roanera  con- 
traria e  vana  e  traelas  aderredor,  «  en  el  mudamiento  ligero  destaa  cosaa  guarda 
el  penaamiento  piadoso  non  mouible.  Ca  variartie  por  mudamiento  de  laa  cosas 
es  senal  de  volimtad  non  ürme.  E  tu  buaa  del  bien  e  sey  ßrmo,  e  non  te  en* 
B&lgea  por  la  glorta  tenporal,  por  finchamieoto  vano,  roaa  alinpiado  el  penaamiento 
piensa  la  torpedat  de  la  tu  natura  e  la  breueza  e  la  non  yertedunbre  deata  vida 
e  la  muerte  ayuntada  a  Ia  tarne ;  e  penaando  eataa  coaas  non  cacraa  en  la  fuesa 
de  Boberbia,  mas  tcmeraa  a  dioa  verdadera  e  rrey  ^eleatial.  E  eierto,  el  que  toma 
grand  poderio ,  deue  aemejar  qiiauio  podiere  al  dador  del  poderio.  E  en  ealo 
miicbo  aemejara  a  dioa  sy  non  deuostrare  ninguna  cosa  maa  pregioaa  que  anor 
merr;cd.  E  por  tanto  acy  buen  fazedor  a  loa  auientea  lo  mcater  c  abro  laa  orojaa 
a  loa  pobrea,  por  que  fallea  el  oydo  de  dioa  usnifeatado  a  ti.  Ca  quaics  fuere* 
moa  a  nueatros  aieruoa,  tal  aenor  fatlaremos  contra  noa.  Non  auras  memoria  do 
malifia  contra  loa  pecanlea,  mas  demanda  perdon  do  los  tua  pecadoa,  perdona 
a  loa  peoantea  contra  ti;  ca  el  perdon  coopicnaaae  con  cl  perdon,  e  el  ay  antat-  a 
DOS  loa  que  ae  tornan  a  nos  ea  amanaamiftato  de  la  aaua  diuinal.  E  agora.  bermaoos, 
enoomieodo  voa  a  dios,  el  quäl  voa  puede  aderea^ar  o  dar  vos  a  todoa  heredat  de 
santificagiou. 

[fol.  179  b]  Capitulo  LVI.   De  la  foyda  de  \omM  al  yermo.  ^ 

Et  dez^iendo  eatas  cosas  pueatoa  los  ynojoa  rrogo.    E  tornaudo  ae  beao  a 
Baracbia  al    quäl  auia   ordcnado  rrey  e  a  todoa   loa  priuf^ipea.    E  entoo^e  aon 

Z.  14.    la  dnbda]  vielmehr  «Icbda  debitum;   der  Übersetzer  las  wohl  achon  im 
Lat.  falsch;  ebenso  Torher  <1  üb  du  so:   Uinto  podoris  exactionia  deUtor  cxistia. 
Z.  29.     breueza]  in  d.  Hischr.  briiucu. 
RotnuilKbi)  ForBcbangen  VII.  26 


'M)  rriedrich  Laaohert 

derrMOHdM  niuohiis  lagrimM.  E  beatua  los  e  abra^^aaaloa  verdaderamente  de 
ooragon.  £  desien :  mal  es  a  dos  de  la  nuestra  malandan^a  may  cruel.  Desende 
llamauan  lo  padre  saluador  e  bienfazcdor,  diziendo:  por  ti  eonos^imos  a  dios  e 
souioa  libradoa  dol  herror  e  fallamos  folgan^a  de  todos  los  males.  £  el  en  pal«- 
bras  de  oonsoia^ioD  rrofreno  muohos  gimimieDtos  dellos,  promitiendolea  qae  seria 
C()u  ollos  coQ  spiritii,  ca  ya  oon  era  podible  con  caerpo.  £  desiendo  talea  cobm, 
vtendolo  todos  aalio  del  palacio.  Con  el  quäl  salieron  todoa  man  a  mano,  pro- 
millendo  que  non  tornarian  a  la  ^iudat  fasta  qae  oon  lo  podiesen  ver  de  loa  ojos. 
E  doapue«  que  salieron  de  la  ^iudat,  por  que  non  quisieron  partlr  del  con  palabra 
blanda.  arraucados  son  eon  denuesto,  e  muohos  se  tornaoan.  E  otros  maa  fernieii- 
tes  segian  lo  do  lexos,  fasta  que  los  partio  la  boi  viniente  de  soso.  Paea  asy 
M.  salia  dol  su  rregno  aqucl  mao^obo  f\ierte,  goiando  se  asy,  commo  algnno 
tornaudose  do  iucugo  dosterramicDto  a  su  tierra  anda  alegre.  E  estana  vestido 
do  Aiora  do  las  vistiduras  acostunbradas,  e  de  dentro  [de]  aquel  pan[D]o  de  llana, 
el  quäl  lo  diora  Uorlaaiu.  R  on  la  noche  poso  en  vna  oaaiella  de  ?n  pobre  e 
dospi^o  las  vistiduras  e  diolas  al  pobre;  e  aqnella  fae  la  postrimera  limoena.  E 
(Htuiondo  rredodor  de  »y  la  vistidura  de  alogria,  entio  al  camino  hennitafio,  non 
leuando  pan  oon  sigt>.  non  agua.  non  otra  cosa  ningnna  pertenes^ente  a  comer, 
non  vostido  do  otra  vistidura  sy  non  tan  solamente  de  aqnel  paüo  doro  del  qoal 
anv moubramvt«  vn  poci»  ante.  Ca  por  vn  deseo  non  creyble  e  ferido  en  d  oora^n 
do  awor  diulnal  dol  roy  non  luortal  loea  Christo  deseado  era  feeho  faera  de  sy 
oiiswo.  Todo  rro^alado  por  ifol.  likV  amor  dol  diie:  fnerte  es  el  amor  eommo 
la  ttiuorto.  Ksta  onbrta^'i  tomara  el  de  la  caridat  dininal;  asy  se  en^ndiera 
do  «tod.  »0||Eund  ol  pr\>lota  diaionto:  oommo  dosea  el  vt^mo  a  las  fuentee  de  las 
a^ua»,  asy  doeoa  U  mi  alma  a  ti  dios  fuento  viua.  E  aar  non  tiHnando  se  entro 
A  l;a)  o«po«ura  dol  yoruo.  K  tirada  la  eonfasion  de  las  cosas  tenporales  asy 
Cx^wnio  \  u.^  var);.'!  o  ^raue  «radona.  ale^rauase  por  spiritn.  e  eatando  a  leso  Cbristo 
ol  v;»,tl  do»o>ft-.:»  ^o'  lUtwAua  a  ol  a$y  commo  a  pn^sooto  e  orente  la  boa«  diiiendo: 
*o\^r.  ^^Ä^vo  A  tAÜAr  oArrvr*  pv»r  la  .'jUal  vocjca  a  ti;  ea  lla^da  es  la  ni  aina 
do'  tu  «u'or.  0  v'v'Mi\'to  a  ti  tV.0R:o  lio  vida  e  do  salaJ  E«(a»  co«u  bolaia  entre 
*>  *iorjnv  0  vio«ia  a  <i:o*  por  or^»;:v^a  o  «;-.;r.;A=a  a  el  msy  aica  coatenpla^ion. 
V  tAr.i^ro^o  **\  *vv:aua  *,;  oaiaivv»  o  o*:or^'4avio  so  do  wair  al  lov'hv^  do  Um  saatos 
00  '.v*AA  lior,*Jiv.-  y  v-o-o.  ,»  :a*  \?r><M  ^uo  ;A${:itt  por  *I  t«wo:  ca  non 
'.•.i\i  xV"  *  ^0  OTA  00 ji  r'v^,:r4  s:  vos  o!  *,;  ouorpo  sov  o  ol  paio  <v»a  qae 
v-^:a..\  oo>  or.o.  ro.;*  o,o  'a,<  wr^vi*  :o,=a-ji  pwx*  e  =;-«r*ir»CAa-faw-  E  pasaoa 
o.i'.*  oe  «j:*.  s*a  e::*  * :  :;r    \>frc;o  rzy  #.'v.v  o  »ya  a^'iA.   *»y  »i*e  ya  coatra 

•.-.••  5^00.  ■  -<  ■•  A  :\  •7:.-.r*  A;o-i-.'":ji:jL*i»  iv:  rv:*:ri:^«  ii«»ix-a»iai.  Ha»  el 
.•',•*>•  i"  i  >iV  V  ■  ji  ^«A  i  ji  juec  A  *i^*iCtr»c-»  T-c*iiA  ja  lartr*  <  a  Ja  faaa 
o" .-     t  >  .■•     .•■ .     t^  :  t 

'   «Xrirti*;  ^^'.    r««  ;a$  ^ffrtiotnni«  na«  $i»W  hKKV  »  A  yerik 

«.     -   *   :>  '    .'     •':-:-'.•      5*.:;  .  m.v    «•    .t    ix*ai-:.-'A  i;    »    *t    fvrsi  :«al   «  ieJ 
•.•.  »     :i  <  »■■■  '.  ^>*i.-      :■  X    '. '    tv'.v      ;tc4i!«;tif  ic.v    fln«r''at£«n» 


La  estoria  de!  rey  Anernnr  e  de  loaaphat  e  de  Barlaam 


391 


I 
I 


seruigio  inuy  rresplandes^iente  estante  delante  ei  de  loa  amigoa  e  de  loa  oormanos 
e  de  los  egu.iles  de  afios,  o  per  qiie  las  almas  de  todos  se  aeabaaan  de  la  su 
alma,  e  los  otros  rrefjrjigerios  de  la  vida.  Desende  abantponiale  la  aspere^a  de 
!a  conuersagion  e  luaohos  trabajoa  [toi,  ISO*»]  e  enferraedat  del  cuerpo,  e  la  noo 
coBtunbre  del  en  tal  meaquindat,  e  la  langoeza  det  tienpo,  e  el  meneeter  de  la 
preaente  sed  e  nun  fallar  conaola^ioti  o  fin  de  tamAüo  trabajo.  E  por  gierte 
mucho  lo  eatüinouio  el  poluü  de  los  pensainlentoa  et)  la  volantad,  aeguod  que  es 
eacripto  del  graod  Anton.  E  deapues  que  el  eoemigo  to  vto  flaco  contra  el  su 
proposito  torao  otra  carrera.  Ca  veoiaD  al  su  aetidero  mitcbaa  matiyiaa,  e  ten> 
taualo  trastornar  per  faotasmas  vanaa  e  deauariadas  e  meter  lo  en  luiedo.  E  a 
las  vegadaa  tcatendo  cuobiello  agudo  saUaaa  aobre  el  e  meuazaualo  qae  lo  ferne 
By  luego  non  ae  tornase  alraa.  E  otra  vez  tomaaa  formaa  de  dinersaB  bestias,  e 
eDSauaodoae  contra  el  raoatraua  voz  e  sooido  inuy  daro.  Deaeude  trasforaiauaae 
OD  dragon  e  en  Berpiente  o  en  basaliaco.  Maa  aquel  canallero  mny  ftierte  estaua 
syn  temor  en  su  corayon  e  puao  rrefugio  muy  fucrte  a  bv  mismo,  e  velando  por 
vuUmtad  e  denuatandü  al  mnglino  dezia:  o  engau[n]ador,  bien  ae  quico  eres,  el 
quäl  me  mueues  estaa  cosas  e  tu  que  de  cooaieti^o  del  mundo  feziate  talea  coaaa 
eoDtra  el  humanal  linage.  El  sefior  me  ayuda,  e  yo  menoapre^iare  a  loa  mia 
enemigoa.  Sean  confondlidoa  e  destrujdos  todos  loa  mis  eaemigoa,  tornenao  e 
enuergeni;en$e  tuucho  ayma.  E  dezieodo  estaa  coaaa  e  enprimiendo  la  aeTtal  de 
la  crux  a  ay  uiamo,  armaa  Qon  lidiablea,  aseoto  todaa  las  fantaamaa  del  dtablo. 
E  el  anda  gozando  ae  armado  por  la  uirtud  de  leau  Christo  e  faziendo  graglaa 
ai  aefior.  Maa  aparesgieron  le  muchaa  beatiaa  e  deauariadaa  de  8erpient(>s  o 
diueraaa  raaneraa  üe  dragonea,  loa  quäle»  aiiia  en  aquel  yeriiio,  e  non  rantasiicaa, 
Utas  de  verdat,  por  la  qiial  rraaon  la  carrera  era  llena  de  roiedo  e  de  trabajo. 
Maa  el  meuosprei^iaua  los  todos  en  su  eora^on  e  eebaua  l'uera  el  iniedo  por 
amanga  o  alitiiaua  el  trabajo  por  amor. 

0  Capitulo  LVIll*'.    Del  fallamiento  de  Bertaam. 

Et  aay  canaado  por  mucboa  malea  e  inaebaa  mesqiiindadea,  o  non  por  pocoa 
dia«,  enpero  vino  al  yermo  de  Senaar  en  el  quäl  moraua  [fol.  181]  Berlaam.  E 
fallo  agua  e  aroato  la  eed.  E  finoo  loeafat  por  doa  anoa  enteroa  por  aquel  yenno, 
e  noD  fallaua  a  Berlaam.  E  en  eaie  ticnpo  pruuatia  dios  la  su  fortaleza  e  la 
firraejta  del  so  peusainiento.  E  asy  eataua  por  el  dia  so  el  aol,  e  de  frio  [b]elado 
en  la  noche,  e  non  quedana  demandando  asy  commo  theaoro  pregioao  at  vtejo 
onrradero.  E  surrfo  muchaa  tenta^tonea  e  batallas  de  loa  apiritna  maglinos,  e 
muchos  trabajos,  e  mengua  de  yerbaa  de  laa  qualea  uaatia  de  comer:  ca  commo 
el  yenno  fueae  muy  aeco,  naa^ian  muy  pocaa.  Maa  aquella  alma  amante  enäa- 
mada  por  amor  del  aeuor  por  tuerga  aofria  maa  rrafezmente  estaa  coaaa  iriatea 
que  loa  deleytea.  E  fallo  por  la  gragla  de  dios  la  cueua  aeguiendo  laa  peadaa 
de  loa  que  andaaan  a  ella,  e  fallo  vn  monge  que  pasaua  vida  de   bermitanio.    E 


Z.     1.     cormanos]  corrigicrt  ans  conpanones. 

Z.     3.     abnntponiale]  propooebat  ei. 

Z.     8  f.  Ut  outem  Tidit  semetipaum  inimicns  debilem  advcrsoa  istitia  pioposltmn. 

Z.  Sl.     aeento]  ausento  Bbscntavit. 

Z.  80.    dias]  in  d.  Hdachr.  diot. 

Z.  86.    uaana]  in  d,  Hdschr.  osana. 

26* 


:i{)2  Friedrieb  Laaehm 

«brn^ndolo  •  betasdolo  rrogauale  qae  le  demoftraae  la  nonds  de 
flso  1«  tntendtr  la  manera,  e  asy  qae  aprindio  por  el  d  logu  que 
de  la  ffiorada.  K  anda  gosando  se  e  moy  rrezio  por  espeno^,  el  ^eqaeSo  ds 
luengA  tif  npo  cobdi^fiando  veer  a  sa  padre.  E  Mtoao  ante  la  paerta  de  la  monda, 
e  llanando  dixo:  bendizf,  padre,  beadize.  £  quaodo  oyo  Beriaaa  la  bos,  aalio 
de  la  cueua,  e  conoi^lo  por  el  apirita  al  qae  non  podia  eonoa^r  aealMdaaeato 
por  el  acatamienUi  de  fuera,  por  la  maraoillosa  traafigorafioa  por  la  qojtl  arm 
mndado  e  trasfigiirado  del  primero  acatamiento  e  de  la  man^ebia  feroMm  • 
florlda;  oa  estaua  negro  de  la  caleotara  del  aol  e  los  cabello«  enbaeltoa  e  Im  can 
descarnada  e  loa  ojot  puestos  adentro  e  laa  pestaiiaa  quemadaa  por  lagriaua  • 
por  miicho  qiiebranto  de  mengna.  Haa  losafat  conoa^io  al  padre  apiriaud  qoe 
tenia  eea  miima  figiira  de  la  cara.  Pae«  aay  es,  pasose  el  viejo  contra  orioBte  • 
oro  faaiendo  grayias  a  diot.  £  despuea  de  la  oragion  dizo  amen,  [foL  181  ^J  • 
tomanan  se  e  abrayauanse  e  besauanae  el  vno  al  otro;  e  por  el  graat  tuaar  d« 
dontro  tion  «e  podian  fartar. 

Capitulo  UX.   De  la  aaluda^ion  e  de  la  conuersafien  deüoe. 

Kt  oomonyando  Hcrlaam  a  fablar  dixo:  bien  veniste  fijo  de  dioa  e  heredero 
dol  rrogno  yolestlal  por  nuestro  senor  lesu  Christo,  al  qaal  amaste,  al  qnal  de- 
seasto  pur  inoronylroiento  subro  todas  las  oosas  tenporales  e.corronpiblea,  e  eommo 
niorcador  sabidor  vondidas  todas  las  cosas  coopraste  margarita  muy  pre^ioaa.  E 
losafat  ooinonyolo  do  contar  quantas  cosas  fueran  a  el  fechaa  despnea  del  an 
partiiulonto,  o  vomuio  dios  torno  todas  las  cosas,  fasta  el  sa  ayantamiento.  Eel 
vinjo  oyondo  ostas  cosas  oon  deleyto  o  coo  miragio,  Uorando  por  goao  deaia 
cstas  rosasi  glorla  sea  a  ti  dios  imestro  seßor  et  quäl  sienpre  eres  preaente  e 
ayiulas  a  los  quo  to  aniaii.  K  asy  dauao  amos  grayias  a  dios.  e  fablando  eataa 
oosas  0  aloKfi^ndo  so  por  la  grnyla  do  dios,  vino  la  viespra.  Entonye  leaantando 
Oll  omyloii  doxioron  ol  ofloiu  diiiinal.  Dösende  puso  (paso)  Berlaam  la  meaa 
\um\  yoiiar.  Ilona  do  iiianjnros  spiritualos,  e  non  auia  y  otro  manjar  de  consola- 
ttiioitto  sontiblo;  oa  Ins  boryas  onin  crudas,  de  las  quales  el  viejo  era  labrador 
0  obrndor.  o  ynn-'ii»  datilos  los  qii.tlos  oran  fallados  en  ese  yermo,  e  yerbas  de 
luonto.  K  l'a«loi)do  (irayins  o  posioron  las  dolante  e  comieron  e  beaiendo  del 
AKiia  quo  ootaua  y  ooroa  royionin  grayias  oon  do  cabo  al  qae  abre  la  mano  e 
biuolio  toda  aniiualia  do  bondoyion.  K  do  cabo  louantaron  se,  e  conpliendo  laa 
ovMv;ioni«9  do  la  noolio,  dospuos  do  la  oraytoo  conmenyaron  la  fabia  aplritaal, 
oouuiouo  üabor  («alabra»  do  salut  o  Ilonas  do  tilosotia  yelestial.  E  finco  losafat 
von  r>orl.iaui  aüv  por  nuiohos  ai^os,  pa«aodo  aquella  conaersayion  la  qaal  era 
nia.i  >)uo  do  iMimo  o  uiarauillosa.  o  obodosyieado  a  ol  aay  comaio  a  padre  e  en- 
»oüaiKm-  %'i\  ikmI;»»  la.<  co*a*.  o  oonsontioudo  a  todo  seraiyio,  e  sometiendo  se  a 
vi  )<o)  )i;iivtKi.i( .  0  lui.«An\)o  \io  toda  virtud.  o  rnuy  bien  enseüado  para  lachar 
ovv'tr.-»  los  jinit!::»  iv.^tjiluivv,*  K  pv>r  qiw  diga  sinplomente,  tanto  [foL  182]  le 
,4 1- IV.  «v  (>'••-«  i't  (ia'mo.  1^.10  90  uiaraui'tlau.x  commo  Borlaam  espendiera  machoa  aüoa 
or.  o<;.»  MvU  0  v-.'uiu-.o  nv>'.'.  »o  vonyia  por  ol  anacamionto  persenerante  de  ella. 
v^\;.'  A'..i;v.o  tv^iv.»;:.»  vio  ajaol  .A^i^»*!^  tt.auiAr  viurx*  e  »yn  conaolayion,  qne  taa 
5.^'.  ■«xvxv  '.0  ;  •■..v.cjo  'oo.;:..  pv^r  vjuo  *i  iv.oriojo  por  tuorya  non  perdiese  laa  Bergedea 
.\'  'ti  > -.x- •.-.<<  »'bra*.  K  .t*y  so  soivo:;o  a  vo'ar  a*y  vvxico  syn  caerpo  e  Myn 
,\  V.-  V  A  /■■•.*  *:o  '. \  o:a.;.,^v.  o  vio  obrjir  o.f'.  eatecd«iB:<Hi;o  era  a  el  non  que- 
.^'»>-o.  c;  v*'^' *  ^~*  ^''*  -■=  ^"  P-~'v?  *ie  todo  d«sp3««  qw  »oro  ea  aqoal 


La  estoria  del  re^  Anemtir  e  de  losapbat  e  de  Barlaam 

yenno;  ca  esta  obra  es  verdadera  de  orden  de  moneaterio,   nunca  aeer  fallado 
vag^aroso  de  la  obra  apiritual. 


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0  Capltulo  LX.    Commo  a  losafat  le  dixo  la  au  muerte. 

Pves  aay  es,  conuersando  asy  en  vno  Bcrlaam  e  losafat  de  spiritus  de  mucbos 
8ua  trabajoa  por  la  piadai,  vn  dia  Hämo  el  viejo  al  sii  fijo  Spiritual,  deziendo:  o 
losafat  mucbo  amado,  conuieoe  te  fincar  en  este  yermo,  e  lesa  Christo  me  pro- 
mitio  orando  por  ti  que  te  veria  ante  de  la  mi  mncrte.  Pues  asy  es,  vi  commo 
deseaua.  E  agora  por  que  ya  me  esta  a  las  pncrtas  el  tieupo  de  la  muerte  e 
el  deseo  aconpanable  e  de  tantos  aüos  estar  eon  leau  Chnsto  ya  conplido  es,  e 
tu  cubre  el  tni  ciierpo  de  tierra  e  da  e)  poluo  al  poluo  e  finca  desdoy  maa  en 
este  hogar  allegandote  a  la  conueraagion  spiritual  e  fazieodo  arremenbrao^a  de 
la  mi  humillat.  Ca  temo  que  la  mucheduDbre  obscura  de  los  demonios  enbarge 
a  la  mi  alma  por  la  muchedunbre  de  los  mis  noD  saberea.  E  tu,  fijo,  non  temas 
el  trabaju  de  la  conuersa^ioD  nin  temaa  la  langiira  del  tienpo  e  las  arterias  de 
los  demoiiios;  maa  tu  esoarnesge  oaadamente  la  enfermedat  destos,  armado  de  la 
virtud  de  lesu  Christo.  E  cootra  la  dureza  de  loa  trabajos  e  el  espagio  del  tienpo 
asy  aeras,  commo  sy  cada  dia  esperasea  la  [fol.  182^]  muerte,  e  aay  commo  sy 
este  dia  fuese  comien^o  e  fin  de  la  conuersa^ion.  E  despnes  que  estas  cosaa 
fueron  dichaa  de  Bcrlaam,  las  lagrimaa  de  losafat  non  auian  rnedida,  mas  asy 
commu  salienles  de  fuentes  mucho  maoantes  rregauan  a  el  todo  e  a  ta  tierra  do 
seya.  E  llorando  fuerte  el  apartamiento  rrogaua  que  fuese  conpauero  en  moriendo 
e  que  despues  non  to  dexase  en  esta  vida,  deziendo:  o  padre,  por  que  solamente 
quieres  lo  que  es  tnyo  o  non  las  cosaa  que  bod  del  ^ercano?  Tu  yendo  a  la 
folgan^a  dexas  me  es  (ribula^ioo  e  en  roesquindat,  ante  que  bnse  bien  los  tra- 
bajos del  huso.  Mas  rruegote  qne  rueges  a  dios  que  me  tomes  por  coDpan[nJero 
deate  aiglo.  losafat  deziendo  Cbfo  con  lagrimas,  respondiu  el  viejo  ligeramente, 
deziendo:  non  deueroos  contrariar  a  loa  juyzioa  non  conprehiendibles  de  dios.  Ca 
yo  mucho  be  rogado  a  dios  que  non  nos  partiesemos  de  en  vno,  6  sabido  be  de 
la  Bu  bondat  que  non  es  agora  conuenible  que  dexes  la  carga  de  la  carne;  maa 
conuiene  tincar  en  huso  fasta  que  conpoogas  a  ti  mas  formosa  Corona.  Ca  avn 
Don  lidiaste  quanto  abasta  para  auer  el  galardon  de  la  mer^ed  que  es  a  ti  apara« 
jada;  mas  conuieueto  aqui  trabajar  vn  poco  por  que  entrea  alegre  en  el  gozo  del 
gehör.  Ca  yo  bien  ho  gient  afios  e  en  este  yermo  acabe  bien  LXXV  aflos.  E 
magner  que  non  sera  a  ti  eatablesgido  tanto  tienpo,  mas  enpero  conuiene  te  de 
Ilegar  commo  manda  el  senor,  poi  que  seas  visto  semejable  e  non  ayas  menos 
que  aquellos  loa  quales  troxieron  carga  de  la  calentura  del  dia.  Pues  asi  es, 
toma,  0  mucbo  amado,  las  cosas  que  soa  maadadaa  de  dios.  E  asy  es  cooaejado 
lusafat. 

0  Capltulo  LXI.   De  la  muerte  de  Bertaam, 

Deaende  enbiolo  a  vnoa  hermitanos  que  morauan  lexos,  por  que  lo  trayese 
las  cosas  que  oran  meo[e]9ter  para  consagrar  la  bostia.  Enton^e  esfor^*ado  lusafat 
conplio  c)  luandado  a  prieaa.    Ca  temla  que  por  Ventura  non  moriese  Berlaam  e 


Z,  84  f.   ante  qne  hnsc  bien  loa   trabajos  del  huso]  prinsquam  bcne  exer- 
dtatas  Biim  laboribi»  conTcmationls. 


tmm 


394 


Friedrich  Lauchert 


diese  el  spiritu  a  dioa  el  oon  estando  y,  e  diese  a  el  dano  muy  diiro  non  aoieDdo 
gaaadae  laa  pahibr»s  [foL  183]  ateatiiiioiiiables  e  las  orai^iuoes  o  taa  beode^iones 
.  del.  E  aay  acabadas  del  las  cosaa  por  que  yua,  ofreai^e  Barlnain  a  dios  el  sacri* 
ficio  e  comnlgado  el  e  dio  a  losafat  loa  Dainistertoa  liDpios  de  lesu  Christo  e 
ategroae  ©d  el  spiritu.  Deaende  loraaDdo  el  maüj.'ir  acoatunbrado,  criaua  con  de 
cabo  el  alma  de  loaafat  por  palabraa  edilicnderaa,  dezieado:  ya  desde  oy  maa, 
fijo  mucho  amado,  non  noa  ayuntara  en  vno  la  fanbre  nin  la  meaa  eo  ostavidai 
ca  ya  entro  la  carrera  vniuersal  de  loa  mia  padrea.  Puea  aay  es,  conuieuete 
yerca  mi  moatrar  aman^^a  por  la  guarda  de  loa  mandados  de  dios,  e  en  eate 
logar  faata  la  tia  oioatrar  peraeueran^ia  conueraaado  comnao  fasta  aqui  apriaiste 
e  eras  euaenado.  E  el  aermon  liel  e  digno  de  todo  rrea^ibimieato  aienpre  aea 
arremenbrado  de  la  mi  vida  bumil  e  iDenoapregiadera.  Ca  si  morimoa  biuiremoa, 
e  ay  aufrimos  rregnaremoe,  E  tulea  cosae  fablaua  Barlaaro  a  losafat  faata  la 
vieapra  ©  por  toda  ta  aocbe,  auieodo  grant  dolor  e  non  podieado  aofrir  el  apar- 
taroteoto  luengo.  £d  la  maüana  luzi^ndo  el  dia,  al^adas  la«  tnanoa  e  los  ojos  al 
Qielo  dixo:  aenor  mi  dioa,  el  quäl  en  cada  logar  eres  preaente  e  lincbea  todas 
las  coaaa,  fagote  gragias  que  cateste  la  tni  hiiniiidat  e  me  feziate  digno  ea  la  fe 
ohriatiana  e  en  la  carrera  de  los  tus  mandados  acabar  el  curao  desta  mi  morada. 
£  agora,  muy  buen  aenor,  rrearibe  nie  miaericordiosameote  en  los  taberoaculos, 
e  non  te  acuerdes  de  loa  mia  pecadoa  los  quales  peque  a  tt  aabidamente  o  non 
sabiendo.  E  aun  guarda  eate  tu  fiel  aieruo  al  quäl  qaisiate  que  yo  tu  aieruo 
non  digno  devant  andase.  Detüendelo  de  toda  vanidat  e  tenta^ion  del  contrario 
e  faz  lo  mas  alto  de  los  lazos  cuytadoe^  los  quales  paao  ea  lazo  el  malo 
[foL  183'^]  a  todoa  los  que  quieren  aer  fechos  saluoa.  E  acabada  la  oragion, 
abra^o  a  losafat  con  talante  de  padre  e  besolo  con  beao  santo.  E  aenalaudose 
de  la  senal  de  la  cruz,  eatendidos  los  pies  con  cara  alegre,  fulgo  en  paz.  Ea- 
ion^e  luaafat  cayendo  »obre  ©1  por  Uoroa  e  eoapiroa  e  genaimieotoa  cunplio  el 
dolor.  E  leuando  (1.  tauando)  el  cnerpo  con  lagrimaa  e  enboluiendo  lo  en  el 
pan[n]o  de  laoa  que  le  diera  en  el  pala^io^  cantaiia  todo  el  dia  e  la  noche  e 
cantando  mojaaa  el  cnerpo  aanto  por  lagrimas.  E  el  aiguiente  dia  fizo  el  sepuloro 
9erca  la  cueua,  e  mucbo  rreligioaameote  e  con  grant  rreuerenyia  e  trayendo  la 
tierra  paso  la  ea  el  mo[Du]mea(o. 


I 

I 


Q  Capitulo  LXII.    De  la  vlslon  de  losafat,   por   la  quäl  le  pares^ieron  las   visiones 

^elestialea. 

Et  coQ  cora^oD  bien  olieote  faziendo  ora^ioo  dixo:  aenor  mi  dios,  oy  la  mi 
oragion  por  la  qual  llaioe  a  ti,  aue  mer^ed  de  mi  e  oy  me.  Ca  yo  de  todo  tni 
eora^oo  demando:  sey  mi  ayudador  nin  me  deaanparea  nia  me  menospre^iea,  dios 
mi  salut.  Ca  mi  padre  e  mi  madre  desaapararon  me,  Maa  toma  me,  senor»  a 
faz  me  mantfiesta  la  carrera  en  la  quäl  ande,  e  faz  me  aaluo.  Ca  eres  bnen 
amador  de  loa  omnea,  e  por  la  oravioQ  e  por  la  rrogaria  de  tu  ateruo  Berlaam. 
£  acabada  la  ora^ton,  Beya(D)  ^erea  del  sepulcro  llorando,  e  aeyeodo  adormi^iose. 
£  vio  a  aquellos  varooes  temerosos,  loa  quales  viera  primero,  veniendo  a  el,  e 
qaelVaacauan  [aj  aqiiel  gran  canpo  e  marauilloao.  Deaende  posieron  lo  en  la  (iadat 
muy  glorioaa  e  rrcaplaDdea^iente.    £  eatrando  el,   salian  los  otroa  al  camino» 


Z.  11.    termoD]  üdelia  aerTas  et  omni  acceptadone  digniu. 


La  estoriA  del  rej  Anemar  e  de  losapbat  e  de  Barlaam 


395 


rresplandea^ienteB  eon  miicba  lunbre,  e  trayan  eu  las  manoB  Coronas  rresplan- 
des^ienteB  por  ferinnsara  non  fablable  e  qunles  nimca  vieran  ojos  bumaDates.  E 
pregt^Dtando  losafat:  cuyas  sori  las  ouronaa  rreäplandes^ieotca  de  gloria  uQuy 
feraiosa  laa  quales  veo?  respondieron  le:  a  ti  esta  aparajada  la  vna  por  miichas 
almas  qua  aalueste,  e  ffol.  184]  agora  se  afeytara  mucho  maa  por  eJ  buso  del 
bermitano  quie  agora  acabas,  enpero  ay  te  ouierea  en  el  varonilmetvte  e  perdu- 
rares  fasta  la  tin.  E  la  otra  taobiea  tuya ;  maa  convfijeote  (te)  dar  la  a  ta  padre, 
et  quäl  por  ti  decllnado  de  la  mala  carrera  e  faziendo  penitengia  verdaderatnente 
es  ayuntado  al  senor.  £  loaafat  despuea  qtie  oyo  esta,  tomolo  duhdando  e  tristt- 
mente  e  dixo:  comtno  podible  es  qiie  mi  padre,  que  oon  fue  mi  egual  qiie  sofri 
taiaraa  cosas,  gane  el  don  por  la  sola  peaitenvia?  E  dixo  eatas  cosas,  e  aemejauale 
que  via  a  Berlaain  asy  coinaio  que  lo  mattraya  e  dezia:  loaafat,  eatos  aoo  loa 
mts  aermones  loa  qiiaics  (e  dezia  a  las  vezes,  que  qiiando  tu  fuerea  muy  rn'co 
Qon  acras  baeofazedor;  e  tu  dubdauaa  en  la  palabra,  E  agora,  commo  eres  en- 
treati^ido  de  la  oorra  egual  de  ti  e  del  padre?  E  maa  te  deuiera»  ajegrar  en  tu 
cora^on,  por  que  es  oyda  la  tu  gran  ora^ion  por  el.  E  loaafat  commo  auia 
coätuobre  de  dezir:  perdooa  me  padre,  dixo:  perdona  nie,  e  muestra  tue  do 
moras.  Dixo  el  viejo:  an  esta  grande  e  fermosa  ^tiidat  mereä^i  auer  morada  en 
medio  de  ta  plaga  rresplaDdes^ionte  por  iuz  muy  grando.  E  cuyda  losafat  rrogar 
a  Berlaam  que  lo  leuaae  a  su  morada,  e  con  gran  taleate  que  lo  rreagibiese  en 
BU  poaada.  Maa  dezia  el,  que  avn  aoa  auia  venido  el  ti[e]npo  en  el  qaal  podiese 
venir  [.i]  aquellos  tabaroaculoB,  aun  aomilido  a  la  carga  del  cuerpo.  E  dixo  le: 
pues  asy  es,  ay  perseuerares  varonilmente  segund  que  te  inaDdo,  vernaa  vn  poco 
maa  despues  e  aeraa  digno  deatas  moradas  e  avias  eaa  misnia  gloria  e  husaraa 
dese  misDio  gozo,  e  seremos  en  vdo  para  aieopre  jamaa.  E  espertando  del  aueno 
losafat  auD  tenia  el  alma  farta  de  aquella  Iuz  e  gloria  non  fartable,  e  con  gran 
marauilla  dezia  a  dios  ypno  de  gra^iaa. 


Q  Capitulo  LXIII.    De  la  muerte  de  losafat 

Et  fizo  fasta  la  ün  de  la  an  vida  paaando  en  la  tierra  verdaderamente  con- 
uersacinu  angilicai  e  buaaua  maa  dura  conaersa^'ioQ  deapuea  de  la  mucrte  del 
viejo.  E  en  el  XXV  ano  de  la  su  liedat  (fol.  184 *»J  deaanparo  el  regno  terrenat 
e  tomo  este  trabajo  de  heruiitaDio.  Por  treinta  e  ^nnco  anos  conuerao  en  eate 
yermo.  E  niuchas  almas  tire  entre  tanto  al  diablo  e  las  ofres^io  a  dioa  para 
Baluar.  E  en  esto  acabando  meresvro  la  gra^ia  apostoUcal.  E  era  martir  e  por 
voluntad.  Ca  con  fyuzia  de  lesn  C'bristo  se  confeao  e  ae  esclares^io  commo  predi- 
cador  muy  grando  de  la  su  grandez.  E  avn  Incbando  en  el  yenno  dcrribo  mucbos 
apiritua  de  maklat  por  las  virtudea  de  Jesu  Christo,  o  estudo  alongadamente 
pargjonero  del  don  e  de  la  grzr/m  ^-elestial.  A  ta  tin  acabada  tal  conuersa^ion, 
con  llamatniento  dando  obra  tan  üignii  a  aquel  el  quäl  lo  Hämo,  cru^iBcundo  el 
mundo  a  sy  mismo  e  a  ay  al  mundo,  va  en  paz  al  dios  de  paz,  e  es  coronado 
ya  de  la  Corona  de  la  gloria  geleatial  promitida  a  el  ante,  c  es  fecbo  digno  de 
veer  a  leau  Cbristo  en  las  manos  del  quäl  encomendando  la  au  alma  fuese  al 
rdgnado  de  los  viaieotes,  do  es  el  eon  dellos  comientea,  do  es  la  morada  de  todus 


Z.  12.     maltraya]  qnn«  uxiirobrantem  aibL 
Z.  32.     treinta]  in  d.  Udacbr.  trayta. 


396 


Friedrich  Lanohert 


los  alegraotea  se.  E  el  bu  cuerpo  pre^ioso  vd  varon  santo,  el  qaal  feziera  su 
morada  <^erca  de)  e  el  qua!  le  mostrara  primero  el  camino  para  Barlaam,  enseüado 
por  rreuelavlon  diuinal,  vetiiendo  aquella  ora  del  sa  dormir,  onrrando  lo  con  ala- 
baofas  sactas  e  derramaDdo  lagrimas  por  la  eenal  de  amao^a,  e  acabando  todasJ 
las  otras  cosaa  que  coaiieniaa  a  los  cbristianos,  puso  lo  en  el  sepulcro  del  padraj 
Berlaam,  Ca  conuenja  loa  cuerpos  dellos  eatar  en  vno  en  la  tierra,  la»  almas  de 
loa  qiiales  estan  ayuntadas  ea  vno  perdorablemeote. 


0  Capltuio  LXIIIl".    Del  tredlaudamlento  <l.  trasladamienti»  de  los  dos  santos  cuerpos 

a  Yndia. 

Et  aquel  heriBitario  que  lo  enterro  obedes^iendo  al  mandado  de  vn  varon 
cepantable  al  quäl  vio  por  viaion  fueae  al  regoo  de  los  de  India  e  vino  al  rey 
Barachiaa  e  lizole  manißestaa  todaa  las  cosas  de  laot  losafat.  E  el  non  menos- 
pre^iaadolo  fueae  ton  grant  conpaäa  e  yirtud  e  llego  a  la  cueoa  e  cato  el  mo> 
nimento.  E  llorando  de  auao,  tiro  la  ciibertara  e  vio  a  Berlaam  e  a  Fosafat 
auieotes  loa  lutenbroa  sanos,  segiind  la  propia  Bemejan^a,  e  tos  cuerpoa  non  mada»  ^ 
dos  nioguoa  coaa  del  primer  coior,  mas  linpios  e  enteros  de  todo  con  ans  viati- 
duras.  Enton^e  aqoellos  taberoaculoa  de  laa  aantas  ulmaa  daaan  mucba  [fol.  185] 
mucbeduobre  de  olor  non  teniendo  DiDguna  cosa  de  fedor.  Loa  quales  poniendo 
los  el  rey  en  arcas  pregioaaa  leuolos  a  an  tierra.  E  quando  »opo  el  pueblo  lo 
que  fuera  fecbo,  grand  niuchcdu[njbre  ayn  cuenta  de  todas  laa  Qiudadea  e  de 
todaa  laa  tierras  de  aderedor  venian  onrradaineote  con  ypnos  e  canticoa  e  lan- 
paraa  e  Qirios  ardienfea  a  adorar  los  cuerpoa  delloa.  Onde  vno  dixo  y  aaea 
coDuinibleraente  e  hidoniaraente:  alunbraraa  gerca  loa  fijos  correderoa  de  la  lanbre. 
E  aay  tnity  fertDOsamente  e  grandeadaitiente  son  puestos  loa  cuerpoa  en  vno  en 
la  egieaia,  la  quäl  losafat  leaanto  de  gimiento.  £  mucbos  miraglos  e  saoidadea 
obro  lesn  Christo  en  la  trasta(;;ioQ  e  en  cl  pooer  e  a  vn  cabo  adelaate  por  loa 
BUB  aantos  ateruoa  e  alaban^a  e  gloria  del  sa  oonbre.  E  vio  el  rey  e  toda  la 
conpana  laa  virtudes  que  se  fazian  por  ellos,  e  muchas  gentea  que  eran  en  herror 
flaque^icQtes  se  por  non  aer  ficlea  e  por  ooo  eonosger  a  dios,  creyeron  por  los 
aignoa  que  ae  fazian  al  sepulcro.  E  todoa  vieotea  e  oyentea  la  conueraa^ion 
angilical  de  losafat  o  el  sn  amor  non  asmablo  a  dios  de  la  njo<;edat,  (e)  maraail» 
lauan  ae  glorificando  a  dioa  en  todaa  cosaa.  E  aqui  acaba  la  eatoria  del  aantoj 
Berlaam  e  del  santo  de  losafat. 


Z.     3.     onrrando]  in  d.  Fidsctir.  ornndo  lo:  et  uucxw  laadibua  honorificans  illau.  _ 
Z.  25.     de  <;imicnto]  ab  Ipaia  fDadamcntis. 


La  estoria  del  rey  Anemur  e  de  losaphat  e  de  Barlaam  397 


Verzeichnis  der  Teralteten  und  seltenen  Wörter. 

abantponer,  vorziehen.    S.  359,88.    364,8.    365,26.  il  v.  u.  7  v.  u.    377,11. 

380,31.    381,29.    —     In   der   Bedeutung   proponere   (ante  oculos 

ponere)  391,8. 
abosado,  subst.  Tomitus.    346,8  v.  u. 
aeatamiento,  in  der  Bedeutung:  Anblick.  337,18  (fermosos  por— ).    340,80. 

349, 21  f.     381, 8.    392, 7  u.  8. 
aconpanable,  (el  deseo  —  o  de  tantos  anos,  sociale  et  co6tanenm  deside- 

rium.)    393, 9. 
acueia,  (sin  — ,  inefficaciter.)    337,6  v.  u. 
aduzir,  führen.  —  vida  336,7.    342,6.    357,82.    Sonat,  unbildlich,  337,1  v.u. 

375,28.    381,84;  und  öfter,    eres  aduzido  a  esta  Ventura  336,88. 
afortalado,  befestigt.    383,29  f. 
afruenta,  offendlculum.    388,81. 
agnardador,  in  der  Bedeutung:  Verehrer.    336,84. 
lo  al,  das  Andere,  Übrige.    357,82.    sy  al  non,  wenigstens.    359,14.    380,9. 

383,7  V.  u. 
aman^a,  Liebe.    391,27.    394,9.    396,4. 
amatarse,  vergehen.    368,4  v.  u. 

non  amatable,  unvergänglich,  unauslöschlich  (fuego).    371,11  v.  u. 
amer^eador,  Erbarmer  (Gott).    377,19. 
amollentarse,  sich  erweichen.    376,6. 
la  animalia,  Tier.    375,8.27.29.    380,4,8  u.  8  v.  u. 
apertado,  bei  Vinc.  coartatus.    350,10. 
arrencar,  evellere  (arrancar).    370,20. 
asechador,  insidiator.    361,20. 
asmar,  aestimare,  in  den  verschiedenen  Bedeutungen.  337,9.  343,8.28.29.8  v.u. 

349,14.    352,14.    Und  sonst  oft. 
non  asmable,  unschätzbar.    343,26.    387,19.    396,8  v.u. 
atestomoniar  =  atestar,  bezeugen.    359,18  v.  n. 
atrasponer,  nachsetzen.    366,24. 
a[u]sentar,  (absentare),  entfernen,  vertreiben.    391,21. 
avinidero,  avenidero,  zukünftig.    339,6.    340,8  v.  u.    349,18.    373,6. 
ayna,  schnell.    377,6  v.  u.    380,18.    385,81.    391,80.    Und  sonst, 
a  y  u  n  t  a  r ,  vereinigen.    357, 88.    360, 8.  4. 
az,  acies.    (neuspan.  haces.)    375,18. 

cabe,  neben,    cabe  sy  374,8  v.u. 

cabudiello,  Oberhaupt,  Anführer  (candillo*,  altspan.  sonst  auch  oapdiello). 
360,1.    366,7  V.  u. 

cara,  hätte  359,80  die  Bedeutung  des  griech.  xa^a,  Haupt,  wenn  der  Text  in 
Ordnung  ist:  al  sefior  que  es  oara  de  todos.  Im  Latein,  kein  ent- 
sprechender Ausdruck :  quantacunque  promisiste  in  carta  confessionis 
omnium  domino,  praesente  Celeste  exercitu  et  testificante.  — 
Sonst  kommt  cara  öfter  in  der  gewöhnlichen  Bedeutung:  Gesicht  vor. 


398  Friedrieh  Lauehert 

de  consnno,  snsaumnen,  gemeinsam.    334,31. 

coDTersagion,  inderBedeatang:  Lebensweise.  335,S9.  336, 7.  Und  sonst  oft. 

cormano,  in  der  Bedeutung:  cogoatus.    346,12.    351,5.    391,1. 

decorrerse,  veigehen.    365,13  v.  u. 
decorrible,  vergänglich.    365,15  v.  n.    372,5  v.  u. 
deferen^ia  =  diferencia.    359,24.    (q  nichU  a  meis  diffomnt.) 
derechnrero,   recht.     363,20.     371,1    v.u.     372,2   v.u.     381,1.      384,27. 

387,2v.a.   3S8,27f.    derechureramente.  338, 18.    derediero.  380,10. 

dereeheramente.  375,20. 
descarrerable:  en  logar  — ,  in  invio.    371,3  v.  n. 
deseomnlgable,  exeerabilis.    335,16.    383,5. 

descomnlgadero.    344,30.    366,3  v.  n.    375,29.    378,S6f.    381,19.    382,tO. 
descnstnnbre,   das  üngewohntsein.    340,5  v.  n.    (Sonst  la  non  eostantire, 

».  B.  391, 4  f.) 
desfttziar  de  .  .  -,  das  Vertrauen  verlieren,  verswöfeln  an  .  .  .    374,«. 
desterradero,  wie  desoomulgable,  descomnlgadero.    336,18.    376,4. 
destrip[a]miento?  in  bildL  Bedent  von  destripar?   344,43.    Bei  Wb^.  in  d. 

Ausg.  V.  Strassb..  Joh.  Mentelin  1473:  ddeerdn  =  deletioiieaL    (In 

d.  Drnck  v.  Venedig  1494:  deiectionrai.') 
devantandar.  vorangehen.    394.22. 

enfisir.  enfeüir  =  fingir.  34L20.  360,20.  363,11.  372.25.  381,S.  en- 
feüido  338.6.  enfingirse.  333.23.  341.15  v.u.  d6Lll.  363,S. 
enfiiiimiento.   372.31. 

enparedado.  (por  dura  oonuersa^aon  de  los  aolitaiäos  enpaa«dados,  dnra 
anarlioreMios  converBatione.'^    335.29. 

erpester.  sciiadoi.    S*t?.iP, 

e£p05.  nach.    SM.if.    3f>T.J4.    5*2,15. 

eiverrPEC«Tfe  ^enuerr>>^t*i»«'' •  sJf^  «hamen.    3i*l,2('. 

escalentsTFe.  «ach  erhitsen.    oTf',S^.    ^.«»'J.ST. 

efcomexcar.  STfi.i&. 

esccTCfCfr  =  oli«Tir«»c-er     5*£l.iT. 

rsccrfjcac  =  i*l»»ptiric»c.    ?TJi.T.    Fnc  ttsnirfilcafi.    CJT4.IK. 

esif-  itfXfr^  sr  r»iijritl»ei.  d.1  wi'ttr.  t.'-vlx  sx  nirre^wiMÖäei;  ist.  ol>  lodere 
fmicir;  isv  S!*r:.  t  :Dr.:t*: ..  ?wJf..  4  «i";ir:anf ..  J^ü.  Sf  ininan»). 
JfTT.S  airitkr.T«-  .  ?TT. f  »?perKrrhU  ?t^•l. T  cxritaTir..  SoDte  «s 
erwa  e  f  r  c  n:  <•  t  <  r  biiiswx .  dfcs  cant  auf  ia;  pommfT-ere  rcbiJidpt 
wikTi.  n»::!  Aiiü.trif  Qtf  ix  utMm.  Tf  X7<^  rbfnäll»  vcckommeDÖen 
esrtOEKMiiar.  i'srajfriar.  l  C£"- /^ 

f»:r»i  :  =  «tr-mn;  .  sr^jiun*..     SJir.  :..     ?TT  .<;,V    fTf  :i  r«rai!,-  =  exoami. 

f  *  V . :  * : : »  =  hsViina    .^si  es    »k^.  j  t  l 

a  fsfras-    iasr-jiK  ha«4:-jtf- ..  iflrf.      ^~^.  ?f 

ff  s .  ^fl      >9'\  h 

f^trar,  ii'a'Ji»ta.  r-nl.  1*.  !^i*  f  j;:lii.£J..  .v**.  .f  t.  l.  7dc  «ra»:  lA  — 
Arr^'iürl.  u  öf*  Bfürm  oft-  nonsi «sa.  timr&r.  üncanöi  rAh^ti»« 
Turnru  nj^cmi^  .-»r-,  £i  nnrAj>äi  ii»  TUfin^  STi.  :;  :  —  mit 
aimcanf^.  ihr  incdbca^    itsL*. 


La  estoria  del  rey  Anemur  e  de  losapbat  e  de  Barlaam  399 

fincliir  =  henchir.    358,2  v.  o.    882,1.  —    ee.  359,4.    360,18. 
fuesa,  fovea.    3^9,30. 

graudcftdameDte,  magnificc.    396,24. 
guarecer,  heileu.    337,3  v.u. 

non  lidiabie,  unbezwinglicL    382,2.    385,24.    386.9  v.  u.    391,21. 
luaible,  leuchtend.    365, se.    379,19. 

(man  a  mano,  sofort.    358,36.    373,18.29.    382,4  v.u.    383, 7  v.o.    385, 9  v.u. 

390,7. 

m&neresa,  stenlitae  (maueria).    335,5, 
maslo  =  maaculo.    369,12  v.  u.    370,6.    376,16. 
menge,  Arzt.    337,4  v.  u.    338,7  v.  u.    360,23.24.    370,13.    376,18. 
menudo,  in  d.  Bed.:  zahlrek-h  (tarn  raeaudoB  que  la  »rrena  del  mar).  373,10. 
menuzar,  zeretUckeln  (pcrminuto  dividena).    886,29. 
mestor,  aver  — ,  z=  meneater.    339,17.    389,94. 
raortajas,  exeqiiiae,    387,29  f. 
mundanal,  (las  cosas  mundanalcs,  die  Dinge  in  der  Welt).    376,23. 

oblidaa^a,  Vergesalichkcit.    368,23. 

parar  mientea,  aufmerken,  beobachten.    361,7  v.  u.    Ebenso  tener  nuentes, 

mit  en.  389,9. 
parea^en^ia.  357,12.    Im  lat.  Original  bei  Vlnc.  lautet  der  Satz::  ImiuB  durae 

laborem  converaationia  et  peraeverantiae  atupuit  eminentiam, 
las  peadas,    vestigia.    391,2   v.  ii.     Und  pesgadas    (las   peagadas   de  la 

naue).    365,13  v.  u. 
'pegujar  =  peculio.    (pueblo  de  pcgujar,  populnm  sibi  pecaliarem  nominans.) 

344,25. 
piadoao,  in  der  Bedeut.:  fromm,    337,34.    361,26.    364,18.     389,26. 
plotean^a,  Bund,    fa^er  pl  con  .  .  .  364,20.    mala  pl.  (federis  praevarica- 

tionem).    372,18. 
porfazndia,  procacitaa.    336,28. 
poridat,   1)  in  der  urapr.  Bedeut.:  Reinheit,  puritaa.    360,15.    2)  GeheimDiaa. 

333,17.    360,7.    en  poridad.  333,5  v,  u.    372,9. 
primiriaa  und  poatremiriaa.  346,3  v.u.   (et  fuenint  nouiasima  hominis  illiua 

peiora  prioribua.    Nach   Matth.  12,45.    Luc.  11,26.)    a  la  poetro- 

mirla.  370,14.17.21.23. 
proiiidunbre,  la  —  de  loa  y dolos,  idolorum  eervitiia.    335,4. 

non  qnedable,  inaatiabilia.    392,1/2  v.  u. 

rafez,  leicht.    336,6.  339,8.   361,8.    367,4  v.u.    372,1  v.u.    374,7.    377,6  v.u. 

refez  375,17.  376,6.    rafezmente.  354,17.  377,29.  383,30.   391,8  v.u. 
rooontador,  nanrator.    381,24. 
remasajas.    347,17.    de  eiliquiis  (so  in  d.  Ausg.  v. Straasb.  1473)    quas  porci 

manducabant -,  der  Übersetzer  las  wohl  de  reliquiis. 
renegadero,  abtrünnig.    385,29f.    renegadizo  (sieruo  malo  e  — )  373,9. 


^/;  ftktbUsk  Uadun 

r^ni(i,h*nt*i  drxfAfiPfai  inhiMktem).    %tö,t», 
r4l>»V7j»i',  apim«*.k<«to«w<m ,   b^  Vine.  resiptwrft.    33*1^1«. 

»4mAj»A<»*,  in  (f,  f>^  :  Glei4»,hiiiiM,  pftraboia.    333,1.1.    34f»,».30£    390,1. 

ßftTt^ff,,  fAintpnlzrlnn,,  *n«in,  337,»  ▼,  ou  taa  seäeramente.  mr.  :)<li.4. 
3^17.  n,  3o4,.'(,»9.  3^,11.  388,1.  non  tan  «eierftmeate. . ., 
man.  .,,  Ai'^ht  nnr,  »oiMl^m  mkIu  341,12.  378. 3t  1  38&3S.  iDi» 
fK»eh  dM  0<w/)httl]eh«re ;  daneben  aber  andi:  nos  taui  Mlamence. 
3K4,7  7.  n.    Un  nolMmanU:,  300,1».; 

ft'>A  «^brabU,  Qnfl?#fTwin«11i«;h.    3^,14, 

•«>bf4)it/>  («K^t^ft  M»t/>;,  aoMerd««!.    357,$  t.  u.    3^,i<. 

ft/r plantar,  «npplantar^,^    Zf^,tt, 

noHMhur^  rni Mannare.    381,2, 

pi^ra  nnffti  __  aznfre.    386,»  t.  o. 

tar.ir     -  tan^lr,    3ff8,».    375,«. 
tarajado,  thn^'.itmwt.    iifil.H. 
t  A  n  n  b  r  f!  f(  o  «  o  . .  UititihrttiKt.    370,  S4. 
tornar     :  tiirbar.    338,4.    entoruar  382,«. 

raronlblft.    Um  ml«nbrog  raroniblM,  virilia.    369,7  v.  n. 
rnlabUm«-.ntn,  wachnam,  iKirgiiam.    3r/j,is.25. 
viiinla  -=  vlhiinla.    381,93.    (ratlonin  liram  audiens.) 

yii';lf|ft,  ywzMlA,  ciiblciiluin.    .'W;3,6  v.  u.    3*Ki,10.    377,7.    385,9  v.  u. 

Nabfftantiv«  anf  mlento. 

Knlir  /fihlrnirJi;  tn'Au'.n  v'wU'u  aridorn  noch  gcbräuchlichon  sind  folgende  die 
w<miIk<h  K<'l»''<iiclillclion  oder  vcrultctcn: 

n  (i »  V  t  n  A III  i  V II  i.o  ;i<;;),  o.    374, 3». 

iiflorntii  Ir  II  to   <'iH4,  I7. 

afnyfninliMiJn  .*ir,M,  17.   I   v.  11.    375,7  v.  11.    37«, 27.  3  v.  u.    382,11. 

nft  Jfi  ml  (Ml  1 1>  '.U\h,  10. 

n  f'l  rtiMuiiln  11  tu  .'IHl.no. 

11  K<^'*  '*  inlon  to  'IH|,ii. 

tiJiinlM  III  iiMitd  't77,  3. 

lunonrwdimliMito  ;i;H».ai.33.    .'Wn.ft.    im,A.    372,6.    377,9.    383,81. 

11  r  r  0  III  •<  II  h  r  11  in  1 0  11  (  o  .'ir«'.»,  1 H.     ',U\{],  1 7. 

nviMlIliihuilo  .'i:il?,3n.     .'(11.13,37.     :M.').18.     .')H4,10.81.     .386,8. 

(Mit  II III  im to,   Aiililirk.     .'UM,  13  v.  ti. 

(MMIlllMinillioil  tu    .'171,  t  1    V.    11. 

r  <i  11  i««i  I II  tu  I  (Ml  t  n   .'P.i'J,  3H  f. 
d  I»  0  «•  r  i*  0 III J  »Ml  t  o  M»»r»,  8.1. 
d 0 1« H 00 r  d II III  liMi  t  u  IU\\,  1 3. 


La  estoria  del  rey  Anemnr  e  de  losaphat  e  de  Barlaam  401, 

desconBolamiento  388,17. 

desesperamiento  385,87. 

destorramionto   333,3.    351,4  v.u.    390,13.    In  ttbertragener  Bed.  (vgl.  das 

Adj.  dcsterradero)  381,5  v.  u. 
destrnyiuiento  365,8  v.  u. 
enfinimicnto  372,81. 
engnarnimiento  359,19. 
enseiiamiento  332,28. 
entramiento  373,18. 
falagamiento  366,20.    368,85. 
fallamiento  334,89.    391,28. 
fiuchamiento  389,28. 

gimimiento  and  gemimiento  377,17.    390,5.    394,27. 
monospregiamiento  333,5. 
partimiento  in  d.  Bedeut.:  Abreise  392,82. 
podemiento  359,13. 

r e CO ntamiento  332,26.    376,15.    379,i9f. 
resplandesfimiento  379,22. 

retornamiento  334,25.    388,7  v.  n.    tornamiento  371,19. 
salndamiento  334,30. 
sobimiento  384,20. 
tanimiento  362,24. 
tragamiento  362,26. 
trasladamiento  396,8. 
trasmudamiento  334,8  v.  u. 
turbamionto  388,4  t.  u. 

AdJeetlvA  mut  able  und  ible. 

non  amatable  371,11  v.  u. 

atestimoniable  394,2.    (verba  testatoria.) 

non  buscable,  unerforschlich.    386,9. 

nou  fablab le,  inoffabilis.    379,88.30.    395,8.    377,18  (an  dieser  Stelle  in  der 

Hdschr.  non  fablante). 
non  fartablc  379,17.  (olor  non  fartable:  insaciabilem  et  gratissimum  odorem.) 

395,26.  (1.  fablable?  auch  lat.  hier  ineffabilis.) 
corronpible  365,14  V.  u.    10  v.o.    11  v.u.    371,18  v.  u.    372,5  v.u.    392,19, 
p  od  ible  =  posible  373,10.    378,10.    395,10. 

Ferner  die  folgenden,  s.  oben  im  Alphabet: 

non  asmable,   dcscarrerablOf   descomulgable,   non  lidiable,   non 
quedable,  non  sobrable,  decorrible,  lucible. 


AdJectlTa  auf  dero. 

1)  activisch,  mit  der  Bedeutung  der  Möglichkeit: 

alegradero  375,6. 
consoladero  359,6. 


402  Friedrich  Lanchert 

edificadero  394,6. 

engendradero  365,27.    (mas  glorificaderos  e  engendraderos ,  wofllr  latein. : 

gloriosiora  et  magnificenciora.) 
fincadero  365,7  y.  o. 
menoBpregiadero,  für  lat.  negligens.  394,12.    (vida  hnmil  e  — ,  in  d.  Bed. 

seibstverachtend.) 
tembladero,  schwankend.    378,2  v.  u. 
vivificadero  386,16. 

2)  passiTisch,  mit  der  Bedeutung  der  Notwendigkeit,  dem  lateinischen  6e- 
rundivum  entsprechend: 

glorificadero,  glorificandus.    344,9.12.    365,27.    366,15.    386,26. 
marauilladero,  mirabilis.    355,11.    381,85. 
onrradero,  venerandus.    342,27.    384,13.    391,85. 

Dazu  auch  descomulgadero,  desterradero  (s.  oben). 


Bezüglich  der  kritischen  Herstellung  des  Textes  bemerke  ich  hier  noch, 
dass  an  folgeuden  Stellen  die  ergänzten  Worte  in  der  Handschrift  durch  Wurm- 
löcher verstümmelt  sind,  während  sonst  durch  meine  Ergänzungen  Schreibfehler 
und  Ungenauigkeiten  der  Handschrift  selbst  verbessert  werden  sollen. 

S.  352, 2  V.  u.  esc[ogi6]ntes  teni[ebras  de  su  gr]ado ;  [ma]s  es  dexado  cada  [vno  a] 

SU  albedrio. 
„  353, 12  f.  end[ncidas  de]  nos.  .  .  .  que  s[on  en]  nos. 

„  354,8:  [ganan9ia  ning]una.    Z.  9:  [sostienjen.    Z.  21  f:  a  tu  f[ija;  ca]  amela. 
„  355,19:  [a  la]  sabiduria.    Z.  20:  e  cou  est[a8]  cosas. 
„  356,80:  8od[e8]. 

„  365,12:  [por  que  yo].    Z.  18:  [bienejs.    Z.  26:  [a]b[ant]poner  .  .  .  bi[enes]. 
„  367,26:  verdade[ra8].    Z.  27:  [ensjeueste.    Z.  4  v.  u. :  vn  [po]co.   Z.  8  v.  u.  [a]un. 

Auch  noch  in  folgenden  Worten  sind  die  betreffenden  Buchstaben  in  der 
Handschr.  zerstört: 

S.  355,11  V.  u.:  marauill[o]8a.    Z.  8  v.  u.:  que  son  fech[as;  o]l  mar. 
„  357,10  v.u.:  dix[o]. 


Eine  imbekannte  lateinlBche  Frosadichtuiigf. 

Von 
A.  Klr]>itsch&ikow. 


Schon  7  —  8  Jahro  Bammle  ich  das  Mattsriu]  für  eine  Arbeil  über  die 
Marien  legende  im  Orient  und  Occident,  Vor  einigen  Wochen  habe  ich  die 
Handschrift  Nr.  27204  der  Müncb.  Staatsbibliothek  gefordert,  in  der  Hoff- 
nung etwas  für  mein  Thema  darin  zu  tinden.  Die  Hs.  ist  folgender  Weise 
im  Katalog  beschrieben:  "membr.  4®  s.  XII  99  fol.  Sermonnm  imprimis  de 
Maria  memorabiÜa  collcctio :  f.  1  Epythoma  scripturarum  ad  confirmandam 
inretragabilibus  auctoritatibus  conceptionem  esse  sanctara  qna  concepta  est 
B.  V.  Maria.  Frogninus,  Conceptio  iutemeratae  uirgiuis.  i\  10:  Secundum 
epithoma  cniiccptionis  B.  Mariae  in  illum  qi»i  contra  conceptionem  scripsit  etc." 

Für  iiieiijyn  Grgeuatatid  habe  ich  in  dieser  Us.  nichtfi  neues  gefunden, 
aber  am  Endo  derselben  fol,  89  v  (89  ist  leer)  habe  ich  eine  unbekannte 
lateinische  Prosadicbtting  (geschrieben  von  dersotbeu  Hand  des  XH.  .lalirh.) 
entdeckt^  die  mir  sehr  interest^aut  scheint.  Ich  habe  sie  cnpirt,  und  Herr 
Dr.  Traube,  der  die  Güte  hatte  meine  Copie  zu  corrigieren,  ist  der  Meinung, 
dass  die  Sache  der  Veröffentlichung  werth  sei. 

De  pugna  lerusalem  et  Babilouis  exercitunm. 

Inter  Babilonem  et  lerusalem  nulla  est  pax,  sed  guerra  continna.  Habet  nna- 
qaaeqae  civitas  regem  siium;  rex  lerusalem  Christas*)  doroinaa  est;  rex  Bahilonis 
diabolua,  et  cum  altenini  in  jiisticia,  alterum  semper  in  maticia  regnare  delectat, 
rex  Babilonis  quos  potest  de  civibns  lerusalein  pe^  miaistros  suos,  Spiritus  snos 

^itomundos,  seduci  eos  facit  et  iniquttate')  ad  iniquitatem  in  Babitonem  trahit 
Jade  dum  unum  de  concivibua  suis  Spiritus  Misericordiae,  constitutua  speculator 
super  muroa  leiusalein  trahi  cerneret,  nuneiavit  regi  captam  praedam  in  Babilonem 
duci.  Rex  vero  lerusalem,  advocaus  spiritum  Timoris,  militem  in  talibus  stre- 
nuum*):  Vade,  inquit,  eripe  praedam  nostram.  Ille,  ut  est  ad  omnia  imperata 
paratuB,  cum  vebcitate  hostes  persequitur  et  coosequltur,  et  in  aoribus  eornm 
factus  est  repente  sonus   t.  a.  s.  u.*).    Timor  enim   super   eos   intonult,   et  ad 

jVocem  virtutis  ejus  hostium  robar  omne  contremuit.  Quos  in  fugam  conversos 
Timor  non  loogius  peraeculus  est,  sed  civeiu  ereptum  reducebat  ad  propria. 
Verum  UDua  ex  adveraariia,  Triaticiae  spiritus,  non  erat  cum  eis,  quum  llmor 
venit.  Uic  cum  cerneret  soctos  subito  fugientes,  ab  inaidiis,  quibus  latuit,  oclua 
advolavit;  cui  illi:  "A  Timore,  inquiunt,  solo  factum  est  istud  et  est  opprobrium 
nobis   omoibus."     Ait  ille:  "Ne   timeatis  a  Timore  isto.     Scio,    quid   facto  sit: 


1)  Ma.  X. 

2)  Ms.  iniquitatL 
5)  Ms.  stronnuam. 

4)   "Tancjaom  ndvenientis  Bpiritiis  Tchementü"  Acta  Ap.  11,  S, 


t-    £i*imBniuB3*v 


hn  «K  «n  apeni*  SHaftac:  -   n  si^sifai  luiim  im  e  am 

ffttv.  «nm.    ifinumuL     v»  ^ar  «peuöm  '-im.  si  ^-    m 

Mji»  nn  "    Ivsc  K  üir^enc  e:  i-ianm.  ciaofsiiiia.  'jaiami  TTii 

fiesiwuue    i^'C  vv  faa.     uia.  phCütfUBir  1*11110-     «.   uK^a 

MC  tufuia.  cim  «t  'JitUuuua.  tmunuKnsK  la.    ir  ■eiiur^en  «b.  =ir9>ezr.   -k 

MiKaui  iniiA  aoimn  msauausar    jxrufn  .am.  ^snc    ic  «a  n  ii« 

aqM>l<tti«L    tfUt  ti}fiKumar  s*^  niffiac:   nnii  hfMXXc    st 

ahi   ftwenr  }nMR:iyr.    uiKn.   sun   «um  l^isiiiBri    «:    ?!»£  "^"tnaff  s. 

.ntuo:  M.-!«!«!!:*  Tauvrit-    i'tUtuM  mit!»     ul  inoKriinL  T-^m  fsppFarnm 

'"iiwr~  hl  tueua     ^'hnu   «uitm.  LahSis»»    ürassian.  4llii|VPt. 

«lii-VB.  vuiA  ttQfMiniiiE  litMftiiri  jKbitatattaB  TniiHmc  Imucuii  ?: 

viiiuuam«  «tfui»   luiA  btcsbKM.   Tuitt  mnaiumat,  mtii  n  3m.  rnimi  t  x.*«  l 

bun  «   JMnc  ait    .t«,  irtL     TiitK   «    miljffsrnE  siiÜBB  laaüan»    aronnin»- 

Hfißtnntm    *''^it  'attitauu.   uu\»i  va  vn&r.  mRa  .am.  sam  «cirupt  -pamiäämmam  i 

Vwi  aA<iA  >i;ai«u  ndfru   i«»»  «v  Ji  }i:iai:raiiL  «  iht  min»  ösib  ndna»  {3B&- 

HiUB.  «K  u  tti«i«  n9«r  »u  irutraciirwm  uiaiirrs*  «an  a>i*iii  ?a=ic 

miiita*  fiswiüit^    Viiis  «iUMm  ^z  ^  uffinuir     unn.  müs»   jmiB 

jmnuic  >mi}fb>»iua  «iruitiiiai   tiiuHW     'Ti»  uMiaBB   xnufigum  am 

yiAnuvUi  a*t  ta^rtnifum  ibulinr  «c  «  u  iaccm  lizSisiiiiB  «rni  iu^k.    Ti«  iäae 

-uütaft  re  «di^na  «c  yx*.^jxnik  imutoiti  «mixlKnaic  bsfimiaa.-^  Ji 
atvtam  Amubt  li49'Mu:a.  r^  mflm  i^füsuarar  mmaraac  i>9iir<^  pt»'^»"  i 
.ii9A«isim  4nim  I^^mti^nn  K«i  ^tiuiinain.  i^nrsfac  sn^tenr^  -m  gmii 
iitil:t  UMMftnr.  *2fMrj»di  x  Jin^  :iifinxc  i«i^mnaca-.  hS.  aoiDiaat 
saiArim  "jM^^iuiiA  vt^rxat^  StiC  «  uinii  utim  liiim.  ii  lou  xaiir 
nm  lUMS  *i%{:«»  4  liici«  :»iMn  '.le  ina  t'wr,  JiKtima  fx,  ac  nn.  jmeci^an 
«im  v.'>*r  c  \fjVfr  »«  la  iiX7*rta.-.i;nni  '•*  ?:rrj  r»i.  rijiL»  Mimimi  kihi^k-  ;?ir» 
v;>.><*.iur.  XA.ioxruti.  I.u.h  v,'iiu..;u-i.ii  M<.<t  «  ninu:  rrufencuoi  '?c  7 Hnanriamaai. 
'',iiiiii-.  ut '  T-tmjtri.vv.A  .  ;iiXi':;a  :'.'»a.i.u  l'*:r-:f::i.iL,i  *'.jiii  insiiiimu  *c  yq^xtk.  sutü- 
.•a&iiit  ..iiwt.^r-  >KriiiA<ir  ^riii««.:«  T-r.  lioiiir««!!  n.:r^a:iai»  «  irriwiii  sanöc- 
•ifaA  -l*  f  iMf.  •./■*n.iiu-.':i.:  -r.  »t.ii.  h-i-.-Ajx.  '','ir:.ia:i:;^'::a.«;a.»  uooaiüc.  xc  lua  cat&fr» 
«iK>^n.«r,f  fjiw  .'«r/'  i.:'l  »p ;».«:. j.'wa.*  ai-.i  .a.Tit»aii:r  :•»«:!:«■  inax  xar-i  iiiHOiacua«;^ 
.lut.f.u.  «  u.-..;«!.'«  ?i..":a/i.-i^  i.^»r=rt.ir.  i  :^T-ri*  Himilirac.  Picr:  So-f»  «  p-jusr 
•A.i'jkrx  j^.ft  i.i-     f;'.*.i  ..1  i^.i'z.    -•?»:-:  tiic-:  :rji.i:i;a':ai  prioiii.   ThujC  ai  BOiarr: 

.» ».•«•..!  'j.*i^::Ji^',  4  ..-.*.  aotv»  .n  ai.i.::.^:.:.::*  ;:  üaiwiiu-  :oacn -üis.  Pa^«  rauir. 
•p<*i«  «j-.i'^.Ära;  wl  "».i  u.'..i-im  a/1  "xs.fi-.iai  ?r:'i«i«ria  re7i:i:aTrc  ■*««  «  Tfisp«- 
fifl^'.sAV.  *.*.  \..A  v.ii-tn.«  ^ii,'!  t;«»!!  pfo«*.j»s*;^  -ir.  a.-,i  i.:pp«:ciiii;-iar  «  loi*  imÜNiiac 
..'i  Vf..-.'.'-.«  SÄV.-.:  1..-.  M.t.:.  ci.itt  ''•/raa-i:.-»  ':>*r:<  xXzi<i  aoöis  r«aca:  rfa;  aoa 
p4»->*  «r  .if.^r...i.Ti  T.  ..'..-..i-iw.    £.tt  *.;:Äm  ai:!.»!   ^xiiui  r-xi*  ao-iori  t«iÜ!iifaiina« *  . 

', '    ..'   ;>;^.  Jv .'?..'.'    Ji  r-xr-vt-a,'  ■::.    ;r-.    inirlnru   3iini-:a.T  'n     rv    :amiam  pr:Ki»- 
......   ••.  1.1 

1,   Ij  .i'.a...jr-    •     '     --rfiivi. --.-    ".LH*.;!  :;!-:.<   .•rsr.-.  l.ja."^. 
t_    '.•,-.•..  ,<rr.i;.:.:.    «--i.:  !r/i:i»,  ■.l'^jl.     F  yriüi!..-»!   «.   •^. 

*'    Av,  ...  ' 
', .    r  ■•:.'. >:.-*;....*.'..  • 


Kino  tinbekannte  latetniacbe  Pr(»8a<lic)itung 


405 


quem  ego  novi  caatritm  habere  propc  nos  poBituin,  et  furiiesitntiiii  est  illud  habi- 
ftaculum,  (juod  io  petra  niclura  suitm  posiiit.  Oivertamiis  illuo,  si  placet,  qiiud 
bonum  erit  illlc  nos  ease"  Qiiod  ctitn  placuisset  ouinibiis  et  diicem  itioeris  i|uae- 
sissent,  ait  Priidencia:  "Ratio,  armiger  iiieus,  praecedeL  vusi  est  eniiii  giiarus 
viariim  et  notua  lustlciae  urpote  conaaaguineiiB  ejas."  Praecedenle  ilaqiic  Katione 
oetcrisque  sequeotibua.  autevenit  Haiio  pt  aalutata  Insticia  minciavit  hoates  ad- 
ventare.  Qiiaerit  illa.  qui  aint,  iinde  et  ad  quid  veniant,  scitatnr,  ot  cum  rem 
cognoviaset,  htlari  vultu  siirgCDs,  ftigietitibus  occurrit  cum  paDibas  et  obviavit  illfa 
quasi  matcr  honoriHcata,  anaoeptnmqiie  Animaui  ab  oquo  depoanit  et  in  penc- 
Iralibua  domus  aiiae  pnvidau»  collucavit.  Inaeqtiitur  hualilia  exercltus  et,  caatrum 
obaidena,  undique  ioquirit,  si  quis  forte  pateret  ingresaus,  ao  tanquain  leo  rugiens 
c.  q.  qd.')  Sed  cum  imdique  illud  uiuuiiiini  invenirent,  tenloriani')  iigunt  et  «x* 
cubiaa  urdinant,  ne  qitia  ingredi  aut  egrodi  valeai ,  ut  uiaiie  facto  instructis 
inachinia  inutos  diruatit  et  irruant  super  eos.  Item  Timor,  paviditate  sollicitus, 
Bollicititdine')  iton  piger,  non  tinqimm  securus,  commilitonea  excitat,  ad  luaticiam 
couvrrtitiir,  do  uiuniciune  loci,  de  H]i)iaratii  .ttmoruiu  ipiaerit,  adjiciena  et  illud, 
ne  forte  austeiitarioni  dcticerttnt  alimentü.  Ad  hoc  lusticia  respondit:  "Statue  loci 
ut  advHrtere*j  pot«6ti»,  saxosiis  est  et  inaccesaibus*),  nee  in  machinia,  nee  in 
armie  inimivornni  timet  initulturo,  aed  ({uod  aridus  est,  paucoa  habet  tudigenaa, 
quoa  arido  ordeacet  panis  eibo  utcunqiie  auateotat,  et  nunc  aupersimt  nobia  V> 
panes  ordeaoe»  et  iluo  pijC'S."  Et  Timor:  "Et  quid  est  ho«  inter  tanfOB?"  Coepit 
fgtttir  pavere  iiiagia  et  laedere ,  et  arguena  Animam,  (juod  ab  equo  Desiderii 
deaccndisset;  aaepina  illud  memorabar  eaao  noviaaima  bominia  pejora  prioribua. 
"Equus  autem  ille  ruran  praepeti  festiniia  advolabat  ad  nrbeni  nee  aoliiis  Rationis 
conmiasua  ductus.  Ipac,  inquit,  videris,  ai  iion  melius  erat  tibi  tunc,  quam  nunc." 
Prope  jam  erat,  ut  adveraua  Spem  contraria  aentienteui  Timor  inaurgerct.  .Sed 
Temperancia  Prndenoiam  advocavit;  acceraila  Pnidencia  inprubitatem  Timuis 
objiirgavit,  «in  adveraarios,  inqiiens,  tuus  tniicro,  o  Timor,  desaeviat!  Noacis,  quod 
rex  noater  rex  virtutiiuo  eal,  doroinua  f.  et  p.  d.  p.  in  pr,'*),  Eat  igitur  nuueiua. 
qui  suorum  ei  necesaitatea  expüoat,  adjutoriiim  efttagitet,  auxiliatorem  :idduoat "  — 
"Et  quia  ire  poterit?  alt  Fiiiior:  tenebrae  terratn  operiunt  et  uiuroa  obaidet  bostiuui 
pervigil  tiiultitudo  et  nos  iguari  viae,  tauquum  in  regtune  longinqua."  Advucant 
igitur  hoapitom  suum  Itiafieiam,  "Si  quid,  inquiunt,  potes,  n<ijuva  nos."  Quibus 
illa:  "Ijono  animo  eatote!  Eat  enim  mihi  nunciuH  tidelissimus,  regi  bene  notua  et 
curiae,  Oratio,  scilicet,  qui  in  occuUo  noctis  silencio  per  occtiltaa  ot  notas  aibj 
semitas  arcana  coeli  penetrare  et  cubiculiim  regia  adirn  et  opportuna  inpor- 
ttmitate  animura  regis  pium  flectere  non  indoctua  aupplicacione  miaerabiti  Inboran- 
tibus  auxilluw  aolitds  inpctrnre.  Eat  ille,  si  placet,-  ecce  biu  prnesto  ust."  Cuuhiuc 
oranea  placitura  aibi  dicerent,  Prudencia,  quid  regi  inainiict,  dictante,  hiBticia.  ut 
fiducialiter  agat  et  ne  vacuus  revert.itur,  praectpiente,  ceteris  et  roaxime  Tiuiore, 
pt  iter  acceleret,  deprecantibua,  per  occiiltoB  quosdam  muri  oxittis  dirntaaus  est. 
At  ille.  hostium  penetrana  cnneos  aecurua,  omni  avi  velocior.  in  «lonimto,  in  ictu 
ocult  usque  ad  portaa  civitatis  novae  lerusalom  pervenit.     Quaa  cum   claus'as  re- 

1)  Kp.  Petri  I,  V,  8  circnlt  qoaereni,  quod  etc. 

2)  Da  CAiiße  tcntorimn ;  tcntori«? 

3)  Ms.  soUicitailiDcm. 

4)  Du  Cange  n.  v.  —  rccunnbitre. 

5)  Ms.  est. 

6)  dominus  fortia  et  potens,  dominus  potens  in  proclio.    Ptnlui.  XXIV,  8. 


ik 


40«> 


A.  Ktrpitscbntkuw 


pcriaaec  et  piilaass^t,  janitoribua  aegre  fereDtibua,  quod  intempcate  nocda  aiientio 
cjvitatem  r«plcre  clamore  et  regi  ipsi  inportunas  eaae  ood  vei^retor,  at  illo  perse- 
verabat  pataare  et  ampüus  loqaebatar:  "Äperite  mitii,  inquieDs,  p.  i.  i  i.e.  c.  d.  *) 
regi  non  in  ore  meo,  sed  lualtitudioem  d.  m    qui  sunt  in  corde  m.*^!.     Haec,    in- 
quit,  porta  domini  mei!    Iiiaticia  miait  roe  ad  vos  ot  introducar  ad  regem;   quod 
nd  ipaaoi  haheo  raandan*,  quod  propere  feram."    Dum  aic  gemit  Oraiio,  experge- 
factua  rex  ait  commilitonibufl:  *Vox  turturia  audita  eat  in  terra  noatra*)"  et  ciun 
cogoovisaet  esae  nuDciuin  (usticiae,  infrodaci  emn  praecepit.    Ingreaaa  Oratio  ad 
regem  adoravit  et  ait:  „Ilex!  in  aetemum  vive!"    Cui  ille:  "Rectene  aunt  omni» 
circa  dotDinnto  tuum   et  quae  iiliua  aant?*    Et  Oratio:  .Recte,  domine  mi,  vestri 
gratia.    Porro  unnm  eat  non:  aervHS  ilie  vester.  a  coruibus  iinicoraiuia  ad  inperium 
regia  ereptua,  divertit  ad  toilitem  vcatrum,  dotuinuiu  nieuui  et,  Doroine  nii,  t€<rra 
illa  eat  auatera  et  arena  et  cibam  non  habet.     Det  dominua  b.  et  t.  n.  d.  f.  a.  *J. 
8ed  et  congregati  boatea  auot  in  multitudin'>m,  al  dimicent  contra  noa.    Da  nobia 
.iiixiliuni  de  te,  quod  non  eat  alias,  qui  p.  pron.'j,  niai  tu,  dominus  noater.    £4:ce 
quem  manua  tua  de  principibua  (enebrarum  potenter  eripuit,  clamat  ad  te  io  toto 
corde  auo  in  auapiriia  muitia,  in  eingultu  cordia  et  lacrimia,  ut  mittatur  ei  auxilium 
de  aanctu.    Exaudi,  domine,  p.  d.  a.  et  f.*)  et  mitte  ei  liberatorem  et  propugna- 
torem,    ne  qaando   dicant   boatee:  "abi  eat  deua   ejua?"  rapientea,   queni   eripait 
dextera  tiia,   et  aic  cnptntio  noviaaima  pejor  erit   priore     Que   util.  in   aaoguio«j 
ejua  d.  d.  in  c.^).     Libera  euro,  domine,  ut  confiteatar  nomini  tuu*).  quod  in  in« 
femo  non  eat  qui  c.  t.')."     Porro  rex,  cujus  natura  bonitaa,    motua  hia    Ucrimia, 
ait:  -Qaem   raittemaa?"    Ad  quem  Caritaa:  'Etce  ego,  domine I   mifle  mel"  Rex 
qua^rebat  de  aociia.    Sed  Caritaa  domeaticam  sibi   reapondet  sufficere  familiam. 
Exit  ergo  una  cum  nobih'aaimo  auo  comitatu:  Gaadio,  Face,  Paciencia,  Loogani- 
mitate,  Benignitatc,  Bonitate,  Manaiieiudine.    Hia  «tipatua  dux  insignia  progreditar 
eertuaque   de   victoria   erect«    aigno    trimnphali   primam    pertranait    aecundamqa 
cuatodiam;  curaque  veniaset  ad  portam,  nitro  rtperta  eat  ei.     Ad  cujus  ingreaaaia' 
facta   eat  laeiicia    magna  in   oppido.     Cunique    auadente   Gandio    vociferarentnr 
omnea  et  clamarent,  exortua  clamor  exleriorum  caatra  perterruit,   et   illi:  'Quae 
eat",  inqaiunt,  "vox  exuhationia  in  annbua  nostria  de  castria  Israel?  Non  ita  erat 
heri  et  nudiua  icrcius.    F<irte  veiiit  eis  auxilium  et  inpetum  facient  in  noa?  Fogia- 
mua   ergo    laraelem    qiiud    d.  p.  pro.  e.  contra   nds"*).     Interim   Caritas,    niore  ia«| 
pattena,  ordlnari  exercitus,   aperiri  portas  et  peraequi   inimicoa  praecepit,  aperti 
denunciana:  ''Vadam  ad  portaa  lustieiae."    Sic  quasi  uno   inpetu  uuiveraua  Carl«' 
tatia  exorcitua  procedit,   quos  Babilonii  non   fcrentea  fagiunt,  aed   non   effiigiunt. 
Cadit  mille  a  latere  Temperancine  et  deeem  miüa  a  dexiris  Pradenciae.    Occidit 
Timor  mille  et  Caiiras  X.  milia. 


1)  Paalm.  CXVll  19  Apcrite  mihi  {»orlM  jastitioc,  inp-eaaua  in  e&s  coniiiel>nr  domino. 

2)  P«Alm.  XUIV  19  Sccunilum  maUituilincm  ilolornni  lucorum  in   conlc  meo. 
8)  er.  Uant.  11   12. 
4)   ? 

ft)  pugn«t  pro  nobis? 
G)   Dan.   IX    19   KxAudi,  (luminc,  placnre,  domine,  nttcndc  et  f&c. 

7)  Psalm.  XXX  9:    Qnnc  utilitaB  in  sani^ine  mco,  dum  dcscondo  in  corruptioocm. 

8)  Cf.  Pealm.  UV  6. 

9)  confiteltir  tc? 
10)  Exo«l.  XIV  35  dominus  cnioi  ptignat  pro  «t«  contra  noa. 

Odessa,  1892. 


Bigot  und  bigote. 


Die  Narbricht  über  den  ürsitrung  des  Spottnamens  der  Normannen, 
welche   das   nach    1137   geßchriebene  Chronicon    S.  Martini   Turonensis 
(Duchesne  IM,  1)60)  erhalten  hat,  gehört  zu  den  guten  Oeschichten  die  uns 
der  Lehrer  mit  Recht  schon  in  der  Schule  orKählte.    Wörtlich  lautet  sie; 
iiic  HÖH   est  dhfmdus  pcdem  Caroii  vsculari  nisi  ad  os  .suum 
tevaret.     Cumque  sui  comites  illum  ammonrrent ,  ut  pcdem  regis 
in  acceptionem  tanti  muneris  oscuiaretur,  llngua  arif/tna  respondä 
y,Ne  »e  bi  yoth"^,     uod  intei-pretafnr,   y^non  per  deum'^ ;  rex  vero 
et  üui  illum  deridtnlen,  ei  sermonem  ejus  corrupte  referentes,  illum 
vocaverunt  Bigolh.     Undt  Nor  mannt  adhuc  liigotki  dicutUur. 
Eine  gewisse  innere  t'bereitistimmung  mit  dem  Charakter  der  Zeit 
veranlasst  selbst  Freeman,  Norman  Conqu.  P  608  die  Worte  für  dänisch 
zu  erklSron  —  was  sie  nicht  sein  sollen  und  nicht  sind  —  und  die  Mit- 
teilung  für  authentisch   zu    hallen,     Ihre   anekdotenhafte  Natur  ist  in- 
dessen  evident   und   überdies   nachweisbar.      Die   altere   und   vielleicht 
nicht  nur  dem  Geist  nach  historische  Darstellung  steht  bei  Dudo,  B.  II: 
IMloni  pedein   regis  nohnti   osculari  dixeruni  tpiscopi:    Qui 
talf   dotium   ncipit   oscnlo   debet    vxprtere  pedetn   regis.     Et  llle 
„NuHfptam  curvabo  grnua  mea    alicKJxs  geuibus,   nee  osculabor 
ci\juspiam  prdem^.     D'ancortirn  igifur  prccibus  compuhits  Ju8ni( 
euidam  milili  pedem  regia  osculari.     Qui  sttdim  pedvm  ri'gis  ar- 
ripienSf  dvportaiit  ad  oa  suum.  ntando/pie  dejixit  osculum,  ngem- 
que  fecit  resupinum.     Itaijue  magnus  exciiatur  ristis  inagnusque 
in  plebr  iumultus. 
Und  in  ähnlicher  Form  findet  sich  die  Erinnerung  noch  zur  selben 
Zeit  und  in  derselben  Gegend  mit  dem  Chron.  S.  Mattini,  in  dem  libor 
do  comp,  castri  Ambaziae,  Mabille  S.  31 : 

liolloni  .  .  .  <pii  pcdctn  Karoli  Sfulti  noluit  osrnfm-: ,  uisi  od 

0»  sHUtn  levarei. 

Aus  der  Chronik   können  wir   also  zunächst   nur  entneliinen,   dass 

im  12.  Jahrh    ein  Insasse  von  St  Martin  in  Tnurs  bigot  als  bei  Gott  zu 

interpreriren  vermochte.    Er  war  indessen  nicht  der  einzige  der  so  viel 

27* 


Vir.rnisristfc*'  Kfrr'nisse  besass:  p<'^'l^!rf  und  poi'herr*  erpcbeinen  afr. 

:l.  1T.""i:":    £'■  _if'. -j»:  .;..,:  .'(.-.r  j>f..:  *.<;al/^ii 

.'.     Jfi'I :    i/ .   ''j.''i'h'!f     ".  fcr.   '.Tj'*ii*:rn.     't^-rf.ir  o  ho**i  iuit 

TT.  .:(i//.<  <.?  'jrfjac^Jirrf. 
r*tLE:t  t'LLtf-  t*  fr'.i^lLt-i:  kl*  cV  lukr  Cit  Nc-rmafiDtr  mii  d«SB 
>.L  =  :-w^:r:  tl?  L»r-:fr'.tr 'L'?2r>?ii*':  i.t:»c-  ctsf  itLi  in.  Iv'  Jniirt.  die 
YrrvtiiiriLL':  £■::  ."^i-.-i'.rf  r:»'.i  i-i'ii-'.-krr  irrC»tL:*.  sfiri  i»iiQt»*  Er- 
::Z:..-..!.r.  -f.:  v-.-.r-!  "VV^ii.T^.  Li:.ir*«::.vrr:  lil  E:-:*  Ht'iLnfi:*  }»*-r 
_ '.  ;  ^■  .V»»  »  '  ^ ". .  .  •  ■•  J  i  ■  »."  s/  V-  ■».»  'jt,'*t- .  :frf  ■  (h'hO'.  r^uuat^'ii't 
-£..  F^-H?rLt^  .   •-   '». '.«.!*  .     l'Lzz.  £•-:■:  vLrif  n.tj.  iuct  ä"i<-  Nfaviit<&rs 

l'L*   L.rrLT :.. '♦^:  •:  >:  t.*:    :  -. ::   ia*    if-:*.;-!^.    dLr.ifji    :iiit:  i.>L-rci«.-i 

t::-:".i-:l   l-.:    L'^r-irl'.L..'- i-z   Ar.rur  i::   £e.-    :*:.l  * liriit-^i'^i.   Pi-r**^ 

^-.ivi.*   L-L'.'ri  k.Z£r::zL'^r-i.  ir  Frt: !  ■■?-     V^'fcvf.  Z.;.i  *^I. -iTTT.  •*.:. -Si- 

:r:     -:::f„.r     !r.--.   ^.:    i-n   :  i.rt:    L:rü::v:  t:--!'.-.!-     i.ii    i   irr 

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Bfjjot  und  bigute 


und  in  der  Chronik,  mit  dem  als  Eigennamen  cinor  der  mächtigsten 
an|;lnrmrmfinniacheu  Famüton,  und  Wilhelm  v.  Jumiejiroa  VII,  19  nennt 
deren  Ahnhcnn  bei  üinem  Ereignis,  da»  um  1050  fällt,  Koberiua  Liigot. 
Danach  würden  die  Dänen  schon  vor  der  Festselzuog  Uollos  in  Rouen 
auf  ihren  englischen  Raubzügen  den  Schwur  erlernt  haben.  Ad  sich 
ist  das  nicht  unmöglich,  wenn  auch  viel  weniger  wahrscheinlich  nh  die 
spätere  Aufnahme.  Zu  bedenken  ist  aber,  dass  ein  fremdsprachlicher 
Modeflucb  nur  eine  begrenzte  Lebensdauer  hat ,  und  die  wechseJvoMen 
Jahrhunderte  zwischen  Rollo  und  dem  C'hronicon  Turonense  nicht  wohl 
aujidauern  konnte,  das»  ferner  unter  den  Normannen  selbst  sein  Ge- 
brauch auffallen  muaete^  damit  ein  Reiter  danach  benannt  werden 
konnte  (cF.  Heinrich  Jasomirgott ).  W.  v.  J.  eehreibt  nach  1137,  und 
er  hat  auf  Hubert  den  Vater  Rogers  den  Namen  übertrngen,  den  der 
Sohn  und  dessen  Nachkommen   führton. 

Nach  der  Trennung  der  Norraandie  von  England  und  wohl  schon 
vorher,  unter  dem  Einfliiss  dtia  Spottes  der  Nachbarn,  muaste  dort  der 
Schwur  wieder  verschwinden,  und  damit  verlor  auch  das  franz^psiache 
Spottwort  den  Anlass.  Daher  geht  im  13.  Jahrh.  seine  Spur  verloren: 
an  der  Grenze,  wo  solche  Traditionen  am  längsten  bleiben,  mochte  es 
sich  noch  halten,  in  weiterer  Entfernung  kannte  man  noch  den  Klang 
ohne  einen  rechten  Sinn  damit  zu  verbinden.  Die  oben  nachgewiesene 
Kenntnis  der  Bedeutung  seines  zweiten  Bestandteils  dauerte,  wir  finden 
sie  in  der  Farce  de  Colin  um  1500  wieder,  wo  der  deutsche  Pilger  sein 
sionlo&cs  Kauderwälech  ( Viollet  11,  399)  mit  Got  fadrecot  beginnt,  und  sie 
begünstigte,  neben  dem  lautliehen  Anklang,  Übertragung  auf  die  Schüler 
Lambert  le  Begue's,  bei  welchen  die  offenbar  nicht  gerade  freundlich 
gemeinte  Benennung  masc.  Beghardc,  fem.  Begine  (cf.  auch  Bighina^ 
Bigini,  Bigrinao,  Biguinae  bei  Ducange)  schon  zu  weiterer  Variation 
henuisfordertc  Dass  das  im  15.  Jahrh.  wieder  auftauchende  Wort  diese 
meint,  zeigt  deutlich  die  von  La  Curno  citirte  Stolle  aus  Jean  de  Troyes 
8.  a.  1482: 

Fht  ausiti  venir  fjrnnf  tiotnbn  t/f  hhjots,  bigottes,  rt  gens  dr  drrocion 
und  sie  hobt  auch  den  Zweifel  den  Diez  s  v.  gegenüber  Ocgul/a  — 
bitjliioffu  äussert.  An  den  Heuchler  war  von  vorne  herein  gedacht,  und 
es  ist  nicht  schön  wenn  man  einen  Abt  so  nennt,  wie  es  1425  in  Bassigny 
ein  gewisser  Rebours  that,  nsich  der  von  Duc.-Carp.  s.  v.  Bigothi  angeführ- 
ten Urkunde.    Hier  wird  das  Wort  noch  als  Provincialismus  bezeichnet. 

Aber  nicht  von  den  Engländern,  sondern  von  den  deutschen  Lands- 
knechten stammt  der  Heilige  mhict  Ficaidt  Rabel.  HL 29,  cap  mut  l'iyot 
d'Aul)igne,  Bar  de  Eaeneste  IV,  10,  wie  schon  Le  Duchat  bemerkt  hat. 
Der  oberdeutsche  Anlaut  konnte  als  Muta  oder  als  Media  aufgenommen 


G.  Baist 

werden,  mit  der  letzteren  schwört  Panurge  Rab.  IV,  18  Tout  est  frelore 
bigofh,  im  Anachlusa  an  viel  gesungene  Spottveree  auf  die  Niederlage 
der  Schweizer  bei  Meltgnano:  Touf  estfrefore,  La  tinttlorc,  TotU  tsf 
ff  clor  e  higot  is.  Regis,  Rabelais,  IV,  617).  Keigläufer  und  LandaUn  echte 
gehören  seit  dem  Ende  des  15.  Jahrh.  zu  den  bezeichnendsten  Typen 
der  Zeit;  sie  haben  in  den  verschiedenen  continentalen  Sprachen  eine 
Anzahl  niilitanscher  Worte  hinterlassen,  stünden  aber  auch  im  Vortrab 
der  Mode^  und  ich  denke,  das»  sie  den  Anlass  zu  der  span.  Benennung 
des  Schnurrbarts,  Ä/(/oi?*;,  gegeben  haben,  die  neben  mostac/to  im  16.  Jahrh. 
aufkommt.  Das  15.  Jahrh.  war  im  Altgemeinen  bartlos,  beim  Lands- 
knecbt  war  der  Schwur  mit  dem  Zwirbeln  des  langen,  sorgfältig  ge- 
pflegten Schnurrbarts  charakteristisch^  und  es  lag  nahe  die  eine  Neu- 
erscheinung nach  der  anderen  zu  benennen.  Von  Spanien  sagt  Weiss, 
Kostümkunde  534,  dass  dort  in  den  40er  Jahren  des  16.  Jahrb.  der 
Schnurrbart  allgemeiner  werde;  ich  habe  seit  längerer  Zeit  auf  die  bild- 
lichen Darstellungen  geachtet,  fand  ihn  häufig  erat  seit  den  öOer, 
selten  in  den  30or  Jahren,  früher  überhaupt  nicht.  Jedenfalls  ist  die 
Tracht  in  Deutschtand  und  auch  in  Italien  ein  gutes  Viorteljahrhundert 
älter  als  dort.  Noch  vor  dreissig  Jahren  tat  ein  Deutscher  gut,  wenn 
er  vor  der  Reise  nach  England  seinen  Vollbart  abnehmen  liees,  um  nicht 
auf  der  Gasse  verfolgt,  oder  wenigstens  allgemein  als  Barbar  und  Sabbat- 
Bchänder  betrachtet  zu  werden.  Und  ebenso  auffällig  mussten  den 
Spaniern  Erscheinungen  sein  wie  die  beiden  Maximitianischen  Reisigen, 
die  ich  den  ,, Mitteilungen  des  germ.  Museums"^  entleiben  darf,  und  die 
gewiss  die  Predigten  über  das  ,,losterlich  Rüchen  der  Lanzknccbt'' 
redlich  mit   verdienen   halfen.     Alldem  entspricht  die   Entlehnung  des 


m 


Hfgot  und  hfgote 


411 


synonymen  mostacho  aus  Italien:  in  den  italienidchcn  Kriegen  wird 
aiirli  in  den  Bpnniachon  Heeren  jene  antlt-re  lk'nennun|2f  aufgekommen 
Bcin.     Das    dem  Span    fremde  aus!.  -/  konnte   durch  -</  wiedergegeben 


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oder  zu  -te  ergänzt  werden.  Letzteres  tnusste  fiberwiegeo^  da  Stiif.  -oU 
gebrauchlieh  ist,  und  zwar  -ad,  -edf  -id,  -ud,  nicht  aber  -otl  sonst  vor- 
kommt. Indessen  zeigt  pg.  bigode,  das«  anfänglich  auch  jene  erste 
Wiedergabe  bestand. 

Ganz  verachieden  von  diesen  Formen  ist  biyot  von  den  Schielten, 
das  aus  dem  Franz.  in  die  übrigen  romanischen  Sprachen  kam,  vom 
Flaschenzug,  Take] ,  an  der  biffue,  Spiere.  Da  die  Bedeutung  auf  den 
Nordosten  weist,  steht  der  Identificirung  mit  prov.  biga  Sparron,  sp.  ciga 
Balken,  Nichts  im  Wege;  biya  „Joch"  bei  Bernart  Alahan  (s.  d.  Beleg 
bei  liaynouard)  erklärt  den  Bedeutungswandel  des  gleichlautenden  lat. 
Worts,  bigott  Karst,  das  speciell  im  Burgund.  fortzuleben  scheint,  aber 
verbreiteter  war,  mag  mit  deutsch  Ricke!  zusammenhängen  M,  während 
biyot  „boUeiix"  bei  Puitspelu  dunkel  ist. 

Alfranz.  -goi^  das  Diez  zu  Bigot  als  die  gewöhnliche  franz.  Wieder- 
gabe von  Gott  betrachtet,  ist  offenbar  aus  dem  Lothringisch-W^atlonischen 


1)  S.  Dacange  Biffo\  cum  higonibus  deutet  auf  hUjut,  nod  fUr  bignon,  hignot 
ib.  dürfte  biguon  sn  lesen  sein.     Vgl.  flandrisch  biqm  für  }ti<iue,  Dac.  higlar. 


1-     lAif 

'T  i!     :-n  ■•;«».-    ;fi    ti:.'f-i    *  -it!»«i:  i'un   t   hu-n.     ulj,     tr-u"        t.r'*f~s 

,'  i    i  I  ti^-    ^'Oy*       .•  I    »•"  •  .-ir,' a.  ':;     /  i  •  f«  "r    :XkrS     '«/  2^"* 

»iL-    ,'#  .'it '■■tt' .ty..      ;•:■  •^■/    ■     '.-  ••finr'itt-      ■.'itOJ'i-^trf-!^      tilc    "r«7i    IKI 

iLi':/-\/^;  ".«-^.'L»  .      '-       . }    t  rfti  ■-;:    ;•{.■■      uff'  ■  n-^     .    r  ■    :         **«— 

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i.  /       './» ,'i.>/.tii.r.-\      .»Sil  .iiiiiöu-i    n    i»^  iKninnemnir«-    bi   THüniJt*    ib 

r  «Sil-."'  »-  »f.  !"■  ',',•  il  :.'  »/j»»#^'  ru.  y.nt  Till,.  -1  <-T  r»-;^'  -|'f-*7-. 
.i.i-f''}tj-  ■!''■      ■'     .:'nilw.nM...         '.nur    Ub-    ld;rr,^    iHi»  Z£r-»3IK     VK     ~" 

/..i    tj'-i  /.  *  rr    :ir/iivi  ■  ;i:£.-n  r^-v  ir-ti*n  V  w"    üft  :.»-Taa«D*r  iii.rn»f^m*     lie 

II. *t  .1 ;  i»  V  I  •«•••i  «ilrt  il  i*riifTr:-'>-  irarnn^r  Lu?  f*?2rRr*  s-  lo» 
r*;ir"'-.?».-  »rill  /.j.'i!  •a«/M  tn  M-i  V rii:-*'!it  iIk  in«i«.ii"infi''a-»rHniaiie-nen 
lifjuffvii.r'  /..i  -..fir-i  » •••■[»•T  'il'  «mi*  T-iumr  ia:i»»J:iiir  natfrtr  >:nnim. 
i  ü:».  :ii  iii.ii.f-riri  "Sn:!  v iiir'tnii  *^!;i»*  JiTiniiimnir^  naniiinr  xnii 
.•n'fi»  iJil'  liTi  .':'.':-ir.:i.itr'  ii.-iK.mi-fi  iiar.iir'ir  v  irii  Ti.r  iinnm  ite.- 
f  ■!^«.?i:»i.ii-.!<    '  .'i    '.A.\    n;.::::.     l.i;i  liit   r'tü-.nz'irr.tr  uirr^rRTiiii»  "-»rrfsniiiunr 

ii'Mi'/'rl     '  r— i.ii-«  :"■:    /..l      l;i..*!il     «<'nit;.K.       ZjHH    Tr!l:!l«s    lllli«»    Ulm    -*m»iin 

».;!, — .     '  — ■t.i.i.v.-?i     ':•■■;-     ii-'t     '-'■;. «^     '/i     «inum    jLri- ar    -»rauifen 

.•.i.:-f  .'■•■!■  .'i  '-.'••il.jf  !.:■:  i.M  ^M  :T  ^  tr-.-.iTfr.i-i  Li»v:iinasaiiiinr  nTnin 
..■:■     .1     I.:  .■■■:•..:....  i    i.i.  l.".-.::   /..i.Vi  -r:M.:;'i   ii;i;:i    i'tn  '*p«rr  Tn^n 

.. .I-  /.       .    ■'.     .'      ..<•:.■•.      1.1  :  t:-:1      -.'.r     UA      f'l.   :     /      V       -••/-        -r«. 

/■  .  :i;     ■■'.'.       I  .     ::     :-::•     \  iTv  •r'.'-Ti'^r    F  jr'>**r2uni      rus 

..,/.!  ....  I  .  1.  ..•:     -.■•  ■ ; : --iiiii     ■-■-a    ii;£'in.i   .ri  7    ieviaa 

,  .'                               .ir      :.i.n     :.-:ii    'j'iiT.    lamiama.ia 

.      .!.:•.  .  ■  : :     :.-?:•::.    ...     :.:■■    \\,k\:7M'.\i    ::ii*:imnii*n        Zln 

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•.   ■•■     .-.     ;    ■■.:.■•■:      ;:     ■i-rrll    .*in.',i::'?!l    B'i\*i'S    'i'»n 

:.  .  .         :  ■  i     .  .         :  \  .  .  i  .■■     ii.  •;  .   f      -  1       •  •      iiisint'ti'  • . 

'..    '•       ...  /**'.   M  •»!.  nii-'inr'    L'mnin 


Bigre  —  Fazüado 


413 


durfte  die  Etymologie  aus  deutsch  stechen  y^Pasticot  Munt  un  ver  qui  se 
wvut  heuwoup  et  qui  asticote^*  erledigt  sein.  Mit  der  Bedeutung,  die 
heute  für  mtkoter  angegeben  wird'),  lässt  sich  deutsch  ^.wurmen''  ver- 
gleichen. 80  viel  für  diesmal  aus  dem  grossen  Capitel  vom  inter- 
nationalen Schlinpfwörterverkehr. 

G.  Baist. 


Bigre 

ist  bei  Hatzfeld-Darmesteter  mit  der  unmöglichen  Erklärung  gerni.  bl  = 
abeille  -|-  germ.  ijar  ^=  garder  ausgestattet.     Schon  bei  Ducange  b.  v. 

ißigarus  ist  indeaeen  die  über  die  Herkunft  entscheidende  Stelle  ge- 
geben, Gosta  consul.  Ändegav.,  Mabille  I,  36;  „/^  rero  in  pago  liedonico 
or/undus  hahitfitor  rusticanus  fuit,  ex  copia  sUvestri  ei  vetwÜco  rxercttio 
viciitans.  Huju&modl  homine»,  ut  uliqui  dkunt,  Britonts  Bigrios  vocanty 
nos  uuteni  Frunci  Bgrsarios  sive  Pedicarius  dicimua.''  Das  Stück  der 
Chronik  gehört  ihrer  ersten  Redaktion,  dem  ersten  Kriftel  des  12.  Jahrh. 
an.   Die  Bedeutung  „WalJhüter'*  ergab  sich  in  der  Normandie  (s.  die  Citate 

|bfii  Duc.  Bigru9,  Bigus,  Bigarriu»,  Bigarusj;  Bretonen  von  jener  Lebens- 
weise eigneten  sich  sehr  gut  zu  dem  Amt,  und  den  Mann  der  Chronik 
macht  Karl  d.  K.  zu  seinem  Förster.    In  dem  ursprünglichen  Sinn  findet 

iSioh  das  Wort  noch  in  der  von  Uenschcl  zu  ßigrus  citirten  Urkunde 
vom  J.  1257  bei  Süly. 

U.  Baist. 


Fazilado. 

Auf  Grund  der  überwiegenden  Schreibung  des  nur  bei  Berceo  über- 
lieferten Worts  habe  ich  mich  Zts.  IV,  474  gegen  Cornu  für  J'atilado 
entschieden.  Wir  haben  beide  übersehen,  dass  mittellat,  Belege  existiren, 
welche  die  von  mir  bevorzugte  Lesung  ausschlieesen,  wie  die  von  C. 
aufgestellte,  selbstverständlich  bei  Körting  wiederholte  Etymologio, 
S.  Ducange-Hensihcl,  Fachilator,  in  den  Statuten  von  Castro,  s.a.  1358: 
mailfgoSf   divinatores,  fachilatores  tt   mtthßcQ3\   und   ib.  FutckiUa   in 


1)  Ohne  Beleg.  Freund  Sarrazin  weist  uilr  (taa  Argul-Wurt  n.icb  in  der  Fille 
de  M""»  Angot:  Lts  joura  de  fett  et  dimanche  (^hminl  ',,1  Vasticotait\  er  enii><in<l»'t 
darin  asticot  i.  d.  B.  Köder. 


4U  G.  Baist 

einem  Brief  v.  1384,  aus  dem  kgl.  Archiv,  ohne  nähere  Ortsangabe :  et 
portnri  fecme  falchiUa.<  ad  intocitendum  dictum  Galiardum:  endlich 
FacHlare  in  der  Vita  des  h.  Deicolus  t.  Lare:  Cunr^ue  nefas  fale 
eresceretj  et  nemo  esset,  gut  faciilaret,  quasi  /icenter  miserum  caput  tali 
utebatur  incestn. 

Nicht  nnr  die  erste  der  Stellen  erinnert  am /ascinator ,  die  zweite 
am  fascinum,  auch  die  dritte  (=  Berceo)  tm/ascinare,  sobald  wir  die 
Glossen  fascinat  -gravat  bei  Duc.  beachten.  Es  scheint  ein  barbarisch- 
gelehrter 8affixirrtum  Torzuliegen,  der  sich  aus  irgend  einer  Aotorität 
des  frühen  Mittelalters  weiter  verpflanzt  hat.  Das  Wort  bei  Berceo 
ist  gelehrt,  ward  daher  auch  von  den  Copisten  misverstanden. 

G.  Baist 


Casamatta. 


Von  den  Erklärungen  die  Diez,  E.  W.',  zu  dem  Wort  anfuhrt,  ist 
jene  von  Mahn  als  schwaches  d.  i.  verstecktes  Haus  ebenso  wenig  be- 
friedigend als  die  aus  sp.  matar.  Die  früher  von  ihm  bevorzugte,  bei 
M6nage  gegebene  —  Körting  lässt  sie  natürlich  ganz  weg  —  aus  xatriia» 
xäfffAata  ist  in  Wirklichkeit  die  einzig  zulässige.  Alter  als  bei  Rabelais 
im  Prolog  zum  3.  Buch  ist  das  Vorkommen  des  Ausdrucks  nicht  belegt, 
und  dort  heisst  er:  vuidoient  chasmates.  Warum  man  hierin  (cf.  Hatzfeld- 
Darmesteter  Dict  gen.)  eine  Umdeutung  auf  das  Griechische  sehen 
soll,  und  nicht  vielmehr  umgekehrt  in  casamatta  eine  Umdeutung  aus 
dem  Griechischen,  das  bleibt  unerfindlich.  Der  terminus  technicus  fehlt 
dem  Mittelalter,  er  gehört  der  Befestigungskunst  der  Frührenaissance 
an,  gelehrter  Ursprung  ist  also  vollkommen  möglich,  und  wird  durch 
die  Schreibung  K.'s  sicher  gestellt. 

G.  Baist 


Ein  unbekannter  altspanischer  Romancero. 

Von 
Adolf  SchAeffer. 


Wie  Bclten  die  von  don  Bibliographen  besrhrioboncn  Ausgaben  dur 
spaniBchen  Romanceros  der  Mitre  dee  16.  Jahrhunderts  sind,  darf  als 
bekannt  vorauBgeBotzt  werden.  Um  so  interessanter  erscheint  eine 
derartige,  der  Gelehrtenwelt  ganKÜch  unbekannte  Sammlung,  deren  In- 
halt sich  allerdings  zum  grossten  Tbeile  auch  in  anderen  gleichzeitigen 
Liederbüchern  findet,  die  aber  als  Druckwerk  wohl  als  Unicum  da- 
Bteht.  Es  handelt  sich  um  ein  im  Besitze  des  Verfassers  dieses  Artikels 
befindliches,  in  Duodez-Format,  ohne  Präliminarien  gedrucktes  Werkoben 
von  198  Blättern,  dessen  Titel  folgend ermassen  lautet: 

Cancione 

ro  de  Romances 

sacados  de  las  coronicas  an 

tiguas  de  Espana  con 

otros  hechos  per 

Sepulueda. 

)( 

Y      algunoB      sacados 

de  loa  quarenta  cnntos  quo 

compuso    Alonso    de 

FuentcH.     Impree- 

60S  con  licecia, 

en  ia  muy  no 

ble  ciudad 

de  Qra 

oada. 

Aiio  de  Mil  o  qui- 

nietos  y  sesscnta 

y  tres  anos. 

0       ()') 

1)  Sehr  SU  bedanem  ist  vom  bibliographischoo  StJtodpuokt  aus,  dass  ausser 
einigen  Blättern  im  lonero  dem  Exemplar  auch  das  letzte  Blatt  fehlt,  aufweichen 


416  Adolf  Schaeflfor 

Dom  Inhaltsvorzoiehniss  (nach  den  Anfangsbuchstaben  der  ersten 
Zoilo  alphabetisch  geordnet)  folgen  119  Romanzen,  in  Antiqua,  ohne 
jede  Interpunktion  gedruckt,  deren  Titel  und  Anfangszeilen  die  nach- 
stehenden sind: 

1.    Komuncc  de  la  memorable  batalla  de  las  Navas  de  Tolosa. 
„Triste  estaua  el  rey  Alfonso" 

2.    Uomunce  de  el  infaute  den  Henriqae. 
„Gran  querella  tiene  el  rey" 

3.    Uomanoe  de  Don  Kodrigo. 
„AmorcB  trata  Kodri^o'' 

4.    Koninncc  <lol  Key  don  Kodrigo,  como  entro  cn  Toledo  en  la  casa 

de  Hercules. 
nI>on  Kodrigo  rey  de  Espana** 

r>.    Komunco  de!  n\v  don  Kodrigo  como  perdio  a  Espaiia. 
«Las  huostos  de  don  Kodrigo"* 

0.    Komunco  dol  Key  don  Kodrigo  como  hnyo  de  la  batalla. 
.Yä  80  sale  de  la  priessa" 

7.    Komancc  de  la  penitencia  del  rey  don  Kodrigo. 
Po»pues  ql  Key  don  Kodrigo' 

8.    Komancc  dcl  rey  don  Bermudo. 
.Koynando  el  rey  don  Rerrnndo" 

*A     Komancc  dcl  rt\v  don  Alfonso  el  casto. 
.IVi^nio*  do  niuorto  Bermudo- 

10.     Komancc  dcl  rey  don  Alfonso  el  casto. 
•  Koy)i:)iido  ol  roy  don  Alfoust^" 

U.     Komancc  de  Ucrnaldo  dol   Cnrpio  q  cucta  como  estodo   en   las 
cono>  dcl  ro\  do  Alonso  cl  ca^to  >upo  como  el  mesmo  rey  su  seiK»r 
touia  prcso  a  >u  p:»drt\  cl  qnal  jtoIo  pidio  de  morcod  y  uo  gelo  dando 
hi;o  jrnmdc  osiraco  cn  l:i  rii-rni. 
_Kii  v'oiTc  ool  vÄJto  A'.iVr.s«." 

rvrTr«Th*:»h  die  l*r.:.kiT  Ai'j:t'jreN'r.  «srcr..  K-rir  \»sVrsoho!r.'"cy«n  Schlots 
««f  dioSi'iVca  iri>t»::«-;  ;•,  »ivV.  cv.o  Avi."*Vi-  «'os  >-...  Art.^r:  ■  ir.-  Artikel  über 
A;or>.-  i\o  Kr.»v.:i*  :v.  vier  .V>=! ;  ;':vA  T.is,  .\"s-.  ir.ir  ^:r:  eine  Ausgabe 
dt'T  .1  .-.Ar.'.tA  i.;:  :.*-  wo\hiV.  i'-.u're  «:•:;■  >:s:-'!vyt-  r.iir.v  v-t  K><nja,nzen 
ur*i':v>  K.v.  »•:,.  r  i'r:.>v:  s*  ^.r.  i^r-. :  a.'s  ".  "  ■ .  ': ; ;  A  :::•:.:.•  i:<  No- 
^ri.A  V.  Tii  <;*:.-  a  .: .  :' ■  ,  :  e  s  .s:.cc:'  -:.  1  .;*■.  K.rriii  c-.—r.avh  revht 
»,>.*.  ac»r  .->..  1*:...k;:  -..:<.-.>  ;'...h;>  -  -,  r  "  .*  v*  .srt  s  irir  «:irkxs\r.  «i&j^s 
4:*  ^rif  A:£:sN-  .s\'.  ■:  . :  \  ,  :v  ;■  :  *  ;  ..  •  r-  '-::.  :.  -i'-rr-  S<l"S5t  b<^- 
n\.\t  ^7  s.'.  Ä.T..  '.'.cisf,  ...  V  :  .  r.  ..  i-,  ■.  ..*  ".ir  .C^irei-sa  cart  «*-  xn 
Wrw«nkp(«.se  r  S  .*r .  .   er»  i: : ;. 


Ein  unbekannter  altspaniscber  Romancero  417 

12.     Otro. 
„No  cessando  el  casto  Alfonso" 

13.  Otro. 
„Estandn  en  paz  y  sossie^o" 

14.  Otro. 
„Andados  trcynta  y  seys  anos*^ 

15.  Otro. 

„En  gran  pesar  y  tristeza" 

10.    Komance  de  la  muerte  del  rey  don  Alfonso  el  casto:  y  como  le 

sucedio  el  rey  don  Ramiro. 

„El  casto  rey  don  Alfonso" 

17.    Romance  del  rey  don  Alonso. 
„En  Toledo  estaua  Alfonso" 

18.    Romance  de  Vellido  Dolfos. 
„De  ^-amora  sale  el  Dolfos" 

10.    Romance  nucvamete  hecho  de  la  muerte  qae  die  cl  traydor  de 

Vellido  dolfos  al  rey  don  Sancho  estudo  sobre  el  cerco  de  ^'amora. 

Y  de  la  batalla  que  oho  dö  Diego  Ordoiiez  con  los  hijos  de  Anas 

Gon^alo:  y  como  el  rey  don  alonso  succedio  en  el  reyno. 

„Despues  que  Bellido  dolfos" 

20.    Romance  del  rey  don  Alonso  q  gano  a  Toledo. 
„Esse  bnen  rey  don  Alonso" 

21.    Romance  de  Ximena  Gomez. 
„Gada  dia  que  amanece" 

22.  Romance  del  Cid  Rny  diaz. 
„Caualga  Diego  Laynez" 

23.  Romance  del  Cid  Ray  diaz. 

„Afuera  afuera  Rodrigo" 

24.    Romance  del  rey  don  Fernando  el  primero. 
„Doliente  estaua  doliente"^) 

25.    Romance  de  Dona  Urraca. 
^„Morir  vos  quereys  mi  padrc" 

2G.  Romance  de  Fernandarias  hijo  de  Arias  Gonyalo. 
„Por  aquel  postigo  viejo" 


1)  Wahrscheinlich  ältere  Form  des  „Doliente  se  siente  el  rey"  des  Ant- 
worpener  „Cancionero  de  Romances".  \ 


2f^.     itioiaai*^  üK  äsK  -a»»  ?tiBBi  aiBBBi.  el  ai 
.Ts«  fruTK»  aBHaB  «  i*7~ 

jfS:     i«iiiui]i»  id  afv  am  rama&i  urnmis. 

.littet  siniüt  Jeua  mih^us* 
.3iis««niüi  «saus,  ma»  issar- 

^rawi   «so.  itrua  ^m^Birs- 

Ui      luiüimfvt  dt  l'oiA  2i:uiuin.    Laauun.. 
.Ti  IM  «nuiitii   «1  2jaciaid!]jt- 


..£.  «aq^  -^i,  bin  2ii<äri|»-~ 

nmiibi  jMcair  u  r»7   bin.  ?^äri  <hi  Jusmuiiii. 
.Ti   lut  «Hsuu.  aila  tn   riimiinir 

,Ti    (ia   tK  ♦siaraaijin-* 

..Li    •«»«    '.'.luüui    i«   2tu-:ri'»" 

.\  i  .11  «u'ji.i   ürj   ?^ir~.ilii" 

i*         Jl..»ll;».lr'r     liri    .Hl.'Oli.     :•'.    Jt^T'-lT'*     ü:    Lima. 
,  i.M     Itj    nii   ;    iii:ir/'i»'!i*nr.i»- 

.Vi    niiv.—'i«»»}j  -it*   ■nala.ia* 
iJ.      rt-iaia.if.i-    .  u*    i./.ri  l't  A.ir<t;i.tri  larno  ^L  iit»ri. 

.l'i    A.ir.*'.'I»*!"l    *i:»/*lii    ::     llnri  • 


4tK>  Adolf  Schaeffer 

59.    Romance  nneTamete  hecho  por  Loys  haitado  en  el  qnal  s«  eoB- 
tienen  las  tregnas  que  hizieron  los  troyano».  y  la  mnene  de  Heci4>r. 
y  como  fne  sepoltado.    Y  tambien  ran  aqni  )o$  amore«  de  AieliileB 
con  la  linda  PolieeDa. 
.En  Troya  entran  los  griegos' 

iV».    Romance  de  las  obseqnias  de  Heetor  el  TroyaDO. 
.En  las  obse^jniu  de  Heetor* 

I.U.    Romance  sobre  la  mnerte  qne  dio  Pirro  hijo  de  Archile»  a  la 

linda  Polieena. 
.0  ernel  hijo  de  Arehile«- 

02.    Romance  de  la  reyna  Heeaba  y  de  au  mvene. 
-Triste  enana  y  sny  p<iKwa~ 

«v\.     Romance  de  Tarqoino  rey  de  romanos.  com<*  yor  cnyeie  for;«  a 
LocKt^a.    Y  como  ella  se  mato  con  mia  e«pada  delaote  «n  marido 

pi>r  le  auer  >ido  adoltera. 

.Aqnel  rey  de  k«  nmMZto** 

04.     Romance  qoe  dize  Mira  Xerci  de  Taipeya- 
.Min  'StTO  de  Taipeya* 

•V\    Romance  qne  dizen  Tritte  estasa  el  padie 
.Tnste  «naxa  ei  padre  taactf.-" 

'o*\    Romanee  de  Hart-:'  Anr»>mo. 

•TT-     R*<»ax>ce  de  Mar»  Cr»**:- 
.rfu»:-  Ta  ICxrM  «Iti*:  " 

•rEa  ftaa  £u^  mc»  7<u<rFT  - 
71.    HcmsASittt  -5f  Haifrol 

^ir  aiTK-l  cnii— 1«.    x-t..*- 


Kin  unbekannter  altspanisoher  Romanccro  40 1 

74.    Romance  de  el  exercito  romano. 
pEl  exercito  Romano" 

75.    Romance  de  las  damas  Romanas. 
„Todas  las  damas  romanas" 

76.  Romance  de  Carthago. 
n Ganada  esta  ya  Cartbago" 

77.  Romance  de  Hanibal. 
„Muy  quexoso  esta  Hanibal" 

78.  Romance  de  Hanibal. 
„A  BUS  dioses  va  llamando* 

79.    Romance  de  Cleopatra. 
„Mal  se  querella  Cleopatra" 

80.    Romance  de  Mithridates. 
„Muy  gran  sana  tiene  Roma" 

81.    Romance  de  los  Teutonicos  y  Cimbros. 
„Los  theutonicos  y  cimbros" 

82.  Romance  de  Anthioco. 
„Fatigado  esta  de  amores" 

83.  Romance  de  Pisistrato. 
„En  libertad  esta  Athcnas" 

84.    Romance  de  Scipion. 
„Ricas  bodas  Hasinisa" 

85.   Romance  del  incitamento  y  condnta  general  contra  cl  gran  Turco 

a  toda  la  Christiandad. 

„Seuilla  la  realeza" 

86.    Romance  del  Cid  qnando  sant  Pedro  le  aparecio. 
„Estando  en  Valencia  el  Cid" 

87.    Romance  de  Payo  Rodriguez  de  Auila  y  Ruy  Perez  de  Biedma. 
„En  Corte  del  rey  Alfonso" 

88.    Romance  de  los  hermanos  Camajales. 
„A  don  Pedro  y  don  Alonso" 

89.    Romance  por  qne  dixeron  a  Diego  Perez  de  Vargas  Machuca. 
„Xerez  aquessa  nombrada" 

90.    Romance  de  un  milagro  que  hizo  sant  Esidro. 
„En  Leon  la  muy  nombrada" 

91.    Romance  del  Cid  qnando  libro  al  rey  don  Sancho  de  prision. 
„El  rey  don  Sancho  reynaua" 

BomanlRchn  Fonchnngen  YII.  28 


4'>-,'  Adolf  Bchaeffer 

\yj.    KotiiHiKü!  (1(;  lo  qiic  acoiitCHcio  al  rey  don  Sancho  de  Naaam 

coli  Uli  iibud  de  Hant  Pedro  de  Cardeüa. 

nKti  Natiarra  es  rcy  don  Sancho" 

\y.\.    Koinancc  de  Garciperez  de  Vargas. 
^(Jürcnda  ticnc  a  Seuilla" 

\)|.    Hoinii licet  (1(>1  coiulo  d(»ii  Hancho  quando  sn  madre  lo  quiso  matar. 

„(-ondü  ora  do  Castilla" 

\)t),    Hoiniiiico  (lol  roy  don  Fernando  primero  cö  el  emperador  Enrique. 
nl<a  HÜla  dol  bucn  sant  Pedro" 

*,H\.    l{ointinci>  de  como  sc  gano  Carmona. 
«rordidas  son  las  ospanas" 

1^7.    UoniHiioc  de  la  nuierte  del  rcy  Fabilia.    (Fabila.) 
^Miiorto  cra  osso  buen  rey" 

^K'i.    Kt^nuuu'o  dol  Cid  y  do  la  veugavA  q  die  al  rey  Alfonso  de  AI- 

mofalas  moro. 
,Ado(lr  de  niudafar* 

*.H    Uomanoo  dol  roy  dou  Sancho  Abarca. 
•No  ^^Ynaua  rey  ntnpmo* 

)vX\    K^xiuHiHV  dol  roy  dou  Oarvia  y  de  los  hyos  del  conde  don 

Yel*. ' 
«K<>\r^«^'k  «*  y»  Oastilla*- 


IW.    lioDiance  de  la  miierte  del  rey  don  Garcia. 
„Ell  ol  caatillo  de  Luna" 

110.     liomancc  dcl  rey  don  Kamiro  cl  mongc. 
„Naiiarroa  y  Araguncsos" 

111.    Romance  de  un  milagro. 
„Ätana^ldo  rey  godo** 

112.    Komanoe  de  la  iiinerte  del  Cid. 
„La  hera  tle  mil  y  ciento" 

HS,     Eomance  de  el  rey  don  Alonso  y  Lope  de  Areuas. 
„Ell  Castilla  reyna  Aifünao" 

114.    Romance  del  rey  don  Alfonso  y  de  la  jiidia. 
„Muerto  er»  eaee  buen  rey** 

115.    Romance  de  don  Diego  de  Haro, 

„E!  octavo  rey  Alfonso** 

llij.    Romanee  de  el  conde  den  Maurique  y  el  conde  de  Castro. 
„Nino  ea  el  rey  Alfonso" 

117.    Romance  de  Cyro  rey  de  los  Pcrsas. 
«Ell  la  prouincia  de  Media" 

118.    Romance  dcl  rey  don  Pedro  el  cruel,  y  de  Maboniatli  rey  de 

Granada. 
„Maliomath  rey  de  üranada" 

119,    Romance  de  la«  cnteldades  que  hizo  el  rey  dem  Pedro. 
„Fatloscido  es  cl  buen  rey" 

Davon  Bnden  sich  36  Romanzen  (Nr.  1,  2,  86  bis  119)  in  Sepul- 
vcda'8  Romancero,  2n  (Nr.  31,  43,  44,  49,  50,  51,  66  bis  84)  in  den 
jjCuarenta  Canlos"  des  Alonso  de  Fuentea,  58  in  anderen  Liederbüchern 
(57  von  anonymen  Dichtern,  1  —  Nr.  59  —  von  Luis  Hurtado).  Manche 
zeigen  ziemlich  bedeutonrlo  Abweichungen  von  den  Versionen  des  Ant- 
werpeoor  ..Cancioncro  de  Romancea^'  und  anderer  SammlungeQ,  am 
meisten  unsere  Nr.  21,  welche  sogar  den  Eindruck  der  primitivsten 
Form  der  in  Duran's  „Romancero  General"  (Ribliothek  Rivadeneyra) 
noter  Nr.  733  und  734  abgedruckten  Balladen  macht  und,  flowcit  dem 
VorfaBsere  dieses  Artikels  bekannt,  in  dieser  Gestalt  anderweitig  nicht 
vorkommt. 

Wem  ein,  u.  A.  von  Wolf  (s.  Studien  S.  329)  und  Brunet  erwähnter, 
gleichfalls  1563,  aber  zu  Alcala,  gedruckter  Romancero  der  Wolfen- 
bütteler  Bibliothek  bekannt  ist,  dessen  Titel  einige  Zeilen  weiter  unten  an- 
geführt werden  soll,  der  wird  sogleich  herausfinden,  dass  beide  Romanceros 

28* 


Adulf  Scluieffer 

den  gleicheo  Inhalt  haben,  dass  aber  höchst  wahrscheiDÜch  der  Graoad*- 
Druck  der  erste  ist.     Der  Alcala- Druck  fuhrt  uämlich  den  Titel: 

Kecopilacion 
de 
R  0  m  a  n  c  e  8 
viejos,    eaeados   de  laa   Coronicas 
EspaiTolas    Homaoas    y    Tro- 
yanas.     Agoro    nueuaraen- 
te:  por  Loren^o  de  Sepulueda. 
Con  llcencia. 
Impreeso  en  Alcala,  en  casa  de  Fran- 
cisco de  Cormeflas  y  Pedro  de 
Robles.    Aüo  1563. 
Acosta  de  Luis  Outierrez. 

Man  sieht,  daas  hier  fälaehlicher  Weise  Loreiizo  do  Sepülveda  als 
Autor  der  ganzen  Sammlung  angegeben  ist,  während  die  Granada- 
Ausgabe  die  richtigen  Quollen,  d.  i.  Ungenannte  Volksdichter,  Sepül- 
veda  und  Alonso  de  Fuentes  aufzählt.  Die  Alcala- Ausgabe  ist  dem-., 
nach  als  Nachdruck  verdächtig,  welcher  in  öfters  angewandter  Art  du 
Titelblatt  der  echten  Ausgabe  willkürlich  modifizirt,  um  die  Räuberei 
(im  gleichen  Jahre!)  oberflächlich  zu  verdecken.  Nahezu  entscbeidüod 
ist  aber  der  Umstand,  dass  die  späteren  Drucke  des  Romancero  (Me- 
dinal570,  A!caliil571  und  ValladoHd  1577)  den  Titel  der  Granada- 
Aufigabo,  nicht  denjenigen  der  Alcalä-Ausgabe  führen,  ein  schlagen- 
der Beweis,  dass  eistere  für  die  echte  Editio  princeps  angesehen  wurde»! 

Es  drängt  sich  nun  naturgemäas  noch  die  Frage  auf,  ob  beide 
Auegaben,  die  Granadiner  und  die  von  Alcala,  beide  mit  dem  Druck- 
datum 1563,  einer  gemeiuachafllichen  Editio  princeps  gefolgt  sind. 
Dieser  Fall  oder  der  Abdruck  einer  von  der  anderen  scheint  nämlich 
zweifeHoSj  du  nicht  allein  die  Anordnung  des  Textes  Seite  für  Seite  in 
beiden  Ausgaben  genau  übereinstimmt,  sondern  auch  Druckfehler  in 
der  Pagination  hier  und  da  gleichmässig  vorkommen.  SalvA  in 
seinem  „CatÄlogo"'  etc.  Valencia  1872.  Band  I  S  1()7  Col.  I  vermuthet 
eine  solche  Editio  princeps  in  dem  von  Nie.  Antonio  im  Artikel  über 
SeptHveda  citirten  Buche: 

„Bomances  aacados  de  la  Ilistoria  de  EspaiTa  del  Roy  Don  Alonso. 
Medina  del  Campo,  Francisco  del  Canto,  1562,  8**."  Das  ist  aber 
grundfalsch.  Nie.  Antonio  (Bibliotheca  llispana  nova  Band  II  S.  10 
der  Ausgabe  von  Madrid  1788)  gibt  —  abgesehen  davon,  dass  er  Se- 
QÜlveda  offenbar  als  einzigen  Verfasser  betrachtet  und  dass  z.B.  der 


Kin  allbekannter  altspaoiscber  Romancero 

Stoff  der  Romanzen  von  Don  Alvaro  de  Luna  im  Romancero  aelbat- 
vorständlich  nicht  dev  ^Ilistoria  de  Espana"  (sog.  Cronica  gcneraH) 
des  Kuiiigs  Alfona  entnommen  sein  kann  —  als  Wieder-  Druck  dieses 
Buches  eine  Ausgabe  „Antuerviae  apud  Petrura  Velpium  anno 
1580,  12"'*  an.  Dieee  ist  aber  offenbar  daaaelbe  Buch,  welchoe  Salvu 
selbst  besass  und  in  seinem  pCatalogo"*  B.  I  S.  166  Col,  11  folgender- 
massen  beschreibt: 

^Romancea  nuevamente  aacadoa  de  faistorias  antiguas  de  la 
Cronica  de  Espana,  compuestos  por  Loren^o  de  Sepulueda*' Anvers, 
Pedro  Bellero,  MDLXXX  12".  Demnarh  kann  der  frühere 
Druck  —  15C2  —  des  gleichen  Buches  nicht  daa  Original  der  Ro- 
manceros  von  1563  sein,  deren  Inhalt  ein  gänzlich  veraebiedener  ist, 

Daa  Ergebniaa  des  Oesagtt'n  ist,  daas  unser  Oranadiner  „Caiicionoro'* 
als  erster  und  einziger  Originatdruck  eines  sehr  beliebten  Liederbuches 
(ausser  den  beiden  Ausgaben  von  156i^  existiren  spatere  von  Medina  157i), 
Alcalä  lf>71,  Valladolid  l.*)77  und  vielleicht  auch  Burgos  lfi7y)  gclteu  muss, 
was  zur  Entschuldigung  unserer  weitläufigen  Beschreibung  des  Werkchena 
dienen  möge.  Um  aber  für  die  trockenen  bibliographischen  Einzelheiten  am 
Schlüsse  durch  einen  poetischen  Genuas  zu  entschädigen,  sei  hier  noch 
die  Ballade  Nr.  21  unseres  Romancero  hergesetzt,  welche  ihm  in  dieser 
ursprünglichen,  bündigen  und  höchst  dramatischen  Fassung  eigenthüm- 
lioh  zu  aein  acheint.    8ie  lautet: 

Komance  de  Ximena  Gomez. 


Cftda  dia  que  amauece 
vco  quieo  mato  a  tni  padro 
y  mc  paasa  por  la  puerta 
por  nae  dar  raayor  pesar 
con  un  falcon  eo  la  mano 
que  trae  para  ca^are 
loatame  mis  paloioillua 
que  eatao  en  mi  palomaro 
ley  que  no  faze  jualicia 
DO  deuria  de  reyoar 
ni  caualgar  en  cauallo 
oi  con  la  reyoa  bolgar 
el  rey  qnaado  aquesto  oyera 
comeDcara  de  pcnsare 
fii  yo  prendo  o  mato  al  Cid 
tuis  cortea  reboluer  sc  ane 
luandar  le  quiero  uoa  carta 
mandar  le  quiero  llamare 


la»  pabbras  no  son  diebaa 
Ifi  carU  cAQiina  vae 
roenaajero  que  la  lleua 
dado  la  küia  a  su  padre 
nialaa  raaiias  aueys  coiide 
DO  voa  las  puedo  qiiitare 
quo  cartai  qael  rfly  vos  maada 
no  me  las  quere ya  moatrare 
DC  era  uada  nai  bijo 
sino  que  vades  allaa 
quedad  os  ?os  aca  bijo 
qiie  yo  yre  en  vueatro  lugare 
niiDca  Dios  lo  tal  quiäiesae 
oi  saacta  Maria  lo  maade 
aino  que  adoDdc  vos  fuürdea 
que  vaya  yo  addante. 


Frankfurt  aJM.  im  Jaouar  1892. 


Don  Juan  Manuel, 
El  Libro  del  Cauallero  et  del  Escudero. 

Mit  EiuIeituQg  nod  ÄnmerkuogeD  nach  der  Baodsvbrift  neu  berausgegebeo 

von 

^i.  Grftfenbcrg. 


Einleitung. 

I 

Wohl  in  keinem  der  romanischen  Länder  hat  sich  die  Prosa  in  der 
LandeBBprache  so  früh  zu  so  reicher  Blüte  entfaltet  wie  in  Spanien. 
Während  die  übrigen  Länder  —  ee  gilt  dies  beeonders  von  Nord-  und 
Südfrankreich  —  in  den  ersten  Jahrhunderten  ihrer  Nationallitteratur 
faat  durchweg  poetische  Erzeugnisse  aufweisen,  mit  denen  die  Leistungen 
auf  dem  Gebiete  der  Prosa  kaum  einen  Vergleich  aushalten  können^ 
finden  wir  in  Spanien  recht  bald  hervorragende  Prosadenkmäler  neben 
den  poetischen.  Zwei  Männer  sind  es  besonders,  denen  das  Verdienst 
zuzuerkennen  ist,  die  spanische  Prosa  zu  verhältnismässig  so  früher 
Entfaltung  gebracht  zu  haben,  beide  aus  königlichem  Qescblecbte,  der 
eine  schrieb  im  13.,  der  andere  im  14,  Jahrhundert:  König  Alfonso  X. 
und  sein  Neffe  Don  Juan  Manuel.  Auf  den  Thron  seiner  Väter  be- 
mfen,  pEegte  Alfonso  Wissenschaft  und  Kunst  inmitten  der  Kämpfe, 
die  im  Innern  des  Reiches  stattfanden;  gebeugt,  aber  nicht  geknickt 
durch  den  Schmerz,  seine  Vasallen,  unter  ihnen  den  eigenen  Sohn,  als 
Emporer  bekämpfen  zu  müssen.  Seine  CÄntigas  zum  Lobe  der  h.  Jung- 
frau nehmen,  obgleich  in  galizisoher  Mundart  verfasst,  in  der  Geschichte 
der  spanischen  Dichtkunst  einen  bevorzugten  Platz  ein.  Seine  pro- 
saischen Arbeiten  waren  grundlegend  für  kommende  Jahrhunderte.  Den 
Plan  seines  Vaters,  dem  Lande  in  dem  Setenario  ein  Gesetzbuch  zu 
übermachen,  führte  Alfonso  weiter  aus  in  den  Siete  Partidas.  Dies 
Werk  liest  sich  jedoch  kaum  wie  eine  Gesetzessammlung,  sondern  eher 
wie  eine  Encyklopädie  der  damaligen  Verhältnisse,  und  so  wird  es  eine 
ergiebige  Fundgrube  für  spanische  Altertümer  sein.  Mit  der  Cr6nica 
general  und  der  Cr6nioa  de  Espaila,  welche,  wenn  auch  nicht  von  ihm 


Uuina,utiicLi:  For!u:liuiigfcu  Vil. 


2'j 


4'2« 


8.  Gräfenberg 


allein  geschrieben,  so  doch  unter  seiner  Aufsicht  zusamnaeogeatellt 
wurde,  beginnt  eine  stattliche  Reihe  spanischer  Chroniken,  der  sich  in 
einem  andern  Lande  so  leicht  keine  zweite  an  Alter  und  Wert  eben- 
bürtig zur  Seite  stellen  kann.  Bedenken  wir,  dass  neben  diesen  gross- 
artigen  Leistungen  der  gelehrte  König  noch  eine  Anzahl  anderer,  meist 
wissenschaftlicher  Arbeiten  hinterlassen  bat,  so  leuchtet  ein,  welchen 
Einfiuss  Alfbnso  auf  die  Entwicklung  der  spanischen  Prosa  ausüben 
musste.  Durch  seine  Bibelübersetzung,  durch  die  Abfassung  von  Ge- 
setzbüchern, z.  T.  Vollendung  solcher,  die  schon  von  Ferdinand  dem 
Heiligen  begonnen  waren,  durch  die  Verordnung,  dass  bei  Gericht  nur 
spanisch  gesprochen  werden  sollte,  machte  Alfonso  das  Rastilische  zur 
Rechts-  und  Landessprache. 

Unter  Alfonfloa  Nachfolgern  auf  schriftstellerischem  Gebiete  ist 
Ü.  Juan  Manuel  durch  die  Bande  leiblicher  wie  geistiger  Verwandt* 
schaff  am  engsten  mit  ihm  verknüpft.  Ü.  Manuel,  der  Vater  D.  Juana, 
war  ein  jüngerer  Bruder  Alfonsos ;  beide  hatten  dieselben  Hausbeamten 
und  standen  sich  in  Not  und  Gefahr  zur  Seite.  Als  ein  Jahr  (1284) 
beide  Männer  hatte  sterben  sehen,  pflanzte  sich  die  Freundschaft  der 
Väter  auf  die  Sohne  fort.  iSancho  IV.  nahm  den  jungen  D.  Juan  in 
seinen  besondern  Schutz  und  überwachte  seine  Erziehung.  Im  Alter 
von  12  Jahren  (1294]  wurde  D.  Juan  Grcazverwalter  (adelantado  mayor) 
in  Murcia  und  bekleidete  somit  einen  Posten,  der  Einsicht  und  Scharf- 
blick in  hohem  Masse  erforderte.  Unter  Ferdinand  IV.  stieg  D.  Juan 
noch  höher.  Nach  dem  frühzeitigen  Tode  dieses  Königs  wurde  er  Mit- 
vormund Alfonsos,  der  als  Ivind  auf  den  Thron  kam,  und  leitete  während 
seiner  Unmündigkeit  die  Staatsgeschäfte.  Nicht  immer  stand  er  Jedoch 
auf  der  Seite  des  Herrschers.  Parteileidonschafton  und  persönliche 
Zwistigkeiten  trieben  ihn  oft  ins  feindliche  Lager  hinüber.  Treffend, 
aber  vorsichtig  äussert  er  sich  über  seine  Stellung  zu  den  Nachfolgern 
Alfonsos  X.  in  dem  Tratado  de  las  tres  razones  (ed.  Gayangos,  S.  262/s^) : 
Dios  me  lo  demande  al  cuerpo  et  al  alma,  si  los  bienes  et  la  criaoza 
que  el  [^  Sancho  IV{  en  mi  fizo,  ai  lo  non  servf  lo  mas  lealmente  que 
pude  Ä  41  et  al  roy  don  Fernando,  sa  fijo,  et  &  este  rey  den  Alfonso, 
Btt  nieto,  en  cuanto  este  rey  me  di6  logar  para  quoF  sirviese,  et  me 
non  höbe  4  catar  det  et  de  su  mal.  Fast  nimmt  es  Wunder,  dass  ein 
Mann,  dessen  Leben  so  von  Kämpfen  und  Stürmen  durchtobt  war,  wie 
D.  Juans,  Zeit  und  Sinn  für  die  Beschäftigung  mit  den  schonen  Künsten 
hatte.  Aber  das  Vorbild  seines  königlichen  Oheims,  aus  dessen  Thaten 
er  Mut,  aus  dessen  wissenschaftlichen  und  dichterischen  Arbeiten  er 
Belehrung  und  Unterhaltung  schöpfen  konnte,  strahlte  ihm  voran  und 
forderte  ihn  gleichsam  zur  Nachahmung  auf.    Der  Anschluss  an  Alfonsos 


Don  Jnan  Manuel,  El  Lihro  del  Cauallero  et  del  E«cudero 


429 


Werke  läsat  sich  bei  D.  Juan  nicht  verkennen.  Wie  Alfonso  Cantigas 
Bchrieb,  so  auch  D.  Juan ,  desaen  Dichtungen  uns  leider  nicht  erhalten 
sind.  Die  Siete  Partidaa  finden  ihren  Widerhall  in  D.  Juans  Libro  de 
loa  Estados,  dem  Libro  infinido  und  auch  im  Libro  del  Cauallero  et  del 
Escudero.  Aus  Alfonsos  OnSnica  de  Eifipaua  ist  D.  Juans  Crunica  abre- 
viada  ein  Auszug,  und  dem  Buche  Alfonsos  über  die  Jagd  verdankt 
D.  Juan  Manuels  Libro  de  la  Caza  den  Ursprung.  D.  Juan  verhehlt 
nicht,  in  welchem  Verhältnisse  seine  litterarischen  Produkte  zu  denen 
seines  Oheims  stehen,,  sondern  spricht  sich  im  Libro  de  la  Caza  (2/j6ff.) 
deutlich  darüber  aus:  Et  por  que  Üod  iohan  su  sobrino,  fijo  del  infanto 
don  manuel,  herraano  de!  Roy  Don  alfonso  se  paga  mücho  de  leer  en- 
los  Mbroa  que  falla  que  conpuso  et  dicho  Key  e  fizo  escriuir  algunaa 
cosas  que  entendia  que  cunplia  para  el  delos  libros  que  fallo  que  el 
dJcbo  Key  abia  conpuesto.  senalada  mente  enlas  cronicaa  de  espana 
Et  en  otro  libro  que  fabla  delo  que  pertenesge  a  estado  de  caualleria, 
E  quando  llego  a  leer  enlos  dichos  [libros |  que  el  dicho  Rey  ordeno 
en  razon  dela  caQa,  Por  que  don  iohan  es  muy  cagador,  ley  mucho 
enelloB  e  fallo  que  erati  muy  bien  ordenados  ademas,  Et  quien  pudiesee 
vsar  dela  caya  commo  la  el  ordeno  non  erraria  en  ninguna  cosa  en 
arte  dela  ca^a^  tan  bien  enla  teorica  commo  enla  pratica. 

Nachdem  schon  Gayangos  (S.  XXI  f.)  der  Frage  über  die  Reihen'^ 
folge  der  Schriften  D,  Juan  Manuels  einige  Zeilen  gewidmet,  und  auch 
Amador  de  los  Rica  dieselbe  im  4.  Bande  seiner  Litteraturgescbichto 
wieder  berührt  hat,  ist  sie  durch  ßaists  Beilage  I  zum  Libro  de  la  Caza 
nahezu  endgültig  gelöst  worden,  und  zwar  auf  Grund  der  in  den 
meiBten  Schriften  angegebenen  Zeitbestimmungen  bezw,  Anspielungen 
auf  bekannte  Ereignisse. 

Der  Vollständigkeit  wegen  führe  ich  hier  die  Werke  D.  Juans  in 
der  von  Baist  (S.  154)  festgestellten  Reihenfolge  an: 


Cr6nica  abreviada( 

de  la  Caballerla    ) 

de  la  Caza 

del  Caballero  y  del  Escudero 

del  Infante  (bczw.  de  los  Estados) 

de  Patronio  I 

Crönica  compUda 

de  los  Estados  I 

de  los  Estados  II 

Libro  infinido 

de  las  armas 

de  Patronio  V 

Pr61ogo  general 

Tractat  an  Masquefa. 


03 


.2  ,1  £  /1320-24 

^1-^1325-26 
^11  h326 

09    o    a>   ^1oä7 — ao 

'^'^^    1328-29 

a   .  i  1329-30 

/|^;i330 
loSi  jl332 

<d"^    1334 

'      S335 


o  S 


29* 


430 


S.  Grafenberg 


Von  den  noch  vorhandenen  Schriften  D.  Juan  Manuels  aiod  nn» 
die  meisten  nur  in  der  Ha.  S.  34M  der  Madrider  Nationalbibliothek  er- 
halten, der  Conde  Lucanor  oder  Libro  de  Patronio  anch  noch  in  einigen 
anderen  Hss.  Von  den  beiden  Chroniken ,  die  in  S.  34  nicht  stehen, 
existiert  je  eine  Ha.^)  Der  Kodex  S.  34  ist  bis  auf  das  Libro  de  la 
Caza,  das  erst  1880  von  Baist  herausgegeben  wurde,  von  Gayangos  im 
51.  Bande  der  ßiblioteca  de  autores  espanoles,  Madrid  1860  veröffent- 
licht worden.  Die  Ausgabe  von  Oayangos ,  der  sich  sonst  manche« 
Verdienst  um  die  spanische  Litteratur  erworben  hat,  ist  beut«  nicht 
mehr  zu  gebrauchen.  Der  Abdruck  ist  in  jeder  Weise  unzuverlässig. 
Zunächst  hat  G.  die  Orthographie  der  Hs.  in  der  willkürlichsten  Weise 
geändert.  Hätte  er  konsequent  die  neuspanische  Orthographie  durch- 
geführt, so  hätte  sein  Text  als  modernisierte  Ausgabe  imnaerhin  eine 
Anerkennung  zn  erwarten,  wenngleich  die  altertümlichen  Wörter  und 
Satzgefüge  in  modernem  Qewande  einen  ziemlich  zwitterhaften  Gin- 
druck machen  würden.  Die  Ausgabe  liefert  aber  kein  Neuspanisch  und 
ist  doch  wiederum  von  der  Schreibung  der  fls.  weit  entfernt.  Während 
letztere  in  den  ersten  Zeilen  des  Gesamtprologs  plazer,  faze^  dize, 
quando,  cauallero,  avia,  pagauan,  ^apatero  hat,  modernisiert  G.  zu 
placer,  face,  dice,  cuando,  caballero,  habia,  pagaban,  zapatero.  Um- 
gekehrt aber  giebt  G.  den  handschriftlichen  Lesarten  preciada,  acaeciOtJ 
trobador  die  altertümlichere  Form  presciada,  acaescio,  trouador;  we»-1 
halb,  ist  nicht  recht  einzusehen.  Dabei  hat  es  aber  nicht  sein  Be- 
wenden. Die  Hs.  selbst  weist  zahlreiche  verderbte  Stellen  auf.  Einige 
von  diesen  hat  G.  allerdings  durch  zutrelTende  Konjekturen  gebessert,^ 
andrerseits  aber  hat  er  Stelleo,  die  in  der  Us.  recht  verständlich  sind, 
durch  nachlässige  Abschrift  unverständlich  gemacht.  An  nicht  weniger  als 
12  Stellen  im  Libro  del  C.  et  del  E.  hat  er  eine  oder  mehrere  (bis  zu 6)  Zeilen 
der  Us.  ausgelassen,  indem  er  das  zwischen  zwei  gleichlautenden  Worten 
verschiedener  Zeilen  Stehende  übersah.  Er  druckt  z.  B.  im  38.  Kapitel 
(S.  274«  seiner  Ausgabe)  bei  Aufzählung  der  10  Gebote  folgendes  :  El  no- 
veno  [sc.  maodamieDto  esj^  que  no  debe  cobdiciar  ninguna  cosa  de  lo 
ajeno.  £t  todos  estoa  diez  mandamientos  se  encierran  en  dos.  Beim 
Durchlesen  der  Abschrift  oder  des  Druckes  hätte  er  sich  doch  fragen 
müssen,  wo  das  lU.  Gebot  geblieben  sei.    Die  Us.  bat  richtig:  El  noueno 


1)  Eine  genaue  Besobreibang  derselben  giebt  Gntierrez  de  la  Vega,  Bibliot««« 
venatoria  I  8.  CLVU  ff. 

2)  Die  eine  (Crunica  abieviada)  in  der  Hadr.  Nationalbibl.  (P.  81),  die  andero 
(Crünica  complidaj  im  Britischen  Museum,  wo  sie,  nachdem  sie  lange  für  ver- 
loren gehalten  worden,  von  Baist  wieder  aufgefunden  ist. 


DoD  Jaan  Maouel,  El  Lfbro  del  Canallero  et  del  Escadero 

que  non  deue  cobdigiar  muger  agena,  El  dezeno  que  dod  deue  el  omne 
codi^-iar  oinguDa  cosa  de  lo  ageno  Durch  das  zweimalige  codi<;.iar  iet 
der  Irrtum  veranlasst.  Baiets  Bemerkung  zu  dieser  Stelle  kommt  somit 
in  Wegfall  Im  41.  Kapitel  (S.  251a)  liest  G.  zweimal  athalprima,  das 
^r  im  Glossar  als  eine  Art  Adler  erklärt.  Dae  Wort  ist  Baißt  (S.  167) 
6cboD  verdächtig  vorgekommen ,  und  er  hat  es  in  der  Bedeutung  und 
BBioer  ersten  Hälfte  mit  athahorma,  nep.  atahorma  zusammengestellt. 
Die  Hs.  zeigt  unverkennbar  athahorma.  6. 's  Schreiber  hat  den  oberen 
Strich  des  zweiton  \)  für  ein  1  gehalten»  den  unteren  Haken  mit  dem 
angeschmiegten  o  für  ein  p  und  nun  nach  dem  r  noch  ein  i  einfügen 
müssen,  um  afhalprimas  zu  bekommen.  Dieser  Fehler  ist  um  so  weniger 
verzeihlich,  als  das  richtige  Wort  noch  im  Neuspanischen  existiert. 

Soviel  zur  Charakteristik  von  G.'s  Ausgabe.  Raist  hat  bereits  in  seinem 
Libro  de  la  Caza  unter  Hinweis  auf  die  Dürftigkeit  von  G.'s  Text  eine 
Neuausgabe  der  in  S,  34  erhaltenen  Schriften  I>.  Juan  Manuels  als 
notwendig  bezeichnet.  Von  Madrider  Freunden  auf  die  Arbeit  auf« 
merkaam  gemacht,  habe  ich  zunächst  nur  fol.  1 — 28  der  Ha,,  den  Ge- 
samtprolog  und  das  Libro  del  Cauallero  et  del  Escadero  kollationiert, 
die  nun  hier  in  neuer  Ausgabe  vorliegen.  Hai»t*)  hat  sich  schon  die 
Mühe  gegeben,  die  ihm  in  G.'s  Ausgabe  bedenklich  erschienenen  Stellen 
durch  Konjekturen  zu  verbessern  In  einer  Reihe  von  Fällen  sind  seine 
Vermutungen  durch  die  [.^esart  der  Hs.  selbst  als  richtig  bestätigt,  die 
übrigen  werden  an  den  betreffenden  Stellen  des  Textes  zur  Erörterung 
mit  herangezogen  werden. 

Der  Text  der  vorliegenden  Ausgabe  des  Gesamtprologea  und  des 
Libro  del  Cauallero  et  del  Escudero  ist  ein  genauer  Abdruck  der  Hs. 
8.  34,  wobei  die  Abkürzungen  selbstverständlich  aufgelost  sind.  Die 
Abkürzung  l  für  et  bezw.  e  habe  ich  (da  blosses  e  nur  an  einer  Stelle 
dieses  Teiles  der  Hs.  vorkommt,  sonst  immer  Et  oder  et)  mit  et  wieder- 
gegeben, also  ganz  nach  der  Weise  dos  Schreibers  von  S.  34,  wenngleich 
ich  nicht  anstehe,  mich  in  diesem  Punkte  der  von  Baiat  in  der  Anm. 
zum  L.  de  la  Caza  2,  t2  ausgesprochenen  Ansicht  anzuschliessen,  daas 
das  dem  B  oder  e  angefügte  t  ein  durch  die  Gewohnheit  des  Latein- 
schreibens  veranlasster  Schnörkel  sei.  —  Mucho  ist  in  unserer  Hs.  in 
der  Kegel  ausgeschrieben.  Kol  21^  befindet  sich  hinter  dem  ch  über 
dem  o  ein  dem  Apostroph  ähnlicher  Haken,  jedenfalls  ein  Rest  der 
alten  Abkürzung  much\  welche  an  ganz  vereinzelten  Stellen  in  unserem 
Texte  noch  vorkommt  (vgl.  fol.  23 ^  24",  24 '^).  Ähnlich  ist  dich'  (23«*) 
und  foch'  lam  Rndp  dss  Gesamtprologs)  erhalten.    Mucho  mit  dem  Ab- 


1)  Ä.  a.  0.  ö.  195  ff. 


m  kottn4  im  L  dol  C   (^  del  EL  gar  nicht» 

I  VBT  (SL  ^  2«.  1t  .    Em  älzkk  aber  dem  u 

fif  ^^   ift   baadicJiriltBeh    sehr   hiafi^.      Ln 

lä  Mbtk.  aei^  jadci  eh  eiaeit  Strich  doreh 

■  Ml  4itm  ^mttm  AameM  mmA  aar  noch  eia 

deaa    dl» 
fiese  ÄbfeSmiSf  m  inncho  aQflö«cen   and 

Je; 
I  od€r  Haken   sehr  nach   Buk»  oder  aaeh  pediti   ferste«   war, 

ea.    Sa  bat  Aifote  ia  üoiaa  a^   li^piii   doa  Cnada  Im- 

lor  ( l9T5)  rtsta  aianeho  gadnieht,  eiieaio 

■  das  EAiriiF).     Michaiaat  aado«iscJta  dnichi  ia  eÖMr  Aai 
de«  Cabafleto  Ci&r  nachaa,  dwbMi.  fcAii,  ochoa  a.a.  v.  Kaa 

aU^dm^  man^o  (v^  ITnari  a  kOl) 

daa  äpaaieac  vor,  aber  maehoa  oder  gar  feehooe  fir  fecfaos  hat  ketnea 

SiiB.    Wo  aiiB  eh   Biit  dem  Bafceo  a.  $  w,.  akht  aa 

cha  ■teht.   vie  in  macho  ..maeti)  a.  s>  v..  iit  aeiMr  ¥c 

Bedeotattf  heammfemm*U  —     Cooio  teigc  laal] 
r  bL   Ee  t»C  da«  ata«  Folga  vaa  vaa,  |iiHi<ii  darch  daa 
I  CO-  tT^  R.  F.  1 143)    Ich  fcfarahe  öa  fc%endea  l^xia  coauDo«  mit 

der  rer«iacdtea  Füe«  vo  eono  ^wohl  iafbl^  Floehtigkeii 
dee  Sehreihers)  ohae  Ahkänsagsaal^iB  vorkookms.  —  Wea  die  Aof- 
Beng  Toa  ;"  +  La>>**i  (Hier  des  Sbieh«  aaf  eiacai  Vokal  +  Labial 
hattMt  fo  habe  ich  der  Sefartibwei««  all  m  4m.  Tanag  gageht«,  afao 
sienpre,  c«mplid<»  geleaea-  Der  äehi«ibar  von  S  S4  iat,  vie  fiele  seiiier 
Zatgeaaeaetif  da,  va  er  di^  Abklsang  aiiaer  Vadifa  a^jriiat  ha^ 
akht  knaoafaeot  grreses,  detui  er 

sieapre,  eoMpIMB  aebea  roai^do,  Weon  aaa  aaeh  Ia  dea 
5i»<liefi  Hs».  n  -i-  Labial  hia%ar 
Labi«!  lAatUefa  die  ^röuacie  Bereehtigaag.  Dinaei  UaaiaBd  «ad  daa 
Vorwiegen  dieser  Verbindaof  in  NeaapaaiMhea  fierenlewf  aiieh  ihr 
den  Vofi»f  za  gehea.  —    Das   aoailttrte  a  ist  lait  d 


I 


taa  TOT  d«aecAea*   —    l^ä«s 

2  MsBoa  j  Bäirero»,  liuael  de  faleoMraßa  ü^liaAtica  e^ft5«la  de  kn 
cgVw  Xn  ml  rm  rmftdnd  18dO>  t^tklit  ak  n.Tcl  «aw  B»«he  riUiailia.  Daü 
tt^t  Ki«t>U  dkf»  all  aeho  nd  dk^a.  tea  Saatfi,  dcrmf',  derecfic. 

äla«:  FonB«B,  «ü«  uMtae  Befaanptiag  aock  hcitli^f, 


>t>n  Juan  Manuel,  El  Libro  del  CftOalloro  et 


flero 


wo  die  Hs.  nn  hat,  habe  ich  ee  beibehalten.  In  conel  (fol.  2<^,  9*,  10*», 
Iß^)  und  conellos  (20*)  hat  der  Strich  weiter  keine  Bedeutung,  dafür 
I  spricht  wohl  auch  die  Form  annos  (fol  16"^).  —  omne  ist  vielfach  aue- 
(geschrieben ,  daneben  finden  sich  die  Schreibungen  orüe  und  öe  (Flur, 
oms,  08),  die  ich  beide  in  omne  aufgelöet  habe.  Von  der  Auflösung 
der  Abkürzungen  abgesehen ,  habe  ich  an  dem  Wortlaute  des  Textes 
nichts  geändert.  Dass  ich  die  mangelhafte  und  inkonsequente  Inter- 
punktion der  Hs.  nicht  wiedergegeben,  sondern  der  leichteren  Lesbarkeit 
wegen  durch  die  neuspanische  ersetzt  habe,  wird  hoffentlich  der  Zu- 
verlässigkeit des  Abdrucks  keinen  Eintrag  thun. 

An  vielen  Stellen  erscheint  die  handschriftliche  Überlieferung  sehr 
der  Besserung  bedürftig.  Da  wir  jedoch  über  den  alts()ani8chen  Sprach- 
gebrauch noch  recht  wenig  unterrichtet  sind,  so  ist  nicht  immer  leicht 
zu  erkennen ,  welche  Eigentümlichkeiten  der  Us.  auf  Rechnung  des 
Verfassers  zu  setzen,  und  welche  als  Nachlässigkeiten  des  Abschreibers 
anzusehen  sind.  Wo  ein  Versehen  des  Kopisten  (eine  Dittographie,  eine 
Auslassung,  wie  z.  B.  das  häufige  Fehlen  des  in-  und  auslautenden  n, 
bezw.  des  dafür  stehenden  Striches  über  dem  Vokal  u,  dergl.)  evident 
oder  doch  wahrscheinlich  ist,  habe  ich  nicht  angestanden,  in  einer  An- 
merkung unter  dem  Text  eine  bessere  Lesart  vorzuschlagen,  und  hoffe, 
hierbei  im  allgemeinen  dos  liicbtige  getroffen  zu  haben.  Andere  (etwa 
vom  Standpunkte  dos  Neuspanischen)  auffällige  Erscheinungen  in  Form 
und  Stil  werde  ich  zusammen  in  einem  Anhang  besprechen.  Hin  und 
wieder  habe  ich  des  bessern  Verständnisses  wegen  in  den  textkritischon 
Anmerkungen  schon  auf  diese  oder  jene  Erscheinung  —  wie  das  Aus- 
lassen der  Präposittou  a  vor  anlautendem  oder  nach  auslautendem  a 
oder  0  —  hingewiesen.  Ferner  bringe  ich  in  den  Anmerkungen 
litterarische  Notizen  und  Parallelstellen  aus  den  Schriften,  die  D.  Juan 
Manuel  als  Vorlage  gedient  haben,  aber  auch  sonst  aua  solchen 
gleichalterigen  und  jüngeren  Werken,  die  denselben  Gedanken  in  ähn- 
[  lieber  Form  wiedergeben. 

n. 

Einem  charakteristischen  Zuge  des  H.Jahrhunderts  folgend,  ver- 
fasste  auch  L).  Juan  Manuel  mehrere  Schriften,  in  denen  das  didaktische 
Element  durch  philosophisch- naturwissenschaftliche  Betrachtungen  vor- 
treten ist.  Das  erste  dieserWerke  ist  das  Libro  del  Cauallero  et 
del  Escudero,  das  hier  in  neuer  Ausgabe  vorliegt.  D.  Juan  hat  darin 
seinen  Betrachtungen  dadurch  ein  besondere«  Interesse  verliehen,  dass  er 
sie  in  eine  anziehende  Uahmenerzahlung  einflocht,  eine  fabiiella,  wie 
er  im  Prolog  zu  diesem  Buche  und  bei  seiner  Erwähnung  im  Libro  de  los 


434 


S.  Grüfenberg 


EatadoB  I  91  sagt:  La  einem  Lande  regiert  ein  König,  der  durch  seinOj 
guten  Thaten,  durch  seine  weise  und  gerechte  Regierang  sich  die  Liebe 
seiner  Dnterthaneo  und  die  Achtung  der  benachbarten  Völkerschaften 
erworben  hat.  Jed*?8mal ,  wenn  er  Hof  hält ,  kommen  die  Menschen, ' 
reich  und  arm,  jung  und  alt,  aus  allen  Gegenden  herbeigeströmt.  So- 
zieht  einst  ein  junger  Knappe  an  seinen  Hof,  in  der  Absicht,  sich  von 
dem  edlen  Könige  zum  Ritter  schlagen  zu  lassen.  Von  den  An- 
strengungen des  Weges  ermüdet  schläft  er  unterwegs  auf  seinem  Pferde 
ein  .  .  .  Hier,  mitten  in  der  Erzählung,  zeigt  die  Hs.  leider  nach  den 
ersten  zwei  Blättern  eine  Lücke  von  vier  Blättern.  Die  Fortsetzung 
beginnt  fol.  7  im  Kap.  XVI,  wo  der  Knappe  von  einem  alten  Ritter,i 
der  sich  in  die  Einsamkeit  zurückgezogen  hat,  über  die  Pflichten  eineftf{ 
guten  Königs  unterrichtet  wird.  Wie  aus  dem  Schluss  von  Kap  XXXI 
hervorgeht,  hat  der  Knappe  eine  Reihe  von  Fragen  an  den  Einsiedler 
gerichtet.  Diese  Fragen  werden  nun  von  letzterem  beantwortet.  Nicht 
erhalten,  weil  in  der  Lücke  befindlich,  ist  die  Antwort  auf  die  Frage s| 
que  cosa  es  dios,  et  por  que  consiente  que  los  buenos  ayan  mucho  mal 
et  los  malos  mucho  blen  i  wahrscbeiDlich  =  Kap.  XV  oder  XIV  u.  XV). 
Die  Frage,  deren  Beantwortung  Kap.  XVI  auemacht,  lautet:  quales  son 
las  cosas  que  el  Rej  deue  fazer  para  que  sea  buen  Rey  et  que  man 
tenga  bien  asi  et  asu  regno  et  asu  estado.  In  den  folgenden  Kapiteln 
belehrt  der  Alte  den  Jüngling  noch  darüber,  welches  der  geehrteste 
Stand  in  der  Welt  sei,  welches  der  geehrteste  unter  den  Laien,  über  das 
Wesen  des  Ritterstandes  und  über  die  P>age  nach  dem  grossten  Kummer 
und  dem  gröasten  Vergnügen.  Darauf  unterbricht  er  seine  Ausführungen 
und  fordert  den  Knappen  auf,  seine  Reise  an  den  Hof  des  Königs  fort- 
zusetzen. Der  Knappe  verabschiedet  sich,  nachdem  er  dem  Einsiedler 
von  seinen  Vorraten  gegeben,  und  kommt  noch  zur  rechten  Zeit  an 
den  Hof.  Dort  erzählt  er  sein  Zusammentreffen  mit  dem  cauallero 
hermitafjo  und  bringt  dem  Könige  sein  Anliegen  vor.  Dieser  findet, 
wie  alle,  die  ihn  umgeben,  Wohlgefallen  an  dem  Jüngling  und  zeichnet 
ihn  vor  den  anderen  aus.  Nach  geraumer  Zeit  entlässt  er  ihn  endlich, 
nachdem  er  ihn  zum  Ritter  geschlagen  und  reichlich  beschenkt  hatte. 
Der  junge  Ritter  nimmt  nun  zunächst  seinen  Weg  nach  der  Behausung 
des  Einsiedlers  zurück,  in  der  Absicht,  noch  weiter  dessen  gute  Lehren 
anzuhören,  denen  er  einen  grossen  Teil  seines  Erfolges  am  Königshofe 
zuschreibt.  Da  der  Klausner  sich  jedoch  zu  schwach  fühlt,  auf  seine 
Fragen  zu  antworten,  entschliesst  sich  der  Jüngling,  erst  in  seine 
Heimat  zurückzugehen.  Dort  wird  er  von  Eltern  und  Freunden  herz» 
lieh  aufgenommen  und  lebt  glücklich  und  geachtet  in  ihrer  Mitte.  Bald 
indessen  überkommt  ihn  wieder  die  Sehnsucht  nach  dem  alten  Ritter 


Don  Joan  lUnnel,  El  Libro  del  Cauallero  et  del  E«CQdero 


435 


und  die  Wieebegierde  noch  weiter  dessen  weisen  Worten  zu  lauechen, 
und  BO  macht  er  sich  denn,  nachdem  er  sein  Gut  sicheren  Händen  an- 
vertraut, wieder  auf  den  Weg  nach  der  Einsiedelei.  Der  Alte  ist  nicht 
wenig  erstaunt,  den  neuen  Rittor  so  bald  wieder  zu  «eben,  erklärt  sich  aber, 
nachdem  ihm  dieser  seine  Gründe  dafür  auseinandergesetzt  hat,  bereit, 
ihm  nun  auf  die  noch  nicht  beantworteten  Fragen  Bescheid  zu  geben. 
Nachdem  dies  geschehen  (Kap.  XXXII— XLVllI),  bittet  der  Alte  den 
Jüngling,  ihn  weiter  nichts  zu  fragen,  und  dieser  willfahrt  seiner  Bitte. 
Da  der  Einsiedler  das  Ende  seiner  Tage  komonen  fühlt,  ersucht  er 
seinen  jungen  Freund,  bis  zu  seinem  Tode  bei  ihm  zu  bleiben.  Er  stirbt 
fromm  und  gottesfürchtig,  wie  er  gelebt  hat,  und  wird  von  dem  Ritter 
beigesetzt.  Dieser  kehrt  dann  in  sein  Land  zurück,  wo  er  bis  zu 
seinem  Ende  die  Achtung  seiner  Mitmenschen  geniesst^). 

Am  Eingange  der  Schrift  sagt  D.  Juan,  dass  er  einige  Dinge 
hineingebracht  habe,  welche  er  in  einem  Buche  gefunden:  er  wisse 
zwar  nicht,  ob  der  Anfang  dieses  Buches  wahr  sei,  glaube  aber  doch 
gut  zu  tbun,  wenn  er  das  dort  Erzählte  der  Vergessenheit  entreisae. 
Auch  andere  Sachen  habe  er  hineingebracht,  die  er  anderswo  geschrieben 
gefunden  habe,  und  andere,  von  denen  er  meine,  das»  sie  hineingehorten. 
Der  Anfang  jenes  Buches  erzähle  von  einem  Könige  u-  e.  w.  Und  nun 
beginnt  die  Rahmenerzählung^   wie  ich  sie   oben,   soweit  es  bei  der 


1)  Diese  Rahmeoerzählung  bat  Poibusqne,  Le  Comte  Lucanor,  apologues  et 
fabliaax  du  XIV.  siecle  etc.  (S.  100  f.)  schon  wiedergegeben,  aber  ganz  entstellt, 
indem  er  Aciner  Phantasie  zu  freien  Spielraum  gelassen.  Den  Köuigshuf  verlegt 
er  ohne  Grund  nach  Valladolid.  Dats  der  JüngliDg,  nachdem  er  den  Ritterschlag 
empfangen,  erst  einen  vergeblii-hen  Besuch  bei  ilt;m  Aken  macht,  dann  in  seine 
Heimat  gebt,  aber  von  Wiasenadurst  getrieben,  wieder  zum  Einsiedler  wandert, 
verschweigt  F.,  indem  er  sagt,  dass  der  Jdngting  vom  Hofe  zu  seinem  alten 
Lehrer  zurückgekehrt  sei,  und  dieser  ihm  dann  schon  eine  Reihe  weiterer  Fragen 
beantwortet  habe.  Um  dies  mit  mehr  Müsse  thun  %u  können,  habe  er  ihn  auf- 
gefordert, biB  zu  seinem  Tode  bei  ihm  zu  bleiben  und  ihm  täglich  eine  nene 
Belehrung  gegeben.  In  Wahrheit  ist  der  Klausner  deo  Fragen  des  JUnglings 
gegenüber  viel  weniger  willfährig.  Ganz  erfunden  ist  nun  bei  F.  der  Schluss. 
Statt  der  drei  Zeilen  am  Ende  dfs  Libro  del  C.  et  dfl  E.  erzählt  F.,  daas  der 
junge  Kitter  nach  der  Beisetzaug  seines  alten  Freundes  wieder  an  den  Hof  des 
Königs  znrtickgekebrt  sei,  dort  die  Weisesten  durch  sein  Wissen  in  Schatten  ge- 
stellt habe  und  vom  Könige  mit  der  Leitung  der  Stsatsgeschäfte  betraut  sei. 
Auch  die  Angabe,  daas  das  Buch  50  Kapitel  habe,  ist,  wenigstens  in  dieser 
Fassung,  ungenau  (vgl.  die  Anm.  zu  Kap.  Ilf).  —  Genauer  als  Puibusque,  dessen 
Arbeit  tibrigena  im  allgemeinen  recht  verdienstlich  ist  —  das  gilt  besonders  von 
der  Abhandlung  über  den  Ursprung  des  apanischen  Apotog«  —  ist  nach  ihm  Amador 
bei  seiner  Besprecbnng  des  Libro  del  C.  et  del  E.  an  Werke  gegangen. 


8.  Grifenberg 


lackenhaften  Überlieferung  möglich  ist,  wiederg<^ben  habe.  Daa  Buch, 
in  dem  D.  Juan  diese  Erzählung  gefunden ,  ist  Rarooo  Lnlls  Libre  dd 
orde  de  Cauayieria„  das  mic  einer  ähnlichen  Elrzlhlang  beginnt'). 

Um  den  Vergleich  mit  der  enuprechenden  Stelle  in  Libro  del  OL 
et  del  K,  za  erleichtern.  lasse  ich  die  katalanisrhe  Vorlage  der  Raluieii> 
enihlukg.  die  doch  schwer  zuginglich  ist,  im  Wortlaut  folgen,  uinaoaielir 
als  dadereh  auch  einiges  Licht  aaf  die  Lücke  io  D.  Jaans  Schrift  gevrorfeo 
wird  (fol.  IV*):  En  ?iia  terra  sesdeuench  qae  rn  satii  caoajler  qul 
longancot  bac  maateagut  l'orde  de  caaajrleria  en  la  noblesa  e  for^a  de 
•DU  alt  eoratge;  e  sauiese  e  Tentora  lagreo  maoteognt  en  la  honor  de 
eaaaTleria  en  guerrea  e  ea  Kmieigs,  en  assants  e  en  balajles,  elegi 
Tida  «rmitaaa  eoo  via  qee  soa  dies  ereo  breaa  e  oatara  ii  defaylia  per 
jnftnm  a  nsar  dames.  Ea  adoecs  desampara  »os  beretatgea,  e  hereca 
aos  iafants:  e  ea  j.  boseatge  gran  abondos  daygues  e  darbree  fme- 
tooeea  fea  sa  kabitade,  e  fogi  al  mcMi  per  90  qae  lo  deapodenunent 
de  aeo  eora,  ea  k>  qaal  era  eedeaengat  per  Tey^leea,  mI  deeonraa  en 
aqneTiea  eosee  ben  aaideea  e  Testma  loaek  de  lemps  k>  batuen  tengnt 
heaiat  Oa  per  atao  k>  eanavler  eogtta  en  la  mort  reiaeaibraat  lo 
fraepassaaieai  daqaeet  «egie  cd  bhre,  e  eates  la  aenteaeia  pcrdurable 
a  U  qaal  baaia  a  venir.  fio  .j.  bejl  prat  kae  .j.  artve  molt  grma  tot 
eanegat  de  fnnrt  oa  lo  eauajler  mia  eo  aqneUa  foreet.  Üaeaeta  aqaell 
ackre  kae  raa  footana  molt  beyla  e  dara,  de  la  qnal  era  aboodoa  lo  prat 
da  afbrea  qiii  ti  erea  en  tom:  e  lo  caaayler  kaaia  ea  enataaia  fota 
|oraa  de  reair  ea  aqaeil  loek  a  adorar  e  contaaiplar  e  pregar  Deaa,  fä 
qaal  fiaaia  gianea  •  Ber^  de  la  graa  koaer  qae  K  kasia  fejta  tote 
«■ipa  de  aa  vida  ea  eat  laoa.  Ea  aqaell  tampa  ea  la  eaUada  dei  graa 
iaeca  nadeawack  qae  rm  graa  Rey  omll  aoble  e  de  koaea  raatamoe  be 
bakaadoa,  kae  Biantdea  eona:  e  per  la  gran  faaia  qvi  fea  per  la  terra 
da  aa  eo«t»  kaa  aasiat  eeader  tot  aol,  ea  «on  paiafie  eaaaleaat,  aaana 
a  la  cart  par  eaeer  adokat  a  aoaeyl  caaajier:  oa  per  lo  tiebayl  qao 
kao  ceaceagat  de  aoo  cattalear,  detetra  qae  aaaaa  ea  aoa  palafte 
adorwia  S  «o  aqaella  koca  lo  eaatyfer  qai  ea  la  foceit  fikia  aa  paal- 
ffM»  T«gat  a  U  fbat  rartwplar  Dea  e  «aTaprcar  la  mailat 

jeca  kaaia  acaBtaawt.     Deaiaatfa 
-aosMAaa  aa  asi,  aoa  paliA»  e»  4A  cant  e  aae  aa  per 


Don  Joan  Mann 


Libro  del  Cauailero  et 


Bcndero 


lo  bosoatgo,  tro  esdeuench  en  la  fontana  hon  lo  oauayler  estaua  en 
oracio.  Lo  cauayler  qui  viu  venir  lescuder  lexa  sa  oracio  e  assech  se 
en  lo  bei  prat  a  la  ombra  del  arbre,  e  comenva  a  legir  a  J.  libre  que 
tenia  en  sa  faada.  Lo  palaffre  con  tb  a  la  fönt  becb  de  laygua,  e 
lescuder  qui  aenti  en  durment  quo  son  palaffro  noB  mouia  despertas,  e 
viu  denant  si  lo  cauayler  qui  fo  molt  veyl,  e  hac  gran  barba  e  loochs 
cabels,  c  romputs  vestiments  per  la  velea  e  per  la  penitencia  que  fasia 
fo  magre  e  descolorit,  e  per  les  lagrcmes  (]ue  gitaua  sob  uIIb  foren 
apoquite,  e  ac  esguart  de  molta  aancta  vida.  Molt  se  maraueyla  la  .j. 
del  altre,  car  lo  cauayler  hauia  longament  eatat  en  son  ermitatge,  en 
lo  quäl  no  hauia  nuyl  hotn  \i»t  depuys  que  hac  desemparat  lo  mon  es 
lexa  do  portar  arme«.  E  lescuder  se  niaraueyla  fortment  con  era  es- 
deuengut  en  aqueU  loch.  Lescuder  deuayla  de  son  palaffre  ^aludant 
agradablement  lo  cauayler,  e  lo  c:iuayler  lo  aculli  hon  pus  bellament 
pocj  e  asegren  se  en  la  bella  erba  j.  pres  del  altre.  Lo  cauayller  qui 
conech  que  lescuder  no  volia  primerament  parlar,  peryo  cor  li  volch 
dar  honor,  parla  primerament  e  dix:  Bell  amich,  quäl  es  vostre  coratge, 
ni  hon  anats,  ni  per  que  sots  assi  vengut?  8enyer,  dix  lescuder,  fama 
es  per  longues  torres  que  .j.  Rey  molt  saui  ha  manada  cort  o  fara 
eimateix  cauayler,  e  apres  fara  cauaylers  altres  barons  etranys  e  pri- 
uftte:  on  per  ayso  jo  vag  a  «quella  cort  per  esser  noueyl  cauayler:  et 
mon  palaffro,  dementre  que  jom  adormia  per  lo  trebayl  que  he  haut 
de  les  grans  jornades »  ham  anienat  en  aquest  loch.  Con  lo  cauayler 
ausi  parlar  de  cauayleria,  et  remombra  lorde  de  cauayleria  e  so  qaey 
pertany  a  cauayller,  adonchs  gita  .j,  suapir  et  entra  en  consirer  mem- 
brant  en  lo  honrament  en  lo  quäl  cauayleria  lo  auia  longament  man- 
tengut.  Dementre  que  lo  cauayler  cogitaua  en  si  mateix,  lescuder  li 
demana  de  que  era  son  consirer.  Lo  cauayler  dix :  Bei  fils,  mos  pen> 
saments  son  lorde  de  cauayleria,  e  del  gran  deute  en  que  es  cauayler 
con  mantenga  la  alta  honor  de  cauayleria.  Lescuder  prega  lo  cauayler 
que  li  dixes  lordo  de  cauaylaria  quäl  es,  ni  per  quäl  manera  hom  lo 
pot  mils  honrar  e  conseruar  en  la  honor  que  Deu  li  ha  donada.  Com, 
fiyl,  so  dix  lo  cauayler,  e  no  saps  tu  quäl  es  la  regia  e  lürde  de 
cauayleria?  e  con  pots  tu  demanar  cauayleria  tro  sapies  lorde  de 
cauayleria?  cor  negun  cauayler  no  pot  uiantenir  lorde  que  no  aap,  ni 
pot  amar  son  orde  ni  so  que  pertany  a  son  ordo  si  no  sap  lorde  de 
cauayleria,  ni  sap  conexer  la  fayliment  que  sia  contra  son  orde.  Ni 
negun  cauayler  no  deu  fer  cauayler  a'i  no  sap  lorde  de  cauayleria,  cor 
desordooat  cauayler  es  qui  fa  cauayler  e  no  li  sap  mostrar  lescustumes 
quis  pertanyen  a  cauayler.  Dementre  quel  cauayler  deia  aqueste»  pa- 
raules  e  reprenia  lescuder  qui  dcmanaua  cauayleria ,  lescuder  demana 


lliS  S.  Oräfenberg 

aI  CAuaylor:  Sonyor,  si  a  vob  plazia  quem  dixessets  lorde  de  caiiayleri% 
M««at«  mo  «ont  coratgo  quel  orde  apendria,  et  que  sigairia  la  regia  e 
lordo  do  cauayloria.  Bei  amic,  ^o  dix  lo  cauayler,  la  regia  e  lorde  de 
cauayloriH  c«  on  aqucst  libro  on  lo  quäl  jo  lig  alcnoes  Yegades  per  90 
quom  f«««a  roinombrar  In  gracia  et  la  merce  que  DeuB  ma  feta  en 
aqiu'dt  mon,  porvo  cor  honraua  c  mantenia  lorde  de  cauayleria  a  tot 
mon  podor.  Cor  on  axi  con  cauayleria  dona  tot  90  que  pertaoy  a 
oatt«yl(M\  cn  axi  cauavlor  deu  donnr  totes  ses  forses  a  honrar  canay- 
loria.  \a\  cauaylcr  liura  lo  libro  al  escuder:  e  con  lesender  lac  lest, 
on  lo  quäl  ontos  quo  cauavlor  es  .j.  de  .M.  homens  elet  a  haaer  paa 
noblo  oftici  quo  tot$.  ot  ac  ontosa  la  regia  e  lorde  de  cauayleria,  adoncha 
oonsir«  J.  potit  0  dix:  A  sonyor  Dens,  beneyt  siats  tos  qnim  haneta 
«duvt  on  KH'h  0  on  tomp»  con  jo  haja  conexensa  de  cauayleria,  la  qaal 
ho  lon^h  irmps  dosirada«  sons  quo  no  sabia  la  nobilitat  de  son  orde 
ni  U^nramont  on  quo  IVu  ha  posats  tots  aquolls  qui  son  en  lorde  de 
OAuayloria  Amablo  tiyl.  dix  lo  canayler.  ,10  son  pres  de  la  mort  e  mos 
dio»  no  i^on  moh$:  on  con  aquost  libro  sia  for  per  retomar  la  deuocio 
0  la  lovahat  0  lordonaniont  quo  cauavlor  den  bauor  en  renir  son  orde, 
)^^r  «\c^^.  bol  ti),  }Htrtai$  voson  aque$t  libn^  a  la  cort  hon  enats,  e 
mo»trsTs  )o  a  lot^i  ai;v.olU  qui  volon  o^sor  canaylers  nouoUs:  gnardata 
K>.  o  car  lO  :oni:$  $i  amat$  lordo  do  cau.HTloria.  E  con  s«et»  adobat 
a  nouol  cauA\!or.  roxorrat;»  iMi^r  «qn^si  li>ch.  e  disa»  me  quals  son 
«^\:c\U  ca*  *cr*n  fc:*  3v»uoU  ojiuay>r<  c  ro  *urAT:  es:*i*  obedients  a 
'«  ii»v:::*«  ie  :**.:*>  Ar:*  lo  .'AUÄy'ir  -";~*  >ä  "rrr.--i.>f -o  al  e*cuder, 
:"  LiVi:u,-i'r  i^r*  .v^  '.r-^v    0  :>rt;i  .,'-::*:  --.;.:  i:'-  :ir-:rr:  de'  canayler, 

X  y. .  ,  :.-.  f  ;,:•>  :•  ii  :  :i  "i  c-*"  .vr:  ^  *:~t"  :2t  r:-:  ratayler  qui 
*r-   rs*.-.-   :'    .■-.\:-    .::'   »-iv.*-»  .:■•*.    .'   ;  ..>.^:   T-^r  *  '  Ti'      Tn'-r;.-:-  C^#  a  le» 

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Don  Juan  Maouel,  Ei  Libra  döl  Caualloro  et  del  Eecudero 


4:U) 


findet  aich  bei  U.Juan  ausführlich  mitgeteilt  und  giebt  seiner  Erzählung 
der  Vorlage  gegenüber  immer  noch  einen  ziemlich  hohen  Grad  von 
Selbständigkeit.  Bei  K.  Lull  findet  die  Unterweisung  des  Knappen  in 
den  Pflichten  des  Ritlerstandes  u.  ».  w.  in  der  Weise  statt,  dass  ihm 
der  alte  Ritter  ein  ßuch  zu  lesen  giebt^  in  welchem  alles,  was  das 
Ritterwesen  angeht,  verzeichnet  ist.  Dies  Buch  nimmt  der  Jüngling 
auf  Wunsch  des  Alten  mit  an  den  Hof,  damit  es  allen,  die  dem  Hitter- 
stande  beitreten  wollen,  von  Nutzen  sein  könne.  Bei  D.  Juan  hingegen 
ist  die  Unterweisung  von  Seiten  des  Eremiten  eine  mündliche  und 
darum  lebendigere.  Ein  weiterer  Unterschied  in  der  Anlage  beider 
Bücher  ist  der,  dass  bei  L).  Juan  der  Knappe  eich  nicht  auf  die  Frage 
Dach  dem  Wesen  des  Ritterstandes,  den  Päichton  der  Ritter  u.  s.  w. 
beschränkt,   aoadern    noch    weitere    Fragen    aus    den    verschiedensten 

I  Wissensgebieten  an  ihn  richtet,  die  der  Alte  dann  nach  und  nach,  zu- 
weilen mit  grösseren  Pausen  —  die  durch  den  Aufenthalt  des  Jüng- 
lings zu  Hause  und  am  Hofe  ausgefüllt  werden  —  beantwortet  M-  Bald 
sind  es  Fragen  religiöser  Art  und  übersinnlicher  Natur ^  wie  die  nach 
dem  Wesen  Gottes,  den  Engeln,  dem  Paradies,  der  Hölle,  bald  greifen 
sie  in  das  Gebiet  des  sinnlich  Wahrnehmbaren  hinüber,  wie  die,  welche 
Säugetiere,  Vogel,  Fische,  Pflanzen,  Steine  und  Metalle  behandeln,  bald 
sind  es  Fragen  aus  dem  Gebiet  der  Astronomie.  Nahezu  stereotyp  ist 
der  von  dorn  alten  Ritter  fast  jedesmal  vorgebrachte  Einwand,  dass 
die  an  ihn  gestellte  Frage  nicht  leicht  zu  beantworten  sei,  da  sie  doch 

'  eigentlich  ein  grosses  Wissen  voraussetze ,  das  er  als  Ritter  nicht  Zeit 
gehabt  habe  sich  zu  erwerben.  Indessen  habe  er  einiges  darüber  er- 
fahren ,  und  das  wolle  er  dem  Jüngling  nicht  vorenthalten.  Nun  ist 
aber  nicht  etwa  der  Rest  des  Kapitels  ausschliesslich  der  Beantwortung 
der  betrefi'enden  Frage  gewidmet.  Der  Einsiedler  nimmt  vielmehr  jede 
Gelegenheit  wahr,  sich,  ehe  er  auf  den  eigentlichen  Gegenstand  über- 
geht, in  weitläufigen  Digressionen  über  die  schwierigsten  moralischen 
und  philosophischen  Themata  zu  ergehen,  und  zwar  in  einer  Ausführ- 
lichkeit, die  in  gar  keinem  Verhältnis  zu  der  Kürze  steht,  mit  welcher 
er  die  Frage  des  Ritters  beantwortet.    Nur  in  einigen  Kapiteln  wendet 

,  er  sich  bald  zu  eeinem  Gegenstande,  so  z.  B.  in  Kap.  XL  und  XLI,  wo 


1)  Genauer  an  R.  Lall  —  mit  BenutzuDg  von  D.  Juan  Manuel  für  den  weiteren 
Verlauf  der  Erzählung  —  hält  sich  der  Valencianer  Martoreil  in  seiDem  Ritter- 
roman ^Tirante  el  Blaoco".  Dort  wird  dem  Knappen  von  dem  Einsiedler  vor 
seioer  Weiterreise  an  den  Hof  das  Buch  L'Arbre  des  Batailles  zur  Belehrung 
über  de«  Ritterstand  eingehändigt.  Nachdem  der  Rittersohlag  vollaogen,  kehrt 
der  Jüngling  mit  seinen  Gefätirten  zu  der  Einsiedelei  zurück.  Näheres  Über  diesea 
Roman  bei  Daalop  •  Liebrecbt  S.  169  ff. 


HO 


S.  Gräfeoberg 


•r  di<>  Tiere  und  die  Vogel  behaodelt.  Hier  war  ja  auch  der  leiden- 
schaftliche Jäger  und  Verfasser  des  Libro  de  ia  Caza  auf  wohlbekaotitem 
Gebiete. 

Woraus  D.Juan  Manuel  sein  eigenes  ausgedehntes  Wiesen,  das 
er  im  Libro  del  C.  et  del  E.  eeigt,  geschöpft  hat,  giebt  er  weiter  nicht 
ML  Das  einzige  Buch,  auf  das  er  sich  im  Laufe  der  ErörteraogeD 
fieht.  erwähnt  er  Kap.  XIX ,  wo  vom  Ritterstande  die  Rede  ist :  Pero" 
ai  uos  quisieredes  saber  todo  esto  que  nie  preguntastes  de  la  caaall«ria 
OMiplMaineatd,  leed  un  libro  que  fizo  vn  sabio  que  dizen  Vejecio.  et 
y  lo  fallaredcs  todo.  Gemeint  sind  damit  des  FIa?ü  Vegetü  de  re  mili- 
tari libri.  die,  wiederholt  ins  Spanische  übersetzt,  oft  als  Autorität  an- 
geführt werden.  Auf  D.  Juans  Buch  vom  Ritler  und  Knappen  bat  je> 
dooli  die»  Werk  nicht  direkt  eingewirkt.  Desto  mehr  hat  dies  daa 
•elioii  genannte  Werk  Ramon  LnlJs  gethan.  das  die  QaeUe  aeiDer 
iUlllieeerx&hlang  gewaeen  ist.  Wenn  auch  die  Bemerktutg  Agiiil6e, 
daae  »Don  Juan  ae  apodera  dest  tn/elat  y  feiieel  seil  eeaa  aoomenar  a 
ooa  Mlec^  la  weil  gekl^  eo  hat  doch  diea  Back  siemiieli  «tarke 
in  libro  del  C.  et  del  £.  luBterbaaeift.  Dea  pk  noOrlkh 
fikr  die  Kaphel,  die  «ich  mit  dem  Ritterstande  beechiftiges.  Aber  auek 
OMWt  aoigt  eidi.  wie  die  UtterariMheo  AeaMrkeogea  heitlHgen 
die  Ettviikaag  Kamoo  Lefla.  Von  gfoencB  Bläiea»  mai  dae 
dil  C  et  del  E.,  wie  aef  D.  Juans  Schriftes  ebcfkaspt,  waces»  w 
feile  eben  emgedfurtet  itt,  fie  Arbeitee  eoiaea  Obene  AMoMe  X.  Hier 
liMMii  k  eceier  lii^  ^  Siete  Faitidae  ie  Betmebt  fise  Beibe 
tw  eedMkeü.  doMi  «k  ta  dieeea  greoMct«  ei^uhigii"  Werk  be- 
gi^eea»  imim  wir  im  Beebe  te«  Ritter  ead  ITaeffM  wieder.    Ee  g9t 


iifl-di 
die  Lektiie 


ilL    Im 


Dl, 


Dm 


Ol» 


UbMMCetMS. 


irt^k^DL, 


4»  Lihi»  M  C  et  M  &. 


Don  Juan  Manuel,  El  Libro  del  Cauallero  et  del  Eacadero 


nt 


geschrieben  ist,  die  Widmung  selbst  im  Winter  desselben  Jahres  (vgl, 
ß.  S.  135). 

ra. 

Um  der  Nachwelt  seine  Werke  in  ihrer  ursprünglichen  Fassung 
und  nicht  verstümmelt  durch  die  Nachlässigkeit  unwissender  Schreiber 
übermitteln  zu  können,  Hess  sie  D.  Juan  Manuel  in  eine  Us.  zusammen- 
fassen und  übergab  diese  den  Brüdern  des  Klosters  Peüafiel  zur  Auf- 
bewahrung. Dieser  eigenen  Redaktion  seiner  Werke  schickte  D.  Juan 
einen  allgemeinen  Prolog  voraus ,  der  schon  darum  eebr  wichtig  ist, 
weil  er  eine  vollständige  Liste  der  darin  befindlichen  zwölf  Schriften 
enthält  (vgl.  fol.  !•'  unten).  Am  Eingange  dieses  Üesamtprotogea 
gicbt  D.  Juan  seine  Besorgnis  zu  erkennen  und  rechtfertigt  dieselbe 
gleichsam  durch  die  Erzählung  von  dem  Troubadour,  dessen  Lied  von 
einem  Schuhmacher  bei  seiner  Arbeit  auf  der  Strasse  so  verunstaltet 
wurde,  dass  er  im  Zorne  darüber  eine  Schere  ergriff  und  die  Waren 
des  Schuhmachera  zerschnitt  (fol.  l*ff.).  Als  der  geschädigte  Schuh- 
macher nun  den  Troubadour  darüber  zur  Rede  stellte,  sagte  ihm  dieser, 
er  habe  ja  nur  Qleiches  mit  Gleichem  vergolten,  indessen  sei  er  bereit, 
mit  ihm  zum  Konige  zu  gehen  und  diesem  die  Sache  zur  Entscheidung 
vorzulegen.  Als  der  König  den  Uergang  erfahren,  grollt  er  dem  Trou- 
badour gar  nicht,  verbietet  ihm  aber,  je  wieder  dergleichen  zu  thun. 
Dem  armen  Schuhmacher  ersetzt  der  König  den  Schaden,  nachdem  er 
ihm  anbefohlen,  die  Lieder  des  Troubadours  beim  Singen  nicht  wieder 
zu  verunstalten.  —  Wenn  D.Juan  angiebt,  dass  sich  diese  Begebenheit 
unter  der  Regierung  Jaimes  L  von  Mallorca,  also  nicht  lange  vor  seiner 
Geburt,  in  Ferpignan  zugetragen  habe,  so  ist  das  nicht  ohne  weiteres 
hinzunehmen.  Der  Ursprung  der  Erzählung  von  einem  Dichter,  der 
die  Arbeit  eines  Handwerkers  zerstört,  weil  dieser  seine  Verse  beim 
Hersagen  verstümmelt  hat,  lasst  sich  weit  zurück  verfolgen.  In  seinem 
Buche  „Über  das  Leben  und  die  Lehren  der  berühmtesten  Philosophen 
des  Altertums''  überliefert  uns  Diogenes  Laertius,  ein  griechischer 
Schriftsteller,  der  um  30Ü  n.  Chr.  lebte,  ganz  kurz  eine  ähnliche  Ge- 
schichte, die  dem  Dichter  Philoxenos  (f  38<)  v.  Chr.  am  Hofe  des 
älteren  Dionysius  zu  Syrakus)  mit  einigen  ZiegeUteinbrennern  passiert 
sei.  Dann  ist  diese  Geschichte  erst  wieder  bei  D.  Juan  Manuel  belegt, 
doch  zeigt  ein  Vergleich  beider  sofort,  dass  der  Spanier  die  Angaben 
seiner  Vorlage  noch  bedeutend  vervollständigt  hat. 

Nach  D.  Juan  hat  der  Italiener  Sacchetti  eine  ähnliche  Episode  aus 
dem  Leben  Dantes  erzählt.  Statt  des  Schuhmachers  ist  es  hier  ein 
Grobschraied,  der  Dantes  Veree  zu  seiner  Arbeit  singt  (Novella  CXIV). 


44/ 


&  Grilcalietf 


»Igt  i'w  Otiflehiebte  Saeehettis  toq  dem  Eseltreilx 
dfr  HAch  jc;deni  V#ri#  int  Dante  eeiBem  Esel  am!  ixmei\  hm  er  Toti 
iMnte  darauf  aufmerkiam  jj^emaclit  wurde,  daw  der  Aoamf  nielit  in 
M$a«ii  VerMO  «tände.  Vennutltch  hat  der  jüngere  Sacdietti  aita  D.  Jaoa 
Miüti«!  (hm*,  mit  ihtn  au«  demelbea  Qaelle)  ge»ehöpft.  Wie  Di2nIo|> 
(8.  2Ö6)  RUgUMt  wird  dieietbe  Geschichte  Tom  Dichter  und  Handwerker 
ioeb  von  Ariotto  and  anderen  Dichtem  erzShlt,  aber  nirgends  mit  der 
ilUilfOhrliebkeit  wie  hm  D,  Juan  MauueP). 


1 )  Vgl  Ubtr  dielen  Of^i^cnslADd  pApaaU,  Dante  aeoando  U  tradiuoee 
vaWaUtri.    Firttn^e  1873,  8.  fi3  tt  aod  S.  61  ff. 


■1 


Don  Jakn  Manuel,  £1  Libro  de)  <.'a)ia)lero  et  del  Escuderu 


U:\ 


TEXT. 

[fol  !•]  Asi  commo  ha  muy  grant  plazer  el  que  faze  alguna  baena 
obra,    senalada  meoke   ai   toma  graut  trabajo  e  la  fazV),   quando   sabe 

ique  aquella  au  obra  es  muy  loada  et  se  pagan  della  mucho  laa 
gentes,  bien  asi  ha  muy  graDt  pesar  et  grant  enojo,  quando  al- 
guno  a  sabiendas  o  aun  por  yerro  faxe  o  diKc  alguna  cosa  por  que 
aquella  obra  non  sea  tan  prcciada  o  alabada  commo  deuia  8er.  Et 
por  probar  aquesto,  porne  aqui  vna  cosa  que  acaeyio  a  un  cauallero 
En  perpinnim  en  tiempo  del  primero  Rey  don  jaymee  de  raallorcas^). 
Abi  acae^io  quo  aquel  cauallero  era  muy  grant  trobador  et  fa^ie  muy 
buenas  caatigas  amarabilla  et  fizo  una  muy  baena  ademas  ^  et  avia 
muy  buen  son.  Et  atanto  se  pagauan  las  gente»  de  aquella  cantiga, 
que  deae^)  grant  tiempo  non  querian  oantar  otra  cantiga  &i  non  aquella, 
Et  el  cauallero  que  la  (iziera  auia  ende  muy  grant  plazor.  Et  yendo 
por  la  calle  un  dia,  oyo  que  vn  ^apatero  estaua  dtziendo  aquella  can- 
tiga^  et  dezia  tan  mal  errada  mente*).  tan  bien  las  palabras  commo  el 
Bon,  que  todo  omne  quela  oyesae,   ai  ante  non  la  oyie,  tenia  que  era 

imuy  mala  cantiga  et  muy  mal  fecha.  Quando  el  cauallero  quela  fiziera 
oyo  commo  aqucl  ^apatero  confondia  aqnella  tan  buena  obra  commo  °), 
ovo  ende  muy  grant  peaar  et  grant  enojo  et  deacendio  de  la  bestia  et 
asentose  cerca  del.     Et  el  ^apatero,   que  non  se  guardaua  de  aquello, 


1)  Die  Lesart  e  la  faz  giebt  keinen  Sinn,  ^a  überdies  im  Libro  del  C.  et  del  £. 
fast  nie  blosses  e  für  die  Partikel  steht,  und  die  3.  Siug.  Prä«,  von  fazer  meistCDS 
faze  heiSBt  (vgl.  drei  Zeilen  welter  unten),  so  lese  ich  mit  Amador  de  los  Rios 
(IV  295  Adoi.)  uod  mit  Baist  en  la  fazer,  das  s'cb  auch  graphisch  leicht  erklären 
läast  Der  Schreiber  bat  eiofacb  deo  Strich  über  dem  e  (vergl.  auch  S.  459 
Anm.  1)  uad  den  Haken  über  dem  z  vergessen. 

2)  Jayme  L,  König  von  Aragonien,  Sohn  Don  Pedros  IL,  der  1213  in  der 
.Schlacht  bei  Muret  fiel,  gelangte  nach  dein  Tode  seines  Vaters  als  fUnfjtthriger 
I Knabe  auf  den  Thron,  den  er  bis  zu  seinem  Tode  innehatte.  Er  führt  den  ßei- 
inameii  des  Eruberers.    In  Urkaoden  lautet  sein  Name  mit  Titeln:  Don  Jayme,  por 

la  gracia  de  Dioa  Key  de  Aragon,  de  Mallorca,  y  de  Valencia,  y  Coode  de  Bar- 
celona, y  de  Urgel,  y  Senor  de  Monpeller-,  vgl.  Juan  de  Meto,  Ilisturia  gener&l 
del  Reyno  de  MaUorca,  MaDorca  16d4,  S.81. 

3)  l  desde. 
4}  G(ayang08)  ändert  errada  meote  in  ordenada  mente,  das  f.  25'  allein  vor- 

komiDt.  Da  indessen  f.  15*  muy  mal  errado  steht,  so  kann  man  an  der  Lesart 
der  Us.  festhalten.    Auch  mal  [e]  errada  mente  ist  in  Erwägung  su  ziehen. 

b)  Nach  commo  ist  el  fazia  oder  besser  fiziera  (entsprechend  einer  ähnlichen 
Stelle  f.  li>)  einzuschieben, 

RoinaBt»che  PorecbuDgciu  Vit.  QA 


444  8.  GrKfenberg 

non  dfxo  au  o«nUr  ot  quanto  mas  dezia  mas  confondia  la  oantiga  qne 
iA  caualloro  fluiora.  Kt  detque  el  oauallero  vio  bu  [f.  l**]  bnena  obra 
tan  mal  confondida  por  la  torpedat  de  aquel  gapatero,  tomo  mny  pasao 
vna«  U««raa  ol  ti\jo  quantos  yapatos  el  ^apatero  tenia  fechos,  et  eato 
f««ho,  caua)^)  ot  fiionte.  Et  el  v*P*tero  paro  mientes  en  aas  ^apatoa, 
^%  dMquo  loa  vido  aai  tigados,  entendio  que  avia  perdido  todo  sa  tim- 
Kugo«  ovo  grant  po»ar  et  füe  dando  Totes  en  poa  aquel  caaallero  qne 
aquolkk  le  Huera,  Kt  el  cauallero  dixo  le:  amigo,  el  Roy  naeatro  sefior 
t^a  aqui,  oi  um  »abode«  que  e«  muy  buen  Key  et  mny  juati^iero,  et 
ua>-awM  antel,  et  librelo  c^unmo  fallare  por  derecho.  anboa  ae  acordaran 
a  eato,  et  deeque  le|taroB  aatel  Kev.  Dixo  el  ^patero,  eonuno  le  tajara 
lodoe  »u»  \Ni|viio«  et  le  titiera  grant  danno.  El  Key  Ine  desto  aannndo 
ei  prei^unto  al  eauallero  m  era  aquello  Teidat.  et  el  eanallero  dixole 
que  N«  aia»  que  quiue^ee  Mber  por  que  lo  tiera^X  Et  mando  el  Rey 
que  dixieee.  ei  el  eauallei«  dixo  que  bien  sabia  el  Rey  qne  el  fiaaera 
lal  <^anti^  que  er«  nuy  bueaa  et  abia  buen  eon«  et  qne  aqnel  spätere 
]|eeU  am  eon^^ndida.  et  que  peU  mandacse  deiir.  Et  el  Rey  mando 
04a  d^r  e<  vio  que  eca  a«i  eet^Hi^^  dixo  «1  canaUero  qne.  poeo  el 
Via|vM«v  <^'«Kvidieni  tan  buena  obra  MMRiaao  el  nnera  et  enqne  aTin  to- 
«Mkdo  0^ant  dawpno  et  a£an.  qne  an  confwdiera  «1  k  obn  del  ^npa- 
lecvx  m  Kev  e<  quasto*  K^  ov>M\>n  tonaa»«  deno  j^aat  plaser  et  Rieron 
Msie  «knc^<>,  et  e<  Kev  «aaado  ai  ca(ia:e5\>  qne  xssca  dixie»e  aqueUa 
muk;^  sd%  <vvaK«dw««4ie  U  bve««  ci^ra  de)  ca»I«s>».  ec  pec^  el  Rey 
^  ia^^N"  *^  ^a5^*^^^o  e;  »arsÄ^''  jl  cAz*lifÄ'  c:s#  *m  iees«*  «aa*  enojo 
*1  \*?>»w«V'^  K:  :  *.  -  ^^^eIi!^äo  }\v  i.'cc  vitax  c«?  >>r  mi«&  qne 
tvv»  «-  joir^fc  «cxsAT.  ^»^  Xv*  >:^c>f  ^xf  >■.•*  be  r«ä<*  s««  »e  aymn  de 

*.NM\v  »«cij»  vv*!».  V  «*,*  Tcc  ««««r^Msc.jr.vjr,-  äi  «irrTsaxss.  i»  por 
<x>^:;jk»  vcr»  *«BVi*i  »7J»  a  ,Nr:fc*  «  ii^  «  r*xs^£i»5r  <i  Hbro 
^.vitji  *TJi  r*r,ir  >.v  ,*cr4  m  fn^äa  ,'x>*  irrii  rACi  ^  *a.»a»<iV«  <c  a>da 

«tfua  *.>..«  ^  .-  t  j  I .  VI  .'vv  •lAKu.tnn^iiEkVUv.v;  «v>  «.rrusHW  a  *'-*  i  «  =: 
y-a.'     S      •."  -       l^-      r>v    .      •  i;    B.»>:    fiKa«>    JLiKt^;!^    2c    ruft' 


Don  Juan  Manuel,  El  Libro  del  Camallero  et  de)  Escudero  445 

^guardar  esto  quanto  yo  pudiere,  fizi  fazer  este  uolumeu  en  que  eßtan 
BCriptOB  todos  los  libros  que  yo  fasta  aqui  he  fechos^j^  et  sondoze:  el 
primero  tract«  dela  razon  porque  fueron  dadae  al  infante  doo  naanuel, 
mio  padre,  estas  armae,  qne  son  alas  et  leonee,  et  por  que  yo  et  mio 
fijo  legitime  heredero  et  los  bcroderos  del  mi  linago  podemos  fazer 
caualleroa  non  lo  seyendo  nos*),  et  dela  fabla  que  fizo  coomigo  el  rey 
don  saDcho  en  madrit  ante  de  au  muerte.  Et  el  otro  de  castigos  et 
de  consejos  que  do  aini  fijo  don  ferraodo,  ot  eon  todaa  cosas  que  yo 
proue^),  el  otro  libro  es  delos  stados,  Et  el  otro  es  el  libro  del  cauallero 
et  del  escudero,  et  el  otro  libro  dela  caualleria*),  et  el  otro  dela  cro- 
nica  abreuidu^)^  et  el  otro  la  crooica  compHda,  El  otro  el  libro  deloa 
egefloa')*),  et  el  otro  cl  libro  dela  caga,  et  el  otro  el  libro  delas  can- 
tigas  que  yo  fiz*),  et  el  otro  delas  rcglas  commo  se  deue  trobar*).  Et 
ruego  a  todos  los  que  leyeren  quäl  quier  delos  libros  que  yo  fiz,  que, 
81  fallaren  alguna  razon  mal  dicha,  que  non  pongan  ami  la  culpa,  fasta 

Verfaflfier  wird,  ohne  dass  dieser  schuld  danin  ist  (el  que  U  fizo  Don  auicndo  y 
culpa). 

1)  Die  gleiche  Besorgnis,  dass  seine  Schriften  durch  schlechte  Übersetzer  oder 
gewisseDlose  Abschreiber  entstellt  werden  möchten,  drückt  Don  Juan  Manuel  auch 
im  Prolog  zam  Conde  Lucanor  aus  ^vgl.  G.  S.  368/'?). 

2)  Im  allgenieiDeu  konnten  nur  ßitter  den  Kitterschlag  an  anderen  vornehmen, 
jedoch  auch  die  Könige  und  ihre  Thronerben,  selbst  wenn  sie  nicht  Ritter  waren. 
Dieser  Brauch  war  gesetzlich  bestimmt  in  den  Siete  Partidas  Allonsos  X.  Ich 
nehme  die  betreü'<;nde  Stelle  des  allgemeinen  Interesses  wegen  hier  auf:  „Pechos 
non  paeden  ser  loa  caualleros  por  mano  de  ome  que  cauallero  noo  sea.  Ca  los 
sabioa  antignos,  que  todas  las  cosas  ordenaron  con  razon,  nnn  touierun  qne  era 
oosa  con  giiisa,  nin  que  pudiesse  ser  con  derecho,  dar  vn  ome  a  otro  lo  qne  iion 
OQiesse.  E  bien  assi,  como  las  ordenes  de  los  oradores,  non  las  podria  ninguoo 
dar,  si  non  el  que  las  ha:  otro  tal  noo  ha  poder  de  faser  oinguno  cauallero,  si 
non  el  qae  lo  es.  Pero  alguooa  y  ouo  que  touieron  que  el  Rey,  o  au  fijo  el 
heredero.  maguer  caualleros  non  fuessen,  qtie  bien  lo   paeden  fazer,  por  Razon 

|Clel  Reyno,  por  que  ellos  son  cabeyas  de  la  caualleria,  e  ludo  el  poder  della  se 
Doierra  on  el  su  mandamiento,  e  por  esso  lo  vsaron  e  vsan  en  algunas  tierras. 
iaa  seguD  razon  verdadera  derecba,  ninguno  non  puede  ser  cauallero  de  mano 
del  que  lo  non  fuere.  E  tanto  encarescieron  los  antiguos  la  ordcn  de  caualleria 
tjue  touieron  que  los  Emperadores,  ni  los  Reyes  noo  deuen  ser  consagrados  ni 
comnadoB,  fasta  que  caualleros  fuessen"  u.  s.  w.  D.  Juan  Manuel,  der  doch  nicht 
„fijo  et  heredero  de  Rey"  war,  musste  es  sich  zu  grosser  Ehre  anrechnen,  das« 
auch  ihm  und  seinem  Sühne  das  Recht  des  Ritterschlages  eingeräumt  war. 

3)  Vgl.  L.  in  f.  (G.  265  a):  este  libro  es  de  cosas  que  yo  probä. 

4)  Nicht  erliaUen. 

5)  I.  abreuiada 

6)  1.  engeüos. 

30» 


Ml)  S.  GrMfenberg 

i|U<«  boA*)  o«t«  uoliimon  quo  yo  mesmo  coneerte').  Et  detqoe  lo 
vier««ii ,  lo  quo  fniliiron  «{uo  oa  y  menguado ,  non  pongan  ctüpa  mit  mi 
««ntonvion,  c.a  dion  imho  buonn  |f>  H]  la  oue.  Mas  pongan')  ala  mengiit 
dol  mi  onloiuliiiiiiMito')  quo  orro  on  dos  cosas:  La  vna  enel  yeno  qne 
y  fHlUro  y  fnllnron*),  Kt  la  otra,  por  quo  fue  atreoido  ame  entremetor 
««n  fabla  imi  IaIo«  maioria«,  Kntendiondo  ]a  mengua  del  mio  entan- 
dionirt*!  ot  «Altiondo  tan  poco  dolas  scripturas  commo  aqael  qoe,  yo 
jur«>  «dioN  \oi-dAt,  t|uc  non  «abria  oy  gouernar  vn  proberbio  de  tergeia 
Itomona  Kt  puo«  o«  fooh«> -^  osto  prologo  et  esta  protestacion ,  de  aqm 
adM«nio  coutmonvar««  afahUr  la  matcria  dolos  libros.  Et  el  primaro 
libnt  oomionvü  tiM\*\ 

UKUMano  «onnor  don  johan,  por  la  gracia  de  dioa  ar^bispo  de 
loli^di^«  )h-inado*>  dola«  Kupanna«  ot  chan^Uer  de  castiella:  yo,  don 
i«^ha»,  f\)«>  d^l  ini'anto  don  manucK  adolantado  mayor  dela  frontera  et 
de)  K<'xni%  d(^  murvia.  me  oncomiondo  enla  Tuestra  gracia  et  enlai 
xu<^*ti-a*  »anu«  orat^ion^^^^    honnano  »onnor:  elcaydado  es  vna  delas 

:''  l'^if  U*.  ^  54  4n  M«dhiil4»r  NAiic^iuüh)bli<tTbe>k  kaaii  siebcr  nicht  den  Ab* 

»•)<krp«^h  nvh^'Si^r  .i«»  x-«\n  1'^  ^n^kT.  llAr.ar:  w>1Km  n«dip«w  Original  an  »ein;  da* 
^t>fr«^i-.  i^v^NhM.  .^r  tA)t:Me<^o>>rr.  lJ:^L<>):.  Au$M^rA  di^  Schniu  velche  den  Kodex 

.   )vNr^Ar.:A     .w   Ss-i;f■^f>T  ku   äa»  l'lir«'."«  w*pe3i  öes   folgcBdes  ab 

4».»-.    .i,-vM<.-.    .  ;■-.      '.%x  :  v-.^>  ;..f  .    r.:.\   .-vv  .tf  cvitcckf.  51»  ««  elkM  fallaroi. 

i'.*i     JV'i^Ki      >A    ,»::;.*    *      *    »i,    ;  J  .TT^NM       H**    ".«^nflJiJL    &     i»    BKXfXia    de     M    CS* 

•.  1-,  .«.-,  I  :..    .M\  ,.  w  v.-s»  •,•  >  K^  «I  ti(u»»«».'^*  «:  'fc>.a^-  M  a»if»  Niua  Da».  ^69ßi 

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«■;■:     '     Vi:-.,--      -    -■=*■   >.  ■■-        ■■    ---      *..-«*.     .■  .an     •"■>^"       läiaua    — 
,  .'«Ulk-,  -w    ■'».«>.        >».- 1-.  •      '  ■    .w:-.».      :..».  •    ..  •■?..    >.^.s.En-        .  .?vr~    ifia»   "»"i 


Don  Juan  Mauael.  Ei  Libro  del  Caualtero  et  del  Eecndero  447 

cosas  que  mas  faze  al  omne  perder  el  dormir*).  Et  esto  acaes^e  ami 
tantas  vezee  que  me  erabargn  mucbo  ala  salud  de)  cucrpo.  Et  por 
ende  cada  que  so  eu  algun  cuydado^  fago  que  nie  loan  algunoB  libroe 
o  atgunas  estorias,  por  sacar  aquel  cuydado  del  cora^on^).  Et  ncaeciome 
ogaono  seyendo  en  seuilla,  que  muehaa  uezes  nou  podia  dormir  pen- 
eando  en  algunaa  cosas  enque  yo  cuydaua  que  seruiria  adios  muy 
graoada  meote.  Maa  por  mia  peccados  |f.  2*]  non  quiao  el  tomar  de 
mi  tan  grant  aerui^io.  Ca  ai  el  algun  comien^o  Auia  moatrado  para 
ae  seruir  de  mi,  fue  todo  por  la  au  mer^ed  et  au  ptadat  et  non  por 
ningun  mi  mere^imiento.  Et  lo  que  ae  agora  alongo,  tengo  quo  non 
fue  ai  non  por  mi  peccado^).  Bendito  aea  el  por  quanto  fizo  et  por 
quanto  faze  et  por  quanto  fara.  Ca  gierto  ea  que  todas  las  coaas  aon 
enel  au  poder  et  en  la  au  iioluntad,  Et  todo  lo  que  el  faze  ea  lo  raejor. 
Et  seyendo  en  aquel  cuydado,  por  lo  perder  comenge  eete  libro  que 
vos  envio,  et  acabelo  dcapuea  que  me  parti  dende,  et  non  lo  fiz  por 
que  yo  cuydo*)  que  aopiease  componer  ninguna  obra  muy  sotil  nin  de 
grant  pecado^),  Maa  ßz  lo  en  vna  manera  que  llaman  en  esta*^)  fabtiella. 
Et  por  que  se  quo  voa  que  aodoa  muy  dormidor*),  envio  voa  lo  por 
que  alguna  voz  qunndo  non  pudicrdea  dormir,  que  voa  lean  asay  commo 
voa  dirian  vna  fabliella.  Et  quando  falardea  algunaa^j  que  non  ay  muy 
buen  recadO;  tened  por  yierto  que  yo  la^)  fiz  poner  en  eate  libro,  Et 
Reyd  voa  ende,  et  perderedea  el  cuydado  que  uoa  fazia  perder  el  dor- 
mir.   Et  non  uoa  marablilledea*)  en  fazer  yo  acriuir  cosaa  que  aean  maa 


»usgosprnehcn  wird,  liHben  mehrfach  Anhattfep unkte  für  die  Heatimmung  der  Ab- 
faaaungeieit  der  betreffenden  Schriften  gegeben  (vgl.  Baist  a,  a.  0 ). 

1)  Darüber,  dass  dia  Sorge  den  Schlaf  verhindert,  spricht  aii-h  D.  Juan  Maoael 
noch  Eat  I  ^9  aua:  cu  cierto  es  que  non  ha  trabajo  en  el  mundo  que  tanto  em- 
pezcn  al  ouerpo  del  home  coaio  el  cuidado.  Andere  Belege  vgl.  Buen.  Prov. 
Bl.  48*'. 

2)  Das  Vorlesen  bei  scblechtem  Schlaf  empfiehlt  D.  Juan  auch  Eatadoa  I  59; 
Vgl.  auch  Ca«t.  y  Doc.  (ed.  Gayangoa)  S.  193  a;  Part.  1  Tit.  XXI  Ley  XX 

3)  Vgl.  Baist  S.  135  f. 

4)  cuyde  (Perf.). 

5)  1-  recado,  daa  einen  guten  Sitio  giebt  und  anch  in  den  folgenden  Zeilen 
öfter  vorkommt.  Ich  glaube  mit  B(ai8t),  dass  hier  eine  Verwechselung  des  langen  r 
mit  p  von  Seiten  des  Schreibers  vorliegt. 

6)  Wenngleich  auch  G.'s  Lesart  wegen  des  bald  darauf  folgenden  en  vna 
manera  que  dizen  en  Casttella  fabliella  annehmbar  ist,  so  gebe  icti  doch  B.'a 
Konjektur  (en  esta  [tierra])  den  Vorzug,  weil  sie  sich  graphisch  erklären  iSsat. 

7)  1,  lual  dormidor  oder  muy  mal  dormidor  (vgl.  B.). 

8)  l  slguna  [cosa]  qoe  .  .  .  la  .  .  .,  wie  einige  Zeilen  weiter. 

9)  I.  marabilledes. 


448  S.  GrUtabmt 

fablf^ila  tfoe  amy  bnen  Mio.  Et  si  por  aTentora  faibrd»  j  a^asa 
eof»a  de  fjo«  oo«  pagnedet,  grade^r  lo  he  70  modm  adioa^^y  Ca  aa 
^erto  qae  vo»  non  pagariadet  de  ningona  eoea  qae  bneaa  ooa 
Kt  poee  tum  ^)  «ode«  elerigo  et  may  letrado,  enmates  ami  la  mmj  1 
et  moy  complida  Et  may  saneta  obra  qne  ▼<>•  fiziettes  enel  pater  1 
por  qae  lo  transladaate  de  latin  en  BomaD^e'),  EdtIo  voe  [L  2^]  jo 
qoe  fto  lego,  qoe  nanca  apreodi  nin  ley  ningnna  aeieneia.  eata  mi 
fabliella,  por  qoe,  »i  ooa  della  pagardea,  quela  fagadea  tranaladar  de 
roman^  en  latin';,  et  non  voa  la  en?io  acripta  de  mny  baena  letra 
nin^)  may  bnen  pargamino,  RegeUndo  qne  ai  noa  fallaaedea  qne  non 
era  bueno  recado,  qnanto  mayor  afan  tomara  en  fazer  el  libro  maeho 
en  eato*);  tant/>  fnera  el  yerro  mayor.  Maa  de  qne  lo  voa  yierdea,  ai 
me  on?iade«  dezir  que  voa  pagardea  ende,  enton^e  lo  fare  maa  apoatado. 

COmionga  el  libro  qne  fizo  don  iohan,  fijo  del  muy  noble  infaate 

don  manuol,   Et  ha  nombre  el  libro  del  cauallero  et  del  eaea- 

'iderOf  et  ea  compuosto  en  vna  manera  que  dizen  en  castiella  fabliella, 

ot  envialo  al  infanto  don  iohan,  ar^obispo  de  toledo.  Et  Ruegai  qae 

tenga  por  bion  de  traaiadar  eate  dicbo  au  libro  de  romanye  en  latin  ^). 

1)  I>(ir  fiKmliobe  Gedanke  wiederholt  sich  f.  27^;  C.  Lac.  S.  369a  (Prolog); 
RNt.  I  Kap.  2  und  Kap.  99;  dae.  II  Kap.  1 ;  L.  infinido  S.265a. 

2)  1. 1108  (quo]  nodes  elerigo  entsprechend  dem  yo  que  so  lego  des  Haaptaatsea. 
.'{)  Howoht  (iin  taiuinische  Arbeit  des  Erzbisohofs  von  Toledo  als  die  apaniacbe 

(^borsetKiitig  dorsellion  durch  D.Juan  ist  nicht  erbalten,  überhaupt  weiter  nicht 
orwUhnt;  vkI.  H.  H.  138. 

•1)  Ahnliüho  Stollen,  nu  wolchon  man  von  der  Übersetzung  eines  Baches  ins 
l.AtoiniHrho  odor  dorgl.  npricht,  sind  nicht  gerade  selten.  Ich  möchte  Knnat  Recht 
gcbnn,  wnnn  or  moint  (S.  D!>i  Mitto),  dass  man  mit  der  Erwähnung  einer  Über- 
N«*(/.iiiig  iiiN  lintoiniNclui  oder  oinor  solchen  aus  dem  Lateinischen  Tielleicht  dem 
Hiiolir  in  iloii  Aiif;(Mi  d«*N  Loscrs  »inen  hohem  Wert  habe  geben  wollen.  D.  Juan 
MjiiiiioIn  Viir:iUHH(<t7.iing,  dnsH  sein  itiicli  wohl  üt'tor  übersetzt  werden  würde,  and 
nriiM«  KoNorKnli«,  dnnH  (li«>ii  nicht  sorgfältig  genug  geschehen  möchte,  sind  beide 
tlii/u  :ui^i>ilinii.  die  Stliritt  lils  wertvoll  und  begehrt  hinzustellen.  Eine  lateinische 
OlMMHOtAutig  int  .tlier  nieht  vorhanden. 

:>i  1.  iiin  |eii|  iniiy  buen  pargamino. 

(\)  Will  iiiAii  tiineho  en  esto,  welches  H.  tilgen  oder  in  die  folgende  Zeile 
Nit/iMi  inorlite.  .-iii  .neiiier  Steile  la^Hen ,  so  \ii»»t  es  sich  erklären,  indem  man  ea 
:\\\\  die  StMKt-ilt  be/iehi.  die  1>.  ,Iu.in  auf  die  äussere  Ausstattung  des  Bandes 
\eiweinlet  hülle.  l»ie!»e  wäre,  wenn  der  Inhalt  des  Huches  nicht  gefiele,  um  so 
\vtMn;;ei  :uti;'ebr.Hi'l)t  uiul  lios8e  die  Mängel  des  Werkes  noch  mehr  hervortreten. 

.  *>  i\>iiiieii«.:(  laiin  I>ie8e  Cbersehrift  ist  mit  roter  Tinte,  aber  von  der- 
üelbei)  tl.ind  i;e.<tvlir leben.  Par.Huf  l'olgt  ein  freier  Kaum  von  etwa  17  Zeilen;  aaf 
(ten>  Vcr:«i>  beginnt  dann  der  folgende  Abschnitt  mit  grosser  Initiale. 


Don  Jaat)  Manael,  El  Libro  del  Caaallero  ot  del  Eacudero  440 

|f.  2*1  Por  qae  dizen  todoa  loa  sabioa  que  la  mejor  coaa  del  mundo 
es  el  saber'),  tiene^)  que  todo  lo  que  omne  puede  fazer  para  lo 
aoresyeDtar  ma8,  que  bi  lo  dexa  de  fazer  quo  non  faze  bien.  Et  otroei 
tiene^)  que  vna  delas  cosas  que  1ä^)  mas  acres^enta,  es  meter  en 
acripto  las  cosae  que  fallan,  per  que  el  saber  et  las  buenas  obraa 
puedan  seer  maa  guardadaa  et  luns  levadae  adelante.  Por  ende  yo, 
Don  iohan,  fijo  del  infante  den  manuel,  fiz  eate  libro  en  que  puae  al- 
gunas  cosaa  que  falle  en  vn  libro,  et  si  el  coniieuQo  del  uerdadoro  o 
non,  yo  lo  se*}.  Maa  que-'')  me  pares^io  quelas  Kazones  que  en  el  ae 
contenian  eran  muy  buenas,  toue  que  era  mejor  delas  Bcriuir  que 
delas  dexar  caer  en  olbido.  Et  otroai  puae  y  alganaa  otraa  Razones 
que  falle  acriptas,  et  otraa  algunaa  que  yo  puae  que  pertenec;ian  para 
aeer  y  pueataa*).  Dize  enel  comienyo  de  aquo!  libro*)  que  en  vna 
tierra  avia  un  Rey  muy  bueno  et  muy  onrado  et  que  fazta  muchaa 
buenaa  obraa,  todas  aegund  pertenea^ia  aau  eatado.  Et  por  mostrar  la 
SU  nobleza  fazia  muchaa  uezea  aus  cortes  ayuntar.  a  que  venian  muchaa 
Igeniea  de  aus  tierraa  et  de  otraa.  Et  de  que^)  coneP);  fazialea  mucho 
bien,  dando  algo  delo  auyo  muy  granada  mente  aloa  que  lo  deuia  dar, 
tan  bien  aloa  stranos  commo  aloa  auyoa.  Et  atoda  la  tierra  en  general 
daba  buenaa  lecciooes  ^^)  et  buenoa  fueros  et  manteoia  et  guardaualea 
muy  bien  lo  que  avian  delos  otroa  Reya  quo  fueren")  ante  qae 
el").  Et  tanto  bien  lea  fazia,  que  el  amor  que  la  naturaleza  daua'^) 
que  todoa  le  deuian   auer  aai  commo  aau  Rey  et  aau   seilor  natural, 


1)  Vgl.  L.  inf.  264  a:    La.  mejor  cosa  que  home  paede  haber  es  el  saber. 
Sera.  Tob.  310  ff.;  Boc.  de  uro  f.  LIV»»S  38^  a.  s.  w.;  Gast.  6  doc.  122a;  Flore« 

^de  61.  8. 15;  Scbabl  S.  159  Nr.  435;  Rabb.  Bl.211,  224;  Zur  rabb.  Spruchkunde  30; 
Joarn.  asiat.  a.  a,  0.  III  91. 

2)  1.  tienen. 

3)  I.  lo  (O.)  wie  io  der  vorigen  Zeile,  da  in  beiden  Fillen  das  Ffirwort  sieb 
auf  el  saber  bezieht. 

4)  ).  et  si  el  comieuQO  del  [es]  uerdadero  o  non,  yo  fnool  lo  ae. 
6)  que  in  der  Bedeuiang  von  porque  f.  1«,  2S  11*".  16 ^  IS«",  2!i«. 

6)  Danach   hat   also   D.  Juan   teils   aus   schriftlich   Überliefertem,    teils  aus 
eigenen  Erfahrungen  den  Inhalt  des  Libro  del  C.  et  del  E.  geschöpft  (vgl.  Einli'itunt;). 

7)  Vgl.  Einleitung  S.  433  ff. 

8)  1.  de  quo  [eBtauan|. 

9)  Die  nüoatkhe  Schreibuüg  vgl,  f.  9'',  10^  16*  —  conellos  f.  20*. 

10)  1.  leyes  (B.);  vgl.  Kap.  XVI  Ende. 

11)  1.  fueron. 

12)  Die  hier  an  dem  Konige  gerühmten  Eigenschaften  entsprechen  zweien  von 
denen,  die  (nach  Kap.  XVI  Ende)  das  Wesen  eines  guten  Königs  ausmaoben. 

13)  Für  daua  ist  mandaua  zu  setzen. 


IM)  M,  (irUittüberg 

AiMi«;iiiilHiiii  ul  imwUti  \f.'d'^\  por  lai  sub  buenas  obras  qne atodos  ftzia. 
lOl  |Mii'  uuin  UiiKoii  |)liiy,iä  iniinlio  atodoB;  quando  por  elloa  enTiaaSy  £t 
VKiitHii  Hill  iiMiy  dit  iurmUi,  ijuiiiido  los  avia  meester,  tan  bien  en  tiempo 
du  |Mi«  lUiiiiiHu  IUI  ll(uii|)o  do  Kuorrn.  Et  tan  amado  era  de  aus  gentei 
ul  dnlu*  imirniiiiM,  i|un  (unlo  fiMiuron  por  le  seruir  et  por  le  onrar,  qae 
Uli  Ulli)  piMMi  iduiip»  luo  iipodonido  ot  onsefioreo  atodos  los  regDos  et 
(Im IHM  do  miN  iMMiinroNH.  Kl  ohIo  orii  con  muy  grant  Bason,  Ca  loa 
«UM  iiiiliirnloM  «M'Nii  MOKiiroM  «lo  n\wr  dol  buen  galardon  del  servi^io  qael* 
(H»lMii,  nui  iiiHN  i|iit>  iion  morovinn.  Kt  non  re^elauan  que  por  Dingan 
ui«^«obid(M  Ion  voiiia  iilnKiin  dnnipno  »in  grant  su  mere^imiento  ^). 
Oll  out  kAbiHii  \\\\\\  o\  quo  mal  o  daf»  on  «u  tierra  fiuesae,  non  podria 
0«  uUiAUUA  lUAUovrt  «oApar  \\A  »vn  granl  pena.  Et  por  eatas  cosms  era 
wiv.\  Aiuddo  <^t  mu>  ivvoDado  Kt  tan  grant  »abor  anian  las  gentes  del 
»»MU«N  quo  w%M\  dul^Uuan  do  iH>nor  Im  cuerpos  et  los  anerea  por  lenar 
»u  ^^wu-A  *%loUw»iv  Kl  i«^«)A«  quo  la  muome  «  la  Uxeria  en  ao")  lea 
»v^v^  \»d)*  W  t;v-jiw\>!i  Kl  U»  jTontw  **tr*:"iA*  d««eanan  qae  dieeae  dioa 
K^*>^n  jss  »"^W  ];«a(nU»3«>  *«  Wrad  jvaiiws*«  **«  enel  «i  eenorio. 
\';a;\^o'.V  <>vv»v\v  *sn»»,«sn  >y.  wc»ö<*rK^  *»iX>  3e  m  xierra  et  yrrn  alas 
,s\  vv»  ,»;,N   S»i^*  K<^   )NV  »<w  «xasjuVcw  rt  ^MUM  *e  jqo.ibc^  en  el 

\\>  A,\«v.>»^W'  HA4   *ya   <w   rts»  Ko  m&rÄf  ifc»ic  »x«»  eiertcis.  Et 

»     '        ^v^.  .-,»•.      1»  1  "^vv'\        ,x     ,',.:■>  IV      ,  i  •,•*-    ,  i'f     ;•     l»iM    "T«««     taCXti    ÄST 


Don  Jaan  Maoael,  El  Libro  del  Canallero  et  del  Eacudero  451 

[Capitulo  XVP] 

ff.  7*|  et  complida  mente  cod  verdat.  Ca  los  Key»  son  enla  tierra  en 
logar  de  dioa^),  et  las  eus  uoluntades  son  enla  mano  de  dios,  Et  por 
eiloB  se  matienen^)  las  tierraa  bien  et  non  tan  bicD.  Ca  segUD  las 
maneras  e^)  loa  fechoa  del  Rey,  Asy  sera  mantenido  el  8U  Reyno,  et 
dioB  quiere  que  Iob  Keys  sean  en  las  tierras  et  las  mantengan  segun 
loa  merecimientoa  dellas  gentes  de!  au  l{egno.  Pero  ala  preguota  que 
U08  me  feziestee,  oommo  quier  que  en  pooas  palabras  noo  uos  podria 
conplida  mente  reeponder,  por  que  eon  inuchas  lae  coaas  que  ba  meeter 
el  Rey  para  fazer  esto  que  uos  preguntadea^  Pero  segun  el  mi  poco 
eaber  uoe  reBpondo  que^  para  eeer  el  Rey  qua!  uos  dezides,  deue  fazer 
et  guardar  tres  cosaa:  La  primera,  guardar  9aa  leyea  et  fueroa  que 
los  otroB  buenos  Keys  que  fueron  ante  que  el  dexaron  alos  delas 
ttcrraa').  Et  do  ooo  las  fallare  fechae,  fizcr  las  el  buenaa  et  dereebas. 
La  segunda,  fazer  buenaß  conquistaa  et  con  dereeho  La  tercer»,  poblar 
la  tierra  yerma-"'). 

Capitulo  XVII  <*,  commo  el  cauallero  Reaponde  al  escudero  quäl  es 
el  maa  onrado  estado  en  esto  mundo. 

A  lo  que  me  preguntaetes,  quäl  es  el  mas  alto  estado  et  mas  on- 
rado  aque  los  omnea  pueden  llegar  en  eate  mundo,  (^'ierta  mente  esta  ea 
pregQota  asaz  graue.    Ca  loa   eatados  del  mundo  son  trea:   oradorea, 


j)  L.  Inf.  268/?:  Et  paes  los  reyes  tieoen  lugar  de  Dios  eo  1a  tierra,  di-ben 
aer  moy  amados  et  muy  temidos  de  los  suyoa.  —  Part.  II  Tit.  I  Ley  V:  Vicarioa 
de  Dios  sod  los  Reyea  cada  voo  en  au  Regno ,  pueatos  aobre  las  gentes  para 
inaDteaer  las  en  justicia  e  en  verdat  quaoto  en  lo  temporal,  bien  asai  como  el 
Emperador  en  bu  iuiperio  .....  E  los  saoctoa  dixcron  que  el  rey  ea  paeato  en 
la  tierra  en  lugar  de  Dios  para  complir  la  justicia  e  dar  a  cada  voo  au  doreoho. 
Das.  Ley  VII;  Caat.  6  doc.  RtJ^,  106^.,   UO/f,  114/?,  117a;  Sem.  Tob.  355. 

2)  1.  mantienen. 

3)  Das  e  der  Hs.  ist  undeutlich  und  kann  ebensogut  o  gelesen  werden.  Ich 
ziebo  jeducb  des  bessern  Siones  wegen  e  vor,  obgleich  es  ohne  t  in  der  IIa.  sonst 
kaum  vorkommt. 

4)  vgl.  Est.  I  69  Über  das  Verhältnis  des  Kaisers  zu  den  fijosdalgo:  et  d6- 
beloa  amar  et  presdar  4  cada  unos  segtind  aus  estados,  et  döbelos  mantener  en 
justicia  et  en  dereeho  et  guardarles  las  leys  et  privilegios  et  libertäres  et  foema 
et  buenos  usos  et  bucnas  costumbres  que  hobieren  de  los  que  fueron  ante  que 
ellos.    Das.  I  87}  Part.  11  Tit.  I  Ley  V. 

5)  Diese  drei  Pflichten  des  Herrschers  sind  Überlieferung  geworden  N'ergi. 
Kap.  51 ;  Maestro  Pedro  Barroso  Kap  XIX  (Amador  IV  256  Atm,  2).  Von  zahlreichen 
Belegen  für  das  eine  oder  andere  dieser  Erfordernisse  sei  noch  erwähnt:  Boc.de 
Ofo  f.  XXIIIb2,  XLVIbi.CXVI»;  Sem. Tob.  684;  Arcipreste  de  Kita  132;  Rimado 
de  Palacio  235,  342;  Isid    Hisp.  Sententiarum  Lib.  III,  besonders  Kap.  49  ff. 


8.  GtSfeilMVg 

I,  Ubradoree^).  eada  too  destos  son  may  baeao«,  mi  cpi« 
(Md«'l  faser  mocbo  bieo  eneste  mundo  el  saloar  ei  Alma.  Pefo 
al  au  flaoo  «aber  teogo  qae  el  roas  aJto  eetado  es  el  elctigo 
Udo'V  Por  qne  eoe^te  piuo  dios  lamano  poder,  qae  por  TÜtnd 
palabraa  [I.  7^)  qne  eJ  dtie  toraa  U  bosda,  qoa  es  paa,  eu  Terdmdefo" 
everpa  de  jeaQ  crislo,  Et  el  Tino  en  so  saogre  verdadera^i,  et  qBaiilo 
al  elerigp  ■uataeantano  a  major  dignidat,  aai  eaauno  obispo  o  ar^th 
kmf^  o  eaidanal  o  papa,  taato  ea  el  eatado  aua  alto^  por  qne  paede 
iMer  obraa  de  qae  aya  aiayor  amayaiieato,  et  aproaeebar  maa  al 
paaMo  ealo  spiritual  et  ealo  temporaL 

Capitak>  XVIII*,  coauno  el  eaaallero  anfiaaa  Baapoode  al  acndero 
qaal  ea  aias  oando  «atedo  «atre  kn  logaa. 

▲  lo  ^ae  OM  pragaataatoa  <|Bal  ea  naa  «afade  eelado  eatre 
l^caa,  aia  dabda  delai  pragaataa  qua  faala  aq«  me  fenestaa,  «ata 
la  f»e  aM»  Ugmti  aieala  vaa  paedo  ifapoadar  Et  por  eade  uoa  digo 
qae  el  ■aya»  el  auM  antado  eetado  qae  aa  eatre  loe  lege«  ea  la  ca- 
»aliria*).  Ga  eamBO  qaier  qae  aotra  loa  lep»a  ay  nmcboa  eatadc»,  aai 
ea«MM  ■madatea,  awaeaLalee  et  labradorea  et  ottaa  —ahaa  geata» 
da  aMhoa  tatadaa,  La  caaallaria  ea  maa  aaUe  et  mm»  oaiaido  eetado 
qw  feadaa  loa  otiaa.  da  loa  Baaiilwoe  aoa  |Mia  deiaadcr  oi  defiendaa^ 
aiaa  attoa*^  ot  laa  otraa  daaea  pochar  et  BMatfaar  aalloa«  Et  otro  i 


naa  «o  ttmt  al  oae  laaaB  dHcancaa,  et  al  elM  wadww,  et  al  ocio  labra- 

n  l  wda  (HM]  fmm, 

>:^  0  3:«!  «euda  dt  U  eloeda  «a  «I  aa»  aiia  coiaAo  qae  paad 
r  ^  acmj»  nmmm     Tfl.  Bee.  4a  Ol«  BLXXlX'i. 

4)  i^m^^oatipatqtlaainaiH  11  yoadea  &eer  gaa  per  la  vfai 
>«ai  1  ilibfai  <t  fm-  d  ptidv  qaa  laa  piitta  &w  et  Cmm  qaa  el  p« 
■fc*«  ^  ■w»i  qtat  et  <■<■»»*»  Iimuiai.  at  ti  Haa  «aaagieprapia;  O  sa 
•c«lW  Oiiaili  im*»€  mA  «  Hatoda   »okn  la»  sma«    (G,  263^1 
'ILL^  uX*-^  IkO  MO  liaaaiJa«aaOtailad«oMaa«Kw»aeaaar  awvit 


mm:  •  fm  ay»  i 


iWfoi 


Don  Juan  Haauel,  £1  Libro  del  Cattallero  et  del  Eacudoro 


453 


por  que  desta  orden  et  deste  eatado  son  loa  Heys  et  los  grandea 
senores.  Et  este  estado  non  |>uede  aver  ninguno  por  si,  ey  otro  non 
gelo  daM'  Et  por  eato  es  oommo  roanera  de  eacramento.  Ca  bieo  asi 
commo  loa  eacramentos  do  santa  eglesia  son  enai  coaaa  ^iertas,  sin  las 
ciiales  el  sacramento  puede^)  seer  complido.  Otrosi  la  caualleria  a 
meater  coaaa  giertas  para  ae  fazer  commo  deue.  Kt  dezir  uos  he  al- 
gunoB  deloB  aacrameQtoa,  por  que  ae  entiendan  los  loa^)  otros.  Ed  el 
caaamicDto,  que  es  vno  delos  aacramentOB,  a  meater  que  sea  yo  omne 
que  uere  casar*},  et  la  rauger  quo  ha  de  casar  con  el,  Et  las  palabras 
del  otorga[f.  7«jniiento  et  del  reyibimiento  que  a  de  fazer  el  vno  al  otro. 
Et  estas  son  las  cosaa  que  fazen  al  casatniento,  Ca  todas  las  otras  que 
ae  fazen  son  beodiciones,  et  aposturas  et  conplimientoa.  Otroai  el  bap- 
tismo  ha  meater  el  quelo  rei^ibe,  et'^j  que  lo  batea^  et  las  palabraB  que 
dizen^j  quando  lo  meten  enelagua'^)«  la  penitenyia  otrosi  el  que  con- 
fieaa  et  el  que  da  la  peniten^ia  et  el  absaluimienta.  Et  aegund  eatos 
aon  los  otros  aacramentos.  Et  sin  se  fazer  es*)  eatas  cosas  non  pueden 
aeer  los  aaoraraentoa  conplidos.  Et  faziendose  eataa  coaas  commo  deuen« 
conplido  es  el  sacramento,  avn  que  se  non  fagau  y  otros  conplimientoa 
et  noblezas,  que  se  suelen  fazer  quanto**)  eatos  sacramontos  suelen  re- 
^•ebir»  Otrosi  la  caualleria  a  mester  que  sea  y  el  senor  que  da  la 
caualleria;  et  el  cauallero  que  la  regibe,  Et  la  spada  con  que  se  faze. 


Tit.  XXI,  wörtlich  fiberaetet  in  En  Peres  Loya  do  CauJiyleriÄ,  Ley  VII;   En  Per« 
S.  65  flf. 

1)  Vgl.  denselben  Gedanken  Part.  II  Tit.  XXI  Ley  XI;  En  Pere  Ley  XVUl; 
älinlich  R.  Lull.  XXII » ;  vgl  auch  S,445  Anm.  2. 

2)  Der  Sinn  erfordert  [non]  puede. 
ä)  Tilge  einmal  lue. 
I)  l.  que  aea  y  omne  qae  qniere  casar. 

5)  K  et  [el]  que. 

6)  Vgl.  Part.  I  Tit.  IV  Ley  Ili :  E  oioguna  deetus  palabras  non  deue  dexar 
para  aer  baptismo  oomplido.  K  otrosi  nuestro  senor  Jesu  Christo  nos  dexo  cn 
cxemplo  el  su  baptismo,  que  ninguno  non  puede  a  si  mismo  baptizar,  inas  deun 
lo  recebir  de  mano  de  otro. 

7)  8o  die  Lesart  der  Hs.,  die  an  Klarheit  nichts  zu  wünschen  übrig  läsat. 
Warum  G.  auch  nur  das  Geringste  daran  ändert,  ist  unverständlich.  Sollte  pr 
vielleicht  an  der  Art  der  Taufe  —  lo  meten  enel  agua  —  Anstoss  genommen  haben  ? 

b^Die  d.'irf  donh  nicht  befremden,  da  sie  die  im  Mittelalter  gebräuchliche  war. 
übrigens  druckt  ja  G.  in  demselben  Bande  S.  433/^  (Conde  Lacanor):  Otrosi  en 
bateando  la  cristura  [dicen]:  „yo  te  bateo  en  el  nonibre  del  Padre  et  del  Fijo  et. 
del  Bspiritu  Santo"  et  meteolo  en  la  agua. 

8}  Tilge  e«,  das  sicher  durch  das  folgi^ude  estas  veranlasst  wurde. 

9)  1.  qiiando. 


4;^  fc 

£t  HE  9  k  tmamlkeem  «ai}ihä& 

s  iw  hMLituuemot.  Ei  pir  «rh  TvmDef  häk  cb  nw 

Camimk'  XIX*.  efonmc'  «!  eaiialian< 
DIR-  «m  «  J»  cftOBÜfra. 

A    if<    OK    3IH-    ILVieUlLUIBIDl     01H' 

inMÖf^  anmt  mpiar  dnmüir  £k<    «»  iugguuifc  mB 

•Djft  mein«  vk-  «emciax  üik^  biic  tsvl.    \jl  nof- 
f»  cnadiBrifc'        ... 


'.  "^  mm  luoBser  hiihsim  lakncBr  vn  iip  aMscar  mdD 
iiHniMu  c:  scnt  uivj  gTMtr.  OfncränxtBiBi' .  nur  nw  oinsn* 
«.  Uta:  jiifJiifc  iiiuiLtr«^  Pfin  c  law  unniffvö»  flüier  i»^>  «Bto 
UM-  ijntrnnaiBS»»  Mtt  gnuJiortt  ecqoioöft  hmüde^  jsbc  vl  Htm  qae 
Tx  flstm  üue  niaei  Tpie^  *  «tu  fahKreöer  hvol  Mk  jb  qw 
«KKsäf  Dt  Huaei  votK*  «Dsendimiaiat'  oik  yt  x»'  v»  de«  Ate 
UM-  ireermiasss  qwt  oou  «^  cKiuJiErift.  -vn»  l^fsxHinoi  onek 


j«:  -^wi   tft   =1   it»*'i     .=.  n    Ulf.   HK  i<*'f^.nrak9:-äf  gur   nisi  ^  ^MBult^rsL  s 
»iL.   ci^ir.'     axr.*     n^    t^  iii*  :ki   cik    mn.    ts      Ia  iti»  ir^mnaBB»    qut 

CifT  Liijfi^  Ofor  LH  ii^nx  i'f*i  rt*3iaKn.  im  mr  Ota  ^rw  itm  n.  öer  Toä^-e 
wfh'T  *s*  -:.-.i»tr  wir    r-mt  ifitr  ?au;.r;t  rx  i»^ixiast 

«irx-i  Li.:'-«  i.;.f^**:'~«'"-'X»ei  ▼i'-ten.  Efrr  »-t*  *•"»■■§  ^Biar  mnex .  «■ns 
1  .'  Ä.  J.U  ritt  -t  xir-*i  £:.--!<»  >aaür*  La.  ~r.  x.  "-'.;1  Xi"  A.  iw  iirtu  qm 
^ii    1.1.:.;     • -.:    :  ■;-   rU»*r  -t   c"fci    :*.-^i;:    L::    .ai»-'--;i    *    ■>*  ^üsw  3«exZB   qtc. 

=&xa.7'»rr  t-:    t. -rs-    a   3i.;/ir»   maT-if    riR    ajt^    iiiuir      In».  .äJL« '.'     ment 


BoD  Jnat)  MaDuo),  El  Ltbro  del  Caaatlero  et  del  Esciidero  455 

tasteB  commo  se  puede  aver  et  guardar,  vosM  quela  puede  omoe  aver 
et  guardar  con  la  gracia  de  dio»  ot  con  buen  aeso  et  con  uerguen^a. 
la  gracia  de  dios^)  ha  mester  el  cauallero^  commo  aquel  que  toma 
estado  enque  vn  dia  niinca  puede  Beer  eeguro,  et  la  gracia  de  dies  lo 
ba  de  mantener  la  onra  que  deue  ganar  por  bub  obraa,  et  ade  guar- 
dar et  de  defender  el  cuerpo  et  el  alma  delos  perigloa  eoque  anda 
cada  dia  mas  que  DiDgun  oaino  de  mayor^)  otro  estado.  Et  la  gracia 
de  dio8  aüda  et  le  fara  auer  soso  para  fazer  fechoa*)  commo  deue  et 
quera^)  que  aya  uerguen^a  de  fazer  lo  que  ooti  deua.  Atodaa  estas 
cosas  nin  otro  bien  ninguno  noo  puede  auer  el  cauallero  que  duradcro 
le  aea  nin  que  baya  buen  acabamiento^  ai  non  lo  que  oviere  por  la 
gracia  de  dios,  Otroai  el  buen  aeao  le  ea  muy  nieater").  Ca  el  aeao 
le  amoatrara  quien  es  el  que  puede  et  lo  deue  fazer  cauallero  et  otroai 
el  que  a  de  regebir  la  caualleria,  Et  otrosi  que  es  lo  que  el  cauallero 
deue  guardar  adioa  et  aau  aeilor  et  alaa  gente^,  et  que  bonra  le  deuen 
fazer  ael"^),  Et  otroai  la  que  ©I  deue  fazer  aai  roiamo.  Otroai  ie  de- 
moatrara  que  es  lo  que  deue  dar  et  que  ea  lo  que  deue  teuer.  Et,  [f.  8*] 
fijo,  uoB  deuedea  aaber  que  por  el  dar  et  por  el  teuer  ßazonan  laa 
gentea  al  omne  por  francü^o  por  eacaao,  et  por  quelaa  raas  veze«  nou 
cayan^)  en  eato  laa  gentca  lo  que  ea  Razon.  si  non  lo  que  ea  voluntad 
de  cada  vno,  Quiero  uoa  yo  moatrar  que  coaa  es  franqueza  et  que  coea 
es  eacaseza.  fijo,  eabet  que  en  la  franqueza  et  enla  escaseza  ay  quatro 
maneras:  La  rna  ea  franqueza,  et  la  otra  ea  deagaetamiento,  la  otra 
ea  escaaeza  et  la  ea  auareza.  La  franqueza  es  dar  lo  que  el  omne 
deue  dar  et  tener^)^   Et  el  deBgaatamieoto  ea  dar  lo  que  deue  dar  et 


1)  1.  V08  [RespoDdo]. 

2)  Auf  die  Notwendigkeit  der  gracia  de  dios  weist  D.  J.  M.  noch  hin  Im  L. 
inf.  267 /f:  Poro  para  en  todos  eatos  tieiopoa  es  mester  loncho  la  gracia  et  la 
inerced  de  dioa  aobre  todae  laa  coaas.   Sem.  Tob.  267;  Boc.  de  Oro  fol.  Lni»^; 

,  Schuh)  85,  Nr  238 ;  Prov.  fr.  I  22. 

3)  mayor  iat  zu  tilgen,  da  der  Alte  soeben  behauptet  hat,  das«  la  caualleria 
68  el  mayor  estado  entre  los  legOB. 

4)  1.  fazer  («ual  fechoa  (B.).    Vgl.  G.  243  aS«. 

6)  1.  querra. 

H)  Buen.  Prov.  Bl.  XII[b  ^ :  la  oacjor  cosa  qae  Dios  tizo  cn  este  mtiodo  es 
el  omue,  e  la  mejur  cosa  (]ue  es  en  el  omne  es  el  aeso,  que  por  el  fase  justicia 
e  partose  det  pecado.    Schub!  S.  162,  Nr.  444. 

7)  Vgl.  S.  452  Anm.  5. 

8)  1.  caton  (B.). 

9)  1.  wie  S.  456  4 :  La  franqueza  ea  dar  lo  qae  et  omne  deue  dar  et  tener  [lo 
que  deue  tener].  Der  Schreiber  bat  diese  Worte  wegen  der  beiden  tener  Übersehen. 


m\ 


S.  Gräfenberg 


dar  lo  que  deue  tener.  La  escaeeza  es  dar  lo  que  deue  dar  et  tener  lo 
que  deue  tener.  La  auareza  es  non  dar  lo  que  deue  dar  nin  dar  lo 
que  deue  tener^).  Vos,  fijo,  et  otro  alguno  podriadee  dezir:  Paea  vos 
dezides  quela  franqueza  es  dar  lo  que  deue  dar  et  tener  !o  que  deue 
tener^  et  la  escaseza  es  dar  lo  que  deue  dar  et  tener  lo  que  deue  tener^ 
pues  si  asi  es,  que  diferencia  ba  entre  ellos,  que  es  la  Razon  per  quelos 
omoes  tienen  que  ea  inojor  aeer  franco  que  escaso?  Et  cierta  mente, 
fijo,  asi  paresye  et  asi  es.  Mas  el  departimiento  que  entre  ellos  ha  es 
enel....').    Ca  el  franco  da  lo  que  deue  dar  et  ten')  b  que  deue  teuer, 


1)  Die  Freigebigkeit  hi  eioc  der  Hanpttugenden  rles  Ritters»  and  ihr  wird 
demgetnJiss  in  den  didaktiacheo  Werken  des  dtterlicheD  Mittelalters  ein  hervor- 
ragender Platz  eingeräumt.  Im  altfranz.  Roman  des  ailea  werden  courtoiäie  and 
Iib6ralit6  ab  die  beiden  Flügel  des  Rittertums  bezeichnet.  Wen  ea  interessiert, 
über  die  franqueza,  die  ihr  verwandten  und  die  ihr  entgegengesetzten  Eigen- 
•cbaften,  von  denen  D.  J.  M.  hier  auch  spricht,  einige  Aassprüche  za  vergleichen, 
der  lese  die  folgenden:  Diso.  der.  XX'*:  Qiii  dat  quibua  dandum  est  et  re- 
tinet quibus  retinendum  est,  hie  largus  est.  Qni  prohibet  qiiibus  probibcudano 
est,  et  quibus  probibendum  non  est,  avaras  est,  Qui  dat  quibus  est  dandum 
et  qnibiis  noo  est  dandum,  prodigus  est.  R.  Lull  XXXII':  Caitayteria  e  franquesa 
se  couenen,  et  la  franqueaa  e  ia  senyona  del  Rey  o  del  princip  se  couenen,  car 
lo  cauayler  coue  esser  franch  per  so  que  lo  Rey  el  princep  sia  senyor.  —  Boc 
de  Oro  bl.  LlVbi.  Sem.  Tob.  240,  243.  Riro.  de  Pal.  374  f.  Part,  ü  Tit,  V 
Ley  XVIII.  En  Pere  Ley  il.  Pnridad  de  las  Poridadea  foL  3 »3.  Secretun» 
Secretomm  ful  260 '» i.  Näheres  bei  Knust  S.  154 ;  ferner  Boc.  de  Oro  fol.  LXX^  «, 
XVII»  1,  LXXI  •  2,  XC  b  2 .  Ähnliobe  Ausfuhrungen  das.  Xn»  ^  XIFI  »•  2,  LXXIX »» «, 
XVII b 2,  XXXVII«  i,  LVJ>.  XXX«  1,  XLV«a,  L«i.  Flor,  de  ül.  XXVm.  XVUl. 
Cav,  Cifar  183,  231,  244.  Gast,  fe  doc.  197.  Freytag  III  461,  462,  463,  464,  1315, 
1412-1473,  2764,  150,  151,  152.  ßuen.  Prov.  fol.  öe»»!,  UVb.  ßoc.  de  oro 
XLVIIbi,  LXIV*i.  LI*^  XCI-i,  LXXXIVbi,LXXXVIl*2.  Gast.  6  doc.  113 ^ 
180//.  200/?.    Joarn.  as.  I  19,  lU  19. 

2)  1.  enel  [talante],  denn  die  Gesinnung  macht  den  Unterschied  zwischen  dem 
franco  und  dem  escaso  aus.  —  Vgl.  Boc.  de  Oro  bl.  LXXVII^a:  geer  de  buen 
lalante  es  buena  fran^aeza.  E^t  I  81:  Otrosi,  lo  qne  lea  hobiere  ä  dar  que  en- 
tiendan  que  le  place  de  io  dar,  et  que  gelo  da  de  baen  talante.  Dass  Hangel  an 
guter  Gesinnung  den  Wert  einer  guten  That  herabsetzt,  sprechen  die  folgenden 
Gitate  aus:  Buen.  Prov.  bl.  66«  ^ :  E  los  malos  talantes  dannan  los  buenos  fechos.  — 
Gate  Werke  müssen  vielmehr  auch  io  guter  Absicht  gethao  werden.  C.  Luc 
(G.  43b  ß):  Facer  home  una  obra  es  toda  cosa  que  home  face  por  dios.  Mat 
es  mester  que  se  faga  bien^  esto  es  qoe  ae  faga  ä  una  (1.  buena)  entencioo  .  . . 
Das.  436/?.    Zur  arab.  Sprkde.  39. 

3)  ten  (=  tener)  der  Hs.  Ist  ohne  Zweifel  durch  das  Öfter  vorhergehende  teuer 
veranlasst  und  durch  tieoe  zu  ersetzen.  Einige  Zeilen  später  kehren  fast  dieselben 
Worte  wieder. 


Don  Juan  Uanuel,  El  Libro  del  Caaaliero  et  del  Esoodero 


457 


mas  lo  que  da,  dalo  de  buena  mente,  et  plazel  mucbo  por  quelo  da. 
Et  lo  (|ue  tiene  pesal  mucho  por  quelo  ha  do  tener,  et  vend'a^  delo 
dar.  ei  dod  por  que  es  cosa  quel  faria  meogua  quel  seria  graat  dano  o 
graat  verguen^a,  o  por  quelo  cuyda  dar  en  otro  lugar  enquo  aera  mejor 
enpleado.  Otro  si  el  escasso  da  lo  que  deue  dar  et  tiene  lo  que  deue 
tener,  mae  lo  que  da  Don  to  da  por  quc^)  tome  piazer  oulo  dar,  mas 
dalo  por  que  cuyda  sacar  alguna  varata  dello,  o  por  que  eH)  eeria 
dano  jl  8'>j  o  verguen^*a^  ai  lo  non  diease.  Et  lo  que  tieno  que  non 
da,  plazel  muoho,  pue»  falla  manera  delo  tener  ein  dano  et  ein  graud 
uergueuQa.  Et  asi  bien  podedes  enteder*)  quanto  grant  diferencia  o 
departimiento  ba  entre  la  franqueza  et  la  oacaseza.  et  assi  tob  he  de- 
partido  que  cosa  ee  franqueza  et  scaaeza,  Et  desaqui  tornare  ami  Kazon. 
Otroai  el  seso  le  amostrara  que  es  lo  que  deue  pedir  o  aque  persona. 
Otroai  le  amostrara  commo  et  quaudo  et  cootra  quales  persooas  deue 
seer  aofrido  et  manso  et  de  buen  talante,  Et  commo  et  quando  et 
contra  quales  personas  deue  aeer  brauo  et  eaforzado  et  cruei,  Otrosi 
el  8680  le  mostrara  commo  o  por  quäle»  acac^imientos  deue  Beer  alegre 
o  triste.  Otroai  le  mostrara  commo  debe  coraenQar  la  guerra  et  la  con- 
tieoda,  non  la  podiendo  escuäar,  et  como  ee  pare  aella  et  de  quela 
ouiere  comen^ado'),  Et  commo  escuaara  dcla  comen^ar  sin  8U  mengua 
0  ein  Bu  verguen^a,  Et  commo  aaldra  della  guardando  eatas  coeas ,  Et 
otrosi  commo  deue  guerrear  quando  o viere  el  mayor  poder  que  au  con* 
trallo,  lo*)  oviere  mayor  que  el,  Et  commo  deue  fazer  quando  oercare 
el  lugar  muy  fuerte  o  non  tanto,  o")  commo  ae  deue  defender  ai  fuere 
cercado,  Et  commo  deue  parar  hueale,  ai  oviere  de  lidiar  o  coo  maa  o 
con  mojores  queloa  auyoa^  Et  commo  ai  loa  suyoa  fueren  maa  o  mejorea. 
St  otroai  el  aeao  le  mostrara  commo  deue  leuar  la  gente  cabdellada 
Ipor  el  Camino  et  non  tener  las  cosaa  en  poco^  Et  otroai  commo  deue 
posar  la  hueste,  Et  como  la  deue  aguardar  de  que  fuer^j  poaada.  Et 
Icommo  deue  andar  enla  hueate  alegre,  et  esto  aque  tiene  pro.  Et  otroai 
le\  aeao  le  mostrara  commo  deue  mostrar  quela  guarda  que  faze  quela 
Ifaze  por  eeao,  maa  non  por  miedo.  Et  [f.  8"]  commo  deue  guardar  la 
baeste  de  pelea,   et  commo   la  deue   eacarmentar    ai  acaesviere.    Et 


1)  G.:  fManle;  besser  dejaria. 

2)  que  ist  von  späterer  Uand  Ubergescbrieben. 

3)  1.  qoel  =  qae  I'. 

4)  1.  enteoder. 

5)  Über  alle  dieae  Puakte  hAodelt  U.  .TM.  ausfuhrlich  Est.  1  Kap.  71  ff. 

6)  Vor  lo  ist  o  sa  contrallo  einzuschieben. 

7)  I.  «, 

8)  I.  fuere. 


4(^ 


B.Grife&b«f 


filroil  tl  NM  I«  dtrt  oommo  m  den«  mottnur  por  tefior  aloa  mjo%  Jt 

ttommo  Im  d«a«  tMr  ba»D  Mmpatfero,  Bt  Mino  d«M  fiwer  enel  i 

d«)A  tHorra  o  d«l«  pM,  ti  ftie^)  muy  Bim  o  «bonado*)»  Bt 

qnMido  lo  non  fÜMM  iMto,  o  quando  obiene  dMio  algnoA 

ttl  olriM)  «1  M«t>  W  moatrii«  mbubo  den«  ftiar  quodo  oüera 

MkdMiqii»  Kl  quMdo  tl  ooatnurio,  •!  oommo  dono  portir  Im 

quo  dkM  lo  dkffo,    La  torgttM^*)  oirooi  ovmplo  mnobo  al^ 

«MM  qua  oira  oom  alagaaa,  Et  taato  lo  oomplo  qM  jo  diria  qom  TsIdM 

laM  al  «aaaUaro  aiiar  mm  Ttrgataqa  ot  aoa  anor  otn  maaaim  aiagaa 

b«tNM^  qaa  aaor  loda«  Um  baaaM  maMCM  ol  aoa  aMr  wg— ga.  Oa 

|iar  baMaa  imummm  qM  ayaa*^,  tya  ^oigMaga  bm  atitMy  tal  mm 

[^»dfa  ftiaw  a^a  dia  qM  mIm  diM  qM  biaa 

Sl  a>ii  tWfaM^a  otkM«  aaiM  ftwa  mm  par  qpola  i^aa^ 


1^  i 
»»»»i.  ;^  c>  ia  4*»k  »««»*  ^kwn»..  ««nr.  a« 

«idhii*  3i«w.   )f%e  4te  tu«  feiMdf  MW  «d»  V»  "    IL  IjbL 

aiKff«r  «  «»y  %  mytykt  «k  »i|?fc<imc  >«j<;{p«n**.   mc 

,N«wK  »Im..    »  «•  Ol   «Nt  j^w*  *rf>»   *r  4W  (M  »  «M»  «a  •  ft 

1^1    .-JW  4>«»   «i^>    ^*    M    jWk'ifc    »   «Kifc  «1^ 

x,^  . --  ^w-.  .-wvi--  .Ajk^u-»  *x^:5:i-->  ^vli;.t 

-^  Vi--     "Vx   :    ^  X\    .^    ^    4&  *s*  «^    ^ 
'«i»      >>««>    u    üw    >w       >\rt<wt    V.  "<>;>    :  .C      *^ln».  4k  3L    H^ 
«*)».       *v.    «-      ■<^w,    '.*►..     .*■..    >5.      ••^1-.    X"^.     .Aiu:»  «K.  X  J^    S 


Dot»  Jnan  Maanel,  El  Librw  del  Cauallera  et  del  Eacudcro 


459 


redimio  et  le  fizo  tantos  bienes ,  et  aabe  (jierta  mente  quelo  vee  et  lo 
'  entfende.  Otroai  la  verguen^-a  le  fara  que  6ufra  ante  la  muerte  (jue 
fazerM  cosa  vergonosa.  Et  pues  digo  que  ante  sufrira  la  muerte 
[f.  8^]  que  caer  en  verguen^a,  bien  deuedes  entender  que  non  dexara 
de  fazer  nitiguaa  cosa,  dId  la  fara  por  que  eo  vergueila  piieda  caer.  Ca 
todaa  las  cosaa  que  omne  puede  fazer  et  dexar  de  fazer  8on^)  ligeras 
qiiela  muerte.  Et  asi  podedes  aabcr  que  la  verguen^*a  es  la  coaa  por^ 
quo  omne  dexa  de  fazer  todaa  las  cosaa  que  non  deue  fazer,  Et  le  faze 
fazer  todo  lo  que  deue.  Et  por  ende  la  madre  et  la  cabe^a  de  todas 
las  vondades  es  la  verguen^a^) 

Capitulo  XX ^,  commo    el    caunllero  anciano    resjumde  al  escudero 
quäl  ea  inayDr  pesar. 

Otroei  alo  que  me  preguntastea  quäl  es  mayor  plazer  o*)  el  mayor 

pesar  que  omtie  podria  auer,  f\jo,   ain  dubda  esta  ea  pregunta  graode^ 

Ca  en  esto  si  acaegiera^)  la  voluntad  et  la  llazüo.    Ca  muchoa  omnes 

ay  que  toman  muy  grant  peaar  de  coaaa  que  con  Razon  non  lo  deuian 

tomar  tan   giande.     Otrosi    por  que  el  mundo  ea   Ueno  de  peaarea,   et 

loa  entendimientos  et  las  uotuntadea  dckia  omnea  aon  de   muchas   ma- 

Sneraa  et  muy  departidas^),    non  vos   podria   nioguno  dezir   quäl   ea   el 

mayor  peaar  que  todoa  loa  omnes    pueden  aver.     Ca  vnos   toman  muy 

N grant  peaar  quando  non  solea  faze  lo  que  elloa  quieren,  Et  tieno")  aquello 

[per  muy  grant  pesar.    Otroa  lo  toman  muy  grande  quando  pierden  algo 

|deiu  que  an,  Otroa  quando  pierden  pareutea  o  peraonaa  deque  ae  ai'en- 

ten  mucho,  Otroa  quando  adoleaceo,  Et  aai  de  todaa  las  maneraa  dolos 

peaarea.    Por  ende  non  voa  podria  Ile])ue»ta  yierta  dar  quäl  es  mayor 

[pesar  de  todoa.    Ca  loa  vnoa  tanian*)  peaar  delo  yno  et  Im  otros  delo 

al,  Cada  vno  segund   sua  uotuntadca  et  aua  maneras,  et  non  catam^) 


L-  - 


IJ  Die  US.  hatte  ursprünglich  faz.    Der  Haken  über  dem  z  ist  erst  von  oiner 
apüteren  Haad  uachgelrngeti  worden.    Am  Anfange   des  Geaaintprologs  war  dttis 
,  QQlerlaaaen  (vgl.  S.  443  Anm.  1). 

2)  I.  [mas]  ligeras. 

3)  Vgl.  C.  Luc.  L.     Boc.  do  oro  XLViri»*«  (daselbst  viele  Belege).    Caat.  y 
Dotr.  2B0.    Florea   de   fil.   Ley   XIX.    Boc.  de    oro    XU^a.     Joarn.   aa.   IV  10, 

^•Cov.  Cifar  S.  203. 

4)  1.  e. 

5)  I.  86  acaecen  (G.). 

6)  Vgl.  C.  Luc.  Prolug:  et  aai  fallaredea  que  ningunt  home  non  ae  aeineJR 
del  todo  en  U  voluntad  nin  en  la  entencion  con  otro.  Vgl.  auch  unten  Kap.  XLIV. 

7)  1.  tienen. 

8)  l.  toman. 

9)  1.  eatan. 

RiiinttnIiicLn  Fomcbangvti    VII.  o\ 


flgi   nn»  mm  ib.  mmnii  -via  dsf 


)iflce*R&    jft  ^ou«  li 


ß.i^- 


:.    ^^.  1  ^7;  -Ubbl  L 


';    it-ü^n»  K^  iHxnies  si  c 

f    .   CO    &  -aso  KH. 

f    .  xri  tat  •intBK'  ir:i  vi^«  tt»  -fiaei 


:j.' 


ciBan  vre  i.  -i.-^  xna.  r. 


.1    Z'RT'aifll  '^ST    jJiinxm  ^mda  iiiäi : 


.Qäkd 


Don  Juan  Manuel ,  EI  Libro  del  {""auaUero  et  del  Escudero  461 

cadft  vno  segun  eu  uoluntad,  mas  el  mayor  plazer  que  omne  con  Razon 
puede  et  deue  aaer,  es  quaodo  enttende  que  eata  sin  pecado^  por  que 
esta  enla  gracia  de  dios,  Et  esta  ein  Re^elo,  que  non  ha  cosa  que  le 
enbargue  para  le  facer  dios  mer^ed  complida,  Ca^  fijo,  uoa  deuedes 
eaber  que,  asi  commo  dios  ca  complido^  »iemprc  querra  aloB  otnnes 
fazer  mer^ed  coraplida  mente.  Et  lo  que  dexa  deles  fazer  noD  es  ßinon 
por  enbargo  de  pecados  o  de  malas  obras  queloa  omnes  ponen  entre 
dios  et  ellos,  pues  el  que  sabe  que  non  a  este  enbargo,  tan  alegre  deuia 
aeer  que  oingtin  pesar  non  deuia  sentir-  Et  otrosi  per  que  el  sabe 
que  quantos  vienea  el  faze,  de  todos  a  de  auer  buen  galardon.  muy 
major  que  el  au  merecimieDto,  nin  que  omne  podria  dezir,  en  todos 
loa  vienes  que  se  fazea  por  el  mundo  ha  muy  grant  parte.  Et  demas 
que  es  yierto  que,  si  la  muerte  que  auda  todo  el  dia  entre  loa  piea^),  le 
fallare  en  tal  estado^  que  es  scguro  de  cobrar  la  gloria  de  dios  enque 
a  plazer  complido  et  en  folgura.  Et  por  el  plazer,  quanto  raas  dura,  es 
mayor,  asi  es  este  el*)  mayor  plazer  que  todos  los  otros.  Ca  loa  pla- 
zeres  del  mundo,  por  grandes  que  omne  los  aya,  duran  poco,  Et  avn 
de  tndos  o  delos  mas  se  enoja  cl  omne.  Maa  este  dura  en  quanto 
omne  bive  en  eate  mundo,  et  depues  que  aale  del  para  siempre,  Et  por 
ende  ningun  plazer  non  puede  nin  deue  seer  conparado  a  este  et 
cetera. 

Capitulo  XXF'),  commo  el  cauallero  Kesponde  sßt  &*)  recudido  alaa 
preguntaa  del  escudero  le  dio  por  ofi^io  que  non  dexasse  su  camino 
■  para  las  cortes  del  Key. 

|f.  9«^)  Et  agora,  fijo,  vos  he  respondido  lo  raejor  que  yo  pude  alas 
preguntas  que  yo  entendi  que  vos  cutnplian  para  el  vuestro  estado, 
delas  que  me  fiziestes.  Et  alaa  otras  que  tos  non  respondi,  dexolo 
por  que  por  que^)  cuydo  que  tos  non  fazen  tan  grant  mengua  delas 


1)  Freytag  2764:  nullua  theaaurns  ab«eQ8  prupinquior  est  quim  mors.  29ö6. 
Prov.  fr.  II  231. 

2)  Tilge  el. 

3)  Kap.  XXI  und  XXII  gmd  in  der  Ha.  mit  XX  nnd  XXI  bezeichnet,  dann 
I  fol^t  aber  XXIII  der  Zählung  des  Sohreibera  gemäss.  Stillte  indessen  in  seiner 
^Vorlage  wirkiicli  XX  und  XXI  gestanden  haben,  so  würden  wir  als  GesauitzaM  L 

ilten  (vgl.  S.  450  Anm.  3). 

4)  Kesponde  a>t  a  ist  aicber  verderbt.  Entweder  sind  die  beiden  ersten  dieser 
Worte  zu  streichen,  und  nach  escudero  ist  et  einzuschieben,  oder  alle  drei  sind 
durch  desque  ouo  zu  ersetzen,  recudir  (nspan.  =  sorgen,  bedacht  sein)  hätte  dann 
hier  die  Bedeutung  „acht  geben,  zuhi^ren".  Vielleicht  liest  man  am  besten  mitG. 
desqae  ouo  respondido. 

5)  Ein  por  que  ist  zu  tilgen. 

31  • 


Mib«r«  Gt  pi^r  qne,  si  Im  qaeredes  depresdcx,  qae  fiükredaa  qne  tcw 
U«  p«>4ni  iDv^iTAr,  Et  pB«s  esi»  asi  es,  eoufiejar  vot  ja  qne  non 
3«iAM*<kt»  rQe»T\>  cjuniocv.  Et  «abe  die»  qve  to  non  digo  esto  pw  qne 
yti  i;rut  plart'r  noa  ton^  cornfkaaU  ^  >.  mas  fag^i  k»  ptir  qne  qaerria  qne 
por  «ü  planer  qn^  to  <\-tal>ns^o  be,  qoe  nivD  perdieseedei  roa  nada  dela 
ra«»Ra  fui«ada.  Ca  t)f^i>  oma«  qne  a  ««ro  Ct^aaeja  dcne  eatar  cael 
«v'ttM'jo  qne  öa  ma«  la  pri»  de  aqnej  aqnien  coaaeja  qnela  Miva,  Et 
«  asv  a«-«  lo  fare.  aoa  e»  ]««]  ooiiiiejera  Pei«  «d  gaai^dando  prJMi  i  a 
»«fi»'  la  |c  de  aqae^  aqai  cv-v&ieja.  saea  para  «  a]|:nsa  pro  de  aqael 
o(tMie>o  qae  da.  deaeite  t«B«r  pM-  de  bneaa  Teumra. 

OapKaj(>  XXIII*.  coBo  el  «i«ad«s\-'  fiT«d«>(90  amelio  al  eanaUcro 
«!>«»]>.->  k»  qi>eil  SDitKrfv.  Et  }eRt>ir<^  qne  tmaaiie  de!  lo  qne  qnkieaae. 

t^aad.-  «u  e$rad<£v  « r,%  tAda»  esca»  mfAessK  et  cBsendio  qnd 
Mvm^üa  parft  i:  one  rl  aru  iDe««r.  Es  tcwd  $ne  w  aTk  aJn  decenide 
sai  p<«r.\  pfc  cae  nöx  perdena  aada  de  s&  »BÖar*.  ALiade^tk»  ^n^o 
ad>w  es  T^Sii»r  >fc  »xt  de  ^a«tta  veüainL  £:  ptc  ende  dixo  al 
«tfcsaüecv ;  >ei>ti: .  r.-  £?ado«^.-  ]fia£3»r  acittf^  ec  &t{»  ch  tmb  qrne  »e  a 
^^««ui«  Mua  vQc$ra  ri$ca  £i  «tk  one  t*i  n»  »tmci  pir  lanx  xeaado 
de  r.*«  M>"air  t  •  Tiöa  i&  in:  Tid& ,  E:  piöf  rft»  1  i>  ^'  pcc  am  es  per 
mt^ica  TiOida:  one  s:  ot  ajcima  r:is&  ofjt  qnf  vi  mqm  aiAxe  T«a 
low^j  «ccc  i  Vi>j  rnnutff  cnejj  j/aoed**  fc  cne  ifoifaÄef .  q»e  de 
ac&  adfüaa;:;  r.t»  «fcotCY  cgld;/  ToidMCY  sirr  de  'lUMoia  SMome.  £d'' 
;tatuJie^.  i;  £7ad^p/  la&Atir  j.  ^ne  äejr.&.  ec  s.  «t  iiarr  öe  aj^ima  c«ca 
dj»i:  ;xKL  r^^-«.  t.iJt  •  .  ma*  ^;c  anfacrar»?  i»o*a:  Taiari»  m»  i»{C  «cni> 
r.ifcriir  *iL»f  «r  «!•  i^iass»?  fc  ii-rin«».r»-  jf  cm  Ä»flinir<  Iiifarsa  adk« 
ivi"  <\.      iJLTjiT.-,'   sf  i»ftiCi»äieciai  ^wc:u«d>    nn:*!    r*ii  ii;u«-      E.   c«S2e 


Don  Juan  Manuel,  El  Lfbro  de!  Caoaliero  et  dei  Escadcro 

mostro  al  Rey  la  eu  Rajion  por  que  viniera,  Et  otrosi  le  conto  la  aven- 
tiira  quele  acaesgiera  t»nel  Camino  conel  cauallero  hermitaiTo,  tomo  el 
Roy  et  lodoa  los  que  eran  conoP)  muy  grant  plazer.  Et  entro  quantos 
y  binieron  a  aquellas  oortee  fizol  el  Rey  mer^edes  muy  senaladaB,  Et 
tanto  se  pago  dela«  sus  buenas  maneras  quel  touo  con  sigo  grant  pie^a 
de  tiempo,  et  fizo!  cuuaüero  et  despues  enbiolo  a  su  tierra  muy  Rico 
et  muy  onrado. 

Capitulu  XXV  <>,  comrao  el  cauallecü  nouel  se  partio  delas  coriea  et 
torno  por  la  hermita  del  cauallero  an^Mano  Et  quisiera  aver  regpueeta 
delas  otras  preguntas,  Et  el  cauallero  angiano  se  eacuso  con  Kazon. 

[f.  10*]  El  cauallero  Douel  acordandose  de  quanto  bien  apreDdiera 
del  cauallero  que  estaua  enla  hermita,  tomo  m  Camino  para  aquel  lugar 
do  lo  fallara.  Et  quando  llego  ala  hermita  do  el  omne  bueno  moraba. 
Et  el  omne  bueno  lo  bio  et  BOpo  quanto  onrado  et  quanto  hien  andante 
venia ^  plogol  mucho  et  gradegiolo  mucho  adtos.  Et  el  cauallero  nouel 
moro  y  con  el  algunoa  diaa,  Ca  el  traia  biandas  et  todo  lo  que  avian 
mester.  Et  en  aquel  tiempo  que  en  tqo  moraron  quisiera  el  cauallero 
nouel  aver  repueata  del  cauallero  an^iaoo  que  moraba  enla  hermita 
delaB  preguntas  que  el  fiziera  ante  que  del  »e  partiesse,  aque  avn  no 
le  reepondiera,  ma»  por  la  grant  flaqueza  que  enel  omne  bueno  avia 
non  le  pudo  dar  repuesta  coraplida  mente.  Et  deaque  entendieron  que 
era  tiempo  de  ae  yr  el  cauallero  nouel  para  su  tierra,  despediose  del 
Et*)  el  omne  bueno  Rogando  mucho  adios  que  el  endere^asee  et  lograsse 
de  bien  en  mejor.  Et  el  caualloro  nouel  dexol  delo  que  y  traya,  para 
que  pudicsse  y  pasBar  su  vidti  algun  tiempo  mas  sin  lazeria  que  fasta 
entonye,  Et  muy  mas  le  dexara,  si  el  bueno  ^i  lo  quisiera  tomar.  Et 
bbI  86  partieron  muy  pngados  el  vno  del  otro,  Et  fnesse  el  cauallero 
nouel  para  su  tierra,  Et  finco  el  omne  bueno  ensu  hermita  compliendo 
8U  penitenyia. 

CapituloXXVI",  commo  el  cauallero  nouel  so  partio  del  cauallero 
an^riano  et  se  fuo  para  su  tierra,  et  depues  commo  dexo  su  tierra  con 
grant  deseo')  al  cauallero  an^iano. 

Depues  que  el  cauallero  nouel  se  partio  del  cauallero  angiano 
que  [f.  IC*]  ßncaua  enla  hermita,  commo  avedes  oydo,  Enpeyo  su  Ca- 
mino para  su  tierra.    Et  por  que  entendio  que  yiniera  muy  onrado  et 


1)  Vgl,  S.  433. 

2)  1.  despediose  del,  el  omne  bueco  Bogaado  mucho  adios  . 
dloee  dol  forono  bueno] ,  el  omne  bueDO  Rogando  n.  s.  w. 

3)  1,  el  fomue]  bueno. 

4)  K  deaeo  [de  ner]  al  cauallero  angiano. 


.  oder  deape- 


m  9.  OrUfenberg 

iiiiiy  hlnii  ttiidunto  do  oasa  de  su  senor,  auia  muy  grant  talanie  de 
llnKar  ami  tlorra  pur  quo  oviese  plazer  oon  sus  parientos  et  con  aas 
mhiIkoii.  (!ii  viia  dulas  plasenteras  oosas  que  enel  mnndo  ha  beair^) 
oiiiii»  0iila  tlorra  do  os  natural,  Et  mayor  mente  ei  dies  Ji  faze  tanta 
iiifirvod  qu(t  puodo  bobir  onolla  onrado  et  pre^iado.  Et  tan  plazentero*) 
oiitM  inanora  do  vida»  quo  asi  ongana  muohos  que  escojen  ante  de  benir 
Oll  olla  quo  Oll  tiorr«  ontraila  enque  fuessen  f^iertoa  que  podrian  paasar 
iiiuy  onrada  iiionto.  Kt  «in  dubda  esto  es  grant  yerro  et  grant  engano. 
Ca  ol  quo  tiono  inionto«  per  llegar  algun')  bien  et  a  buen  estado,  non 
douo  doxar  ol  pUior  dola  uoluntad  de  beuir  et  de  gradee^er*)  do  qnier 
quo  ma»  pudioro  Uouar  »u  onra  adelante.  Et  desque  Uego  aaa  tierra, 
(iio  mu,v  bion  Hov«bido  do  todaa  las  gentes,  tan  bien  delos  parientea 
o^nnwo  do  Uvft  ostrailo«.  Ca  la  bieo  andan^a  et  el  poder  et  la  Biqoeia 
^•0  »oor  a  oiuno  ma«  amado  et  mas  pre^iado  delas  geoteo  de  qaanto 
mui  «Nj^ria«  »i  lan  bii^n  andante  non  fuesse*^.  Ca  mnehoa  airaen  et  ae 
IW«  parttNiN«  dK4  omne  unienire  bnena  andanc«^\  qne  ai  la  dod  OTiere^ 
qMti4  m^  caiarian  di(4%«  ojoo,  «i  non*^  topaasen  conel')  enla  canrera. 
Kl  4#equ<k  ouo  mvvrado  «»a  •«  iktra.  eoanno  quer  qae  beoia  enella  may 
\Miii«ilo  M  WHv  bH«  aadaai^k  aoa  pado  ohudar  aia  sacar  da  an  coim^on 
«4  4^^MK>  ^«Mk  avia  d^  fkblar  coa  «I  caaaUero  aa^iaao  qae  fiaeaaa  ea  la 
iNiTMÜia.  i\ft  vNVK  plasw  eia*''  m  taa  aproawfcosa  ccaa  aa  para  loa 
I  ;0^'  NMiac«  M  para  W  #a^wdad«>$  <i  Miber^\  qae  aoa  lo  paeden 
vsV^r  ys>r  W  bWsM«  <\>q^va«Ms  Gr  pM*  «ade  a£wdo  de  tt  baar  ai 
v««^»^  y«4«sv  1^1  ««HV'  ^M»  M  isv  ck>»  <v>H»:  k  txs.  KT  sabcT  la  re- 
¥«M4a  i«fVMi  ircKipKTa»  ^»ri  £s»tra  ac»  a^x  SK-a  >  ?M5v^»siera.  Et  la 
,>t;^  n^XlijM^«o  <<«#  «£  A  «*«»»«  ^iM«c  asonMw  all»  ^w  acssas  «e  ovieaM 


Don  Juan  Manuel,  El  Libro  ilel  Caonllero  et  del  Escadero 


reapoodido,  que  por  auentura  non  fallaria  otro  quo  tan  complida  mente 
lö  pudiesae  respooder  Et  dexo  au  fazienda  en  su  tierra  con  buen  re- 
cabdo  et  acoraendula  atales  de  que  era  ^ierto  que  quando  el  viiiiesse, 
qußl  fallaria  tan  bien  endera^adn  ^),  oomino  si  el  ende  non  &e  partiesse. 
Ca  el  que  de  au  tierra  se  parte  conuiene  que  tal  recabdo  dexe  en  ella, 
que  quando  uiniere,  que  falle  qoe  non  le  enpe^io  la  su  partida  dende. 
Et  que^)  8U  fazienda  quiere  fiar  en  otro,  oonniene  que  eacoja  atal  de 
que  sea  (.ierto  que  nunca  8e  arepienta  del  pitdcr  quel  diere,  Et  que 
aiempre  querra  mas  ta  pro  et  la  onra  del  aenor  quek  auya*).  Et 
deaque  esto  ovo  fecho  enesta  manera,  torno  en  su  compaila,  la  que 
entendio  quel  complia,  et  fue  veer  al  cauallero  an^iano  qae  dexara  enla 
herociita.  Et  deaque  llego,  plopol  mucho  a)  orane  bueno,.  Et  commo 
quier  que  estaua  tlaco,  Keciobolo')  muy  bien,  Et  tomaron  amoa  muy 
grant  plazer  deaque  en  vno  ae  ayuntaron. 

Capitulo  XXVII °,  commo  el  cauallero  anciano  ae  marabillo  dela 
venida  del  cauallero  novel  Et  le  pregunto  la  Razon  de  su  venida. 

Et  deaque  ouieron  fablado  vna  piega,  preguntandoae  el  vno  alotro 
commo  les  fuera  depuea  que  de  [f.  10**]  que  de*f  vno  ae  partieron,  el 
cauallero  anc^iano  comen<;o  au  Hazon  en  esta  guiea.  fijo  mucho  amado, 
yo  ae  verdadera  mente  que  voa  aodea  de  muy  buen  entendimtento,  Et 
que  noD  fariadea  ninguna  cosa  por  complir  uuestra  voluntad,  si  alguna 
pro  0  onrra  non  cuydasedes  ende  aacar.  Por  ende  voa  ruego  quo  me 
digadea  que  fue  la  Kazon  por  quo  agora  dexaatea  vueatra  tiera^),  en 
que  tan  poco  aviadea  morado,  et  do  pudieradea  fazer  muohaa  ooaaa  de 
vueatra  pro  et  tomar  muclio  plazer,  et  venieatea  aeata  hcrmita,  do 
aabedea  que  non  podedea  aver  vida  ai  non  raucho  enojoaa  et  muy 
lazrada. 

Capitulo  XX  VIII,  commo  el  cauallero  nouel  moatro  al  cauallero 
anciano  la  Razon  de  au  venida. 

BeiTor,  dixo  ei  cauallero  nouel,  deaque  la  primera  vegada  voa  falle, 
siempre  voa  oy  dezir  coeaa  verdaderaa  et  muy  aprouechoaaa  et  de  grant 
8680,  et  aun  me  aemeja  que  por  la  flaqueza  que  avedes  enel  cuerpo, 
que  ae  enbarga*^)  el  vueatro  entendimiento  de  fazer  toda  au  obra,  aai 


1)  1.  enderei;ada. 

2)  1.  Et  [el]  que. 

3)  Vgl.  daa  Ende  von  Kap.  XX.    Discipl.  der.  8.  398.    Bobnhl  170  Nr.  437. 

4)  I.  Recibiolo. 

5)  que  de  ateht  irrtümlich  doppelt,  am  Ende  der  einen  and  am  Anfang  der 
folgenden  Spalte. 

6)  I.  tierra. 

7)  1.  [non]  80  enbarga;  der  rnhalt  des  folgenden  Satsea  verlangt  dies, 


|jB6  S.  GrSfeniMrifp 

commo  deue.  Et  esto  cumple  ami  mocbo,  por  qae  poeda  jo 
aqaello  por  que  to  aqui  vin.  Et  por  ende  708  Respondo:  yo  teo 
eo  DingUD»  cosa  non  podria  yo  faxer  mas  mi  pro  nin  tomar  ma^or 
plater,  que  en  dexar  todo  lo  al  por  tos  Teoir  ver.  Coo^)  ravy  graut 
pro  me  es  es  vos^)  fazer  en  manera  parm  voa  eonoa^r  et  gradaa^er  el 
bieo  e4  la  men^  qae  me  rino.    Et  asy  eoamo  el  inieD  coooa^jifliieiito 

qne  omne  faga Re^ebido  algiiB  bieo.  a«i  fcengo  .  .  . 

MBpte  sa  debdo  el  qua  gnarda  et  pone  per  obra  el  bien  qae  ha 

bfido es  may   graod    plazer   el   que  faxe   qaaato   paede 

apiander  algvaa  co<sa  baeoa  et  aproueciiosa ,  n  dioa  qaiere  guardar*) 
qpala  UgtL    Et  por  que  todas  estaa  [f.  11*]  ooiaa  man  podemo«*)  btea 

aaalMrnoawio  . .,  P^reode  tone  qne  . lo  al  por 

le&lr pof  dioa  et  por  mama 

.  da  aie  respooder  a  aqntHai  Kaaeaei  qaa  d  otro  dia  doo 

podiesxaa  ^or  lo voa  eabargo*). 

Cayitlla  ZXIX*  eoano  el  eaaallero  aa^iaiio  ae  laraMBo  aradio 
M  afiaaaayaatD  q|aa  el  eanaOara  aooel  le  laiia  por  la  reipacaU  delaa 

Rjoy  £se  el  omae  hawa,  aoMha  aa  ■awMl«  pa 
dea  taa  graac  ■fiiiraaiiwrtaj  labieade  qfaa  ja  Baa  ley  ai 
per  qpe  ataalaa  ptvagaata»  et  atantas 
Et  parc«^  na  qaa  par  afeatara  qoe  ae  ( 


li  Ba  O»,  1.  Ca. 


r  «a  W«u  «M  J 


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(rci^«SS  AML 4;  Kap.  XL   Sri.9^ 


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»;  I«  aaa)  •• 


T#.  «Ma  ML  11« 


Don  JoaD  Manuel,  Kl  Libro  det  Caualleru  et  del  Esoudero 


4f.7 


bien  cuidaaa  yo  que  de  otra  manera  me  grade^eriades  uoe  esto  qoe 
tanto  loadea  que  de  mi  aprendieatee.  Et  por  endo  voa  Riiego  que  si 
vos  entendedes  que  podedee  oscusnr  de  mc  afincar  en  cata  Razon. 
quelo  fagades. 

Capitulo  XXX*,  oommo  el  cauallero  nouel  mostro  por  RazoD  al 
oauallero  an^nano  que  deuia  responder  alas  otras  preguntas. 

SeiTor,  dixo  el  cauallero  Douel,  non  quisiese  dioa  que  yo  nunca 
peDsase  coaa  por  que  tob  verguenga  tomasedes.  Ca  esto  quo  vob  Ha- 
mades  mestra  verguen^a,  ea')  esto  tengo  yo  por  grant  vuestra  onra, 
Ca  quanto  mas^)  menos  leyates  et  aabedea  mas  quelos  otroB,  que  mucho 
an  studiado,  por  vuestro  eDtendiDiiento,  tanto  es  (;ierto  que  vos  fizo 
dioa  mayor  grazäa  en  voa  dar  el  entendimiento  por  que  aopieaedes  lo 
que  sabedes.  Et  aai  puea  voa  entendedea  que  cou  buena  Razon  non 
voa  podedea  eacusar,  pido  voa  por  dios  et  por  mensura  que  me  queradea 
reapouder  alaa  preguntaa  que  voa  fizi. 

Capitulo  XXXP,  coDimo  el  cauallero  an^^iano  ff.  \\^]  touo  por  bien 
de  Reapouder  alas  otraa  preguntas  del  cauallero  nouel. 

Bien  veo,  dixo  el  cauallero  angiano,  que  non  puedo  escusar  de  uob 
non  responder^  pues  Umio  lo  queredes,  mas  ai  las  respnestas  non  fueren 
tan  complidas  o  por  palabras  tan  apueatas  o  tan  propriaa,  non  vos 
marabilledea;  que  avn  que  el  oraine  Reaponda  enlaa  preguntaa  verda- 
dera  meute,  mas  graue  ea  de  fazer  que  sean  todaa  las  respuestaa  de 
apuestas  Razonea  que  cumplan  al  fecho.  Pero  de  aquello  poco  que 
yo  sopiere  responder  vos  he  a  ello,  Et  dios  por  la  su  mer^ed  quiera 
que  venga  a  vos  pro  et  onra  et  que  yo  sin  verguen^*a  finque.  Pero  ei 
atodas  eataa  preguntaa  que  me  vos  fazedes  non  vos  pudiere  yo  responder 
por  aquellas  palabras  miamaa  que  pertenescen,  non  vos  marabilledea. 
Que  mucbas  delaa  preguntas  que  vos  me  feziestes  son  de  artes  et  de 
BQiencias  ^iertas  que  an  palabras  sefialadas  por  que  demueatran  lo  que 
quieren  dezir,  Et  aquellas  palabras  entendcr  las  ha  el  que  sabe  aquella 
arte,  Et  por  eeer  muy  aabidor  en  otras  non  entendera  aquellas  palabras 
que  son  de  la  ecien^ia  que  el  non  sabe.  Et  dezir  uoa  he  algunaa  deilas 
por  que  entendades  las  otras.  Et  commo  quier  «jue  yo  nunca  ley  nin 
'aprendi  ninguna  8<jien^'ia,  que  so  mucho  an(;iano  et  guare^i  en  caaa  de 
muchos  aeilores,  oy  departir  a  mucboa  omnes  sabios,  Et  bien  cred  que 
para  los  tegos  non  ha  tan  buena  eacuela  enel  mundo  cuemo  criar  sc 
omne  et  beuir  en  casa  delos  seiTores,  ca  y  se  aynntan  muchos  buenos 


1)  Tilge  es,  das  mit  blasser  Tinte  Ubergesch rieben  ist. 

2)  Tilge  mas. 


-Süif 


SM»    49^  nmeuL   ixer  uoi    o»  lOHÄf  jubui.   ri  H 
uuem   immtrsvt  «aer     r  iaUBr»  snuan»  nusuB   soi   nnF 
üc  ^üL  ttsam  HSV  cienitf  «ceüai^  aus  *wm    nmnf^  imsm- 

cimift  K   alffissfc  f.  iraiHi.  ?in.    an.  ia  sanmi  aemnnrs.  nt   «01 

«MDummtüii»  nn.  lur  nia.  sBisaiimnift&i»  Ir  bb  oi  tmob  mm 
tnmm  menuajumst  -aa.  nsssL  xman  imeii»  jimumjt^  wEmmaa  öbm 
-mUftt.  ^iiirsiibi  71  fo.  awo.  ü  n  «sPir  mil  nn  smncB.  if^ 
»  innxff»  11117  JKCiittw  'än.  mnäotf  «ususa».  Ir  r^  ii» 
tm  vwam  uut  tcin  tni>fiüdDitf  iti  üiHHiliL  uns  OBcn  n» 


Zr  ItfRUttx  Air  iuKn«  Kmniicamift.  ±r  -911  sumu  s  ai  ninB  mi  %:— .■ 
nmi  Hz  inr  «uii*.  inr  im*  jw  ir>ärima»  ni»  3»  ^j» 
ift:i»nf?tfk  «^ffiiiaitEitt  «:  itu»  loa  inirrs»*^  ««fnauhiuji  nni  :niiL  ^v 
mn  \m.  -iiTK  fi  uii  ^i  uniHiliL  iniBnii.  ?iis  sixitrmiL  is  iininit  kehv 
mniua.  k^  ifia  -r»»  iHOHfin»  sumiuLir  &  la»  nin  .-"SBiuiitna»  inr 
miU'iLaif  itfuftrsn«  autanott  nm  «in  ie  itiixHiIi&  irs.  Sk  inmw  -vv-- 
jnnrai»  Ktn.  jniioiat»  -k  mn  rMHuiaiiKr  1  -üIo»  :iimDÜiia  msiEB  onm 
iij{j?r.tr  iuu'.3iitf  iflianru  iura.  laiia  tu.  ?ir  -hiiXi:.  loc  tt»  um  ffiamaL 
it-tstnnnsu^  "m  i«  ^a  locat»  laianrte  lesruui  ioß  fio»  j«r  a  ia  anarrwi 
3Ui  itiirtifr^  inimtit'-u'  -ü  >rr»i'iiiii:»fain  ~ .  ^  lounm  mv-iatrs:^  .a  -hufn**«» 
D:{  u.  i«i -.  11  <•.'»  ♦Ji.;«^r  '"in  i'd  Titi  irj-iTnraisrds  pmni*ri  nenTö 
Ulli    ::in.i    f't    üiirt      tr    ii»?:iiH?i    i.'irt    :?i«*a    wa   lij»    ina«»«»  -tr  iatu    lats 

L:  rt'.    ni-iTiij    -H    ;nd»fno      ±r    lae    !fl>»a    «a   'of?    p.^as    -i^  iurs    lutf 

in*"i    .  i»t    -iitna   v«n:i« .    Zj    nn    lOHa    «m  loa  -Hemenratj  -^r  lun    la« 
■'u'.i-.n.   -iv.noH     Zr    jJi't    :<:»a    ■*»   -ji    ]ame    ^r   aam   lau  :ue   Tscno .    £r 


*.iu-.    nir    mr  T'tm    in    inufjuar.    in-i  :ca  «if^   iir.  "VW  in    Mat. 

...i.:  r.    i.:7 .'        .aa.    nune    ^»    :<JQ    ^aies    «    JuumpaAa.     Uoc,    in 

•r .   ■'-.'-      -.i«:;4    viü.i    TA    «ahor    l«    m    wmfjünte :     laaeibitr   w«it"nj    3t*it>!^. 
'..i.'f     '    Uf     *.;(.!      1  in/.      äaiji».  2!.  -»ir    i;;.   t!'}.  t.*4.  -Hy*.  Mo.      Pruv.    rr.    H 

.     n.l.MU.W. 

'     .    -nti^nititiiinnfri. 


DoD  jD&n  HaDuel,  El  Libro  del  CaaAllero  et  del  Eacudero 

qiie  ooa&  Bon  lae  vestias  et  las  aaea  et  los  pescados  et  las  yerbas  et 
los  arboles  et  piedrasM  et  los  metalea  et  la  tiera^)  et  la  mar  et  las 
otras  cosas  para')  que  fueron  fechas,  Et  por  que  conaiente  dies  quelos 
buenos  ayam^)  roucho  mal  et  los  malos  mucho  bien.  Et  quales  sod  las 
cosas  que  el  Key  deue  fazor  para  quo  sea  buen  Key  et  mantega^") 
bicn  asi  et  asu  Kegao  et  asu  estado,  Et  quäl  ee  entre  loa  omnes  el 
mas  alto  et  mas  onrado  estado,  Et  quäl  es  mayor  et  mas  onrado  estado 
eotre  los  legos,  Et  quäl  es  mayor  plazer  que  omne  puede  auer,  Et 
quäl  es  el  mayor  pesar,  Et  que  cosa  es  caualleria  et  oommo  la  puede 
omne  mejor  auer  et  guardar.  Enton^e  respondi  uos  yo  segund  el  mi 
flaco  enteodiraiento  a  alguiias  dellas.  Primera  mente  alo  que  me  pre- 
gUDtastes  que  coea  es  dios  et  por  quo  consicnte  quelos  buenos  ayan 
mucho  mal  et  los  malos  mucbo  bien^),  Et  quales  son  las  coaas  que  el 
Rey  deue  fazer  para  que  sea  buen  Roy  et  que  mantenga  bien  asi  et 
lasu  regno  et  asu  estado'^),  Et  quäl  es  entre  los  omnes  el  mas  alto  et 
fmas  onrado  estado^);,  Et  el  quäl  es  el  mayor  estado  entre  los  legos"), 
Et  quäl  es  el  mas**'!  plazer  que  omne  puede  aoer"),  et  quäl  es  el 
mayor  pesar'^),  Et  |f,  12 •]  que  cosa  es  caualleria  et  commo  la  puede 

omne   mejor   auer ^').     Ca  las    otras   cosas   que  uos  non 

respondi^*) 


li  I.  flas]  Piedras,  well  Äoch  vor  den  anderen  Substantiven  in  diesen)  Satze 
der  Artikel  atebt. 

2)  1.  tierra. 

3)  I.  [et]  para  que  fueroa  fecbas. 
4}  I.  ayan. 

5)  K  mantenga. 

6)  Die»  ist  wabracheinlich    der   Inhalt    des  vorlorenen   Kap.  XV  bezw,  von 
Kap.  XIV  and  XV  gewesen. 

7)  Vgl.  Kap.  XVI. 

8)  Vgl.  Kap.  XVll. 

9)  Vgl.  Kap.  XVin 
10)  1.  mayor. 

U)  Vgl.  Kap.  XXI. 

12)  Vgl.  Kap.  XX. 

13)  1.  aaer  [et  guardar]  wie  oben  Zeile  10.  —    Vgl.  Kap.  XIX. 

14)  Nach  reapoadi  bricht  das  Kapitel  mitten  in  der  Zeile  ab.  Es  sind  dann  noch 
anderthalb,  also  zusammen  zwei  Zeilen,  freigelassen,  sodass  Kap.  XXXII  gerade 
zwei  Reiben  unter  respondi  beginnt.  Nachdem  der  Einsiedler  eben  die  Fragen 
aufgezählt,  wetebe  er  dem  Jüngling  schon  beantwortet  bat  (Kap.  XV/XVI— XXI), 
will  er  jetzt  zur  Besprechung  der  übrigen  gehen.  Dass  er  diese  nicht  gleich 
beim  ersten  Zusammentreffen  mit  dem  Knappen  beantwortet,  entschuldigt  er 
Kap.  XXI  mit  den  Worten:  E  alas  otras  preguntas  qne  vos  non  respondi,  dexolu 


IX%  como  el  oauallero  angiano  Reeponde  al  cauaUera 

Bon  loa  angelce. 

^_  .i3e  pregun  taste»  que  cosa  son  los  angelea  et  para  que 

et  oriados,  Üjo,  esta  noa  aa  Tna  pregunta,  ante  eon  das. 

l  ea,  que  coaa  son  I00  angelee,  et  otra,  para  quo  fueron 

I  que  cosa  son  los  angdoB,  fijo,  y&  vos  yo  dixe  quelaa 

^  m«  faKedes  son  de  machaa   e^ieo^iaB  et  que  omne  tDUj 

■!>  a:e  que  caydar  para  dar  voä  rcspaesta  detlas.    Et  aeeta 

B  hjO  agora  fax^^des,   que  coaa  &on  los  angeleSf  omne  qae 

.^»  ujuy  lutrado  tion  puede  respoader  aelJo  complida  mente.     Ca 

las^)  coeas  quo  son  api        [es  ue   non  caben  en  todos   loa 

>B  corporalHs*)     ....... 

....  *  ,  tau  complida  mente  j^mnio  auia  mester.  Et  todo 
lu  que  se  puede  fazcr  delas  cosae  spiriti  lee  non  alcan^a^l  aello  todoa 
los  sesoa  corporaleB.  Ca  \a  co^a  spiritual  non  ee  paede  veer  con")  loa 
»pintualee  tiin  se  paede  palpar  nin  »e  paede  oler.   Mas  para  ende'^)  ae 


p>or  que  cuydo  qtie  voa  non  fiS«^Q  tan  grint  neogtia  delM  laber,  Et  por  qae,  ai 
[is  qni}riHl{^9  depreader,  qun  fMltaredca  i|ut)  ros  las  podra  mostrsir.  Yotn  Königa> 
hüfii  üiirürkgtfkrlirt,  bitUil  der  jimge  Kitter  den  Älter»  um  Antwort  4  aquelläa 
Haione«  q»e  el  atro  dja  uui]  puttiest^s  pof  [ia  daqueaa  qoe]  voa  enbargo.  Leider 
bt  Jeue  Stolle»  wt'lch«  am  besten  tata  Ausfüllen  der  Lücke  am  Ende  dies«a  !va< 
püd«  Ker^miiiKieht^D  wKr«,  «ach  lückenhaft  Überliefert.  Man  lese  hier  etwa:  Ca  laa 
OtTü*  coAtü  qii<T  uoa  nnn  respondi  [ptir  ia.  flaqueza  qae  me  embarf^o,  re«ponder 
itaa  he  »ii^ura],  -  Mir  tat  ea  uTiswei  fei  halt,  daaa  dit  letti^en  Wort«  der  Bs.  zum 
Kap-  XXXI  geboren,  und  dies  eine  verd«*rbte  Stelle  icn  Orif  ioiü  folgt.  Der  Kon- 
jektur ßahu,  diese  Worte  an  den  AnfÄng  des  fönenden  Eapitel»  au  tfUfn,  kann 
iüb  Dicht  bt'ipäichten,  ana  dem  eiofarbcii  Grunde,  weil  alle  Kapitel,  in  d«neti  der 
Einskdttr  eine  PrAge  des  Jtlngliiigs  beAnlwortet,  mit  deta  formelbafte^n  A  lo  que 
me  pi^')^"'''^^^^*  bej^inttea,  deoi  nur  aweiotal  (Kap.  XX  and  XXI)  Otrosi  tof- 
b  ergebt. 

VI  faerüD  wie  in  der  Inbaltsangab«  auf  der  vori^o  Sei». 

a^  Til^'e  las. 

31  N.^ht>res  über  die  cosaa  spiritoales  and  temporales  verg).  Estadoa  n  7. 
Kim.  de  Pal.  174  ff. 

4^  N.ioh  corporales  ist  eine  Lücke  von  swei  Zeilen,  die  schwer  iroUatia^ 
.Husziitlillen  iist.  G.  setzt  nur  non  pueden  ser  declaradas  ein;  ich  habe  eine  Weadm^ 
.ins  der  folgenden  Seite  herübergenommen  and  lese:  [non  noa  deaedea  aaarabOlar, 
si  uos  non  respondiera  a  esta  pregunta]  tan  complida  mente. 

M  I.  alcan^an. 

6  D.t  der  S.trz  so  keinen  Sinn  giebt,  ist  entweder  vor  eoa  ein  «■••  «»> 
lusohiebfu.  i>der  statt  spiritaales  ist  temporales  sa  lesen. 

7^  Statt  para  I.  paede. 


lUm  .fua«  Wanuwl,  Kl  IJbro  dol  CanalJero  et  liel  Ksfudero  471 

oyr,  Et  dolo')  omtie  ende  oye  puede  depues  fablar  en  ello.  Et  asy 
delos  cinco  seeos  corporales,  et  los  que  son  oyr  et  fablar^)  alcan^-an 
algo  delaa  cosas  spirituales.  Et  lo  que  estos  dos  seeos  alcan^an  judga 
et  entiende  depues  la  razon  natural,  el  entondimiento.  Et  por  el  en- 
tendimienio  dePj  omne  que  non  es  lotrado  non  puede  judgar  tan  com- 
plida  raente  comrao  [f  12^]  era  mester  enlas  cosas  ppintuates,  por  qua 
noQ  le  oyo  nin  fablo  enello  tantas  vegadas,  por  que  complida  meute 
lo  pudiesse  eotender.  Et  asi  yo  quo  non  so  letrado  nin  perteneso.e  al 
■tni  estado  nin  oy  nin  fable  tanto  enlas  spirituales  por  quo  me  pudiesse 
caer  complida  mente  enel  entondimiento,  non  uos  deuedes  marabillar, 
si  U08  non  reapondiere  aesta  pregunta  tau  complida  mente  commo  avia 
mester.  Pero  lo  que  en  mi  entendimiento  alcan(,'a  en  esta  liazon,  es  por 
las  obraa  que  oy  desir  que  fazeo  los  angeles.  El  por  ende  uos  digo 
quclo  que  yo  entiendo  es  esto:   Et  los   angeles  son  cosas  spirituales*) 

Et  non  pueden*)  auer  cosa  por  que  cayan  en  pena  nin  en  culpa,  et 
que  sean  puestos  en  ordenes'),  segund  nuestro  sßiior  dios  touo  por 
bien,  et  entendio  que  se  podria  mas  aeruir  dellos.  Et  la  Kazon  para 
quelos  crio,  tengo  que"^)  sea  loado  por  elloa  et  se  sirua  dellos  seguod 
pertenes^e^)  aqnellas^)  ordenes  en  queloa  puso. 

Capitulo  XXXIII",  commo  el  cauallero  anciano  Responde  al  cauallero 
nouel  que  cosa  es  el  parayso. 


1)  l.  delo  Iqoe). 

2)  ^Die  Bede  gilt  als  fünfter  Sion  an  Stelle  des  Gescbmacka*  (Baiat).  Ich 
glaube  eher,  daas  D.  J.  M.  diese  beiden  Sinne  als  üotersbteikingen  eines  Zungeu- 
sinites  fasst,  und  werde  in  dieser  Meinung  noch  bestärkt  durch  folgende  Bo- 
Bprechung  der  Sinne  In  den  Sieto  Partidaa,  wo  ver;  oyr;  oler;  gastar,  fablar; 
tarier  aulgeaählt  werden.  Zu  gnatar  und  fabLir  heisst  ea  dort:  La  lengua  noo 
puso  dios  tan  soiatnente  al  omc  para  gustar,  mas  aun  para  fablar  e  moatrar  au 
razon  con  ella.  E  bien  aasi  cotso  le  die  aentido  en  el  guato  para  departir  las 
ooaaa  sabroaas  de  las  otraa  que  lo  non  aou,  otroai  gelo  die  en  las  palabraa  para 
fazer  dcpartimiento  entre  la  mentira  que  es  amarga,  ..e  eotre  la  verdat. —  Tafier 
es  el  quinto  aentido  del  alma  sentidora.    (Part.  II  Tit.  XIII  Ley  lY.) 

3)  1.  el. 

4)  Nach  apiritualea  iat  eine  LUcko  von  vier  Zeilen. 

5)  paeden  kann  stehen  bleiben,  doch  iat  auch  puede  (=  es  kann,  6.)  in 
Erwägung  zu  ziehen. 

6)  Vgl-  laid.  niap.  Orig.  Lib.  VU  Kap.  V  1. 

7)  l.  [ea  para  qiiej  ae.i  lo.ido, 

8)  I.  perteneaQen. 

9)  Vgl.  S.462  Anmerkung  5. 


47? 


mar  ^wncw  «Hnnt«.    E^ 

3iiM»o;  lOBW  lenasr  icrr  nraarnfk.  tt  sia  iaMr  ji> 

(UL^*'    «L  aiCH    Wm»    CW   IDf  V|»    IC  ^  ^ 


luifs  ia  jTioä  wKi   i»  tax   m  sbi«  .fiaK<tur  ö*   ■■■»    T^r.  ^i^  Siü  XTX  2L 
a:Z  ^  iiT  ?.  ÜH  i .     :»:  :  mc   -^r-  u    ^tmat.  m  X  1&.  T  ^  j|L  «. 

iri    'trstsxnra   aus».    xbOtn    umnaiunattr     «^saHDio    ir  «K  jrtMHr-  Tkerik  ia 

>     .   r*.    aBesn>«io   am.  luis    -«s^.    iis*aiaw. 

?     .    «jr»  ».t  surs  '■.rata' 

.   .-Jb     n   i»r  ish  xns   xHiar  am  &  n»  ^a 


Don  Juan  Mar>uel,  El  Libro  del  Caiiallero  et  dcl  Escudern 


473 


el  mi  flaco  entendimiento  alcancar*)  puede  commo  responda  aellas,  si 
mas  lo  alongaase,  noD  podria  seusar  quo  funee  perezoRO.  Et  por  primera 
razon  que  [f.  12 d]  me  preguntastes,  que  cosa  es  el  paravdo  et  para  quo 
fue  fecho,  vos  reapoodre  luego  et  depues  vob  reapondre  alo  quo  me  pre- 
guntastes  del  inäerno.  digo  tos  que,  segund  mi  eotendimiento,  esta  pre- 
gunta  taue  en  razon  et  en  fe.  Et  la  Razon  me  da^)  entender  que  el 
parayso  es  lugar  complido  de  todo  plazer,  por  que  es  lugar  Spiritual 
que  ea  en  dios,  et  dios  enel,  et  a  compliinionto  de  todo  bicn,  et  nun 
puede  enel  auer  mengua,  et  que  fue  et  sera  para  siempre  sin  fin.  Et 
la  fe,  que')  santa  eglesia,  que*)  me  da  a  entender  que  todo  esto  es 
asy.  Et  otroai  tengo  que  la  Razon  para  que  nuestro  sefior  lo  ordeno, 
que  fue  para*)  en  que  oviessen  galardon  Spiritual  para  siempre  los 
angeles  et  las  almaa  bien  aventuradas .  quo  aon  cosas  spirituales  en*) 
que  biuen  et  estan  siempre  con  dios,  que  es  complido  et  complidor  de 
todos  los  vienes  et  de  todos  plazerea. 

Capitulo  XXXIV,  commo  el  cauallero  an^iano  responde  al  cauallero 
nouel  que  cosa  es  el  infierno. 

Alo  que  me  preguntastes  que  uos  dixesse  eso  raismo  del  infierno, 
jijo,  paresQe  me  que  esta  pregunta  que  me  fazedea  en  tan  pocas  pala- 
bras  que  lo  fazedea  por  me  prouar,  o  por  que  veedea  quelas  preguntaa 
que  me  feziestes  que  eran  mucbas,  et  quesiestes  las  en^errar  boluiendo^) 
con  las  preguntaa  del  parayso.  Pero  deaao  non  fago  fuerya,  mas  quiero 
T08  dezir  algo,  segund  lo  entiendo  aobre  estas  preguntas.  fijo,  estaa 
preguntaa  que  me  fazedes,  muc-bas  dellas  tauen  cosas  que  pertenesven  ala 
fe,  et  los  legos  non  son  tenidos  a  saber  dellas,  si  non  crer  simple  mente 
lo  que  Santa  eglesia  manda,  que  los  fechos  de  dios^  que  son  muy  mara- 
billoBos  et  muy  eacondidos,  non  doae  oinguno  ascodrinar^)  en  ellos 
raucbo,  mayor  mientre  loa  cauatleroe,  que  an  tanto  de  fazer  en  man- 
tener  el  estado  [f.  13*]  en  que  estan,  que  es  de  muy  grant  periglo  et 
de  muy  graut  trabajo^),  que  non  han  tiempo  nin  letradura  para  lo  poder 
saber  complida  mente.  Et  por  ende  non  deue^")  mucho  cuidar  enello, 
Et  aeilalada  mente  los  que  son  sotiles  et  entendudos,  ca  el  diablo  es  tan 

1)  1.  atcan^ar. 

2)  Vgl.  S.  462  Anm.  5,  aber  auob  vier  Reiben  weiter  da  a  entender. 

3)  1.  que  [ea]. 

4)  Tilge  qne. 

5]  1.  para  que  en  el  oviessen  galardon  (vgl.  S.  474  Anm.  6). 
6}  Tilge  en  oder  lies  et  dafür. 
7)  K  boluiendolas. 
B)  1.  ascodrinar. 
9)  Vgl.  S.  454  Anm.  6. 

10)  1.  denen. 


474  S.  Grifenberg 

mtostro  et  tan  sabidor  quo  conos^e  bien  las  maneras  et  las  eompUi- 
ikionea  delo«  omnes.  Et  siempre  tienta  al  omne  de  aquella  coaa  en  qae 
»nti^nde  quo  mas  ayna  lo  paede  engafiar.  Ca  si  el  f allan  ^)  qoe  segimd 
la  c^inplUion  del  omne  es  aparejado  para  vn  pecado,  de  aqaello 
tk'Qta'V  £l  por  ende,  quando  falla  qne  algnno  es  miiy  sotil  et  mny 
enteadudo,  trabajasse  del  faser  pensar  enlas  cosas  que  son  de  dioa  et 
dela  fe  inarabiilosas  et  muy  ascondidas  por  le  faxer  caer  en  a)g;iua 
dubda,  Ca  la  soüleia  les  faie  pensar  machas  cosas,  et  por  la  mengaa 
d«ja  leiradura  noa  pueden  »aber  la  verdad  compUda  mente  eommo  ea, 
Kt  a$i  podrie*>  oaer  en  grandes  dabdas.  Ei  por  ende  to  qae  bisqiM 
mttcbo  en  o>$tado  de  eauallero  et  non  aprendi  otra  s^ienda.  sienpre  fis 
qaaaio  }Hidi  por  partir  el  corac«>>n  de  non  caydar  estas  coeas.  Et  erao 
T^rdadera  memo  que  me  cample  qae  me  be  asaiuar  por  crer  eompUda 
meaie  la  »ania  fe  catcdiea.  et  faueado  tales  obras  qaales  perteoea^ea 
ak«  baeno«  cn^tianc«  que  cieea  U  fe  Ter^dera  meate.  Et  por  todaa 
e«ia«  KafVOM»  ami  deae*  »eer  mas  e«ca»de,  «  taa  complida  repnesta 
B<>«  tv**  dieI>^.  re«\>  ak^ueik»  p<w\^  que  yo  e«Q«edo  ea  esco.  dcair  roa  lo 
W  d:i^«  T\>^  MtjTtsd  lo  qae  r«>  eaäesdo.  qae  ei  ia&erw>  es  cosa  spiritaal 
deU  v^s  de  dkv^  do  ar  ;ke:ia  »a  re^espöe«.  es  qae  oto  tomaett^  et 
«;«e  «^VR  ab«a  a^aSaxu^^x  Et  U  t.  Io>~  Rai«a  ^»e  yx>  eaöeado  qae 
d>A»  io9&^  por  bsea  rvtrs  qae  fae  msfd^x^^  .  fw  fuc  qse  a^itasM  paaa 
e»#C  aqte^vt»  ^:ee  ^"^r  n  Beceic^s^!»««>  pe=>SMc«a  la  fiiona  ca  qpe 
«tKaxax  es  ivars  e»^«e*  avax  i»e«A  »::a  sMarot  sfcxssi  »f  te  las 
«ZxMfcj^  ^i>^  ^'01  :^rcr.rcAJ!'^^s^  rcc  *is$  3L4l&$  rcci»  «c  r«rc  k«  :<eeadoa  qae 

v3ir.n:>    \X\^  '      .var^c     ?      rAs*..?;c:     42>c'.^u>:     S»?*<a»e    al 

A  ',*  ;i?f  iTf  r.-f^irrjLicr*  ;i-f  .vtsi  >.m  j.*  n«u»»  fc  »ra  cae 
'A  ^-,*.T  "^^2^■^!^  »i  fj  i^  .vin-xr«.*  :  TTfc*  *  T«^LT  rjö  s  nrJ^as  t-»  £i£*.  B<?ea 
itf^  *\>  i":cv  i>c;c*.   ;  i ;  ^*ri  t.-h  **  :.i.f 'a  *    rrrf^o -a.   ti rf  «a  »:• :  la 


Don  Juan  Manael,  Ei  Libro  del  Cauallero  et  del  fiscndero  475 

verdat  vos  digo,  fijo,  que  ami  pares^e  que  eataa  preguntas  atales  niD 
fazeo^)  &\os  mengua  de  melaH  preguntar,  nio  perteneH^eo ')  ami  de  vos 
lespoDder  aellas.  Ca  vos  sodes  caualbro  mangebo,  et  el  que  estado  de 
cauallero  a  de  mantener,  asaz  a  que  cujdar  en  commo  la'^)  mantega^); 
Et  es  de  buena  Ventura  et  fazele  dioa  inucba  mer^ed,  si  la^)  puede 
FXnantener  commo  deue.  Et  a  mi  por  la  man^ebia  es  marabilla  commo 
T08  da  la  voluntad  de  cuidar  eji  ello,  Ca  yo,  commo  quier  que  so  mucho 
anQiauo,  por  que  me  mantoue  siempre  et  vae  estado  de  caualleria, 
tengo  non  so  de  culpar,  ai  a  eataa  coaas  voa  puedo  reaponder  com- 
plida  mentc*)  como  era^)  meater.  Maa  ai  me  preguntaaedea  alguna  cosa 
delo  que  pertenea^e  al  estado  de  caualleria^  por  aveotura  voa  reapon- 
deria  a  ello  con  recabdo*).  Pero  cuydo  que  la")  dexadea  por  que 
teoedes  que  vos  he  ya  respondido^  quaodo  tob  dise  commo  puede 
omne  auer  et  guardar  ff.  13*]  la  caualleria.  Et  commo  quier  que  yo 
entonge  uue  reapondi  lo  mejor  que  puede^)  entender.  Quiero  voa  agora 
dezir  vnaa  cosaa  que  voa  non  dixe  entonge.  voa  deuedes  saber  que 
vna  delaa  coaaa  que  ae  mas  vaa  enia  caualleria,  ea  dezir  por  loa  omnea 
que  son  ardidoa  o  couardes,  Et  commo  quier  quelaa  gentea  lea  dizen  eatos 
oobrea^),  non  sod  con  Hazon,  mas  son  por  quelo  hau  vaado  aai  dezir. 
Mas  loa  nombres  verdaderoa  en  esto  aon  eforyadoa  o^**)  medroaoa.  Et, 
£jo,  aabet  que  enel  esFuerQO  et  enel  miedo  ay  quatro  maneraa:  la  vna 
dB  eeer  omne  eaforgado^  la^M  ea  aer  quexoao,  la  otra  ea  aeer  medroao, 


1)  G.  Ueat  lilf  r  (wie  S.  461  letzte  Zeile)  faze,  perteneace;  In  der  Tbat  fiodut  sieb  io 
entaprechctiden  Fällen  (z.B.  S.480  Z.4/5,  S.482Z.18)  derüiogular;  vgl.  den  Anbang. 

2)  la  auf  estado  de  cabatlero  bezugen  ist  auffällig.  Gewiss  bat  der  .Schreiber 
an  caualleria  gedacht,  daa  kurz  nachher  auch  mit  estado  verbunden  zweimal  vor- 
kommt 

3)  l  mantenga.  —  Vgl.  S.  473  Z.  26  f. 

4}  1.  [non]  vos  puedu  responder  [tan]  complida  mente. 

&)  era.  das  G.  in  seria  verwandelt,  hann  eteben  bleiben,  da  unser  Test  aacb 
sonst  in  äfanliehen  Fällen  das  Präteritum  gebraucht,  wo  der  tienspan.  Sprach- 
gebrauch  den  KonditioDalis  vorzieht  (vgl,  fol.  1»,  8^,  9*>,  12*,  12 ^  13 ^  13"*, 
14^  lö^  16»,  16d   l8^  21«,  27^  28»,  aber  26»,  26<»}. 

6)  Hier  wie   an   anderen  Stellen   zeigt  der  Verfasser,   wie  sehr  er  In  allem, 
iwas  den  HItterstand  angeht,  bewandert  ist. 

7)  Hier  kaun  la  nicht  wie  in  Anm.  2  erklärt  werden ,  da  ea  sich  auf  das 
vorangehende  ello  bezieht;  I.  lo. 

S)  I.  puedo  oder  besser  pade. 
9)  I.  oombrei. 

10)  1.  e. 

11)  oira  ist  nach  la  öfter  ausgelassen;  vgl.  f.  8*,  25«/"»,  25«»/26»  —  1 20«  fehlt 
sogar  vna,  das  dem  otra  sonst  gegenübersteht. 

Ilomiuiisohe  ForschDag«o  Vif.  ^ 


.i7tt  S.  GrXfenberg 

1«  otrn  M  soor  spantoso.  El  esfor^ado  es  el  ha  efaer^o  quando  lo  dene 
auor  ot  onlaa  oosas  quolo  deuA  auer^),  El  quexoso  es  el  que  a  esfuerco') 
quando  lo  douü  auor  ot  ha  esfuerfo  quando')  lo  deue  auer,  Ca  la  qnexa 
dol  coriiyon  non  lo  dexa  sofrir  el  miedo.  El  medroso  a  efueryo  quando  lo 
douo  auor.  ot  miedo  quando  lo  deue  auer.  El  espantoso  ha  miedo  et  spantase 
dolo  quo  douo  auor  miedo  et  espantase  delo  que  non  ha  Razon  por  qne 
deue  auor  miedo.  Et  en  estaa  razone»  ha  muy  grant  despartimiento 
entro  ol  quoxo«o  ot  el  o«pant080.  Et  cada  vna  dellas  son  malas  maneras, 
Ca  ol  quoxocto  da  a  ontendor*)  qne  non  ha  miedo  de  nioguna  cosa,  et 
non  CMita  onollo  raton  nin  cordura.  Et  asi  commo  lo  comien^a  sin  raion, 
aai  »aldra  endo  muoho  ayna  «in  razon.  Et  otrosi  el  espantoso,  bioi 
p^Hlodo«  entonder  quanto  mala  manera  es  para  canallero.  Et  non  es 
para  ontondor  si  a  niiodo  coa  raion  o  sin  razon.  Mas  el  for^ado  o  el 
modro«o*^  (vikrtvft^v*^  por  estas  palabras  qne  he  dicho.  Ca  jo  digo  qne 
«1  «>«forcado  <Ni  ol  quo  ha  efuer\N>  enlo  qne  dene  auer.  et  miedo  qoando 
lo  deuo  auor.  Kt  ;f.  UWj  el  medn>$o  ha  eshierco  quando  k»  dene  aver, 
<M  mi^o  quando  lo  douo  auer.  Er  sin  dubda  esto  e*  verdat.  qae  asi 
l<k  fa«4^n  «'jftda  vno  dello«.  Mas  si  en  alcnna  eosa  non  obiere  entre 
^lU^s  apartamioQK« .  tan  K>ado  si^ria  el  medroeo  commo  el  esfbr^o, 
«<s"  moj\>r  que  so^^r  medriMO.  la  ahaanja  qne  ha  enxre  eUos  es  eala: 
m  M^>:\*ado  ha  <«fuecvo  qaaado  dene.  et  qaacdo  ha  lagar  para  moetiar 
«a  <<i»:\ie?\\k  ma<^$:ra  lo  ot  fut»  »a$  fevhca  «»fo;^;ada  mea»,  et  Cne  et- 
%N\*a;  a^Mi  »uvv«  et  «c!c.aa»  akw  vKn>».  E:  aptv^cecäas«  ea  tal  gnisa 
c*  «  o*'*e:\\\  y;*ie  i^  t.>io  ^::4*rw"«  **  r>cx>i*  a.;^:.«^  r.s  le  irca  ninguna 
c\>WL  <^  ^ijcxio  bji  rL:<>;s''  Si*ivC.>  r:ty  bi^-  er:*br!r.  «  ia  a  esieader 
a\N*  *3;^^\N*  <;Ätf  Ic  *."::  ha.  «  :*j<f  «*  f«i-.'»*  >:*  ^vrii^a.  «  irscase  el  et 
j^x  *ia  **,•'  i;v>*.  ,*a  *;  ^z>«ra  rr  fü^l^^:  «  ;x?  i.:w  ;k  r««  «faesto^^ 


Ite^    wt|pM    i«»    •■,vKiV  •*''*^'*-*^    ■"      "•'^    S.i.'*:  ■'«:•■    ;>i  "^*- :e»5    *-.»•««:. 

:v\»    ÄXR-  j*.' .'.  i»;v      >    Ä-^jvt-      .-r  S.*i:-s'i>-   £&    ä«-*  V*r»  v>i)piB 
4e»  4'«rqM»*tV^    JKVt\jiU-l<    ;ja«r:!i««IWt 


OD  Juan  Manael,  El  Libro  det  Caualloro  et  del  Escudero 


Heilte  mala  Ventura^),  Et  avii  quo  delas  coBas  que  acaeegen  que 
ayan^)  miodo ,  en  guisa  lo  guarda  ()ue  todos  cuyda')  que  lo  faze  por 
seso  mas  que  por  miedo.  Et  el  raedroso  ha  esfuergo  quando  lo 
deue  auer,  et  miedo  quando  lo  deue  auer.  Mas  quando  pleyto 
a  guisado,  para  lo  poder  acabar  non  se  esfuerga  quanto  deuia  et 
faze  loa  fecboa  a  miedo.  Et  por  ende  non  acaba  quanto  podria  de  bu 
pro  et  SU  onra.  Et  quando  acaee^e  alguna  cosa  de  que  deue  auer 
mtedo,  non  lo  puede  encobrir,  Et  por  ende  esfuerga  alos  contrarioa 
et  pone  miedo  alos  öuyos.  Et  aal  podedes  entender  quanto  grant  de- 
partimiento  ha  entre  el  esfor^ado  et  el  medroBO.  Et  por  voa  sodes 
cauallero  man^^ebo,  tengo  que  esto  voa  cae  de  querer  Baber  et  apren- 
der  mas  que  otra  soien^ia.  Et  otrosi  por  (jne  so  yo  mucho  anyiano  et 
bi  et  paaee  por  muchas  [f.  14*J  cosas  en  feeho  de  caualleria,  tengo  que 
puedo  fablar  en  ello  con  verdat,  et  mas  complida  mente  que  B^ieogia*) 
que  oviease  meater  grant  aabiduria  et  grant  studio,  et  que  oviaae") 
aprendtdo  de  muy  buenoe  maeatrOB.  Et  lo  que  deuedes  vos  entender 
por  vueBtro  entendtmiento,  que  ee  meBter  para  tob,  responder")  a  eato 
que  V08  preguntadea  que  cosa  aon  los  ^iellos.  Ca  muchas  cosas  ha  eo 
loa  ^ielloB  que  ae  pucden  entender  por  entendimtento  de  omne,  avn 
que  otro  tnaestro  non  gelo  mueatra,  Et  otraa  cosas  ha  en  elloa  que  se 
non  pueden  saber,  que  et  otro  non  gelaa  tnostrare.  Et  por  que  esta 
sabiduria  non  ae  llega  nän  punto")  a!  eatado  de  caualleria,  delo  que 
omne  a  de  aprender  della  de  otri^  non  voa  aabria  dar  recabdo.  Mas 
!o  que  yo  ende  se,  es  por  que  lo  aprendi  andando  machaa  nochea  de 
noche,  et  madurgando  alguna»  vezea  por  guerras  et  algunaa  por  ca^a 
et  veyendo  las  vnaa^)  estreliaa  en  quäl  tiempo  nai;en  et  qual'^)  tiempo 
Be  poncn,  Et  commo  el  sol  et  la  luna  et  las  otras  yinco  eBtrellaa  commo 
»alen  eo  Oriente,  Et  commo  se  ponen  a^idente^^)  asi  commo  las  otraa 


1)  CaBt.6doc.  I6M:  buen  eafuerao  vence  mala  veotora.  Aroipr.  de  Fita  150.— 
^riscb  gewagt  ist  halb  gewoonen. 

2)  l  aya. 

3)  L  caydaD. 

4)  l.  [en]  soien^ia. 

5)  I.  ovieate(?) 

6)  1.  [quiero  vos]  re«ponder.    Grund  ähnlich  wie  S.  476  Anm.  7. 

7)  I.  entweder  nin  [voj  puoto  (G.)i  oder  diq  pucyta  (=  zielt). 

8)  1.  algunaa  (G ). 

9)  1.  et  [eo]  qaal  tiempo. 

10)  a^idenre  wie  auf  der  folgenden  Seite  votn  Schreiber  verlesen  fUr  ocgidente. 
Ea  int  hier  entweder  eo  vorzusetzen,  dai  der  Kopist  wegen  des  voratiagehenden 
pooea  Übersehen  konnte,  oder  auzuDebmeo,  dass  vor  dem  Anlaut  o  bezw.  a  die 
Präposition  a  ausgelaaseo  ist  (vgl.  S.  462  Anm.  5  und  8.474  ABm.7). 

32* 


■Mi  voiiB  por  aqaal 

laRasas  qae  lern  faamjr 
otn  naoa  aj  por  qo»  ■■!!■■  de  orianta 


1)  TfL  Ä.  477 

2)  ?gi  a.  462 

3)  L  k 

4)  Vs>>  KnM  &  512. 

5)  B.:  JicMs  L  iMe??   Der 
liaCM  MBr  &  achcai,  4tB  nracoadMB  nach  n 

tcÜM.  wnl|r  Zatrsan  n  Hiacr  Ka^pdktar  n  kabam.   Irii  mAiM^  folgeadc 
aft  ror:  Et  p«n  qoe  astea  laa  <Mraa  qw  «w  aa  ■■«>«■  et  q^  [aoa]  fieaaa 

qoe  aya  ocr»  cm 

qw  fiHS  oalo;  dUkh.  der  die  nbewegfitbea  8«ene  tase.  Mdae  KoaJdEtv, 
vird  bekräftigt  doreh  dea  Satz:  Mas  laa  oCras  etlreUaa  qoe  lieaa  el  eielo  qam  da 
aa  diebo  aoo  Iz»  qae  non  ae  maenaa  (foL  16^).  Der  adita  Htaael  aoD  dia 
flmarsa  tngtm,  von  einem  Tra^o  der  ■brigea  Bteael  iai  sieht  ^e  Bede.  Ober 
dkl  LSf«  daa  achten  Himmel«  zn  den  andern  sagt  D.  Joan  (foL  14>>  Mitte):  ei  ciaflo 
•B  qoe  aaifao  lat  estrellaa  qae  non  andan  es  mas  alto  qae  todos.  Aadi 
Dante  (ConriTio^  tragen  die  sieben  anteraten  Himmel  die  Planetent  xa  deneo 
Sonne  and  Mond  geboren,  and  der  achte  irigt  die  Fixsterne  (vgl.  Gaspary, 
aeliicbte  der  haUeniachen  Litteratar  I  249). 

6)  1.  paeden. 

7)  I.  tomaraa. 

8)  Hier  fehlt  (gemäaa  S.  462  Anm.5j  a  vor  andar,  wihrend  ea  einige  Zeüan 
vorfter  tUnd. 


OD  Joan  Masael,  £1  Libro  del  Cauullero  et  del  Escudero 

nen^e  mala  Ventura*},  Et  avn  que  delaa  cosaa  que  acaee^en  que 
ayan^)  miedo,  en  guisa  lo  guarda  que  todoa  cuyda')  que  lo  i'aze  (jor 
seao  mas  que  por  miedo.  Et  el  medroso  ha  esfuer^o  quando  lo 
deue  auer,  et  miedo  quando  lo  deue  auer.  Mas  quando  pleyto 
a  guisado,  pura  lo  poder  acabar  non  se  esfueri^a  quanto  deuia  et 
faze  los  fechos  a  miedo.  Et  por  ende  non  acaba  quatito  podria  de  bu 
pro  et  BU  onra.  Et  quando  acaes^e  alguna  cosa  de  que  deue  auer 
miedo,  non  lo  puede  encobrir,  Et  por  ende  esfuerga  alos  contrarios 
et  pone  miedo  alos  auyoa.  Et  asi  podedes  entender  quanto  grant  de- 
partiiniento  ha  cntre  el  esforgado  et  el  medro&o.  Et  por  vob  eodes 
cauallero  man^ebo,  tengo  que  esto  vob  cae  de  querer  eaber  et  apren- 
der  mas  que  otra  aciengia.  Et  otrosi  por  que  so  yo  mucbo  an^iano  et 
bi  et  passe  por  mucbas  [f.  14*J  cosas  en  fccho  de  caualleria,  tengo  que 
puedo  fablar  en  ello  con  verdat,  et  mas  compiida  ineote  que  sQien^ia*) 
que  oviease  meater  grant  aabiduria  et  grant  studio^  et  que  oviase^) 
aprendtdo  de  muy  bueoos  maestros.  Et  lo  que  deuedea  tos  entender 
por  vuestro  entendimiento,  que  es  meater  para  vos,  responder')  a  eato 
que  VOB  preguntades  que  cosa  son  los  giellos.  Ca  muchaa  cosaa  ha  en 
loB  (ielloB  que  ae  pucden  entender  por  entendimiento  de  omne,  avn 
que  otro  maestro  non  gelo  muestra,  Et  otras  coaaB  ha  en  elloa  que  ae 
non  pueden  aaber,  que  ai  otro  non  gelas  mostrare.  Et  por  que  esta 
aabiduria  non  ae  llcga  nin  punto')  a[  catado  de  caualleria;  delo  que 
omne  a  de  aprender  della  de  otri,  non  vos  sabria  dar  recabdo.  Maa 
lo  que  yo  ende  se,  es  per  que  lo  aprendi  andando  aiochas  nochee  de 
noche,  et  madurgando  atgunas  vezea  por  guerras  et  algunaa  por  ca^a 
et  veyendo  las  vnae*)  estrellas  en  quäl  tiempo  nagen  et  quäl")  tiempo 
se  ponen,  Et  commo  el  eol  et  la  luna  et  las  otras  ^ineo  estrellas  coramo 
aalen  en  Oriente^  Et  commo  se  ponen  agidento'^)  asi  commo  las  otras 


1)  C«8t.^  doc.  161/>':  bu6D  esfuerso  veooe  mala  Tentnra.  Arcipr.  d«  Pita  150. — 
Frisch  gewagt  ist  halb  gewonnen. 

2)  l.  aya. 

3)  I.  cuydan. 

4)  I.  [en]  scienfia. 

5)  1.  ovieB8€(?) 

6)  1.  [qiiäero  vos]  rcsponder.    Grund  ähnlich  wie  S.  476  Anm.  7. 

7)  1-  entweder  nio  [vd]  punto  (G.)i  oder  nin  punta  (=  zielt). 

8)  1.  algüoaa  (G }. 

9)  1.  et  [en]  quäl  tiempo. 

10)  a^ldeare  wie  auf  der  folgenden  Seite  vom  Schreiber  verlesen  für  ocQidente. 
Es  ist  hier  entweder  en  vorzusetzen,  da»  der  Kopist  wegen  des  vorauagehenden 
ponen  Uberaeüen  konnte,  oder  anzuiiebmen,  daas  vor  dem  Anlaut  o  bezw.  a  die 
Präposition  a  ausgelassen  ist  (vgl.  S.462  Anm.  5  und  8.474  AQm.7). 

32* 


IHO 


H.  GrXfeDberg 


dniil«!  |ir«fftinfnn  non  <\u9,  ot  mno  miBmo  vos  digo  agora,  qne  raa  pre-  i 
lliliiU  OM,  ([un  <*i}Nii  noii  Ion  ak>ni(3Dto8,  et  otra,  para  pue  fueron  fecbos. 
Ki  rnunhiiN  vogmiiH  von  hu  dioho  en  atras  preguntas  que  me  feziestes, 
i]U(i  Htm  iMtri^n^n  i{uu  OHüi»  pi'oguntae  quo  me  fazedes,  que  nio  fazia 
MVON  tn^ll^tlll  do  nii'liiM  proifuntnr,  niti  pertene^ia  ami  deuos  responder 
nrlliiN.  Kl  ooinitH)  quirni  (^iio  yo  crco  que  lo  fazedes  a  [f.  14<^]  buena 
untitnvlnii,  Niibot  qim  ho  inuy  graat  revello  que  abre  de  fincar  oons 
borf(UiniVA,  quo  por  avontura  non  vosM  responder  tan  complida  meote 
COmmo  VON  MVdtdoB  inaitor.  Et  aaP^  enla  repuesta  oviere  algun  yerro 
por  avDntura,  que  »o  to«  aeguira  ende  daiio.  Ca  enel  oyr  et  enel 
fiiblur  oonl«^*  aai:  nvn  quo  omne  diga  mucbas  bueoas  Bazones,  ai 
tlit«  enlra  alias  alguua  quo  noa  aea  taa  bueoa,  maa  parao  loa  om- 
Koa  mlanlaa  an  aqurlla  quo  ooo  es  tan  bioa  dicha,  que  oon  ea  tod«a 
Ua  olraa  |>or  bitM  dioliaa  qaa  aaan.  Otroai  el  qae  oje  alguna  eoaa,^ 
<M  a»i(aUda  iiHmt*  fMiido  to  ojr«  algiino*)  de  quieo  qviera  apren- 
ilmr,  »t  aqa«)  qu^^U  maatra  qoq  fabU  ea  aqaella  eosa  moj  rerdadera 
HM^ahi  al  nny  tomfkidm^  aa  wmij  granc  dafta  «1  qveka«)  de  aprender. 
Ofe  iiiitfw  iMM«  «R   tqiilUi  talMfMi   Sl  eajdaim  ^oa  aabe   kk, 

««NM  MMHia  «MI  laA  Mm  ■>■■■  adiaA  Bcata;    Ca  et  q«e 

f«e  «Aita  k  mm«  <^«a  la  iiii>ia  et  atfft  )a  ^«a  Sm^  Em  al  ^«e  «j«  j 
C^lMMaMwIMaa  i»«»  ae  faM  ¥ia  #  «I 


DoD  Juan  ManaeL  Et  Libro  del  Caualtero  et  de!  EBCudero 


481 


ellos  cuydaren,  fallaren*)  que  son  peoree.  Et  por  que  Bon  asi  malos, 
los  defiende  dios  et  la  ley.  Ca  muchas  cosaa  aj  que  son  defendidaa 
por  que  bod  malas,  Et  otras  que  noD  sod  malas  si  non  por  que  bod 
defendidaa.  Et  otras  cosas  ay  que  en  cuydandolas  pare^en  bien,  et  de 
que  bieo  cuydaren  enellag^  fallaran  que  son  mala»,  asi  ßommo  si  vn 
serlor  quo  troxiesse  au  consejo  et  au  fazienda  muy  mal  errado,  et  man- 
daselj  algun  8U  vaaallo  que  feziesae  aiguna  cosa,  que  fuesee  el  vasallo 
(;ierfo  que  era  su  deserui^io  o  eu  dailo.  Tal  fecho  commo  esto  o  bub 
öemejantes  parescen  luego  bien,  en  quanto  pares^e  que  faze  omue 
mandado  de  au  aeiior,  inas  quanto  en  el  mas  cuydare,  ei  lo  entendiere 
derccba  menle,  fallara  que  es  mal.  Ca  non  deue  omne  fazer  cosa  que 
eea  dailo  de  su  seiior  por  cotnplir  au  uoluntat,  fasta  que  sea  en  tal 
estado  que  entienda  lo''')  que  nianda  lo"^)  que  es  en  su  eerui^io.  Et  el 
vasallo  que  otra  guiaa^)  lo  faze,  cae  en  tan  grant  yerro  quanto  grande 
es  el  dano  que  el  aetior  Regibe  por  complir  su  voluntad  et  su  manda- 
miento.  Oiras  ay  qui?  parescen  luego  malaa,  et  de  que  en  ellaa  cuy- 
daren, fallaran  que  aon  buenas,  asi  commo  si  omne  ve  que  su  seilor, 
faze  o  quiere  fazer  muy  grant  au  daiio,  toda  cosa  que  el  buen  vaaallo 
pudiere  fazer  por  que  el  senor  sea  gradado*)  de  tomar  aquel  dano, 
avn  que  sera^)  quel  pesara  ende,  non  deue  dexar  de  fazer.  Ca  commo 
quiera  que  paresQO  mal  en  fazer  omne  contra  uoluntad  de  au  sciTor, 
pudiendo  el")  partir,  mucho  peor  es  complir  su  uoluntad  en  raanera 
quel  venga  ende  dailo  o  desonra.  Et  por  que  todaa  las  cosaa  [f.  15>>j 
se  fazen  por  lo  que  omne  oye  o  por  lo  que  dize,  segunt  que  ya  vos 
he  dicho  de  auao,  por  ende  queria'')  que  me  preguntasedes  talea  cosas 
quelas  sopiease  yo,  por  vos  pudieaae  fablar  en  ellas  en  guisa  que  tin- 
casse  ende  sin  verguen^a,  et  avos  veniesse  pro  en  oyrlas  et  aprenderlas 
de  mi.  Mas  esta  pregunta  que  me  fazedes,  que  cosa  son  los  alementos 
et  para  que  fueron  fechos,  bien  entendedes  vos  que  seria  muy  grant 
marabilla  si  yo  pudiesse  aella  responder  complida  mente.  Ca  esto  per- 
teneagia  a  omne  muy  letrado,  Ca  eato  es  aijien^ia  et  muy  sotil  et  muy 
graue   de  fablar  enella  omne  por  au  entendimiento.    Pero  segund  lo 


1)  1.  fallaron  (Futurum),  wie  einige  Zeilen  weiter  und  gegen  Ende  des  Blattes; 
falEaren  ist  durch  das  unmittelbar  vorhergehende  cnydaren  veranlasst  worden. 

2)  Eines  der  beiden  lo  ist  zu  tilgen  (B.) ,  oder  es  ist  et  vor  das  zweite  su 
setzen. 

3)  l.  [en]  otra  gnisa,  entsprechend  en  ninguna  gaisa  15  S  15^. 

4)  1.  guardado ;  vgl.  S.  466  Anm.  3. 

5)  1.  sepa  (G.)-    Verwechselung  des  langen  r  mit  p  vgl.  auch  S.  447  Anm.  5. 

6)  1.  pudiendolo  departir  (Q.) 

7)  1.  querria. 


fomtfmy 

ÜMf»  ft  d  Mjn  «t  d  a^tt  t*  k  tiem«  £l  fw  «ebb  mam  «i 
«Mrfis^,  qMad»  4iM  Im  crio,  de  ^fnmiam  warn  a^Km,  El 
f««No  ■oattro  tdbr  tobiare  por  biea  qva  dares,  faa  accma  d 
dfa  flMM  easpafftot*  Bi  far  a»da  laaga  ^aa  aa  awer  ddetkai 
itio  tara  aoauM  al  i|a«ado  tera  la  «alaaiad  de  dia^  Otma 
foaraa  ftcboa,  la  Rasoe  et  etia:  taaga  qae  faeroa  fe^oa  paim  qaa 
mnnUnido  el  moo^o,  Et  por  4|aa  ta  eafeadrea  at 
otona«  ai  Im  ftnimalia«,   ai  toda«  la«  olraa  eenu  qae  aaa 
dan4M,  ao  por  ellot  lida  et  mantenimiento,  et  por  qne  aea  i 
^  loado  do  todos. 

OapitoloXXXVn*,  commo  el  eeoallero  aoyiano  reepoode  al  i 
noael  qoa  €Ota  eon  lai  planeta«^). 

Alo  Cjoe  nie  preguntaste«  que  cosa  son  las  planetas  et  laa  oteaaj 
aitrftllaM  ot  para  quo  fueron  fechas^  ami  seoieja  que  esta  pregonta  aon  | 
do«,  [f  K)"]  Hion  att  eommo  la  otra  pregunta'j  qae  me  fecieetea  faata 
aqui.  Ri,  fijo,  ya  tob  ho  dicho  muchas  vegadas  qne  eatas  pregwttas 
quo  ton  dß  K^ionyi&i  tan  eotiWjg  et  tan  eatraüas,  que  non  cae  aros  de 
mola«  proguntar,  nin  ami  de  uoa  las^)  responder  a  ellas.  Ca  ya  agora 
grant  vorgucvnQa  iie  me  faxe  de  vob  lo  dezir  mas,  Ca  non  a  cosa,  por 
bten  dicha  qu»  ««m,  <|U0,  ay  muchaB  vegadas  ee  dize  vna  eo  por^)  otra, 
c|uu  io  noci  onojo  dvllu  ol  que  la  oye.  Et  por  ende  dizon  que  el  que 
algtina  conu  ({uiere  moatrar,  que  lo  a')  dezir  en  manera  que  plega 
oonollu  alni)  que  In  an  do  apreoder,  Otroai  que  la  diga  en  tiempo  qnela 
puedan  («ninnrlor  dt  i^uydnr  onelto  et  non  en  at,  Et  otrosi  que  lo  diga 
atalei  ((uo  ontiondan  lo  quo  les  dize  aquel  quelos  quiere  mostrar. 
HoiTutada  monto  Oitn  iO  dcuo  catur  mucho  enloa  que  crian  et  castigan 
aluN  mni;(m  c{Uo  aon  do  grant  linnge,  aai  oommo  de  Reya  o  de  grandes 
■oilorot).  Vax  vnn  dollaa  ooaaa  por  que  pueden  eeer  bien  criados  et 
liinn  aco«(uul)rudoH  fijos*)  deloa  grandes  aenores,  es  que  aquellos  quelos 
eaitJgan  soan  do  buonu  Hazuii  et  do  buena  palabra^),  Ca  los  fijos  de 


i)  Vgl.  U)d.  Hisp.  De  oat  rer.  K«p.  XIII  uod  XXIV. 

*J)  I.  !■•  otra«  pregttotas. 

S)  111g»  Im.  Der  Srbreiber  tron  S.  34  hat  eben  dem  melaa  preguatar  ia  der 
Dn$tnikt1on  Üholicht^n  Ausdruck  «chreibca  wolleo  (uoa  Im  tetpoader),  %hm 
•ehllMaU^  noeh  Um  Richtig«  erkannt. 

i)  I.  ••  po«  otra  {\.l.) 

%)  Vgl  8.  4$)  A«m.  V 

%)  l  (Im)  lijoa.  Df^r  $ehr«iber  nag  dea  Artikel  wagM  des  mthwgrtwin 
Meiaabudioa  IWievhro  hatu«. 

T>  D.  JMS  Maaaei  aiwM  Um  Qekgeaheil,  mIm  Orfiafcaa  »«  dto  Ek 


Don  Jaao  Haooel,  El  Libro  del  Catmllero  et  del  Escudero  483 

los  grandea  eefiores  en  ninguna  guisa  non  deuen  seer  feridoa  ntn  apre- 
miadofi  eommo  los  otros  omnea  de  menores  estados  ^).  Et  por  eode 
teogo  quelos  qtiotos  an  de  criar,  que  les  sepan  dezir  tan  buenas  razonee 
et  en  talee  tiempos,  por  que  ayan  sabor  de  aprender  las  coaas  por 
que  valdran  luas,  et  se  partan  de  las  costumbrcs  et  detas  coeas  que 
les  podrian  enpe^er  alas  altnas,  et  aloa  [f.  15<^J  cuerpos  et  alas  fazien- 
das.  Et  aeilalada  mente  loa  denen  eoformar  en  tres  coaas:  la  primera^ 
en  amar  et  en  temer  adios^).  La  aegunda,  que  se  paguen  de  estar 
aiempre  con  buenaa  oompailas  et  non  »er  apartadizoa^),  La  ter«;era, 
que  sean  bien  acostumbrados  en  conaor  et  en  beuer*).  Ca  todae  lae 
otras  coaas,  si  dioa  non  las  da  a  omne,  non  las  puede  aver.  Ca  bien 
'entendedee  tos  qae  de  ningun  maestro  non  puede  omne  aprender  de 
Beer  esforgado  nin  las  otras  maneras  que  omne  ha  de  aver,  ai  dioa 
non  gelo  da  o  el  non  las  ba  de  auyo.  Et  commo  quiera  que  el  oaetiga^) 
con  premia  non  lo  an  mester  loa  seilores  que  aon  de  grant  aangre,  ai 
non  en  quanto  son  mo^os  alo  mas  fasta  quatorze  ailoa,  Pero  dende 
adelante  ea  les  mas  mester  que  faata  enton^e,  que  esten  conellos  omnes 


xiehung  der  Söhne  grosser  Elerren  ku  entwioketn  und  hierbei  vomebmlicb  deo  Stand- 
punkt dea  Erziehers  za  beleuchteo.    Diese  Stette  giebt  im  Veroin  mit  dem,  was 
\D.  J.  M.  über  den  gleicben  QegeDstand  Est.  Kap.  67  und  95  sagt,  ein  treffliebes 
[Bild  von  der  Erziehung  des  vornehmen  Koabeo   in  jener  Zeit  und  eine  passende 
[Ergänzung  zu  der  Abbaudlung  seines  erlaacbteo   Oheims  Alfonso  X  in   dessen 
Part.  II  Tit  I  Ley  II  ff. 

1)  G.Luc.  XXI:  Noo  caatiguea  al  moso  maltrayendo,  Maa  dile  palabras  oon 
qae  se  vaya  apiaciendo. 

2)  Gotiesliebe  und  Gottesfurcht  werden  als  Grundlagen  der  Erziehung  bin- 
gestellt,   ihre  Notwendigkeit    Überhaupt    aUgemeio    anerkannt.    L.  inf.  I  (265 j$). 

I  B.  Lull  XVII  ^:  En  lo  comen^ament  coae  demanar  al  acuder  qui  vol  esser  caualler 
}ti  ama  ni  tem  Deu:    cor  »ena   amar  et  tembre  Dea  niiyl   bome  no  es  digne  de 

encrar  en  lorde  de   cauayleria,   et  temor  fa  duptar  los  fatliments  per  loa  quals 

cauayleria  pren  desonor.    Diac.  der.  8.  34. 85.    Part.  II  Tit.  VII  Ley  IX.   Fita  225. 

230.    Sem  Tob.  88.    Gast,  ö  doo.  9t/?,  92/!?,  177/?,  189o,  192a.     Cav.  Cifar  177. 

184.  205.  207.    Gast,  y  dotr.  261  l.   Boc.  de  oro  X^i,  XIV»i,  LX^i,  LXXIY«»». 

Flores  de  fil.  15.  59.  76.    Moses  V  6  5.    Zur  rabb.  Spruchkde.  57.    Spr.  Sal.  I  7. 

IX  10.  in  7.  vm  13.  X  27.  XIV  2.  26.  27. 

3)  Estados  181:  Otrosi  que  le  plega  de  estar  coo  las  gentes  en  loa  tiempos 
que  lo  debe  facer,  et  non  aer  apartadizo,  nin  se  eatar  nin  haber  afacimiento  con 
malaa  companias  nin  eon  homes  viles.  —  Zur  rabb.  Spracbkunde  89-  Rabb. 
Btumenleae  31. 

4)  Est.  1  Kap,  6:  et  por  ende  ba  muy  mester  bome  que  aea  muy  bien  acostam- 
brado  eo  comer  et  en  beber  et  en  fablar.  L  Inf.  267  a  uud  ß.  Part.  II  Tit.  IV 
nnd  V.    Gast,  y  dotr.  283  VT.    Journ.  a«.  V  75.   Prov.  Sal.  XXHI  17.  XXXI  4.  5. 

5)  I.  castigo  (Subst). 


4M4  S.  GrXfenberg 

bunnoi  ot  ouordoi  et  leales,  por  que  los  oonsejen  en  tal  g^isa  qne 
iiimitimifiin  Ian  huontt»  oostumbres  enqoe  fueron  oriados,  Et  asi  oommo 
nnargn*)  tm  Ion  dias,  que  asi  catan  en  ellas.  Et  algunas  vegadas 
noaoNgn  quo  conio  quioro  que  los  mo^os  aean  bien  eriados  mientre  qae 
Noii  |)fiquoiloN,  quo  dotiquo  comienyan  a  entrar  enla  man^ebia  affiieUan 
inuohoN*)  iUN  coHtumbros  OD  sus  fasiendas,  si  aquellos  que  oonelloe  bod 
iioii  li)i  MHcan  dollo  ooo  buenas  Razones  et  oon  buenoa  consejos.  et 
»in  dubda  qunndu  los  grandes  Beitorea  son  en  tal  edat,  en')  bq  fazienda 
tm  mayor  poUgn>  quo  en  ningun  tiempo*).  Ca  los  maa  de  los  qne 
oonDlloN  biuon  non  catan  ai  non  por  adobar  au  pro  conelloa,  Et  por 
auitf  man  «u  talante  loanlea  et  couaejan  loa  todo  aquello  en  que  paeden 
aui^r  |f.  Ut*|  mayor  plaior.  £t  por  que  la  Toluntad  dolos  omneB,  et 
•oAnlada  in«»nl«  doK^  nu^>«.  es  aienpre  maa  aparejada  a  eomplir*)  qae 
a  oatar  )H)r  »u  pro  et  au  onra,  aiguen  ante  conaejo  deloe  qne  loa  oon- 
•i\)nu  m»u  uoluutad.  quo  d<»lo8  que  los  conaejan  lo  qoe  lee  cnmple  maa 
d«k  (^«or*1  Kt  |H^r  <Mta  raion  los  que  leal  mente  aman  an  pro.  non 
pU0d<»»  tinc'ar  «smolKv»,  et  an  afincar  en  poder  de  aquellos  qne  non 
<Nkfan  »y  non  lan  s\^la  mte^nte  el  pro  desi  mismod^  Et  qnaado  por  estoa 
waKv»  o\^nsij»Ji\^  1«ni  tii^no  aljevn  enbargo  en  sns  lasiesdas,  aqveUos 
sn«  walvv»  c\«nsipjkn>«  eatan  K>«  aebaqne^v  pars  se  paitir  d«lloe  Et 
d<H\an  KvK  on^i^  ii««i)H>  d<^l  ma»  mestw.  Ca  elk»  non  ellos  non*^  les 
aiManan  |svr  awvvr  T««>lad<Nv  nia  kal.  »  non  «n  qnanTo  Canan  de  sn 

ab;r*  K^^v^^i^*,  **>  ab:;»  a  vj^^d^  fi*»  »;:i#  »  rw^ii  «ra«  esiendar 

^yncy«  »v\\^  <*?"-'   *;«  »rrv  «  ;■.*  v-A*rirt?  htj  *»«.  Er  «♦:!»  feeres 

<**  j^*»  .^x:   •;*  vV*s«f.v  ^.:*ii  Ä  *«ftil  atÄar«     fc  ;•»*  fijca  a  «i  -Sos 

$;     .     j*.    AMT    HHai. 

4,    ',     bt.  C^  -      /■<  M  *;iwt  imigv   >»  r-AiniBÜ  nt  u«  pw  «ra  äf  •»(^f''-« 


DoD  Ju&Q  Manuel ,  El  übro  del  Gaoallero  et  del  Escudero 


485 


^ 
^ 


tanta  mer^ed  que  los  quiera  et  guiar  se^)  por  au  coneejo.  Et,  fijo, 
todas  eatas  cosas  uos  digo,  por  que  yo  que  so  mucho  an^iano  et  vis- 
que  con  muchos  setlores;  vi  sienpro  que  loa  mas  deloB  seiiores  que 
ßucaroD  mo^os  cayeron  en  eate  yerro.  Et  por  que  passe  por  ello  et 
lo  vi,  uos  puedo  Fazer  enello  gierte  et  verdadera  mente.  Mas  enlo  que 
me  preguntastes  delas  eatrellas  et  detas  planetas,  t>ien  enteudedea  que 
aegund  [f.  Iß*»]  llazon  non  vos  deuo  yo  aello  Responder  compHda 
mente.  Ca  la  acien^ia  et  la  arte  delaa  estrellas  non  ae  puede  toda 
aaber  por  entendimieato  de  omnea  en  tau  poco  tiempo  commo  enel  que 
agora  los  omnee  biuen,  Et  otrosi  qou  la  puede  aprender  otri  ai  non  el 
que  ea  muy  letrado.  Et  asi  por  estas  dos  Razones  non  la  puedo  yo 
aaber ;  Et  como  quter  que  yo  mucho  angiano  aea,  non  puede  ^)  en 
mi  tiempo  ver  niu  entender  todo  el  movimiento  del  giello,  por  que 
pudiease  entender  loa  curaoa  et  los  movimientoa  et  loa  feebos  et  las 
coaas  que  se  fazen  por  la  virtud  que  dioa  puao  enlaa  estrellas,  Et 
otroai  por  que  yo  nunea  non  lo  pude  aprender  de  otri.  Et  por  ende 
non  Toa  marabilledeB,  ai  uoa  non  Eespondiere  aeato  complida  mente. 
Pero  aquello  que  yo  entiendo  dezir  vos  lo  he.  ya  deHuao*)  voa  dixe 
que  en  loa^)  avia  siete  eatrellas:  et^)  el  aol  et  la  luna  et  otraa  ^inco, 
et  estaa  aiete  quo  andan  de  Oriente  acgidente*),  asi  commo  laa  otraa 
estrellas,  et  esto  es  por  quelas  tieua  el  gielo  enque  andan  todas  laa 
eatrellae.  Mas  el  au  mouimiento  natural  de  las  siete  estrellas  es  de 
oci;;ideDte  a  Oriente,  Et  digo  voa  et  tengo  que  estaa  aon  laa  planetas. 
Mas  lae  otraa  estrellas  lieua^)  el  gielo,  aegund  que  de  auao  ea  dicho, 
aon  laa  que  se  non  mueuen  et  aon  pueataa  asemejanza  et  en  nombre 
de  algunaa  co»as  a  que  semejan  por  la  calidat  que  a  eoellaa,  et  aon 
caaas  et  posaadaa  delusdelaa^)  otraa  planetae,  por  que  quando  llegan 
aellaa,  se  faga  enlaa  cosas  de  yuao  dellas  aegund  la  virtud  et  el  poder 
que  dioa  puso  enellaa^),  Toda|f.  16'=]via  commo  fuere  uoluntad  de 
dioB  que  ae  oumpla.  Et  otroai  la  RazoQ  por  que  fueron  fecbaa,  tengo 
que  ea  para  alumbrar  el  dia  et  la  noche,  Et  el  aol  el  dia,  et  la  luna 


1)  ].  qae  loa  quiera  guiar  oder  qne  los  quiera  et  guie  oder  goarde. 

2)  1.  pude. 

3)  Vgl.  Kap.  XXXV  8.  478. 

4)  I.  los  [aiete  oiellosj. 

5)  Es  ht  nieht  njitig  et  zu  rilgeD  (wie  B.  will),  da  Aafzählangen  öfter  mit  et 
begiDDen.    Man  setze  Komma  oder  Doppelpunkt  vor  et. 

6)  Vgl,  8.  477  Anm.  10. 

7)  1.  [qaej  lieaa. 

8)  Tilge  delas  eiomalf 

9)  Vgl  8.  479  Anm.  2. 


486 


S.  Gräreoberg 


et  las  otras  estrellae  la  noche.  Et  para  que  se  crien  et  se  mantengan 
las  criangas  que  aon  deyuao  della«  por  la  uirtud  et  el  poder  que  dioa 
en  ellae  puao.  Et  sobre  todo  por  qae  sea  loado  nuestro  seilor  dios  por 
la  grant  uirtud  et  el  graut  poder  que  en  ellas  pueo,  Et  por  la  grant 
boudat  et  grant  eabiduria  que  mostro  que  ha  en  fazer  tan  graut  et 
tan  buena^j. 

Oapitulo  XXXVIIP,  commo  el  cauallero  anciano  Reeponde  al 
cauallero  nouel  que  cosa  es  el  omne. 

A  lo  que  me  preguntastes  que  cosa  es  el  omne,  et  para  que  fue 
fecho,  asi  commo  otras  uegadaa  vos  dixe,  todas  vuestras  preguntaa 
que  me  vos  fazedes  sou  dobladas,  et  eso  mismo  es  en  estu,  et  la 
pregunta  ensi  pareage  ligera,  pero  quieo  bien  quisiere  cuydar  enello*), 
non  fallara  que  es  tan  ligera.  Ca  en  quanto  el  omne  es  cosa  qae 
pares^e  todo  el  dia  el  su  cuerpo  et  las  sus  nianeras,  pare^re  mas  ligero 
de  Responder  que  cosa  es,  que  non  los  angeles  nin  el  parayso  nin  el 
infierno  ein  las  otras  coeas  a  qui')  vos  he  ya  Respondido  asi  commo 
yo  entendi,  Mas  que  enel  omne  ha  otras  cosaa  que  non  parea^en»  es 
muy  fuerte  cosa  et  muy  graue  de  Responder  atodo  lo  que  enel  es.  Ca 
ein  dubda  non  ha  cosa  enel  mundo  en  quelos  oranes  tanto  se  engaüen, 
et  es  muy  sin  razon.  Ca  quanto  omne  es  mas  lueno  de  la  cosa,  tanto 
es  menoB  gierto  della,  Et  quanto  es  mas  eerca,  deuia  ser  mas  ^ierto. 
Et  [f.  Iß'^j  asy  non  a  cosa  de  que  el  omne*),  Et  por  ende  lo  deuia 
conoB^er  mas  que  a  otra  cosa.  Et  si  bien  quisierdes  cuidar  enello, 
fallarcdes  que  non  es  asi.  Ca  non  tan  sola  mente  yerra  el  omne  eo 
coQOB<g;er  a  otro  omne,  ante  yerra  en  conoeeer  asy  mismo.  Ca  todoe 
Be  precian  mas  o  menos  de  quanto  deuen,  o  cuydan  que  son  en  mayor 
estado  o  en  menor  de  quanto  es  la  verdat.  Et  sin  dubda  este  es  muy 
grant  yerro  et  muy  daiioso.  Ca  si  el  omne  non  cognoege  su  estado, 
nunca  lo  eabra  guardar,  Et  si  non  lo  guardare,  todo  su  fecbo  traera 
errado.  Et  los  estados  son  de  tantas  maneras,  que  lo  que  pertenes^e 
al  un  estado  es  muy  dadoso  al  otro.  Et  bien  entendedes  uoa  que  ai 
el  cauallero  qutsiere  tomar  estado  de  labrador  o  de  mencstral,  mucho 
enpesge  al  estado  de  caualleria,  et  esso  mismo  si  estoe  dichoa   tomao 


1)  K  baena  [obra], 

2)  I.  eoella. 
9)  I.  &  que. 
4)  Hinter  omne  fehlt  sicher  etwas.    Am  besten  ist  zu  leoen:    Et  asy  noo 

cosa  de  qne  el  omne  [sea  mas  cerca  que  det  omne].  Et  por  ende  lo  deaia  oooosfer 
mas  que  a  otra  cosa.  Das  passt  in  den  ZuBaumeuhaDg,  and  überdies  lisst  sieh 
der  Fehler  des  Solireibers  durch  das  zweimalitfe  Vorkommen  von  omne  erkl&reo. 


I 


I 


Don  Juan  Manuel,  C)  Libro  de!  Oanallero  et  del  Escudero 


estado  de  caualleria.  Otrosi  si  el  Rey  toma  manera  de  otro  omne  de 
menor  estado,  qua  ©!  mucho  yerra  al  su  seiiorio.  Ca  eeguDt  dizen  que 
dixo  vn  Rey  que  fue  rauy  eabio  que  avia  ya  mas  de  treynta  atuioa 
quaudo  comeoQO  a  reynar,  El  primer  dia  de  bu  Reynado  comen^aron 
todos  fablar  coneP)  asi  commo  ante  que  fuesse  Rey,  Et  el  dixo  les  a 
todoa  qae  sopieeaen  que  vna  coaa  era  Rey  et  otra  infante').  Et  pues 
estoe  qtie  gon  tan  cerca  touo  el  por  tan  alongados,  Syn  dubda  mas 
alongado  detie  ser  el  Rey  enlos  fechos  et  cnlas  obras  de  todoe  los 
otroß  estadoa  que  »on  menores.  Et  por  ende  la  primera  coaa  que  omne 
puede  fazer  ee  conos^-er  ea  estado  et  mantener  lo  commo  deue,  Et  el 
mayor  yerro  »juc  omne  puede  fazer  es  en  non  conos^er  [f.  17*]  nin 
guardar  au  estado,  Pero  fallaredea  que  loa  maa  de  loa  omoea  yerran 
en  eato  et  otrosi  en  conosger  aai  miatnoa  et  aaua  estadoa,  menor  mara- 
billa  ea  en  errar  en  conoager  loa  otros.  Pero  non  dexa  por  eaao  de 
aer  grant  yerro  et  rauy  daiToao.  Ca  raoy  grant  yerro  ea,  puea  el  omne 
puede  cono8<jer  et  conoage  vna  veatia  o  vn  auo  o  vn  cam^)  con  que 
?ae^)  vn  poco  de  tiempo,  commo  quier  que  nunca  le  puede  fablar^  En 
non  conoacer  al  omne  con  quien  fabla  todo  el  dia  por  grant  tiempo 
que  en  vno  duren.  Et  aai,  puea  el  omne  ea  de  tan  eatraoaa  maneras, 
noQ  uoB  deuedea  marabillar,  ai  complida  mente  non  uos  pudiere  dezir 
que  coaa  ea  el  oratio  et  para  que  fue  fecho.  Pero  aquello  poco  que  yo 
entendiere  dezir  uos  lo  he.  fijo,  el  omne  ea  vna  coaa  et  aemeja  adoe. 
El  en  si  ea  animat  mortal  Razonal,  Et  alaa  coaaa  que  aemeja,  es  al 
mundo  et  al  arbol  traatornado.  Et  ta  razon  por  que  ea  animal  mortal 
et  Razonal  por  que")  es  coinpueato  de  anima  et  de  cuerpo^),  et  el 
almti  Bo  faze  auer  razon,  et  por  la  razon  que  ha  maa  que  laa  otraa 
animaliaa  ea  omne.  Calaa  coaaa  naturalea  por  que  todaa  laa  animaliaa 
ee  an  a  mantener,  maa  complida  mcnte  laa  an  que  non  loa  omnea. 
Maa  loa  omnea  an  Razon  ^),  lo  que  no^)  an  las  animaliaa,  Et  por  ende 

f)  Vgl.  8.  438. 

2)  Boc.  de  oro  XLVI»». 

3)  1.  CAD. 

4)  I.  vna  oder  vao  (Perf.). 

5)  I.  [esj  por  que. 

6)  E«tado8  11  7. 

7)  C.  Luc.  II  (8.  429 /!f):  La  razon  fax  al  hoine  aer  bome,  aai  por  rasoo  oa 
61  bome.  Da«.  IV  (1370).  Eal.  I  34.  II  3.  7.  R.  Lull.  XIX':  En  quam  natural 
Corpora! ,  ayunt  bonrad*  e«  natura  en  loa  arbrea  et  en  les  beaties  con  en  loa 
homena:  maa  per  la  oubiütat  danima  ralionable  qui  participa  tan  aolamen  ab  lo 
cora  del  home,  per  ayao  natura  ha  major  virtat  en  cor«  buma  que  en  oora  beatial. 
Part.  H  Tit.  XU.    Cav.  Cifar  1Ö4. 

8)  I.  noo. 


486^  &CkilfBb«is 


el  cBDe  qmt  ba  bim  naon  ta  n  et  mmt  chbc,  Ei  ^nal»  a 
ddtau  tum  et  mokOf  oone  et  m  au  aflcfmdo  alw  ■■«■Um 
BOB  hsB^'  RuDB.  Er  por  qve  «•  cxnipnMBto  de  atan  «  ^ 
«MiBMne  qne  sea  aftcmal  qnaato  el  eaerpo.  fit  por  qae  i 
«t  fasae  «t  ent^  «i  ftcc  lat  ata»  f«ea£  arr  ooanDO  kc  [1  IT^j 
aBtataüas.  «  aBinaL  Er  an  por  eeow  Rbboomv  £ekai  Baigu  ^ar  «I 
oaBBe  «•  BBiBial  BaxoBal  laonal,  «obodo  die^  es.  Od«a  ai  mi Ja  al 
■KBÖa.  oa  vo^am  las  «ms  qae  »ob  «owl  bhebAo  an  «Bei  obbk.  fit  par 
«BÖe  disea  qae  ei  oauke  e»  lada»'  las  Hwaa.  Er,  fijo.  bIcbbo 
dedr  qae  bob  cc  Tcrdax  «ata,  Ca  c3  onae  bc«  m  fäodra.  aöa  «i 
BOB  Bf  axM.  BiB  cä  oaae  bob  a»  veBäa  am  are.  aöa  el  cmae 
ajra  am  acaa  ma  fiMgio  aia  lieRB,  aia  c2  cnae  bob  e 
diablo.  Pae»  aä  puta^g  qae  bob  e«  mdar  cae  ei  cvae  aea 
la»  OMas.  El  biea  «red.  £^.  qae  el  qae  es»  £zere  et  k> 
m  «KB  gvifia  qae  d' >  enia  «ar  grase  öe3  dar  ffuifaniii  a  apdaa  pra- 
g^BBiB»  qae  Bke  tq»  fegieaiea-  Ha«  2a  »aBeia  cb  qae  «aa&e  MWiija  al 
aiaado  et  e»  tioda»  lai  «wa».  c»  es  ena  anaen  qae  t'of  t»  da«.  El 
OMBe  et  fnedn  eB  te?  eaefpo.  Caas  cowbo  k  piedn  «  iiBeipa.  an 
d  <nne  e»  c«erpo.  Ocni<«i  aij  ookbo  el  ari>d  et  ka«  •raras  plaans 
B»cca  ec  cref«a  ec  as  ORado  et  eaT«c«C«B  cc  «e  dtiifwB,  höia  *■  d 
OMBe  Case  esta«  c««a«.  Ca  aa^  ec  ere^  et  ka  eirado  cc  eBTegene  et 
•e  deafaae  qaaado  le  par»  d  aisa  Citi  cvcrpA.  Oawä  nfiBini  lai 
Tcsda«  ec  lai  aaes  ec  las  ooBf  i-iaitTitf  &BeB  aL^eo  esRo  cc  nta  ■■  qae 
iier:e=  ec  ececdras'  e?  bize^.  bi-?c  as:  lo  fixe  ei  <>aue.  Os>iMi  viea 
BR  er&BX2B^  ^  ajre  ec  et  f«ee->  ec  el  älrza*^  e?  Ja  cecra  qxasTv-'  aü- 
Bfiecr^s«.  a.fi  e>I  os-e  a  «ea  si  q^;asr<:*  k^a*:-»!».  q^e  »:-x  ^  »zcre  ec  la 
co>ra  e?  U  r-r  f.  IT '  ma  ec  la  =A>cx>=ia.  Es  a«  cobuk-  ex  aa^«^  <a  ecaa 
wpir.Tz^  (ijz^  a^z^TB  a  de  arer  fr .  al  q^e  dio«  a3:a  »ervgd  scecv  qae 
p»:<r  qie^  Iss  o'tra^  cä-»  vciere  feeba»  ee<x  cserpo  ea  qaaBt^  d  a3»a 
wctiiier*  e^el.  :zrfz^;'.iz<t  aTer  la  r'-rria  de  parajso.  ssenpre  la  abra 
€:  n::::ca  atra  !:=.     £:  afi  c*:=:ro  el  diaclo.   qiie  et  co»  s^cnaaL 


L    Ltr  >:bT^Z'i:  u,'.  ri^Lieiö:  3.zr  ^x-!  a*»  h.a.  Km»  «ckm>ea  w^L«.  «her 
i'':<r<<£'*c.  du*  «r  kc*. ::  «c  ;*?  $«4*:ftrj«b<a  hAsce.  vottjcft  soa  ka  Ejtwa  ix  er- 

WTLT'JM.  -wi:. 


Don  Juan  Manuel,  £1  Ltbro  del  Cnuallero  et  del  Escadero 


489 


pttes^)  esta  en  las  penas  del  infierDo  por  sub  mere^imtentos,  asy  es  el 
alma  mal  aventurada,  que  por  las  obras  que  fizo  el  cuerpo  enque  ella 
estaua  mientre  que  fue  al  mundo,  mere^iere  auer  las  penaa  del  in* 
fierno  desque  enel  fuore,  nuQca  abra  redempcioo.  Et  aei,  fijo,  pododes 
entender  que  el  omne  semeja  mucho  al  mundo,  por  que  ha  eoel  todaa 
taa  cosas.  Et  por  que  todas  las  cosas  del  mundo  crio  dios  para  seruicio 
del  omne.  Otrosi  que  es  todas  las  cosas,  non  por  que  el  omne  sea 
toda8  las  cosas^  Mas  por  que  ha  parte  et  8emejan9a  en  todas  las  cosas. 
Otrosi  semeja  el  omne  al  arbol  traBtoreado,  Oa  el  arbol  tiene  la  Rayz 
en  tierra  et  depues  el  tronco  et  depuea  las  Hamas,  et  en  las  Ramas 
na^en  las  fojas  et  las  flores  et  el  fructo.  Ca  dela  buena  Rayz  sale 
buen  tronco,  et  del  buen  tronco  salen  buenas  ramas,  £t  de  las  buenas 
ramas  salen  buenas  fojae  et  flores  et  buen  fruto,  Et  del  mal  arbol  todo 
el  contrario.  Todas  estas  cosas  conte^en  enel  omne.  Ca  la  Rayz  del 
omne  es  la  cabe^a^  do  esta  el  meollo  que  gobierna  et  faze  sentir  et 
mouer  todo  el  cuerpo,  et  el  trooco  es  el  cuerpo,  et  las  ramas  aon  los 
miembroB,  et  las  [f.  17'']  fojas  et  las  flores  son  los  Qinco  sesos  cor- 
porales,  et  los  penaamientos  et  las  obras  el  fruto.  Et  si  el  meollo^ 
que  es  Eayz,  fuere  de  buena  complission,  Todo  el  cuerpo,  que  es  el 
tronco,  segund  Razon  deue  ser  de  baena  coraplission.  Et  si  el 
cuerpo  fuere  de  buena  complission  et  bien  egualada,  los  miembros 
otroBi,  quo  son  las  Ramas,  seran  tales  quales  denen.  Et  si  ellos 
fueren  bien  ordenados,  los  cincü  sesos  corporalea  et  los  pensamien- 
tos  seran  comptidos  et  faran  complida  mente  su  obra.  Et  si  el  cuerpo 
et  los  sesos  corporalea,  que  son  manera*),  fueren  bien  ordenados  et 
bien  complldos,  deuemos  crer  que  dios,  que  faze  todas  las  cosas  con 
Razon,  por  la  su  mer<;ed  et  por  la  su  piadat  querra  que  sea  y  puesta 
buena  alma,  que  es  la  forma  por  qne  faga  sus  fechos  con  Razon.  Et 
assy  fara  bueuaa  obras,  que  es  el  fructo.  Et  asy  por  estas  cosas 
semeja  al  arbol  trastornado.  Et  para  saber  el  mismo  que  obras  faze, 
el  que  cuordo  fuere  deue  cadal  dia  Requerir  ensi  mismo  que  son  las 
obras  que  fizo  aquel  dia,  tan  bien  delas  buenas  commo  delas  contrarias, 
et  acordar  se  commo  es  cristiano  et  que  deue  saber  et  creer  todos  ar- 
ticulos  dela  fe  santa')  eglesia^)  et  los  diez  mandamientos  que  dios  dio 
enla  ley,  et  las  obras  de  miaericordia  et  los  pecados  mortales.    E  los 


1)  1.  pueato.   B.  schlägt  para  sieopre  vor. 

2)  I.  que  aon  manera  [de  äores]  (B.)  oder  [de  fojas  et  flores]  wie  f.  17  **  oben. 
3}  1.  [de]  Santa  egiesia. 

4)  Hier,  wie  B.  thut,  et  los  eacramcntos  de  !a  fe  einzuacbieben,  halte  ich  ffir 
vollständig  gerechtfertigt,  denn  sie  werden  auch  auf  der  folgendeo  Seite  oach  den 
articutos  de  la  fe  aufgeführt. 


wrüakm  de  U  fe  boo  qoatorz«,  lot  lieie  perteDenca  al*  fivBiM,  £i 
Im  tiale  ala  bammiiidftL  Et  loa  siete  qne  peiteneecB  aU  dfaiaüak  «oa 
eitos:  El  primero,  deoemoa  crer  eo  di<M,  El  tegsado,  qo»  «•  pädia» 
El  tar^ero,  [f.  18*]  qoe  ea  fijo,  £1  quarto,  qoe  aa  ipirita  aaata.  Q 
qalatOf  qoe  crio  el  (tdo  «t  U  üerra,  £1  texto,  qua  per  la  aatta  fe 
caibolic«  et  per  laa  MaCa  aaemaMotoa  le  aataaa  la«  almaa  ak  wm 
donaa  loa  peeadoa,  Et')  seteoo.  qae  por  el  poder  da  diaa 
moa  et  abramoa  vida  pardarable  segand  naestroa 
baeoot  el  parayao  «n  eoerpo  et  eo  atma,  et  loa  maloa  eaal 
et  eo  alma').  Et  lot  «iete  qoe  perteneceo  ala  bomanidat  ton  eatoa:  El 
primero,  que  ieso  cristo  foe  coacebido  per  spiritn  aaoto  eoel  caorpo 
dela  Tirgeo  saota  maria^  El  »egoodo,  qae  na^io  el  della  verdadero  dioa 
•t  Terdadero  omoe,  Et  ^)  ter^ero,  qoe  foe  maerto  et  aoterrado,  El  qoarto, 
qoe  deaceodio  alos  infiernos  et  Baco  ende  alo«  padrea  aastoa,  El  qvinlo, 
qoe  reaogito  al  tercero  dia,  El  sexto.  qae  sobio  aloa  ^toa.  Et')  aataM, 
qoe  Tema  aiodgar  los  viaos  et  los  maertoa').  Et  los  saeraoiaotoa  dela 
fe  soD  siete:  El  primero  es  baptismo,  El  «egundo  confirmacion,  El  tar^aia 
al  caeq}0  de  iesa  cristo,  Et'j  quarto  peDiteopia,  El  quinto  la  poatreoaefm 
YOcioD,  El  sexto  ordeo,  El  septeno  casamieoto*).    Los  diez   manda- 


1)  L  », 

2)  1.  el  eofiertio  [eo  caerpo]  et  eo  sIms  eolsprecbeod  deo  vorhergelMadea  Wortanu 

3)  Vgl.  hiena  R.  Lull  f.  XXI  ^:  Los.  XUIj.  articies  soo  aqoeals:  Cranre  .J 
Deo  es  lo  primer  srticle.  Creare  en  lo  Pars»  et  eo  lo  Fiyl,  et  eo  lo  sa« 
soa  tres  articies.  E  cone  que  hom  eres  qoe  lo  Pare  e  el  Pill  et  el  sant 
sien  J.  Deu  eterDsIment  sens  fin  oe  comeo^ameDt.  Creore  qae  Deos  sia  creada^ 
de  tot  qaaot  es,  es  lo  sioqae.  Size  es  creare  qoe  Deo  sie  recreador,  so  quo 
qtis  baja  reemat  lo  bumaoal  linatge  del  peccat  qoe  Adam  e  Eoa  faereo.  8s 
es  creure  que  Deus  dara  gloria  a  aquells  qoi  soo  eo  paradis.  Aqaests  set  ar- 
ticiea  pertanyeo  a  la  deitat.  Aqoests  altres  .YIj.  pertaoyeo  a  la  bumamtat  qtiel 
Fiyl  de  Doo  pres  eo  oostra  dooa  saocta  Maria,  los  qaala  .VIj .  soo  aqoeats :  Creare 
que  Jbesaorist  fos  coocebat  de  saot  Sperit,  eoo  saot  Gabriel  saloda  oostra  Dooa, 
es  lo  primer.  Segen  es  creure  que  Jeauchrist  sie  oat.  Ter(  es  qae  sia  cracifficat 
e  mort  per  dos  a  saluar.  Quart  es  qae  deaaylas  la  saa  aoima  eo  iofero  per  de» 
liarar  Adam  e  Abraam  e  los  altres  profetes  qai  creyeo  eo  lo  sea  aoenimeot  ans 
qae  morisseo.  Sioqiie  es  creure  qae  Jhesucrist  sie  rossuscitat.  Size  es  creore  qoe 
aeo  puja  al  cel  lo  dia  de  la  asceoaio.  Sete  es  creure  qne  Jhesucrist  veodra  al 
die  del  Judici,  cont  tuyt  serem  ressuscirats,  et  jutjara  boos  e  mals.  Tot  bome  es 
teogut  qae  crea  aquests  .Xllij.  articies  qul  soo  tesiimoois  de  I>eu  de  les  soea 
obres,  e  seos  aquests  articies  null  bom  nos  pot  saloar.    Part.  I  Tit.  UI  Ley  IL 

4)  R.  LullXXnr:  Los  .Vlj.  sagrameots  de  sancta  esgleya  soo  aquests:  Bab> 
tisme.  Cuofermacio.  Lo  sacritici  del  altar.  La  penitencia  que  hum  (a  de  sos 
peecaLs.  Les  ordioes  quel  bisbe  fa  coo  fa  preaere,  et  diaque,  et  subdiaqoa. 
Matriiooni.  L'acio.   Per  aquests    VIj.  sagrameots  nos  bauem  a  aaloar:  e  a  hoorar 


i 


dd 


Don  Juan  Manuel,  t)l  Libru  del  Cauallero  et  del  Eacudero  491 

mientos  eon  catoa:  El  primero,  que  deue  omne  crer  en  vd  solo  dioa 
et  adorar  le  et  servir  le.  El  \j^,  que  non  deue  jurar  por  el  nombre  de 
dioB  enganosa  mente  oin  en  vano.  El  terQero^  que  deue  guardar  vo  dia 
Santo  en  la  semana.  EtM  quRrto,  que  deue  onrar  asu  padre  et  aau 
madre.  El  quinto,  que  nou  deue  raatar  a  ninguno  a  tuerto,  El  sexto, 
que  non  deue  fazer  forn^io.  Et')  seteno,  que  dou  deue  |f.  18^J  tomar 
ninguna  coaa  por  fuer^a  nin  por  furto.  El  octauo,  que  non  deue  dezir 
falso  teatimonio  nin  raentira  enganosa.  El  noueno,  que  non  deue  cob- 
di<;iar  muger  agena.  El  dezeno,  que  non  deue  el  omne  codigiar  ninguna 
cosa  delo  ageno^l.  Et  todoa  eatoa  dies  mandamieatoa  ae  en^ieran^)  en 
dos:  El  primero,  que  deue  omne  amar  et  temer  adioa  derecha  mente 
et  BIO  ninguna  entiota*),  El  Ij**,  que  deuia  querer  para  au  criatiano  lo 
que  queria  para  si^).  Las  obras  de  roiBcricordia  aon  eatas:  Qouernar, 
veatir  et  aluergar  loa  pobrea  por  amor  de  dioa,  et  viaitar  loa  enfernaoa, 
et  redemir  loa  captiuoa,  et  aoterrar  los  inuertog,  et  caatigar  aloa  erradoa, 
et  amoatrar  aloa  non  aabioa,  et  consejar  al  que  ha  oaeater  consejo,  et 
ayudar  al  cuytado,  et  perdonar  al  quäl  ha  erado*;,  sofrir  al  enqjoao, 
aer  piadoso  atodoa  loa  quelo  an  meater,  et  rogar  por  elloa.  Et  todas 
eatas  obras  de  raiaericordäa  deue  omne  fazer  por  amor  de  dioa  verda- 
dera  mente,  et  non  por  ninguna  vanagloria  nin  alauamiento  del  mundo. 
Et  loa  aiete  pecadoa  mortalea  aon  estoa:  Orgullo,  envidia,  raalquerenyia, 
forgar  lo  ageno  ,  luxuria,  eomer  et  beuer  deaordenada  mente,  et  aucr 
perenza^j  de  fazer  bien'^J.  £t,  fijo,  cada  vno  destoa  pecados  a  tantaa 
'  ramaa  ^  que  me  aeria  muy  graue  de  boa  las  contar  todaa.  Mas  cada 
que  TOB  confcaardea ,  ai  el  confeaaor  fuer  bueno  et  entendudo,  el  fara 
en  guisa  qoe  en  quäl  quier  manera  que  uyadea  |f.  18«]  cuydo'*)  en 
quäl  quler  destoa  pecados,  que  el  voa  dara  consejo.    Et  por  ende  tob 

et  a  complir  aqaesta  .Vlj.  sagraments  ea  obligat  lo  aagrament  de  caaaylaria:  e 
por  ayao  pertany  a  tot  cauayler  que  aapia  aoD  ofßci  a  qaals  cosea  e«  obligat. 
Part.  1  Tit.  IV.    Caat.  6  doc.  219/?.  225. 

1)  1.  El. 

2)  K.  Lull,  XXII r.    Caat.  6  doc.V;  vgl.  auch  daa.  153/f,  170/?,  208a. 

3)  1.  «D^ierran. 

4)  Vgl.  S.  483  Anra.  2. 

5)  Waa  du  nicht  willst,  dasa  loaD  ea  dir  tba\  daa  fUg  aaob  keioem  aDÜera 
SU  —  8enj  Tob  281.  301. 

6)  1.  errado. 

7)  1.  pereza. 

8)  R.  Lull.  XXVIII»:  loa  aet  peccats  raortala,  qni  aon  carrerea  per  lea  qiiala 
bom  va  a  InferDala  turmenta  qui  do  ban  ü,  glotouia,  luixoria,  auaricia,  sccidia, 
auperbia,  i'duhIiX  ira.  —    Gast,  ö  doc.  124.  139.  140. 

9)  1.  caydo. 

Romtalicbo  ForscbaDgoa  YII.  33 


» 


492  i 

et  tudtom  Im  qnw  se  coafigHM  dcaes  frser  qaaato 

aqpd  M«  ^  se  ade^)  cotifwiM,  sea  d  bms  cBtcBdai»  et  d  ■■• 

letra(do  qae  fmdieiea  ancr.    Ca  bien  sabedet  qpw  d  qjsa  ffei»a  finm 

qaaato  padiere  por  aaer  el  BMJor  fineo  qpe  padiere  fidlar.  El  aira  qae 

n  le  adolea^e  algaaa  Tsatia,  baaca  d  awjor  albajtar 

paea  parm  las  besda«  et  paim  loa  caetpua,  qae 

loa  OBiBca  loa  laejom  maettroa  qae  paedea  para  las 
•ajor  BaMB  ea  qae  eatea  et  eeeojaa  loa*)  BMa  qae  j 
eateadadot  et  letiados  qae  ka  dea  eoaaeja  alaa  aiaa*  por 
ajas  la  gloria  dd  paraiao  et  seaa  gaaidadoa  de  la«  peaaa  dd 
St  öerta  seate.  fijo,  d  padieae  ser  qae  d  ohbo  bob  cajdaaa  ea  al 
aiaoB  ea  qaaato'^  gnade  es  la  gloria  dd  parayao.  Et 
oane  fiuer  por  la  aner,  et  qaaa  graade  la*^ 
qaaato  deoia  oame  liuer  por  aoa  eaer  eaclla, 
aar  eoaiBM  d  omae.  qae  et  aiaado  aieBor.  es  < 
por  d  aloia  et  por  d  eneqio.  bien  ad  d  ainado 
las  obras  spiritndes  et  temporales.  Et  qae  loa 
qae  aa  meeter  mndias  coeas  coqMmles,  aoa  se  podriaa 
los  omoes  siempre  caTdassea  enlas  cosas  »piritaales^  Bor  eade  caai 
qae  tada  oame  cajde  et  obre  ealas  cosas  temponies  se'^  [f.  18«]  sef^aat 
perteae^  asa  estado.  Et  si  ad  aoa  lo  fiue,  jcna  lo  mar  aml  et  aoa 
faze  eeroido  adios  eadlo.  Ca  d  qae  aon  qaien  caydar  d  aoa  aola 
Biente  en  los  feebos  spiritades.  aoa  aprrmecba  n  aoa  ad  mismo.  Xaa 
d  qae  cavda  et  obn  enhs  co$as  spirimale»  et  temponies  eommo  deae, 
aproaeeha  asi  mx^mo.  et  atros*^  mndios  Et  por  ende  campte,  qae  d 
pzdirse*  caid  dia.  si  non  mocho.  a  menodo.  qae  reqoiera  asas  obn% 
segon:  de  so«o  es  d^cbo.  et  si  £sllare  qae  pasao'»  ea  baeaas  obraa, 
grades^a  lo  m::cho  adios  et  lieaelo  adelacre.  E:  si  faUaze  qae  en.al- 
gona  co«a  erro,  aref  ienuse  et  poüe  delo  emecdar.  Ca  lodo  omae  deae 
ssber  por  cierto  qoe  djos  es  may  piadoso  et  mar  josssciero.  et  aon 
deae  cinzcco  t^ner  qaela  pisdat  de  dios  es  tamana  qae  dexara  loa 


*  L  »e  as  (&* :  rens^ücä  ist  dar?b  des  obecva  aack  Eaks  ^tiw^gtca  d-Scticb 
«ias  Zei^hiTL  fzi  z  z:^:  dtm  i  T«ni««kc  vorsea. 

*2)  !■  lo  auuL 

3^  qi4s:o  is:  öii^:*-.h:z  g<*:hrieNfc.  «icvb^x  da»  to  kaaa  aiditfcar  Im:  m 
der  fo'f«i*3  Z«;e  »:eli:  z:s  qaic  graad*.  VjL  Ackaa;. 

5    r;lfe  se.  dw  d<a  Acüs^  des  f<4^cd«a  »t^srnt  biMes  ioBte. 
6^  >V.  S-  474  Abs.  7. 

7  L  Fsdwse- 

$.  1.  »  passo  G. 


Don  Juan  Mamiet,  Et  Libro  del  Cauallero  et  del  Rscadero 


493 


I 


malos  fechoB  ein  pena,  Ca  si  lo  fiziesse,  seria  otra^)  la  iueti^ia.  Mas 
deuc  tener  por  firme,  que  tanto  fizo  dioa  por  saluar  loa  omnea  et  tan 
cara  nieiite  loa  corapro  por  la^i  sangre  inisma,  que  si  omne  ee  repen- 
tiease  et  fiziesae  derecha  mientre  la  cmienda  que  deue,  eegunt  la  aanta 
egiesia  lo  ha  ordcaado,  quo  el  le  abria  oier^ed  et  piadat.  Ca  sin  dubda 
tan  flaca  ea  la  naturaleza  de  loa  omnes,  que  a  voa  pueden  aeer^)  qne 
noQ  cajan  en  algun  yerro.  Et  avn,  aegun  yo  entieodo^  pocoa  o  ningunoa 
son  los  que  en  algun  yerro  non  caen  contra  ntieatro  aeüor  dioa,  Ca  los 
pecados  son  de  tantaa  nianeraa,  Et  el  mundo  et  el  diablo  et  la  carne 
et  la  votuntad  son  tan  engailosoa,  que  por  fuer^a  a  omoe  de  caer  en 
algun  yerro.  Pero  deue  omne  auer  buena  speranga  que,  si  el  se 
anpien[f.  19»]te,  quel  abra  dios  merket.  Ca  gierte  es  que  dioa  orio 
todaa  las  cosas  de  nada.  Et  non  puao  y  si  non  la  voluntad  sola  mente, 
Et  assi  commo  lo  quiso  asy  fue  fecho.  Pues  ^icrto  es  que  mas  ligera 
cosa  es  fazer  de  algo  algo  quo  de  nada  algo.  Et  puea  dios  crio  el 
mundo  du  nada,  aai  pudicra  redemir  los  omnes  con  nada  sy  quisiera, 
Mas  fizo  el  mas  con  Itazon  et  mas  piadosa  mente ,  Ca  por  la  su  grant 
piadat  quiso  omillar  se  tanto  fasta  que  quiso  seer  omne  verdadero.  Et 
demas  quiao  ßofrir  muchas  penas  ensu  cuorpo  et  eaparzer  su  sangre 
Et  en  cima  tomar  mueito  por  redemir  los  nuestros  pecados.  Et  asi 
buena  aperan^a  pueden  auer  los  pecadores,  quo  puea  dios  que  todo  el 
mundo  crio  de  nada,  et  los  podria  redemir  con  nada.  Et  pues  tanto 
fizo  por  ellos,  que  ei  por  elloa  non  fincaro«  quo  siempre  fallaran  eoel 
merket  complida.  Et  asi,  fijo,  segund  mi  enten^ion,  por  estas*)  que 
voa  he  dicho  tengo  quo  el  omne  animal"')  mortal  Kazonal.  Et  sefia- 
lada  raento  aemeja  al  mundo  et  al  arbol  trastornado.  segund  dceuso 
V08  he  dicho.  Otrosi  la  Razon  por  que  dios  lo  crio  todo  lo  sabe  el, 
raaa  lo  que  yo  ende  cuydo  es  eato.  Tengo  que  lo  crio  por  quanto  al 
mundo  dure  sea  seruido  et  loado  por  cllo,  Et  dcaque  el  alma  se  par- 
tiere  del  cuerpo,  ai  tiziere  talea  obras  por  que  lo  meresca  auer,  vaya 
ala  gloria  del  parayso,  por  que  se  oumplan  los  lugares  de  aquelloa  que 
cayeroa  ende  et  perdicron  aquella  gloria  por  su  mere^Mmiento. 

Capitulo  XXXIX j  commo   el  cauallero  anyiano   Respondio*")  sotil 
mente  al  cauallero  nouel  en  manera  del  preguntar. 

1)  l.  contra;  in  der  Vorlage  «Und  sicher  j>tra. 

2)  la  [au]  aaagre  eotsprit-ht  vnolil  besser  den  Intentiotien  des  Vt^rfassera. 

3)  1.  que  a  ves  paede  seer. 

4)  1.  eataa  [cosas]. 

5)  1.  [es]  animal. 

6)  I.  Reprehendio,  wie  aas  dem  Inhalt  des  Kapitels  (vergl.  beaondera  den 
Schliiss)  deutlich  hervorgeht.     Den  Irrtum  des  Schreibers  hat  der  stereotype  Ad- 

33* 


494  S.  Grifenberg 

[f.  19^]  Fijo,  fasta  aqm  todas  las  pregantas  qne  me  tob  fesieitM 
füeron  Bentiellas  et  dobladas.  Ca  eran  seniieUas,  por  quo  non  pregnn- 
tanades  sy  non  por  vna  ooaa,  Mas  otrosi  eran  dobladas,  por  que  rae 
preguntauades  qne  era  aqndla  oosa,  et  para  que  foera  fecha.  Mas  en  estas 
aquo  avn  non  tos  he  respondido  non  feiiestes  asi,  ante  me  preg^nstaatea^) 
mnohaa  oosas  en  Tno,  Et  tengo  que  pnes  vos  taotos  afincamientos  me 
feiiestes  qne  tos  Respondiesse  a  mnohas  cosas  que  me  era  mny  graae 
de  faxer  por  la  mengna  del  entendimiento  qne  en  mi  ha,  Et  por  qne  non 
se  ningona  oosa  de  las  s^engias  qne  fasen  al  omne  mny  sabidor,  Pto 
ende  one  a  tomar  mny  grant  enydado  para  tos  Responder  aellas,  Et 
por  el  afsn  et  por  el  enojo  qne  yo  tome,  qniero  tos  Betponder  tb 
pooo,  por  qne  yos  otroai  tomedes  algnn  enbargo  o  enojo.  fijo,  tos 
denedes  saber  qne  vna  delas  oosas  qne  omne  dene  gnardar  ealo  qoe 
fase  et  avn  en*)  qne  diae,  es  qne  non  mnde  la  manera  de  oommo  to 
ha  oomoD^ado,  saloo  si  non  fnere  bnena^.o  si  la  pnede  faier  o  deiir 
mejor.  Et  nos  en  quanto  mndastes  la  manera  de  non  faser  estas  pie- 
gnntas  eommo  las  otras,  tengo  qne  tos  pnedo  Heprehender,  Mas  la  mi 
reprehension  nos  dene  ser  tal  eommo  el  eastigo  del  padre  o  del  bnen 
amigo  leal.  Ca  el  padre  qnando  fiere  al  fijo  peqneno,  si  le  fiere  eon 
la  Tna  mano,  dal  del  pan  con  la  otra.  Et  si  el  padre  o  d  bnen  amigo 
le  castiga  depnes  qne  es  en  tiempo  para  lo  eastigar  de  palabra,  Gasti- 
ganlo  [f.  19«]  en  manera  qne  se  parta  delos  yerros  et  qne  fisga  las 
oosas  qne  dene.  Et  non  gelo  diie  en  manera  nin  en  Ingar  qnel  pneda 
ende  Tonir  dano  nin  desonrra,  Et  en  las  cosas  de  qne  se  pnede  mucho 
apronechar  ayndanle  qnanto  pneden  por  qne  las  acabe,  Et  en  laa  cosas 
qnel  non  cnmplen  mncho  non  fasen  grant  Iner^a  enle  ayndar  enellas. 
Mas  non  faxe  asy  el  amigo  apostiso,  qne  qnando  ade  eastigar  o  de 
consejar  a  aignno  ental  manera  et  en  tal  lugar,  gelo  dira  qne  aienpie 
finqoe  ende  con  daiSo  o  con  desonra  o  con  nergnen^*).  Et  esso  mismo 
fara  enlas  obres  qne  fixiere.  Ca  si  le  oniere  de  ayndar  en  cosas  de 
qne  se  aproueche  poco.  fara  mucho  en  sn  aynda  por  qne  lo  acabe,  et 
dara  entender'^i  qnel  aynda  mucho,  et  si  foere  cosa  de  qne  se  apro- 
neche  mucho.  dsndo  entender*)  quel  aynda»  fara  qnanto  pndiere  per 

fsng  der  Ttirberipchend«  Ksphi^l  vCobbo  el  eaosüeio  saetsBO  Responde  al  caaslkfo 
Boael  .  .  .""  veraDlasst. 

1)  l.  preinintsstes. 

2>  l.  en  [loj  que  diie. 

;^^  Ca»!.  ^  doc.  ly:*:  El  msl  eonaejeio  A  el  mal  üaoDJero  coasejarte  haa  qis 
(»;S%M  toda»  malu  ct^tambre«  ^  makM  feobot.  porqne  te  pierdsa  cos  Dios  i  por- 
que  pierdM  U  tn  alma.    Über  die  Rite  det  K5a|gs  vgL  Se«  Tob  271  ff. 

4>  Vst  &  4ö  Asm.  V 

5^  Nseh  AMk»(ie  tos  4  iM  hisr  a 


D(»Q  Juan  MäduoI,  El  Lilno  del  C;»uall*'ro  ot  dol  Escudero 


4t>5 


que  non  lo  acabe.  Et  en  esta  manera  piide^)  omne  ontender  quäl  es 
BU  amigo  verdadoro.  Et  sabet,  fijo,  que  los  amigos  vcrdaderos  bod  los 
quo  so  aman  |ior  buonos  deudos  que  ayan  en  vno,  Et  por  buenas  obras 
que  aon  entre  ellos  de  luengo  ticmpo,  Et  quo  del  vien  que  al  vno 
vieDe,  quo  non  viene  dai1o  al  otro.  Et  los  amigos  apostizos  son  los 
que  se  anian  por  el  mester,  et  que  la  pro  del  vno  es  dano  del  otro^). 
E  por  que  todas  las  Kazones  que  hau  los  amigos  buenos  entre  si  son 
entro  vos  et  mi,  fin  por  dioa  que  el  mi  castigo  o  el  mi  Reprehondi- 
miento  que  siempre  vos  sera  commo  de  padre  o  commo  de  buen  amigo 
et  non  commo  de  ami|f.  19<^|go  apostizo.  Et  pues  tos  yo  repreheodo 
por  que  mudastes  la  manera  et')  las  preguntas,  Non  la  quiero  yo 
mudar  et^)  las  repuestas,  ante  vos  quiero  responder  acada  vna 
sobre  si 

Capitnlo  XXXX,  commo  el  canallero  anciano  responde  al  cauallero 
nouel  que  cosa  son  las  vestias. 

Älo  quo  me  preguntastes  quo  cosa  son  las  vestias  et  las  aves  et 
los  pescadoB  et  las  herbas  et  los  arbolee  et  las  piedras  et  los  metales 
et  la  tierra  et  la  mar,  et  todo  esto  para  que  fue  fecho,  ya  vos  dixe 
que  teoia  que  era  esto  de  reprehender,  por  que  mudarades  la  manera 
de  commo  me  iiziestes  las  otras  preguntas.  Et  por  ende  eabet  que 
non  mudaria  la  manera  de  las  respuestas.  Ca  bien  entendedes  vos 
que  rauy  mal  pare^e  al  omne  et  setlalada  mente  al  que  castiga  o  muestra 
a  otro,  81  el  mtsmo  cae  enel  yerro  que  castiga  o  muestra  al  otro  de 
que  ae  grade*).  Et  por  endo  vos  respondre  acada  vna  destas  pregun- 
tas que  avn  non  vos  he  respondido.  segund  aquel  poco  entendimiento 
que  yo  he,  ijue  es  cada  vna  dellas  et  para  que  fue  fecha.  Et  delas 
vos  digo  que  tengo  que  non  es  muy  ligera  Ilespuesta  de  dar,  Por  que 
las  vestias  son  de  muchas  maneras  et  de  muchas  naturas  et  na^en  en 
muchas  tierras  estranas,  Et  la«  que  son  en  vna  tierra  non  son  en  otra. 
Ca  delbs  ha  que  oa^an  et  toman  a  otras,  asi  como  la  natura  de  los 
leones  et  delas  on^^as,  que  llaman  en  algunas  tierras  pardos,  et  dolos 
leopardos,  que  son  compuestos  delos  [f.  20  ^{  leones  et  delas  pardas,  o 


1)  I,  puede. 

2)  Fiori  di  fil.  bO :  Chi  6  ricevuto  per  amico  o  per  compagDO  per  oagione  dl 
utilKü,  tanto  li  piacerä  quaoto  li  sarn  atile.  Das.  34.  —  Eine  Reibe  von  Aus* 
Sprüchen  über  die  Freunde  finden  sich  in  ßartscha  Chrest.  prov.  8.  343  f.  (Seoeca 
ou  lo  savi.)    Vgl.  auch  Sem  Tob  489  f. 

3)  I.  en,  im  erateren  F&Ue  aach  wohl  de,  wie  am  Anfang  und  Ende  von 
Kap.  XL. 

4)  l  guarde;  vgl.  S.  466  Anm.  3.  —  Vgl.  Fiori  dt  fil.  56.  Babb.  Bl.4d5.  309. 
381.    Prov.  fr.  11  290. 


496  S.  Giifenberg 

de  loa  pardoB  et  delaa  leonaa,  o  delos  obsob  o  los')  loaos.  Et  otm 
bestias  peqneöas  que')  ca^an  ca^as  pequenaa  et  de  noche  a  fnei^  et 
oon  engaiio,  aey  commo  xymios  o*)  adiaes  et  raposos  et  majmonet 
et  foTiias  et  tessngos  et  (urones  et  gardanas  et  tnmnes  et  otras  beetiaa 
SOS  semejantes.  otras  bestias  aj  qne  son  compaestos  de  caaalloa  et 
de  asnos,  et  aestas  bestias  Ilaman  mnlos  alos  maslos,  et  miilaa  alas 
fembras,  et  son  mejores  los  fijos  de  asno  et  de  jegua  qne  non  loa  qne 
son  fijos  de  cauaUo  et  de  asna.  Et  estms  vestias  qae  son  asi  eom- 
paestas  oon  engendran.  bien  asi  commo  los  leopardos,  qnelo*)  engen- 
dran  por  qae  son  compnestos  de  leones  et  de  pardas'^  Otras  bestias 
ay  que  son  ca^adoras,  et  ellas  non  ca^n ,  asi  commo  pneroos  janalies 
et  (iemos  et  ganzellas  et  zarafas  et  vacas  branas  et  asnos  branos  Et 
earneros  brauos  Et  cabras  branas  et  gamos  et  corgos  et  otros  sns 
semejantes.  Otrosi  ay  otras  bestias  peqnenas  qne  se  ca^an,  asi  eommo 
liebres  et  conejos  et  otras  sns  semejantes.  otras  bestias  ay  qne  an  los 
omnes  et  binen  sienpre  conellos*.  et  estas  son  las  natnras  delos  eanes, 
asi  commo  alanos  et  sanejos  et  galgos  et  podenoos  et  mastines  Et 
todas  las  otras  maneras  de  canes  qne  son  compnestos  destas  natvras 
de  CAnes  dichas.  Otras  bestias  ay  qne  crian  los  omnes,  et  anexes  binen 
enlas  CAsas  et  anezes  enlos  montes.  asi  commo  la  natara  delos  caoallos 
et  delos  asnos.  otras  bestias  ay  qne  non  ca^an.  Ex  por  la  sn  grandea 
et  la  sn  fner^a  [f.  20^]  non  las  ca^  otra  bestia.  asi  commo  los  mar- 
files.  aqne  Ilaman  elefantes.  et  los  Tnicomes  camellos"^.  otras  bestias 
bestias  *  ay  que  na^en  enlos  yermos  et  binen  siempre  alla.  Pero  giiar- 
dan'  las  los  omnes.  et  quando  qnieren  traenlas  a  los  poblados^  ast 
commo  las  vacas  et  las  OTejas  et  las  cabras  et  sns  semejantes.  Otras 
bestias    ay   qne    se    crian   alas  rezes   enel   agna   et   alas   rezes    enla 


-  -  .^j]  ■!--  o-*'  **^»*  «^  Koaama  vor  Ea  oa-a» 

0  I.  *:  ad:-t*. 

4  :.  c:?  r>r. 

r  Vi.  Ifii    Hijp   Orli   lib  XH  Kap.  XII  Abs.  5. 

r    1:*   urjjr-rir.::'!  frailv     Das  frK*  i  is:  a-sr»iwr:    ab«  vxter  der  Basor 
rr;i  -Sr-  «  .itrir  .   iirii:  is:  v.-r  ifr**Ser  Eiri  ca*  A':'ktnc2icsa»clie£  fSr 

K.rT:i:^r  ■• .  rtTZ.  =z:fr  ri:.  ^f:::    *:*  ;z»  r:<i  >  -^51  As.zE.-i.  S.  4h5  AaoL  4 
::i  ^  -•.:   -t.:-    f   :i  i^i:*-:!  '----£     Ar   eirrr  as-ä«rx   S««Ce     :^.  4t«j^  Asm.  5 
5.::.!.:  :i=L£rk-:r:  ^ziria:  r^n  «rraca.-  r-  Kri««. 


Juan  M«nael,  El  Lihro 


del  Escudero 


49T 


tiera^),  asi  commo  coquedrizes  et  los  castores  et  sus  aeniejantes.  Otras 
bestias  ay  que  hnwu  dela^)  tierra  et  alas  vezoe  eotran  enel  agua,  asi 
commo  culebras  et  sapos  et  ranas  et  galapagos,  et  estas  bestiae  8on 
aponconnadas*),  et  quanto  anda*)  en  la  tierra  maR  seca  aon  lo  mas. 
otras  beetias  ay  que  sod  pon^onadaa  et  andau  aloogadas  del  agua,  asi 
commo  biboraü.  Otrosi  dizen  que  ay  otra  maoera  de  bestias  ponyoiTa- 
das  aquu  llaman  basiliscos,  mas  destos  nunca  bi  yo  uinguno  nin  bi 
omae  quelo  biesse,  et  otrosi  alacranes  et  samalaqnesas  et  lazartos.  Pero 
loa  lazartos,  commo  quier  que  ram^rden  mal,  non  «on  muy  enconados,  et 
arranas^)  et  centipeas  Et  tareutelas,  que  son  manar  de  ranas^).  Et  ay  otras 
quo  soQ  ontre  maoera  de  bestias  et  de  aues^  asi  commo  mor^iellagos  et 
mariposas  et  avejas  et  abispas  et  todas  las  maneras  delas  moecas.  Et 
otrosi  ay  otra  mauera  de  bestias  que  soo  muy  enojosas  et  sciialada  mente 
alos  caualleroa  quando  acaegen  que  andan  armados  en  las  guerras^  asi 
commo  los  piojos  et  las  pulgas  [f.  20*"|  las  ^'iemes*)  et  las  formigas  et 
BUS  semejances.  Et,  iajoy  todas  ostas  bestias  son  unimalias  et  son  entre 
los  omnes  et  los  arbolea  et  las  plantas.  Ca  las  animalias  cresgen  et 
raanticneu  se,  asi  como  los  arboles  et  las  plantas,  et  an  mas  que  ellos, 
que  sienten  et  que  engendran,  et  an  menos  quelos  omnes  la  Hacion*). 
Et  segund  el  mi  poco  saber  tcngo  que  en  osta  maoera  son  las  bestias. 
ülrosi  tengo  que  la  Razon  por  que  nuestro  senor  dios  quiso  que  fuesse*) 
fechas  es  por  niostrar  en  ellas  el  su  grant  poder  et  el  su  grant  saber 
et  la  su  grant  vondat  el  la  su  grant  piadat.  Ca  mostro  grant  poder 
en  quanto  las  fizo  de  oada,  et  las  tornara*")  nada  quando  el  quisiere. 
Kt  mostro  grant  saber  en  quanto  las  fizo  tan  ostrailas,  Et  muy  desbaria- 
das  vnas  de  otras,  Et  todas  con  Kazon  segund  perteneyia  acada  vnas 
ensu  natura,  Et  mostro  grant  vondat  et  grant  piadat  en  commo  las 
gubierna  cada  dia,  non  abiendo  ellas  ninguna  cosa  de  suyo,  Et  commo 
las  guarda  del  frio  et  dela  calentura,  alas  vnas  con  cabellos,  alas  otras 
con  sedas,  et  ulas  otras  con  cuernos  ^^),  et  alas  otras  con  conchas^'^).  Otrosi 

1)  1.  lierr». 

2)  I.  enla  tierra. 

3)  L  apon^onadas. 

4)  1.  quando  aDdan. 

5)  K  aranas. 

6)  1.  Tuanera  de  arana«. 

7)  1.  [et]  las  ciDifes. 

8)  Vgl  S.  487  Aan».  7. 

9)  I.  fuesBen. 

10)  Vgl.  8.  462  Anm.  B. 

11)  1.  eueres  (B.). 

12)  C.  Luc.  IV  (438).    Part.  II  Tit.  1  Ley  VII:    ellas  ee  sod  vestidas  de  lo 


496 


8.  Grafenberg 


commo  les  dio  armaB  para   se  defender  et  para  se  goueroar,  las')  de 
dientes,  las  otras  de  colmiellos,  las')  de  cnernos,  las  otras  de  rnaa,  las'), 
de  ligereza  de  pies,  Et  acada  vnas  seguad  les  es  mester^).   Etsenalada 
mente  tengo  que  las  crio  para  seruicio  et  maoteaimiento  de  los  omnea.   Et, 
fi)o,  ya  Yos  dise  lo  que  yo  tengo  que  son  las  vestias,  Et  la  razoo  para  quo 
cuido  que  fueron  fechas.    Mas  nou  vos  quis  de[f.  20<>]zir  todos  lae  cosaa 
nin  propriedades  de  cada  ?na  destas  vestias.  Et  dixo  lo')  por  dos  ra- 
zones:  la  vna  por  que  vos*)  obiesse  adezir  todas  las  propriedades  dellas, 
mudaria  la  manera  de  todas  las  otras  respuestas  que  tob  be  dado  fa»ta 
aqui,  Et  la  otra,  por  que  esto  pertenesf^e  luas  ala  s^ien^ia  de  las  na- 
turas  et  dela  fisica  que  non  ala  de  la  caualleria,    Pero  sed  ^ierto  que  j 
cada  vua  destas  vestias  ha  en  si  muchas  propriedades  et  muy  estranaa  1 
et  dellas  muy  aprouechosas. 

Capitulo  XXXXI**,  commo  ei  cauallero  an^iano  Responde  al  eaaalJero 
Douel  que  cosa  son  las  aves 

A  lo  que  me  preg:autaste8  que  cosa  son  las  aves^  et  para  qae 
faeron  feofaas,  bien  vos  digo,  fijo,  Et')  commo  quier  que  es  preg;uiiCa 
grande,  por  qoe  las  avea  son  muchas  et  de  muchas  oaturas,  et  moj 
desbariadas  las  vnas  de  las  otras,  et  de  muchas  tierras  et  may  estranaa, 
Pero  con  todo  esto  rna  delas  preguotas  que  fasta  aqui  me  feziestea 
aque  tengo  qoe  vos  paede  responder  (ierta  mente  es  esta.  Esto  tengo 
qae  pnedo  fater,  por  que  la  cosa  del  mundo  de  qoe  mas  Tse  en  qaanto 
Tisqoe  al  mundo,  de  caualleria  afuera,  fue  fecho  de  ca^.  Et  por  qoe 
yo  Tsaua  mucho  della^  obe  asaber  mache  delas  aues,  Ca  non  ha  ooea  I 
que  mas  se  allegue  con  las  maneras  del  caaallero  que  ser  montero  et 
ea9ador*).    fit  por  que  yo  entendia  que   esto  compUa  mucho  al   mi 


sayo,  las  mm»  de  peadolis»  e  las  eins  da  eabeUos«  e  las  oCns  de  caeroa,  e  Ist] 
eoas  de  caeaatas  e  de  eoaekas^ 

i)  Vgl.  S.  475  AvKL  11  oad  Aakaac- 

3)  Pait.  n  Tit  I  Lej  TU:  Otroä  para  dehader  las  vom»  traea  pieoe,  laa 
alias  diitee,  e  las  otrsa  Tftas,  e  las  otias  eaetaoo,  e  ifcB||uij^  o  aepiaas,  pei^ 
mm  aoa  lee  eoarieac  de  boeear  otras  anoas  eo«  qae  ee  ddisedsa 

I)  I.  fis  le<a)  —  deoa  der  Eianedkr  wiO  sich  redidcnvea.  «eO  er  al 
flgeasehsfteo  der  Itae  adj^ühk  hat  —  oder  deaalo  arte  S. 461  r2r. 

t)  TUs«  El  ad«  let  qae. 

0  BaeIheikke8ieOea900AMk2.  L.  data  Gesa  46»  0.6,»   R.  Lafl  Xl^t 
Qnajter  dea  eoner  caaajl,  beiaar,  kaeer  a  laalat,  mmr  ab  arvee»  laraefa^  ler  j 
taaleefsdnaee,eetreMirvMeBSt  HM>oieM,eeBglag»,leaMeleealaee<w 
iqaeeice  qae  saa  anei  de  eaaaykrs  cor  por  toiee  aqacelea  coeee  s 

maeyWrs  a  Ceu  dacmes  •  a  aaalaair  Isvda  de  eaaaylaria  .  .  . 


Don  Juan  M&onel,  Et  Ltbro  del  Cttoallero  et  del  Escudero 


Am 


P 


I 


eetado,  veelo  mucho,  El;  otrosi  avia  ende  grant  voluntad.  Ei  bien  cred, 
fijOj  que  la  voluntad  fazo  al  omne  fazer  las  mas  de  las  cosas  que  faze, 
Ca  ei  el  omne  nun  ha  uoluntad  de  fazer  vna  cosa  avn  quo  Bca  buena, 
[r.  21  *|  o  Ja  dexara  de  fazer  o  la  faru  dod  tan  coroplida  mente  commo 
era  mester.  Et  si  a  voluntad  de  fazer  algiina  cosa  avnque  non  aea 
buena,  la  voluntad  le  enganara  et  le  fara  entender  que  ea  buena  o  que 
noD  es  tan  maUi  por  que  deua  dexar  doia  fazer.  Et  por  ende  son  muy 
poco9  lo8  que  de  todo  pueden  conos^er  quando  leg  engaüa  la  voluntad, 
Et  ßon  de  muy  buena  uentura  los  que  la  pueden  for<;ar  por  que  non 
fagan  lo  que  deuen  por  complir  su  uoluntad.  Et  comrao  quier  que 
muchos  dizen  et  oaydan  que  por  complir  au  uoluntad  non  dexara^)  de 
tazer  su  pro  o  lo  que  deuo*)>  Muchos  lo  dizcn  de  palabra,  mas  pocos 
lo  fazen  de  fecbo.  Et  esto  ea  grant  yerro,  Et  senalada  mente  en  las 
faziendas  delos  omnes,  ca  muchos  ay  que  tienen  que  sei  que  digan 
muy  buen  aeso  et  muy  buenaa  palabraa  que  con  tanto  ea  acabado  todo 
el  fecho.  Et  non  es  aai,  ca  enla  fazienda  miama  del  omne  non  cumple 
el  dicho  solo,  ante  es  mester  la  obra.  Mas  enlaa  faziendas  agenas  de 
que  omne  non  ha  grant  cuydado,  aol  que  diga  enelias  lo  que  es  buen 
aeeeo  por  que  entienda*)  que  es  el  rauy  entendudo  et  que  ea  deson- 
cargado,  pues  lo  ha  dicho,  con  tanto  a  fecho  lo  que!  cumple.  Mas  enla 
SU  fazienda  misma  maa  cumple  que  el  dicho  aea  menguado  et  el  fecho 
complido,  que  non  dezir  muy  buenas  palabraa  et  grandes  sesos  et  el 
fecho  errado''').  Et  por  ende  douo  omne  catar  tan  bien  enlos  sua  feohos 
commo  enlos  que  ael  dizen  que  es  la  pro  que  ^terta  mente  ende  le  puede 
venir,  Et  tener  se  alas  cosas  ^iertas  et  non  alas  fihuzas  dubdosas'). 
Pero  al  que  dies  faze  tanta  |f.  21  *•]  meryed  quel  da  voluntad  para  fazer 
buenas  coaaa  et  aprouechosas  para  el  alma  et  para  el  cuerpo,  es  de 
buena  bentura  enello.  Et  asi  commo  el  que  de  au  uoluntad  se  paga 
de  comer  buenaa  biandas  et  aanaa  et  se  guarda  de  fazer  ninguna  cosa 
que  enpesca  ala  aalud  del  cuerpo,  es  aefml  de  ser  sano,  Bien  asi  el 
que  de  au  uoluntad  faze  buenas  obras,  es  setlal  quel  quiere  dies  fazer 


los  Estados  II  67  hat  D.  J.  M.  ein  Bild  von  der  Erziehung  vornehiDer  Knaben 
entworfen  und  dort  zu  verachiedenen  Malen  die  Jagd  hervorgehoben  und  als 
erspriesalich  empfoblen.  Auch  R.  Lull,  AlfoDso  X,  En  Pere  sprechen  sich  in 
gleichem  Sinne  über  die  Aaalibung  der  Jagd  durch  die  Ritter  aus,  und  sie  wie 
Vejetias  halten  diejeDigen  fUr  besooder»  tüchtig,  die  gut«  ca^adores  y  monteros  sind. 

1)  Iq  allen  drei  Fällen  oauaa  das  Verb,  da  es  sieb  auf  omnes  bezieht,  das 
Plural -n  bekommen. 

2)  I.  |9er]  errado. 

3)  C.  Lac.  1  Kap.  7 :  siempre  oi  decir  que  era  buen  aeao  atcnerse  bome  A  las 
cosas  ciertas  et  non  i,  la  fiucias  vanaa.    Est.  I  91. 


500 


S.  Gräfenberg 


bien  eo  este  mundo  al 


et  enel  otro  al  alma.    Et 


cuerpo, 

cntendi  que  la  voluntad  que  yo  abia  de  ca<;ar  non  me  enpe^ia  para 
las  otraa  cosas  que  avia  de  fazer,  ni  dexaua  por  ella  ninguna  coaa  de 
mi  fazicnda^  väelo  asaz  quanto  me  complia.  Ca  non  deue  omne  por 
la  ca^a  dexar  ninguuo  otro  fecho  major  que  le  aproueche  o  le  enpesca 
ala  fazienda  o  ala  onra  o  ala  pro').  Mas  quando  al  non  ha  de  fazer 
dolos  ticropos  que  ae  passan,  bal  dios,  non  a  nlnguno  tan  bien  pueato 
para  los  cauallero»  commo  lo  que  ponen  en  monte  o  en  caya^i.  Et  por 
que  yo  vso  la  caga  siempre  en  esta  manera,  sope  ende  mucho,  Et  digo 
U03  que  tengo  quo  enel  m\  tiempo  non  sopo  ende  mas  ninguno  otro 
omnc  deloa  que  yo  conoB^i').  Et  por  ende  vos  respondo  quelaa  aves 
Bon  de  mucbas  maneraa:  vnas  ay  que  cagan  et  otras  ay  que  eon  ca«,-a- 
das.  Otras  ay  que  se  crian  et  se  niantienen  eiempre  en  el  seco,  ütra« 
ay  que  bo  mantienen  alas  vczes  enel  agua  et  alas  vezes  enel  aeco, 
Otras  ay  que  andan  siempre  en  enel  agua  nadando,  Et  otras  ay  que 
quando  estan  enel  agua  non  cntran  mas  de  quanto  les  alcan^^an  loa 
pies^  [f.  2Pj  en  guisa  que  non  nadan,  Et  otras  ay  que  Be  crian  siempre 
en  casa,  Et  otras  ay  que  se  crian  enlos  yermos,  et  semejan  alas  de 
casa,  Et  aues*)  que  se  crian  enlas  tierras  muy  frias  que  boq  contra 
el  ^'icrQo,  Et  enel  ynierno  rienen  alas  tierras  que  son  contra  el  roedio 
dia.  Et  algunas  ay  que  quando  estas  se  tornan  para  sus  tierrae,  vieneo 
delas  tierras  cajientes  contra  las  frias.  Otras  ay  que  aon  en  parte  aue« 
et  en  parte  bestias,  Fero  semejan  mas  aues  que  vestias.  las  que  ca^ao 
et  non  son  cayadas  son  todas  las  naturas  delas  aguilas,  Et  la^)  que 
yo  se  son  estas:  las  aguilas  mayorea  que  llaraan  puello  aluas*),  que 
Bon  todas  nograa  et  an  los  onbros  delas  alas  blancas')  Et  en  f;ima  dela 
cola  blanco.  Estas  quando  son  brauas  pueden  matar  todas  las  presionea, 
Mas  lo  demas  non  ca^an  si  non  liobros  et  conejos  et  perdizea,  pero 
qoando  esto  non  fallan  et  an  fanbre,  matnn  gruas  et  abitardaa  et  ao- 
earea  brauas,  Et  avn  toman  cabritos  et  oor^os  pequeiTos  et  matan  lo« 


1)  Deoselbea  Gedanken  finden  wir  Est!  82  and  L.  de  le  Cai&  2,i6-.  Et  non 
[deoe]  deiar  por  ella  otro«  fecboa  mayorea. 

2)  Vgl.  S.  498  Anm.  6. 

3)  Uass  D.  J.  M.  ein  bedeutender  Jäger  gewesen ,   spricht  er  auch  im  L.  da 
la  Casa  d.  3,«  aus:  don  iobno  es  muy  va(,'adur.    Auih  vua  »eineu  Vater  a»gi  er 

^das.  45,13:  qiie  (Ion  manuel  era  el  tnayor  ca^dor. 

4)  I.  aoe«  [.iy]. 
b)  l  laa. 

6)  Vgl    BaiaU  Anm.  S.  167. 

7)  1.  ot  an  loa  onbrna  delaa  alaa  blancoa  (B.)  Et  [aon]  en  (ima  dela  goU 
•aa.    Daa  würde  auch  gat  zu  dem  Namen  cuello  alaaa  paasen. 


Doü  Jaun  Manuel,  El  Libru  del  (Jauallero  vi  del  Eacoduro 


örn 


agores  et  los  falconcs^  Et  cstos  toman  toda  la  ca^a  del  mundo,  Et 
ninguna  aue  del  mundo  non  teme  a  ellasM.  Et  oy  dezir  quo  ya  al- 
gunas  aguilae  mataron  bueytres  et  auancos^).  Et  quando  las  amansan 
toman  todas  eatas  ca^as,  mas  non  niuy  ligcra  mente  nin  mucho  apueeto. 
Ay  otras  aguilas  quo  llaman  RuuiaB^),  et  estas  son  roas  ligerae  et  maa 
daiToeas  para  los  cagadores,  mus  non  matan  tan  grandes  prieionea  nin 
800  de  tan  grant  fuer^a.  Ay  otras  aguilas  quo  son  commo  blancas  et 
llaman  las  athahormas^).  Estns  non  matan  ninguna  grant  prision  nin 
fazeu  mal  alos  falcones  nin  a^ores,  mas  |f.  21<iJ  iazen  mal  aloa  gabi- 
lanea  et  aloa  esmerejones  et  alos  alcotaoes,  si  los  fallao  coo  prisiones, 
mas  non  en  otra  manera.  Otras  aguihis  ay  qua  Haman  pescaderaa» 
et  estas  noo  ca^aa  aves,  maa  ca^an  pescados  en  loa  Rioa  grandes.  Et 
dizen  que  an  vn  pie  de  aguila  et  otro  Qerrado  commo  ansar,  et  andan 
volando  sobre  los  Rios  o  estan  pescados^)  en  arbotes  o  en  las  Riberas 
altas,  Et  quando  biene  el  grant  pez  dexanse  caer  enel  Rio  et  van  na- 
dando  so  el  agua  et  toman  et  comen  lo  fuera  enel  seco.  Et  otras 
aues  ay  que  son  de  natura  de  aguilas  et  de  atbahormas.  Maa  por  que 
non  cai^an  si  non  cayas  biles,  non  vos  las  dirc  fasta  quo  vos  aya  dicho 
las  otras  aves  que  cagan  buenas  ca^as  et  nobles.  En  pos  las  aguilas 
ay  otras  aues  ca^aderaa  que  cagan  seyendo  brauae,  et  ca^an  mejor 
seyendo  mansas,  que  quando  bou  brauas  non  ca^an  si  non  sola  mente 
para  se  gobernar.  Et  por  ende  cagan  aquello  que  mas  son  en  poder 
delos  oranes,  affeytandolas")  bien  fazen  lea  matar ')  cayas  muy  estraiTas 
et  muy  marabillosa  mente,  Et  los  que  esto  fazen  son  los  falcones,  por 
que  Hon  mas  ligeros  et  mas  ardides.  Et  deloa  falcones  ay  siete  na- 
tura«;  los  primeros  mayoros  et  mejores  son  loa  girifaltes**),  Et  en  pos 


1)  Da  doch  aiüher  gesagt  werden  »oU,  dass  die  Adler  keinen  andern  Vogol 
fürchteB,  80  ist  mit  G.  niDguoa  aue  del  tuuodo  doü  temen  ellas  zu  lesen. 

2)  I.  auantos. 

3)  Vgl.  über  den  nämlichen  Gegenst-ind  Lopez  de  Ayala,  Kap.  I :  De  las  anes 
qne  son  llamadas  de  raptua,  aei  coino  a^ores,  falooneSt  et  gauilanea,  esmerejones 
et  aicotanes;  Über  die  sieben  Falkenarten  vgl.  auch  L.  de  la  Caza  Kap.  Iff. 

4)  athahoruuas;  vgl  Emleitung  8.  431.  Das  Wort  Ist  somit  nicht  zuerst  in 
Lopez  de  Ayalaa  Libro  de  las  aves  de  089»  (1386)  belegt,  (wie  B.  durch  die 
falsche  Überlieferung  des  Wortes  in  G.'s  Text  zu  sagen  veranlasst  wurde),  sondern 
schon  60  Jahre  früher. 

5)  l.  puestos  oder  posados.  Den  Irrtum  des  Schreibers  bat  das  vorhergehende 
pcscados  veranlasst. 

6)  l.  let]  affeytandolas. 

7)  G.:  ca^^ar  analog  früheren  Fällen.    Vgl.  B.'s  Anmerkung  zu  dieser  Stelle. 

8)  Vgl.  Lopez  de  Ayala,  Kap.  IV. 


502  S.  Gnfenbeis 

elloB  los  neblis^l,  Et  en  pos  ellos  los  sacrea').  Et  en  poe  eflo«  los 
esmerejones').  Et  en  pos  ellos  los  alcotanes*).  Et  todas  estas  natnras 
de  falcones  los  baenos  falconeros  c-onoscenlos')  per  talle  Et  por  fa^ones 
et*)  plamage  Et  por  enpenolamiento ,  Et  qaales  son  los  mejores.  Et 
en  post')  ellos  los  a^ores^),  qae  son  mas  fermosas  aves  [£.22*]  et 
mayores,  et  ca^an  todas  las  prisiones  delos  falcones.  Mas  por  qae  ellos 
non  ca^an  tan  fabrosa*}  mente  nin  tan  marabillosa  mente,  non  los 
precian  tanto  los  grandes  seiiores.  Otrosi  los  gabilane8**t  son  de  sa- 
tura  delos  a^ores  sabroso  et  macbo  apoesto  prisiones  mas  peqnenas 
qoe  los  afores").  Todas  aqnestas  qae  tos  he  dicho  ea^san  et  non  son 
ca^adas,  como  quier  qae  las  agoilas  matan  alganas  Tezes  todas  estma 
ares,  segand  tos  he  dicho.  ay  otras  aaes  qoe  son  ca^adas  et  non 
ca^an,  asi  commo  gruas  et  gar^as  pardas  et  ^smes  et  flamenqnes  abn- 
tardas  '^  •  et  gar^as  rabias  et  blancas  et  maitinetes  et  gar^etas  et  dormles 
et  cignüaelas.  Et  todas  estas  otras  aaes  menadas  qne  andan  enel  agna 
delas  piemas  luengas  et  non  andan  en  el  agaa  nadando,  Et  todas  las 
maneras  delas  aoades.  qua  son  mnchas,  Et  las  perdizes  et  las  eodor- 
nizes  Et  todas  las  naturas  delas  palomas  Et  las  tortolas  et  los  al- 
caraaanes  et  mara^icos  et  los  sisones  et  las  comechas  et  las  coemas 
et  las  eortezas  et  las  grajas  delos  picos  Termejos  et  las  grajaelas  par- 
diellas  et  los  gayos  et  las  piga^a«  et  los  tortos  prietos  et  los  zonales 
Et  los  picos  Terdes  et  los  caudones  et  las  copadas  et  las  aloas  et  las 
calaodres  et  los  pardales  Et  todas  las  otras  maneras  delos  paxaros 
meDudo^.  todas  estas  son  ca^adas  et  non  ca^an     Otras  ay  que  non  ca^an 


1  Vgl.  Lopez  de  Avala.  Kap.  II. 

2  Vg!.  Lopez  de  Ayala.  Kap.  V.  —  Mi:  Keeh:  fugt  B.  im  Aoschluss  an  das 
L.  de  1a  <  riza  noch  bicza:  Et  pus  ellos  los  babaris.  Et  en  pos  eMoa  los  bomis, 
da  5'ait  si-be-^  Ar:en  vos  laljoaes  nur  fünf  aaf^ezählt  sied;  S.  504  Z.  16  bietet 
übri^t-cs   au.h  «einrn  Anhaltspankt   für  die  Äcderung. 

:,  Vgl.  Lopez  d-?  Ayaia.  Kap.  XLIIL 
4    V^!.  Lopez  de  .\yala,  Kap.  XLIV. 

b    '.-Ji  darf  hier  eicht  wandern,   da  es  sich  der  Konstruktion  nach  zwar  aaf 
r.-da«  e*taä  r.atura«  l-rzirh:.  dem  Sicne  nach  aber  aaf  falcones. 
r.    1.  et    p..r    pl;c3d:e  wie  L.  de  la  Caza  "?.*». 
7    La:ir.:;irrte  K-te  ilf  das  soi.s:  gebräjch'.iche  pos. 
"^    V^l.  Lc'pr-z  dr?  Ayala.  Kap.  XLL 
.'    1.  sabrvsa  xento. 
1''    V^I.  Lop^-z  d-  Aya'.a.  Kap.  XLII. 

r.<  i.  Otruäi   !>.>3  gabi.anes  soa   de  natura  delos  a^ores   sabrosos   et    macbo 
3pue*tos  \t  ca«;a:,;  prision-e^s  mas  peque'.as  que  los  a<;ores. 
\2    1.  r»rr  a:'u:ardas. 


DoQ  Juan  Manuel,  El  Libro  del  Caualiero  et  del  Escndero 


5o;^ 


nin  aon  cagada^s  asi  commo  loa  bueytres  et  loa  abancosM  que  non  matan 
niaguiid  aue  biua.  Et  por  que  elJos  aon  muy  graodes  et  muy  f'uertes  et 
muy  espantosas,  laa  otras  aves  [f.  22^]  doü  ca^an  aellas.  Otras  ay  que 
ca^'an  et  son  ca^adaa,  asi  commo  los  budaltvnes  et  los  alforres  et  loa 
aguilochoa  et  todas  las  aves  de  su  natura,  et  lechuzas  et  mocbuelos  et 
caraboB  et  cucluelloä,  et  todaa  estas  ca(;;aii  biles  cagas  et  en  vil  manera. 
Et  loä  ayores  et  los  falconea  cagan  aellaa.  los  buchos  cai^^aii  bti  meote^ 
Mas  por  qüo  soo  muy  grandea  et  muy  balientea  non  loa  ca^*an'')  Dioguna 
ave.  loa  cuervoa  carniccroa  et  toü  milanoa  et  loa  quebranta  hueaos 
blancoa*),  Pero  que  han  las  vnas  tornadas*)  et  semejan  aves  caga- 
dorea'^),  maa  aon  ca^an,  Et  los  a^orea  et  loa  falconea  cagan  aeHaa«). 
Äj  otras  que  ae  mantienen  aiempre  cnel  agua  nadando,  asi  commo 
todas  las  maneras  dclas  anades,  Pero  dcllas  ay  que  en  ningund  tiempo 
Qunca  Balleo^)  del  agua,  aigunaa  dellaa  aalen  acoiuer  fuera,  Pero  laa 
mas  siempre  eatan  enel  agua.  Ay  otraa  quo  ae  mantienen  siempre 
enel  seco,  asi  commo  laa  abutardaa  et  los  cuerbos  caluos  et  los  al- 
carauanes  et  los  merlos  mai-i;4ecos'*)  et  las  gangas  et  laa  cortezas  et 
los  sisones  et  laa  perdizea  et  las  codornizes  Et  todas  las»  m^^neras  delas 
palomaa  et  laa^)  tortolaa  et  dcloa  paxaros  menudos  que  dosuso  soa 
dichas.  Todas  estas  aves  biuen  eolos  yermos  et  enla  tierra  seca,  que 
non  88  aprouechan  del  agua  ai  non  quando  an  mester  veuer  o  se  vailan. 
Otras  que  ae  matienen'^)  alaa  vezes  enel  agua  et  alas  vezes  enel  seco, 
asi  commo  las  gar9aa  pardas  et  blancas  et  Rubias  et  abdcrramias  et 
cuernoa  et  marynaa^*)  et  gur^vetas  et  mar|f.  22«^^]tinete8,  et  bueres^^)  et 
dorales  todas**)  aus  semejantes  et  agunuelaa**)  et  chorlitos  et  todas 
las  aves  menudas  del  agua  que  aon  de  natura  destos.  Et  laa  gruas 
yazen  de  nocho  enel  agua  et  del  dia  gouieraan  se  enlas   senbradas  et 

1)  Vgl.  S.  501  Anm.  2. 

2)  1.  oa^a. 

3)  Vgl.  Baist  8.  167  f. 

4)  1.  vnas  coruadas. 
b)  l  cagadoraa. 

6)  l.  aellos,  wenn  mao  nicht  aellas  auf  aiies  bezleheo  will. 

7)  1.  salen,  wie  in  derselben  Zeile;  vgl.  Baist  zu  Sie. 

8)  1.  [et  loa)  iDartl.?co8;  vgl.  S.  502  Z.  19  und  Baiat  za  250/?,  67. 

9}  1.  [de]la8(G.)  oder  besder  et  [todas  laa  otras  maneras]  de  los  p.  m.  wie  obeo. 

10)  L  Otras  [ay]  que  se  maDtleoen. 

11)  Für  cuernos  et  marynos,  das  von  6.  noch  mehr  entstellt  ist,  lies  cuemos 
mariDos  [ß,). 

12)  1.  baeytres. 

13)  I.  [et]  todas. 

14)  1.  cigunaelas. 


enlof  renojoB^^  et  enlas  vinu  €i  esloe  eunpw.  P«ro  nonpre 
U  nesta  ecel  a^a.  Otru  av  ^e  mDdan  nempre  es«l  agsm  nadjiBdo. 
asT  comnio  loi  «izoes  et  todas  las  maneras  de  las  anades  ^Tveroi  et 
Lac  Degreta«'  et  deloe  ramorgiijoDes.  Aj  otras  qne  estaa  nempre  enel 
agua,  Pero  quanto  let  acac^n'i  loe  ]nee.  en  ^sa  qve  ikoa  iiadaa, 
A«i  commo  l<w  fiamenqae«.  pero  onoea  estan  n  son  enel  agva  dela 
mar  o  eo  lagnnaE  grandes  ealadae.  Otras  ar  qne  se  fiian  sempre  ea 
casa.  asi  eommo  paaonee  et  aosares  er  galiisae  et  paloznas  dnendaa. 
Olraa  ar  qoe  ee  crian  enlos  vermos  et  semejan  alas  qne  se  crian  ea 
eaaa,  aei  commo  fayesnes  que  semejan  alos  panone«  de  casa.  et  anadea 
et  gallinas  et  isaUos  monteses  et  paiomas  torcazae.  Et  otras  qne  se- 
mejan alae  de  casa.  Ar  anes  qne  crian  enhs  tierras  frias  qne  mm 
contra  el  ^ier^o,  et  el  vniemo  rienen  alas  tierras  calientes  qne  son 
contra  el  medio  dia,  asi  commo  delas  ares  qne  ca^an  los  falcooes  sacres 
et  los  neblie  et  los  eemerejones.  Mas  los  girifaltes  nin  los  a^res  nin 
los  bahari« ')  nin  los  bomb  * ..  Estos  non  se  parten  delas  tierras  do  binen 
et  do  crian.  et  delns  ca^-adas*)  et  ca^an.  los  bndalones  et  los  alforres, 
et  todas  las  aues  de  sn  natura  delas  qne  son  ca^adas  et  non  ea^an, 
asi  commo  las  grnas  et  las  gar^-as  et  las  ansares  branas  et  todas  las 
maneras  delas  aoades  qne  son  de  passo.  qne  llaman  mariscas.  Et  al- 
gnnas  aues  ay  que  qoando  se  comien^an  ^f.  22^'  atomar  enl  mes  de 
febrero'i,  comieo^an  ellas  avenir  delas  tierras  calientes  et  bienen  contra 
las  que  son  frias.  Et  crian  enias  tierras  de  contra  el  ^ier^o  delas  qne 
ca^an,  .nf>i  commo  los  alcotiines^  et  las  aletas  et  los  milanos  prietos  et 
los  r;ernicoles  delas  viTas  blancas.  Pero  estos  milanos  et  ^ernicolos  !', 
commo  quier  que  semejan  uves  ca^adas,  estas  son  para  ser  ca^adas 
que  pari  ciif/ar"  .  Et  delas  que  son  cagadas:  et  las  cigueiTas  et  las 
codornizes  et  las  tortolas  et  las  golordrinas  et  los  amones  et  los  on^eros*^ 

1;  I.  re-stngo». 

2)  1.  et  (Jelos  grueros  et  delas  negretas.  Die  von  B  (L.  de  la  Caza  Anm. 
zu  1»3, 17)  auf  Kfci.niiDg  des  Kopisten  gesetzte  Verlesung  za  negoita  ist  G.'s  Fehler. 
I^atiiit  kou.tut  auch  B.'s  Hemerkuag  in  den  Rom.  Forschangeo  Bd.  I  S.  142  in 
Wegfall. 

3;  I.  entsprecbend  S.  50*  Z.  IK:  Peru  [non  entran  mas  de]  qnaoto  les  alcaufsn 
loa  pies. 

4.«  Vgl.  Lopez  de  Ayala,  Kap.  III. 

5)   Vgl.  Lopez  de  Ayala,  Kap,  VI. 

G)  1.  wie  kurz  vorher  und  nachher:  et  delas  [que  son]  ca^adas  et  ca^ao. 

7    I.  iihtilich  wie  B.:  <juaudo  se  coiuien^a  a  tornar  el  mes  de  febrero. 

^.  1.  commo  «piier  que  öemejan  aves  ca^adoras,  estas  son  para  ser  ca^adas 
que  jiion]  para  ca^ar  oder  mas  son  para  ser  ca^adas  que  [oon]  para  ca^ar. 

9)  1.  et  las  goloudrinas  et  los  auiones  et  los  oncejos  (B.)- 


Dun  Juan  Manuel,  El  Libro  del  Catiallero  et  del  Escudero 


505 


Et  las  aves  que  son  en  parte  aves  et  en  parte  vcstias,  Pero  semejan 
mas  a  I:is  aues,  boq  loa  eacru^iea  et  los  raurciegos.  Et  la  razon  por 
que  nuestro  aeiior  dioe  las  fizo,  Tengo  que  ea  por  qae  sea  loado^  por 
que  fizo  tan  buenas  cosas  et  tan  aprouechosas  et  tun  cstrailaa,  Et  por 
quo  mostro  enellas  tan  grant  saber,  et  tan  grant  piadat  Et  para  que 
sea  el  mundo  maa  onrado  et  niaa  complido  por  elias.  Et  por  que  los 
omnes  aque  el  por  su  merijed  dio  padreM  ßobre  todaa  las  coaa-s  del 
mundo,  que  sc  aproucchen  et  so  airuao  dellas. 

Capitulü  XXXXlj",  commo  el  cauallero  nn^iano  responde  cauallero*) 
nouel  que  coaa  aon  loa  pescadoa. 

A  lo  quo  me  preguntaates  que  cosa  aon  loa  pescadoa  et  para  que 
fueron  fochoa,  fijo,  a  eata  pregunta  con  razon  non  voa  deuo  Responder 
tan  ^ierta  (iiente  como  ala  pregunta  delas  auea,  por  que  non  he  tanto 
vsado  el  pescar  como  el  ca^ar*).  Et  por  que  las  cosas  que  omne  non 
sabe  non  deuo  fiiblar  en  ellas  commo  delaa  quo  Babc*\  ai  non  vos  Jo*) 
diere  la  repuesta  tan  complida,  non  uos  marabiUedes,  Et^)  tengo  que 
ea  cordura  en  conoscer  omne  la  mengua  que  ensi  h:i.  Et  por  ende 
sabet  que  la  cordura  ha  quntjo  gradoa:  vnos  ay  que  aon  muy  cuerdoe, 
otroa  cuerdos,  [f.  23 »|  otros  menguadoa  do  cordura,  otroa  niuy  raenguados 
de  cordura.  los  que  aon  muy  cuerdos  entienden  la  cosa'^)  por  algunaa  aeüalos 
0  por  algunaa  preaump^^iones  ante  que  loa  otros  las  pudieasen  entender, 
Et  gradanae^)  si  les  es  meater  et  obran  por  lo  que  entienden  enla 
manera  que  les  curaple,  Et  casligansae  por  lo  que  conten^io*)  aotroa. 
et  loa  aon  cuerdos  que  entieoden  lae  cosas  quando  acaegen,  et  obran 
enellaa  commo  deuen-  Maa  loa  que  non  son  cuerdos  non  entienden  la 
cosa  depues  que  es  acaeagida  nin  obran  enella  commo  deuen.  los 
otros  rauy  menguadoa  de  cordura,  avn  que  elloa  mlsmoa  ayan  seido 
engaüadoa  enla  cosa  que  an  passado,  por  ella  non  la  entienden  nin  se 

1)  t.  poder. 

2)  1.  [al]  cauallero. 

3)  Auch  im  Libro  (h  la  Caza  hat  sich  D.  Juan  nicht  über  die  Fischerkunst  aus- 
gesprochen: 4,  f.:  Et  quaoto  dela  arte  del  peacar  non  lo  tizo  escriuir  por  quo 
tOQo  que  noD  fazie  mengua. 

4}  Rabb.  Bl.  443:  Lehre  deine  Zungi>  sagen:  ich  weis«  nicht,  denn  sonat 
k(»iintc3t  du  iUgOD  und  leicht  ergriffen  werilen. 

b)  Tilge  lo;  der  Kopist  wollte  vielleicht  at  non  vos  lo  dixease  schreiben. 

6)  I.  Ca. 

7)  1.  las  cosas,  wie  das  folgende  las  verlangt  und  einige  Zeilen  weiter  nnch 
geechrieben  ist. 

S)  1.  guardanse;  vgl.  S.  496  Antn.d;  einige  Zeilen  welter  steht  auch  non  la 
entienden  nin  se  gunrdan. 

9)  1.  coDteQio;  die  Hs.  hat  irrtümlich  c. 


506  S.  Gräfenberg 

guardan  quando  les  aoaesge  otra  tal  commo  aqnella  cosa  enqne  an 
seido  enganados  et  an  regebido  daiTo,  Et  estos  tales  son  muy  meogaa- 
dos  de  oordura.  Et  por  que  tengo  que  yo  so  mas  ceroado  ^)  destos  qne 
delos  muy  cuerdos,  non  uos  deuedes  marabillar,  sy  aesto  noo  vos  re- 
pondiere  tan  complida  mente  commo  aviades  mester.  Pero  lo  qae  yo 
entendiere  dezir  vos  lo  he.  digo  uos  que  segund  yo  cuido  los  pescadot 
son  de  muohas  maneras.  Vnos  ay  que  na^en  et  se  maotienen  enel 
mar,  asi  como  vallenas')  et  los  pulpes  et  los  congrios  Et  todos  loa 
otros  pesoados  que  nunca  salen  alas  aguas  dulces.  Otros  ay  qne  crian 
enlas  aguas  dulces,  asi  commo  las  truobas  et  los  otros  pescadoa  que 
nagen  enellas  et  non  van  ala  mar.  Otros  ay  que  nagen  et  se  crian  en 
estancos  et  en  lagunas  et  en  aguas  que  estan  quedas,  asi  commo  los 
luzes  et  los^)  tencas.  Otros  ay  que  non  crian  si  non  en  los  Bios  qne 
entran  enla  mar,  asy  commo  los  salmones  et  las  lampreas  et  loa  sabales. 
Et  otros  ay  que  se  crian  alas  vegadas  enla  mar  et  alas  vegadaa  enlas 
aguas  dulces,  asi  commo  almiros*)  et  licas  et  angnillas.  Et  destos  ay 
algunos  que  an  spinas  et  otros  que  an  concbas  et  otros  que  han 
me[f.  23'>]ros')  muy  duros.  et  por  tos  non  alongar  mncbo  el  libro,  et 
por  que  non  faxen  grant  mengna,  non  vos  los  qniero  y  poner  todos 
nombrada  mente.  Mas  sabet  que  los  menores*)  et  los  maa  aanos  aon 
los  que  mas  biuen  enla  mar  do  non  ay  gieuo-),  et  por  sn  natnraleia 
son  pequenos  ^)  de  cuerpo,  et  que  tienen  scama  et  que  an  mueha  aangre. 
Et  delos  que  biuen  enlos  Rios,  los  mas  sanos  son  los  que  an  las  mas 
destas  senalos.  Et  la  razon  por  que  teogo  que  dies  lo*)  crio  fne  por 
dar  dios  complimieato  et  onra  alas  aguas  enque  se  crian,  Et  por  que 
los  omnes  se  mantengan  et  se  siruan  dellas. 

Capitulo  XXXXIIl.  commo  el  cauallero  anciano  responde  al 
caualloro  nouel  quo  cosa  son  yerbas**). 

.\  lo  quo  nie  preguntastes  que  cosa  son  las  yerbas  et  para  qne 
fueron  fochas.  tijo,  e$ta  pregunta  mas  cumple  para  cirurgiano  qne  non 

1)  I.  cercano.  ilonn  der  Alre  will  nicht  sa^en«  dass  er  von  weniger  Klagen 
nmgeben  sei.  soiulero  dass  er  ihnen  näher  »tehe  als  den  Klugen. 
2''  I.  Jas*  Y.tUenas. 
3    1.  «ÄS  teucas. 

4>  I.  .xlaures:  vgl.  B.  S.  109;  Doiy  -  Engelmann  S.  74. 
;>'»  1.  cuoros. 
6}  1.  niojores 
7^  I.  cior.o. 
<    I.  pexi'.je:.os 
9^  I.  K»s    so.  p«'Si.*ados\ 
10'  1.  .las]  yerbas.  wie  in  der  toigecden  Zeile. 


DoD  Juan  MAoael,  El  Libro  del  Cauallero  et  del  Escudero 


ml 


para  cauallero.  Ca  muchas  otras  vegadas  vos  lo  he  dioho  que  t&oto  a 
de  fazer  el  caaatlero  para  conos^er  8U  eatado  et  obrar  enel  comrao 
deue*),  que  aaaz  le  faze  dios  merf;od  complida,  b!  enesto  a^ierta  commo 
deue.  Et  ei  ae  quiere  entremeter  en  otras  muchas  s^ieD^'ias,  sera  ma- 
rauilla  ai  laa  pudiere  saber,  K,t  por  auentura  quo  dexara  algo  dclo  quel 
cumpla*)  fazer  que  pertene^ia  ala  caualleria,  Et  cuydando  que  aabe 
mucho  aabra  poco.  Et  gierte  crct  que  todos  los  que  verdadera  mente 
son  sabidores  enfiendcn  ßio  dubda  que  aabra ^)  poco,  Et  todos  loa  que 
cuydan  que  aaben  roucho^  aeed  ^ierto  que  sahen  poco*).  Et  por  ende 
ei  yo  pudiesae,  queria  ante  poner  el  mi  saber  enio  que  cumple  al  mi 
estado  que  non  on  al,  Et  por  que,  aegund  ya  vos  dixo,  noii  cumple 
al  mi  eatado  saber  mucho  delas  yeruas,  non  voa  roarabiiledea^  ai  com- 
plida  mente  non  uoa  pudiere  reaponder  aellaa*) ,  Pero  lo  que  yo  ende 
aopiere,  dozir  vos  lo  he.  [f.  23 ''j  Sähet  que  teugo  que  las  yerbas  aon 
coaaa  que  naiven  en  tierra  Et  aon  entre  los  arbolos  et  las  simientea 
que  los  omnea  slenbran.  Et  tengo  que  an  cada  vna  dellas  prof>riedade8 
muy  seiTaittdas  et  niuy  aprouechosaa,  B>  el  omoe  que  todas  las  pudiesse 
conos^er  verdadera  raeule,  que  podria  obrar  enlas®*  cosas  rauy  af)rouecho- 
aas  et  muy  seiiaiadas  et  marabilloaas.  Et  la  Razoa  para  que  fueron 
fechaa  tengu  que  es  para  que  et  mundo  sea  maa  coniplidu  por  ellas, 
et  por  que  los  omnea  ae  aprouechen  et  ae  airuan  dellas  eu  aquellaa 
coaaa  quete^)  maa  cumplieren. 

Capitulo  XXXIllF.  commo  el  cauallero  angiano  reaponde  al 
cauallero  nouol  que  cosa  eon  loa  arboles. 

A  lo  que  me  preguntaatea  que  coaa  son  los  arboles  et  para  que 
fueron  fechoSf  a  esto  vos  digo  que  eata  pregunta  non  es  rahos  de 
reaponder  complida  mente  aella,  por  quelos  arboles  son  de  muchas 
maneras,  et  las  oosas  muy  estranas  non  las  puede  omne  saber,  si  otro 


1)  Äbnlioh  Kap.  XXXVÜl. 

2)  1.  cumple  (B.);  vielloicbt  bat  aber  im  Original  cnmplia  gestanden;   das 
folgende  perteneqia  deutet  darauf  hin. 

3)  1.  sabea  poco,    wie   in  der  foIgendeD  Zeile.    Der  Kopist  hat  sabra  poco 
BUB  der  vorhergehenden  Zeile  herllbergenommeo. 

4)  C.  Luc.  III  (S.  430/?).    Schnbl  428:    El  qae  non    sabe  coida  que  aabe. 
Prov.  fr.  U  387. 

5)  1.  aellos,  denn  auf  yerbas  soll  sich  doch  wohl  aellas  nicht  bezieben,  und 
preguntas  ist  in  dem  ganzen  Kapitel  noch  nicht  vorgekommen, 

6)  Vgl.  S.  495  «ö  und  Anhang  unter  Artikel,  Abs.  7. 

7)  1.  les. 

HomftnlMlie  Foraohungan  VII.  34 


508 


S.  Gräfenberg 


noQ  gelas  muestra  o  noD  acae^e  al  omne  algund  mester  {tor  que  las 
aya  de  Baber  bien<  Cred  que  el  meeter  es  la  cosa  del  mundo  qae  mas 
maeetro  faze  al  omne'),  Ca  al  omne  perezoeo  el  mester  le  fura  acuyhmo. 
Et  avn  el  que  non  sopiere  mucbo  de  guerra  el  raester  le  fara  eode 
Babidor,  Et  avn  el  raestor  le  fara  que  faga  vna  cordura  que  estraila 
mucbo  los  omnea  aueguardaa^),  que  muchos  omnes  dizen  aotros  que 
Don  fagan  tal  cosa,  Ca  los  omnes  querian  que  de')  dello  et  non  lo 
Razonan  a  que  es.  Et  siu  dubda  ai  ta  cosa  es  tal  co  si  que  sea  mala, 
avD  que  doq  digau  mal  della,  non  la  deue  omne  fazer,  mayor  mente 
si  8a[f.  23^Jbe  que  dirao  las  gentes  ende  mucho  mal.  Maa  dolaa  qu€ 
aoD  aprouecboaas  al  omne^  ei  malas  non  son,  non  deue  omne  dexarl 
delaa  fazer  per  regele  que  las  gentes  diran  mal  dellu*).  gierte  es  que 
noo  puede  el  omne  fazer  cosa  del  mundo  que  atodoa  plega'),  Et  si  faa 
bien^  peaa  alos  maloa  et  Razonan  Ic  mal,  Et  plaze  aloa  buenoa  et  Uazonan^ 
le  biea^  Et  si  faze  mal,  pesa  alos  buenoa  et  Razonan  le  mal^  Et  plaze  alos 
maloa  et  Razonan  le  bien.  Et  aai,  pues  omne  non  puede  fazer  todaa  h 
coaas  en  guisa  que  plega  atodos,  deue  catar  lo  que  cumple  a  el,  sol  quo'' 
non  aea  mal,  Et  non  dcxe  delo  fazer  por  el  dicbo  delaa  gentes').  Et 
esto  faze  al  omne  fazer  el  mester  mas  que  cosa  del  mundo,  Et  este 
mester  me  faze  ami  que  conosca  algo  delos  arboles.  Ca  andandc 
acaga  por  las  montatlas  et  otrosi  enlaa  guerraa  oue  aconoscer  al^ 
delloB,  Et  lo  que  jo  ende  se  es  esto:  Sabet  que  todos  los  arbolea  del 
mundo  Natural  mente  nagen  en  las  xieras'')  et  enlos  montes,  tan  bien 
los  que  lieuan  fructo  commo  los  otros.  Mas  qunndo  loa  que  lieuan 
fructo  ponen  en  loa  poblados  et  los  Riegan  et  los  labran,  fazen  ae  los 
frutoa  mejorea.  Et  delos  arbolea  Ay  vnos  que  el  su  fructo  se  come 
todo,  aai  commo  las  figueras  et  los  pernlea  Et  loa  manganoa  et  los 
membriellos  et  los  morales  et  los  sidralea.  Ay  otros  que  se  come  lo 
de  dentro  et  non  lo  de  fuera^  asi  commo  loa  alfostigoa  et  los  almen- 
droa  et  los  nogalea  et  los  avellanoe  et  loa  castauos  et  loa  robres  et  las 


1)  Not  bricht  Eiaen. 

2)  1.  a  u&gadaa. 

3)  1.  guardarloa  (G.). 

4)  Boc.  de  oro  XXXVl^J:    E  dito:  non  dexa«  de  facer  bien   maguer  qae' 
veaa  alguno  que  teto  deaprecie?  daseibat  wetlere  Belege.  —    Tbue  recht,  scheue 
niemaad. 

5)  Wer  bauet  an   der  Straaaen,    der  musa    sieb  meistero   lasseQ.     Boc.  da 
ofo  CXVI  a.  XUXbu.  •«. 

6)  Diesen  Gedanken  hat  D.  Juan  weiter  auBgespoQtieti  im  C.  Luc.  enj.  II. 

7)  1.  tierraa  oder  aierraa. 


Don  Juao  Maaue),  El  Libro  del  Cauallero  et  del  Eacndero 


60Ö 


enzinaa  et  loa  alcornoques  et  loa  coacojo».  Et  en  eatoa  coacojos  ay 
en  algunaa  tierraa  en  que  nage  grana,  que  es  coaa  muy  aprouechoaa. 
Otroai  la  [f.  24*]  fructa  delos  naranjos  et  deloa  limones  es  muy 
buena,  Pero  vaan  maa  delo*)  comer  por  el  gumo  que  non  por  fructa*). 
Ay  otroa  arbolea  que  la  au  fruta  ae  come  lo  de  fuera  et  non  lo  de 
dentro,  aai  commo  los  duraznales  et  los  priacos  et  aluarcoquea  et  las 
palmaa.  Et  commo  quier  que  los  gipreaea  non  licuan  fructo  que  aea 
de  comer,  aon  muy  buenoa  arbolea  et  muy  apuestos,  et  loa  arayhanea 
et  loa  lidonerofl  et  los  a^nfeyfoa  et  loa  mesperoa  et  los  oapinos.  Ay 
Otros  arbolea  que  nagen  enlos  montee  et  nun  ae  crian  en  caaa,  Asi 
commo  piilonea  et  madrui'oa  et  texoa  et  aauinaa  et  enebros  et  eateraa*) 
et  veregoa  et  azevoa.  Ay  otroa  arbolea  que  se  crian  gerca  del  agua 
et  non  lieuan  fracto,  asi  commo  los  olmos  et  alamos  et  aalzea  et  frey- 
noa  et  aliaaa  et  bimbrea.  Ay  otros  arbolea  que  eon  pequenoe*)  que 
ton  e9pino8<v8,  et  commo  quicr  que  non  lieuan  fiucto  de  comer,  lieuan 
flores  muy  fermoaaa  et  aprouechoaas^  aai  commo  loa  roaales  bermejos 
et  blancoB  et  laa  otraa  violetaa  et  loa  azerainea  et*)  aargas  et  loa 
canbronea  et  loa  romeros  et  los  tomiellos.  Et  la  Razun  que  yo  lengo 
que  nuestro  aenor  dioa  tovo  por  bien  que  fueaaen  todoa  eatoa  arbolea, 
para')  complir  et  apoetar  la  tierra  enqiie  se  crian,  et  por  ae  aprouechen 
dellos  loa  omnes  para  los  cosas  que  los  ovieren  meater,  tan  bien  de 
loa  arboles  commo  de  loa  fructos. 

Capitulo  XXXXV",  commo  el  cauallero  aneiano  responde  al 
cauallero  nouel  que  coaa  son  hia  piedraa"'). 

A  lo  que  me  preguntastea  que  coaaa  aon  las  piedraa  et  para  que 
fueron  fechaa,  fijo,  esta  pregunta  es  aeaz  graue,  por  que  las  piedraa 
son  de  muchaa  maneras,  et  ay  grant  apartamient«  entre  laa  vnaa  et 
laa  otraa,  Ay  otraa*)  que  [f.  24»»]  se  aemejan  raucho.  Ca  las  vnaa  aon 
piedraa  pregioaas,  et  las  otraa  aon  otraa  piedras  para  fazer  otraa  cosas 
mucho  aprouechüsaa,  et  laa  piedraa  pregiosas  aoo  aprouechoeaa  por 
que  laa  aua   obras   aprouechan  alos  omnca  Et  que   uirtud   que  ha  en 


1)  I.  deU  (sc.  fractii)  oder  delos  (sc.  limoDes). 

2)  1.  por  [la]  fructA. 

3)  I.  eatepas,  eine  Art  Cisteostratiüb ;  vgl.  S.  447  Anin.  5. 

4)  1.  pequeüos  [et]. 

5)  I.  et  [lasl  aargas. 

6)  1.  [es]  para  complir. 

7)  Vgl  Vollmdller,  Ein  spanisches  SteiQbiich  (HetlbroDD  1680)  und  die  franz. 
Lapidtiires. 

8)  1.  [et]  ay  otraa  (B.). 

34* 


510 


S.  Gräfenberg 


eUftB,  et  lae^)  piedras  aprouechan  a  omne  por  que')  las 
aprouechosas  que  los  omnes  Fazen  concllas.  Et  estas  dos  maoer 
delas  obras  que  se  fazen  por  las  piedras  seiaejan  a  dos  maneras  commo 
los  omnes  husan  beuir  enel  mundo.  Ca  loa  vnoa  se  trabajan  ab«uir 
asmando  enlus  fecbos  et  enlas  cosas  del  mundo  segond  Hazon  et 
segund  naturalezn  delas  cosas,  Otros  se  trabajan  de  beair  querieDdo 
gaber  las  cosas  ante  que  acaescan.  Et  digo  vos,  6jo,  que  aegund  el 
mi  entendimiento  la  vna  manera  destas  tengu  que  es  muy  buena,  Et 
la  otra  por  muy  mala,  Ca  los  que  obran  et  biuen  segund  Raion  et 
naturalesa  faxen  seruicio  adios  et  pro  asi  mismos  et  apr«uecfaa'|  al 
mundo.  Et  las  gentes  aprouechan  se  dellos.  £t  los  que  quieren  saber 
las  cosas  ante  qae  acaezcan  et  que  quiere')  ysar  de  aus  faziendas 
segund  la  speranga  que  en  ello  ponen  fazen  todo  el  contrario.  Ca 
yerran  et  son  contra  dios  et  fazen  dano  asi  mismos  et  despueblan  ^j 
mundo  et  enpe^cn  atodas  las  gentes.  Et  por  que  beades  que  es 
quiero  Toa  lo  mostrar  muy  deolarada  mente.  fijo,  los  que  tiaeo 
razon  et  segund  natoraleza  siruen  adios,  Ca  la  Razon  et  la  naturale 
Dunca  da  a  omne  que  faga  cosa  que  sea  deaeniicio  de  dios,  ante 
fara  quel  sirua.  Ca  la  raion  le  da  entender'j  que  por  quantas  mei 
dos  le  dios  fizo  et  por  el  poder  que  ha  de  acaloüar  el  mal  que  fixiere, 
deue  guardar  su  seruicio  et  non  fazer  el  contrario.  Et  otrosi  [f.  24']  la 
naturaleza,  commo  quier  que  sea  aparejada  para  pecar,  por  qae  la 
nataralesa  ee  criatura  de  dios,  et  deque  es  criada  siempre  de*) 
OBiie  quel  gnarde  et  qael  sima.  Et  otrosi  los  qae  vsaa  con  Razoo 
acgsad  natoraleza  aprooecban  aai  nismoa»  Ca  tao  bieo  enel  comer  et 
•nel  Teuer  oommo  eo  todaa  las  com»  que  son  para  efor^ar  o  enfiaqoe 
el  cuerpo  Tsan  dellas  commo  denen,  por  ende  segund  Razon  deaeo' 
beuir  et^)  maa  aanoa.  Olroai  aprouechan  asaa  fazieodas.  Et  i>or  qoe 
quaado  ea  netter  de  dar  o  de  espender,  fazea  lo.  Et  quaodo  ea  me 
gnardmr  et  eatar  commo  gaaeo»  faaaolo.  Et  «isando  an  de  auer 
tieoda  ooa  algnno  no  lo  podieodo  eeevaar,  fiuee  lo,  Et  qoaodo 
campte  de  aaer  paz,  sahen  eatar  manerm  eoamo  la  ayaa  goardaado 
m  oara,  Bt  otrosi  aprtMiechaB  al  mundo  labraado  et  eriaado.   ea  eDcM 


t)  L  las  [ettas]  piedras  ia  Otgcpstti  sa  piedras  piedosaa. 

t)Tilge<|e». 

»  L  aytoesebaa. 

i)Lqslsi«a. 

ft)  V(i  8  462  Aan.  5. 

DL  da(G.)r 


Don  Juan  Manuel^  El  Ltbro  del  Cauallero  et  de!  Eacudero 


511 


erian  loa  mo^os  fijos  et  fijaa  deloa  omnes  de  que  biene  aelloi  pro  et 
onra,  et  es  poblamiento  del  mundo.  Otrosi  crian  cauallos  et  auea  et 
ganados  et  canes,  que  cuniple  mucho  para  la  bida  delos  omnea, 
Otrosi  fazen  mucha»  laboree,  asi  commo  eglesiaa,  moneaterios,  castielloa, 
villaa  et  forUilezaa  et  caaaft  fuertea  et  Uanaa  et  vinaa  et  huertas  et 
molinoa  et  otraa  Jaborea    mucbaa  quo  aon   grant    aemi^io  de  dies  et 

kgrant  provecho  delloa  miamoa  Et  poblamicnto  del  mundo     Mas  todaa 

reatas  criao^aa  et  labores,  quanto  a  aprouechamieoto  del  alma  pueden 
aer  aprouechamieDto^)  et  puede^)  aer  daHoaaB^  et  todo  ea  aegund 
la  enten^ion  aque  el  omne  lo  faze,  Ca  tan  bien  det  criar  delos  Hjoa 
deloa  omnea  buenos  commo  delas  laborea  dichae,  ei  laa  omne 
faze  a  entencion  quo  dies  eea  ende  aeruido  [f,  24^]  et  non  benga  a 
ninguuo  mal  dellna,  Et  esta  ea  buena  entenvion  et  buena  gloria. 
Maa  ai')  omne  faze  a  enten^ioo  de  fazer  tuerto,  o  por  que  venga 
atro*)  mal  ain  Razon  delo  que  el  faze,  o  por  que  aea  maa  loado 
delo   que   deue   delaa    gentea,    Eata    ea   mala    enten^ion    et  es  uana- 

,  glorfa,  Et  esto  non  deue  omne  fazer  en  ninguna  manera,  Maa  deue  lo 
fuzer  en  la  manera  que  deauao  es  dicba,  que  ea  buena  enten^ion  et 
buena  gloria*).  Et,  fijo,  por  eatas  maneraa  que  voa  he  dicho  me  aemeja 
que  ea  muy  bueno  loa')  que  vsan  beuir  con  Razon  et  aegund  natura- 
leza,  Maa  loa  que  vaaa  beuir  queriendo  aaber  laa  coaaa  que  aon  de 
benir  Et  ponen  enollo  au  speran^a  et  ae  guian  por  ello,  asi  commo  loa 

k'agoreroB  et  loa  aorteroa  o  adeuinos  o^)  que  vaan  noa  por  la  arte  dela 
estrelleria  maa  por  Ins  juyzioa  que  non  ae  pueden  »aber  verdadera 
mente,  o")  loa  o  loa  alijuimiataa  o^)  loa  monederoa  falaoa  et  todoa  los 
falaarioa  o  engailadore?,  todoa  eatoa  que  por  eato  vaan  et  todoa  loa  que 
ponen  en  ello  su  speran^a,  fazen  el  contrario  delo  que  deaueo  ea  dicho. 
Et  non  aemejan  alaa  piedraa  pregioaaa  nin  alas  otraa.  Ca  laa  piedraa 
pre^ioaas  obran  por  virtudea  ^iertaa  que  ha  en  ellaa,  Et  con  laa  otras 
piedraa  obran  los  omnea  coaaa  aproueehoaas  aegund  ea  dicho.  Maa 
eatoa  talea  que  non  obran  coaaa  de  uirtudea  ^iertaa  nin  coaaa  aproueehoaas, 
ante  laa  aus  obras  aon  deaaerui^no  de  dioa  et  datio  de  aus  almaa  et  de 
BUS  ouerpoB  et  desfazimiento   et  menguamiento  del  mundo  Et  dano  et 


1)  1.  aprouecbosaa ;  aproueohameoto  iat  aus  der  vorigen  Zeile  wiederholt. 

2)  1.  pueden. 

3)  I.  13  [las]  omne  faze  wie  kurz  vorher. 

4)  Vgl.  S.  474  Anm.  7. 

5)  Vgl.  oben  S.  456  Anm.  2. 

6)  1.  [para]  los. 

7)  Ad  Stelle  des  zweitnaligen  o  los  1.  et  [lo»]  qae. 

8)  1.  et. 


512 


S.  GrKfenberg 


eBtragamiento  delaa  gentes.  Ca,  fijo,  bien  eotendedes  vob  qae  ei  qaQ. 
quiere  aaber  lo  que  es  de  benir  por  aguero  o  por  (f.  25*]  algunas  deli 
maneras  dicbas  fiizen*)  muy  grant  tuerta  adioa.  Ca  el  poder  que  el 
tobo  aiempre  enei  et  nunca  lo  quiso  dar  a  ninguna  criatura  nin  avn  a 
Santa  maria  su  madre,  nin  aninguno  de  loa  santos,  graiid  tuerto  le 
faze  el  que  lo  quiere  poner  en  ninguna  criatura.  Et  major  mente  qae 
las  nias  delaa  vezes  nunca  destaa  cosas  pueden  ellos  catar  ai  non  coa 
a]guna  manera  o  con  ulgunaa  palabras  que  son  commo  manera  de 
8acn%io  que  fazen  al  diabto,  et  commo  quier  que  algunoa  agorerüs 
digan  que  quando  quicren  catar  agueros  fazen  deztr  missas  o  oraciones, . 
esta  manera  non  ea  buena,  Ca  la  oracion  non  la  deue  ninguno  fazer 
por  que  venga  mal  della.  Et  aai  faze  mala  oracion  el  que  la  faze 
para  catar  agueroa,  Ca  la  entengion  es  mala  et  contra  dios.  Otrosi  es 
mala  manera  de  beuir  et  dafiosa  para  el  mismo  et  para  bu  alma.  Ca 
en  quanto  faze  pesar  adioBf  faze  dailo  asu  alma^  Et  quanto^)  pone 
speran^a  enlo  que  ea  por  benir,  dexa  de  obrar  enlas  coBaa  aai  commo 
le  cumple,  et  faze  daiTo  desu  cuerpo  et  de  au  fazienda.  Otroai  faze 
deepoblamiento  del  mundo,  Ca  eßperando  en  lo  quel  a  de  venir  noa 
quiere  vsar  delaa  coeaa  del  mundo  comu  deue.  Otroai  faze  dailo 
atodas  laa  gentea,  Ca  por  eataa  malaa  coaas  dichaa  toman  todaa  las 
gentes  grandea  dailos  et  grandea  engailos  en  aua  faziendaa.  Et  aai  los 
que  en  esta  manera  obran  non  aemejan  a  laa  vnaa  piedraa  nio  alas 
otraa,  Et  Biempre  oymoa  deztr  et  biemoa  que  eatos  atalea  nunca  ovieron 
buen  acabamiento  nin  buena  fin*).  Et  avn  yo  tengo  que  voa  non  podria 
reaponder  compltda  mente  que  coaa  aon  laa  piedraa  et  para  quo  fueron 
fecbas,  Pero  lo  que  yo  ende  cuydo  dezir  voa  lo  he.  [f.  25^]  Tengo  que 
las  piedraa  aon  de  trea  maneraa:  laa  vnaa  prei^iosaa,  laa  otraa  deque 
fazen  los  oranes  laborea  et  hedefi^ios ,  laa  otraa  que  non  *)  del  todo 
pre^ioaas  nin  del   todo   para  fazer  bedifi^ioa.    laa  pre^iosas    son  asi 


1)  ].  fase,  wenD  man  nicht  aQDefaioen  wM,  dasa  der  Plural  sich  auf  die  AU- 
geineiDheit  beziebL 

2)  1.  [en]  qaanto. 

3)  D.  JaaD  Maouel  ist  ein  erklärter  Gegner  der  im  Mittelalter  in  Blüte  atebeo- 
den  Zauberei  u.  a.  w.  und  apricht  oich  auch  im  C.  Luc.  I  c&p.  46  in  diesem  Sinne 
aus:  (non  creadea  um  fiedos  en  ngoreros  nin  otro  devaneo;  ca  cierto  aed  qae 
ei  pecado  del  mundo  de  maa  pesar  en  que  bome  mayor  tuerto  et  mayor  dea- 
coDocimiento  face  h  Dioa  ea  catar  eo  agtleros  et  en  eataa  lales  coaaa).  Er  folgt 
aucb  hierin  dem  Beispiele  aeines  königlichen  Oheims  Ätfonso  X,  der  in  den  Siete 
Partidaa  (VIl,  Tit.  XXIII)  die  Zauberei  u.  dg),  ala  gern  ei  nach  äd  lieb  verdammt  und 
aufa  atrengate  verbietet.    Vgl.  Fita  Str.  1 13  ff.    Gast.  6  doc.  156o.   Schubl  Nr.  500. 

4)  I.  que  non  [son]. 


Don  Juan  MAuuel,  El  Llbro  del  Cauallero  et  del  Esoudero 


513 


commo  carbuDCulos*)  et  Rubia  et  diamantes^)  et  esmeraldaa')  et 
balaxes  et  prasmas  et  ^aphiroa  et  gardeilaB  et  glrgonzaa  et  estopazae*) 
et  aljofaree  et  torquesas  et  cal^adoniaa  et  crietaleB  et  otras  piedras  que 
fallan  enlaa  animatiaa,  asi  commo  eleetoriaa  *),  que  fallan  en  laa  mo- 
Irellaa  et  en  los  pies  dellaa  gallos  et  delloa  capones  muy  biejoa,  commo 
delao')  piedras  aapiaa  que  fallan  enlaa  cabe^aa  deloa  aapos.  las  que 
aon  para  fazer  hedifiyioa  aon  aai  commo  las  piedraa  pedernales  o  laa 
guijaa  0  las  piedras  para  fazer  cal  o  yesao  o  aus  semejantea.  laa  que 
eon  entre  laa  piedraa  pregtOBas  et  laa  otras  para  fazer  hedifigioa,  aon 
commo  las')  jaepea**)  et  loa  marmoles  et  aua  aemejantea.  Ca  aon 
pre<^!io8aa,  Et  otrosi  pueden  fazer  et  fazen  dellas  algunoa  hedifi^ioa. 

Capitulo  XLVI;  commo  el  cauallero  aogiano  Reaponde  al  cauallero 
nouel  que  ooaa  aon  loa  metalea. 

A  lo  que  me  preguotaates  que  coaa  aon  loa  metalea  et  para  que 
fueron  fechoa,  fijo,  commo  quier  que  los  caualleroa  non  ae  pueden  man> 
tener  ain  metalea  et  an  por  fuer^a  de  vsar  coo  todoa  o  con  loa  mas 
dellos,  Pero  en  conugyer  que  coaa  aon  loa  metalea  non  perteneage  a 
eatado  de  caualleria.  Ca  loa  caualleroa,  por  mucho  que  biuan,  aaaz  an 
de  fazer  en  toda  au  vida  en  seruir  aua  aeiiores  et  ayudar  aua  amigos 
et  defender  aei  niiamos  et  alo  auyo  Et  en  fazer  mal  et  dano  et  vengarae 
de  aquellos  de  que  obieron  Re^ebido  tuerto.  [f.  25*]  Et  bien  cred,  fijo, 
que  tan  bien  los  graudes  aeilorea  commo  loa  otroa,  qualea  quier  quo 
biuan  en  eatado  de  cauallero,  que  bien  aay  commo  en  ninguna  manera 
non  denen  fazer  tuerto  nin  aoberuia  aninguno,  bien  asi  quando  los 
alguno  fiziere  tuerto,  non  gelo  denen  aofrir,  ante  ao  deuen  ende  vengar 
lo  maa  ayna  que  pudieren.  Ca  ai  non  lo  fizieasen,  Yonir  loa  ya  endo 
doa  daiioa  muy  grandee.  El  voo,  aofrir  el  mal  quo  obieaaen  Re^ebido, 
et  el  otro,  dar  exempto  a  otroa  muchoa  quel  fizieasen  easo  miamo'). 
Ca  bien  cred  que  de  tal  manera  aon  los  omnea  todo8;  que  mae  deuen  de^^) 


1)  Vgl.  Span.  Steinbuch  S.  23. 

2)  Vgl.  Span.  Steinbucb  S.  2—3. 

3)  Vgl.  Span.  Steinbucb  S.  9, 

4)  Vgl.  Span.  Stetobuch  S.  14. 

5)  Vgl.  Span.  Steinbucb  S.  5. 

6)  l  las. 

7)  I.  loa  jaepes. 

8)  Vgl.  Span.  Steinbucb  S.  6. 

9)  Corneiüo,  Cinna  IV  3:  Qui  pardonne  aisöment  invite  ä  Toffenser. 

10)  dener  =  aicb  acbeueo  ist  nicbt  belegt.  Graphisch  lieese  sich  am  besten 
dexan  de  (unttiHasaon)  vorschlagen;  auch  dubdan  de  und  temen  d?  sind  in  Er« 
wägang  zu  ziehen. 


514 


8.  GrSfenberg 


fazer  enojo  et  mal  al  que  saben  que  si  gelo  6zieren  que  se  veogar« 
en^),  qae  noo  al  que  sabeo  que  tan  mesurado  et  tan  sofrido  es  que 
dara  passada  a  quales  quier  que  gelo  fagan.  Ca  si  quiera  dizen  los 
caualleroe  vn  prouerbio  que  el  que  quiere  beuir  en  paz  qne  se  apureje 
para  la  guerra^).  Et  el  que  quiere  que  los  otros  se  atreuan  ale  fazer 
guerra  que  guiaose^)  aus  fechos  commo  descuydado  que  cuyda  siempre 
beuir  en  paz.  Et,  fijo.  bien  cred  que  en  todo8  los  estados  de  los  omnet 
DOD  ay  ninguno  segund  Razon  en  que  los  cninmo*)  sean  mas  apareja« 
dos  para  non  beuir  roucbo  commo  en  estado  de  caualleria,  Et  esto  por 
Razon  delos  grandes  trabajos  et  de  los  grandes  peligros  que  faa  enel 
Mas  que  en  ninguno  otro  estado^),  si  dies  por  la  su  mer^ed  non  le 
quiere  alongar  la  Tida.  Et  sabet  que  dios  aluengue*)  la  vida  en  este 
mundo  alos  omnes  por  tres  Razones  ay  o  por  alguna  dellaa.  La  vna 
es,  si  el  omne  faze  tales  obras  que  sean  en  todo  loado  dios  et  sa 
eenii^io  atal  commo  cete ,  aluengal  dios  la  [f.  25^]  uida ,  por  esto  por 
que  quanto  mas  biue  mas  loa  et  firme  ^)  adios;  la  es  si  faze  cosas  may 
aprouecbosas  poblamiento  et  mantemiento*)  del  mundo.  Ca  ^ierto 
es  que  dios  quiere  el  poblamiento  et  el  mantenimiento  del  mundo.  Et 
el  que  io  faxe  eomo  deue  sirue  enello  adios  et  cample  su  uoluntad,  Et 
por  ende  aluengal  dios  la  vida  por  que  Io  puede  fazer;  la  otra  es,  si 
el  omne  es  de  tan  buen  corregimieoto  en  si  mismo,  que  si  faxe  an 
vida  ordenada  mente  et  con  Razoo  et  gaarda  bien  su  complision  et  su 
salud,  por  qne  faze  su  yida  ordenada  mente  et  con  Razon  et  natural 
mente,  aluengal  dios  la  vida  por  dar  complimiento  ala  naturaleza  del 
omne  non*')  la  quiere  defazer  sin  Razon.  Et  si  por  aventara  el  omne 
qoe  ha  ensi  estas  tres  cosas  dies  le  lieua  ayna  del  mundo,  deuemo« 
crer  que  Io  lieua  por  que  non  le  quiere  dexar  en  este  mundo,  que  e« 


f)  1.  ende. 

2)  Si  vis  pacem,  pju^  bellniD.  Part.  U  Tit  I  Ley  lY:  £1  vdo  es  ttempo  de 
paz.  EI  otro  tiempo  de  guerra.  En  el  tiempo  de  p&s  se  denen  aparejar,  e  de 
««r  todas  las  eosaa  qne  son  meaeeier,  para  en  tieopo  de  gaerra  para  qtie  laa 
teogBB  prestaa,  e  se  puedan  nejor  ayndar  dellas  quando  le«  faei«  menealar. 
Sen  Tob  140.  C»v.  Cifar  247. 

3)  I.  goie  oder  guieae  [et]. 

4)  L  oanas;  commo  ist  der  folgenden  Zeile  entoommea. 

5)  Vgl  8. 454  Ann.  6. 

6)  Der  Konjunktiv  tat  hier  sehr  aofüllig 

7)  1.,  wie  einige  Steilen  weiter,  sirae;   loar  ec  »eniir  adios  komoit  oft   n 
••■•«n  vor. 

6}  L  [al]  poblaaisnto  et  [al]  mantenimiento. 
9)  L  [st)  »0«. 


DoQ  Juan  Manuel ,  El  Ltbro  del  Gauallero  et  del  Kscudero 


515 


Ueno  de  engailos  et  de  pecadoa,  por  que  podria  perder  el  alma  ai  el 
mas  fincasae,  por  le  dar  galardon  ayoa  por  loa  bienea  et  por*)  mere- 
cimieDtoa  que  eneate  mundo  oviere  fechos.  Et;  el  quo  por  tal  manera 
lieua  dio9  deate  mando  es  de  buena  bentura.  Mas  las  otras  muertea 
8on  de  otras  maneras,  Et  segund  el  mi  eDtendimiento  todas  laa  muer> 
tee  que  los  omnes  tnueren  mn  en  trea  maoeras.  la  vna  es  rouerte  natural, 
quando  el  omne  biue  tanto  faata  que  ae  acaba  toda  la  humidat  et  ia 
calentura  natural.  Entente  por  que  cl  apiritu  uidal  non  ha  en  que  so 
mantener,  ha  por  fuer^a  afallecen  lu  es  niuerto  de  galardou,  quando 
el  omne  toma  inartirio  por  la  fe  la  quäl  dios  quiera*)  que  ayan  aquellos 
que  la  desean»  o  quando  dioa  le  quie[f,  26*]re  dar  galardon  delos  ser- 
uicioB  quel  ha  fecho.  la  otra  ea  muerto  de  Juati^ia,  quando  el  omno 
por  6U  mala  Tcntura  faze  talea  obraa  por  que  roere^e  jueti^ia  enel 
caerpo  et  enel  alma,  por  que^)  et  por  auentura  laa  aus  maldadea  non 
8on  aabidaa,  o  por  que  ea  tal  omne  que  loa  que  an  afazer  la  juatigia 
enla  tierra  non  pueden  o  non  la  quieren  conplir.  Entonce  enel  cumple 
la  dioa  que  ha  poder  dela  fazer  et  nqui  non  ae  eacondc  ninguna  coaa. 
Et  ai  por  aventura  la  au  justi^ia  ae  aluenga  algun  tierapo  contra  los 
talea  omnes,  por*)  pecado  del  puebki,  que  el  mal  que  ellos  fazen  que 
lo  fazen  atalea  que  meregen  que  conaienta  dioa  que  lea  venga  mal  de 
aquellos  maloa  et  por  que  dios  quiere  consentir  que  fagan  tanto  mal 
por  que  aya  el  de  moatrar  enetlos  su  justicia  complida  o  por  alguna 
oosa  ascondida  que  aabe  dios  et  non  la  entienden  las  gontes.  Ca  ^ierto 
68  que  loa  que  son  maloa  et  fazen  malaa  obraa  et  non  se  arepienten 
nin  se  quieren  partir  dellaa,  que  ei  ulguna  buena  andanga  an,  que  non 
lea  puede  durar  mucbo  nin  aver  buena  fin.  Et  asi  todo  omne  se  de- 
bna  guardar  de  fazer  malas  obras  por  que  dioa  non  gelo  acalonase 
eneste  mundo  nin  enel  otro.  Et  mayor  mente  loa  caualleros  que  an 
tanto  mestor  la  graoia  de  dios^)  para  lea  guardar  las  almas  et  para 
loa  mantener  en  eate  mundo  en  onra  et  ain  verguonga,  et  para  lea 
guardar  de  los  peligros  enque  todo  el  dia  andun  mas  que  ningunos 
omnea  do  otros  estados,  de  quo  aabe  dios  quo  passe  yo  muchos,  en 
quanto  a)  mundo  dura  et  viaque  en  estado  de  caualleria.  Por  ende 
non  oue  tiempo  nin  logar  de  aprender  mucho  de  otras  aabiduriaa  nin 

1)  1,  por  [los]. 

2)  I.  quiere. 

3)  por  que  giebl  hier  keinen  Sion;  es  ist  vermutlich  aus  der  vorhergehenden 
and  folgenden  Zeile  beruhe rgelesen  and  zu  tilgen, 

4)  I.  [ea]  por  pecado  del  pueblo.  —  es  ist  wegen  des  vorhergehenden  omnes 
vom  ächreiber  übersehen  worden. 

b)  Vgl  S.  455  Anm.  2. 


516 


8.  GrSfenberg 


de  otras  egien^ias,  Et  por  eata  RazoQ  bj  non  uoa  pudiere  responder 
complida  monte  que  cosa  aon  los  raefaks,  non  [f.  26"^]  lo  deucdes  tenor 
por  marabillu^  maa  lo  que  jo  entendiere  dezir  uos  lo  he.  Digo  vos 
que  yo  tongo  que  los  metales  son  cosas  que  ee  engendran  enla  tierra, 
segun  que^)  la  comptision  que  ha  la  tierra  do  se  engendran.  Et  los 
que  yo  ende  ee  son  estos.  Primera  mente  cl  oro  que^)  el  maa  noble 
de  todos  los  mctales,  et  la  plata  et  el  argen  biuo  et  ei  latoD  et  ei 
cobre  et  el  fieno  et  el  plomo  et  e!  estailo.  Et  oy  dezir  que  cada 
vno  destoa  metalea  era  comparado  a  vna  delas  eiete  phnetas')  et  avn 
que  se  engend raua  enla  tierra  por  el  poder  et  por  la  virtud  que  dioa 
pu80  en  aquelta  phiueta.  Et  la  Razon  para  que  tengo  que  dio9  quieo 
que  fuesaen  loa  metalea  lechos,  es  para  complimieDto  del  mundo 
para  que  los  ooinca  se  siruau  delloa. 

Capitulo  XLVII,  coramo  el  cauallero  aociano  responde  al  cauallero 
nouel  que  cosa  ea  la  mar. 

A  lo  que  nie  preguntastea  que  cosa  es  la  mar  et  para  qae  foe 
fecfaa,  fijo,  coramo  quier  que  loa  caualleroa  alaa  vegadaa  vaan  de  faser 
cauallerias  aobre  mar,  para')  aaber  que  coaa  es  la  mar  pertenegc  mas 
ala  BQlengia  et  ala  arte  delaa  naturas  que  ala  arte  dela  caualleria. 
Por  ende  non  uoa  dcuedea  marabillar,  ai  complida  mente  non  vo»  pu- 
dicre  responder  a  ello.  Pero  dezir  tos  he  vna  cosa  que  acostumbran 
todos  adezir  dela  mar.  fijo,  todos  loa  omnea  dizen  que  la  mar  eiempre 
esta  en  vna  de  dos  maneraa,  o  eata  en  calma,  o  eata  braua  o  sanuda. 
Et  eata  calma  et  esta  braueza  siempre  acaesge  en  la  mar  aegund  el 


1)  Tilge  quo  oder  I.  que  [es]. 

2)  I.  que  [ea]. 

3)  Es  fallt  auf,  dass  D.  Juan  mit  den  sieben  Planeteo  acht  Metalle  io  Ver- 
gleich Bottt.  WahrscheiDtifih  ist  latoo  (Messing)  als  UetalltosamnjeDsetzuog  au»- 
zascbeideo.  Möglieberweise  ist  aber  auch  das  jurgeo  bitio  (Quecksilber)  voo 
D.  JuaQ  DQT  als  eine  besondere  Art  des  Silbers  angesehen  und  deshalb  nicht 
tnitgerechoet.  Isid.  Uisp.  Orig.  Lib.  XVI  Kap.  XVI  aagt :  Septem  autem  snnt 
gencra  metallorom:  aurom,  argeotatn,  ae«,  electrum,  atagnum,  plumbnin  &  qao<lj 
dotoat  omnia,  ferrum  ^  and  ebend.  Kap.  XXni,  wo  von  dem  electraoo  iosbesonder«  i 
die  Rede  ist,  nennt  er  drei  Arten  desselben:  Ynam  quod  ex  pini  arboribM 
flidt^  quod  suocinum  dicitur.  Aiterum  metallum,  qnod  natnraliter  invenitnr,  6C  i 
prrtio  |]»betur.  Tertium  quod  fit  de  tribas  partibas  aari  et  argenti  vna. 
partes  etiam  si  naturam  resoluas,   Innenies.    Wenn  Isidoras  das  electmm   unter 

^  MnUUe  reebnet,  so  mag  er  ea  deshalb  tbnn,  weil  es  aach  schon  in  der  Na 
!a«r  ZuMmmensetzung  von  Gold  and  Silber  vorkommt. 
U  p«ro  (Q.)«  wie  das  vorbergehede  commo  quier  qae  andeutet  (vgL  Aa- 


Don  Juan  MaDuel,  El  Libro  del  Caoallero  et  del  Escadero 


517 


vieDto  que  enella  faze.  Ca  si  el  viento  ee  muy  grande  et  muy  fuerte, 
es  la  braueza  dela  mar  muy  grande  et  muy  fuerte,  et  quanto  el  viento 
es  menor  es  la  au  fuer^a^)  mas  |f.  26°{  p^qaeila^  Et  en  quaoto  ninguD 
viento  non  faze,  non  es  la  mar  saimda,  ante  eata  en  calma  et  inas 
aeegurada.  Et,  fijo,  tienen  loa  sabidores  que  en  esta  misma  guisa  con- 
tege  atos  grandes  seiToreS;  que  asi  commo  la  mar  es  graode  et  cabo 
en  ella  mucboa  nabios  et  inuchas  cosaa  de  que  los  omnes  ee  pueden 
aprouechar  Et  ella  de  su  naturalezu,  si  el  viento  non  hi  muebe,  sienpre 
esta  queda  et  mansa  commo  dando  aentender  quel  plaze  que  las  gen- 
tea  anden  por  ella  Et  ae  aprouechan^)  et  ae  mantengan  con  laa  cosaa 
aproueohoeaa  que  en  ella  son.  Mas  quando  el  Tiento  tiere  enella  faze 
la  ensaiiar,  Et  muchaa  vezea  tan  grande  es  la  fortaleza  dela  su  saiia, 
que  faze  perder  qualea  quier  nabios  que  enella  aean:  fijo,  bien  asi  es 
et  deuen  aer  los  grandea  seiiorea.  Ca  ellos  de  au  naturalezu  sieopre 
deuen  aer  mansos  et  de  buen  talante  Et  deuen  querer  que  todas  las 
;  gentea,  de  quäl  manera  que  aean,  quepan  en  la  su  mer^ed  et  viuan  et 
se  mantengan  et  ae  aprouechen  en  lo  que  elloa  an.  Maa  quando  lea  fazen 
cosaa  deaaguisadaa,  por  fuer^a  ee  an  de  ensaiiar  et  de  enbraue8(;cr  segunt'*) 
las  cosaa  deaaguiaadas  que  les  fazen,  asi  cre^e  la  sana  et  la  braueza*). 
Et  tantaa  pueden  ser  las  cosaa  deaaguiaadas  que  contra  ellos  aean  fecbaa, 
que  en  guisa  sera  que  toda^)  la  saila  et  la  braueza  que  muchas  de 
uezea  re^iben  ende  daHo  los  oulpados  et  los  que  son  sin  culpa.  Et  por 
que  vi  yo  que  muchas  vegadas  acae^io  esto,  et  passe  por  elio,  vos 
puedo  fablar  en  eato  mae  verdadera  mente  que  en  la  pregunta  que  me 
fiziestes  que  cosa  es  la  mar.  Pero  lo  que  yo  ende  cuydo  dezir  uoa  lo  he. 
Digo  voa  que  yo  tengo  que  la  mar  [f.  26"^]  es  cosa  que  crio  dios  et  que  es 
ayuntamiento  de  todas  las  aguas,  et  todas  las  aguas  aalen  della  et  toroan 
aella.  Et  como  quier  que  el  agua  dela  mar  es  aalada  et  amarga^  Et 
las  otraa  aguaa  que  salen  della  aon  de  muchaa  maneras  et  an  mucbos 


1)  Es  muBS  wohl  braueza  beissen.  Das  zweimalige  fuerte  hat  den  Irrtom  des 
Schreibers  veranlaast 

2)  I.  aprouechen. 

3)  I.  [et]  seguDt. 

4)  EstadoB  I  9t  (S.  ä36a  unten):  et  cömo  los  grandes  seuores  son  com- 
parados  ä  la  mar.  FreyUg  III  410.  Boo.  de  oro  LXX«»8;  daaelbat  weitere  Be- 
lege.    Part.  II  Tit.  IX  Ley  XXVIIL    Jouro.  aa.  I  30. 

5)  B.  bringt  die  anoetimbare  Konjektur  quitada.  Indessen  ist  die  Stelle  auch 
so  veretändticb.  Man  darf  sich  an  der  Wiederholung  des  que  und  an  dem  Fehlen 
des  in  ende  stockenden  de  vor  loda  nicht  stosaen.  Äholiche  Konatruktionen  sind 
bei  D.  Juan  Manuel  nicht  ungewöbnlicb  (vgl.  Pronomen  and  Konjunktionen  im 
Anhang). 


51B 

■■%trf>i  Mio  MM  M  por  ^oe  eslM  nborw  ajaa  de  I»  aar,  mt 
pm  <l  Mbor  qoe  toaaa  Mm  logtrat  psr  do  powi  por  ImobAOb 
ticiTt.  Ei  U  RocoB  qoo  p>  toogo  por  qoe  onettro  oedtr  fioo  Ib 
M  por  »ootrtr  «mOo  oa  gnnt  potev  por  qiM  Im  wiiifii  oo  iirai 
io  oproMcioB  do  Im  pMeodM  et  defat  ootM  sprosecbotst 
oooilo  toi, 

Ctpilalo  XLVm*,  totamo  el  conanero  oo^iaoo  ro«poode>>  qoo  i 
M  It  tiorr«, 

A  Io  qoe  nie  pregaotMtes  qoe  com  e«  U  dem  et  porm  qoe  fso 
feehfl,  fijo,  aenta  pregunta  omne  del  mando  ooo  podria  rMpoBder  oob«| 
plida  mento,  quo  tai   cosa  e«  la  tierra;  et  taotas  coaas  t  en  eHa  <i«#1 
üxnpino   non   la«   podria  nin  contar  todas.    Ca  dioa  fizo  enellA  tolc 
coiaf  et  tan  entraflaii,  que  avn  macbas  dellas  qua  omne  aee  et  { 
■on  muy  graoea  de  eotender.    Eeto  semeja  mncho  alos  juizioa  de  dk 
C»  rommo  qttier  qoe  todoa  veemos  las  cosas  commo  acae^eo  £t  amb»»^ 
mos  r;iertB  mcnte  qae  todo  ae  faze   por  la  Toluntad  et  por  el  coneen» 
timi(^nto  de  oueatro  leilor  dioH,  con  todo  eeso  oon  Io  podemos  eotender. 
Este  non  et   por  qae   los  juyzioa  de  dies   dod  sean   lany  derecfaoa   et 
nuy  con  Rtzon,  ma«  os  por  que  los  nuestros  entendimieotos  sod  eo' 
bur^ltos  en  pccndos  et  enoeta  carne  que  es  muy  menguada  de  saber  a 

YCompararion  deloB  juyzioo  do  dioB.  Et,  fijo,  avn  que  los  juizios  o  loa 
UfiMH  <jUo  ae  fa7,en  por  voluntad  de  dios  parcgen  muy  estrailas,  8a[f.27»)bet 
quo  todo  so  faze  derecha  mente  por  que  a  dios  non  se  pocde  encubrir 
coiia  ninguna,  nin  al  «u  juizio  non  Io  puede  enbargar  auogado  ningunO| 
|>or  mwy  lütrado  quo  (ina.  Et  por  endo  el  nunca  Judga  si  non  segund 
tabo  que  oh  Ih  verdad.  Et,  iijo,  commo  quier  que  entre  dios  et  loa 
omnoH  ny  ruuy  pequena  comparacion,  Pero  per  qu§  dios  puso  enel 
mundo  )um  Royos  et  los  sonoros  para  maetener  las  gentes  en  justi^ia ! 
et  on  durocho  et  en  paz,  los')  acomendo  la  tierra  para  fazer  esto,  Por 
endo  los  iloyos  et   loa   soiTores  que  non   an   otro  juez  sobre  si  si  non 

^ioB,  douon  cntar  que  loa  pioitos  que  ante  ellos  vinieren  que  los  judguen 
Bgund  Io  qun  fuoro  verdad'}.  Et  entrel  juyzio  deloa  seilores  et  delos 
ofl\;lale»  quo  elltm  ponen  et  an  de  judgar  los  pleitos  por  fueros  et  per 
leys  ay  osta  difereuvia:  Io»  juozes  que  aon  puestos  per  otro  non  deueo 
Jadgtr  loB  pleitos  quo  ante  ellos  vienen  segund  ueen  nin  segun  Io  que 
ellos  aabon,  sioon  segund  Io  t)ue  es  razonado  entre  ellos  o  Io  qne 

1)  K  In  ÜboroiDStitiiiDung  mit  dvn  aaderea  Kapitelüberschriften  reapoode  (al 
cauAlkro  noutül], 

2)  l.  («>t]  lof. 

3)  Vgl.  Kap.  XVI.    L.  Inf.  Kap.  IV:    dales  Dios  buenos  reyes  dereobos  «C 
pladoaos  quo  loa  maoteoKan  en  pax  et  en  juaticia.   Sem  Tob  93.    Dlsc.  der.  71. 


Don  Juan  Manuel,  El  Libro  del  Cauallero  et  del  Escudero 


619 


fallaren  cn  aquellaa  leya  et  en  aquellos  fueros  por  que  an  de  judgar. 
Esto  es  por  que  son  sometidos  aquellaa')  Heys  o^)  aquelloa  fueroB  por 
que  hao  de  judgar  et  de  dar  cuenta.  Mas  los  Reys  et  los  grandes 
senores,  por  que  non  son  sometidos  nio  an  de  dar  cuenta  si  non  adioa, 
Don  deuen  judgar  ai  non  por  la  verdad  que  eopieron  ^ierta  raeotO;  et 
non  deuen  ereer  que  lo  que  ellos  cuydan  que  aquello  es  la  verdat*), 
niD  se  deuen  arebatar  foata  qaelo  sepan  ^ierta  mente.  Maa  de  que 
la*)  Bopiercn  deuen  lo  judgar  aeguod  verdat  et  sin  ninguna  mala  eo» 
ten^ion  et  deuen  se  acordar  que  dios  los  pueo  eP)  aquel  estado  et  que 
ael  an  a  dar  cuenta  et  que  del  an  a  regebir  galar[f  27*>]don  bueno  o 
malo  segund  los  ju/zioa  que  dieren.  Et  deuen  ser  ^iertos  que  mucho 
bien  que  fagau  que  nuoca  les  sera  olbidado.  Et  si  algun  juyzio  malo 
dieren  o  de  quäl  quier  fecho  malo  que  fagan,  que  noo  ayan*)  de  auer 
pena  en  este  mundo  o  enel  otro  o  en  amhos.  Otroai  deuen  catar  mucho 
los  Reys,  et  los  graadea  seilores  que  fagan  las  cosas  comn»o  deuen.  Ca 
todos  los  sua  fechos  son  en  dos  maneras :  o  son  talea  que  non  pueden 
nin  los  deuen  acomendar  aotri^  si  non  fazer  loa  et  librar  los  ellos  mia- 
moB,  0  aoQ  tales  que  non  pertenes^e  dolos  librar  ellos  et  los  deuen 
acomendar  a  otro.  Et  ai  elloa  loa  quisieren  todos  librar  o  todos  aco- 
mendar, fazen  muy  grant  yeno.  Ca  enquanto  libran  lo  que  deuen 
acomendar  a  otri,  picrden  el  tiempo  de  librar  lo  que  pertenei^ia  aellos, 
Et  si  acomiendan  a  otro  lo  que  ellos  deuian  librar,  non  ae  libra  tan 
complida  mente  commo  deuie.  fijo,  commo  quier  que  los  Reys  et  loa 
grandes  seilores  an  muchas  cosaa  de  fazer  para  guardar  aus  almas  et 
BUS  cuerpos  et  sua  estados  et  las  tierraa  que  les  son  acomendadaa, 
^ierto  sed  que  loa  que  eatas  doa  cosas  guardan  que  guardaran  todo  lo 
'quo  les  cumple  para  dios  et  para  el  mundo:  la  vna  que  Jtidguen  los 
coaas")  que  ante  ellos  vinieren  con  verdat  et  con  derecho  commo  de 
Buso  es  dicho^  la  otro  es  que  las  cosas  que  el  a  de  librar  que  las  non 
Acomiende  a  otri,  Et  las  que  otri  ouierc  de  librar  que  se  non  enbargue 


1)  Vgl.  8.  462  Anm.  5. 

2)  I.  et,  wie  knrz  vorher. 

3)  Dieselbe  ADfurderung  stellt  AlfoDso  X  an  die,  welche  am  Hofe  und  an 
Stelle  des  Ktinigs  Geriebt  halten:  Part.  II  Tit.  IX  Ley  XVIII:  £  porende  los  que 
han  de  judgar  en  la  corte  del  rey ,  tienen  muy  graod  oficio ,  por  que  non  tan 
»olamente  judgan  los  pleytoa  que  vienen  .inte  ellos,  maa  aun  hau  poder  de  judgar 
los  Qtroa  jiiezea  deia  tierra.    E  por  todo  eato  ban  auer  muchas  boodadea. 

4)  1.  lo  wie  6.  oder  beziehe  la  auf  verdat. 

5)  I.  en. 

6)  Tilge  non  (B.)  oder  lies  noo  dexan. 

7)  U  las  oosas  oder  los  caios  (Racbtstalld). 


eMMB»  äüMB,   Et  «lo  M  fo  pcfta  ■Ml«  q«e  es  veriat. 

■ot  70  v«r(U<iera  meDte  qoe  con  e«  U  DenrB  «t  to4»  W  1 

Etio  M«  podri«  yo  fu«r,  [f.  27«]  mm  ereo  qie  «bi 

qa»  /•  f  twadi  eseUo  <l«nr  mm  !•  be.    Digo  vm  qae  jv 

kl  bem  a«  eaM  q«e  erio  ■■mIio  Mitor,  et  qae  et  nedr»  de  Codas  !■■ 

lodM  ee  lonua   aeSe  por^  loe  grendee  dimeiliMinrtw  de  aaem 
de  Tallea  qae  eoelU  ba,   Et  por  d   sol  et  ha  plaaetw  et  d  ajre 
iereo  en  todoe  loa  lasaica  dela  tiem  ea  tbs  wbhw  ■  ^  Per  eade 
tierraa  et  Ut  eoaaa  qae  eaeUaa  ae  eriaa  aoa  aoa  todaa  de  vaa  \ 
ante  aoo  taa  depaitida«.  que  las  coeaa  qae  enias  vaaa  tierra»  fe  fi 
Aj  moe&aa  oCraa  tierrai  eaqoe  Ua  aoa  eooos^eo  nin  ae  podriaa 
0^0  fazer  eoeUa«,    Otroti  tengo  qae  la  Etazoo  por  qoe 
dba  ftao  k  tierra,  et  por  manteoer  el  maodo.    CSa  tommm  qater 
mochaa  cOBaa  ay  qoe  euoipleii  et  apaestao  el  mundo«  algaoas  dettaa 
aj  qae  aTo  qoe  ellas  oHsogaaaaea,  oon  deEaria  el  tnaodo  de 
la  tierra  e«  voa  delas  eoaaa  qae  ai  eOa  aoa  faeaae,  noo  podria  aer 
Dondo,  Et')  por  qae  «e  eriaeseo  eoeUa  todaa  laa  eosas  de  qoe  el  1 
aemido  et  loado,  Et  loa  omnet  para  eayo  aemi^  fiao  dioa  ladaa 
eoaas  de  la  tierra  por  qoe  ae  manteogaa  et  aproaeebea  deOaa. 

Capitolo  XLV111I*,  comtno  el  eaoallero  ao^iaoo^  depoes  qoe  oto 
respondido  atodas  las  pregootaa,  fizo  Toa  pregoota  al  eaoallero  aoaol. 

Fijo,  commo  qaier  qae   yo    tengo  qne  ataotae  pregimtafl  ef  taa 
estraßafi  qae  me  tob  fexiestes ,  qae  yo  non  ros  podria*)  reaponder  nia 
006   respondi   tan   complida   roentc   commo  era   mester,  Pero  gradeaco 
mncbo  adios  que,  en  quäl  quier  manera  qae  fae,  qne  tos  he  respondido 
atodo,  Et  ruegu  [f.  27']  tos  qae   si  alguoa  cosa   ay  qae  tengadea  por 
apruuecbosa,   qae  lo   gradeecades   adios   et  qae   creades  qae  todoa  loa 
btenes  vienen  del  et  non  de  olra  cosa  ningona.    Et  macbas  cosas  qaa^ 
BO  yo  ^terto  qoe   faliaredes  y  que  non   son   may  aprouecbosas   nio  dal 
muy  boen  recabdo,  qoe  me  non  poogades  culpa  ntn  tos  marabiUedat^i 
ende*).    Otrosi  wob  niego  qoe,  poes  a  eetas  pregontas  qoe  me  tos 


1)  I,  niantenida. 

2)  l   [Et)  por. 

3)  I.  Et  (Ezoia  dio»]. 

4)  L  podia  wegen  des  folgenden  respondi. 

5)  Der  Einsiedler  wiederholt  hier  am  Scblass  seiner  AosfQbrungen  dieselbe« 
Orttnde  für  die  UDVollstindigkeit  seiner  Erörterungen,  die  er  schon  am  Eingänge 
derselben  eingewandt  bstte.  —  Von  bier  an  Fortsetzung  und  Schluss  der  ffitinnia-| 
erz&hlang. 


Don  Juan  Haooel,  El  Libro  del  Caaatlero  et  del  Escudero 


52M 


feziestea  uob   he   respondido   enia  raanera  <ju©  yo  pude,   quo  me  non 
querades  fazer    mas    preguntas    daqui    adelante.     Ca   bicn    creed    qtiefl 
tanto  he  dexado  de  mi  oracion  et  de  otrae  cosas  que  me  avia  de  fazer 
para  enmendar  alguoa  cosa  anuestro  seilor  dioB  de   rauchoa  yerros  et 
pecados  quel  yo  fiz,   para   cuydar  enlaa  respuestas  que  vos  a?la  adar, 
que  ei  agora  en   otras  me  mestiessedes^)^  que  mo  seria  grant  daiio  efafl 
non  lo  faria  en   ninguna  manera  del   mundo.     Et  ruego  vos  que,  pues^ 
voa  yo  respondi  atodaa  las  preguntas  ({ue  me  fezieates,  qu©  me  respon- 
dades  ros   ami   avna.     Et  ta  pregunla   es   esta:    Et  voa   tan   man^cbo^ 
sodöft  et>  segund  lo  quo  yo  se  dela  vueatra  fazienda,  tantoa  trabajos  voa 
acae^ieron   dei^ta^)  vuestra   mo^edat    fasta  agora ^   que    nunca  ovieetea 
tiempo  para  poder  cuydar  en  tantaa  cosas  onromo  yo  veo  et   ae  que 
voa  avedea  fecho.    Per  ende  vos  ruego  que  me  digadea  en  pocaa  pala«^ 
bras  en  qual  manera  lo  pudieatea  fazer.  ' 

Capitulo   quinquagesaimo,   corao   el   callero^)   nouel  reapondio   ala 
pregunta  quel  fizo  el  cauallero  an^-äano. 

Seunr,  dixo  el  cauallero  man^ebo,  non  ae  commo  pudiease  gradea^er, 
adios  et  a  vos  quanto  bien  tengo  que  me  ha  venido  en  estaa  coeaa  que 
me  voa  moatraatea.  Et  quiera  jf.  28*|  dioa  por  la  au  roeroed  que  d«] 
alguna  dellaa  me  pueda  yo  aproucchar  en  gulsa  que  aea  su  aerufgio,  et 
me  veoga  ende  pro  al  alma  et  al  cuerpo.  Et  yierto  aeed  que  yo  tengo 
que  todas  eataa  coaas  que  me  voa  avedea  moatrado  aon  todas  muy 
buenas  et  inuy  aprouecbosaa.  Et  alo  que  me  rogastes  que  voa  non 
fiziease  maa  preguntas,  Sabet  que,  comrau  quier  que  muchaa  coaaa  que 
yo  lenia  que  me  cumplian  que  voa  queria  preguntar,  que  lo  dexarofl 
por  vos  non  fazer  euojo.  Et  puea  veo  que  voa  tantaa  bueaa*)  coaaa 
me  auedea  moatrado,  que  ai  yo  taa  pudiesae  aprender,  que  me  cuplian^) 
aaaz.  Et  ala  pregunta  que  me  fezieatea  vos  digo  que,  commo  quier 
que  yo  ao  de  poco  entendimiento,  qu<j  todas  laa  coaas  que  oue  de  fazer 
aiempre  las  fiz  en  eata  manera.  Quando  contienda  oue  con  alguno, 
sienpre  eapcre  que  el  tuerto  quo  ae  leuantasse  del.  Et  laa  coaaa  que 
oue  de  comen^ar,  eoque  avia  alguna  grand  auentura,  aiempre  penae  si 
me  podria  parar  al  mayor  contrario  ai  acaecieaae.  Et  ai  eotendi  que 
me  podria  parar  aello^j,  et  ai  non,  dexe  delo  comea^ar.    Et  eulaa  otraa 


1 


!)  1.  metiesaedea. 

2}  I.  deade  vueatra  moeedat  (B.). 

3)  ].  cauallero. 

4)  1.  buenaa. 
b)  I.  cumpltan. 

6)  I.  El  ü  eatendi  que  me  podia  parar  aello  [lo  fix]  (G,}. 


Dr>n  Juan  Mannol,  El  Lihro  «lel  Ca»iallero  er  del  Kacndfro 


r.23 


A  n  h  a  n  g*). 


Artikel. 
I.  Formellps. 

1.  Die  Oeklination  dos  Artikels  entspricbb  dem  heutigen  .Spracli- 
gebrauohe;  fast  durchweg  JHt  aber  der  bestimmte  Artikel  mit  der  KasuR- 
präpoaition  verschmolzen.  Verdoppelung  des  anlautenden  /  hat  nur  in 
dellaa  cosas  4^2 -m^  stattgefunden, 

2.  Verschmelzung  des  männlichen  Artikel«  mit  vokaliaeh  aus- 
lautender Präposttion  oder  Konjunktion  ist  nur  durch  wenige  Beispiele 
ÄU  belegen:  antet  Rrt/f44it;  ftara/  inßcrno  4G0  » ;  desfjud  falc(fn  furre 
puvito  en  xn  altwa  .  .  37  ö.  Die  Schreibung  enl  oder  ml'  ist  nichts 
weiter  als  eine  Abkürzung  von  enel,  das  ich  daher  ohne  Bedenken  in 
den  Text  gesetzt  habe. 

3.  Was  die  durch  Gründe  des  Wohllauts  bedingte  Vertretung  des 
weiblichen  bestimmten  Artikels  durch  den  männlichen  betrifft,  so  konnte 
diese  im  ältesten  Spanisch  vor  jedem  Vokal  stattfinden;  im  Neuspanischen 
ist  sie  auf  zweisilbige  Substantiva  mit  anlautendem  betonten  a  (oder  ha) 
beschränkt,  hier  ist  sie  aber  obligatorisch  «vgl.  Förster  §  370  .'^l.  D.Juan 
Manuel  folgt  im  allgemeinen  dem  modernen  Sprachgebrauche;  doch  findet 
sich  neben  et  arte  auch  la  arte  4b5sj  511  is,  316 1»,  2si,  3io.  3aß,  4  &, 
andererseits  el  vor  unbetontem  o:  envl  arrnu  49  »u.  fwp/  <ildfa  88  4. 
d  angostura  77  &,  79  m  ,  87 15. 

n.    S}^ntaktiaches. 

1.  Di©  Appellativa  und  Abstrakta  sind  in  der  Verwendung  des  Ar- 
tikels inkonsequent.  Während  er  vor  inßerno  immer  gesetzt  ist,  steht 
er  bei  parayso  bald  {47 In,  473  a,  49()ä^  492  lo),  bald  fehlt  er  {4f]8-je, 
472 1,  488  ao).  Während  ferner  satUa  egtesta  493*  mit  dem  Artikel 
versehen  ist,  fehlt  dieser -^75  lo,  m,  522  2t,  453  «;  los  aacramentos  dr  santa 
fif/lesia.  So  steht  auch  spiritu  mnto  490  u  ohne  Artikel.  D.  .luan 
schreibt  verdat  uos  digo  472  t ;  tan  hien  en  tieuipo  de  ^jaz  conimo  en 
tiempo  de  guerra  450  a,  aber  enel  ttempo  dela  gucrra  o  dela  paz  458 ». 


1)  Ich  habe  zur  Beleuchtang  von  D.  Joan  Manuels  Sprachgebraaob  von  den 
übrigen  Schriften  des  Verfassers  —  ans  den  S.  430  aogeflibrten  Gründen  —  nur 
uoch  das  Libro  de  la  Cara  heniDKiehen  könaea.  Die  Citate  hieraus  aoLersclieiden 
sich  durch  den  Druck  der  Belegziffem  and  die  niedrigere  Seiteozahl  (1—89)  leicht 
von  den  Belegeo  aas  dem  Libro  del  Cauallwro  et  dcl  Escudno. 

RomUDlsvbo  rorscbuagiMi  VII.  35 


524 


S.  Gräfenberg 


Auffällig  ist  auch  das  Fehlen  des  Artikela  507  a:  coatts  qtie  nacen  en 
fietray  sowie  in  dem  Ausdrucke  acalo  de  ferner  dia  o  de  quarto  59  u. 
In  esta  pregunta  mos  cumple  para  cirttrgiano  quc  non  para  cauallero  506  » 
und  ähnlichen  erklärt  der  Vergleichsafz  das  Fehlen  des  Arrikels. 

2.  Todo^  das  heute  im  Singular  in  der  Bedeutung  „ganz",  im 
Plural  immer  den  Artikel  hinter  sich  zu  haben  pHegt,  steht  bei  D.  Joao 
Manuel  noch  zuweilen  ohne  Artikel :  todoa  pcmres  neben  tmiox  loa  pe- 
sarcs  4(j()  is ;  todos  arüctdos  dda  fe  489 .13 ;  fodos  los  viertes  et  todos  pia- 
zert'S  473  ta.  Der  moderne  Sprachgebrauch  überwiegt  aber  schon.  — 
Nach  Analogie  von  todo  steht  der  bestimmte  Artikel  auch  nach  cada 
in  der  Verbindung  cadal  dia  460»,  4^2*,  489  31,  492  k,  51»,  ft9i5; 
cada  dia  ist  seltener. 

3.  Vor  einer  Grundzahl  steht  der  Artikel,  wenn  sie  „¥on  einer  ge- 
nannten oder  gedachten  Zahl  einen  Teil  abzieht"  (Die»  III  42),  489i 
E  tos  artlcuioff  de  In  /V  ^'J**  qitaiorzef  los  Hielt  pertenes^en  ala  diuinidü 
Ei  loa  sieie  ata  humanidat.  —  Vorwandt  mit  diesem  Falle  sind  die- 
jenigen, wo  der  blosse  Artikel  einem  H  ttuo  oder  d  otro  gegen  überstell  t» 
also  offenbar  distributive  Bedeutung  hat:  eu  la/rangiteza  et  enla  escaseza 
ay  quatro  tiutHera^'i:  Im  cna  e,s  franqttezay  et  la  otra  es  deagastnmienlo^  ia 
otra  €9  esctaeza,  et  la  ex  auareza  455  aa;  end  esfuer^^o  et  enel  miedo  ay  quatro 
manet'as:  la  vtta  es  seer  omne  e^for^adoj  la  ff>^  ^ff  quexoso,  la  otra  e« 
.^eer  medroao,  la  otra  es  seer  spantom  475  2i\  les  dio  armas  para  se  de- 
fetter  et  para  se  youernary  las  de  dientes ,  las  otras  de  colmiello»  ^  las 
de  cueruos,  las  otras  de  vrfaSy  lax  de  ligereza  de  pies,  El  acada  vnas 
mpind  les  es  mester  498  t;  514 1^.  Wenn  hier  auch  vom  Standpunkte 
des  Neuspanisohen  aus  vno  oder  oiro  vermisst  werden  mag  —  Oayangos 
fügt  es  in  den  Text  — ,  so  lässt  doch  die  öftere  Wiederholung  dieaer 
Auadrucksweiee  eine  gewisse  Gesetzmässigkeit  erkennen.  Förster  be- 
legt hiezu  delta  pari  e  della  (von  der  einen  Seite  und  von  der  andern) 
aus  dem  Poema  del  Cid^). 

4  Dem  Altspan.  eigentümlich  ist  die  Freiheit,  vor  dem  PoBsetni 
pronomen  den  bestimmten  Artikel  zu  verwenden  oder  auszulasae 
D.  Juan  setzt  den  Artikel  meistens,  also  z.  B.:  del  tni  linage  445  i;  del 
mi  poco  saber  4682*;  enel  su  poder  et  con  ia  su  uoluntad  447  t^;  m« 
encomiendo  enla  vnestra  graria  et  enlas  mestras  santas  oracionea  446  u ; 
daneben  por  tni  peccado  44?  n;  su  sangre  verdadera  452«;  vuestro 
Camino  462  3  u.  s.  w.     Auch  der  unbestimmte  Artikel  kann  unmittelbar 


i)  Dieser  distributive  Gebrauch  de«  bloaseo  Artikels  sobliesst  natürlich  di« 
«lern  beutigen  Sprachgebrauche  entsprechende  Verbindung  el  uno,  el  otro  nicht 
ans.    Sie  findet  sich  z.  B.  497 19  und  20»?. 


Don  Juan  Manuel,  El  fJbro  del  Cnuallero  i-t  «lol  KsiMidnin 


525 


vor  dem   PoBBeesivum   stehen   mt   stt   ftt/conero  81  *  =   nspan.  un  faf- 
couero  au^o^). 

5.  Man  hat  sich  daran  gewöhnt,  itn  Span,  den  beRtimmteti  Artikel 
als  charaktetiBtiHchea  Merkmal  de»  äuperiativs  anzusehen.  D.  Juau 
setzt  ihn  gewöhnlich,  lässt  ihn  aber  auch  ziemlich  oft  aus:  q^ual  es  was 
ottratlo  estado  entrv  los  Ugo^  452  n;  quai  es  ntayor  plazei'  o  el  inayor 
pemr  459  is;  esta  ea  la  /so.  iregunta]  que  mos  ligera  menfe  vos  pufdo 
responder  452  n ;  ma  delan  com^  que  se  man  rsa  475  ti, 

6».  Für  den  im  Nsp.  ganz  verschwundenen  Teilungsartikel  (Diez  III 47) 
findet  sich  bei  D.  Juan  nucb  ein  ßeiapiel:  Cd  el  lodre,  ifuando  fievp  cd 
ßjo  pequeno,  .*i  le  ßeri'  con  itt  tma  niano,  dal  del  (tan  cou  la  otra  494  m. 

7.  An  Stelle  oines  persönlichun  oder  hinweiseuden  FQirworts  steht 
der  Artikel  495k:  El  delas  vos  digo  giie  . . .;  podria  obrar  enlas  cosas 
nmy  aprauechoi^as  5(f7  u. 

Substantiv. 

1,  Der  Plural  wird  wie  heute  gebildet:  abweichend  ist  /o.s  Reg» 
451  *,i3f  453  I,  4S229,  519s,ii^ti  neben  Ecyrs  51Hw,ao;  lege  ölS»*, 
519  i,  a  neben  leyes  451  w;  neblis  502  t,  504  n;  bahari»  und  boniin  504  w 
neben  jaualies  496  u,  escrucies  505  j. 

IL  1.  Der  Gebrauch  des  Dativs  statt  des  Aocusativs  als  Objekt, 
welcher  im  Nsp.  im  wesentlichen  auf  Personennamen  benchränkt  ist, 
war  im  Aap.  viel  weiter  ausgedehnt  (P.  §  369).  U.  Juan  setzt  vor 
Personennamen  gewöhnlich,  vor  Sachnamen  zuweilen  die  Präposition  d. 
Oft  finden  sich  Beispiele  des  Objekts  mit  und  ohne  d  nebeneinander: 
,  .  ,  para  que  Sffi  bnen  Key  ei  nwntenga  hien  im  et  asu  Regno  et  asn 
estado  469  a ;  Gouemar,  vestir  et  aluergar  los  pobres  por  amor  de  dios, 
et  visitar  los  en/ermo»,  ei  redemir  los  captiuos.  et  soterrar  los  muertoSf 
et  castigar  alos  errados,  et  amostrar  alos  non  sabios  et  conaejar  al  qiie 
ha  mester  consejo,  et  ayudar  al  cuyiado  . .  491  ta;  Ca  dflla»  /sc  besfinsf 
ha  que  ea^an  et  toman  aotras  495m;  Atodas  esta»  coms  nin  otro  bitn 
ninguno  non  pitede  auer  el  cauallero  455  ». 

2.  Das  von  einer  Präposition  begleitete  Substantiv  steht  zuweilen 
an  Stelle  eines  Adjektivs  oder  Adverbs  und  wird  ganz  ebenso  be- 
bandelt: deuese  tener  por  de  buena  Ventura  462  lo;  tobose  por  muy  de 
bttena  Ventura  462 1«,  518  u;  vos*  seruire  qunnto  fnidiere  muy  de  bwnu 
menie  462 n;  mos  con  Razon  tt  man  piadosa  menfe  493 17. 

Ac\jektiv. 
1.    Hier  sind  einige  Abweichungen  vom  heutigen  Spracbgebrauche 
SU  yerzeichnen:  \.  Bueno  ist  unverändert  in  bueno  recado  '#^'ii  (neben 

1)  Seltener  die  verkUrxt«  Form:  un  tu  abu«lo  {Colomtk,  Peqanüeoet  8.  39itK 

3fi* 


5215 


S.  GrSfeoberg 


hum  pergamino  44^  lo) ;  grande  iet  im  L.  def  C.  et  det  E,  gar  nicht,  im 
L.  de  1(1,  Caza  einmal  zu  gran  abgekürzt:  ia  gran  braueza  16  9.  Regel 
ist  grant,  einerlei  ob  das  folgende  Substantiv  männlich  oder  weiblich 
ist,  vokaliach  oder  konsonantisch  anlautet:  gratU  plazer  443  t ,  grant 
verguefn;a  45S  t% ;  daneben  seltener  ^rawrf.'  grand  uerguettfyt  457  »,  grand 
penifencia  522 1^,  512  ä,  36^1.  »Vaw^o^  verliert  teils  o  teils  io:  sanf 
blas  88  80,  s(mt  felizes  89  »,  sant  miguei  76  23,  san  miguel  85 10.  Zu  be- 
achten ist  die  weibliche  Form  mucta  man'a  87  «  und  öfter  neben  der 
heutigen.  Es  sei  hier  gleich  erwähnt,  dass  auch  die  Ordinalzahlen 
primero  und  tercero  vor  folgendem  Substantiv  nicht  immer  ihr  0  ver- 
lieren: el  primero  dia  2Ai,  31a7,  del  primero  Rey  443  »y  nl  tercero 
df4$  4fX)ii;  das  0  ist  gefallen  21iä,  is,  «0,  24dsu.  s.  vr, 

2.  Hinsichtlich  der  Komparation  ist  zu  bemerken,  dasa  der  absolute 
Superlativ  durchweg  mit  mut/  (und  mucho)  gebildet  wird,  nicht  durch 
Anhängung  von  isimo  (vgl.  Adverb). 

II.  1.  Wird  fodo  zur  Verstärkung  eines  Adjektive  gebraucht,  so 
richtet  es  sich  wie  dieses  nach  dem  zugehörigen  Substantiv:  cueflo 
aluas,  que  aon  todas  negras  500  2&,  In  folgendem  Satze  steht  vielleicht 
das  Adjektiv  apuesto  an  Stelle  eines  Adverbs:  las  aguiltu^  .  .  .  toman 
todas  t'stas  ca<;as,  mus  iion  mtuj  ligera  tnctde  nin  mucho  apuesto  5t iJ  : 
Indessen  legt  ein  ziemlich  gleichlautender  Satz:  ca^an  mag  ligera  metUe 
e  mas  afuiesta  [sc.  meute]  bir>  die  Vermutung  nahe,  dass  apuesto  ein 
Schreibfehler  für  apuesta  ist. 

2.  Ruckwirkende  Kraft  besitzt  das  im  Teilungsgenitiv  stehende 
Substantiv  77  ae:  m  rna  poca  df  agua;  muchas  de  nezes  517  21;  vgl.  F. 
§  391  £nde. 

Zahl"wort. 

Beachte  die  Formen  primo  522  7,  seteno  490  7,  n,  sepfeno  490  t», 
noueno,  dezpiio  491'-*,  amo,s  465  ta,  472  s,  80 1«,  a/>»«8  22  s,  anbos  444  10, 
anbas  21 29;  aber  amhos  519  n.  —  cient  e  sesenta  45 19. 


Pronomen. 
A.  Perft^nalprononif^n. 

Absolutes   Personalpronomen. 

I.  1.  N08  und  t-oÄ,  welche  die  neuere  Sprache  zu  nosofros  and 
ifonoh'08  erweitert  hat,  erscheinen  bei  D.  Juan  Manuel  durchweg  ncich 
in  der  uraprünglicheu  kurzen  Form:  go  vt  mio  ßjo  .  .  ,  podemos /iutr 


Jüan  Manuel,  El  Libro  del  Ctauallcru  et  del  E8cuden> 


Ji27 


cauaileros  non  io  seymiäo  ho8  445  h  ;  non  se  comwo  pvdmse  grades^er  adio» 
et  a  vog  quanto  hien  tengo  que  me  ha  vefiido  eti  estaa  cosas  que  me  vos 
mostrastes  521 1?. 

2.  Für  die  3.  Pers.  Sing.  Masc.  igt  el  lieget.  Eininal  steht  die 
Torrn  eilo,  nämlich  am  Schlusao  von  Kap.  XXXVIH,  wo  vom  Menechon 
die  Rede  ist:  Tengo  que  [sc.  dios\  lo  crio  por  quanto  al  mundo  dure 
sea  tieruido  ei  loado  por  eilo, 

3.  Alle  Fürwörter  der  dritten  Person  kororaen  in  der  Verschmolzung 
mit  Präpositionen,  besonders  de,  vor,  so  del  461 19,  462 n,  463 22  ,  .  . 
verca  del  443  k,  untd  444  10,  17*,   dt  IIa  443  3,  448  s,   dello  45?  7. 

4.  Von  den  pleonastischen  Verbindungen  mit  con  findet  sich  neben 
den  noch  heute  üblichen  Formen  nur  conbusco  462  5. 

IL  1.  Zuweilen  steht  das  abs.  pers.  Fürwort  da,  wo  die  moderne 
Sprache  die  konjunktive  Form  allein,  oder,  wenn  ein  besonderer  Nach- 
druck auf  dem  Fürwort  liegt,  die  absolute  Form  mit  der  konjunktiven 
zuläast.  80  las  otras  aves  wo»  ca^an  aellas  503  3 ,  et  los  a^otes  et  los 
falcones  ca^an  aellas  503«.  Ki  esto  cumple  ami  mucho  466  i;  atni 
paresge  475  t;  ami  semeja  482  th^  aber  me  paresi^e  ami  478  u^'  me  Jaze 
ami  508  iu;  que  nie  respondndnt  ras  ami  521  fi. 

2.  Reflexiv  gebraucht  ist  das  persönliche  Fürwort  461  a:  Et  lo 
que  dexa  deles  fazer  non  es  siriofi  por  enbargo  de  pecados  0  de  mala^ 
obras  quelos  ownes  ponen  entre  dios  et.  rllos  .  . .;  492 n:  Ca  el  que  non 
quiere  cuydar  si  non  sola  mente.  en  los  fechos  sptrituales,  non  aprouer.hn 
si  non  ael  mismo,  Mas  el  que  cuyda  et  obra  enlas  cosas  spirituales  H 
temporales  commo  deue,  aproiiecha  asi  mismo  et  atros  mucho.  517  e:  la 
mar  es  grande  et  cabe  en  ella  muchos  nab/os,  (Möglicherweise  ist  je- 
doch cabe  (intrans.)  Prädikat  zu  nabios).  Ein  Beispiel  aus  dem  Conde 
Lucanor  citiert  F.  §  4(>1  4. 


Verbundenes   Personalpronomen. 

L  1.  Die  abgekürzte  Form  os  ist  bei  D.  Juan  Manuel  noch  nicht 
vorbanden:  vo»  envio  447  n;  envio  eos  lo  447 is;  de  bos  las  contar  to- 
das  491  u;  Regd  vos  ende  447  aa. 

2.  Die  alte  Dativform  //  statt  des  gewöhnlichen  le  (die,  wie  der 
Plural  lis,  besonder«  dem  Norden  angehört  —  vgl.  Haist  in  Gröbcra 
Grundriss  8.710—)  steht  464*:  si  dios  li  faze  tanta  merced;  4SI 

vn  setior  que  troxiesse  su  consejo  et  su  fazienda  mag  mal  errado,  e-t 
mandaseli  algun  su  camllo  que  feziesse  algunu  eosa  .  ,  , ;  66  »,  85  t. 

3.  Aus  euphonischen  Gründen  nimmt  der  Dativ  des  persönlichen 
Fürworts  der  3.  Person  vor  folgendem  le,  la,  lo,  /es,  los,  las  die  Form 


528 


S.  Grifenberg 


ge   an    (nsp.  se):   gela  444  t7 ,  48ao;    gelas  477  ai.  508  i,  463  3 ^    ^€77 io, 
483  ti  u.  8.  w. 

4.  Von  der  Freiheit,  me,  tt\  se,  le,  h  auf  provenzalischo  Weise  mit 
Unterdrückung  des  e  oder  o  dem  vorhergehenden  Worte  anzuhangeo, 
macht  D.  Juan  nur  für  die  beiden  letzteren  Fürwörter  Gebrauch,  und  zwar 
meist  nach  Verben,  oder  von  Verben  abhängig  auch  nach  anderen  Wort- 
arten :  Üftegal  488 17,  pfaze/  457  i,  plogoi  4(j3  ts.  pesal  457  j,  dal  494  », 
ilfol  46237,  dexof  4ß3u,ßzol  4€3*y  aluengal  514 is,»,  moslrnndol  16«, 
jmedel  21  »;  quel  457  i,  458 1»,  462  n  u.  s.  w.,  qimndol  22  i,  nol  20  tr, 
yal  =  ya  le  HJis,  57  u,  äi7ö9m,  paral  co?jos^*«r  Ö.»  w,  del  seruir  45C)n; 
ähnlich  474  9,  488 n. 

II.  1.  Die  perBÖnlichen  Fürwörter  der  dritten  Person  sind  gründ- 
lich mit  einander  vermischt.  Dies  gilt  in  erater  Linie  für  le  und  lo. 
Lo  kommt  als  Accus,  maac.  statt  des  heute  gebräuchlicheren  fe  bei 
l>.  Juan  sehr  häufig  vor.  z.  ß  :  (juieu  es  el  que  puede  et  lo  deue  fazer 
tauallero  455  n;  dios  qiie  lo  crio  et  lo  redimio  vt  le  ßzo  tarttos  biene» 
et  sähe  cierta  tnenh'  quelo  vee  et  to  entiende  458  x).  Le  und  lo  neben- 
einander: deucmos  crer  ipie  lo  iieua  por  que  nan  le  quiere  dexar  en 
ftv/r  mundo  514  im.  Capitulo  XXIV.  commo  el  escudero  Sf /ue  para  lot» 
corU:s,  E  le  Recebio  ei  Hey  mug  bitn  et  lo  eclio  asu  titrro  mny  Jiico  et 
muy  onradü.  —  Übrigens  irrt  Diez,  wenn  er  meint,  dass  nur  die  ältere 
Sprache  io  al»  Acc.  masc.  anwandte.  Bei  den  zeitgenössischen  Schrift» 
stellern  kommt  es  noch  vor,  z.  B.  bei  Alarcon  (f  1891),  der  es  in  den 
Novelas  cortw^  II  S,  106  in  acht  Zeilen  fünfmal  anwendet. 

2.  Die  Vermischung  von  If  und  lo  geht  »o  weit,  dass  auch  lo  als 
Dativ  an  Stelle  von  k  tritt,  wenn  auch  nur  selten:  la  gracia  de  dio* 
lo  ha  de  manteuer  la  onra  455  *,  21  lo. 

5.  Umgekehrt  steht  If  für  das  neutrale  h  471  ?;  nan  le  oyo. 

4.  Die  Vermisch ung  von  Dativ-  und  Accusativform  erstreckt  sich 
auch  auf  den  Plural.  So  ist  les  Accu$^ativ  4^0 n:  vnos  [ac.  ftchosj  ay 
que  en  diziendo  les  parett^en  bnenos  484u,»tf  lös,  22»,  51  is  a.  a.  w.; 
daneben  los  515  to:  para  fos  manteuer  eti  esie  mundo  en  onra  et  sin  ver- 
guen^a  et  para  les  gnardar  de  los  pe/igros.  —  los  ist  Dativ  458  ».• 
commo  loa  deue  seer  buen  companero;  479  u:  fos  da  atodos  manleni- 
mienfo  518 ts;  Ha«:  Betten  los  comen^ar  adar  huena»  cxtrnes,  ptro  ttct% 
dr  cada  dia,  mas  daries  tres  vezes  en  la  scmaHa.  —  Als  Subjekt  eines 
Infinitive,  der  von  dexar  abhängt,  steht  bald  der  Dativ,  bald  der  Accu- 
sativ,  z.  B.  non  les  d^uen  dexar  dormir  16««,  neben  deuen  los  dewar 
dormir  loa»;  vgl.  auch  lea  faze  i/r  [bü.  lau  estrellasj  478 u. 

5.  La  statt  lo  uud  umgekehrt:  el  qur  esfado  de  cauallero  a  de 
mantener,  asaz  a  tpte  eiiydar  en  commo  la  mantengoy  Et  w  de  buena 


Hm  Juau  Manuel»  El  Lfbro  del  Tattallero  et  del  Eacudero 


ventfira  et  fazele  dies  mucha  merceä.  si  la  pu^de  tnantener  commo 
(true  475  j  (vgl.  den  Erklärungsversuch  8.  475  Anm.  2i.  Mas  si  me 
preguntaaedes  alguna  eosa  ddo  qiut  petienesi^e  al  eaiado  de  cauaUeria, 
por  auentura  vos  responderta  a  eih  ton  renabdo  Pero  cut/do  que  lu 
dexades  475  to.  Hier  ist  fn  noch  auffätliger.  Der  Jüngling  soll  es  unter- 
lassen, den  Alten  weiter  zu  fragen  Das  wurde,  wie  kurz  vorher  durch 
ello,  hier  am  besten  durch  lo  ausgedrückt  werden.  Zur  t^rkiärung  des 
weiblichen  la  mu8s  man  annehmen ,  es  beziehe  sich  auf  ein  zu  er- 
gänzendes jtregwita,  wenn  dies  auch  etwas  gezwungen  erscheinen  mag. 
Die  umgekehrte  Erwägung  musa  .sfattfioden,  wenn  man  lo  In  folgendem 
Satze  erklären  will :  pares^^e  me  que  esta  pregunta  que  me  fazedes  cn 
tan  f>ocas  pa/abras  que  lo  fazedes  f/or  me  prouar  473  in.  —  Otrosi  et  que 
oye  alguna  cosa,  et  seualada  mmte  quando  /  o  oye  aJguno  de  quien  quiera 
aprender,  si  aquel  queta  muestra  non  falla  en  aquella  coaa  muff  verdu- 
idern  mentf  et  muij  cornjUda,  es  muy  graut  daüo  al  quda  de  apren- 
'  der  iöO  tt :  ähnticli  4S2ii.  Hier  steht  sowohl  lo  ab  fo  auf  alguna  coaa 
bezogen,  und  beide  Kürworter  sind  berechtigt:  lu.  wenn  man  den  Wort- 
laut von  alguna  cosa  in  Betracht  zieht:  lo,  wenn  man  nur  an  den  neu- 
tralen Sinn  der  Worte  (=  algn )  denkt.  —  Ca  bien  eutnidedei<  vos  que 
de  füiiffuH  maestro  tton  pwäe  omne  aprender  de  seer  cs/orrado  nin  las 
\0tra8  maneras  que  omne  ha  de  afei\  si  dwa  nott  gelo  da  o  el  non  las 
de  »ugo  483  u.  Hier  scheint  der  Verfasser  lo  auf  .teer  eaforqado 
BQCI  las  auf  otras  maneras  bezogen  zu  haben. 

6.  Auch  die  anderen  Fürwörter  wechseln  miteinander;  so  steht  le 
[für  fo  23M;  24w,  2ö«:    le  statt  los  47  21;   le  statt  /f-s  47  w.  48*»,  te;  /e« 

statt  le  5090, ti.  Es  ist  leicht  möglich,  dass  D.Juan  Manuel,  wie  Morf 
I  Literaturblatt  1881  S.  4'>0)  bei  Besprechung  einer  ähnlichen  Stelle 
meint,  bald  an  einen,  bald  an  mehrere /a/coneros  gedacht  hat. 

7.  Die  dem  französischen  eti  und  >/  entsprechenden  Fürwörter  ende 
und  y   verwendet   D.  Juan   noch  recht  häufig:    Et  el  rauallero  que  la 

ßziera  auia  ende  muy  graut  plazer  443 1»,  444  u  u.  s.  w,  —  Et  otrosi 
puite  y  (sc.  en  el  Itbro]  algtinas  otras  lluzone»  que  falle  scriiUas ,  et 
otras  algunoM  que  yo  puse  que  pertene^ian  jHJtra  setfr  y  pueaian  44if  11, 
45(Jm.  25 11,  31  9,u,  57  w. 

Pleonasmus  des  Personalpronomens. 

Ausser  den  schon  auf  S.  527  unter  II  1  besprochenen  Fällen  von 
pleonaatteeh^m  Gebrauch  de»  persönlichen  Fürworts  kommen  noch 
folgende  in  Betracht 

L  Das  Pronomen  weist  auf  i'in  vorhergeheudeb  oder  folgendes 
Substantivum  in  gleichem  Kasus  hin:  Ca  al  omne  perezoso  el  mesier  le 


J'afa  <ic«#f»ö»öl5ÖP~Ji7~5i  «n  gracia  «o«  In  i>u*'df  (rn$ 
ai  omttt  hnetio  4(i5»;  507  u. 

2.  Da»  SabttUativum  steht  im  Nominativ  voran;  das 
h^rwort  steht  im  Obliqutis  und  weist  durch  einen  Weohael  der 
»troktioo  darauf  hin :  ü^  si  por  aHaUura  d  omne  que  ha  mtsi  eäm  1 
roMU>,  dim  t$  lieu^  a^na  dei  mundof  deuemas  erer  que  .  .  514»,  II 
fM«  $i  fm  Hirn  f4>p*er«  mucko  dt  gueira  ei  mesier  It  f€tra  md4  mI-| 
fhröOS»;  m  ptmt  «frufue  tada  ia  saüa  rt  la  hrameza  qur  mHchm^^ 
wnts  re^h^H  ntde  Hmio  ios  culptuios  rt  ios  qut  son  sin  culpn  ö£7u.^ 
Statt  dea  verbundenen  Fürwort«  im  ObHquns  kann  auch  das  absolMi 
mit  «ser  PripoaitiMi  pleonastieoh  gebraackt  wenten;  e9taB  pregmim 
f«r  m#  famh^  muckas  deU4»a  kuien  eomu  gtte  ptrtmMt^eH  ala  /#  4iZm\ 
/«t/f«Aas  49  dic$  . . .  N«M  deue  mm^Mmo  ascodriaar  cw  eiios  473 Mf  im 
eaan  fm  oamr  »om  aote  mm  deht  faUmr  m  tUt»  eommo  deU»  fs 
M^  505»;  niu  prtytmta  ntm  es  rote  de  rvapond^r  rompiida  mtnU 

S,   Auf  «ia  an  Anfange  6m  Salaaa  atehendes  SubstantiTom  mit 
«iMr  Pkifoaitkwi  weist  an  abaoJstaa  pemSdiahes  Pftrwort  mit  de 
Piipoaitlaa  aaiilek:  Et  m  la$  mm$  fmri  mm  tumpim  mmeko  mm , 
frmi/mttfm  tmif  wfmdm  mtUm  494», 

B.    PeMgaai^pronoweM, 

I.    Die  voOa  titai«  Fom  «»•  aiaht  noch  4ö4  «:  mns  paart,  wri», 
ivjyilMia;  44ii4:  itl  mit  mimiimimtit;  aoost  ist  aie  vor  den  Sabataoliv 
iar  fciiman  r»na  ftwtalMB. 

IL    1.  Oaat  n»  dan  varktetaa  PoaaeauTproiioaiea   bei  D,  Joanl 
MmmI  gew^tobeli  der  ArtüEel  «tabt,  ist  aeho«  bei  Beapt«ehang  deaj 
latitiiM  baaatki  worden.     YarbMufen  vit  den  Denonatrativiun,' 
«ia  «faaMa  m  eAoi  443  j,  csn  mi /ahütUa  44S  t  kommen  auch  wohl 
noek  bei  ■adtmen  SckriftataQem  vi>r'^  aiekt  aber  Wendungen   wie 
Ae  fb%eodan.  '-  -**-—'  ---^  f^  Attribat  vor  dem  Paaaeaaitrproafl 
«Mkt-    «9^  A  >  a;    #>to   teuf  fo  par  ^nmi 

»  iMiu  4^ «  n.  s.  «^    Die  moderne  Spraehe 

w<.  conn.  und  innr  kiiAar  dam Snbetaniiviim,  roniebea. 

h  %t  das  Poaaaarivnm  in  fnlgmaam  Sidm:  ti  m 

('     D^Wien%trmCl«pr«ww«irw. 

,01    TerwkiBibi    »weilen   sie  den    Kaaua- 
We  aa«  le»  iSiiyadSS  i;  deito  444  ai; 


Don  Juan  Manuel,  El  Libro  del  C'aQftlleru  et  del  Eacuduro 


^gu 


es80  4733a;  perdonar  al  quäl  ha  errado  491  it;  al  qu*'  casiiga  495 1»; 
)i7,  514  L 

2.  Zu  beachten  iat  auch  die  der  Vertretung  von  ht  durch  el  ent- 
Iprechende  Verwendung  des  männlichen  DemonstratiTuma  in  inpiel 
9tnide  37  S8,  «4.  daneben  esta  arte  4Ö  2«,  53  ik). 

3.  Aquesto  i^  nsp.  ei^to)  steht  noch  443  «f,  3  s  (V). 

D.   Rolativprouamen. 

1.  Das  heute  erloschene  qui,  das  im  Aap,  sehr  häuß^  war,  kommt 
lUch  bei  D.  Juan  noch  einige  Male  vor,  und  zwar  sowohl  auf  Personen 

wie  auf  Sachen  bezogen:  aquel  con  qui  »e  a  de  confessar  492  a ;  la  pro 
le  aquel  aqui  comejn  462  v;  dios  'jie  ha  poder  de  la  fazer  et  aqui  non 
le  esconde  ninguna  cosa  515  ti;  46H  e ;  las  otras  cosas  a  qui  fos  he  ya 
*e8pondido  486 1«. 

2.  In  fallarfdes  q\ie   oos   fu  podra   mostrar  462  i  hat  qne  die  Be- 
leutung  von  nsp.  tfuien;  vielleicht  iat  S.  453  Anm.  5  ebenso  aufzufassen. 

3.  Das  Helativadverb  onde  ist  nur  einmal  zu  belegen,  nämlich  522  2, 
las   gleichbedeutende  do  viel    öfter,   z.  B.  463 n,  474 1»,  489  n,  516  i, 

'518  3,522  m. 

IL    1.   Que  statt /o  ^ue  auf  den  Inhalt  des  ganzen  Satzes  bezogen: 
Et  dellos  ayque  matan  muy  bien  covnejaa,  que  es  fermoaa  cafa  61s;  511  3. 
2.    Que  im  Sinne  eines  partitiven  Genitivs:  Ay  otros  \  bc.  fructos] 
e  se  come  lo  dr  deu/ro  rf  nmi  lo  de  J'tttra  50&  a«.    Im  Sinne  des  Da- 
tivs: dando  algo  delo  suyo  muy  yranada  mente  alom  que  lo  deuia  dar 
EM;  452 li,  495  ti.     Im  Sinne  von  m  que:     Ca  muchos  onmes  ay  que 
an  muy  graut  pesar  de   rosna   <iufi  catt   Rtt^on    uon  lo  dniian  fomar 
gründe  459 1«. 
3.    Statt  cuyo,  das  Helativum  und  Possessivum  zugleich  ist,   steht 
w.w/ach  fpie;  das  possessive  Verhältnis  wird  noch  besonders  durch  ein 
besitzanzeigendes  Fürwort  ausgedrückt:  el  omne  es  eosa  que  paresre  todo 
^k/  dia  el  ««  cuerpo  et  las  sus  maneras  486  u.    Et  delos  arhohs  Ay  mos 
^^que  el  su  fructo  se  come  todo  508  k.     Ay  otros  arboles  f/ue  la  su  fruta 

se  come  lo  de  futra  tt  non  lo  de  dentro  509  5. 
^P        4.   Die  Präposition,  die  vor  dem  Rehitivum  stehen  sollte,  tritt  zu* 
weilen  vor  das  Beziehungswort.    Pero  al  que  dios  faze  fatita  merred . . . 

fie  buena  betUura  499  ae.    Et  alas  otras  [sc.  preguntas]  que   ros  nofi 
üondi,  dexolo  porque  .  ,  .  461»?. 
Fälle  mit  doppelter   Präposition:    Et  en  estos  coscojos  ay  en  algu- 
tietras  en  qu*-   na<:e  grana  509  1.     Ei  aias  cosas  que  semeja  es  al 
ndo  et  al  arbol  ira^tornado  487  u.    Et  por  qu4  en  todas  las  cosaa  eti 
ha  plazer,  quanto  mos  duren  son  de  tnayor  plazer^  Por  ende . . .  7  •• 


a.  GrSfonber)? 

5.  Kine  cigontümliche  Satzverbindimg,  \a  der  *fiie  die  Stelle  eine 
lateiniechen  Relativpronomens  im  Ablativ  (abhängig  von  einem  Koni« 
parativ^  vertritt,  ist  folgende:  Ofrosi  dize  que  fmio  qntmto  mbe  denfa 
ca^a  da  ta»  gruas  <i'fe  (odo  to  mm  t  lo  mej'or  a/irend/o  de  Dan  Benton 
dnrche  tjue  J'uc  el  mmw  que  et  nmica  t'/o  que  mas  ^opiesse  de  cara  de 
f/rua  13  u  (Sinn:  D,  Junn  sah  nie  jemanden,  der  mehr  Ton  der  Kranich- 
jagd verstand  als  jenen. 

0.  Fälle  von  Änakolutb:  Et  los  amigos  pmtizos  son  los  que  se  amcni 
por  ef  mestvi',  et  que  la  pro  del  tno  es  dailo  de!  ntro  495  *.  Et  asi  go 
que  non  yo  letrado  niit  perfenes^e  al  mi  efttado  nin  oy  nin  fablr  tanto 
eiilas  spirituales  471  s.  —  Et  asi  commo  el  que  de  nu  tioluntad  se  pagu 
de  cQitter  hnenas  biaudas  et  mnas  et  se  giiarda  de  fazer  ninyuna  cosa 
qua  enpei^ca  ata  salud  del  cuerpo,  es  nenal  de  ser  sano,  Bicn  asi  el  que 
de  yu  uoh4ntad/a2e  bnenoi^  ohrm  es  seüa/  quel  quiere  dios  fazer  bien  499  ». 
In  lotÄteion«  Falle  ist  der  Relativsatz  das  Subjekt  eines  Infinitivs  und 
eines  Nebensatzes,  dor  von  einem  unpersönlichen  Ausdruck  {es  seilal) 
abhängig  ist.  Vgl.  tnuchua  [sc.  eosm\  dellas  que  omne  nee  ef  pares^en  518  u. 
Hier  ist  qttf  in  einem  Satze  als  Nominativ  und  Accueativ  gebraachL 
Ähnlich  5lS3i.  —  Besonders  bemerkenswerte  Falle  ergeben  sich,  wenn 
unmittelbar  auf  da»  Helativum  ein  Nebensatz  folgt ,  der  gleichsam  die 
Beziehung  des  Relativ»  z»im  Folgenden  vergessen  macht,  z.  B.  504 to: 
EtiägKnas  nues  agque,  quando  se  conti iXQan  atomar  enl  mes  de /ebrerOf 
comienf^an  ellas  avenir  detas  tierrctfi  calientas,  oder  gar  520 nQ. 

7.  Hat  der  zweite  Teil  eines  VergJeichsatzes  ein  besonders  Verb, 
80  wird  im  Nap.  die  Verbindung  durch  de  lo  que  {del  que  u.  dgl.)  her- 
gestellt. Bei  D,  Juan  Manuel  steht  an  Stelle  dessen  häufig  de  quanto: 
eran  mas  f^itnpleü  al  eomien^o  de  quantos  son  agora  482  a.  Ca  fodos  »e 
preciau  mas  o  menos  de  quanto  denen  o  cugdan  que  son  486», 

£.    iRterrueativpi'oiitftiiieii. 

liaa  Interrogativum  quäl  steht  einmal  mit  dem  Artikel:  tue  pre- 
guutaste» el  quäl  e^s  el  mayor  estado  entre  los  legos  469  i«. 


F.    Frononien  indeliiiitntn. 

1.  (ttro  wie  im  Altfranzöaischen  pleonastiscb  gebraucht:  los  rosaim 
bennejos  et  Mattcos  et  las  ofras  violetas  509 n.    (Vgl.  Diez  III  84.) 

2.  Olri  als  Nominativ:  Et  otrosi  non  In  paede  apretuier  otriy  si 
noH  d  que  es  muy  letrado  485  lo,  519 so;  ala  Obli<juu8:  delo  que  omne  a 
de  aprender  de  otri,  non  vos  sahria  dar  reeabdv  47/23,  485  u:  a  oiri 
529  ir,  «j,  so. 


Don  Jttao  ÜHnuel,  £1  Libro  del  Ctualler»  et  del  Eaeudero 


533 


^ 


3.  Das  neutrale  a/ ateht  ^-i?  a* ;  cuydar  mt  eiio  et  non  efi  al;  ferner 
492  n,  5(17  n,  7  so,  19  i.  25  n. 

4.  Coda  tmo  in  der  Mehrzahl  vgl.  4iJ7i6:  segund  /erfenecia  acadu 
vnas  &HSU  natura ;  491  t :  les  dio  armas  para  se  def  ender  .  .  .  . ,  Et 
acada  vttas  segmid  ies  es  mtitter. 

5.  Die  Verkfirzuug  von  algxiuo  und  ninguno  zu  algun,  tiingun  vor 
folgendem  männlichen  Substantiv  oder  vor  einem  weiblichen,  das  mit 
betontem  u  beginnt,  ist  noch  nicht  ganz  durchgedrungen.  Neben  Formen, 
die  dem  heutigen  Sprachgebrauch  entsprechen,  achreibt  D.  Juan:  ningimu 
otro  J'tcho  .'V/Oä,  nmguiio  otro  mnne  5Ö()io,  ninguno  oiro  estudo  514  iL 
wo  schon  des  Wohlklangs  wegen  das  o  hätte  unterdrückt  werden  sollen: 
ninguna  une  50^1  t,  603  »,  ninguna  agua  66  s.  —  Zu  beachten  sind  Formen 
wie  Htngund  aiie  biua  itOSi,  rn  ningund  ti'empo  503 13,  algund  inrairr 
508  i,  aiyitiid  corredor  41 1«,  ningund  mal  olor  33 ««,  Vielleicht  ist  hierin 
eine  Anlehnung  an  das  in  der  letzten  Silbe  gleichlautende  stgumf  i  lat. 
stcnndum)  zu  finden,  daa  neben  dieser  Form  {4al  n,  493  m,  497  x,  502  «, 
506  «,  510  if «)  auch  zuweilen  die  Form  »egunt  (492»,  w,  493  *)  und  segun 
(451  9y  493  u,  24  0  hat. 

6.  Im  Sinne  unbestimmter  Fürwörter  stehen:  omue  (man»  j*.'uiand) 
483  lif  491 9,  497  «,  5f)8  n,  lo;  omne  del  mundo  51»  to;  ro,m  (etwas,  nichts) 
481  Uf  517  26;  cosa  del  mundo  508  m,  i»/  alguna  cosa  499  s,  520  u  u.  s.  w.; 
ninguna  cosa  491 7,  4ff7  m,  49929,  518  m. 

Verbum. 

i.   Allgemeine  Bemerkungen  zur  Konjugation. 

1.  Die  2.  Pers.  Flur,  hat  das  d  überall  (ausser  im  Perfectuui,  wo 
68,  wie  Diez  II  170  nachweist,  gar  nicht  vorhanden  war)  noch  erhalten: 
Südes  465  lo,  pregunfades  451  to,  mudaradey  495 1»,  dexassedes  462  »^ 
fengades  462  ai,  queredes  462  i,  460  m,  queradea  467 1«,  (fuisieredes  454  m, 
desidea  451  u,  digades  465  n  u.  s.  w.  —  Nicht  allein  ist  neben  Sredeg 
die  Form  erdes  zu  belegen  (i'iez),  sondern  auch  ardea  für  äredes:  tfui- 
sierdes  480  is,  jutdierdt'^  447  lo,  virrdea  448  n  —  fatarde»  447  m,  foUaf- 
dem  448  tj  pagardes  448«,    n. 

2.  Die  Imperfekt-Endung  i>  ist  hinter  ia  fast  ganz  zurückgetreten  : 
vgl.  noch /oei>  443  u,  aute  454  n,  02  la,  avie  89  i9;  ogie  443  it;  ti  nie  und 
podie  57 18;  podriefnj  474  lo^  dirie  40  t!». 

3.  Ausfall  von  End-f  oder  -a  ist  selten :  quis  498  ^;/uer  427 n,  491  »; 
bal  dios  500  ?  ineben  mifa  468  t). 

4.  Futurum  und  Conditionalis  lassen  fast  immer  das  persönliche 
Förwort  zwischen  ihre  Bestandteile  treten:  guardar  se  ka 458 n^  gradfcer 


^n 


5:U  S.  GrSfenberg 

/o  ht  yo  -US  a,  etitender  las  ha  el  467  »y  dezir  uos  he  516  ai,  dezir  cos 
h  hf  4So  M.  487  M,  516  a,  consejar  vos  ya  462  a,  venir  les  ya  513  »,  18 14, 
mqßar  seya  27  ii  u.  b.  f.  —  Ausfall  dee  Vokals  der  Endong:  respondre 
473  *y  495  M,  äebria  515  w,  pares^ra  60  s,  mtendra  85  u;  mit  Einschiebiuig 
von  d  zwischen  »  und  r:  baldn'an  19  lo,  valdra  458  s,  caidran  483%, 
itafdra  457  n  u.  s.  w.;  mit  Metathesis :  tema  490  iß,  veman  18ts;  pome 
443  7y  poma  444  »,  30 »,  pornia  14 1. 

5.  Das  Perfektum  hat  in  der  2.  Pers.  Plor.  noch  fiberall  es  statt 
des  nsp.  ris^  das  nach  Analogie  der  sonst  vorherrschenden  Fonn  dw 
2.  Pcrs.  Plnr.  ais  und  eis  gebildet  ist:  preguntastes  am  Anfang  der 
meisten  Kapitel,  enriasies  448  *y  leystes  467  m,  ouiestes  521  u,  rent'eMes 
465»,  ^luesieiite$  473iK  aprmd festes  467 1,  /edestes  482uy  pmdiesUe 
466  M  u.  s,  w.  Wie  aus  diesen  Beispielen  erhellt,  haben  die  Verben  der 
II.  und  III.  Konjugation  in  der  vorletzten  Silbe  i>  (vgL  Baist  in  Gröbera 
Grundrias  8.  712).  —  Die  Form  crieste  2  7  ^ffir  eriaste)  stellt  sich  zn 
leones.  crt>t\  das  Förster  §  415  Anm.  1  belegt. 

6.  Das  Plusquamperfektum  kommt  noch  hfiufig  in  seiner  nraprfing- 
liehen  Bedeutung  vor  ^vgl.  die  syntaktischen  Bemerkungen^ 

7.  Partioipium  Perfekti  auf  -tido  ist  selten :  Unudo  462  u  neben  tenido 
473».  mteikimio  464  n,  473  sMy  491», 

S.  Einen  Fall  von  Inklination  des  personlichen  Ffinroru  haben  vir 
vielleicht  in:  rfiW  h^ho  i*or  bien  rfW  lenaf  ^=.  {leuarie)  deste  mMMdo522M, 
wenn  kein  ^H^hreibfehler  für  lfyar\  vorliegt,  worauf  allerdings  dfl  =  d^ 
/<*  hintu weisen  seheint. 

II.  Uarefelmissiie  Verton. 
Ersif  Ks^ijritiMi: 

%indar  47 >  u.  -  IVaes.  Ind.  im«\i  ^.k»i!;  tifuint*  ■//•>  j.  toaj. 
amiem  M7  h<  Impf.  Ind.  aniiatio  4i*-.s.  Conj.  'iHdWiV^seii  ^r>  i^,  — 
Pttrt  (iMifWo  l^'^*Jn,  iisii»iüi  Tos«.  -  Fui,  Conj.  amindierf  29  u  37*. 
3d«^  —  Condit.  imAttn»»»  ^■r>  *.  Part,  praes.  ftm»iando  477  u,  lo*r. — 
Ptet.  perf.  (M4^mV'  47>  i.>. 

df$t'  441*  tK  —  IVaes  Ind.  »i.-  44'.  .*:  do  ^,w>j,  —  Impf.  Ind  ütki 
4i9m,  ionj.  rfiVsö*  ^>*^:  .»>Vn>^.  16  ii.  —  Perf.  dio  461a,  —  PIa«q. 
dierm  :^ix  -  Fut,  Conj.  irr  ^>  :.  ;v^:i:  dif^rm  51}* u.  —  Part, 
pm««.  Samdii  44y*v< 

f}^T4f\  IVae*.  Ind.  '>•/  t^i'*.  f^-.>  4^.2  ä:  f--s7aii  44^  u  sram  4T^  •. 
IVaj,  rs^^m  47>  K  \my>i  Irvi.  fN:.j//j  4*,<i*:  r^ana»*  474 u,  —  Perf 
*tmh  J»i»i>«K  -  Fol  ion;  f^r^üf^  4^>^.v,  10  r..  2oii,  2S*,  5Se,  ^s^r.- 
ni  &?»;  DsfWifrr*  4>jv  tv>«^  ~    Ptrt.  prac«.  e»4»dc  22a«. 


Don  Jaan  Manuel,  El  Libro  ddl  Caaallero  et  del  Eacadero  58:*) 

Zweite  Keijuf  atien : 

aver  453  a;  auer  44923.  Anlautendes  h  ist  nur  noch  im  Präsens 
(neben  Formen  ohne  h)  erhalten.  Praes.  Ind.  he  445  a;^)  ha  443i,*; 
a  452?;  avemos  lis;  avedes  463  3*^  46532;  han  472  Xj  an  45923.  — 
ay  =  (fz.  il  y  a)  447 20;  in  derselben  Bedeutung:  ^  a  460  9,  ha  456  e, 
a  48526.  Conj.  haya  455  n;  aya  452  9;  ayades  49126/  ayan  47423.  — 
Impf.  Ind.  alna  444 17 ^  avia  443  lo^  auia  443  is,  89  ",  w,  Auia  447  8, 
avie  454  la,  62  is,  nvie  89 19 ;  aviades  465  2*,  506  5  ;  avian  449  21,  auian 
450 13.  Conj.  obiesse  458  *,  498  «,  oviesse  477  u,  oviese  464  2,  ovisse  477  u ; 
obiessen  51327;  oviera  70  e.  —  Perf.  obe  498  u,  oue  446  3,  508  21;  ovo 
443 19,  444  6;  ouo  464  u;  oviestes  521 11 ;  ovieron  51223,  ouieron  465 17.  — 
Fut.  Ind.  abre  480  7;  abra  458  u,  avra  460 19,  41  w;  abremos  490». 
Conj.  obiere  476  is,  oviere  455  u,  outer e  457  ao;  obieren  51321,  ovieren 
509  2u  —  Condit.  abria  470  8.  —  Part,  praes.  abiendo  49728,  amendo 
44431,  437. 

hoher  versieht  bei  D.  Juan  Manuel  meistens  auch  die  Funktionen 
des  heutigen  tener. 

caber.  —   Praes.  Ind.  cabe517  e;  caben470ii.   Conj.  quepan  517  le. 

caer  449 11.  —  Praes.  Ind.  cae  477 11;  caen  493  8,  7«.  Conj.  caye 
39 10.  —  Impf.  Ind.  cayan  471  le.  —  Perf.  cayo  62  u,  70  m  ;  cayeron  485  ♦.  — 
Fut.  Conj.  cayere  21  w. 

creer  48933,  crer  490  3  (überwiegt).  — -  Praes.  Ind.  creo  480$; 
creen  474  u.  Conj.  creades  520  a»;  crean  80  m.  —  Imper.  creed  5212, 
cred  488 1«,  499  i,  508  2,  cret  507  7. 

fazer  445  1,  faser  28  w.  —  Praes.  Ind./a^o  447  3,  462  *;  fazes  2 11; 
faze  443  i,  7  5,  7 15,  9»?,  selten /o«  7  1;  fazedes  466 19;  fazen  453 n. 
Conj.  faga  466  7;  f ayades  467  4;  /ayan  453 18.  Impf.  Ind.  fazia  447  ta^ 
fazie  443  9;  fazian  450  ».  Conj.  feziesse  481 7,  ßziesse  444  a*,  493  i,  */ 
ßzi essen  513  ae,  aa.  —  Perf.  ßz  445 13,  i«,  447  u,  17,  449  7,  521  s,  ao,  ßzi 
445  1,  467  IS ;  feziste  2io,  ii-,  ßzo  443 10,  ftzo  522  ta;  feciestes  482  le^ 
feziestes  451  8, 452  u,  467  28,  ßziestes  448  «,  461 27, 495  20;  ßzieron  450  b.  — 
?\xi^f{.  feziera  522i8;  ßziera  443 13,17,  444  2.  —  Fut.  lud.  fare  448 13, 
472  s;  faras  2n;  fara  447 12;  faran  489 at,  4m.  Conj.  feziere  21», 
ßziere  447 la,  49430,22  9-,  ßzieren  514  1.  —  Cond.  faria  457  3-,  fariades 
465  ai.  —  Part,  praes.  faziendo  453 13.  —  Part.  perf.  fecho  443 17. 

plazer.  —  Praes.  Ind. p/a2;e  457  1.  Cou].  plega  482 n,  508 13^17. — 
Impf.  Ind.  plazia  450  2.  —  Perf.  plogo  463  is,  465  la. 


1)  Die  2.  Fers.  Sing,  kommt  im  L.  del  C.  et  del  E.  gar  nicht  vor,  da  der 
Einsiedler  and  der  Jttngling  zur  Anrede  die  2.  Pers.  Plor.  gebrauchen. 


f)B« 


H.  OrHfenberg 


poder  477  i.  —  Praes.  lod.  puedo  452 n;  puede  449 1^  pod^^ 
mos  445  b;  podedes  457  to,  4597;  pueden  451».  Cony  pueda  459  »j 
puedan  449 1.  —  Imperf.  Ind.  pädia  447  *,  podie  ö7  m.  Cooj.  pudie. 
463  3*»  pftdiene  492  u ;  pudf essen  450  i?.  —  Perf.  pude  461  m,  jmdi  474  t»l 
pudo  463  3t ;  pudiesles  466  u;  521 1:  —  Fut.  Ind.  podra  444  w.  Con| 
pudiere  445  i,  podiere  458 1? ;  pudierdes  447 1» ;  pudieren  492  i ,  *.  — 
Cond.  pndria  450  it;  podriade»  45fj  3;  jwdrian  464  9,  ftodriffuj  474  »»^ 
pudiera  403  ic;  pudifra des  465  3*.  —  Part.  pTAe».  puditmlo  481  ta;  p6 
diendo  457 19. 

poner   447  n.    —     Praes.  Ind.   pom  466$;    ponett  4S0 1.    Cooj. 
ponga  33 1»;  pongadfis  520  n;  pongan  445  u.  —   Perf.  puse  449  7;  pu9Q>m 
452 1.    —     Fut  Ind.  porne  443  t;   porna  444  so,  .30  7.    —    Cond. 
nia  14  «.  —    P.  perf.  pnesto  449  u. 

querer,  —  Praea.  Ind.  quiero  454 u;  fptiere451^;  gueredes  462  i, 
466  aa ;  quieren  459  21,  Cooj.  quierm  2  5  ,•  quitra  467  m  ;  querwies  467  u.  — 
Impf.  Ind.  querian  443  n.  Conj.  quisiesse  444  u,  26  i,  quisiese  467  r; 
quisiern  4^>3  *»,  493  m  —  Porf.  quis  498  s ;  quiso  447  ? ;  qucsiesUs  473 1*.  — 
Pluaq  quisiera  463  9;  quisieran  27  3.  —  Fnt.  Ind.  querra  460  9.  Conj. 
f/tn'siere  468  3;  quisieredes  455  u,  quisierdes  486  xt;  quisieren  16*$.  — 
Obnd.  querriu  4/)2  «.  —    P.  praes.  i/ueriendo  510  e 

sab  er  444  i:  —  Praes.  Ind.  .te  447  is ;  softes  2 10;  sähe  443  i;  sabe' 
mos  518  n;  sabedes  444  »,  465  »t;  saben  507  9.  Cooj.  sepn  480  u,  27 1% 
31a«;  sepan  483  i.  —  Impf.  Ind.  sabia  444  ts;  sahian  450  it.  Conj.  »o- 
piesse  447  i«,  xopiese  458 1»;  sopksedes  467  /a ;  sopiesfifin  487  «.  —  Perf. 
Hope  500»;  sopo  463  n^  500 10.  —  Fut.  Ind.  mbra  507 17,  17  is,  Conj. 
MOpierr  467  Uf  33  t»;  sopieren  519  9.  —  Cond.  sahria  446  b.  —  P.  praee 
sabiendo  446  7.  —  P.  perf.  mbido  450  22.  —    Imper.  sabef  455  aa,  505 1 

aer.    Die  Infinitivform  seer  {-149 13} ,  die  ohne  Zweifel  auf  lat 
/.urQckgeht,  überwiegt  gegen  t^er  {443  «\. 

Praea.  Ind.  so  447»,  448%;  es  445»;  sodes  447  h,  448  t,  465  w; 
son  445  2.    Conj.  sea  443  ti;  seits  2  4;  sean  447  »3.    —     Impf.  Ind.  era 

443  9,  ti.     Conj.  fuese  473  2,  Juesse  448  3 ;  fuessen   464  7.    —    Perf.  fue 
444 17 ;  fueron  445  ».   —    Pluaq.  /uera  465 1«,  44  n.   —    Fut.  Ind.  «ern 

444  31 ;  serafi  489  aa.  Conj./tterf^  457  u,  ßier  457  a»,  491  n ;  fuert>n  457  x.  — 
Condit.  seria  454  m,  /uera  448  Ja.  —  Part,  praee.  s^gt-ndo  445  t,  447  *,  u^^ 
öOltOfV.  —    Part.  perf.  seido  505  v,  506  2.    —    Imper.  sed  498  u; 
507  f,  521  n, 

Was  die  Verwendung  von  ser  betriftt,  so  steht  es  häufig  da^ 
die  moderne  Sprache  esiur  erfordert :  el  Reg  mitstro  senor  ea  wjui  448  «. 
.\uch  wird  es  bei  D.  Juan  zuweilen  neben  haber  zur  Bildung  der  su- 
aammengesetzten    Zeiten    intransitiver   Verben  herangezogen:    t*OH  en- 


Don  Juan  AlaoueL  El  Libro  del  CaiiaMf*ni  et  del  Eacudcro 


537 


tienden  la  com  depues  que  ea  acaescida  505  u;  non  f/dos  38 1»;  ftntf  que 
fiean  derendidos  Ö2  i. 

iener  455 n.  —  Fraes  Ind.  tengo  447  iv;  Hene  45?  s;  fenttdes  475  m. 
Conj.  fett(/a  44Hi»;  temjadex  462  n.  Impf.  Ind.  ienin  443  i<s,  tejtgoAbi*, 
tenie  57  i»;  tenian  450  a^  --  Perf.  toue  449  lo,  466  n;  touo  463  i^  467  n^ 
471  n,  toeo  509  ts,  tobo  512*,  522»;  Fut  Ind.  ferriemos  472»;  Ur- 
nedes  472  o,  Conj.  touiere  29  le,  tohiere  4H2  *y  56*7,  64  i ;  fouiertm  68  s.  — 
Cond.  tefnioti  80  n.  —  P  perf.  tetiido  473 ts,  temulo  462  ts.  —  Imper. 
tened  447  »i, 

tener  bat  bei  D.  Juan  Manuel  raeiet  die  Bedeutung  „für  richtig 
halten,  glauben". 

traer.  —  Praea.  Ind.  trae  25«,  27«;  traen  496 u.  Conj.  /r«ya 
3 11,  17  1,  26  s».  —  Impf.  Ind.  traia  463  is,  traya  463  u,  81m.  Conj. 
troxiesse  481  «.  —  Perf.  /roxe  462  ao  /  traxo  40  ö  ;  troxieron  80 1».  — 
Fut.  Ind.  traera  486 %9.  Conj.  tioxiere  25  i»,  27  n,  32 18,  traxiirv  U  s,  — 
P.  praeB.  trayendo  28«).  —  P.  perf  fraydo^)  444 si,  25 is. 

raler.  Praee.  Ind.  vollen  17  is.  Conj.  vala  468*,  bal  500?.  — 
Fut.  valdra  458  «f  valdran  483  i.  —    Cond.  batdrian  19  lo. 

i)er  466  4,  veer  465  n,  7  89,  beer  464  m.  —  Praos.  Ind.  veo  467  ib; 
vre  459  i^  20  lo,  vre  518  n,  ve  481  n ;  veemon  518  n;  vf'edes  473  w;  vem 
518  35,  i:en  468  s.  Conj.  vea  ^58m,  22io;  bi'ades  510  ts;  bea[nj  446  i. — 
impf,  beya  80  u.  Conj.  biease  497  a.  —  Perf.  vi  485  3^  bi  477 a,  40/«; 
üio  444  2,  bio  463i%,  472 %i,  vido  444  s;  biemos  (nach  Analogie  der 
2.  Pera.  viei^tes)  512 is.  —  Plusq.  o/>r«  40  is.  —  Fut.  vera  ti3  h  Conj. 
viere.  21  i,  bitre  27  «o ;  tuerdeii  448  ja;  vivren  446  a,  22  ».  —  Cond.  veria 
458 19.  —  Part,  praes.  vet/endo  477  m.  478  t^  11»,  85  7.  —  P.  perf. 
visto  444  27. 

Die  Verben  auf  trr,  die  heute  vor  den  mit  a  oder  o  anlautenden 
Endungen  ein  z  vor  das  c  setzen,  haben  bei  D.  Juan  Manuel  —  häutig 
dem  lat.  Etymon  enteprechond  —  auch  vor  e  und  /  meist .%:  Irgendwelche 
Konaequenz  ist  aber  auch  hier  nicht  zu  konstatieren;  cotwsccr  507  .i, ta ; 
conoseen  520  tx;  conoi^ci  5iHJ  it ;  eono^iendo  522 'a ;  conosca  20  9&;  acaesre 
516  a«,  acae^e  508  /,  acaecio  517  aa ;  na^e  509  a,  nas^e  73  »a, «,  naacie- 
ron^)  46 17. 


1)  Im  AoBchliiss  AD  L.  de  la  Caea  81  i :  vituperator  8{,ri«n{-te  testts  est  ygn<h 
ran^'ie^  Et  esio  quiere  desir  gue  el  mal  traedor  de  la  s^en^ia  que  e«  tettigo  de 
ia  ne^edat  möchte  ich  444  st  doch  mit  Baist  [mal]  traydo  =  getadelt  lesen.  Die 
citierte  »Stelle  ist  maasgebend. 

2)  Die  Substantivform  cabea^a  55  u  (oeben  cabe{a  55 1«  =  nsp.  oabeza)  lf<($t 
die  VertDutting  nahe,  dass  «i  in  diesen  Fonaen  wie  »:  getprocben  wnrde, 


538 


8.  GräfenberK 


DriHe  Konjagatitfu. 

Die  Veränderang  des  ätammvokalB  in  gewissen  Zeiten  von  Verben 
wie  morir  und  pedir  ist  noch  ziemlich  willkürlich  durchgeführt.  So 
finden  wir  morie^se  464  ie  neben  murhseu  67  is:  moriere  33  n,  mo- 
rit'ren  66  u  neben  murio  44  ii  und  muriere  33 1«;  despediome  463  n  neben 
se  despidieron  462  ie.  —  Recibir  und  redimir,  die  heute  das  8tamm-i 
in  allen  Verbalformen  zeigen,  haben  bei  D.Juan  Manuel  noch  c,  wenn 
ein  betontes  /  folgt:  redemir  4!flti,  493 in,  aber  redimo  459  i ;  re^ehir 
453 19;  re^t'bido  464  rj ,  466  7,  s  (allerdings  auch  Berebio  522ti)\  aber 
recibe  453tSfii;  regibeti  517 n.    Vgl.  auch   escreuir. 

beuir^)  464sf6jio..^  bebir  464  i,  —    Praes.  Ind.  bive  461  is,  biue* 
467  *;  biuen  473  u,  484  to,  viuen  510  u.    Conj.  bitia  45ti  u;  biwm  513 1«, », 
vinan  517  te.  —    Impf.  Ind.  beuia  464  is.   —    Perf.  vi^que  485  t,  515  n, 
hisque  474  lo ;  visco  52239,  bisco  522  ut.  —  Fut  Conj.  vi^/uiere  460  u. — 
P.  praes.  biuiendo  468  lo. 

dezir  444  it,  desir  44  i.  —  Praes.  Ind.  digo  452 u;  dize  443  %^ 
449 13,  42  6  (vorwiegend),  dtz  41  »♦  63 lo;  dezide^t  451  u,  456*;  diz^n 
448  «,  468  ti.  Conj.  diga  480  u ;  digades  465  m,  521 13 ;  digan  508  *.  — 
Impf.  Ind.  dezia  443  is,  dizia  83  21;  dizian  40  s, «,  dizien  39».  Conj. 
dixesse  473  u,  dixiesse  444ti,a»,  80  w.  —  Perf.  dixe  460  m;  dixo  444»; 
dixieron  89i6,  le.  —  Fut.  Ind.  dire  454  n,  2  i;  dira  458  t.  Conj.  dixert 
488  u.  —  Cond.  diria  458  i^,  dirie  40«;  dtrian  447».  —  P.  praea.  di- 
ziendo  443  u,  —  P.  perf.  dicho  445  ts, 

oyr  471  %,  oir  480  96.  —  Praes.  Ind.  ot/e  471 1.  C^nj.  oyan  18  «,  1*.  — 
Impf.  Ind.  oyie  443  m.  Conj.  oyes<e  443  u;  oyessen  80  n.  —  Perf.  oy 
46.^  M ;  oyo  443  m  ;  oymos  512  m  ;  oyeron  444  «.  —  Fat  Conj.  oy«re20  ».  — 
Part.  perf.  oydo  463  it. 

r$ir,  —  Perf.  Rieron  444  n.  —  Im  per.  Reyd  447  n. 

scriu\r447  33, 449  m,  56  u.  eacrtuir  2 »,  4  &,  38 »,  escrtmr  3 1«,  15  «,  —^ 
IVaea.  Ind.  e^fcrtue  52  s;  ejtcribfn  57 10.  —  Perf.  escrimo  3«.  —  P.  | 
scripta  445  »,  448  9.  449  la.  escripto  27  «,  i«,  34 1*. 

itulir.  —  Praee.  Ind.  sale  460 19;  salen  477»,  aalUn*)  SOSt^^TtUi, 
Conj.  9cdga  22x6.  ^  Perf.  nalio  450  ta.  —  Fut.  Ind.  saldra  457  ml, 
CoDJ,  »aliere  22  iß,  balliere  56  k.  —  Part,  praes.  mliendo  48  tu 

venir  460  i,   benir  511  u,   512  2,  te.   —    Praes.   Ind.  vitme  472 wl, 
nf  501 » ;  rimen  520  »,  bien€n504  a».  Conj.  venga467  Uf  b^mga  511  o.  — 


Za  beachten  int  das  bei  Dtez  Dicht  belegte  Aoftreten  von  e  io  heutr,  1 
Dtero  I  der  folgeDden  SUbe  (wie  heute  pedir). 
nl}ügp  Venloppelaog  von  n  und  /  ist  in  der  Ha.  S>.  M  witkt  erltmi; 
Htma  8 19.  40  «i  roUen  17  i%\  carUtgtna  70  c 


Don  Juan  Mamifil,  El  Lihro  dol  CauMllero  *>t  rtnl  Eeeiidero 


;lR9 


Impf,  Ind  venia  450  to,  vinia  4Ö  9,  i«,  78  w,  binia  50»;  venian  449  ig. 
Cooj.  V  int  esse  465  a,  43  w,  reniesxe  4HJ  27.  —  Per  f.  vin  466  i;  vino 
466  6,  2  T,  venöse  44  »2;  vefiiei<tcs  465  25 ;  innieron  450  aa,  bivieron  463  ♦.  — 
Plusq.  viniera  463  i,3».  —  Fut.  Ind.  vernn  490  le;  oeman  18  ss,  Conj. 
uiniere  465  te;  veniere  20  s,  21  so,  22 17;  vinieren  51Hst.  --  Part,  praes. 
viniendo  44«».  —   P.  perf.  venido  4*t2 1». 

yr   463  ii,    464  m.     —    Praea.    Ind.  van   47S  la^    7 1*.     Conj.   vai/a 

f493M^  22  4;  uayamofi  444  w;  tuyan  22  6.  —    Impf.  Ind.  yba  522  tr,  yva 

450  IS,    yua  450  w;    yuan  478ia,i7,    —     Perf. /wf  444  7^    xe  fite  463  3t ^ 

fuesife  444  i,  463  n.  —  Fut.  Ind.  yra  22 10.    Conj. /uere  22  s.  —    Part. 

praes.  yetido  443  ts^  25  6. 

fll.  Syntaktisches. 

A.    Person. 

Übergang  von  der  3.  zur  1.  Pers.  Sing,  hat  Morf  (Litteratürblatt  1881 
S.  449)  für  das  LIbro  de  la  Caza  3  fi,  40 16,  46  »,  46  »*  konstatiert  im 
Gegensatz  zu  Baist,  der  auch  hier  die  dritte  Person  eingeführt  hat.  Es 
ist  in  der  That  leicht  möglich,  dasa  ein  Schriftsteller,  der,  wie  D.  Juan 
Manuel,  über  seine  eigenen  Erlebnisse  und  Erfahrungen  in  der  dritten 
Person  berichtet,  hier  und  da  sein  eigenes  Ich  durchblicken  läset  und 
80  zu  der  ersten  Person  übergeht  Von  den  angeführten  Fällen  ist 
aber  nur  der  letzte  sicher;  46«:  asi  commo  ßzo  fiscfiuir  lo  que  el 
[sc.  D.  Juan  Manuel]  vio  e  oyo  eti  esta  arte  dela  cai;a,  que  si  alguna 
cosa  viere  daqui  adelante  que  se  tnude  0  Sf  fagu  mejor  e  mu><  estratln 
mente  que  asi  lo  j'are  escriuir.  Weniger  zuverlässig  sind  die  drei 
übrigen  Fälle,  in  denen  der  nachlässige  Schreiber  von  8.  M  durch  Aus- 
lassung des  auslautenden  0  von  leyo,  biOy  oyo  leicht  die  dritte  Person 
in  die  erste  verwandeln  konnte.  Dies  gilt  besonders  von  3$:  Por  que 
don  iohan  es  muy  catjador,  ley  mucho  en  elfos  e  fallo  que  eran  muy 
bieti  oidcHüdos,  wo  die  3.  Pers.  fallo  in  fast  unmittelbarer  Nähe  steht. 
Indessen  thut  man  gut,  diese  Fälle  wenigstens  zu  konstatieren  und  ab- 
zuwarten, ob  nicht  in  anderen  Texten  derselbe  Übergang  mit  noch 
grösserer  Sicherheit  zu  belegen  ist. 

B.    Hmnera«. 

Auch  eine  Untersuchung  über  den  Numerus  hat  die  Nachlässigkeit 
des  Schreibers  zu  berücksichtigen.  Wer  razo  460  »^  matiencn  503 u, 
bneas  521 2t  u.  dergl.  (statt  nuon,  manheneu,  buenm)  schreibt,  kann 
ebensogut  das  Plural-/]  der  Verbalformen  auslassen,  und  wer  a/lhos 
mit  nn  schreibt  und  doch  das  Tilde  darüber  setzt,  wird   leicht  ein  fi 


Rwiuftui*i-Lt'  Für4clinngfii   VII. 


ao 


540  S. 

•nflfeii,  wo  es  nioht  ateben  daif.    Dies  TormiugeMkMkti  efgeboi  rieh 
lblg«nde  Bemeikiiiigeii: 

1)  Vor  mehreren  Sobjekten  im  Singnkr  oder  eiiiem  Sabjekt  im 
Plwel  steht  das  Verb  oft  im  Singiilsr:  etfteko  mUproiogo  «T  tdmpf- 
IMfaetMi  446  •;  ei  por  qtie/tmse  punio  meBot  d  9ol  ei  la  imm  «#  las 
mhrellas  479*;  rmir  le*  ya  end9  dos  daXos  513m;  an  «t  ef  ^ram  (!j 
«fr  io9  framd»  *eiior»  517  n, 

2)  Zaveilen  «eeh  naeh  mehreren  Snbjekten  im  Siagoiar:  Cm  Im 
hitm  mmdmm^m  et  ei  poder  ei  im  Biquexm  fmae  m  omme  mtma  umarfo  4ß4  n; 
Et  Site  cabmm  ti  «fo  brmieaa  «Mwprt  aeaet^  «n  im  atar  516». 

3)  Naeh  codla  mno  und  ihnfiehen  Anadrikeken,  die  dem  We 
naeh  eine  Einheit,  dem  Sinne  naeh  eine  Mehrheit  bedeaten, 
meiitens  der  Plural:  earfs  ma  ileitot  [ae.  frfiafog]  «on  mmß  hmemm  452  <. 
Ei  qmmi  fmier  deaiat  mmmmrmf  ,  .  .  mm  mtmiat  atmmermt  472  •;  17$  k 
479m;  ab«r  491n,  498n,  5169:  Ei  sy  dezir  gw  eada  nw  deMmt  mm- 
imlet  nrn  emmtpmrmdo  a  mm  deim*  ififr  pimmttmt.  Im  letstaa  Falle 
der  Sivgaiar  vahrseheiBlich,  weil  hier  emdm  «■•  etwa  =  ,je  riaer 

Torcwdb  «ae  iteht  teüs  der  Sngalar  478 1^  #$6»,  teifedsr : 
476  at^  507  m^ 

4)  Wechsel  im  Kamens:  Et  m  ei  pmdn  •  ti  hmm  mü§9  U  < 
defmet  fm  m  em  iimmpm  pmrm  im  emtU^mr  d»  ptUkrm^  CmtÜfamim  mm 
■aarrs  fm  sr  |wrta  deim$  j/trrme  et  für  /sfs  imt  casat  fwr  dmm^  Et 
•HW  ffim  diif  em  wawira  am  «n  im^ar  ^mi  pmmdm  emd€  remir  dmSe  mm 
«bsMwrru.  Et  em  (tK  i-nnas  de  yme  m  ymede  aMiefto  apromtekmr  mfmdmmle 
fmmmi»  pmed^m  por  'ime  ia»  mentie  ..,4!^».  Der  Wechsel  im  5s 
fffkÜrt  sich  hier,  wena  ssaa  annimmt,  dass  D.  Jaan  Msnapl 
Yaier  «nd  Freand  agleich,  bsM  nar  an  einen  van  bcidea 
Ein  BcMpteL  das  anch  deich  das  persönliche  Firwon  ieibfcgt  im» 
Ji^«,  wo  «s  TOB  den  Kichtem  hetist:  U  nu  fmejmdymem  Imt 
fa#  ante  eC^o *  rimiervm  '.tm  K>!r>iüc  ec  '.tm  JmtnW  .umsn  dSt 
U  ntni  ^  -iw  CtgfciMwf  (me  e'  'J  'de  lUntr  -pm  «  mem  imhmtfme  dKSrn, 

y.  Wenn  das  Snbjek«  «^  0<>jcht  eines  Saftses,  der  von  eiaam 
napecsi$ttfiieh«B  Verb  abhSagif  hc  im  Pfaiat  and  am  Infangf  des  Satans 
sacht .  so  bcwtrhs  «»  sav^tlen .  da»  jeaea  nnpcrsdafiche  Tcfh  in  äam 
Ptnrat  geseot  wird.  &  trvEi  glfirhiinm  eine  Viiiihmilinng  der  pcr^ 
sJWkhctt  and  der  aspen^ttfiches  EsMCnktis«  ein:  D  mim  •sbrar 
,»t.  prttfmmatsf  /««?  vm^  Hfh*-  -■fSti*tmii^  ie-jftJ^  pur  |«s  «.ayis  'ja«  raa  mn. 
rmewn  '>jn  'jr^ate  ntn*^miM  leCi»  ntbtr  ^Ix:  'tmi  pmvjet  fme  mtei  pr^ 
fmuubf  jtubtt»  tm/'-Ai^m  artji>  mt/Hipuä  it  mil*»  urttfmmcmr.  mm  jniinaw^u» 
'jOKi  ie  fgtf  £ctc^im<*tf'-  (WJ(«<  47;  : .  aber  ifsi^  *:  f'nm  —  peetemhpm^  — 
MTu  pr^'ptmcut  «im  «jf  9mi  ha'««  mentit^   'Jmcv*  mm  unmt^'^t  fm/  mm  trem  d>#  a. 


Don  .Jtian  Manuel,  El  Ubrn  fiel  CanAllero  pI  del  Ksrutlcro 


f>41 


Ei  otrosi  ay  otra  manera  de  bestias  quf  i*(m  muy  enojosa»  et  seiiaiada 
mente  alos  cmmlhrOA  quundo  acaeqen  qtie  andan  ni  las  guerrax  497  »a^). 

O.    Tempora. 

Tmperfectum.  Dies  Tempus  steht  einem  Perfectum  gleich- 
bedeutend und  mit  dieaem  abwechßelnd  ■i5(?w;  commo  cn  escud^vo  »nlio 
de  i(u  fierru  et  i/va  ö/a.s  corfet<  del  bton  Uey  por  aeer  caua/fcrOf  et  commo 
se  adorme<:io  en  el  pahi/rcn  .  . 

Zuweilen  wechselt  es  auch  rait  dem  Präsens  ab:  Otroiii  a  lo  (fue 
me  preffiinta^ie^f  quäl  era  et  mayor  plaz$r,  tos  digo  .  .  ItRftt.  (»Sonflt 
heisst  es  gewöhnlich:  A  lo  que  me  preguntasUs  que  cosa  son  las  avett 
ü.  dgl.).  El  primero  ^  quf  deue  omm  amar  ...  El  .  IP.  que  deuia 
quet'er  para  .s«  criafiano  lo  que  queria  para  tii  491  it.  Häutig  gebraucht 
D.  Juan  Manuel  das  ImpcrfectuiD ,  wo  das  Nap.  den  Conditionalt»  vor- 
ziehen würde,  besonders  im  Hauptsätze  von  Bedingungssätzen  .  .  .  .^) 
que  .</  yo  la>f  pudiesae  aprender,  que  me  cumplian  asaaz  .üi'iar;  non  se 
fsfuerqa  qiianto  deiita  477  ä  ;  el  que  sabe  que  non  a  eate  enhargo ,  tan 
alegre  deuia  seer  que  ningun  pesar  non  deuia  »entir  461*;  vgl.  8.475 
Anm.  5. 

Perfectum.  Dem  Laieiniöchen  entsprechend  steht  das  Perfec- 
tum bei  D.  J.  M.  noch  ziemlich  allgemein  statt  des  heute  iiblichen 
Pluaquamperfectuma  nach  Temporalkonjunktionen  wie  despues  que, 
desque:  Depues  que  et  cauailcro  uouei  se  pari io  del  cauaftero  an^iano . . ., 
Enpego  su  Camino  para  su  tierra  463^3;  preguntandose  el  vno  alotro 
nommo  les  fucra  depues  que  de  vuo  se  pnrtieron  465  tr ;  et  desque  legaron 
antel  Hey,  Dixo  el  (;apafero  444  n. 

Plusquamperfectum.  Der  Indikativ  dieses  Tempna  in  Beiner 
ursprünglichen  Bedeutung  kommt  zwar  auch  noch  heute  hier  und  da 
vor,  aber  bei  weitem  nicht  in  dem  Masse  wie  bei  D.  Juan,  aus  dem 
nur  einige  Beispiele  angeführt  sein  mögen:  El  caualtero  nouel  arcor- 
dandose  de  quanto  bien  aprendiera  del  cauallero  que  estaua  enla  her- 
mita,  tomo  su  Camino  para  aquel  lugar  do  lo  fallara  463  n ;  mosf/o  o/ 
Rey  la  su  Bazon  por  que  viuiera  463  t.  —  In  der  Bedeutung  des  Per- 
feotuma  steht  ea  463»:  commo  el  cauallero  nouel  se  partio  delas  eortes 
et  tomo  por  la  hermita  del  cnvallero  anriano  Et  quisiera  aver  respuesta 
delas  otras  preguntas;  ähnlich  463 17. 


1)  Vielleicht  iat  auch  ami  deuo  seer  nuu  estusado  474  m  bettabehalten  und 
als  YenDiaohuDg  persönUcher  und  an  persönlicher  Ronstriiktion  zu  erklSron. 

2)  EiQ  Dsp.  Beispiel  bei  Coloma,  Pequefiecee  91:    si  ho  fuera  por  mt*  hija, 
efitablaba  el  divordo. 

36* 


542  S.  GrSfenberg 

Conditionalis.  Der  Cond.  wird  zuweileo  gebraucht;  wo  es  gilt, 
mit  mehr  Znrüokhaltaog  das  zu  sagen,  was  sonst  das  Präsens  ausdrückt: 
Et  por  que  esfa  mbiduria  non  llega  nin  punto  (!)  cU  estado  de  caualleria, 
delo  qu$  omne  a  de  aprender  de  otri,  non  vos  sabria  dar  recabdo  477  »t; 
me  pregtmtastes  ((uai  es  mayor  plazer  e  el  mayor  pesar  que  omne  poäria 
auer  459  u  (aber  460  t :  el  mayor  pesar  que  oninepuede  et  deue  auer);  451  s. 

D.   aiodi. 

I.  Indikativ. 

Nach  den  Verben  des  Denkens  steht  bei  D.  Juan  Manuel  zuweilen 
der  Indikativ,  auch  wenn  sie  verneint  sind :  et  non  deue  nhiguno  teuer 
quela  piadat  de  dios  es  famana  que  dexara  los  malos  fechos  sin  pena 
49"^»;  HÖH  druen  creer  que  lo  que  ellos  cuydan  que  aquello  es  la  rer- 
daf  519  i^  4ii(iu^  50Sn.  —  Umgekehrt  steht  aber  auch  einmal  nach 
einem  bejahten  Verbum  des  Denkens  der  Konjunktiv:  Et  sähet  que  dios 
t^MHifue  la  nda  «n  estv  mundo  alos  omnes  por  tres  Basones  514  u. 

n.  Konjunktiv. 

Das  Qebiet  dieses  Modus  ist  bei  D.  Juan  noch  viel  grösser  als  in 
der  modernen  Sprache.  So  finden  wir  den  Konjunktiv,  den  Modos  der 
Tngt'wisshoit,  hSufig  in  aolchen  S&uen ,  in  denen  von  einer  Ungewisa- 
heit  schlechthin  nicht  die  Rede  sein  kann.  In  der  Regel  ist  dann  das 
Tempus  dos  rogiorondon  Satzes  bestimmend  fSr  den  Modus  de«  Neben- 
Mtxes.  Ein  Konj.  Praes..  ein  Ind.  Fut.  oder  auch  ein  Infinitiv  in  Be- 
gleitung eines  Modalverbs  in  irgendwelchem  Tempus  pflegt  den  Kon- 
junktiv nach  sich  tu  uehen.  und  iwsr  mit  Vorliebe  den  Konj.  Fnt.. 
wenn  es  die  Consocutio  temporum  gestattet.  Eine  bestimmte  Richt- 
schnur ^iobt  OS  «bor  nicht,  denn  häußg  finden  wir.  wie  aus  den  Bei- 
spielen  ersichilioh  ist.  den  Indikativ,  nachdem  knn  vorher  in  demselb^ 
/.u^ammcnhar.i^'  of:  ist  auch  der  WoniSut  fast  der  nämliche  —  d«r 
Kikniankiiv  g^M^aoden  hat. 

l.  Objektsitte; 
Wechsel  von  Indikativ  ur.d  Konjuakiii :  Pi-r^-  >.  n'^nr  ju^  va  ei  «»» 
«OPP\M  Ax^«  •^\«;«;.\  i  j.f-A-    KVYi.v^ftj  jtfuSfn  }n€K  a2  •««r«Y.  ..33  t. 

:£.  Tempc^raUStf e: 
Ww  $cK>a  S.  >4;  b^Äorkt.  swi;  •=  Ttapc^raisiiwo ,  die  mix  d^s-^ 
jfim^  fyi0  X.   St.    o.r*c«?io:^^:   s:ri.  c*w^ci-lx±  das  Perfocnun.     Der   in 
^  BMM>H;sr.i:  ^^ec  äe£  K.^r;:iT.kuv  ecihali^r»  Beobachtang  gcniw 

«c4i   »:o:  K    cos  FiTiri—   *r^  ::      \4-   i-   i-n*'   ..■    r-:.*  r.>n»^.    ^. 


Don  Juan  Manuel,  El  Libro  del  Cauallero  et  del  Escudero  543 

me  enviades  dezir  que  vos  pagardes  ende^  enton^  lo  fare  mos  apostado; 
513  m:  quando  les  alguno  ßssiere  tuerto,  non  geh  deuen  sofrir;  481  is, 
446  1,  447 19,  457  ao,  29  u.  s.  w, 

Ist  aber  ein  Ind.  Praes.  Tempus  des  regierenden  Satzes,  so  steht 
auch  im  Nebensatze  des  Ind.  Praes.:  Mas  este  dura  en  qtianto  omne 
bive  en  este  mundo ,  et  depues  que  aale  del  para  siempre  461 19;  desque 
comiengan  a  entrar  enla  manqebia  affuellan  mucho  sm  costumbres  484 «. 

3.  Kausalsätze: 

457  6:  lo  que  da  non  lo  da  por  que  tome  plazer  enlo  dar,  mos  dato 
por  que  cuyda  sacar  alguna  varafa  dello.  Während  cuyda  Ind.  ist, 
steht  tome  ohne  Zweifel  deshalb  im  Konj.,  weil  der  Satz,  von  dem  es 
abhängt,  verneint  ist  (=  nicht  etwa,  weil). 

4.  Folgesätze: 

Wechsel  im  Modus:  los  comejen  en  tat  guisa  que  mantengan  las 
buetias  costumbres  enque  fueron  criados,  Et  asi  commo  cresgen  en  los 
diaSf  que  asi  catan  en  ellas  484  1. 

5.  Bedingungssätze: 

Auch  hier  ist  der  ausgedehnte  Gebrauch  des  Konj.  Put.  zu  er- 
wähnen :  mos  si  las  respuesfas  non  fueren  tan  complidas  .  . ,  nan  vos 
marabilledes  467 19;  467^6^  468  3^  477  21.  Indessen  steht  der  Ind. 
Praes.  507  ♦ ;  Et  si  se  quiere  entremeter  en  otras  muchas  s^iengias,  sera 
marauilla  si  las  pudiere  saber.  Wechsel  zwischen  beiden  486  si:  si  el 
cauallero  quisiere  tomar  estado  de  labrador  0  de  menestraly  mucho  en- 
pesge  al  estado  de  caualleria,  et  esso  mismo  .si  estos  dichos  toman  estado 
de  caualleria;  ähnlich  494 14. 

Auffallend  ist  der  Konj.  Put.  (statt  Impf.)  in  folgendem  Satze,  wo 
das  Verb  des  Hauptsatzes  im  Cond.  steht:  Mas  si  en  alguna  cosa  non 
obiere  entre  ellos  apartamiento ,  tan  loado  seria  el  medroso  commo  el 
eforgado  476  is. 

Über  das  Imperfeotum  in  Bedingungssätzen  vgl.  dieses  Tempus. 

6.  Concessivsätze: 

Nach  den  einräumenden  Konjunktionen  avn  que,  commo  quier  que 
steht  der  Ind.  ebenso  häufig  wie  der  Konj.,  z.  B.:  commo  quier  que  el 
non  fuesse  omne  muy  Rico ,  era  de  buen  [linagej  450  24 ;  commo  quier 
que  yo  mucho  angiano  sea,  non  pude  .  .  .  485 12;  complido  es  el  sacra- 
mento  avn  que  se  non  fagan  y  otros  complimientos  453  ta;  aber  commo 
quier  que  estauaflaco,  Reciobolo  muy  bien  467 12;  commo  quier  que  so 
mucho  angiano  .  .  fengo  non  so  de  culpar  475  7. 


544 


S.  Grafts uberg 


7.  Nebenaätze  der  Art  und  Weise: 

462 n:  de  uqni  adelante  tos  seittire  ijuunfo  jiudiere  wuy  dr  buena 
nunfe;  ebenso  4^2  z.  Sobald  das  Verbum  dos  Haujjtaatzes  im  Präsens 
oder  Präteritum  steht,  tritt  der  Indikativ  ein:  sieupre  fiz  quanto  pudi 
474  u;  477^7. 

Während  ferner  467 n  der  Konj.  Fut  öteht  [JResiJonder  ros  he  ett 
pocas  jtalal/iris  tiet/und  que  dioa  por  In  su  mer^ed  me  qwsiere  alumbrar), 
findet  sich  der  Ind.  Praea.  473  n:  quiero  vos  dezir  algo,  segund  lo  en- 
tiendo  »obre  estas  preguntas, 

8.  Relativsätze: 

In  den  Relativsätzen  gebraucht  D.  Juan  Manuel  mit  besonderer 
Vorliebe  den  Konjunktiv.  Der  Konj,  Impf.,  bedingt  durch  ein  Präteri- 
tum im  Hauptsätze,  steht  443 n:  et  deziu  tan  mal  enada  nitfitle,  tan 
bien  las  palabras  commo  el  sotK  que  foda  omne  qaela  oyesse,  si  ante  non 
la  oyie^  fenia  que  na  muy  mafa  cmitigu  .  .    ;  450  ti^  5f)7  ti. 

Der  Konj.  Praes.  wird  gebraucht,  wenn  dae  Verb  des  regierenden 
Satzes  im  Fut.  oder  Conj.  Praes.  steht,  von  einem  Modalverb  begleitet 
oder  von  einem  andern  Satze  abhängig  ist:  Et  non  uos  marabUlede>i  en 
fazer  go  scr/'uir  ro.sa.s  que  aea7i  was  fuMicfia  que  muy  buen  scso  447  m; 
4ßSi6;  517  w;  456  n. 

Der  Konj.  Fut.  ist  jedoch  auch  hier  die  vorwiegende'  Form :  ^  la 
pregunla  eiist'  paresre  ligeru,  f)ero  quiert  hten  quidere  cugdar  etiello,  non 
fallara  que  en  tan  figera  4S6  n,  45^  o,  4^1  x«,  4!f4  Jt»  u.  s.  w.  Er  kann 
sogar  atßhen,  wenn  das  Verb  des  regierenden  Satzes  im  Praee.  Ind. 
steht:  Et  niego  a  todos  loa  *pie  legeren  (vielleicht  einmal  Ie«en  werden! 
qnal  quicr  delos  libroH  que  yo  fiz ,  que ,  si  Jalluren  (dgmui  razon  med 
dicha,  qnr  non  pongatt  ami  l<i  culpa  445  is^  460 1?,  —  Ausnahmsweise 
steht  auch  wohl  im  gleichen  Zusammenhange  der  Konj.  Praes.:  Ca  bien 
subeden  que  d  que  eitferma  fara  quanto  pudiere  .  .  492  -^  Man  vergleiche 
folgende  Satze  mit  einander:  Pero  aquälo  poco  que  yo  entendiere  dezir 
uos  lo  he487it;  Pero  lo  que  y^  nttmdh're  dezt'r  cos  lo  he  506  s;  516  t; 
519 j?  und  andrerseits:  Pfro  aquello  que  yo  entieudo  dezir  vos  lo  h' 
485  IS ;  Max  lo  que  yo  entiendo  euHlo  dezir  uos  lo  he  520  * ;  Man  lo  qtut 
yo  entiendo  de  aquel  poco  eutnidhnento  que  yo  he  vos  dire  434  i« ;  518 u. 
Hier    stehen    also    Praes.    Ind.   und    Fut.  Konj.    ganz    gleichbedeutend. 

Beide  Formen  nebeneinander  ^88;/«;  519  n:  la  rtia  que  Judguen  las 
cosas  que  ante  ellon  viniewn  von  verdat  el  con  derrcho  .  .,  la  otra  #« 
que  las  cosatt  que  el  u  de  llbrar  que  las  non  acoiniende  a  otri^  Et  las  que 
otri  ouiere  de  librar  que  se  non  enbargue  dellas. 


Duii  Juan  Matiuol,  Kl  Libru  del  Caiutllero  vi  d«i  Esciulero 


545 


Im  übrigen  ateht  bei  ü.  Juan  Manuel  auch  der  Konj.  in  den  Re- 
lativBätzen,  in  denen  ihn  sowohl  der  moderne  Sprachgebrauch  als  auch 
die  latein.  Spraobe  erfordert. 

in.    Infinitiv. 

Der  Infinitiv ,  der  heute  statt  eines  Nebensatzes  mit  dem  Verbum 
tinitum  im  weaentlichen  nur  dann  gebraucht  wird,  wenn  .sein  Subjekt 
eobou  im  Hauptsätze  vorkommt,  ist  im  Altsp.  weit  häufiger.  Hier  darf  der 
Infinitiv,  selbst  der  präposiHonale,  ein  besonderes  Subjekt  haben ;  dies 
steht  in  der  Regel  hinter  ihm. 

A.  Keiner  Infinitiv, 

1)  mit  besonderem  Subjekt: 

[El  Rey  deuej  gnardar  Ins  h'yes  H  /ueros  que  fos  ofrois  bueuos  Ifeys 

qtte  fueron  autr  tjue  vi  dexaron  alo6  detas  tierras,  Et  do  rton  tau  /allare 

J'echas,  fazer  las  f/  buenas  et  derechas  451t»;  Ca  vna  deias  idazenteras 

tcosas  que  cnei  mundo  ha  [es]  bcuir  omne  en  ia  tierra  do  es  natural  (64  it; 

para  tos  legott  nou  ha  tan  huena  escuela  enei  mundo  cuemo  criarar  omne 

ef  btuir  en  casa  deloa  aenores  467  m  ;  475  rj. 

2)  ohne  besonderes  Subjekt,  besonders  im  zweiten  Teile  von  Ver- 
gleicbaätzen ,  wahrend  der  erste  Teil  das  Verbum  Ünitum  hat.  Ofrosi 
in  ftrguenra  le  fara  qUf  sufra  ante  la  mtierte  */tfe  J'azer  rosa  rergoilosa. 
Et  pucis  digo  quc  ante  su/nra  la  inuerte  quc   caer  en  vergaeti^a,   hien 

^deiiedes  entender  .  .  .  45i)  -t ;  4f)9  22. 

Umgekehrt  steht  zuweilen  nach/o^erdas  Verbum  finitum,  wo  wir 
wegen  des  vorausgehenden  Personalpronomens  den  Infinitiv  erwarten 
sollten.  Et  aim  el  mester  tt  Jura  qm'  ßiga  vna  cordura  öOfi  t ;  Ca  la 
Razon  et  la  naturaleza  nunca  da  a  omne  que  faga  com  </ue  sea  de- 
inuicio  de  dios.  ante  If  fara  qutl  sirua  ,'>10 tr ;  beides  neben  einander 
508  u:  Et  esto  faze  al  omne  fazer  el  mester  was  que  com  del  mundo, 
Et  este  rnenfrr  tnc  fazc  ann'  que  conosca  algo  dflos  arboles. 

An  Slellü  eines  lat.  Acc.  c.  Inf.  mit  einem  Relativum  als  Subjekt 
gebraucht  ü.  J.  M.  einen  Doppelealz,  indem  er  den  Infin.  durch  que 
mit  dem  Verbum  6nitum  ersetzt :  por  la  grant  hondat  et  graut  sabi- 
duria  que  moatro  que  ha  eu  fazrr  tan  granf  et  tan  buenu  jobraj  486  • ; 
maji  denen  (!)  de/azer  cnojo  et  mal  al  quf  mben  que  si  gdo  fixieren  que  se 
rengara  enfdej  513  2» ;  520  », 

B.  Präpositionaler  Infinitiv. 
1)  Infinitiv  mit  de 

und  besonderem  Subjekt:  rra  tiempo  de  xe  yr  el  cauallero  para  an 
tierra  463  a.  Et  quäl  qnier  deatas  maneras  .  .  .  son  malus  tnanerus  et 
tty  danoms  et  muy  graue  de  sc  guardar  omne  de  .  .  ,  472  s. 


546 


y.  Gräfenberg 


2)  Infinitiv  mit  />«ra  oder  sin 
und  beBonderem  Subjekt:  para  seer  el  Rey  quul  vos  dpzides,  dmia, 
et  gimrdar  tres  cosas451  ii;  460  f.,  401 4,  479  a.  —    Et  sin  ae  faaen 
cosas  non  pueden  seer  los  saarmtievfos  conplidos  453  le. 

3)  Infinitiv  mit  en 

a)  in  der  Bedeutung  des  Oerundiums:  vos  ßzo  dfos  mayor  ^rctcm 
en  vos  dar  el  etttcndimietito  467  n ;  por  fquej  el  fuesse  loado  en  fazrr 
tan  fiob/e  com  479  i;  488  la  u.  s.w.;  mit  besonderem  Subjekt:  Et  non 
uoti  marablilledrs  en  fazei'  yo  scn'uir  cosas  que  Scan  mus  fabliella  gue 
muy  buen  seso  44723. 

b)  als  Subjekt:  i>are8ir  mal  en  fazer  omne  contra  uolnntud  de  su 
seiior  481  ^i;  en  cuydar  enellas  es  hicn  et  en  fazer  las  es  mejor  480  do; 
Pero  en  conos^er  que  cosa  soti  los  metalts  noii  pn'tenes<:c  a  esUtdo  dt 
canalleria  513 is;  neben  dem  reine q  Infinitiv:  Et  por  ende  la  jjrimera 
cosa  que  omnr  puede  fazer  es  conostyr  su  t'ntado  el  mantener  lo  comtno 
dtue,  Et  d  muyor  yerro  que  omne  fuedr  fazer  es  en  non  couosi^er  tun 
guardar  si*  estado  487  ». 

C)  als   vorausgehendes  Objekt:    Mas    en   dezir  uos  yo  nerdade 
uiente  qiie  cosa  es  la  fierra  .  .  .  Esto  höh  podrin  yo  fazer  520  2. 

IV.  öerundium. 

Das  Gerundium  vertritt  zuweilen  einen  Nebensiitz,  desseu  Subjekt 
zu  ergänzen  ist:  H  faziendoto  usi  sera  la  fierra  manttnida  por  lo* 
seiior&i  mmmo  deue  (und  wenn  sie  —  die  Uerrcn  —  es  so  machen  u.  a.  w.) 
520  i ;  e  otros  ßo.falcones  rioj  qur  fifzit-ndo  tes  todas  eatas  coeaa  nuuca 
quisieran  ser  buenas  (Subjekt:  man)  27  3. 

V.  Partieipium  Perfecti. 

Üass  das  Part.  perf.   mit  temr  verbunden   nach   dem  Objekte  flek-' 
tiert  wird,  wie  444  t:    tajo  q na/dos  rapatos   et  rapafero  tenia  ftchos^  ist 
noch  heute  üblich.    Im  Asp.  konnte  sich  aber  auch  das  mit  haber  ver- 
bundene Part,  nach   dem  Objekte  richten,  gleichviel   ob   es  voraogic 
oder  folgte.     Einige   Beispiele   aus  D.  Juan    ManueP):    aqtiel  ^apaterfp 
(jela  avia  confondida  444  le ;  los  Ubros  que  yo  he  fechos  444  i«;  las  obras 
que  obiere  feckas  488»»;   commo  driten  ciuar  los  falcones  de^pues 
an  unurtfi   la  grtia  42  2:    weitere  Beispiele:    i45  j,  515  s,  522  is ;   39  s,'' 
40 IS,  bStSf  Blas.     Mindestens   ebenso   oft  bleibt  jedoch   das  Part.  un> 
verändert. 


1)  Diez  III  296  ist  daniüh  xu  äoderu. 


DuQ  JuäD  Haouel,  El  Libro  ilel  (Tauallero  cL  del  Esouüero  TvlT 


Adverb. 

1,  Zur  Heratelhing  der  abgeleiteten  Adverbien  bedient  sich  D.Juan 
Manuel  fast  iniraer  der  Bndung  -mente ;  einmal  findet  sich  die  alte  Form : 
derecha  mientre  493  t. 

2.  Für  das  Adverb  mmj,  da«  heute  allein  zur  Bildung  des  absoluten 
Superlativs  dient,  wird  noch  häufig  mucho  gesetzt,  wie  denn  überhaupt 
diese  beiden  Formen  noch  nicht  streng  geschieden  sind:  nmi  podedea 
aver  vida  tti  non  mucho  cuo/osa  et  muy  lazrada  465  s« ;  saldra  ende 
nmcho  atpm  476  ti ;  so  inurho  an^iano  467  3*,  477  i^^  4Hrn^ii  u.  s.  w. : 
andrerseits  muy  mayor  Razon  492  a;  4632t, 

3  Das  Adverb  quanto  behält  bei  D  Juan  vor  Adjektiven  und  Ad- 
verbien im  Positiv  meistens  noch  die  Endsilbe :  quanto  prant  dißrtncia 
457  10 ;  quatito  onrado  et  quanio  bt'eit  andante  463  u;  quanto  grattde  . . . 
quun  tjrandt'  492  vi,  ta, 

4.  Nach  Komparativen,  ante  que  u.  dgl.  io  affirmativen  Sätzen  steht 
gewohnlich  non.  statt  alijuno  u.  dgl.  ninyuno:  was  paran  loa  omnex 
miefites  mi  wjuella  /sc.  liazonj  que  non  es  tan  bien  dichu  qut  non  en 
todas  fax  otraa,  jior  btni  dichun  qnv  sean  480 13;  et  son  tnejores  lo^  fiJo.i 
de  asnv  et  de  yegua  que  non  los  que  son  ßjos  df  caunllo  et  de  ama  496  i ; 
queria  ante  poner  el  mi  saher  en  lo  que  cumple  que  non  en  al  507  »; 
La  ccrffuen^a  otrosi  citmp/f  mnvho  al  cauallero,  mas  que  otra  com 
ninffuna  45&  7 ;  delos  mejons /akonrfro/s  que  Don  iohan  nunca  vio9ii, 

5  In  Sätzen  mit  negativen  Fürwörtern  oder  Adverbien  steht  im 
Nsp.  die  Negation  no  nur  dann  vor  dem  Verb,  wenn  dfc  erwähnten 
negativen  Ausdrücke  hint<M-  demselben  stehen;  im  Asp.  auch  sonst:  en 
*ttingun  lugnr  non  ins  }>Hrdv  mrjor  aprendcr  468  -j  ;  ni  ninguna  gumt 
non  deuen  seer  /ertdos  483  i ;  jior  que  yo  nunca  n<m  lo  pnde  aprender 
de  otri  485  u ;  Ca  el  omne  non  es  pifdra,  nin  el  otnne  «o?»  es  arbol  488  to; 
non  unmittelbar  vor  dem  negativen  Fürwort:  enel  yuierfw  ay  muchaa 
gari^as  blancas  e  muy  pocas  pardas  e  non  ninguna  Rubia  nin  abdar- 
ramin  76»«. 

6.  Die  Negation  non  steht  im  Nsp.  vor  dem  persönlichen  Fürwort, 
im  Asp.  oft  hinter  ihm:  lo  non  ha  476m;  que  sc  non  puedc  dezir  460  lo; 
l4ö2u;  469 19  (vgl.  Förster  §  403  i). 

Praep>osfi  tionen 

Hier  sei  nur  auf  eine  Kigputumlichkeit  l».  Juan  Manuels  hingewiesen, 
Die  Präposition  a,  sei  sie  Kasuspräposition  oder  nicht,  kann  unter- 
drückt werden, 

1)  wenn  das  folgende  Wort  mit  einem  u  beginnt:  El  cauallero... 
ilegu  uipitl  lugar  do  el  Rey  Juzia  sus  cortes  462  31^    tiene  nitentes  por 


^48 


S.  Grifeoberg 


iUgnr  aiftm  hitn  et  a  buen  «siadc  464  •;  ti  äcpHrj^  j^r  ivman  umäat- 
M  cmmtHC  derteih  4?i^m;  ra  alecndM  77»  u.  8.  w. 

2)  wenn  das  vorhergehende  Wort  auf  a  ausgeht:  en  pma  qme 
'  m  aermfio  öül»;  H  las  tomara  moda  qutmdo  ei  qmmtrt497  u;  da  en-" 

Und^  478 «.  510 1»,  dara  eniendsr  494  a,  ood  in  Anlehnang  daran  aoeh 
d<mdo  entendtr  499», 

3)  wenn  daa  folgende  Wort  mit  einem  o  begiDDt:    bien  asi 
ein»  prtfwUot  mttckas  ro«  Hixr  474  ts. 

Itt  diesem  Falle  verdrängt  jedoch  das  a  meistens  das  aolaateode  o: 
[et]  apnmetha  a»i  mi^^mo  ei  airof  m$icikot  ^2n;  per  qtu  venga 
mal  sin  Raacm  de  loq^e  ei  faze  511 1« ;  andan  de  Oriente  ac^dente  465  i 

Abb.    Ebenso  wie  die  Prfipoftition  a  wird  auch   die  Verbalform 
(=z habet]  behandelt:  ai  qnda  de  oprender  480 u;  Ca  mnekoe  eiruem  et 
ee  faeen  pariente*  d^l  cmme  mienire  kvma  an^dem^a  464  m. 

Koi\junk  UoneD . 

1.  !:)intl  por  ifue  atebt  hinfig  blooa  for  oder  fuf 

/>or  =  damit:  Et  lae  femiee  esirtmas  dtteatimn  ^aediesee  diae  Haaem 
por  eiioe  guardund»  an  Imiad  pmdmeem  eeer  enei  am  eemorio  450  u  ;  4SI  m, 
493 Mj  509»  und  &fter;  jMr=  weil:  El  per  eem^a  mtttMo  a  tae  aocyw- 
maifo» . . .  M  mae  omrado  ei  mos  olfo  eetodo  454  k  461 1^  477  m,  5$0  ».  — 

mte  =  weil:  Mae  ifite  me  pantoe  queiat  Baeomee  qae  m  ei  m  e«N- 
tenian  enm  m%ty  hmeetas^  ttme  que  era  m^'or  deia*  scriuir  9««  deien  damr 
caer  tm  obiklc  449  9 ;  4fpS  i*,  4^  n. 

2  Wiederholung  der  Konjonktioo  i/m^.  Dies  illl  342  Anns.)  be- 
legt dieee  BrscbeinaDg  nar  für  das  Ältfranx. ,  aber  auch  hier  nor  für  den 
Fall,  das«  beide  Konjunktionen  durch  einen  Zwiaebeosatt  getrennt 
werden.  Ü.  Juan  Manuel  ist  in  diesem  Falle  die  Wiederboluig  aehr 
getiafig;  oft  trennt  aber  die  beiden  Konjunktionen  nur  daa  Sttbjekt 
oder  ein  anderer  Satsteil:  ee  qwe  was  ^ae  eode*  mW  daewidor  447  m; 
^Bi  paree^e  me  t/ue  por  muntuea  que  tme  gueredat  wteier  em  9e$yman^ 
im;  iCt pedo  eof  .  .  .  que,  ei  dt  aigima  eoas  . . .  ee«  ji—rfe  emeir  — . 
yw#  le  (9mdt*  462»;  Tgl.  U9 »,  462^  473tK»,  4S»*,m,e»^^  — 

rOMtiNo  wiederboll:  ifos  la  qme  y9  emde  u,  ee  .  .  .  etwm§  ei  ad  ei 
la  iuHa  ei  tae  otras  einto  tslrell^  eommo  »aleei  en  orietUe^  Bt  i 
ptmen  ofidemie  477  a. 


{)  iti  tinrin  imuv  Tiat  g»r  Bug«x  liM  Verb,  voo  wtkAw  t«  thbJagf.^ 
-m^u :  Olr«M  lem§e  fec,  pwa  «I  ciello  tm  qm«  aadtaa  ku  ii»<lla<  fm& 
MM  «Ho  f  M  Im  ahm .  et  pmetmum  Ims  tetrtÜme  fl«a»  Air  an^  ti 


DoD  Juaa  Hatiuel»  El  Libro  ilt-l  Ciiimlteru  et  dol  Escudero 


540 


Zuweilen  vertritt  iftw  eine  schoo  vorangehende  KonjunktioD:  envio 

V08  h  por  que  alguna  vez  quaudo  non  imdürdti^  dormir.    que  vos  leau 

447  IS ;  dexolo  por  que  ...  si  la  querede»  deprender,  gue  fallaredes  que 

,  P08  la  j'odra  mostrar  462  t ;    Et  avn  que  delaa  cosas  que  acaescen  que 

ayon  miedo  .  .  .  477  i. 

3.  Bei  einer  Aufzählung  werden  oft  alle  Glieder  durch  ef  verknüpft: 
en  h»  /sc.  niete  ridlosf  nvfa  stete  estreUas:  et  el  sof  vi  tu  luna  et  tau 
ofra»  cinco  4ii5i»;  Et  dclas  que  .«•o«  raradaa:  rt  lu^  ayucnas  et  tos 
codomize»  et  las  tortola»  et  las  gohrdrinas  et  los  amoue»  et  los  onreros 
504  at;  485  3t.  Et  zur  loson  Verknüpfung  von  Sätzen  ist  fast  auf  jeder 
Seite  zu  belegen. 

4  l>er  Nachsatz  wird  oft  durch  eine  Konjunktion  eingeleitet  und 
dadurch  mehr  hervorgehoben.     Dies  geschieht  durch 

a)  fit,  auch  wenn  Haupt-  und  Nebensatz  nicht  dasselbe  Subjekt 
haben,  (wie  Diez  III  344  behauptet;  vgl.  dagegen  Litteraturblatt  1881 
8.  449  zu  2»):  Et  por  semeja  mncho  a  los  saaramentos ,  Et  por  ruta» 
lazonts  todas  ea  mos  unrudo  ef  mtis  falto]  estado  que  entre  los  Icgos 
puede  ser  454  i ;  si  las  omtie  fazv  u  entencion  que  dios  sea  ende  seruido 
et  non  beiiya  n  nitiguno  mal  dellns,  Et  esfu  es  buena  eniengion  et  buena 
gloria  511  ii,  gegenüber  ö/i  i«/  ..que  pues  dios  que  todo  vi  mundo  crto 
de  nada,  et  los  podriu  redemir  rott  nada  493  n;  2«»,  öw,  8  i,  13  «s, 
37  30,  61  i,  71  ae. 

In  folgendem  tiatze  dient  et  dazu ,  das  nachstehende  Subjekt  her- 
vorzuheben: Et  asq  delos  cinco  stuos  corporulvs  ^  et  los  que  no«  of/r  et 
fuMar  itlcan^an  algo  deltu^  cosns  spirituales  471  i. 

bi  pero^  seltener  tuaSy  um  den  nachstehenden  Hauptsatz  eines  Kon- 
oessivsatzes  einzuleiten ;  Ef  vommo  quiera  que  el  castigo  con  prcnüa  non 
lo  an  mesfer  los  senores  que  son  de  graut  sangre^  si  non  tn  quanto  son 
mogos  alo  mas  fasta  quatorze  anosy  Pero  dende  adelanle  es  les  mas 
mesti'r  que  fasta  entonre ,  que  esten  eotifllos  omnes  buenos  et  cuerdos  et 
leales  483 n ;  Et  commo  quter  que  es  preguutti  grande  .  .  .,  Pero  con 
todo  esto  es  ena  delas  preguntas  . . ,  aqiie  fengo  que  fos  puedo  respondcr 
498 11 ;  513 17,  518»,  520  n;  am  que  el  omne  Hesponda  mlns  prtgunUin 
lerdadera  mente,  mas  graue  es  de  fazer  que  sean  todas  las  respuesttis 
de  apuestoK  Razones  4fj7  Jt. 

c)  por  ende  vor  dem  Nachsatze  eines  Kausalsatzes:  Et  por  el  iol 
et  las  planetas  et  el  aijre  non  ßeren  en  todos  los  lugures  dela  tierra  vn 
vna  manera,  Por  ende  las  tierras  et  las  cosas  que  en  ella  se  crian  non 
»an  todo»  de  vna  manera  520 »;  468  n^  492  iu^  494  9,  518  i». 


f)5() 


S.  Gräfüuberg 


Die  C'itate  beziehen  sich  auf: 

Amaciui-  d«  tos  Rios,  Histnria  critica  de  la  literatura  espaüola,  Madrid  1861  ff. 

BaJet,  Dou  Juaiit  Maoael,  El  Libro  deta  Caza,  Halle  1880. 

Casti^^uB  ^  doeumeDtoB  dp]  r<>y  don  Hancho  ed.  Gayangoa  im  öl  Baode  der  Bibl. 

de  aiitorfs  espafioles,  S.85ff. 
CHstigoa  y  dotrinae  *pie  un  sabio  datia  .■«  aus  bijaa,  in:    Dos  obras  didAoticaa  y 

doB  li^yeDdas  sacadas  de  ujanuHcritoa  do  la  Biblioteca  del  Escurlal.    Daliia 

&  liiz  la  Sociedad  de  Bibliofilos  eBpanolea  (G.  Knuat)  Madrid  1878. 
Oifitoria   di>l  Cavallero  Citar  ed.  Midielaor  in    der  Bibliothek   dea  Litterarischen 

Voreins  in  Stuttgarf.  Bd.  113,  TUtMogen  1872. 
Dozy  et  EngeLinann.  Glnasaire  des  mots  espagools  et  portugais  däriv^e  de  Tarabc, 

Loydf  1869. 
Dukes,  I..,  Kabbiaisbbe  Bliimenleae.  Kwipatg  1844. 
— ,  Ztii-  rabbinlBchen  Spruchkondp,  Wien  1851. 
Jübo   Diiulopä    (lescbichte    der  ProsadicbttingeQ,  oder  Gescbiobte    der    Romane, 

Novellen  und  Märchen.     An»  dem  Engiiachen  Übertragen    von  F.  Liebrecbt 

Berlin  18f>l. 
Fiore  di  filoHtifi   c  di   uutlti  savl  attribuito  a  Bruoettr»  Latini.  testu  in  parte  in- 

edito.  eitatu  dalla  CrnsoH  e  ridotto  a  mt^tior  lezione  da  Aotonio  Capelli, 

Bologna  1865. 
Florea  de  Filnaotla,  in  Kimafa  oben  angeführten  Dos  obraa  dtdäcticaa. 
Freyjag,  G.  W.,  Arabniu  proverbia,  Honoae  1838— 4:i 
Saitcti  bidori  Hiapalertsia  epiacopi  opera  umnia  qnae  extant.    Parisiis  1601. 
Journal    aaiatique   on   Recneil    de    ro^tnoiree    d'extrair«    et   de    notioee    reladfa   k 

l'hiataire,  k  la  philnsophie.  aux  langnea  et  ä  la  littöratnre  dee  peuplea  oripn 

t»nx.    S^rie  V,  toine  VIIl.  Paria  1856:  Cinqüitniie  extraät  de  l'ouvrage  arab^j 

d'Ibn  Aby  OssaVbi'ah  ;  Hur  Uristoire  des  uiödecius. 
KdiiBt,  Mitteiinngen  ans  dem  Escorial,  Bibl.  des  litt.  Verein«,  Bd.  141;  davon  bc- 

flonder«  die  Bocadoa  de  Oro  und  Buenoa  Proverbios. 
T,pronx  de  Lincy,  Le  Livr«?  de«  Proverbes  fran^aia,  Paria  1859. 
El  Libro  de  laa  aves  de  ca^a  del  oanciller  Pero  Lopez  de  Ayaln  con  la«  gloaaa . 

dttl  duque  de  Albuquerque,  Madrid  1869. 
LuctdariuB,    so  von  ettich   tbeologisc-b,  pbilosopiachen   titid    papiatischen   fragen' 

handelt  und  sie  beantwortet.    (Titelblatt  fehltlt 
Las  Siete  Partidae  del  »Sabio  Key  Don  Alonso  el  Nono,  Madrid  1611. 
Don  Pedro  el  Ceremooioao.     Ubra  de  Moaeen  Seot  Jordi  e  de  Cavalteria  (CoIeo-1 

ci6n  de  documentos  änedito»  dol  archivo  general  de  la  Corona  de  Aragon. 

pablioada  de  Real  orden  por  au  cronista  D,  PrÖBpero  de  Bofarull  y  Matcarö. 

I.  VI  S.  21  tr.    Barcelona  1847. 
Putri  Alfoiisi   Diacipliiia  clerit-alis  ed.  V,  Schmidt.  Berlin  1829. 
Adolphe  de  Piiibiisque:  Le  Comte  Lucanor,  Apologues  et  fabltaux  da  XIV.  aJt 

tradnitB  pour  la   preraithre  fois  de   l'espagnol  et  pröc^däa  d'nne  notice  aar 

la  \U'  et  les  ceuvrea  de  Dort  Jtian  Manuel,  ainsi  qne  d'nne  dissertatiou  auT] 

l'iDlroduction  de  TApologue  d'Uiient  eo  Occident  par  M.  A.  de  Puibusque 

Paria  1854. 
Sübubl,  Sentences  et  Proverbes  du  Talmud  et  du  Midraaub,  Paris  1878. 


Don  Juan  Manuel, 
La  Cronica  complida. 

Nach  der  Handschrift  neu  bera nahegehen 

von 

U.  Halst. 


Irr  meiner  Ausgabe  des  Libro  dela  Caza  habe  ich  8.  147  die  An- 
sicht begründet,  dass  das  Chronicon  Dni.  Johannia  Emmanuclis  im 
2.  Baode  der  Espaila  sagrada  mit  der  Cronica  complida  identisch  sei^ 
die  Juan  Manuel  im  Gesammtprolog  zu  seinen  Werken  erwähnt.  Zu- 
gleich habe  ich  ea  dort  als  innerlich  wahrscheinlich  bezeichnet,  dass 
ihre  Abfauaung  in  das  letzte  in  ihr  verzeichnete  Jahr  1329  falle,  unter 
den  Neuerwerbungen  des  Brit.  Mus.  Add.  Mss.  30057,  fol.  177  ^  fand 
ich  später  die  verficbollene  Handschrift,  die  mit  anderen  aus  Silos  ent- 
fremdeten dortbin  geraten  ist.  Die  freien  Schlussblätter  eines  Emmanuel 
Cerratensis,  Vitae  SS.,  ».  XTTl  sind  mit  vorscbiedenen,  meist  historischen 
Materialien  ausgefüllt,  unsere  Chronik  von  einer  Hand  s  XIV/XV.  Deut- 
lich läHst  sich  erkennen,  dass  auch  die  Vorlage  nicht  weiter  ging  als 
bis  zu  dorn  genannten  Jahr:  Der  Copist  verjüngt  gegen  den  Schluss  hin 
seine  Schrift  erheblich,  um  alles  auf  die  Seite  zu  bringen,  so  dass  er 
zuletzt  noch  Papier  übrig  behält.  Da  die  Collation  mehrere  Berichtigungen 
zu  Florez  ergab,  erschien  es  nützlich,  das  Ganze  hier  nochmals  zum 
Abdruck  zu  bringen.  Auf  die  Absicht,  einen  historischen  Coramentar 
beizufügen,  musste  ich  leider  verzichten. 

Istum  librum  fecit  fieri  doinintis  Joannes,   filius   illnstrisBimi 

infantil  domini  Emmauuelis,  de  facti»  principalibiiB  quae  cou- 

tigerunt  in  regno  Castellae  postquam  rex  dominus  Alfonsu« 

ad  imperium  cepit  ire. 

Era  MCCCXH  rex  Alfonsus  ad  imperium  cepit  ire. 
Era  MCCCXin  in  mense')  interfecerunt  Sarraceni   archiepiscopura  do- 
minum Sancium  et  dominum  Nuniooem.     Et  obiit   infana  dominus 

1)  Erg.:  MadH. 


5f>2 


».  liaist 


Ferniindua  in  Villaregali  In  mense*).  Et  obiit  dominus  AlfoneuB 
filiuB  infantis  domini  RminanueliH  in  Montepessulano  Et  contraxit 
dominus  Emmanuel  cum  comitissa  in  eodera  menee 

Era  MCCCXX  fuit  lata  sententia  contra  regem  Alfonsum  in  Valleoleti, 
in  mense  Aprilis.  —  Proxima''^)  praocodenti  era  contraxit  rex  do- 
minus äanciufi  adhuc  infans  cum  regina  dotnina  Maria  Toleti  in 
mense  Julii.  —  Eadem  era  natua  est  dominus  Joannes  fiUus  in- 
fantis  domini  Emmanuelis  in  Eecalona  in  mense  Madii. 

Er«  MCCCXXI  obiit  infan»  dominus  Emmanuel  in  Pennafideli  in  meDse' 
üecembris. 

Era  MCCCXXIl  obiit  rex  Alfoneus  in  üiepali  in  mense  Aprilis, 

Era  MCCCXXllI  natua  est  rex  dominus  Fernandue,  filiua  regia  domini 
Sancii,  in  Hispali  in  mense  Decembris. 

Era  MCCCXXV  (I.  MCCCXXVI»  interfecit  rex  dominus  .Sancius  comi- 
tem  dominum  Lupum  in  Alfaro,  et  cepit  infantem  dominum  Joan- 
nom  germanum  proprium  in  mense  Madii. 

Era  MCCCXXVIII  obiit  comitisaa  mater  domini  Joannis  in  Ascalona*)" 
in  mense  Novembris. 

Era  MCCCXXX  cepit    rex  dominus  Sancius  Tariffam   in  mense  8©f 
tembris. 

Era  MCCCXXXVI  teutatum  est  matrimonium  inter  regem  Aragonum 
et  infantissum  dominam  Elisabeth  filiaoi  t^^Ib  domini  Sancii  in 
Soria  in  mense  Decenibris. 

Era  MCCCXXXIIl  obiit  rex  dominus  Sancius  Toleti,  in  mense  Aprilis. 

Era  MCCCXXXV  (I,  MCCCXXXIV)  copit  rex  Aragonum  regnum  Mur-J 
ciae  et  intraverunt  Arragonesea  CaateUam*).  Et  cepit*)  infani^ 
dominus  Joannes  vocare  se  regem  Legionis  in  mense  Julii. 

Era  MCCCXXXVI  (1.  MCCCXXXV)  dedit  rex  dominus  Fernandus  do> 
mino  Joanni  Alarcon  in  cambium  pro  Elche  in  mense  Februarii, 
et  fuit  hoc  cum  aliquibuu  conditionibus. 

Era  MCCCXXXVII  fuit  captus  dominus  Joannes  Nunnii.  —  Eadem  era 
obeesea  fuit  Palen  ^eola. 


1)  Erg.:  Auguati. 

2)  Proxima   ist   ungetilgter    Sohreibfebler;  zu  erwarten  wfire   Eadem    prae< 
cedenti. 

3)  A»CÄlona  aas  EBoalona  rorrigirt;  letiteres  »teht  1320,  1339.  1366.     Bald« 
Formen  sind  berechtigt. 

4)  ^inatituornot  Aragonenaes  caaiella"  Florez. 

5)  Ha.  accepit 


>on  Juan  Hannel,  La  Cronica  couipHdä 


553 


Era  MCCCXXXYIfl  contraxit  domiDua  JoanneR  cum  infantiflsa  domina 

Elisabeth,  filia  regm  Majoricarum  in  Requena  in  raense  Januarii.  — 
Eadem  era  confed<!ratU8  est  infans  dominus  Joaunea  regi  doniino 
Fernando,  et  renuntiavit  nomini  regio  in  mens«  Junii. 

Era  MCCCXXXVHI  (1.  MCCrXXXIX)  ivit  rex  dorainua  Fernandua  in 
regDum  Murciae  exi8tente  ibt ' )  rege  Aragonum  in  mense  Fe- 
bruarii^).  —  Eadem  era  obiit  domina  infantisaa  in  Esealona  in 
mense  Decembris. 

Era  MCCCXXXIX  (I.  MCCCXL)  contraxit  rex  dominus  F^rnandus  in 
Valteoleti  cum  regina  domina  CouBtantia^  ülia  regia  Fortugaliae, 
in  menee  Januarii.  —  Eadem  era  dimisit  tutoriam  infans  dominua 
Henricuä  in  menae  Februarii. 

Era  MCCCXLI  obiit  infans  dominus  Henricua  in  Koda  in  menge 
AugU8ti.  —  Eadem  era  ce^/it  dominns  JoanneB  (»perari  a  (^afra, 
in  mense  Aprilia  antecedenti. 

Era  MCCCXLII  viderunt  se  rex  Caatellae  et  rex  Aragonum  et  rex  For- 
tugaliae in  Agreda  et  in  Tarayooa  in  raense  AuguBti  et  tunc 
dimieit  vocem  regia  dominua  Alfonsue  filius  infantia  domini  Fer- 
nandi.  —  Eadem  era  dedit  rex  Fernandus  domino  Joanni  a 
Yniesta^).  in  mense  Madii  antecedenti. 

Era  MCCCXIjUH  remisit  rex  dominus  Pernandus  domino  Joanni  omnes 
conditionea  quas  habebat  cum  eo  super  .  .  .*)  de  Alarcon,  et 
dedit  sibi  jure  hereditario  sine  eonditionc  aliqua  in  mense  Februarii. 

En  era  de  MCCCXL V  incepit  dominus  Joannes  murare  Pennam  Fidelem 
in  mense  Julii. 

Era  MCCCLXVI  fuit  obaessum  castrum'*)  de  Oter  de  Fuentes. 

Era  MCCCXLVII  obeedit  rex  dominus  Fernandua  Algezira,  et  cepii 
Gibraltar  in  menae  AugUHti 

Era  MCCCXLVIII  obiit  dominus  Didacus  existena  in  dicta  obsidione  in 
mense  Januarii.  —  Eadem  ora  recuperavit  dominus  Joannes  a  Sal- 
meron  in  Auguste. 

Era  MCCCXLIX  voluit  rex  dominua  Fernandaa  interficere  dominum 
Joannem  infaotem  Burgis  in  Januario.  —    Eadem  era  natue  est 


1)  nexiatere  cum*  Florez. 

2)  Aus  Januarii  corrigirt. 

3)  Florez:  Aymesta. 

4)  ünleeerllcb;  vor  co  ateht  anachelTiend  ein  aufcorngirtea  langes  a  iiiif  Ah- 
kiirzungszetchen;  aucii  super  ist  nicht  sicher.    Es  stand  etwa  oambio. 

b)  castriiiD  tnd^r  castelluni. 


554 


O.  Bftist 


domtnus  Alfonsus  rex  fitius  domini  Fernand!  in  .Salmantica  in 
Augusto.  —  Cudein  era  obligavit  rex  dominus  FernanduB  domino 
Joanni  a  Molinam  ßiccain  et  Altat  i8ic.)  et  dedit  ftihi  Helim  M  (*t 
Ybo  in  Septerabri. 

Era  MCCCL  contraxit  dominus  Joannes  cum  infantissa  domina  Con« 
atantia  in  Xativa  in  Aprili.  —  Eadem  era  obiit  rex  dominua  Fer- 
nandus  in  Jaen  in  Septembri. 

Era  MCCCLI  obiit  rcgina  domina  coestantia  in  Sancto  Faoundo  in 
NoTerabri.  —  Eadem  era  erait  dominus  Joannes  civitatem  Car- 
thaginem  in  Decembri-,  et  vendidit  eam  sibi  Petrus  Lupi  de  Ayala 
oum  aliquibus  conditionibus. 

Era  MGCCLIII  obiit  dominus  Joannea  Nunnii  Burgis  in  Junio.  — 
Eadem  era  ineepit  dominue  Joannes  mumm  et  caatrum  de  Castello 
in  Äprili  antecedenti. 

Era  MCCCLIIIi  obiit  dominus  Alfonsuä  filius  infantis  domini  Joannia 
in  Morale«  rure  Taurenai  in  Augusto.  —  Era  eadem  ineepit  do- 
minus Joannes  dominium  de  Mazarallues  in  Aprili  antecedenti. 

Era  MCCCLV  recuperavit   dominus   Joannes  Centum  Fontes  in  Madio. 

Era  MCCGLVI  ineepit  dominus  Joannes  murare  Palayiuelos  in  Fe- 
bruario. 

Era  MCCCLVII  obierunt  infantea  dominus  Joannes  et  dominus  Petrus 
in  vega  Oranatae  in  Junio. 

Era  MCCCLVin  obiit  domina  Maria  filia  domini  Didaci   in  Septembri. 

Era  MCCCIX  obiit  regina  domina  Maria  in  Valleolcli  in  Julio.  —  Eadem 
era  recuperavit  dominus  Joannes  Sanctam  Eulaliam  in  Madio  ante- 
cedenti. 

Era  MCCCLX  ineepit  dominua  Joannes  castellum^)  de  Trillo  in  Aprili.  — 
Era  eadem  accidit  factum  de  Villa  OiTer  in  Junio,  —  Eadem  era 
obiit  dominus  Lupus  filius  domini  Didaci  in  Octobri. 

Era  MCCCLXl  ineepit  dominus  Joannes  muros  de  Cadahalso  et  Bel- 
mont  et  de  Monte  Albo  in  Martio. 

Era  MCCCLXII  sabbato  aexta  (l  aeptima)  die  in  vigilia  S.  Joannis 
apoatoli  et  evangelistae^j  ineepit  dominus  Joannes  ecclesiam  mo- 
naaterii  fratrum  predicatorum  Rupia  Fidelis^  et  posuit  ibi  primarium 
lapidem.    Et  juvarerunt  jpaum  Sancius  Emmanuel  germanus  suus 


1)  Florez:  Sant  Helim. 

2)  Oder  caatrum. 

3)  Am  b.  Mai,  wie  Florez  rtcbtig  homnrkt. 


Don  Jnan  Manuel,  La  Cronica  compUda 


5!S5 


ao  Aegidius  Roderici  de  Mino,  necnon  Fr.  Joannes  G.  de  Arevalo 
prior  dicti  monasterii.  Atque  ipaa  die  complevit  dominuß  Joannes 
XLII.  annum.  —  Eodem  mense  incepit  doinioua  Joannes  caetellum 
de  CentfoDtibua,  et  opus  de  Alarcoociello,  ac  caetrum  de  Belmont. 

Era  MCCCLXIII  in  mense  Junü  solvit  ex  toto  debitum  dominus  Joannes 
Petro  Lupl  de  Ayala  in  quo  tenebatur  sibi  ratione  civitatis  Car< 
thagioensls,  et  reinansit  dicta  civitas  domino  Joanni  sine  con- 
ditione,  —  Eadem  era  die  S.  üippoHti  io  mense  Augusti  incepit 
rex  dominus  Alfonsus  regnaro  absque  tutoribus ;  et  eodem  mense 
venerunt  ad  eum  dominus  Joannes  filiue  infantis  domini  Em- 
manuelis  et  dominus  Joannes  filius  infantis  domini  Joannie  et 
reDuntiaverunt  tutoriae;  et  post  IUI  dies  venit  dominus  Pbilippus 
et  renuntiavit  tutoriae.  —  Era  eadem  in  mense  Novembris  in 
Valleoleti  contraxit  praefatus  rex  cum  regina  domina  Conetantia 
filia  sepe  dicti  domini  Joannis  tilti  infantis  domini  Emmanuelis. 
i.  Era  MCCOLXOII  in  mense  Augusti  feria  VI  in  feste  decollatioois 
S.  Joannis  domino  iuvante  devicit  dominus  Joannes  omnera  po- 
testatem  regia  Qranatae.  —  Era  eadem  in  mense  Novembri 
feria  VI  in  vigilia  omnium  Sanctorum  in  Tauro  praecepit  rex  ut 
interficerent  dominum  Joannem  filium  infantis  domini  Joannis. 

Era  MCCCLXV  in  Aprili  obiit  infans  dominus  Philippua  filius  regis 
domini  Sancii  in  Majorat^).  —  Eadem  era  in  Augusto  obiit  in- 
fantissa  domina  Constantia  in  CasteUo^).  —  Eadem  era  obiit 
dominus  Jacobus  rex  Aragonnm  in  Novembri.  —  Eadem  era  cepit 
rex  a  Pruna  et  Olvera  et  turrim  del  Alaquim')  et  Aymonte 
(=  Ayamonte)  in  Junio  antecedenti.  —  Era  eadem  in  Octobri 
praecepit  res  includi  reginam  uxorem  suam  in  castello  Taurensi 
et  privari  regno  in  suis  bonis.  —  Eadem  era  in  Novembri  ex- 
pedivit  se  domiuns  Joannes  a  rege  et  incepit  gerra  inter  eoe. 

Era  MCCCLXV  (1.  MCCCLVI)  in  Februario  concilium  Soriense.  inter- 
fecit  Oarsiam  Lassi  in  domo  minorum.  —  Eadem  era  obsedit  res 
Escalonam  in  Martin.  —  Eodem  mense  obsedit  dominus  Joannes 
Hueptem.  —  Eadem  era  in  Junio  obiit  Gometius  Cariallo  in  Monte 


1)  Die  zwei  letzten  Buchstaben  sind  zweifelhaft;  «r&brscbeinlioh  ist  nach  Cron. 
Alf.  XI,  49  Haderit  o.  Magerit  za  leaeo.  Aber  aacb  Mayorga,  das  D.  Felipe  ge- 
hörte, kaoD  irrttimlicb  genannt  sein. 

2)  Florez:  Castella. 

3)  Torre  del  Alfaqui  Cron.  Alf.  XI;  die  Form  der  Croo.  compl.  fit  ala  die 
masigebende  zu  betrachten ,  da  baktm  Arzt  vebr  wohl  faqui  ergebso  kooiite, 
fa^t,  Gelehrter,  sein  f  nicht  verloren  hätte. 


556 


G.  Baist 


Albo.  —  Eadem  era  in  Juüo  rex  incenderunt  (1.  incendit)  reale 
et  machinasj  et  recessit  de  obsidione  de  Escalona.  —  Eodem  menae 
obBedtt  rex  Vallemoleti  et  incepit  debellare  rillam;  et  incendit  mo- 
nasterium  de  Olgis  ubi  erat  sepulta  regina  domina  Maria.  Sequenti  ' 
die  recessit  a  rege  proditor  Alvarus  Nunnii,  quem  fecerat  comitem  M- 
Eadem  era  in  Auguato  cepit  dominus  Joannes  Aza,  qaae  erat  Al* 
vari  Nunnii,  et  Fraxinum  quae  erat  dominae  Tarasiae.  —  Eodem 
raenee  venerunt  in  adjutorium  doraini  Joannis  Jacobue  Xerica  et 
dominus  Petrus,  ejus  germanus.  —  Eadem  era  in  Decembri  coo- 
traxit  rex  cum  filia  regia  Portugaliae  conaanguinea  .  .  •  *)  dispen- 
aatione  Papao.  —  Eadem  era  in  Octobri  traotata  est  compositio 
inter  regem  et  dominum  Joannem ,  et  duxerunt  domino  Joanoi 
filiam  suam  in  Novembri.  —  Eodem  mense  iverunt  in  terram 
Buam  dominuB  Jacobus  et  domloua  Petrus.  Et  interfecit  Ramirus 
Florea')  Alvarum  Nunnii  dominum  suum  in  Castro  de  Belver, 
quod  erat  Alvari  Nunnii  quod  habebat  Ramirus  Flores ')  de  manu 
Alvari  Nunnii,  cujus  erat  vaeallus*.  —  Eadem  era  in  Decembri 
ordinatum  fuic  ut  viderent  ae  rex  et  domino  Joanne,  quilibet 
cum  decem,  prope  pontem  Dorii,  cum  esset  rex  in  Coriel  et  do- 
minus Joannes  in  Pennaßdeli:  et  stetit  dominus  Joannes  cum 
suis  X  tota  feria  II  et  III  ad  pontem  et  rex  stetit  cum  sua  familia 
extra  Coriel,  et  tandem  nolutt  rex  quod  se  viderent. 
Era  MCCCLXVI(l.MCCCLXVII)  in  Januario  contraxit  rex  dominus  Al- 
fonsua  Aragonum  cum  infantieaa  domina  Ueleonora  fUia  regia 
Castellae  domini  Feriiandt  in  Agreda.  —  Eodem  mense  contraxit 
dominus  Joannes  cum  domina  Bianca  filia  domini  Fernandi  in 
Lerma.  —  Eadem  era  in  Junio  irerunt  ad  dominum  Joannem 
episcopus  Burgenaia^)  et  nobiles  militea  et  nonnulli  de  civibus  ex 
parte  totius  regni  ad  iinandam  pacem  inter  regem  et  dominam 
Joannem.  —  Eadem  era  in  Augusto  venit  episcopus  Ovetensia 
dominus  Joannes  de  Campo  in  Rupemfidelem  cum  pri^ilegiia  regia 
per  que  dabat  domino  Joanni  Aza  et  Galve.  Et  firraarunt  pacem 
consentientibus  domino  Joanne  et  domino  Joanne  Nunnii  ae  cunc- 
tis  suis  sororibus. 


1)  Florez:  qui  fecerat  comasanitatem. 

2)  ßaaur, 

3)  Beidemale  mit  anrichtigem  AbktirzuDgaatrich:  Florea. 

4)  Florez:  episcopus  Ignatiua. 
Freiburg  i./B.,  März  1893. 


Die  Chanson  de  Roland  und  die  altenglische  Epik. 

Von 
F.  Liattner. 


Bei  der  folgenden  Untersuchung  handelt  ee  flieh  um  das  Rolanda- 
lied,  wie  es  uns  io  0  erhalten  ist,  Fragen  nach  seiner  ev.  Entstehung 
aua  lyrischen  oder  epischen  Qeeängen  u.  ä.,  kommen  hierbei  gar  nicht 
in  Betracht. 

In  dem  Streit,  der  über  die  Herkunft  des  Verfassers  des  Rolands- 
liedes  sich  erhoben  hat^  stelle  ich  mich  ganz  auf  Seiten  derjenigen, 
welche  es  einem  Normannen,  speciell  einem  Normannen,  der  sich  lange 
in  England  aufgehalten  hat,  zuschreiben  (cf.  Oautier:  La  Chanson  de 
Roland,  13.  Aufl  ,  Tours  1883,  p.  XV  ff.,  p.  XIX,  p.  XXIV  u.  ö.  G.  Paria: 
La  Litt6rature  fr.  au  Moyen  Age,  2.  Aufl.,  Paris  1890,  p.  61.  L.  Cl^dat: 
La  Chanson  de  Roland,  Paria  1886,  p.  O:  u.  A).  Ein  „Fran^ais  de 
France^'  cf.  G.  Par.  a.  a.  0.  p.  61  und  Romania  XI,  407;  Förster: 
Zteohr.  II,  165  und  Ci^dat  a.  a.  0.  p.  11  kann  nicht  der  Verfasser  ge- 
wesen sein,  denn  V.  205,  206  ff .  (ich  citiere  nach  der  Ausgabe  von 
Th.  Müller,  Göttingen  1878)  setzt  Roland  dem  Kaiser  auseinander,  dasa 
er  schon  früher  einmal  zu  seinem  Schaden  auf  den  Rath  seiner 
Franzosen  gehört  habe.  Diese  werden  also  an  dieser  Stelle  in  nicht 
vortheilhaften  Gegensatz  zu  den  andern  Nationalitäten  des  Reiches  ge- 
stellt Das  würde  ein  Dichter  aus  Isle  de  France  gewiss  nicht  gethan 
haben.  Für  die  Annahme,  dass  das  Gedicht  ursprünglich  aua  der 
Bretagne  stammen  soll,  scheint  mir  der  hauptsächlich  dafür  angeführte 
Grund,  dass  Roland  Markgraf  der  Bretagne  war  (cf.  G.  Paris  a.  a.  0. 
und  Romania  II,  468 ;  XI,  408)  nicht  stichhaltig,  ebenso  wenig  wie  das 
gelegentliche  Hervortreten  dos  Tierris  und  des  Gefreiz  d'Anjou  z.  B. 
V.  2883  (in  der  verdächtigen  Baligantepisode)  mir  die  Ueberarbeitung 
des  Gerichts  durch  einen  aus  Anjou  stammenden  Verfasser  wahrschein« 
lieh  macht,  cf.  G.  Paris  a.  a.  0.  und  Romania  XI  p.  408;  Gautier  a.  a.  0. 
p,  X.  Aus  sprachlichen  Eigenthümlichk<»iten  allein  die  Heimath  des 
uns  erhaltenen  Rolandsliedes  erklären  zu  wollen,  scheint  mir  im  Hin- 
blick auf  die  Art  der  Ueberlieferung  gewagt.  Alle  diesbezüglichen 
Untersuchungen   haben  auch   bis  jetzt  noch   zu   keinem  allgemein  an- 


Die  Cbaseon  de  Rolaod  uod  die  alteDglisobe  Epik 

vor   der   Eroberung   cf.   ten    Brink,  GeBch    d.  engl.   Litt  1  p.  159  ff. 
Dieser  ae.  Einfluss  giebt  sich  in  folgendeD  Einzelheiten  kund: 

1)  Im  Rolandsliede,  wie  io  der  ae.  Epik,  ist  das  Vermeiden  von 
Gleiobniseen  auffallend  Cf.  ten  Briok  a.  a.  O.  p.  155  und  p.  24: 
„CharakteriBtiBch  ist  es  nun  für  das  englische  Epoe,  im  Gegensätze 
zum  homerischen,  dass  es  Vergleiche  nicht  liebt  etc."  A.  HoflFmann: 
„Der  bildliche  Ausdruck  im  Beowulf  und  der  Edda"  E.  St.  VI,  163  ff. 
besondere  p.  212  ff.  (cf.  Wülcker:  ^Grundriss  zur  Geschichte  der  ags. 
Literatur'*,  Leipzig  1885  S.  304  ff.).  DasB  im  Rolandelied  nur  ein 
GleichnisB  V.  1874  u.  75  vorkommt,  ist  bekannt. 

2)  Im  Rolandsliede,  wie  im  ae.  Epos  fehlen  Liebesgeschichten,  die 
Bonat  im  frz.  Epoe  einen  so  breiten  Kaum  einnehmen.  Cf.  Gautier  a.a.O. 
p.  XXVII.  Auf  diesen  Punkt  lege  ich  aber  das  geringste  Gewicht.  Er 
kann  nur  in  Verbindung  mit  den  übrigen  eine  gewisse  Bedeutung  er- 
langen. 

3)  Der  metrische  Aufbau  des  Rolendsliedes  scheint  mir  auch  durch 
die  ae.  Metrik  beeinäusst  zu  sein.  So  stellt  ten  Brink  a.  a.  O.  p.  155 
mit  Recht  die  Assonanz  in  Parallele  mit  der  Alliteration.  Im  Uebrigen 
vergl.  die  Darstellung  in  Kölbing's  Ausgabe  des  Amis  und  Amilouo^ 
Ueilbroan  1884  p.  LXXVl  ff.  Ich  schliesse  mich  in  diesem  Punkte  der 
Ansicht  8ucfaier*s  in  der  Matthaeus  Paris  zugeschriebenen  Vie  de  St.  Au- 
ban,  üalte  1876  p.  23  ff..  Koeh's  in  Chardry's  Josaphat  etc.,  üeil- 
bronn  1879,  p.  XLl  und  besonders  p.  XLIV,  sowie  Rottiger'a  im  Tristran 
des  Thomas  etc.,  Göttinger  Dissert.  1883,  p.  18  ff.  an,  und  glaube,  dasB 
ee  gewagt  ist.  mit  Kölbing  a.  a.  0.  die  unregelmässige  Metrik  der 
Siteren  agn.  Denkmäler  allein  durch  Fehler  der  englischen  Abschreiber 
zu  erklären.  So  führe  ich  die  Freiheit,  mit  welcher  auch  der  Dichter 
des  Rolandsliede«  mit  dem  Verse  umgesprungen  ist  (cf.  Th.  Müller:  La 
Chanson  de  Roland,  Göttingen  1878  p  VIII)  schon  auf  den  Eintluss  der 
ae.  Metrik  zurück  Später  wurde  diese  Beeinflussung  der  agn.  Metrik, 
wie  BUB  den  oben  angeführten  Stellen  hervorgeht,  viel  grösaer. 

4)  Der  8atzbau  und  die  Wortatellung  des  Rolandsliedes  weichen 
vielfach  von  dem  Gebrauch  in  früheren  und  späteren  frz.  Denkmälern 
ab.  Da  solche  Abweichungen  meist  der  ae.  Manier  entsprechen,  halte 
ich  es  für  berechtigt  und  nahe  liegend,  dieselben  als  durch  die  ae.  Art 
hervorgerufen  zu  erklären.  Cf.  Göhling:  Satzverbindung  im  Rolands- 
liede,  Brandenburg  a,/H.  1886,  p.  XV:  „Die  ausgesprochene  Vorliebe 
für  Hauptsatzbildung  laset  die  Nebensätze  nicht  zu  rechter  Entwickelung 

gelangen tvelativa    finden    durch    Demonstrativa ,    Temporal- 

conjunctionen  durch  entsprechende  Präpositionen  etc.  ihre  Ersetzung  .... 
Abneigung   gegen    indirecte  Rede.     F.  Ziller:    ,,Der   epische   Stil    des 


■pwiBhe—  V«ii0befir4i 
ieh  Meh  Marf :  ,Die  W« 
ua  afc.  Roliniiii^dfr',  8lf—ibafftW  Di»<fi> (m  Bah^g«  B<^  8iiii.  iWi^ 
^ZM6ts  ggiiiiaiin  Mtf  25^/^  OasM  Tmd«8  beslckea  ov  a« 
MMifaMiIrr  gCTMlMM  ITiipHiHiiii  (L,  LXn,  LXXn*  ele.>,  >  ki^ 
v«od6l  der  Dichter  »elbct  da  dM  Haspeals  aa,  «o  der 

d«  NebMMtsM  ferlogw  wifde.    Die  VoriMb» 
lit  Aldi  Xoif  taA  der  Grad  deür.  Um  der 
•eUemer  invertiert  m 

VgLIener;  E-Be^er:  „üie  PrononiM  in  Bolndriiede*, 
tMM   1875,  p  24, 25  ■.  28     GöfaÜDg  a.  a  O.  p  V  a.  VI  od  M 
•ebe  man  ten  Brink  a.  a.  O.  p.  26  in  Verbindoog  mit  p.  155. 

D)  Die  Verweadong  btldlieher  Atudräcke  ui  in 
io  der  ae.  Epik  die  gleiche;  cf.  ten  Briok  a.a.O.  p. 21 

6j  Wie  im  ae.  Bpoe  flhigt  weder  da«  gftaae  BoiandsUed,  noeh  die_ 
einzelnen  Abtcboiite  desselben  mit  langen  Einletton^en  an, 
in  ma.  Epen  gehdoeldieh  ist  Die  Dreitbeilong  des  sv  Zeh  der 
(MHiiig  dee  BolaadaSedes  in  England  gewiss  noch  allgeoieiB 
Beowatfliedee:  Grendel  —  Grendels  Matter  —  Drachenkamf, 
iieb  im  Roland  wieder:  Ganelon's  Verratfa  —  Rolande  Tod  —  diel 
Ton  der  zweifelhaften  Baligantepisode  sehe  ich  hier  ab ;  icb  bin ; 
sie  für  uoft«bt  zu  halten^  Cf.  Laurentius:  Zar  Kritik  der  Chaoeon  de 
Roland,  Leipziger  Dissert.  ca  1875,  p.  7  fü.  Ottmann :  Die  SleOnif  too 
jr*  za  der  Ueberliefemng  des  afrz.  Roland,  Marborger  Dissert.  1879, 
p.  38.  Vielaf  a.  a.  O.  p.  12.  Döoges:  Die  Baligantepisode  im  Bdand, 
Marburger  Dissert  1879  (bes.  p.  1  n.  2).  Scholle :  Die  Baligaitopiiode, 
ein  Einschab  in  das  Oxf.  Rolandstied.  Zeitschr  f.  r.  Ph.  1,  26  ff.  An 
Schlüsse  habe  ich  weitere  Gründe  angegeben,  wesshalb  ich  sie  nicbl 
fttr  icbt  hatte. 

7)  Das  Vorkommen  ae  Worte,  die  Erwähnung  Englands.  Sehoctiaiida 
und  Irlands  im  Kolandnliede  und  die  dort  vorkommenden  alliteriereB« 
den  Personennamen  scheinen  mir  auf  rein  ae.  Grande  zn  bemhen.  Be- 
kannt ist  atgier  V.  439.  442  und  2075  Aber  auch  vade  V.  918  wird 
besser  durch  das  ags.  Etjmon.  als  durch  vota  icf.  Cl^dat  a.  a.  O. 
Glossar  s.  ▼  )  erklärt.  Aelrot  V.1188  =  Aertelrad.  Turold  V.  4002  = 
Tborweald.  Ist  Corsablis  V.  885  vielleicht  in  Verbindung  mit  «e.  otusieB 
zubringen,  bedeutet  es  vielleicht  ,,der  Fluchwürdige''? 

Die  Hpecielte  Erwähnung  Ton  Schottland,  Wales  und  Irland 
England  V.  2331  a.  2332.  cf.  auch  V.  372  ist  schon   öfter  als  Beweis 
^dtUkr^  daii  das  Holandslied  erst  nach  der  Eroberung  Englands  tc 


Die  ChaDBon  de  Roland  und  die  alteDgUsebe  ßpik 

worden  Ut,  angeführt  werden.  England  wird  KarKs  cbambre  =  do- 
maine  pardcuUer  genannt  V.  2332. 

Wichtig  ist  bosonders  die  alliteriet-ende  Biodung  der  Namen. 
Cf.  Grober:  Ztschr.  VI  469  ff.  Vieluf:  Zum  frz.  Rolandaliede,  Progr.. 
Hirschberg  1889,  p.  5  Anra.  1.  Pakscher  a  a.  0.  p.  91 :  A^ass  2  Personen- 
namen durch  Alliteration  gebunden  werden,  begegnet  in  der  frz.  Literatur 
oft.  Allerdings  kommt  die  Alliteration  auch  im  Lateinischen  vor,  aber 
unlateiniach  ist  gerade  die  angeführte  Bindung  der  Eigennamen  unter 
einander.  Daher  ist  auch  diese  Eigenthümlichkeit  des  frz.  Epos  auf 
germanischen  Einfluss  zurückzuführen,  denn  in  deutschen  Liedern  ist 
die  Art  der  Alliteration  bekanntlich  sehr  häufig  durch  den  alliterieren^ 
den  Vera  begründet."* 

8)  Die  Haupteinwirkung  der  ae.  Epik  auf  das  Rolandslied  finde  ich 
aber  auf  dem  Gebiet  der  sog.  Wiederholungsstrophen.  Bei 
den  Versuchen,  diese  auffallende  Eigenthümtichkeit  des  Rolandt^liedes, 
welche  sich  m.  E.  von  diesem  ausgehend,  auch  auf  andere  frz.  resp. 
proveogal.  Epen  verbreitet  hat,  zu  erklären,  sind  die  entgegengesetztesten 
Ansichten  aufgestellt  worden;  cf.  namentlich  Dietrich:  „Die  Wieder- 
holungen in  den  afz.  chansons  de  geste'^,  Erlanger  Dissert.  1881  (Roman. 
Forschungen  1,  1882,  vgl.  Ztschr.  f  r.  Ph.  VI.  492  ff.;  Pakscher  a.  a.  0. 
p.  102);  Gautier  a.a.O.  p.  8,  Anm.  zu  V.  62;  Ziller:  Der  epische  Stil 
des  afrz.  Roland,  Progr,,  Magdeburg  1883,  p.  25ff.;  F.  Leiffholdt:  Ety- 
mologische Figuren  im  Romanischen,  nebst  einem  Anhange:  Wieder- 
holungen betreffend  Steigerung  und  Erweiterung  eines  Begriffs,  Kildes- 
heira  1883,  Göttinger  Di^S'rt.  Die  in  Erlangen  1884  vollständig  er- 
schienene Arbeit  habe  ich  leider  bis  jetzt  nicht  erbalten  können. 
A.  Tobter:  Ueber  das  volksthümlichc  Epos  der  Franzosen  in  Ztschr.  f. 
Volkerpsychol.  IV  (1866)  p.  164  ff ;  Steinthal:  Das  Epos,  ibid.  V  p.  39 
und 51.  Weiteres  beiSeclmann:  Bibliogr.  d.  Holandsliedes,  EJalle  1888, 
p.  39  ff.  Jede  der  bisher  vorgebrachten  Erklärungen  der  Wiederholunga- 
strophen  sucht  natürlich  die  früheren  zu  widerlegen  oder  zu  com- 
binieren,  erfährt  aber  selbst  kein  besseres  Schicksal.  Die  richtige 
Deutung  derselben  ist  eben  bis  jetzt  noch  nicht  gegeben  worden. 

Die  zu  besprechende  Erscheinung  ist  unter  verschiedenen  Nameo 
bekannt.  Man  nennt  sie:  n Wiederholungsstrophen,  Parallelstrophen, 
parallele  LaisseU;  laisses  similaires  oder  Couplets  similaires.^  Der  erste 
Ausdruck  ist  der  bei  Weitem  schlechteste,  denn,  wie  wir  sehen  werden, 
ist  von  blossen  Wiederholungen  dabei  gar  nicht  die  Rede,  es  ist  in 
jeder  der  dazu  gehörenden  Strophen  mit  ganz  verschwindend  wenigen 
oder  gar  keinen  Ausnahmen  meistens  ein  neues  Moment  enthalten.  Der 
Name:  „Parallelstrophen  oder  parallele  Laissen''  scheint  mir  ebenfalls 


562 


F.  Liodaer 


nicht  gaD£  zatreffend  zu  sein.    Jeder  Unbefangene  mass  dabei  *  priori 
annehmen,  dass  es  eich  am  Tiraden  bandelt,  in  welcben  p&rallele,  cL  i 
an   sich   ähnliche,   aber  in  YerscbiedeDen  Sphären   liegende  Vor 
geschildert  werden.     Dass   dies   aber  nicht  der  Fall  ist^   iat  bekannt 
genug.    Sie  schildern  sogar  ein  und  dasselbe  Ereigniss  in  m>  ihn 
Weise,  dass  sie  von  Vielen   für  Ueberreste  verschiedener  Radaclianee^ 
welche  in  0  aufgenommen  wurden,   gehalten  werden   konnten.     Daher 
ist  meiner  Ansicht  nach  die  beste  Bezeichnung  ,.laisses  simitairea".    Ich 
halte  sie   auch  fQr  besser,   als  die  zu  allgemein   gehaltene  Beneonang 
„Couplets  similaires*^.     Sie  deckt  sich  beinahe  vollständig  mit  dem  da- 
mit verbundenen  Begriffe.  Es  wäre  nicht  schwierig,  dafür  ein  paaaendea 
deutsches  Wort  zu  6nden,   aber  ich  halte  es  für  besser,  das  zu  unter- ^ 
lassen,  um  nicht  durch   unnothige  Vermehrung   technischer  Auadrückfl 
Verwirrung  zu  erregen.     Ich   verstehe  unter   ^.laisses  similaire«"   zwei 
oder  mehr  Tiraden,  welche  in  ganz  ähnlicher  Form  einen  und  denselben 
einfachen   oder  complicierten  Vorgang  schildern.     Diese  Definition    ist 
nicht  nea^  ich  möchte  jedoch  noch  auf  einen  weiteren  Punkt  aufmerksam 
machen,  der  bisher  noch   nicht   beachtet  worden  ist.     Es  können  xwei 
Tiraden  ein  und  denselben  Vorgang  von  ganz  verschiedenen  Geaichta-j 
punkten   umfassen,    sich   sogar    scheinbar    widersprechen  und   mi 
doch  zu  den  laisses  similaires   gerechnet  werden.     Folgt  man   die 
Auffassung,  dann  finden  manche  Stellen,  in  denen  man  Widersprfiche' 
zu  erkennen  geglaubt   hat,    eine  ganz  neue,    aber  sehr  natürliche  Er< 
klärung.    Als  Beispiele  hiefür  verweise  ich  auf  die  weiter  unten  folgende 
Besprechung   von  Laisse  60  und  61    u.  a.     Wiederholungen   derselben  < 
Verse  wie  Vers  7>,  80  u.  93 ;  165,  166  u.  168,  169;  244,  245  u.  252,  2531 
und  viele  andere  ähnliche  Stellen  gehören  natürlich  nicht  hierher.    Sie 
sind   allgemein   epischer  Natur,   gerade  so   wie   die  wörtliche  Wieder-, 
holnng  der  Aufträge   von  Gesandten  z.  B.  laisse  H  und  13,    laisae  199 
0.  201  u.  a,  m.    So   werden    sie    von    Göhling  a.  a.  0.  p.  VI    erklärt, 
während  Andere  (cf.  p.  V)  sie  als  durch  Metrum  und  Assonanz  hervor- 
gerufen  bezeichnen. 

8o  oft  ich  das  Kolandslied   für  mich  durchlas,  es  im  CoIIeg   er- 
klärte, oder  in  der  afrz.  Literaturgeschichte  darauf  zu  sprechen  kam,  i 
drängte  sich  mir  der  Gedanke  auf,  dass  die  laisses  similaires  in  Parallele 
zu  stellen   seien   mit  der  bekannten  Eigenthümlicbkeit  der  ae.  Poesie, 
einen  Vorgang  oder  einen  Gegenstand  von  verschiedenen  Seiten  zd  be- 
leuchten, um  ihn  der  Phantasie  der  Hörer  näher  zu  bringen.     Daraus, 
erwuchs  die   vorliegende  Untersuchung,  welche  mir  die  Ueberzengnng; j 
gegeben  hat,  dass  die  Sache  sich  wirklich  so  verhält,  dass  die  laisses 
aimilaires   uur  eine  Nachahmung  des  sog.  ae.  Parallelismus   oder  der 


Die  CbMBoo  de  RoUnd  und  die  aitenglisohe  Epik 

Variation  Bind,  aber  —  non  omnibns  omnia  plaoent.  Dass  diese  pa- 
rallelen Laiaeen  späteren  Ueberarbeitern  Gelegenheit  und  Veranlassung 
zu  Erweiterungen  und  Abweichungen  gaben,  die  die  Gestalt  und  den 
Inhalt  des  Gedichtes  wesentlich  veränderten,  zeigt  nur,  dass  die  spätere 
Zeit  den  beabsichtigten  Zweck  der  Wiederhotungsstrophen  nicht  mehr 
verstanden  hat. 

Es  ist  nicht  nothig  über  die  berührte  Eigenheit  der  ae.  Poesie  eich 
des  Näheren  zu  verbreiten;  sie  ist  bekannt  genug.  Am  besten  hat  sie 
wohl  ten  Brink  a.  a,  O.  p.  26  u.  27  characterisiert :  p.  109  spricht  er 
über  ihre  Anwendung  im  Grossen.  Cf.  auch  R.  Heiozel  QF.  X,  Die 
Ansichten  über  die  laisses  similaires  zeigen  häufig  eine  solche  Aehn- 
lichkeit  mit  der  richtigen  Auffassung  des  ae.  Paralleliemua  oder  der 
Variation,  dass  bei  Einigen  nur  der  daraus  zu  ziehende  Öchluss  fehlt. 
Wie  mir  scheint,  ist  die  Annahme,  dass  die  Wiederholungsstrophen  be- 
absichtigt sind,  jetzt  die  mit  Recht  allgemein  geltende.  Cf.  Vieluf  a.  a.  0. 
p.  4  Anro  1:  „Tiraden^  welche  wiederholen,  sind  sehr  häußg.  Selten 
hat  man  es  an  aolchen  Stellen  mit  blossen  Wiederholungen  zu  thun, 
sie  bringen  fast  immer  neue  wichtige  Momente.  Auch  finden  sie  sich 
überall  nur  da,  wo  es  sich  um  wichtige  Ereignisse  handelt;  diese 
Wiederholungen  dienen  also  zur  Hervorhebung  des  Wichtigen  gegen- 
über dem  Nebensächlichen,  welches  flüchtig  gestreift  wird."  Paksoher 
a.a.O.  p.  100:  „Durch  Zusammensetzung  aus  verschiedenen  Tiraden 
können  die  laisses  similaires  nicht  erklärt  werden ,  ebensowenig  aus 
Herübernabme  von  Strophen  aus  verschiedenen  Redactionen."  Er  wendet 
sich  im  Folgenden  gegen  einzelne  Behauptungen  von  Dietrich.  Seinen 
eigenen  Ausiuhrungen  kann  ich  über  nicht  beistimmen,  cf.  p.  102 ff.: 
,.,Man  bat  gesagt  die  Widerholungsstrophen  ergänzen  einander.  Aber 
wer  Tirade  173  sich  der  emphatischen  Wendung  bedient:  „So  viel 
Schlachten  habe  ich  mit  dir,  gutes  Schwert,  geschlagen"  (2305,  richtiger 
2306),  der  will  sie  eben  nicht  aufzählen,  wie  es  in  der  folgenden 
Tirade  geschieht.  Diese  Verse  erfordern  nicht  die  einen  die  andern, 
sondern  sohliessen  sich  gegenseitig  aus.  Dagegen  ist  es  sehr  begreif- 
lich, wie  jemand,  dem  es  um  Verlängerung  des  Gedichts  zu  thun  war, 
darauf  kommen  konnte,  was  Roland  zusammenfassend  gesagt  hatte,  im 
Einzelnen  auszuführen,-*  Wir  werden  weiter  unten  noch  sehen,  wie  im 
Rolandsliede  oft  ein  Begriff  in  seine  einzelnen  Bestandtheile  zerlegt 
wird,  ganz  wie  es  das  ae.  Epos  macht,  daher  ist  die  Auffassung  dieser 
Stelle  als  einer  Zerlegung  des  Begriffs  „viele  Eroberungen"  in  die  Auf- 
zählung der  Namen  der  eroberten  Länder  durchaus  vorzuziehen. 

Pakscher^s  allgemeine  Erklärung  der  Wiederholungsstrophen  findet 
«ob  p.  20ff.;  „Es  ist  also  die  Erweiterung  vorgenommen  worden,  am 


:'«4 


m  ^am  BauMtidEUMwtJiAL.  ^ass  aiciii  «rva  £asTi 
JLsBk   &a»    I  MnUT    Lnoi  kii  in   Bene  auf  4h 


mk  iaäuMttk  iam  rtmn  ^mattoi.   Von 

WB  iob  vöser  vuEBi  Wwibihi   ^mm  Mier  in  om  ' 

4»  iÜBtaio«  ftts  ■iwnaliniiAM  «nS«»»  iEävL  iac 

A.  &  <1  71  i&f  MiÜBHL    Länr  «i—w  Ä  ÖBBir  ai 

Ar  SmiauBct  -äbt  TüsateB  üöb  tmibtt  mt  auBBs  «bc  hie  öbk  I&bbc 

faHB  •»  iiMdc  iKaa:  ul  acöanL  wiiiniL*  an  iiiiiiiii      Sun.  i'muaBmL 
Tk  Uta.  T-aamBä  me  £attuaae.  mmBm  jb  länr  *--***  -  -ar 
•BT  ii«x:  -  c-i-rL   i«miiiic  um  «ix  Skk  &  0»  T«Bni 

aä'vidL  süMTiBEK  vaRiiDiiSKB^  iftiTir  j^TwwHrttaiia  Mn£  iBst 

JBttST-  A^   nglUHDfC       oJlBHtf 

^saa&£_  jwwwy 

S^BSRÜHiB:  •airnnät  iuangiL  o»  «l  wuäaar  ac  iiraK  Va 
-mmuaac  JLnnt  1«  ißr  LiMtar«  at.  ^iibbs  lac  sao.  dk  »^^dlltu  niac 
»BOC  T'irv^ir:»  2x  {.iomiHiL  3th  trssSiinntf  «abfinc  nt  fcü  so.  sbüiel 
Dii  aiisr  n»  ^anfi«  uff  «iifioii  bsi  Lmticsn  iar  m.  Skass  bool  ncar 
liuut  varfn  fioinen  a«  m  x*t«fiiriHaai  ^tzilen  dif  Zrqhiimg  mnrst 
«m  iHK«jiiit«r<f  A:r:  na:  Süuiiiifrm^  muenrtesai.  Misa  aasaa  ma  lanit 
mss  -.^iiiiiniT»  .Lnsiuxc  mr  cht  ausnus^i  itsrmnL  Ir  icvuaic  mr  oat 
'4:;*HHni  mi:  i^fr  lu.  Ijik  ra  vaipfli  ma  »  auacoBarMiiiBt.  iasm  «n 
muMiii»  Airiiüciiä»  rv^iHsieii  xursübHa  mit  iem  wianinHiwi  aaar 
«äsen,  jx,  .«tim  an  ±2nuaimi  «mmac  lar  ^jiaziiuit  antymuiiüiM  im. 
tUMf  r»»fi  ^4rsiaiH»tMn«  *  Jik^r  muuiiüiitfje  "^a  -HmaniHr  aar  niaafae. 
«wo  mniHnia  uuri^Iiimiiiü« .  lutmauxt»  Fjffir  ^^räultfli  «hii  aulta. 
AI»  iKm  I.«u7i!nib*:aKn  jaer  3»fmBtai»fii  ciantHi  de  JranzoHrai  se  neor 
iodumm^ta  luütia.  a^t  :i<c  -!t]tiaiHi>vH!iij£  .tfnftinwin.  ttb  MtxiHniBca.  ^for 
m  si  i;iü»^''  Ht:a  ^^aaiicaH»».  mn  ia  niiut  sunsc  iie  KIvücmsEar  mix 
V  ns:i«:aifi  !>'  rfme^  Ilaiiuhtt*»  iht  m*.  ipik  mr  i^  ädiamtBiiiiä  hcsb 
SKfir  ^(»i'iiri^^  ▼HriHQ  %:Aaa  vfr'ttin  fuun  ne  juase»  smuao'q»  :mT 
iW«:at«ifr   V  iiir*fa«!niii:ai£"iir  aui   4**    "  inü«i  lariuiEsaraarmt  ä3ji. 

•:a  ▼•11    lim    ia    naivrin  "^HÜwriuiunipÄCToinBi  amspsa .    "»i»   n^- 
MÜMQ  JS'ifittaiania   nn    iamei»  jüdun.    v^bcüIi»  jx  ÜBmiilMa  nt  «snaBHa* 


Die  CbaDsoD  de  KoUod  und  die  aitengliscbe  Epik 


565 


Theile  zerlegt  ißt.  Von  der  Aufzählung  der  von  Kaland  eroberten  Länder 
ist  äcbon  oben  die  Rede  gewesen.  Es  werden  aber  in  den  laisses  simi- 
lairea  auch  in  demselben  Augenblick  und  in  derselben  Situation  ein- 
tretende; sich  acheinbar  widersprechende  Gedanken  und  Seelenzustände 
als  bei  obertiächlicher  Beobachtung  nach  einander  folgend  dargestellt. 
Ein  solches  Nacheinander  beabsichtigte  aber  der  Dichter  in  Wirklich- 
keit nicht,  er  wollte  das  augenblickliche  innere  Schwanken  ansdrücken; 
die  von  der  Eenntniss  der  ae.  Poesie  herstammende  ihm  geläufige 
Technik  liess  ihn  zu  dem  Mittel  der  Wiederholungsstrophen  greifen^  um 
seiner  Absicht  Oestattuug  zu  verleihen.  So  geboren  z.  B.  Laiase  60 
und  61  eng  zusammen  ^  obwohl  die  Erklärer  dieser  Stelle  hier  Wider- 
sprüche zu  finden  gemeint  haben.  Folgt  man  meiner  Auffassung,  dann 
widersprechen  sich  die  beiden  Tiraden  nicht  mehr:  Oanelon  hat  dem 
Kaiser  den  Vorschlag  gemacht,  den  Oberbefehl  über  die  Nachhut  dem 
Roland  anzuvertrauen.  In  Laisse  60  dankt  Roland  dem  Ganelon,  dass 
er  ihm  diese  Eiire,  deren  er  sich  würdig  erweisen  wolle,  zugedacht  habe. 
In  Laisse  61  aber  ist  er  auf  ihn  wüthend  und  schilt  ihn  desshalb.  Es 
ist  m.  E.  ganz  klar,  dass  der  Dichter  damit  hat  darstellen  wollen,  dass 
in  dem  Augenblicke,  wo  Koland  den  Vorschlag  hört,  die  widerstreitend- 
aten  Gefühle  seine  Seele  bewegen,  von  denen  hier  zwei  genannt  werden, 
nämlich  Ehrgeiz  und  Ahnung  der  von  Ganelon  ihm  bereiteten  Gefahr. 
Desshalb  halte  ich  Ziller's  Erklärung  a.  a.  O.  p.  26:  „das  erste  Mal 
spricht  Koland  a  lei  de  ehevaler,  das  zweite  Mal  ireement"  nicht  für 
zutreffend. 

In  Laisse  41 ,  42  und  43  wird  uns  das  Bild  der  Haupthdden  der 
Franken  vorgeführt  in  folgender  Eintheilung:  In  L.  41  wird  Karl's 
Tapferkeit  und  Eroberuogalust  geschildert,  in  L.  42  KarPs  und  Olivier'8, 
in  L.  43  Karrs  und  Rolands  resp.  der  andern  pairs.  Auch  diese  3  Strophen 
geben  also  ein  einheitliches  Bild.  Daher  kann  ich  Ottmann'a  Ansicht 
a.  a.  0.  p.  26  und  27  nicht  theilen. 

Hierher  gehört  auch  Laisse  49—51  incl.  Diese  3  Tiraden  sind  als 
Ganzes  aufzufassen.  Der  Hauptbegriff,  unter  welchen  sie  fallen,  ist  die 
allgemeine  Freude  der  Sarazenen  über  Ganelon's  Bereitwilligkeit  ihnen 
die  Nachhut  Karls  in  die  Hände  zu  liefern.  Dieser  Uauptbegriff  der 
allgemeinen  Freude  wird  zerlegt  in  die  Freudenäusserungen  der  ein- 
zelnen Personen. 

Aehnlich  verhält  es  sich  in  Laisse  210  und  211.  Karl  der  Grosse 
beklagt  den  Tod  Rolands  und  stellt  sich  in  der  ersteren  vor,  wie  in 
Laon,  in  der  zweiten,  wie  in  Aachen  die  Leute  ihn  fragen  werden,  was 
aus  Roland  geworden  sei.  Alle  Erklärer  stimmen  darin  überein,  daae 
hier    eine   ältere    (Aachen)  und    eine  jüngere  (Laon)  Textesrecension 


Mi0a^,  *i  h.  V*nk  *.  *.  O,  p.  ^.  L  Cturm  m  4cr  soBfe.  x  JL  s. 

4«r  lywi'M  f^kMMA  MC;  C4^<tr«ll  ia  i^asz  Fraskreiek  verio.  #» 

Mrwi  kkfitf  m  mmAm«,  f»Uist  ika  4«r  tJ^fibt«  m  6ea«  zv«  Tiimff; 

ifc»  MuuMtf«»  fiaafi<«cf4s«  4«<  fS^nek«*,  Üu  iit  za^iekk  cm 
KfU^ftmm  ifu  ^m  HßMÜmmmu%  4^  KUmmmmientk  des  Lied««.  A^f 
4i«Mr  W«»«^  kMtt  WkA  alk  PafalMlaiaiwt  ab  TWfle  eiaca  Brnrngm- 
httf^nff»  WH^UmtsUf  *^*:rn  *i«  aiekt^  «i«  «  aa  hiaS^^iOm  der  Fall  bc 
««a^m  Fr/ftM:kritt  d«f  Vjitiii\nn%  ttnütähen.  Es  wir«  fiberfliMf ,  fiea 
««rft^  aa««offikr(W  Qa4  aa  alUm  Wied«HiolBapaCropkcti  za  kevöMB. 
AaMMtT  W^irfi  renk  mir  MtlMn  txApr'xkeii^m  Wjederkotanj^aatropkea  easkiZs 
O  niutiuih  wt^h  UA%<naAn  laiM«t  narilaire«:  Tirade  3  oad  4;  5  aad  6: 
<Sl  oftd  ^if  (()\Wvnt  «rapibt  4a«  Sarazeanbeer; :  135  and  136  (Karl  kdrt 
4^  T';o  4«i  Hffrnen);  \?M,  «rate  HiJfte  tod  139,  140  ud  141  fKari 
aik  auf  daft  HehlaübtTtld  zarfick;:  148—192  (Tod  OliTiers»;  173—175 
rBolaod  twmttht  «do  Htthwert  zo  zerbreeben);  176—178  (Tod  Bofauda. 
ef,  ZiU#rr  a.  m,  0.  p.  1?7;;  179  aod  180  (Traaer  ond  Klagen  der  Fraa- 
zsm^n  um  4i<;  0«;falleD«^  :  270  and  271  rder  Tod  Alde's;.  Theib 
irrgi<!bt  fti/ib  oWtff^H  B«;faauptung  ganz  von  Milbm,  tbeils  sind  diese  Tiraden 
iwMon  im  ähnlichen  Sinne  darchg<:ftrbeitet  z.  B.  ron  Ziller  a  a.  0.  Daas 
Cr«  ab^r  Ob<;rbaupt  möglich  iüt,  diene  vielumfttrittenen  Strophen  so  auf- 
zafaaMsn  und  ohne  Zwang  /u  erklären,  ist  m.  E.  ein  unwiderlegbarer 
Bewein  für  die  äuMHerliehe  Anlehnung  des  Holandsliede«  an  den  Ge- 
brauch HC.  hicht<r,  welche  ähnliche  Zerlegungen  eines  Begriffs  oder 
VorgangH  vorzunehmen  pflegten.  Ich  habe  in  der  vorliegenden  Arbeit 
nur  die  in  O  enthaltenen  laiHses  fiimilairefi  berücksichtigt,  und  behalte 
mir  vor,  npäter  die  in  den  andern  Kedactionen  sich  findenden  zu  be- 
handeln. Kh  wäre  nicht  unmöglich,  dass  dadurch  im  Vergleich  mit  O 
neu«!  AnhaltMpunkte  für  dan  Verhältniss  der  einzelnen  Mss.  zu  einander 
gewonnen ;  und  zugleich  grÖHHcre  Klarheit  über  die  Komposition  der 
urMprünglK-lien  (.'hanMon   de   Koland   geschaffen  werden  könnten. 

Zum  HchluHH  Heien  mir  noch  einige  Worte  der  Abwehr  gegen  die- 
j«'nig«'ri  (<eMtatt«;t,  welche  an  einzelnen  Stellen  Widersprüche  gefunden  zu 
lialxMi  glaulxui.     Andere   kurze  Bemerkungen   schliessen  sich  dem   an. 

DaH  int  zunächMt  der  Fall  bei  Laisse  2  in  Verbindung  mit  dem 
•nftteren  Verlaufe  der  Erzählung.    G.  Paris  a.  a.  0.  p.  58  sagt,  Marsilie 


Die  Cbanaon  de  Roland  und!  die  altenglUche  Epik  5B7 

erklare  am  Anfang,  dass  er  keine  Armee  besitze  und  bald  darauf  greift 
er  die  Nachhut  der  Franken  mit  ungeheuerer  Uebermacht  an  Das  sei 
ein  Versehea  des  Ueberarbeiters.  Ich  glaube,  man  muss  zwischen  den 
Zeilen  von  Laisse  3  u.  4  lesen,  dass  Marsilie  sofort  nach  dem  Weggang 
der  Gesandten  ein  grosses  Heer  zu  sammeln  gedenkt,  mit  weichem  er 
dann  den  Kampf  wagt,  cf.  Vers  851.  Dass  Vers  18  u.  19  nicht  wort- 
tich  zu  nehmen  sind,  geht  aus  Tirade  44  deutlich  hervor,  Marsilie  will 
nur  sagen,  dass  seine  Truppen  zwar  zahlreich,  aber  doch  nicht  stark 
genug  seien,  um  Karl  anzugreifen  und  mit  Gewalt  zu  vertreiben. 

Dass  von  dem  Schicksal  der  Geissein  nicht  weiter  die  Rede  ist, 
seheint  Vielen  auffallend,  z.  B.  G.  Paris  a.  a.  0.  p.  öS.  Ich  glaube  nicht, 
dass  dies  Schweigen  einen  Ausfall  von  Tiraden  anzeigt,  denn  es  war 
zu  jener  Zeit  ganz  selbstverständlich,  dass  die  Geisseln  bei  Friedens- 
bruch getodtet  wurden,  cf.  auch  V.  44  u.  57,  wo  das  ganz  unumwunden 
ausgesprochen  wird.  Daher  muss  auch  par  num  d'ocire  V.  43  in  diesem 
Sinne  aufgefasat  werden.  Der  Dichter  hatte  also  gar  keine  besondere 
Veranlassung  die  ausgeführte  üinrichtung  der  Geissein  ausdrucklich  zu 
berichten. 

G.  Paris  bemerkt  a,  a  0.  p.  58,  dass  wir  von  dem  Kaliphen,  dem  an- 
fönglich  eine  grossere  Rolle  zugedacht  zu  sein  scheine,  später  nicht 
mehr  viel  erfahren.  Ich  meine  doch,  dass  der  Kaliph  auch  später  als 
eine  sehr  wichtige  Persönlichkeit  dargestellt  wird.  Weashalb  würde  ihn 
sonst  V.  493  Karl  der  Grosse  ausdrücklich  als  Geissei  verlangen  ?  Ferner 
ist  er,  cf.  Laisse  157,  die  Ursache  des  Todes  Olivier's,  eines  der  üaupt- 
helden  der  Franken,  von  dessen  Hand  er  auch  fallt;  cf  V.  1957. 

Auch  dem  Satz  von  G.  Paris  a.  a.  0.  p.  58:  „Le  caract^re  de  Ganelon, 
ohange  comme  nous  Tavons  indiqu6  plus  haut,  offre  de  frappantes  dispa- 
rates'  kann  ich  nicht  beistimmen.  Ganelon  ist  von  Natur  ein  schwacher 
Charakter,  um  nicht  zu  sagen  ein  Feigling.  Seine  Wuth  gegen  Roland 
schreibt  sich  davon  her,  dass  dieser  ihn  als  Gesandten  an  Marsilie 
empfohlen  hat.  Seine  Feigheit  tritt  in  Laisse  21  ff.  ganz  klar  hervor. 
Solche  haltlose  Charactere  sind  aber  leicht  geneigt,  hinterlistige  Rache 
zu  üben.  Es  scheint  mir  daher  ganz  natürlich  zu  sein.,  dass  Ganelon 
in  seinem  Zorn  gegen  Roland,  der  ihn  in  eine  gefahrliche  Lage  ge- 
bracht bat,  sich  um  so  leichter  durch  das  Gold  Marsilie's  bestechen 
läset,  um  auf  diese  Weise  zugleich  seinen  Rachedurst  stillen  zu  können. 
Laisse  35  steht  mit  dem  sonstigen  Charakter  Ganelon's  in  keinem 
Widerspruch,  denn  der  Feigste  wird  schliesslich  tapfer^  wenn  er  in  die 
Enge  getrieben  wird,  und  sucht  dann  sein  Leben  so  thener  als  möglich 
zu  verkaufen.  Der  in  Tirade  38  erzählte  Zug,  dass  Ganelon  bei  seinem 
Aufbruch  zu  Marsilie,  seiner  Frau,  seinem  Sohne  Baldewin  und  seinem 


Ö6K 


F'.  Lindner 


Preuade  Pinabel  die  ÄbBchiedsgrüsfie  eines  dem  Tode  entgegen  Geheo- 
den  sendet,  ist  eotBchieden  für  die  damalige  Zeit  ein  Zeichen  der 
Schwiobe.  Keiner  der  fatleoden,  grimmen  Helden  gedenkt  sonst  seiner 
Familie,  nicht  einmal  der  sterbende  ßoland  seiner  Braut.  Das  lag  im 
Geiste  der  Zeit.  Ich  finde  daher  im  Gegentheü,  dass  der  Cbaracter 
des  Ganelon  von  dem  Dichter  psychologisch  so  durchaus  wahr  und  ein- 
heitlich dargestellt  ist,  wie  wir  es  kaum  hatten  erwarten  dürfen. 

Dass  der  Dichter  des  Rolandsliedes  in  seinem  Werke  eine  gewisse 
Symmetrie  angestrebt  und  durchgeführt  hat  ist  bekannt.  Sie  tritt  u.  A. 
besonders  in  den  ganz  parallel  gehaltenen  Kampfscbilderungen  hervor, 
welche  die  ae.  Form  der  Variation  im  Grossen  widerspiegeln.  Aus 
diesem  Grunde  ist  es  auffallend,  dass  Holand  dem  ülivier  in  Tirade  131 
und  132  nur  zweimal  Beine  Absteht  durch  den  Ton  seines  Horns  Karl 
herbeizurufen,  kund  giebt,  während  in  Laisse  84,  8ö  und  86  Roland  auf 
Olivier^s  dreimalige  Aufforderung  sich  weigert  in's  Hörn  zu  stossen. 
Es  ist  wohl  mit  Recht  anzunehmen,  dass  der  Dichter,  seinem  gewöhn- 
lichen Gebrauche  nach,  auch  an  der  ersten  Stelle  drei  Tiraden  gedichtet 
hat,  von  denen  eine  verloren  gegangen  ist. 

In  Laisse  139  vor  Vers  1816  muss  entweder  etwas  fehlen  —  denn 
es  ist  nicht  ersichtlich,  woher  Karl  plötzlich  über  Ganelon's  Verratfa 
aufgeklärt  ist,  dass  er  ihn  den  Trossleuten  zur  Miashandlung  übergiebt 
und  fesseln  lässt  —  oder  Tirade  164  in  Gautier's  Ausgabe  muss  vor 
Vers  1816  gesetzt  werden.  Durch  solche  Umstellung  würde  die  Stelle 
viel  klarer  werden:  Karl  ist  zuerst  auf  Ganeton  dadurch  aufmerksana 
geworden,  dass  er  im  Gegensatz  zu  den  andern  patrs  ihm  eifrig  abräth, 
dem  Roland  zu  Uüll'e  zu  eilen.  Als  nun  sein  Verdacht  erst  einmal 
rege  geworden  ist,  fallen  ihm  alle  Uebclthatea  ein,  die  von  Ganelon 
und  seinen  Vorfahren  schon  früher  begangen  worden  sind  (Laisse  164). 
Diese  Erinnerung  verleiht  Karl  die  Ueberzeugung,  dass  Ganelon  auch 
hier  Verrath  geübt  hat.  Daher  übergiebt  er  ihn  den  Trossknechten 
und  lässt  ihn  in  Fesseln  schlagen  (zweite  Hälfte  von  Laisse  161  nach 
Gautier's^  139  nach  Müller's  Zählung).  Demoach  würde  ich  Laisse  164 
nach  Gautier'a  Ausgabe  als  ursprünglich  dem  Roland  angeborig  zu  be- 
trachten geneigt  sein. 

Ich  habe  oben  bemerkt,  dasa  auch  ich  die  Baligantepisode  für 
späteren  Einscbub  balte.  Zu  den  für  diese  Ansicht  vorgebrachten 
QrÜDden  füge  ich  noch  den  hinzu,  dass  in  diesem  Theile  des  Gedichtes 
Gelegenheit  genug  vorhanden  war,  Wiederholungsstrophen  zu  dichten. 
Der  Dichter  hat  dies  aber  nur  an  einer  Stelle  (cf.  die  oben  besprochenen 
Laissen  210  und  211)  gethan.  Denn  V.  2633  —  35  und  2643  und  44; 
y.  2906—8  and  2930  und  31  machen  die  betreffenden  Tiraden  nicht  ku 


Die  Chanson  de  Roland  und  die  altengtiache  Epik 


569 


laieBea  similaires.  In  LaisBO  208  —  12 ,  welcho  die  Klagen  Karls  um 
Roland  enthalten,  scheint;  die  wiederholte  Anrede:  Amis  Rollanis  auf 
parallele  Laiasen  hinzudeuten,  ea  würden  dieselben  jedoch  höchstens 
Variationen  im  Grossen  darstellen.  Der  ganze  Passus:  Tirade  205  bis 
215  incL,  welcher  zwei  wirkliche  Wiederholungsatrophen  (210  und  211) 
enthält,  erzählt  von  der  Umkehr  Karls  und  seiner  Auffindung  der  Leichen 
Rolands  und  seiner  Genoasen.  Er  hat  mit  dem  Zuge  Baligants,  dessen 
Schilderung  nur  eine  Copie  Karls  des  Grossen  ist,  gar  nichts  zu  thun. 
Deashalb  ist  es  meiner  Ansicht  nach  nicht  unwahrscheinlich,  dass  diese 
Tiraden,  welche  der  Minn  uod  der  Fortgang  der  Erzählung  erfordert, 
ursprünglich  zum  Kolandsliede  gehört  haben,  und  nur  durch  Verschiebung 
mitten  in  die  später  eingefügte  Baligantepisode  gerathen  seien.  Diese 
Annahme  empfiehlt  sich  auch  in  der  Hinsicht,  dass  nach  Ausscheidung 
dieser  Stelle  einerseits  die  Episode,  und  das  Kolandslied  anderseits 
ein  einheitliches,  durch  keine  uniiöthigen  Einschiebungen  unterbrochenes 
Ganze  bilden  würden.  Dann  wäre  freilich  im  Baligant  auch  keine  Spur 
von  parallelen  Laisaon  zu  entdecken  und  die  Episode  schon  dadurch 
allein  als  unecht  gekennzeichnet.  Denn  ich  kann  nicht  annehmen, 
dasB  ein  und  derselbe  Dichter  in  einem  Theilo  seines  Werkes  die  von 
ihm  sonst  mit  Vorliebe  angewendeten  parallelen  Laissen  ohne  zwingende 
äussere  Gründe,  die  hier  nicht  erkennbar  sind,  Ternachlässigt  haben 
sollte. 

Ich  habe  mich  bei  der  Darlegung  der  Resultate  meiner  Unter- 
suchung eigentlich  nur  auf  Andeutungen  beschränkt.  Leider  erlaubt 
es  mir  meine  sehr  stark  in  Anspruch  genommene  Zeit  nicht,  ausführ- 
licher zu  sein.  Indessen  hoffe  ich,  dass  die  angegebenen  Gründe  ge- 
wichtig genug  sein  werden,  um  meine  Behauptung,  dass  der  Einfluss 
der  ae.  Poesie  auf  die  Composition  des  Rolandsliedes  denüich  erkenn- 
bar iet  —  besonders  auch  in  Bezug  auf  die  laisses  similaires  — ,  und 
dass  daher  der  Dichter  der  Chanson  de  Roland  ein  in  England  leben- 
der, die  ae.  Poesie  kennender,  normannischer  clerc  gewesen  ist,  nicht 
kurz  von  der  Hand  weisen  zu  lassen. 

Rostock  i/M.  im  April  1892. 


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